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	<title>Gefolge - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T06:52:54Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gefolge&amp;diff=1082102&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;BurghardRichter: Typographie (Klammern kursiv)</title>
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		<updated>2024-09-13T15:39:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typographie (Klammern kursiv)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gefolge&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gefolgschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet eine Gruppe von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gefolgsleuten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, die sich um einen Anführer schart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;Gefolge&amp;#039;&amp;#039; eines [[Herrscher]]s, [[Fürst]]en oder [[Hoher Adel|hohen Adligen]] bezeichnet im Allgemeinen die Angehörigen seines [[Hofstaat|Hofes]], die sowohl zivile als auch militärische Aufgaben wahrnehmen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Gefolgschaft&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet im allgemeinen, nichtmilitärischen Sinn die Anhänger einer Führungsperson, [[Politische Partei|Partei]], Gruppierung oder [[Glaubensgemeinschaft]]. Militärische Gefolgschaft meint insbesondere ein aus der [[Antike]] überliefertes, [[klient]]elartiges System der Kampfgenossenschaft bei den [[Germanen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Begriff ===&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Gefolgschaft&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Neologismus|Neubildung]] der historischen Rechts- und Verfassungslehre des 18. und 19. Jahrhunderts und wurde zunächst verwendet, um den [[latein]]ischen Begriff &amp;#039;&amp;#039;comitatus&amp;#039;&amp;#039; zu [[Übersetzung (Linguistik)|übersetzen]], der aus der &amp;#039;&amp;#039;[[Germania (Tacitus)|Germania]]&amp;#039;&amp;#039; des [[Tacitus]] (Kapitel 13 und 14) bekannt war. Man verstand darunter im engeren Sinne bei germanischen Stämmen eine freiwillige, durch [[Treueid]] gefestigte Vereinigung erprobter Männer und [[wehrfähig]]er [[Jüngling]]e um einen [[Charismatische Herrschaft|charismatischen]] oder berühmten Führer, meist einen [[König]], [[Gau]]fürsten oder [[Herzog]]. Bei den [[Langobarden]] war hierfür die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;[[Gesinde]]&amp;#039;&amp;#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anfänge und Quellen ===&lt;br /&gt;
Die Anfänge der Gefolgschaft sind aus den Berichten [[Gaius Iulius Caesar|Caesars]] im &amp;#039;&amp;#039;[[De bello Gallico|Gallischen Krieg]]&amp;#039;&amp;#039; zu rekonstruieren. Die „Gefolgschaft“ oder Anhängerschaft eines germanischen Fürsten ist hier ein zeitlich befristeter Verband von jungen, vornehmen Männern, die sich zu ausschließlich kriegerischen Zwecken durch eine Art Treueverhältnis an den Anführer binden. Die ausführliche Schilderung bei Tacitus weicht hiervon insoweit ab, dass die zeitliche Begrenzung bei ihm wegfällt und die durch einen Eid an den Fürsten gebundenen Männer auch nach Beendigung der militärischen Unternehmungen im Haushalt ihres Herrn leben. Der Eintritt in eine Gefolgschaft verlieh den Anhängern Ehre und Prestige &amp;#039;&amp;#039;(dignitas)&amp;#039;&amp;#039;; umgekehrt mehrte die Zahl der Gefolgsleute das Ansehen des Führers. Grundvoraussetzung für die Bildung einer Gefolgschaft war der Kriegsruhm des Anführers, vermutlich aber auch seine vornehme Herkunft und eine ausreichende materielle Grundlage zur Versorgung seiner Anhängerschaft. In späteren Phasen der Gefolgschaftsbildung wurden die Mitglieder der Gefolgschaft materiell weitgehend abhängig von den immer mächtiger werdenden Anführern und konnten durch materielle Anreize auch außerhalb der Stammesvereinigung rekrutiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;H. Steuer: &amp;#039;&amp;#039;Frühgeschichtliche Sozialstrukturen in Mitteleuropa.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 1982, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefolgsleute erhielten für ihre Dienste freien Unterhalt, persönliche Ausrüstung, einen Anteil an der Beute sowie sonstige Geschenke. In der Schlacht kämpften sie wetteifernd unter dem Dienstherrn. Außerdem begleiteten sie ihren Herrn zum [[Thing]]. Die Gefolgsherren und ihre Leute bildeten eine gut bewaffnete, stets kampfbereite Elite innerhalb der Gruppe der wehr- und waffenfähigen [[Freie]]n. In Friedenszeiten zogen die Gefolgsleute auch mit anderen Fürsten in kriegerische Auseinandersetzungen. Im Kampf gegen die [[Römisches Reich#Der Beginn der Spätantike|Römer]] stützten sich im 4. Jahrhundert vor allem die [[Alamannen|alemannischen]] [[Kleinkönig]]e auf Gefolgschaften. Die meist nur beschränkte Größe der Gefolgschaften wurde in historischen Berichten oft überschätzt, da die Gefolgsleute mit den freiwillig mitziehenden Kriegern verwechselt oder vermischt wurden. So zählte die Gefolgschaft des alemannischen Gaukönigs [[Chnodomar]] etwa 300&amp;amp;nbsp;Männer, während Fürsten wie beispielsweise [[Ariovist]] mehrere Tausend freiwillige Krieger zu kriegerischen Unternehmungen führten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weiterentwicklung im Mittelalter ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ritter gefolge.jpg|mini| Ritter mit Gefolge (um 1190)]]&lt;br /&gt;
In der Zeit der [[Völkerwanderung]] und [[Sesshaftigkeit|Sesshaftwerdung]] bildeten sich innerhalb des Gefolgschaftswesens einzelne Funktionen schärfer heraus und diversifizierten sich. Besonders das Auftreten bei der Thingversammlung führte zu Funktionsverlagerungen; so wurden aus den &amp;#039;&amp;#039;[[Bucellarius|buccellari]]&amp;#039;&amp;#039;, eigentlich Berufskrieger einer [[Leibwache]] zum Schutz von Privatleuten, bis zum 7. Jahrhundert im [[Westgotenreich]] eine Gruppe von Hilfsbeamten, [[Richter]]n und zuletzt [[Fronbote|Bütteln]], die das [[Siegel]] des Dienstherrn führten. Die &amp;#039;&amp;#039;buccellari&amp;#039;&amp;#039; waren in spätrömischer Zeit hauptsächlich Germanen, da das westgotische Gefolgschaftssystem wohl selbst germanischen Ursprungs war, doch sind auch Einflüsse des römischen [[Patronat (Römer)|Klientelsystems]] nicht auszuschließen. Im [[Langobardenreich]] bildeten die &amp;#039;&amp;#039;[[Gasindi|gasindii]]&amp;#039;&amp;#039;, die Freie oder [[Freigelassener|Freigelassene]] sein konnten, eine von den übrigen Kriegern abgesetzte [[soziale Schicht]], die durch ihre Nähe zum König oder Herzog ein besonderes Sozialprestige besaß. Auch das [[Angelsachsen|angelsächsische]] &amp;#039;&amp;#039;gesiþ&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete einen Gefolgsmann, dessen soziale Stellung unterhalb des &amp;#039;&amp;#039;cyninges þegn&amp;#039;&amp;#039; ([[Thane (Gefolgsmann)|Gefolgsmann]] des &amp;#039;&amp;#039;[[König|cyning]]&amp;#039;&amp;#039;) und oberhalb des &amp;#039;&amp;#039;ceorl&amp;#039;&amp;#039; (engl. &amp;#039;&amp;#039;churl&amp;#039;&amp;#039;, „Kerl“, freier Mann) lag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Fränkisches Reich|fränkischen Reich]] hatte nur der König das Recht, Gefolgsleute als so genannte &amp;#039;&amp;#039;[[antrustiones]]&amp;#039;&amp;#039; zu halten. Noch in der [[Merowinger|merowingischen Periode]] trat an ihre Stelle das [[Vasall]]entum oder [[Lehnswesen]], das ursprünglich niedere Diener umfasste, sich aber nach dem Vorbild des Gefolgschaftswesens veredelte. Dennoch ist eine Gleichsetzung von Gefolgsmann und Vasall problematisch, da die fränkische Vasallität trotz vieler Überschneidungen nur teilweise an Gefolgschaftsmuster anknüpfte und von Anfang an stark durch die aus dem Bereich der Hausgemeinschaft übernommenen Merkmale der Dienstbarkeit und Unterordnung geprägt war. Eine Kontinuität des Gefolgschaftswesens bis ins [[Hochmittelalter]] wird manchmal für die [[Nordische Länder|nordischen Länder]] angenommen, wo sich trotz kontinentaler und angelsächsischer Einflüsse erst spät [[Feudalismus|feudale]] Strukturen durchsetzten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dichtung ===&lt;br /&gt;
In den auf [[Heldendichtung#Germanische Tradition|germanische Tradition]] zurückgehenden [[Heldensage]]n, vom [[Beowulf]] über die [[Tafelrunde]] der [[Artus#Die Artussage|Artussage]] bis hin zum [[Nibelungenlied]], wird das Gefolgschaftswesen noch zu einer Zeit verherrlicht, als es aus dem wirklichen Leben längst verschwunden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderne Formen der Gefolgschaft ==&lt;br /&gt;
=== Suite ===&lt;br /&gt;
In der [[Neuzeit]] fasste man bis ins 20. Jahrhundert unter der französischen Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Suite&amp;#039;&amp;#039; das militärische Gefolge des [[Landeshoheit|Landesherren]], eines [[Feldherr]]n oder kommandierenden [[General]]s zusammen. Sie begleitete ihn bei seinem Dienst und konnte von ihm nach Belieben eingesetzt werden. Zur Suite gehörten der [[Generaladjutant]], die [[Generalstab]]s- und [[Ordonnanzoffizier]]e. Sie standen dann &amp;#039;&amp;#039;à la suite&amp;#039;&amp;#039; der betreffenden Persönlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Warlordschaften ===&lt;br /&gt;
Neuzeitliche, nicht besonders legitimierte, sondern nur durch Macht und die Aussicht auf Belohnung, Beute oder Ruhm zusammengehaltene Formen kriegerischer Gefolgschaften mit schwacher Gruppenidentität werden durch sogenannte [[Warlord]]s geführt. Dieser Begriff wird anachronistisch oft auch auf spätantike Kriegsherren angewandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{LexMA|4|1171|1172|Gefolgschaft|Gabriele von Olberg-Haverkate}}&lt;br /&gt;
* {{RGA|10|533|554|Gefolgschaft|[[Christoph Landolt]], [[Heiko Steuer]], [[Dieter Timpe]]}}&lt;br /&gt;
* [[Karl Kroeschell]]: &amp;#039;&amp;#039;Gefolgschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Albrecht Cordes]], [[Heiner Lück]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. Band&amp;amp;nbsp;1, Schmidt, Berlin 2008, ISBN 978-3-503-07912-4, Spalte 1991–1995.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Gefolge}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stand (Germanen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriegswesen (Germanen)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;BurghardRichter</name></author>
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