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	<title>Gebrauchswert - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T19:17:19Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gebrauchswert&amp;diff=84435&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: Punkt hinter Abkürzung gesetzt, Abkürzung korrigiert, ISBN-Format, typografische Anführungszeichen, Kleinkram | viele Tippfehler in anderen Artikeln – Helfer gesucht</title>
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		<updated>2023-12-19T18:37:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Punkt hinter Abkürzung gesetzt, Abkürzung korrigiert, ISBN-Format, typografische Anführungszeichen, Kleinkram | &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Aka/Fehlerlisten/viele_Tippfehler&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Aka/Fehlerlisten/viele Tippfehler (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;viele Tippfehler in anderen Artikeln – Helfer gesucht&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gebrauchswert&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist in der [[Arbeitswerttheorie]] und der [[Wirtschaftswissenschaft]] der [[Wert (Wirtschaft)|Wert]] eines [[Gut (Wirtschaftswissenschaft)|Gutes]] hinsichtlich seiner [[Nutzen (Wirtschaft)|Nützlichkeit]] oder seiner Eignung für einen bestimmten [[Zweck]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Volkswirtschafts_Lexikon/S2-EBwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Gebrauchswert+lexikon&amp;amp;pg=PA210&amp;amp;printsec=frontcover Volker Häfner, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Volkswirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1983, S. 210]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Das Wort Gebrauchswert ({{enS|value in use}}) stammt aus den historischen Wirtschaftswissenschaften; sein [[Begriffsinhalt]] ist heute in der [[Umgangssprache]] umstritten. Die [[klassische Nationalökonomie]] unterschied im Hinblick auf den [[Verwendungszweck]] eines Gutes zwischen seinem Gebrauchs- und [[Tauschwert]].&amp;lt;ref&amp;gt;Volker Häfner, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Volkswirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1983, S. 651&amp;lt;/ref&amp;gt; Es geht um den längeren Gebrauch eines [[Wirtschaftsobjekt]]s im Gegensatz zum kurzfristigen [[Verbrauchsgut]]. Gebrauchswert und Tauschwert sind keine Erscheinungsformen derselben logischen Kategorie „[[Wert (Wirtschaft)|Wert]]“, sondern selbständige Kategorien und erklären ganz verschiedene [[Sachverhalt]]e.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Adam_Smith_politische_Philosophie_und_po/wr8F14JIYjwC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=wertparadoxon+logisches+paradoxon&amp;amp;pg=PA197&amp;amp;printsec=frontcover Manfred Trapp, &amp;#039;&amp;#039;Adam Smith, politische Philosophie und politische Ökonomie&amp;#039;&amp;#039;, 1987, S. 197]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Es ist zu unterscheiden zwischen dem subjektiven und objektiven (technischen) Gebrauchswert:&amp;lt;ref&amp;gt;Volker Häfner, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Volkswirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1983, S. 210&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &amp;#039;&amp;#039;subjektive Gebrauchswert&amp;#039;&amp;#039; ergibt sich aus dem konkreten [[Bedürfnis]] eines [[Wirtschaftssubjekt]]s. Wer beispielsweise Durst hat, für den besitzen Getränke einen hohen Gebrauchswert (der Durstige hat einen hohen [[Grenznutzen]]), wer seinen Durst gerade gelöscht hat, benötigt keine Getränke mehr (für ihn ist der Grenznutzen weiterer Getränke sogar negativ). Die Nützlichkeit (Ophelimität) bestimmt den subjektiven Gebrauchswert und ist für jede [[Person]] anders.&amp;lt;ref&amp;gt;Nutzen ist die objektive [[Wohlfahrt]], Ophelimität das subjektive [[Wohlbefinden]]. Das Rauchen einer Zigarette steigert das subjektive Wohlbefinden eines Rauchers, ist jedoch seiner Wohlfahrt eher abträglich.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &amp;#039;&amp;#039;objektive Gebrauchswert&amp;#039;&amp;#039; ergibt sich aus den [[technische Daten|technischen Daten]], [[Eigenschaft]]en und der [[Funktionalität (Produkt)|Funktionalität]] eines [[Gegenstand]]s, die ihn für einen bestimmten Zweck als geeignet oder ungeeignet erscheinen lassen.&lt;br /&gt;
Subjektiver und objektiver Gebrauchswert stimmen häufig nicht überein wie im [[klassisches Wertparadoxon|klassischen Wertparadoxon]] zum Ausdruck kommt. [[Ludwig von Mises]] wies 1924 darauf hin, dass subjektiver Gebrauchswert und subjektiver Tauschwert bei Gütern zwei verschiedene Begriffe seien, aber bei [[Geld]] zusammenfallen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ludwig von Mises, &amp;#039;&amp;#039;Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel&amp;#039;&amp;#039;, 1924, S. 73 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidung zwischen Gebrauchs- und Tauschwert ==&lt;br /&gt;
;Beispiel&lt;br /&gt;
:Neben einer Fabrik liegt eine Agrarfläche, die ein [[Fabrikant]] zum [[Baugrundstück]] umwandeln lassen könnte und deshalb mit 80 [[Geldeinheit]]en pro m² (GE/m²) den doppelten [[Kaufpreis]] von dem Betrag anbietet, der sonst ortsüblich gezahlt würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Volkswirtschaftslehre/Vw2pBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=subjektiver+tauschwert&amp;amp;pg=PA115&amp;amp;printsec=frontcover Dieter Dahl, &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 1975, S. 115 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere Landwirte aus der Nachbarschaft würden bei gegebener [[Boden (Bodenkunde)|Bodenqualität]] lediglich 1 GE/m² zahlen, als Baugrundstück 2 GE/m². Daraus lässt sich folgende Matrix ableiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! subjektiv / &amp;lt;br/&amp;gt; objektiv&lt;br /&gt;
! Gebrauchswert&lt;br /&gt;
! [[Tauschwert]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| subjektiver || 2 GE/m² für andere [[Landwirt]]e &amp;lt;br /&amp;gt; 80 GE/m² für den [[Fabrikant]]en || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| objektiver || 1 GE/m² für andere Landwirte bei gegebener [[Boden (Bodenkunde)|Bodenqualität]] &amp;lt;br /&amp;gt; 40 GE/m² für [[Baugrundstück]]e im Hinblick auf die [[Mietrendite]] ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| subjektiver || || 80 GE/m² kann der Landwirt vom Fabrikanten erhalten &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| objektiver || || 40 GE/m² kann der Landwirt allgemein für Baugrundstücke erhalten&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die objektiven Werte sind gegebene [[Marktdaten]], die durch den Landwirt oder den Fabrikanten nicht beeinflussbar sind ([[Datenparameter]]). Die subjektiven Werte sind das Ergebnis des hohen [[Präferenz (Wirtschaftswissenschaften)|Interesses]] der Wirtschaftssubjekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Klassiker ===&lt;br /&gt;
[[Aristoteles]] unterschied in seiner Wertlehre innerhalb seines Werks [[Politik (Aristoteles)|Politik]] erstmals zwischen den beiden Verwendungsmöglichkeiten von Gütern, dem Gebrauch und dem Tausch. Entsprechend unterschied er auch zwischen Gebrauchs- und Tauschwert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Politik_und_wirtschaftlicher_Wettbewerb/NevRr9vIGJoC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Aristoteles+Gebrauchs-+und+Tauschwert&amp;amp;pg=PA339&amp;amp;printsec=frontcover Hendrik Hansen, &amp;#039;&amp;#039;Politik und wirtschaftlicher Wettbewerb in der Globalisierung&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 339]&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stellte den Gebrauchswert in den Vordergrund seiner Analyse und betonte die Rückbindung des Tauschwerts an den Gebrauchswert.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles, &amp;#039;&amp;#039;Politik&amp;#039;&amp;#039;, I 9, 1257 a6-14&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Tauschwert ergab sich für ihn aus der äquivalenten Menge eines anderen Guts oder gegen [[Geld]].&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles, &amp;#039;&amp;#039;Politik&amp;#039;&amp;#039;, I 9, 1257 a5&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[John Law]] unterschied im Jahre 1705 erstmals seit Aristoteles wieder zwischen dem subjektiven Gebrauchswert und dem Tauschwert&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Weber, &amp;#039;&amp;#039;John Law&amp;#039;&amp;#039;, 1928, S. 1 FN 1&amp;lt;/ref&amp;gt; und versuchte dies am Beispiel von [[Silber]] zu erklären. Als [[Ware]] ({{enS|[[Commodities]]}}) besaß Silber einen Wert aufgrund seines Nutzens für nicht monetäre Zwecke (als Schmuck oder Geschirr). Er ging davon aus, dass der aus der [[Zahlungsmittel]]funktion von Silber resultierende und vom Gebrauchswert unabhängige Zusatzwert (Tauschwert; {{frS|valeur additionelle}}) ausschließlich auf seine Zahlungsmittelfunktion zurückzuführen sei. „Der zusätzliche Wert, welchen Silber aus seiner Geldverwendung erfährt, stammt von den Eigenschaften her, welche es zu dieser Verwendung als brauchbar erscheinen lassen, und dieser Wert ergibt sich aus dem Gebrauch als Geld.“&amp;lt;ref&amp;gt;John Law, &amp;#039;&amp;#039;Money and Trade&amp;#039;&amp;#039;, 1705, S. 197&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierdurch versuchte er die Substituierbarkeit von [[Gold]] und Silber durch [[Papiergeld]] zu begründen. Law war seit 1715 Chef der &amp;#039;&amp;#039;Banque Générale&amp;#039;&amp;#039; in Paris und hielt den Gebrauchswert (von ihm dort lediglich {{frS|valeur}} genannt; eigentlich {{frS|valeur des usages}} zur Unterscheidung vom Tauschwert, {{frS|valeur des échanges}}) für wichtiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Adam Smith]] griff die Unterscheidung des Aristoteles auf und klärte im März 1776 in seinem grundlegenden Werk [[Der Wohlstand der Nationen]], „nach welchen Regeln sich der Tauschwert eines Gutes richtet“.&amp;lt;ref&amp;gt;Adam Smith, &amp;#039;&amp;#039;Der Wohlstand der Nationen&amp;#039;&amp;#039;, 1776, S. 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Smith konzentrierte sich auf den Tauschwert als Funktion für die [[Preisbildung]] auf Märkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[David Ricardo]] ging 1817 davon aus, dass bei unvermehrbaren Gütern die [[Knappheit]] – also das Verhältnis von [[Angebot und Nachfrage]] auf einem [[Markt]] – den Tauschwert eines Gutes bestimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Hofmann, &amp;#039;&amp;#039;Wert- und Preislehre&amp;#039;&amp;#039;, 1964, S. 58; ISBN 978-3-428-01511-5&amp;lt;/ref&amp;gt; Für ihn ist der Gebrauchswert eine Voraussetzung, nicht jedoch ein Bestimmungsgrund des Tauschwerts oder Preises.&amp;lt;ref&amp;gt;David Ricardo, &amp;#039;&amp;#039;Principles of Political Economy and Taxation&amp;#039;&amp;#039;, 1817/1972, S. 420&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen Tauschwert kann es nur geben, wenn auch ein Gebrauchswert vorhanden sei. Ricardo sah im Gebrauchswert die Nützlichkeit eines Gutes zwar die Grundlage seines Wertes; ökonomisch relevant sei jedoch die Fähigkeit eines Gutes, sich gegen andere Güter tauschen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Marxismus ===&lt;br /&gt;
Für [[Karl Marx]] bestand der den [[Kapitalist]]en zufließende [[Mehrwert (Marxismus)|Mehrwert]] aus der positiven Differenz zwischen dem Gebrauchswert der [[Arbeit (Volkswirtschaftslehre)|Arbeit]] und ihrem Tauschwert.&amp;lt;ref&amp;gt;Volker Häfner, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Volkswirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1983, S. 371&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Fassung von Marx werden unter den Gebrauchswerten qualitativ und quantitativ bestimmte nützliche Güter wie „Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen“ verstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Marx, &amp;#039;&amp;#039;[[Das Kapital. Band I|Das Kapital]]&amp;#039;&amp;#039;, Band I, in: MEW, Band 23, 1972, S. 50.&amp;lt;/ref&amp;gt; Marx baute hierbei auf der von David Ricardo stammenden [[Arbeitswertlehre]] auf, die zwischen dem Tauschwert einer Ware und ihrem Preis unterschied. Für Marx ergibt sich der Gebrauchswert aus der von einem [[Arbeiter]] produzierten Gütermenge. Gebrauchswerte „bilden den stofflichen Inhalt des [[Reichtum]]s“.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Marx, &amp;#039;&amp;#039;Das Kapital&amp;#039;&amp;#039;, Band I, 1867/1983, S. 50&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Benutzung des Gebrauchswerts ist der – produktive oder individuelle – [[Konsum]]. Dabei kommt es nicht darauf an, ob zur Herstellung viel oder wenig Arbeitsaufwand nötig war. Die kapitalistische Besonderheit liege darin, dass die Gebrauchswerte für den Markt produziert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Marx, &amp;#039;&amp;#039;Das Kapital&amp;#039;&amp;#039;, Band I, 1867/1983, S. 49 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tatsache, dass Waren sowohl einen Gebrauchs- als auch einen Tauschwert (Wert) haben, wird von Marx auf den &amp;#039;&amp;#039;Doppelcharakter der in den Waren dargestellten [[Arbeit (Philosophie)#Doppelcharakter der Arbeit|Arbeit]]&amp;#039;&amp;#039;  zurückgeführt. Marx nennt die Ware etwas „Zwieschlächtiges, Gebrauchswert und Tauschwert“.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Marx, &amp;#039;&amp;#039;Das Kapital&amp;#039;&amp;#039;, Band I, in: MEW, Band 23, 1972, S. 56&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx benennt mit Verweis auf Aristoteles eine weitere Verschränkung, die aus der Tauschbeziehung erwächst: „Seine Ware [die des Warenbesitzers, d. Verf.] hat für ihn keinen unmittelbaren Gebrauchswert. Sonst führte er sie nicht zu Markt. Sie hat Gebrauchswert für andre. Für ihn hat sie unmittelbar nur den Gebrauchswert, Träger von Tauschwert und so Tauschmittel zu sein.“&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Marx, in: MEW, Band 23, 1972, S. 100&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx kritisiert David Ricardo, dass er den Gebrauchswert als einfache Voraussetzung tot liegen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Marx, &amp;#039;&amp;#039;[[Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie]]&amp;#039;&amp;#039;, 1858, S. 178 f.; Roman Rosdolsky, &amp;#039;&amp;#039;K. Marx und das Problem des Gebrauchwerts in der politischen Ökonomie&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Zur Entstehungsgeschichte des &amp;#039;Kapital&amp;#039;&amp;#039;, Band I, Europäische Verlagsanstalt: Frankfurt, 4. unv. Aufl., 1974, ISBN 3-434-45003-3. S. 98 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demgegenüber ist der Gebrauchswert überall dort in der ökonomischen Analyse zu berücksichtigen, wo er die ökonomische Formbestimmung modifiziert (siehe [[Zur Entstehungsgeschichte des Marxschen Kapital#3. Kapitel: K. Marx und das Problem des Gebrauchswerts in der politischen Ökonomie|Rosdolsky]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neoklassische Theorie ===&lt;br /&gt;
In der [[Neoklassische Theorie|neoklassischen Theorie]] wird nicht vom Gebrauchswert gesprochen; der Wert einer Sache wird in der [[Nutzentheorie]] aus dem [[Grenznutzen]] abgeleitet. Die Nutzentheorie geht davon aus, dass alle Waren einen messbaren Nutzen haben, der sich allerdings von Individuum zu Individuum unterscheiden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gebrauchswerte bei Hans im Glück ==&lt;br /&gt;
Im [[Schwank]] [[Hans im Glück]] der [[Brüder Grimm]] aus dem Jahre 1819 erhält Hans als Lohn für sieben Jahre Arbeit einen kopfgroßen Klumpen [[Gold]]. Diesen tauscht er gegen ein Pferd, das Pferd gegen eine Kuh, die Kuh gegen ein Schwein, das Schwein gegen eine Gans, und die Gans gibt er für einen [[Schleifstein]] mitsamt einem einfachen Feldstein her. Er geht dabei – ökonomisch betrachtet – jeweils unglücklichen [[Tauschhandel]] ein, denn bereits der Tausch des Goldes gegen ein Pferd bringt ihm wirtschaftliche Nachteile. Auch wenn er dabei den [[Nutzwert]] der erhaltenen Sachen im Auge hat, handelte er aus wirtschaftlicher Sicht als „Hans im Unglück“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Volkswirtschaftslehre]] wird der Schwank als klassisches Beispiel für einen Tauschhandel präsentiert, bei dem Güter direkt gegeneinander getauscht werden und ein objektiver Tauschmaßstab wie der [[Preis (Wirtschaft)|Preis]] fehlt. Hans tauscht unentwegt seine Güter und ignoriert dabei deren Tauschwert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gl%C3%BCck/0AzKDAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=tauschwert+hans+im+gl%C3%BCck&amp;amp;pg=PA221&amp;amp;printsec=frontcover Christoph Henning/Dieter Thomä/Olivia Mitscherlich-Schönherr, &amp;#039;&amp;#039;Glück: Ein interdisziplinäres Handbuch&amp;#039;&amp;#039;, 2011, S. 221]&amp;lt;/ref&amp;gt; Vielmehr stuft er den Gebrauchswert eines Pferdes höher ein als den des Klumpens Gold, obwohl dieser – auch damals schon – einen weitaus höheren Tauschwert besaß.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Eine_Psychoanalyse_f%C3%BCr_alle/eWXFEAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Hans+im+Gl%C3%BCck+tauschwert&amp;amp;pg=PA195&amp;amp;printsec=frontcover Günter von Hummel, &amp;#039;&amp;#039;Eine Psychoanalyse für alle&amp;#039;&amp;#039;, 2023, S. 195]&amp;lt;/ref&amp;gt; Hans hat dem Gebrauchswert [[Priorität]] beigemessen, weil ihm ein Pferd als [[Tragtier]] bei seiner Reise mehr nutzt als Gold.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Maßstäbe ==&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert zum Beispiel eines Stuhles besteht darin, dass man auf ihm sitzen, oder der Gebrauchswert eines Tisches darin, dass man auf ihm Dinge abstellen kann. Ein Beispiel, das die Abhängigkeit des Gebrauchswertes vom Individuum zeigt, ist die Zigarette: Der Gebrauchswert einer Zigarette ist unterschiedlich hoch für eine Person, die raucht, und für eine, die nicht raucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich können nicht nur Waren, sondern auch andere Dinge ebenfalls einen Gebrauchswert haben, wie z. B. Luft. Arbeitsprodukte, die in einer Familie hergestellt werden, wie zum Beispiel [[Mittagessen]], haben einen Gebrauchswert, jedoch keinen Tauschwert. Denn sie werden nicht auf Märkten getauscht, sind demnach keine [[Handelsware]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware ist eng an die konkret physischen Eigenschaften des jeweiligen [[Gebrauchsgegenstand]]es gebunden und hängt stark von den individuellen Bedürfnissen der Menschen ab. Da Menschen stets Bedürfnisse haben, gibt es auch stets Gebrauchswerte, die diese Bedürfnisse befriedigen sollen. Die Gebrauchswerte selbst können aber geschichtlichem Wandel unterliegen. Im Gegensatz zum Tauschwert setzt die Existenz von Gebrauchswerten keinen Markt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Marktwirtschaft]] gilt, dass für den Käufer einer Ware sich der Gebrauchswert aus deren [[Verfügbarkeit]] und Nützlichkeit ergibt. Für den Verkäufer einer Ware A steht deren Tauschwert im Mittelpunkt, also in wie viele andere Waren B, C oder D, die einen Gebrauchswert für den Verkäufer der Ware A haben, kann die Ware A eingetauscht werden. Genau umgekehrt für die Verkäufer der Waren B, C oder D, die sich für die Tauschwerte ihrer jeweiligen Waren interessieren, aber für den Gebrauchswert der Ware A.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur Waren, die einen Gebrauchswert haben, können auch einen Tauschwert haben. Der Gebrauchswert ist Voraussetzung für den Tauschwert. In diesem Sinne sind Gebrauchswerte Träger der Tauschwerte. Ist der Tauschwert einer Ware für potenzielle Käufer aus welchen Gründen auch immer zu hoch, dann können diese den Gebrauchswert nicht für sich in Anspruch nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Objektivität|objektive]] Gebrauchswert von [[Produkt (Wirtschaft)|Produkten]] kann im [[Vergleichender Warentest|vergleichenden Warentest]] ermittelt und dargestellt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;masing&amp;quot;&amp;gt;Markus Bautsch, &amp;#039;&amp;#039;Gebrauchstauglichkeit und Gebrauchswert&amp;#039;&amp;#039;, Kapitel 35 in: Tilo Pfeifer/Robert Schmitt (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;[[Masing Handbuch Qualitätsmanagement]]&amp;#039;&amp;#039;, Carl Hanser Fachbuchverlag München/Wien, 6. überarbeitete Auflage, 2014, ISBN 978-3-446-43431-8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsfragen ==&lt;br /&gt;
[[Gebrauchsvorteil]]e werden rechtlich zumeist als [[Nutzung (Recht)|Nutzungen]] im Sinne von {{§|100|bgb|juris}} [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]] erfasst. Hinsichtlich der Herausgabeansprüche von regulären Nutzungen bilden die §{{§|987|bgb|juris}} ff. BGB (einschlägig ist insbesondere {{§|993|bgb|juris}} Absatz 1 BGB) abschließende Regelungen ([[Eigentümer-Besitzer-Verhältnis]]). Bei nichtigen Veräußerungen stellt sich die Frage, inwieweit [[Bereicherungsrecht (Deutschland)|Bereicherungsansprüche]] mit Ansprüchen aus Eigentümer-Besitzer-Verhältnis konkurrieren können, was von der [[Rechtswissenschaft|Rechtslehre]] weitestgehend anerkannt wird. Die Nutzungshaftung [[Minderjährigkeit|Minderjähriger]] kann im Falle der Verweigerung der [[Zustimmung|Genehmigung]] durch die [[Gesetzlicher Vertreter (Deutschland)|Eltern]] ({{§|109|bgb|juris}} BGB) zur [[Bereicherungsrecht (Deutschland)#Wertersatzpflicht, § 818 Abs. 2 BGB|Wertersatzpflicht]] nach {{§|818|bgb|juris}} Absatz 2 BGB führen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dieter Medicus (Rechtswissenschaftler)|Dieter Medicus]]: &amp;#039;&amp;#039;Bürgerliches Recht. Eine nach Anspruchsgrundlagen geordnete Darstellung zur Examensvorbereitung.&amp;#039;&amp;#039; Heymanns, Köln 1968. 23., neu bearbeitete Auflage mit [[Jens Petersen (Jurist, 1969)|Jens Petersen]]: Vahlen, München 2015, ISBN 978-3-8006-3908-3, Rnr. 600–601.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Bedeutung ==&lt;br /&gt;
In der [[Neoklassische Theorie|neo-klassischen]] Wirtschaftswissenschaft wird heute nicht mehr vom Gebrauchswert gesprochen, sondern von [[Sachgut|Sachgütern]] (zu den Gütern gehören nach heutiger Auffassung auch die [[Dienstleistung]]en); in [[Marxismus|marxistisch]] inspirierten Ansätzen, die sich auf die Arbeitswerttheorie beziehen, spielt der Begriff weiterhin eine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute bestimmt sich der Gebrauchswert eines Gegenstandes aus der Eignung seinem [[Verwendungszweck]], d.&amp;amp;nbsp;h. dass die für die für den Gebrauch relevanten Eigenschaften in ausreichendem Maß vorhanden sind und aus der Beständigkeit dieser Eigenschaften bei Gebrauchs- und Umwelteinwirkungen im Verlauf der Gebrauchsdauer.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralf-Dieter Reumann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Prüfverfahren in der Textil- und Bekleidungstechnik&amp;#039;&amp;#039;. Springer, 2000, ISBN 3-540-66147-6, ISBN 978-3-540-66147-4, S. 494.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweck einer [[Waschmaschine]] besteht darin, Textilien [[Wäsche|waschen]] zu können. Ein höherer Gebrauchswert ergibt sich aus [[Multifunktionsgerät]]en, weil mit ihnen mindestens zwei [[Funktion (Objekt)|Funktionen]] erfüllt werden können. Je eingeschränkter die Brauchbarkeit von Gegenständen ist, umso geringer ist ihr Gebrauchswert. Ludwig Felix kritisierte Karl Marx, weil dieser übersehen habe, „dass nicht alles, was produziert wird, mit Nutzen verkauft werden kann“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ludwig Felix, &amp;#039;&amp;#039;Kritik des Sozialismus&amp;#039;&amp;#039;, 1893, S. 57&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben diesen objektiven Merkmalen gelten weiterhin die klassischen subjektiven: Ein wertvolles [[Kunstwerk]] hat für ein [[Museum]] oder einen [[Kunstsammler]] einen höheren Gebrauchswert (Ausstellung für die Öffentlichkeit) als für einen Laien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Roman Rosdolsky]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Gebrauchswert bei Karl Marx. Eine Kritik der bisherigen Marx-Interpretation&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Kyklos (Zeitschrift)|Kyklos]]. Helbing &amp;amp; Lichtenhahn, Basel 12 Jg. 1959,1, S. 28–56.&lt;br /&gt;
* Gisela Spiller: &amp;#039;&amp;#039;Der Gebrauchswert als Stoff- und Formbestimmung in den „[[Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie|Grundrissen der Kritik der politische Ökonomie]]“ von Karl Marx&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Arbeitsblätter zur Marx-Engels-Forschung&amp;#039;&amp;#039; Heft 9. Hrsg. von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle, 1979, S. 67–79.&lt;br /&gt;
* Siegfried Menzel: &amp;#039;&amp;#039;Karl Marx über den Gebrauchswert als Einheit von stofflichem Inhalt und ökonomischer Formbestimmung&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaftliche Zeitschrift der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt&amp;#039;&amp;#039;.  Jg. 25, 1983, Heft 1, S. 92–95.&lt;br /&gt;
* Markus Bautsch: &amp;#039;&amp;#039;Gebrauchstauglichkeit und Gebrauchswert&amp;#039;&amp;#039;, Kapitel 35 in: Tilo Pfeifer, Robert Schmitt (Herausgeber) [[Masing Handbuch Qualitätsmanagement]], Carl Hanser Fachbuchverlag München Wien, 6. überarbeitete Auflage (2014), ISBN 978-3-446-43431-8&lt;br /&gt;
* [[Werner Brinkmann]], Peter Sieber: &amp;#039;&amp;#039;Gebrauchstauglichkeit, Gebrauchswert und Qualität&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Qualitätsmanagement / Masing&amp;#039;&amp;#039;, Kapitel 35, herausgegeben von Tilo Pfeifer und Robert Schmitt, fünfte, vollständig neu bearbeitete Auflage, Hanser-Verlag, München (2007), Seiten 777 bis 786, ISBN 978-3-446-40752-7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiquote|Gebrauchswert}}&lt;br /&gt;
* [http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_049.htm#Kap_1_1 Ausführungen von Karl Marx über Gebrauchswert und Wert im „Das Kapital Band I“]&lt;br /&gt;
* Dieter Wolf: „[http://www.dieterwolf.net/pdf/DialekWid(Teil2x,223).pdf Auswahl aus: Der dialektische Widerspruch im Kapital]“ (PDF; 478&amp;amp;nbsp;kB) Der dialektische Widerspruch im Kapital. Ein Beitrag zur Marxschen Werttheorie. Hamburg, 2002, ISBN 3-87975-889-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4132530-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marxistische Werttheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertvorstellung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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