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	<title>Gebirgsklima - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T15:22:29Z</updated>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gebirgsklima&amp;diff=511811&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: Tippfehler entfernt, Kleinkram</title>
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		<updated>2025-03-26T19:49:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Aka/Tippfehler_entfernt&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Aka/Tippfehler entfernt (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Tippfehler entfernt&lt;/a&gt;, Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Clouds (4186010123).jpg|mini|hochkant=1.8|Gebirgsklimata verursachen häufig ungewöhnliche Wolkenformationen (Cordillera del Paine, Chile)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gebirgsklima&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Höhenklima&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, jedoch uneinheitlich verwendet) ist ein Oberbegriff für [[Klima]]te, die sich aufgrund der [[Höhe über dem Meeresspiegel]] sowie des [[wetter]]beeinflussenden [[Relief (Geologie)|Reliefs]] eines [[Gebirge]]s (insbesondere [[Hochgebirge]]s) vom Klima der umgebenden [[Ebene (Geographie)|Ebenen]] bzw. niedriger gelegenen Gebieten unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entsteht durch die nach oben zunehmend stärkere [[Globalstrahlung]] gegenüber einer abnehmenden [[Strahlungshaushalt der Erde|Strahlungsbilanz]] – verbunden mit einer allgemeinen Abnahme des [[Luftdruck]]s, der [[Lufttemperatur|Temperaturen]] und des [[Wasserdampfgehalt]]es der [[Luft]] – mit großen lokalen Gegensätzen bei den Temperaturen (Tag und Nacht, Berg und Tal, Sonnen- und Schattenhänge), den [[Niederschlag]]sereignissen ([[Starkregen]], [[Steigungsregen]], [[Schnee]]fall) und [[Wind]]verhältnissen ([[Fallwind]]e, [[Berg- und Talwind-Zirkulation]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[globale Erwärmung]] hat einen direkten Einfluss auf die Gebirgsklimate der Erde: Die [[Höhenstufe (Ökologie)|Vegetations-Höhenstufen]] verschieben sich nach oben, sodass vor allem die Lebewesen des [[Alpine Höhenstufe|alpinen]] und [[Nivale Höhenstufe|nivalen Lebensraumes]] gefährdet sind. Da sich in großen Höhen aufgrund der [[Isolation (Biologie)|Abgeschiedenheit]] grundsätzlich viele [[Endemit|endemische]] Lebewesen entwickelt haben (äquatorwärts zunehmend), ist dort mit unwiederbringlichen Artenverlusten zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeine Grundlagen ==&lt;br /&gt;
=== Temperaturen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Treeline in Kullu.jpg|mini|Zwischen Wald- und Baumgrenze im indischen Himalaya ([[Pin Parbati La]]): Der limitierende Faktor für das Wachstum von Bäumen ist die Dauer der Vegetationsperiode und die Lufttemperatur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenspiel von höhenwärts zunehmender [[Ausstrahlung (Atmosphäre)|Wärmeausstrahlung]] im Rahmen der Strahlungsbilanz, abnehmendem Luft- beziehungsweise [[Partialdruck]] des Luft[[sauerstoff]]s und entsprechend negativem [[Atmosphärischer Temperaturgradient|Temperaturgradienten]] in der [[Troposphäre|untersten Atmosphärenschicht]] führt grundsätzlich mit zunehmender Höhe zu abnehmenden [[Lufttemperatur]]en von etwa 0,4 bis 0,7&amp;amp;nbsp;°C pro 100 Meter. Die dabei sinkende [[Wasserhaltefähigkeit]] der Luft bewirkt in der Regel eine Abnahme des Wasserdampfgehaltes und damit der [[Luftfeuchtigkeit]] (sofern die Hänge nicht in der Wolkenkondensationszone liegen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isolierte Berggipfel (etwa [[Vulkan]]e oder [[Inselberg]]e bei gleicher Höhe und Klimazone) sind immer kühler als [[Bergmassiv]]e oder [[Hochplateau]]s, ebenso wie der Randbereich großer Gebirge kühler ist als das Innere (Beispiel: Die [[Schneegrenze]] liegt in den Zentralalpen 500 bis 700 m höher als am nördlichen Alpenrand).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stahr &amp;amp; Hartmann&amp;quot;&amp;gt;[[Alexander Stahr]], Thomas Hartmann: &amp;#039;&amp;#039;Landschaftsformen und Landschaftselemente im Hochgebirge&amp;#039;&amp;#039;, Springer, Berlin/Heidelberg 1999, ISBN 978-3-540-65278-6, S. 20–22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Zech&amp;quot;&amp;gt;[[Wolfgang Zech]] et al.: &amp;#039;&amp;#039;Böden der Welt&amp;#039;&amp;#039;, Springer, Berlin/Heidelberg 2014, [[DOI:10.1007/978-3-642-36575-1 10]], S. 110.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Regel ([[Massenerhebungseffekt]]) ist zu beachten, dass die Temperatur in einem Gebirge im Allgemeinen höher ist als bei gleicher Höhe in der Luft über einer Tiefebene, da [[Hochland (Landschaft)|Hochländer]] (Massenerhebungen) sich stärker erwärmen als eine Ebene (vor allem ohne Schnee, siehe [[Albedo]]-Rückstrahlung).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Burga, Klötzli, Grabherr&amp;quot;&amp;gt;Conradin Burga, Frank Klötzli und Georg Grabherr (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gebirge der Erde – Landschaft, Klima, Pflanzenwelt.&amp;#039;&amp;#039; Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-4165-5, S. 22–24, 332&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die durchschnittliche Lufttemperatur ist für das Wachstum von [[Baum|Bäumen]] ein limitierender Faktor: An der [[Baumgrenze]] liegt die mittlere Temperatur während der mindestens dreimonatigen Vegetationsperiode weltweit nicht unter 6 °C.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Körner 2014: &amp;#039;&amp;#039;Warum gibt es eine Waldgrenze?&amp;#039;&amp;#039; Biologie in unserer Zeit 4:250-257 [https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/biuz.201410542 (Wiley:PDF)]&amp;lt;/ref&amp;gt; {{Anker|Bodentemperaturen}} Der Jahresgang der [[Bodentemperatur]]en ist vor allem ein entscheidender Faktor für die Entstehung von [[Permafrostboden|Permafrostböden]]. Er ist jedoch nicht nur vom klimatischen Faktoren (Sonneneinstrahlung und Dauer der winterlichen [[Schnee]]decke) abhängig, sondern ebenso von der vorherrschenden Pflanzendecke (etwa der „Selbstverschattung“ von Bäumen mit Absenkung der Bodentemperatur in der [[Krummholz]]zone).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Burga, Klötzli, Grabherr&amp;quot; /&amp;gt; Dabei sind die täglichen Temperaturschwankungen im [[Bergwald]] wesentlich geringer als im alpinen [[Offenland]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ökologie-Atlas&amp;quot;&amp;gt;Dieter Heinrich, Manfred Hergt: &amp;#039;&amp;#039;Atlas zur Ökologie.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1990, ISBN 3-423-03228-6. S. 95, 111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Niederschläge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Am Olymp.jpg|mini|Wolkendecke auf einem Kaltluftsee unterhalb des Olymp (Griechenland)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abhängig vom atmosphärischen Feuchtigkeitstransport der [[Klimazone]], in der ein Gebirge liegt, von der Ausrichtung zur [[Luv und Lee|Hauptwindrichtung]], seiner Ausdehnung, Höhe und Topographie ist in den meisten Fällen vom Fuß zur Gipfelregion eine Zunahme der Niederschläge feststellbar ([[Steigungsregen]]): In Mitteleuropa sind das etwa 50 bis 120 mm auf 100 Höhenmeter – mehr in der Staulagen (Luv), weniger in windabgewandten Lagen (Lee). Gegenüber der Temperaturabnahme sind die regionalen Unterschiede und Ausnahmen bei der Niederschlagsverteilung allerdings erheblich größer. Allgemein sind Starkregenereignisse und andere [[Wetterextrem]]e in Gebirgsregionen häufiger und intensiver als im Tiefland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Komponente für den [[Wasserhaushalt (Hydrologie)|Wasserhaushalt]] eines Gebirges hat die Mächtigkeit und Dauer einer [[Schneetag|Schneedecke]], sowie die Bildung von [[Tau (Niederschlag)|Tau]] und [[Nebel]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Burga, Klötzli, Grabherr&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zech&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Phänomen der [[Inversionswetterlage]] mit [[Kaltluftsee]]n als Folge von Tälerverschattungen und kalten Fallwinden, auf denen sich eine geschlossene Nebel- beziehungsweise tiefliegende Wolkendecke bildet, tritt in nahezu allen Gebirgen der Erde auf und ist im Winter gemäßigter Gebirge besonders häufig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stahr &amp;amp; Hartmann&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Burga, Klötzli, Grabherr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Winde ===&lt;br /&gt;
[[Datei:München und die Alpen bei Föhn.jpg|mini|Föhnwind wirkt wie ein Vergrößerungsglas: Blick über München auf die Alpen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die [[Windgeschwindigkeit]] nimmt mit zunehmender Meereshöhe zu (in den Gebirgen Mitteleuropas etwa 0,3 m/s pro 100 Meter). Besonders prägend für Gebirgsklimata sind jedoch die lokal entstehenden Winde – Berg- und Talwind-Zirkulation (warme, aufwärts wehende Talwinde; kalte, abwärts wehende Bergwinde) sowie kalte oder warme Fallwinde der globalen Luftströmungen (Beispiele: kalter [[Mistral (Wind)|Mistral]], warmer [[Föhn]]) – die zu schnellen Temperaturwechseln (Abkühlung oder Erwärmung mit austrocknenden Effekten) führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Burga, Klötzli, Grabherr&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zech&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Höhenstufen ===&lt;br /&gt;
Der [[Jahresgang|Jahres-]] und [[Tagesgang]] der Temperaturen sowie die Wasserversorgung beziehungsweise die [[Humidität]] oder [[Aridität]] des Gebirgsklimas bestimmen die Dauer der [[Vegetationsperiode]] für die Pflanzen, sodass die je nach Meereshöhe unterschiedlichen Bedingungen im Gebirge die Art der jeweiligen natürlichen [[Pflanzenformation]]en und [[Pflanzengesellschaft|-gesellschaften]] festlegen. Die Unterschiede können in verschiedenen [[Höhenstufe (Ökologie)|Vegetationshöhenstufen]] beschrieben werden, die wie übereinandergestapelte Gürtel um jedes Gebirge liegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Burga, Klötzli, Grabherr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kommen bis zu vier [[Höhenstufe (Geomorphologie)|geomorphologische Höhenstufen]] in den vegetationsarmen oder -freien Gipfelregionen, deren physikalischen Vorgänge ([[Gletscher]]- und Schneebedeckung, [[Erosion (Geologie)|Erosion]], [[Verwitterung]]sprozesse, [[Solifluktion|Bodenfließen]] u.&amp;amp;nbsp;ä.) ebenfalls vom Gebirgsklima verursacht werden und die vor allem über den [[Schmelzwasser]]abfluss auch auf tieferliegende Regionen sichtbaren Einfluss haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strahlung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:LiegestuhlPanorama1.jpg|mini|Typisch Gebirgsklima: „Dünne“, eiskalte Luft – warme Sonnenstrahlung, die selbst im Winter zum Sonnenbaden einlädt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Höhe eines Gebirges, die [[Hangneigung]]en und [[Exposition (Geographie)|Expositionen]] (Einfallswinkel der Sonnenstrahlen, Sonnen- oder Schattenhänge) haben einen Einfluss auf die [[Strahlungsenergie|Intensität der direkten Sonneneinstrahlung]], die höhenwärts durch abnehmende [[Luftdichte]], [[Luftdruck]] (in 6000 m Höhe 50 % weniger als auf Meeresniveau),&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ökologie-Atlas&amp;quot; /&amp;gt; [[Trübung der Atmosphäre|Lufttrübung]] und damit ebenfalls abnehmender [[Diffusstrahlung]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ökologie-Atlas&amp;quot; /&amp;gt;zunimmt: Dies bewirkt vor allem eine stärkere [[Wärmestrahlung]], die auf besonnten Flächen eine deutliche Erhöhung der [[#Bodentemperaturen|Bodentemperaturen]] (jedoch nicht der Lufttemperaturen!) mit einer stärkeren [[Verdunstung]] verursacht; sowie eine verstärkte [[UV-Strahlung]], die [[Zelle (Biologie)|zellschädigend]] wirkt und entsprechende Schutzmechanismen der Gebirgsflora entstehen ließ&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Heinrich, Manfred Hergt: &amp;#039;&amp;#039;Atlas zur Ökologie.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1990, ISBN 3-423-03228-6. S. 95.&amp;lt;/ref&amp;gt; (kürzere [[Spross]]en mit kleineren, enger stehenden Blättern, die weniger [[Chlorophyll]] enthalten, aber mehr [[Assimilation (Biologie)|Assimilationsgewebe]], lebhafter gefärbte Blüten).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ökologie-Atlas&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spezielle Bedingungen ==&lt;br /&gt;
Je nach globaler Lage eines Gebirges gelten zudem besondere Bedingungen von Gebirgsklimata:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tropen ===&lt;br /&gt;
Die starke [[Strahlenexposition|Sonneneinstrahlung]] in den [[Tropen]] führt zu einer höheren Verdunstung als in den [[Außertropen]]. Insbesondere im Inneren der sehr hohen Gebirge Amerikas und Asiens kommt es dadurch zu lokalen Berg-Tal-Windsystemen, die den Tälern Feuchtigkeit entziehen: Die feuchte Luft steigt auf und bildet lokal stationäre Wolken, die sich nach der abendlichen Abkühlung über den Berghängen abregnen, sodass den Tälern mehr Feuchtigkeit entzogen als zugeführt wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stahr &amp;amp; Hartmann&amp;quot; /&amp;gt; Außerdem herrscht über der [[Waldgrenze]] in Umkehrung zu Gebirgen der mittleren Breiten eine höhenwärts zunehmende Trockenheit. Die [[Höhengrenze]]n (Frost-, Firn-, Waldgrenze) liegen in den Tropen wieder etwas tiefer als in den Subtropen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Richter&amp;quot;&amp;gt;Michael Richter (Autor), Wolf Dieter Blümel et al. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vegetationszonen der Erde.&amp;#039;&amp;#039; 1. Auflage, Klett-Perthes, Gotha und Stuttgart 2001, ISBN 3-623-00859-1. S. 304, 315, 328.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Immerfeuchte innere Tropen ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolkenwald bei Río Verde, Pastaza.jpg|mini|Tropischer Wolkenwald in Ecuador]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je näher ein Gebirge am Äquator liegt, desto stärker wird es von einem [[Tageszeitenklima]] geprägt: Statt eines jährlichen Wechsels von Sommer und Winter mit unterschiedlichen Tageslängen und Temperaturen herrscht der größte Temperaturunterschied zwischen den immer gleich langen, jeweils zwölfstündigen Tagen und Nächten. Je höher eine Region der [[Immerfeuchte Tropen|immerfeuchten Tropen]] liegt, desto stärker sind die Tag/Nacht-Schwankungen. So sinkt etwa in den Anden Süd-Perus und Boliviens in 4000–5000 Metern Höhe die Temperatur an 330 bis 350 Nächten im Jahr unter 0&amp;amp;nbsp;°C, während sie tagsüber im deutlich positiven Bereich liegt ([[Frostwechseltag]]e).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ökologie-Atlas&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der Ebene sind regelmäßige [[Zenitalniederschlag|Tropenregenfälle]] typisch, die in den Bergen noch größere Niederschlagsmengen bringen. Lediglich die vorherrschenden Wind- und Niederschlagsverhältnisse haben in einigen Tropengebirgen einen Jahreszeitenrhythmus. Aufgrund der ganzjährig hohen [[Luftfeuchtigkeit]] gibt es an den Luvhängen innertropischer Gebirge zwischen 1500 und 1800 m eine untere (stärkere) [[Wolkenkondensationszone]] (&amp;#039;&amp;#039;Hebungskondensationsniveau&amp;#039;&amp;#039; durch den Stau von Luftströmungen) sowie eine zweite, auf etwa 3000 bis 3500 m Höhe liegende, schwächere &amp;#039;&amp;#039;Konvektionskondensationszone&amp;#039;&amp;#039; (durch [[Thermik|aufsteigende Warmluft]]), die die Hochgebirge in zwei [[Wolke]]nschichten hüllt. Sie ermöglichen die Existenz von [[Wolken- und Nebelwald|Wolken- und Nebelwäldern]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ökologie-Atlas&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wilhelm Lauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur hygrischen Höhenstufung tropischer Gebirge&amp;#039;&amp;#039;, in P. Müller (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Neotropische Ökosysteme: Festschrift Zu Ehren Von Prof. Dr. Harald Sioli&amp;#039;&amp;#039;, Vol. 7, Dr. W. Junk B.V., Publishers, The Hague, Wageningen 1976, ISBN 90-6193-208-4, S. 170–178.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Frostgrenze]] liegt bei rund 3000 Metern&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ökologie-Atlas&amp;quot; /&amp;gt; und die [[Schneegrenze]] in den Feuchttropen je nach Region bei etwa 4600–5300 Metern Höhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele: [[Cordillera Real (Ecuador)|Ost-Anden Ecuadors]], [[Tepui]]s (Guyana), [[Kinabalu]] (Borneo), [[Maokegebirge]] (Neuguinea)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Monsungebiete der Tropen und Subtropen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolkenwasserfall ms1408101.jpg|mini|Der berühmte „Wolkenwasserfall“ von [[La Palma]]: Feuchte Luftmassen im Bergstau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele sehr hohe Gebirge der [[Sommerfeuchte Tropen|sommerfeuchten Tropen]] im Einflussbereich der [[Monsun]]e weisen im Gegensatz zu den humiden Gebirgen der Mittelbreiten eine obere Grenze der höchsten Niederschlagsmengen auf, über der es bis zu den Gipfeln wieder zunehmend trockener wird. So steigt etwa die Jahresregenmenge im Süd-Himalaya bis auf 3000 m rapide bis auf etwa 6000 mm an, während auf 4000 m Höhe nur noch 1000 mm und über 5000 m weniger als 500 mm gemessen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stahr &amp;amp; Hartmann&amp;quot; /&amp;gt; Überdies bilden sich zur Zeit des Monsuns durch den [[Wolkenstau|Stau feuchter Luftmassen]] vor hohen Bergmassiven häufig Nebelwolken, die einen erheblichen Teil der Wasserversorgung der Pflanzenwelt beitragen. Dadurch können etwa [[Montane Höhenstufe|montane]] [[Lorbeerwald|Lorbeerwälder]] an Gebirgshängen gedeihen ([[Humides Klima]]), während die Ebene für Gehölze zu trocken ist ([[Arides Klima]]) &amp;#039;&amp;#039;(siehe auch: [[Hygrische Waldgrenze]])&amp;#039;&amp;#039;. Im Gegensatz zu den inneren Tropen gibt es jedoch nur eine Wolkenkondensationszone im Bereich der Berghänge (die allerdings sehr mächtig sein kann: im Himalaya etwa von 2000 bis 5000 m Höhe).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Burga, Klötzli, Grabherr&amp;quot; /&amp;gt; Im Wind- beziehungsweise Regenschatten (Lee) rand- und subtropischer Gebirge ist es ebenfalls oftmals wesentlich trockener. Eine spärliche Vegetation kann keine Temperaturschwankungen abmildern wie etwa Wälder, sodass besonders auf [[Hochebene]]n und in Hochtälern sehr große Tag/Nach-Unterschiede vorkommen. Im Allgemeinen herrscht in Monsungebirgen eine sehr variable Niederschlagsverteilung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Burga, Klötzli, Grabherr&amp;quot; /&amp;gt; Die Schneegrenze liegt zwischen 4800 und 5600 Metern Höhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele: [[Cordillera de Talamanca]] (Costa Rica), [[Abessinisches Hochland]] (Äthiopien), [[Kilimandscharo]] (Tansania), Süd-[[Himalaya]], [[Hkakabo Razi]] (Myanmar)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übrige Subtropen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kuran wa Munjan valley, looking to the south.png|mini|Subtropische Gebirge zeigen oft extreme Gegensätze von Klima und Vegetation zwischen Bergen und Tälern, Luv- und Leeseiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In subtropischen Gebirgen führt die Ausrichtung der Hänge (Exposition) und die Wirkung verschatteter Lagen aufgrund der starken Sonneneinstrahlung und der ausgeprägten Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sowie Tag und Nacht zu deutlich unterscheidbaren [[Mikroklima]]ten. So spiegelt etwa die [[Vergletscherung]] eindeutig die Nord-Süd-Ausrichtung eines Gebirges wider: Zum [[Äquator]] ausgerichtete Hänge sind immer deutlich weniger vergletschert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stahr &amp;amp; Hartmann&amp;quot; /&amp;gt; Grundsätzlich überwiegt in den Bergen der Subtropen der hygrische [[Abiotische Umweltfaktoren|Faktor]] (Feuchtigkeit) den thermischen (Wärme). So finden sich insbesondere in dieser Klimazone Berge mit großen Vegetationsunterschieden zwischen Nord- und Südseite.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Richter&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die große klimatische Spannbreite der Subtropen vom immerfeuchten [[Ostseitenklima]] über das saisonal feuchte [[Mittelmeerklima|Mediterranklima]] bis hin zum immertrockenen Wüstenklima der [[Tropisch / subtropische Trockengebiete|heißen Trockengebiete]] setzt sich bei den Gebirgsklimaten fort: Die Unterschiede zwischen Luv- und Leeseiten sind überall sehr ausgeprägt, wo noch ausreichend Feuchtigkeit herantransportiert wird. Einige Gebirge wirken dabei als klimatische Barrieren, die vollhumide und vollaride Klimate voneinander trennen. Doch selbst bei Gebirgen im Inneren der [[Wüste]]n gilt die Regel der gipfelwärts zunehmenden Niederschläge – wenn auch nur in sehr geringem Maß –, sodass dort Höhenstufen vorkommen, auf denen im Gegensatz zum Umland zumindest stellenweise bewachsene Bereiche zu finden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Richter&amp;quot; /&amp;gt; Die Schneegrenze liegt zwischen 3800 und 6500 Metern Höhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele: [[Sierra Madre Oriental]] (Mexiko), [[Cordillera Occidental (Bolivien)|Cordillera Occidental]] (Bolivien), [[Teide]] (Teneriffa), [[Atlasgebirge]] (Nordafrika), [[Ahaggar]] (Algerien), [[Z&amp;amp;#257;gros-Gebirge]] (Iran), [[Akaishi-Gebirge]] (Japan), [[Blue Mountains (Australien)|Blue Mountains]] (Australien)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemäßigte Zone ===&lt;br /&gt;
[[Datei:VysokéTatry15Slovakia10.JPG|mini|Prägend für die Gebirgsklimate der Mittelbreiten sind die Jahreszeiten: Herbstwald in der [[Hohe Tatra|Hohen Tatra]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klimatischen Verhältnisse der [[Gemäßigtes Klima|gemäßigten Gebirge]] sind in erster Linie vom [[Jahreszeitenklima|jahreszeitlichen Wechsel]] geprägt; Tagesschwankungen spielen nur noch eine untergeordnete Rolle.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Burga, Klötzli, Grabherr&amp;quot; /&amp;gt; In den gemäßigten Hochgebirgen finden sich bereits [[Permafrostboden|Dauerfrostböden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den gemäßigten Breiten liegen zudem die [[Westwindzone]]n. Die Gebirgsklimate zeigen eine ausgeprägte höhenwärtige Niederschlagszunahme, die selbst in einigen sehr [[Aridität|ariden]] Regionen im [[Kontinentalklima]] vorkommt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Richter&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stahr &amp;amp; Hartmann&amp;quot; /&amp;gt; Die Schneegrenze liegt zwischen 1600 und 3400 Metern Höhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele: [[Teton Range]] (USA), [[Appalachen]] (USA), [[Alpen]] (Mitteleuropa), [[Altai]] (Russland, Mongolei), [[Changbai-Gebirge]] (China), [[Nationalpark Torres del Paine|Torres del Paine]] (Chile), [[Australische Alpen]], [[Neuseeländische Alpen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hohe Breiten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:A Close-up of Gargoyle Ridge in the McMurdo Dry Valleys in Antarctica (30877661116).jpg|mini|Extreme Kältewüste ohne Niederschläge findet sich in einigen antarktischen Gebirgen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebirge im Bereich der [[Polare/Subpolare Zone|Polarzonen]] weisen durch den ganzjährig flachen Sonnenstand beziehungsweise durch die Phänomene von [[Polartag]] (Sommer) und [[Polarnacht]] (Winter) keine oder nur geringe Expositionsunterschiede auf, sodass keine ausgeprägten Kleinklimate durch verschattete Täler oder besonnte Hänge entstehen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stahr &amp;amp; Hartmann&amp;quot; /&amp;gt; Ebenfalls gibt es fast keine Unterschiede mehr zwischen Tag und Nacht, umso größere jedoch zwischen Sommer und Winter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Nordgrönland und in der Antarktis liegen Gebirgszüge in Landschaften, die selbst auf Meeresspiegelhöhe im Sommer vereist sind. Aufgrund von Inversionswetterlagen ändert sich die Durchschnittstemperatur mit der Höhe sowohl im Winter als auch im Sommer kaum. Im Landesinneren ist es generell deutlich kälter als in Meeresnähe. Eine Besonderheit in den antarktischen Gebirgen bilden [[Antarktische Trockentäler|Trockentäler]], die aufgrund der Bergketten überhaupt keinen Niederschlag erhalten. Sie sind oft noch trockener als die Sahara. Hier liegt überhaupt kein Schnee, obwohl die Temperatur auch im Sommer fast nie über −10&amp;amp;nbsp;°C steigt. Die Schneegrenze liegt zwischen 0 und 600 Metern Höhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele: [[Arktische Kordillere]] (Kanada), [[Newtontoppen]] (Spitzbergen), [[Vinson-Massiv]] (West-Antarktika)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* H. Franz: &amp;#039;&amp;#039;Ökologie der Hochgebirge&amp;#039;&amp;#039;, Ulmer, Stuttgart 1979.&lt;br /&gt;
* J. Jenik: &amp;#039;&amp;#039;The diversity of mountain life&amp;#039;&amp;#039; in B. Messerli u. J.D. Ives (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mountains of the World. A Global Priority&amp;#039;&amp;#039;, Parthenon, New York/London 1997.&lt;br /&gt;
* C. Körner: &amp;#039;&amp;#039;Alpine plant life&amp;#039;&amp;#039;, Springer, Berlin 1999.&lt;br /&gt;
* [[Carl Troll]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geo-ecology of the mountainous regions of the Tropical Americas&amp;#039;&amp;#039;, Colloquium Geographicum, Geographisches Institut der Universität Bonn, 1968.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klima]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gebirgsforschung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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