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	<title>Gebrochene Grotesk - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gebrochene_Grotesk&amp;diff=1302957&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Ziv: (GR)  File:Reichsparteitagnov1935.jpg → File:Reichsparteitag of the NSDAP in Nuremberg, SA troops march past Adolf Hitler, Sept. 1935.jpg Criterion 2 · More precise and not just a meaningless name</title>
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		<updated>2026-02-01T00:09:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;(&lt;a href=&quot;/index.php?title=C:GR&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;C:GR (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;GR&lt;/a&gt;)  &lt;a href=&quot;/index.php?title=Datei:Reichsparteitagnov1935.jpg&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Datei:Reichsparteitagnov1935.jpg (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;File:Reichsparteitagnov1935.jpg&lt;/a&gt; → &lt;a href=&quot;/index.php?title=Datei:Reichsparteitag_of_the_NSDAP_in_Nuremberg,_SA_troops_march_past_Adolf_Hitler,_Sept._1935.jpg&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Datei:Reichsparteitag of the NSDAP in Nuremberg, SA troops march past Adolf Hitler, Sept. 1935.jpg (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;File:Reichsparteitag of the NSDAP in Nuremberg, SA troops march past Adolf Hitler, Sept. 1935.jpg&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;/index.php?title=C:COM:FR&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;C:COM:FR (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Criterion 2&lt;/a&gt; · More precise and not just a meaningless name&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:BerlinUnterDenLindenFont1.jpg|mini|hochkant=1.3|[[Berlin]]er [[S-Bahn Berlin|S-Bahnhof]] [[Bahnhof Berlin Brandenburger Tor|Unter den Linden]] von 1936]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gebrochene Grotesk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Fraktur-Grotesk&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;!-- s. W.H.Lange, S. 43 --&amp;gt;&amp;lt;!--, &amp;#039;&amp;#039;Neu-Gotisch&amp;#039;&amp;#039; http://www.typografie.info/typoforum/viewtopic.php?f=35&amp;amp;t=3491&amp;amp;st=0&amp;amp;sk=t&amp;amp;sd=a --&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;Schlichte Gotisch&amp;#039;&amp;#039;, [[Ironie|ironisierend]] auch &amp;#039;&amp;#039;Schaftstiefelgrotesk&amp;#039;&amp;#039;, bezeichnet eine Form [[Gebrochene Schrift|gebrochener Schriften]] aus den 1930er Jahren mit versachlichten Formen und (nahezu) konstanter [[Strichstärke]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man bezeichnet diese gebrochenen Schriften als „grotesk“ im Sinne des typografischen Adjektivs, da sie typische Merkmale grotesker Schriften aufweisen. Anders als ihr Name suggeriert, zählt man sie jedoch nicht zur Klasse [[Grotesk (Schrift)|Grotesk]] (bzw. Sans Serif oder serifenlose Linear-Antiqua), da sie nicht auf der [[Antiqua]] beruhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung und Merkmale ==&lt;br /&gt;
[[Datei:FontSamples1930sGermany1.png|mini|Gebrochene Grotesk von 1935 ([[Tannenberg (Schriftart)|Tannenberg]] halbfett) mit einem S, das in der Form dem Schluss-s derselben Schrift gleicht. Darunter eine [[Fraktur (Schrift)|Fraktur]] von 1939 (Zentenar) und eine Grotesk von 1927 ([[Futura (Schriftart)|Futura]])]]&amp;lt;!-- Die Schrift „Tannenberg“ als pars pro toto; weniger polemisch als „Schaftstiefelgrotesk“, weniger leicht zu verwechseln als „Element“ oder „National“ --&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ab 1930 kam eine Gruppe grotesker Schriften auf den Markt, die auf [[Gotik|gotischen]] Buchstabenformen basiert. Sie vereinen die kantige und überwiegend senkrechte Strichführung der gotischen [[Textura]] mit den konstanten Strichstärken der Groteskschriften. Die [[Glyphe]]n wirken, als hätte der (gedachte) Schreiber die Spitze der [[Bandzugfeder]] nicht so wie traditionell üblich in einem annähernd konstanten Winkel zur Horizontalen gehalten, sondern vielmehr stets so gedreht, dass fast jede Linie in fast maximaler Strichstärke gezogen wird. Zu den wenigen Ausnahmen hiervon zählen Aufstriche wie zum Beispiel die Querlinie beim kleinen e. Im Gegensatz zu anderen gebrochenen Schriften sind die Großbuchstaben im Verhältnis zu den Kleinbuchstaben nicht oder nur minimal verziert. Dadurch wirken diese Schriften sachlicher und die Großbuchstaben entsprechen mehr den modernen Lesegewohnheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da gebrochene Schriften keine [[Serife]]n wie [[Antiqua]]-Schriften haben, gibt es keine Unterscheidung nach der Form oder ggf. Abwesenheit der Serifen. Jedoch werden die in gebrochenen Schriften sonst oft vorkommenden [[Quadrangel (Schrift)|Quadrangel]], [[Schnörkel (Schrift)|Schnörkel]] und andere [[Abschluss (Typografie)|Zierabschlüsse]] in der gebrochenen Grotesk ganz oder teilweise weggelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
=== Allgemeine Schriften ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Liste sortiert nach Bekanntheitsgrad und Bedeutung. Zumindest sollten Tannenberg, Element, National, Gotenburg und Potsdam oben stehen. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Wallau (Schriftart)|Wallau]] (1924–1930) von [[Rudolf Koch (Schriftkünstler)|Rudolf Koch]]&amp;lt;!-- http://moorstation.org/koch_memorial/type/wallau.htm --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Tannenberg (Schriftart)|Tannenberg]] (1933–1935) von [[Erich Meyer (Grafiker)|Erich Meyer]]&lt;br /&gt;
* [[National (Schriftart)|National]] (1934) von Walter Höhnisch&lt;br /&gt;
* [[Element (Schriftart)|Element]] (1934) von [[Max Bittrof]]&lt;br /&gt;
* [[Potsdam (Schriftart)|Potsdam]] (1934) von Robert Golpon (Trennert)&amp;lt;!-- http://www.moorstation.org/typoasis/blackletter/htm/potsdam.htm --&amp;gt;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Staufia&amp;#039;&amp;#039; (1935), Golpon (C. E. Weber)&amp;lt;!-- http://www.beepworld.de/members66/vau-ef-be/schriftliste1.htm --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Gotenburg (Schriftart)|Gotenburg]] (1935–37) von [[Friedrich Heinrichsen]]&amp;lt;!-- http://moorstation.org/typoasis/designers/steffmann/samples/g/gotenbg_ab.htm --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kurmark&amp;#039;&amp;#039; (1934), Hausschnitt Norddeutsche Schriftgießerei, Berlin&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kursachsen Auszeichnung&amp;#039;&amp;#039; (1937) von Peterpaul Weiß&amp;lt;!-- http://www.beepworld.de/members66/vau-ef-be/frakturverbot.htm --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Großdeutsch&amp;#039;&amp;#039; (1935) von [[Herbert Thannhaeuser]]&amp;lt;!-- Grenzfall: eigentlich zu rund für diese Schriftfamilie --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Deutschmeister&amp;#039;&amp;#039; (1934) von [[Berthold Wolpe]]&amp;lt;!-- http://www.beepworld.de/members66/vau-ef-be/frakturverbot.htm --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Sachsenwald-Gotisch&amp;#039;&amp;#039; (1934) von Berthold Wolpe&amp;lt;!-- http://www.typeoff.de/?p=80 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Marienburg&amp;#039;&amp;#039;, Genzsch &amp;amp; Heyse; identisch mit &amp;#039;&amp;#039;Deutschland&amp;#039;&amp;#039;, Berthold&amp;lt;!-- http://www.typografie.info/typoforum/viewtopic.php?f=35&amp;amp;t=3491&amp;amp;st=0&amp;amp;sk=t&amp;amp;sd=a&amp;amp;start=150 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- * &amp;#039;&amp;#039;Deutsch&amp;#039;&amp;#039; vgl. Peter Rück; weiterführende Information fehlt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- * &amp;#039;&amp;#039;Standarte&amp;#039;&amp;#039; vgl. Peter Rück; weiterführende Information fehlt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Armin-Gotisch&amp;#039;&amp;#039; (1933) von Fritz Müller&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- * &amp;#039;&amp;#039;Teutoburg&amp;#039;&amp;#039; vgl. Peter Rück; weiterführende Information fehlt --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auszeichnungsschriften ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Fette Gotische sind keine gebrochenen Grotesken, sondern einfach nur besonders fette und besonders grobe Gebrochene. Beliebte Werbeschrift in den 1930ern, geht vermutlich schon viele, viele Jahre zurück. Abschnitt muss noch ausgearbeitet werden. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eher in der Tradition grober, fetter gebrochener Schriften als [[Auszeichnungsschrift]], insbesondere für die Werbung, stehen etwa folgende Schriften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Werbedeutsch&amp;#039;&amp;#039; (1933) von [[Herbert Thannhaeuser]]&amp;lt;!-- http://www.klingspor-museum.de/KlingsporKuenstler/Schriftdesigner/Thannhaeuser/HThannhaeuser.pdf (PDF) http://www.bleisetzer.de/cms/front_content.php?idcat=57&amp;amp;idart=652 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Trump Deutsch Fett&amp;#039;&amp;#039; (1936) von [[Georg Trump]], [[H. Berthold AG]]&amp;lt;!-- http://www.bleisetzer.de/cms/front_content.php?idcat=57&amp;amp;idart=651 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bewertung ==&lt;br /&gt;
=== Elementare Typografie ===&lt;br /&gt;
Da diese Schriften in Deutschland kurz vor oder nach der [[Machtergreifung]] [[Adolf Hitler]]s entworfen wurden, sind sie für viele Betrachter inhaltlich eng mit dem [[Nationalsozialismus]] verknüpft. Die Formgestaltung lässt sich aber auch als Ausdruck der [[Neue Sachlichkeit (Architektur)|Neuen Sachlichkeit]] verstehen und als Versuch, Gestaltungsprinzipien der [[Elementare Typografie|Elementaren Typographie]] auf gebrochene Schriften anzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten zeitgenössischen und nachfolgenden Betrachter sind sich einig, dass diese Schriften dem damaligen [[Zeitgeist]] entsprechen. Ein Werbetext von 1934 lobt etwa die Vorzüge der neuen Schrift &amp;#039;&amp;#039;Element&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Element – Die klare deutsche Schrift der neuen Typographie. Die deutsche Schrift lebt fort als der sichtbare Ausdruck deutschen Wesens. Sie gehört nicht der Vergangenheit an. Und deshalb haben wir die Verpflichtung, mehr zu tun, als Formen der Vergangenheit abzuwandeln und zu wiederholen.|Graphische Nachrichten, Berlin 1934&amp;lt;ref&amp;gt;Reproduziert im {{Webarchiv|url=http://www.typografie.info/typoforum/viewtopic.php?f=35&amp;amp;t=3491&amp;amp;st=0&amp;amp;sk=t&amp;amp;sd=a&amp;amp;start=240 |wayback=20160304132755 |text=Typoforum 8. Juni 2007 |archiv-bot=2019-04-12 23:21:55 InternetArchiveBot }}  {{Webarchiv|text=Bild |url=http://www.typografie.info/typoforum/userpix/1012_neugotisch_003_1.jpg |wayback=20160304132755 }}, (abgerufen am 7. April 2008)&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Typographische Klassifizierung ===&lt;br /&gt;
Die genaue typographische Einordnung der Tannenberg-artigen Schriften ist umstritten. Die damalige Suche nach einer zeitgemäßen Form für gebrochene Schriften fasste der Schriftgießer&amp;lt;!-- Genzsch &amp;amp; Heyse? Quelle? --&amp;gt; [[Friedrich Genzsch]] 1928 in den Worten zusammen:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Es wäre […] ein ebenso falsches wie vergebliches Bemühen, wenn wir für unsere Gegenwart und Zukunft irgendeinen der historischen Stile festhalten oder neu beleben wollten. Folgerichtig drängt die Entwicklung unserer Maschinentechnik nach einfachsten Gestaltungen und klarsten Ausdrucksformen.|Friedrich Genzsch: &amp;#039;&amp;#039;Zeitgemäße Schriftgestaltung.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;In: &amp;#039;&amp;#039;Die zeitgemäße Schrift.&amp;#039;&amp;#039; Oktober 1928, S. 16–18. Kommentierter Nachdruck: &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Schrift&amp;#039;&amp;#039; 3/2004  {{Webarchiv|text=(pdf) |url=http://www.e-welt.net/bfds_2003/veroeff/archiv/2004-3_S08-11.pdf |wayback=20071223005108 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Piers plowman drolleries.gif|mini|hochkant|Manuskript in &amp;#039;&amp;#039;textualis prescissa&amp;#039;&amp;#039;, 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Hans Peter Willberg]] sieht die Tannenberg-artigen als Beispiele einer &amp;#039;&amp;#039;schlichten Gotisch&amp;#039;&amp;#039; in einer langen Tradition vereinfachter, schmuckloser gebrochener Schriften.&amp;lt;!-- Argumentation folgt http://www.beepworld.de/members66/vau-ef-be/frakturverbot.htm – Quelle prüfen. Typolemik? --&amp;gt; Er verweist insbesondere auf die handgeschriebene &amp;#039;&amp;#039;textualis prescissa&amp;#039;&amp;#039; aus dem 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert und auf die &amp;#039;&amp;#039;neu-gotischen&amp;#039;&amp;#039; Schriften der Wende zum 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert. Weitere Beispiele sind etwa:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Hamburger Druckschrift&amp;#039;&amp;#039; (1904) von Friedrich Bauer&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Liebingschrift&amp;#039;&amp;#039; (1912) von Kurt Liebing; 1934 als &amp;#039;&amp;#039;Nürnberg&amp;#039;&amp;#039; wiederveröffentlicht&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wieynck-Werk&amp;#039;&amp;#039; (1930) von Heinrich Wieynck&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== „Schaftstiefelgrotesk“ ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Reichsparteitag of the NSDAP in Nuremberg, SA troops march past Adolf Hitler, Sept. 1935.jpg|mini|hochkant|In Schaftstiefeln marschierende [[Sturmabteilung|SA]], 1935]]&lt;br /&gt;
Laut Willberg sprach „der Setzervolksmund“ (siehe [[Druckersprache]]) schon in den 1930er Jahren ironisierend von &amp;#039;&amp;#039;Schaftstiefelgrotesk&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Fraktur: Form und Geschichte der gebrochenen Schriften, Albert Kapr, Verlag Hermann Schmidt Mainz, 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt; Jedoch ist das Wort vor 1993 nicht schriftlich nachweisbar. Möglicherweise hat es Willberg selbst geprägt. Das sprachliche Bild einer „in Schaftstiefeln marschierende(n)“ Schrift findet sich schriftlich 1960 in [[Jan Tschichold]]s bekanntem Werk &amp;#039;&amp;#039;Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie&amp;#039;&amp;#039;, allerdings mit Bezug auf einen anderen Schriftentwurf von [[Rudolf Koch (Schriftkünstler)|Rudolf Koch]] aus dem Jahr 1910.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web |url=http://www.blog.druckerey.de/index.php?id=643 |title=Schaftstiefelgrotesk? |accessdate=2021-06-08 |last=Schröder |first=Martin Z. |publisher=blog.druckerey.de |date=2014-04-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einsatz ==&lt;br /&gt;
=== Zeit des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
Während der [[Zeit des Nationalsozialismus]] fanden die gebrochenen Groteskschriften bei verschiedenen Projekten Verwendung. Der 3&amp;amp;nbsp;Meter hohe und 15&amp;amp;nbsp;Meter lange Schriftzug „Hindenburg“ auf dem Luftschiff [[LZ 129]] wurde 1936 von Georg Wagner entworfen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralph Herrmann: [https://www.typografie.info/3/topic/30940-der-hindenburg-schriftzug/ &amp;#039;&amp;#039;Der Hindenburg-Schriftzug&amp;#039;&amp;#039;], auf typografie.info vom 16. Dezember 2013, abgerufen am 27. Juni 2019.&amp;lt;!-- weitere Quelle: Peter Rück --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur gleichen Zeit wurden auch die Mützenbänder der Matrosen und die Namensaufschriften der Schiffe der [[Kriegsmarine]] in diesen Schriften gestaltet. Die Schriften fanden sich auch bei anderen Uniformen und auf öffentlichen Schriftschildern. In den Bahnhöfen der anlässlich der [[Olympische Sommerspiele 1936|Olympischen Sommerspiele 1936]] eröffneten [[Berliner Nordsüd-S-Bahn]] wurde die [[Tannenberg (Schriftart)|Tannenberg-Schrift]] verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Braun |Titel=Nordsüd-S-Bahn Berlin |Verlag=GVE |Ort=Berlin |Datum=2008 |ISBN=978-3-89218-112-5 |Seiten=118}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Verwendung ===&lt;br /&gt;
Auch nach Ende der nationalsozialistischen Diktatur haben sich diese Schriften im deutschen Alltag gehalten. Das rote Logo der deutschen [[Apotheke]]n entspricht weitestgehend dem Originalentwurf von 1936. Aber auch Biermarken und Zeitungsköpfe verwenden diese Schriften noch heute. Eine gewisse Beliebtheit hatten sie auch bis in die 1960er Jahre bei der Evangelischen Kirche.&amp;lt;!-- Quelle? Wurde die Stuttgarter Erklärung wirklich in Tannenberg gesetzt? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1970er Jahren entwickelten mehrere [[Rockband]]s Logos mit einer reduzierten gebrochenen Ästhetik, zum Beispiel [[AC/DC]] und [[Kiss (Band)|Kiss]]. Im [[Thrash Metal|Thrash-Metal]]-Bereich sind Bandlogos üblicherweise aus gebrochenen, an Groteske angelehnten Buchstaben erstellt. Oft sind diese sehr schlicht gehalten, wie zum Beispiel bei [[Overkill (Band)|Overkill]] und [[Kreator]], aber auch verspielte Ausgestaltungen, etwa mit Zacken, wie bei [[Exodus (Band)|Exodus]], sind oft anzutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriftbeispiele ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow=&amp;quot;6&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:First Hindenburg arrival at Lakehurst 1936.jpg|Luftschiff Hindenburg [[LZ 129]], 1936&lt;br /&gt;
Datei:Deutsche Apotheke Logo 1936.svg|[[Apotheke]]n-Logo, 1936&lt;br /&gt;
Datei:Soldbuch der Wehrmacht .png|Soldbuch der [[Wehrmacht]] (ohne Datum)&lt;br /&gt;
Datei:NSDAP zegels.jpg|Wertmarken (links für Zeitungsabo, rechts fürs Parteibuch) (1944)&lt;br /&gt;
Datei:Ärmelstreifen der SS.png|Ärmelstreifen der [[Schutzstaffel|SS]] (Computersatz)&lt;br /&gt;
Datei:Tannenberg sample.png|Auszug aus der [[Stuttgarter Schuldbekenntnis|Stuttgarter Erklärung]], 1946 (Computersatz)&amp;lt;!-- Quelle? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Braunschweig Brunswick Zeitung 161044.jpg|[[Braunschweiger Tageszeitung]] 1944. Zeitungskopf vereinfachte Textura (von 1931?), Text in Antiqua (seit 1941?)&amp;lt;!-- Wurde der Zeitungskopf nach der Zeitungsgründung 1931 verändert? Die Schrift wäre dann ein Vorläufer der Grotesken, mit noch variierender Strichstärken bei i, g, z und seltsamen Winkeln bei s. Interessant auch das Beispiel einer Normal-Schrift Antiqua nach dem Erlass von 1941. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Oberhessische Presse.jpg|[[Oberhessische Presse]], 1951: Gebrochene Grotesk oder schlichte Gotisch?&lt;br /&gt;
Datei:Hasseröder logo.svg|Logo der Bierbrauerei [[Hasseröder]]&lt;br /&gt;
Datei:Diebels logo.JPG|alt=Logo der Bierbrauerei Diebels|Logo der Bierbrauerei [[Diebels]]&lt;br /&gt;
Datei:Rundlogo Warsteiner Brauerei.jpg|alt=Logo der Bierbrauerei Warsteiner|Logo der Bierbrauerei [[Warsteiner]]&lt;br /&gt;
Datei:Logo Bitburger.svg|Logo der Bierbrauerei [[Bitburger]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Michael Gugel: &amp;#039;&amp;#039;Fokus Fraktur. veraltet verspottet – vergessen? Ein Portrait&amp;#039;&amp;#039;. gugelgrafik-Verlag, 2006. ([[:Datei:Michaelgugel-fokusfraktur.pdf|pdf]])&amp;lt;!-- mit zahlreichen Schriftproben --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Peter Rück]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Sprache der Schrift. Zur Geschichte des Frakturverbots von 1941.&amp;#039;&amp;#039; zuerst in: homo scribens, Tübingen 1993, S. 231–272&amp;lt;!-- [http://www.peterrueck.ch/pdf/sprache%20der%20schrift.pdf pdf offline]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wilhelm H. Lange: &amp;#039;&amp;#039;Von der Schwabacher Judenletter und einer kleinen Widerstands-Bewegung….&amp;#039;&amp;#039; In: Festschrift Karl Klingspor zum achtzigsten Geburtstag am 25. Juni 1948, S. 39–51&amp;lt;!-- Schwer zu beschaffen, aber ein wichtiger Beitrag eines Zeitzeugen zur Schriftgeschichte. Hauptquelle für diesen Artikel! --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.typografie.info/3/page/wiki.html/_/fachbegriffe/gebrochene-groteskschriften-r70 TypoWiki: ausführliche Liste gebrochener Groteskschriften]&lt;br /&gt;
* [[Hans Peter Willberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Fraktur und der Nationalismus.&amp;#039;&amp;#039; In: [http://www.gazette.de/Archiv/Gazette-Mai2001/Willberg.html Die Gazette, Ausgabe Mai 2001]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gebrochene Schrift]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ziv</name></author>
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