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	<title>Gebundenes System - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T16:19:48Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gebundenes_System&amp;diff=640140&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-12-07T00:42:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Begriff in der [[Architekturgeschichte]]. Für den physikalischen Begriff siehe [[Gebundener Zustand]].}}&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;gebundene System&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Planungs- und Konstruktionsschema der [[Architektur]], insbesondere im [[Mittelalterliche Architektur|mittelalterlichen]] [[Kirchenbau]] und im [[Fachwerkhaus|Fachwerkbau]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kirchenbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beschreibung ===&lt;br /&gt;
Im mittelalterlichen Kirchenbau bezeichnet das &amp;#039;&amp;#039;gebundene System&amp;#039;&amp;#039; einen auf die [[Vierung]] zurückgehenden Planungs-Schematismus, dem der gesamte [[Grundriss]] einer dreischiffigen (in der Regel gewölbten) Basilika zugrunde liegt. Dabei entsprechen einem Grundriss-Quadrat ([[Joch (Architektur)|Joch]], [[Travée]]) im Mittelschiff in den beiden Seitenschiffen je zwei Grundriss-Quadrate von halber Seitenlänge.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans Koepf]], [[Günther Binding]]: &amp;#039;&amp;#039;Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kröners Taschenausgabe.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X. ([https://moodle.unifr.ch/pluginfile.php/975203/mod_resource/content/0/KOEPF%2C%20BINDING%2C%202005%2C%20Bildwoerterbuch%20der%20Architektur.pdf Digitalisat auf moodle.unifr.ch], abgerufen am 13. Januar 2024), S. 204 (Abb. auf S. 203)&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;#039;&amp;#039;gebundene System&amp;#039;&amp;#039; kann außer auf das [[Langhaus (Kirche)|Langhaus]] auch auf die [[Chor (Architektur)|Chor]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;joche und [[Querhaus]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;joche übertragen werden.[[Bild:Gebundenes System.png|mini|Prinzip Gebundenes System; Rot: Querbindung]]Als gestalterisches Ergebnis dieses Grundriss-Schematismus entsteht eine Querbindung zwischen Mittel- und Seitenschiffen und es bildet sich auch in der Höhenentwicklung ein ähnlich &amp;#039;&amp;#039;gebundenes System&amp;#039;&amp;#039; mit einem charakteristischen, rhythmisch gegliederten [[Aufriss]] der Mittelschiff-Seitenwände durch gleichmäßig bogenförmig ausgebildete Arkaden, Gurtbögen und Schildbögen. Gelegentlich wird das &amp;#039;&amp;#039;gebundene System&amp;#039;&amp;#039; durch [[Stützenwechsel]] optisch betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiele ===&lt;br /&gt;
Ein sehr frühes Beispiel ist der Kirchengrundriss im [[St. Galler Klosterplan]] (um 820).&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Kunst&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2, VEB E.&amp;amp;nbsp;A. Seemann, Leipzig 1989, ISBN 3-363-00045-6, S. 674.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Prinzip des &amp;#039;&amp;#039;gebundenen Systems&amp;#039;&amp;#039; wurde vor allem im [[Romanische Architektur|romanischen]] und [[Frühgotisch|frühgotischen]] [[Kirchenbau]] entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Grundriss]] des [[Speyerer Dom]]s ist das &amp;#039;&amp;#039;gebundene System&amp;#039;&amp;#039; ablesbar: Ein Joch im Hauptschiff entspricht zwei Jochen in den Seitenschiffen, der Stützenwechsel ist erkennbar. An diesem Bau wurde vermutlich zu Ende des 11. Jahrhunderts das gebundene System in Deutschland begründet, da die später eingefügten Gewölbe des Mittelschiffs auf die schmalen Seitenschiffsgewölbe, die schon vorhanden waren, Bezug nehmen mussten. Durch die enorme Spannweite der Gewölbe wären bei einer gleichmäßigen Jochfolge (ein Mittelschiffjoch entspricht einem Seitenschiffjoch) stark querrechteckige Gewölbeeinheiten entstanden. Um dies zu vermeiden, wurden jeweils zwei Achsen des Mittelschiffes zu einem Joch zusammengefasst. Die gewölbetragenden Pfeiler wurden im Mittelschiff mit zusätzlichen Wandvorlagen (eine [[Lisene]] mit vorgelegter Dreiviertelsäule) verstärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele der unmittelbaren Nachfolge sind u.&amp;amp;nbsp;a. im [[Wormser Dom]] und in [[Kloster Eberbach]] zu finden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center centered&amp;quot; widths=&amp;quot;150&amp;quot; heights=&amp;quot;200&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dehio 48 Speyer.jpg|Grundriss des Speyerer Doms&lt;br /&gt;
Fig 93 -Elevation of one Bay of the Cathedral of Speyer.jpg|Aufriss der Mittelschiffwand im Speyerer Dom&lt;br /&gt;
Speyer-Dom-44-Mittelschiff seitlich-gje.jpg|Mittelschiffwand im Speyerer Dom&lt;br /&gt;
Kloster Eberbach, Kirche-006.jpg|Mittelschiff der Klosterkirche Eberbach&lt;br /&gt;
60281Bassum östl. Mittelschiffsjoch + Nordseitenschiff.tif|[[Stiftskirche Bassum|Bassum]]: Hallenkirche im gebundenen System&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center centered&amp;quot; widths=&amp;quot;200&amp;quot; heights=&amp;quot;150&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Duomo di Spira, campata.jpg|Mittelschiffgewölbe des Speyerer Doms&lt;br /&gt;
Kloster Eberbach Grundriss Basilika nach Luthmer.jpg|Grundriss der Zisterzienserklosterkirche Eberbach&lt;br /&gt;
Luthmer I-138-Kloster Eberbach Längsschnitt.jpg|Aufriss der Mittelschiffwand in Eberbach&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Kloster arnsburg zisterzienser klosterkirche aufriss langhaus dehio 1888.jpg|Aufriss der Mittelschiffwand der [[Kloster Arnsburg|Zister&amp;amp;shy;zien&amp;amp;shy;ser&amp;amp;shy;kloster&amp;amp;shy;kirche Arnsburg]] (Rekonstruktion)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
60299Bassum Mittelschiff Westjoch.tif|[[Stiftskirche Bassum]], Kreuz&amp;amp;shy;rippen&amp;amp;shy;gewölbe des Mittelschiffs&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Holzfachwerk ==&lt;br /&gt;
Bei mittel- und nordeuropäischen [[Fachwerkhaus|Fachwerk]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;fassaden in [[Stockwerkbauweise|Stockwerksbauweise]] bezeichnet der Begriff &amp;#039;&amp;#039;gebundenes System&amp;#039;&amp;#039; die konstruktive und gestalterische Bindung der Achsen der Fachwerk-Ständer an die Position der Deckenbalken-Köpfe, insbesondere bei vorkragenden Stockwerken.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://buero-bergmann.com/2017/05/19/das-kloster-zur-ehre-gottes-in-wolfenbuettel/ |titel=Das Kloster „Zur Ehre Gottes“ in Wolfenbüttel |werk=buero-bergmann.com |datum=2017-05-19 |abruf=2023-05-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center centered&amp;quot; caption=&amp;quot;Beispiele&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Kloster Veßra Fachwerkhaus Witzelroda -20220714-RM-150638.jpg|alt=Fachwerkhaus aus Witzelroda im Freilichtmuseum Hennebergischen Museum Kloster Veßra (Anfang 17. Jahrhundert)[4]|Fachwerkhaus aus [[Witzelroda]] im Freilichtmuseum &amp;#039;&amp;#039;[[Hennebergisches Museum Kloster Veßra|Hennebergischen Museum Kloster Veßra]]&amp;#039;&amp;#039; (Anfang 17. Jahrhundert)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://museumklostervessra.de/fachwerkensemble |titel=Fachwerkhaus aus Witzelroda |werk=museumklostervessra.de |abruf=2023-05-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:EB1911 - House Fig. 8.—Half-Timbered House at Hildesheim.jpg|[[Pfeilerhaus]] in [[Hildesheim]] (1623); hier wird das &amp;#039;&amp;#039;gebundene System&amp;#039;&amp;#039; obendrein durch [[Knagge (Fachwerk)|Knaggen]] betont.&lt;br /&gt;
Datei:Dölitz (Leipzig), half-timbered house on the Helenenstraße.jpg|alt=Fachwerkhaus in Leipzig-Dölitz (1899)[5]|Fachwerkhaus in Leipzig-[[Dölitz]] (1899)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://denkmalliste.denkmalpflege.sachsen.de/CardoMap/Denkmalliste_Report.aspx?HIDA_Nr=09296637 |titel=Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen, Denkmaldokument Leipzig, Stadt 09296637, Helenenstraße 36 |werk=denkmalliste.denkmalpflege.sachsen.de |abruf=2023-05-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Timber framed houses in Lavenham - geograph.org.uk - 2079529.jpg|&amp;#039;&amp;#039;Gebundenes System&amp;#039;&amp;#039; im englischen Fachwerkbau (Beispiel aus [[Lavenham]])&lt;br /&gt;
Datei:Half-timbered house - Chalon-sur-Saône - DSC06151.jpg|&amp;#039;&amp;#039;Gebundenes System&amp;#039;&amp;#039; im französischen Fachwerk (Beispiel aus [[Chalon-sur-Saône]])&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aachener Steinfachwerk ==&lt;br /&gt;
Verschiedentlich ist der Begriff des &amp;#039;&amp;#039;gebundenen Systems&amp;#039;&amp;#039; architekturtheoretisch auch in anderem Zusammenhang verwendet worden. So spricht der Bauhistoriker Jan Timm Michael Richarz bei [[Aachen]]er Bauten vom „gebundenen System“ beim Backsteinbau (auch „gebundener Backsteinbau“), wobei er sich auf den Kunsthistoriker [[Richard Klapheck]] stützt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jan Timm Michael Richarz |url=https://publications.rwth-aachen.de/record/811105/files/811105.pdf |titel=Aachen - Wiederaufbau: Rekonstruktion durch Translozierung |werk=publications.rwth-aachen.de |seiten=378 ff |abruf=2023-05-14 |kommentar=Dissertation an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, 2020}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und regional typische Fassaden des sogenannten Steinfachwerks aus rotem Ziegelmauerwerk mit gliedernden Werkstein-Schmuckelementen meint.&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center centered&amp;quot; caption=&amp;quot;Beispiele&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:AC BD Büchel 14 Rote Burg.jpg|Steinfachwerk-Fassade im &amp;#039;&amp;#039;gebundenen System&amp;#039;&amp;#039; (1671/21; Aachen, [[Rote Burg]], Büchel 14)&lt;br /&gt;
Datei:Jakobstraße 105-107.JPG|Steinfachwerk-Fassade im &amp;#039;&amp;#039;gebundenen System&amp;#039;&amp;#039; (1812; Aachen, [[Jakobstraße 105/107 (Aachen)|Jakobstraße 105–107]])&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Quadratischer Schematismus]]&lt;br /&gt;
* [[Proportion (Architektur)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kirchenbau ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;dtv-Atlas Baukunst, Texte und Tafeln&amp;#039;&amp;#039;. Band 2, 5. Auflage. dtv, München 1987, ISBN 3-423-03021-6, S. 376 f.&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Koch]]: &amp;#039;&amp;#039;Baustilkunde&amp;#039;&amp;#039;. &amp;#039;&amp;#039;Europäische Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Mosaik Verlag, München 1982, ISBN 3-570-06234-1, S. 92, 96 f., 102.&lt;br /&gt;
* [[Hans Koepf]], [[Günther Binding]]: &amp;#039;&amp;#039;Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kröners Taschenausgabe.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X ([https://moodle.unifr.ch/pluginfile.php/975203/mod_resource/content/0/KOEPF%2C%20BINDING%2C%202005%2C%20Bildwoerterbuch%20der%20Architektur.pdf Digitalisat auf moodle.unifr.ch], abgerufen am 13. Januar 2024), S. 204 (Abb. auf S. 203)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Kunst&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2, VEB E.&amp;amp;nbsp;A. Seemann, Leipzig 1989, ISBN 3-363-00045-6, S. 674.&lt;br /&gt;
* [[Matthias Untermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der mittelalterlichen Architektur&amp;#039;&amp;#039;. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-534-20963-7, S. 333 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirche (Architektur)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Architekturtheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fachwerkgebäude]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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