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	<title>Gefangenschaft - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T14:30:21Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gefangenschaft&amp;diff=370370&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Vfb1893: BKL Delikt aufgelöst</title>
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		<updated>2025-11-17T20:40:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;BKL &lt;a href=&quot;/index.php?title=Delikt&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Delikt (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Delikt&lt;/a&gt; aufgelöst&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|erläutert die Gefangenschaft von Menschen; zu gefangen gehaltenen Tieren siehe [[Gefangenschaftshaltung]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Rates of imprisonment are higher in more unequal countries.jpg|mini|300px|Gefangenschaft ist höher in Ländern mit höherer Ungleichheit]]&lt;br /&gt;
Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gefangenschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet den längerfristigen und meist unfreiwilligen [[Freiheitsentzug|Entzug der Freiheit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historischer Überblick ==&lt;br /&gt;
Gefangenschaft im Sinne einer Strafe für ein [[Delikt (Kriminologie)|Delikt]] ist eine Erfindung des [[18. Jahrhundert]]s. Sowohl in der [[Antike]] als auch im [[Mittelalter]] handelte es sich fast immer um eine temporäre Form von [[Untersuchungshaft]], Übergangszeit (etwa hinsichtlich der [[Urteilsvollstreckung]]), Freiheitsentzug zwecks [[Lösegeld]]erpressung, Zwangsmitteln (vor allem [[Schuldner]]n gegenüber) oder [[Kriegsgefangenschaft]]. Darüber hinaus spielte die [[Sklaverei]] als zumeist lebenslange Gefangenschaft eine große Rolle. Im Europa des [[15. Jahrhundert]]s wurden die Vorbedingungen für die modernen [[Freiheitsstrafe (Deutschland)|Freiheitsstrafen]] geschaffen, sodass es in der Folgezeit zur Institutionalisierung des öffentlichen Gefängnisses – des so genannten &amp;#039;&amp;#039;carcer publicus’&amp;#039;&amp;#039; – kam. Demgegenüber galt das Privatgefängnis (&amp;#039;&amp;#039;carcer privatus&amp;#039;&amp;#039;) als illegal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten Orte der Gefangenschaft waren Erdlöcher und Höhlen, im [[Orient]] mitunter trockene [[Zisterne]]n. [[Verlies]]e, [[Lochgefängnisse (Nürnberg)|Lochgefängnisse]], Keller, Gelasse und insbesondere (Faul-)Türme dienten im Mittelalter diesem Zwecke – nicht selten kam es in ihnen zu [[Folter]]ungen. Wer es jedoch schaffte, seinem Gefängnis zu entfliehen, fand für gewöhnlich in Kirchen [[Asyl]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mündliche Überlieferung ==&lt;br /&gt;
=== Zu Unrecht gefangen Gehaltene ===&lt;br /&gt;
Frühe Beispiele hierfür lassen sich in der [[Bibel]] finden: [[Josef (Sohn Jakobs)|Josef]] bei [[Potifar]], [[Daniel in der Löwengrube]], die [[Jesus von Nazaret#Festnahme|Gefangennahme Jesu]], die [[Paulus von Tarsus#Gefängnisaufenthalte|Gefängnisaufenthalte des Apostels Paulus]]. Auch die [[Hagiographie]] hat das Leiden in und unter der Gefangenschaft immer wieder ausführlich thematisiert (z.&amp;amp;nbsp;B. in den Legenden der Heiligen [[Katharina von Alexandrien]], [[Barbara von Nikomedien]] und [[Margareta von Antiochia]]). In der [[Sieben Schläfer von Ephesus|Siebenschläfer-Legende]] steht hingegen die freiwillige Gefangenschaft im Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Mittelalter sind uns in diesem Zusammenhang die [[Blondelsage]] von der gewaltsamen Befreiung [[Richard Löwenherz]]’ aus der Gefangenschaft [[Heinrich VI. (HRR)|Heinrich VI.]], die [[Kudrun]]-Sage sowie die Legende von [[Gregorius]] bekannt. Darüber hinaus spielt die unrechtmäßige Gefangennahme in manchen Märchen eine Rolle ([[Hänsel und Gretel]], [[Jungfrau Maleen]], [[Rapunzel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entkommen und Rettung ===&lt;br /&gt;
In der [[Mündliche Überlieferung|mündlichen Überlieferung]] erfolgt eine Befreiung zumeist durch [[Wunder]], [[Magie]] oder List; Gewaltanwendungen sind eher die Ausnahme. So fungierte beispielsweise der [[Merseburger Zaubersprüche#Erster Merseburger Zauberspruch|erste Merseburger Zauberspruch]] als Lösezauber; demgegenüber hatten [[Himmelsbrief]]e für Soldaten eine quasi-präventive Wirkung. Im [[Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens]] heißt es, dass [[Hostie|geweihtes Brot]], [[Rabenstein (Justiz)|Rabenstein]] und [[Kreuzblättrige Wolfsmilch|Springwurzel]] einem Gefangenen zur Freiheit verhelfen konnten. Ein Federhemd diente in der [[Wieland der Schmied#Wieland in der Thidrekssaga|Heldensage von Wieland dem Schmied]], der [[Ariadnefaden]] in der [[Theseus]]-Sage diesem Zweck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Mönche befreiten sich, einem Exempel mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Salve Regina]]&amp;#039;&amp;#039; zufolge, indem sie selbiges sangen. Gemäß einer Heiligenlegende vom [[Matthias (Apostel)|Apostel Matthias]] war es der [[Sohn Gottes|Gottessohn]], der ihm zur Flucht aus dem Gefängnis verhalf; der [[Nikolaus von Myra|Heilige Nikolaus]] hingegen bedurfte dazu keiner fremden Hilfe. In der [[Legenda aurea]] ist u.&amp;amp;nbsp;a. von den beiden Heiligen [[Leonhard von Limoges|Leonhard]] und [[Jakobus der Ältere|Jakobus dem Älteren]] als Gefangenen[[Schutzpatron|patronen]] die Rede; während der Kreuzzüge setzte die diesbezügliche Verehrung [[Georg (Heiliger)|Sankt Georgs]] ein. Von der [[Maria (Mutter Jesu)|Heiligen Jungfrau]] heißt es im [[Dialogus miraculorum]], sie habe einen Ritter aus seiner Gefangenschaft errettet. Schließlich ist in diesem Zusammenhang noch der [[Teufel]] zu erwähnen, der in einigen Sagen als [[Advokat]] agiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachhausekommen ===&lt;br /&gt;
Nach dem [[Schlacht bei Warna|„letzten Kreuzzug“]]&amp;amp;nbsp;– sowie der daraus resultierenden [[Osmanisches Reich|türkischen]] Gefangenschaft&amp;amp;nbsp;– kristallisierten sich zwei [[Stoff (Literatur)|Erzählstoffe]] heraus, welche in der Folgezeit äußerst populär wurden: Beim ersten wird ein Mann auf wunderbare Weise nach Hause zu seiner Frau geführt (vgl. [[Heimkehr des Gatten]]); beim zweiten nimmt die Gattin die Sache selbst in die Hand, indem sie in die Kleidung eines Mönchs oder Pilgers schlüpft und loszieht, um ihren gefangenen Mann zu befreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zahllosen [[Kriegsgefangener|Kriegsgefangenen]] und anderweitig in Lagern Gefangengehaltenen während und nach den beiden [[Weltkrieg]]en haben eine Unmenge an mündlichen Erzählungen hervorgebracht, die ihren Niederschlag nicht selten in der Literatur der jungen [[Weimarer Republik]] und in der [[Nachkriegsliteratur]] fanden. Dazu gehört der bekannte und später verfilmte Roman &amp;#039;&amp;#039;[[So weit die Füsse tragen]]&amp;#039;&amp;#039;. Andere Geschichten sind weniger bekannt. In der zweiten Hälfte des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts beispielsweise entstand unter kanadischen [[Mennoniten]] die Geschichte von einem Freigelassenen, dessen Familie die [[Eichen|Eiche]] vor dem Haus mit einem gelben Band versehen solle, sofern sie ihm vergeben hätten&amp;amp;nbsp;– als er dann erschien, sei der Baum voll von gelben Bändern gewesen. Ein weiteres, wenig bekanntes Beispiel ist die im Jahr 1991 von Sigrid Moser unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Bald nach Hause&amp;#039;&amp;#039; –&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Skoro domoi&amp;#039;&amp;#039; veröffentlichte Lebensgeschichte der Eva-Maria Stege, die als junges Mädchen in russische Gefangenschaft verschleppt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Bald nach Hause. Skoro domoi. Das Leben der Eva-Maria Stege |Hrsg=Sigrid Moser |Verlag=Aufbau-Taschenbuch-Verlag |Ort=Berlin |Datum=1991 |ISBN=978-3-7466-0066-6 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auslösen eines Gefangenen ===&lt;br /&gt;
In den [[Gesta Danorum]] (1, 24, 42) ist von einem gewissen König [[Handwanus|Handvanus]] die Rede, der sich aus der Gefangenschaft des Dänenkönigs [[Hadingus]] freikaufte, indem er seinen Körper mit [[Gold]] aufwiegen ließ&amp;amp;nbsp;– ein Rechtsbrauch, der auch in die orale Überlieferung Eingang gefunden hat. Im ausgehenden [[Hochmittelalter]] wurden der [[Trinitarier-Orden]] und der [[Mercedarier]]-Orden gegründet, um die zahlreichen Christen, die durch Kreuzzüge oder [[islamische Expansion]] in die Hände [[muslim]]ischer Machthaber gefallen waren, auf organisierte Art und Weise loskaufen zu können. Einige deutschsprachige [[Erzähllied]]er, aber auch die [[Kinderfolklore]], thematisieren das sogenannte Losbitten seitens der Verlobten des Verurteilten&amp;amp;nbsp;– im Falle einer [[Gnadenrecht|Begnadigung]] wurde dann die [[Ehe]] geschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Singende Gefangene ==&lt;br /&gt;
Laut einer Chronik&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Achnitz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Reiseberichte und Geschichtsdichtung.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, 2012, ISBN 3-598-44141-X ({{Google Buch|BuchID=nzqLp6td3z4C|SeitenID=PR256.}})&amp;lt;/ref&amp;gt; war [[Johann II. (Habsburg-Laufenburg)|Johann II.]] (Graf Hans II. von Habsburg-Laufenburg) im [[14. Jahrhundert]] 30 Monate lang Gefangener in Zürich und besang dort ein [[Blaue Blume|„blaues Blümelein“]]. Mitte des [[16. Jahrhundert]]s verfasste eine Gruppe schweizerischer [[Täufer]] im Passauer Kerker den &amp;#039;&amp;#039;[[Ausbund (Gesangbuch)|Ausbund]]&amp;#039;&amp;#039;, ein 1564 gedrucktes Liederbuch. Russische und russlanddeutsche Kriegsgefangene bemühten sich während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] um Niederschrift und Veröffentlichung ihrer tradierten [[Volkslied]]er. 1933 dichteten [[Johann Esser]] und [[Wolfgang Langhoff]] im [[KZ Börgermoor|Konzentrationslager Börgermoor]] das &amp;#039;&amp;#039;[[Die Moorsoldaten|Börgermoorlied]]&amp;#039;&amp;#039;, welches in der Folgezeit in immer mehr Sprachen übersetzt wurde. Ein eigenes Genre bilden sowohl die italienischen als auch die spanischen Gefangenengesänge: &amp;#039;&amp;#039;canti carcerari&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;carceleras&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Zu schreibenden Gefangenen siehe [[Gefangenenliteratur]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen ==&lt;br /&gt;
Infolge der [[Soziale Isolation|sozialen Isolation]] sowie der [[Einsamkeit]] lässt sich bei Gefangenen oftmals eine Veränderung in ihrem Verhalten feststellen, die sich z.&amp;amp;nbsp;B. in [[Aggressivität]], [[Depression]]en oder [[Lethargie]] äußern kann. Hinsichtlich einer erfolgreichen [[Resozialisierung]] ist zudem die sogenannte [[Prisonisierung]] als hinderlicher Effekt hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liste von Spezialformen ==&lt;br /&gt;
* [[Arrest]]&lt;br /&gt;
* [[Geisel]]haft&lt;br /&gt;
* [[Geschlossener Vollzug]]&lt;br /&gt;
* [[Isolationshaft]]&lt;br /&gt;
* [[Kriegsgefangenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Maßregelvollzug]]&lt;br /&gt;
* [[Offener Vollzug]]&lt;br /&gt;
* [[Personengewahrsam]]&lt;br /&gt;
* [[Polizeigewahrsam]]&lt;br /&gt;
* [[Schutzhaft (Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
* [[Sicherungsverwahrung]]&lt;br /&gt;
* [[Sklaverei]]&lt;br /&gt;
* [[Unterbindungsgewahrsam]]&lt;br /&gt;
* [[Untersuchungshaft]]&lt;br /&gt;
* [[Hausarrest]]&lt;br /&gt;
* [[elektronische Fußfessel]]&lt;br /&gt;
* [[Ersatzarreststrafe]] – bei Uneinbringlichkeit einer [[Verwaltungsstrafe|Verwaltungs(geld)strafe]] (Österreich)&lt;br /&gt;
* [[Militärarrest]] (im Frieden, gemäß Militärstrafgesetz (Österreich))&lt;br /&gt;
* [[Schubhaft]]&lt;br /&gt;
* [[Karzer]] – Einsperren eines Schülers durch eine Schule (historisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rolf Wilhelm Brednich]]: &amp;#039;&amp;#039;Gefangenschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Enzyklopädie des Märchens]] 5 (1988), Sp. 833–846&lt;br /&gt;
* [[Michel Foucault]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Überwachen und Strafen]]. Die Geburt des Gefängnisses.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 2002&lt;br /&gt;
* [[Rolf Lieberwirth]]: &amp;#039;&amp;#039;Gefangener.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte]] 1, 2. Aufl. (2008), Sp. 1986–1987.&lt;br /&gt;
* [[Rolf Lieberwirth]]: &amp;#039;&amp;#039;Gefängnis.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte]] 1, 2. Aufl. (2008), Sp. 1987–1990.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4274032-0|TYP=Literatur über}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4274032-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gefängniswesen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkskunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strafrechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erzählforschung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Vfb1893</name></author>
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