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	<title>Gaucho - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Nobody perfect: /* Weblinks */ Diccionario existiert nicht mehr, Website des Verbands ebenso. Stattdessen FB-Seite verlinkt</title>
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		<updated>2026-04-13T12:20:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; Diccionario existiert nicht mehr, Website des Verbands ebenso. Stattdessen FB-Seite verlinkt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Gaucho1868b.jpg|mini|Gaucho aus Argentinien, 1868]]&lt;br /&gt;
[[Datei:GauchosvonALE.jpg|mini|Gauchos, Aufnahme zw. 1890 und 1923 veröffentlicht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gaucho&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{esS|&amp;#039;&amp;#039;gaucho&amp;#039;&amp;#039;}} [{{IPA|ˈɡau.t͡ʃo}}], {{ptS|&amp;#039;&amp;#039;gaúcho&amp;#039;&amp;#039;}} [{{IPA|ɡaˈu.ʃu}}]) nennt man in [[Argentinien]],  [[Bolivien]], [[Brasilien]], [[Paraguay]] und [[Uruguay]] vorwiegend Nachkommen [[Iberische Halbinsel|iberischer]] [[Einwanderung|Einwanderer]] und [[Indigena]]s, die ihren Lebensunterhalt als Arbeiter in der [[Pastoralismus|pastoralen]] Viehhaltung verdienen. Eines der wichtigsten wirtschaftlichen Erzeugnisse der Gauchos war [[Rindsleder]] und später [[Trockenfleisch]]. Für die [[Kultur]] der Gauchos ist insbesondere die [[Pampa]]sregion, das argentinische [[Patagonien]] und der [[Gran Chaco]] im zentralen Südamerika bekannt. In Brasilien wird die Bezeichnung Gaúcho auch generell für die Bewohner des [[Bundesstaat (Brasilien)|Bundesstaats]] [[Rio Grande do Sul]] im Süden des Landes verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brasilienportal.ch/brasilien/sueden/rio-grande-do-sul/die-gauchos/ Die Gaúchos], Brasilienportal, 8.&amp;amp;nbsp;Januar 2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Blütezeit hatten die Gauchos im 19. Jahrhundert. Die Folklore hat sie romantisch verklärt, vergleichbar mit den nordamerikanischen [[Cowboy]]s. Vor allem in Argentinien und Uruguay haben sie tragende Bedeutung für das Nationalgefühl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Die Etymologie der Bezeichnung ist nicht endgültig geklärt.&amp;lt;ref&amp;gt;dechile.net: [http://etimologias.dechile.net/?gaucho Etimología de Gaucho]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Alberto Juvenal de Oliveira: &amp;#039;&amp;#039;Dicionário gaúcho: termos, expressões, adágios, ditados e outras barbaridades.&amp;#039;&amp;#039; Editora AGE Ltda, 2002, ISBN 8574970921, S. 141.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Brasilien hat man es mit einem noch heute üblichen Wort &amp;#039;&amp;#039;gaudério&amp;#039;&amp;#039; (ländlicher [[Wegelagerer]], Bandit, Landstreicher) in Zusammenhang gebracht. Daneben wird es auf eine Form &amp;#039;&amp;#039;guacho&amp;#039;&amp;#039; zurückgeführt, die von dem [[Quechua]]-Wort &amp;#039;&amp;#039;wakcha&amp;#039;&amp;#039; („arm“, „verwaist“) abstammen soll – ein Wort, das auch für junge Tiere verwendet wird, die von der Mutter verlassen wurden; hieraus könnte auch das in Chile gebräuchliche Wort &amp;#039;&amp;#039;guaso&amp;#039;&amp;#039; (Landmann) entstanden sein. Schließlich hält man auch eine Vermischung der [[Araukanische Sprachen|araukanischen]] Wörter &amp;#039;&amp;#039;gachu&amp;#039;&amp;#039; (Freund, Gefährte, Kamerad) und &amp;#039;&amp;#039;kauchu&amp;#039;&amp;#039; (listiger Mensch) für möglich. Die spanischen Kolonisatoren bezeichneten [[Fahrendes Volk|Vagabund]]en als &amp;#039;&amp;#039;gauchos&amp;#039;&amp;#039; und [[Waise]]n als &amp;#039;&amp;#039;guachos&amp;#039;&amp;#039;. Einer anderen Hypothese zufolge begannen Nachfahren der Spanier ([[Kreolen|Criollo]]s und [[Mestizen]]) das spanische Wort &amp;#039;&amp;#039;chaucho&amp;#039;&amp;#039; – abgeleitet von arabisch &amp;#039;&amp;#039;chaouch&amp;#039;&amp;#039;, „Tiertreiber“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.wissen.de/wortherkunft/gaucho Gaucho. wissen.de, Konradin Medien GmbH 2014]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Gaucho&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|text=El Gaucho. Argentina online 2003-2013 |url=http://www.argentina-online.de/gaucho-argentinien.html |wayback=20140227110138}}&amp;lt;/ref&amp;gt; – als „gaucho“ auszusprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gauchos in Argentinien ==&lt;br /&gt;
=== Mythos und Charakterisierung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Gauchos mateando.jpg|mini|250px|Gauchos trinken [[Mate-Tee|Mate]], einer spielt Gitarre auf der Pampa.]]&lt;br /&gt;
Der Gaucho hat seinen Ursprung in der Konfrontation zweier Kulturen, die Argentinien bis heute prägen: der [[Europäischer Kulturraum|europäischen Kultur]] und der Kultur der [[Indigene Völker Südamerikas|ursprünglichen Einwohner]] des Landes. Die ersten Gauchos waren vielleicht Menschen, die sich von den Fesseln ihrer Herkunft befreiten und in die Einsamkeit der großen [[Grasland|Grasländer]] auswanderten. Hier gab es Wasser und zarte Gräser für das Vieh. Mit der Zeit verfestigte sich das Bild des freien Gauchos, der mit seinem Pferd ein [[Nomadismus|Nomadenleben]] führt, der im Freien auf seiner Matte schläft, wenn die Nacht ihn auf der weiten Ebene überrascht. Der Gaucho wurde respektiert, er hielt Wort und war auch für seine Solidarität und seine Gunstbezeugung (&amp;#039;&amp;#039;gauchadas&amp;#039;&amp;#039;) bekannt. Zu ihrem Ruf als kämpferischem Menschentyp trug auch bei, dass sie die 1700&amp;amp;nbsp;km lange Grenze zwischen Argentinien und Paraguay verteidigten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gauchos leben weit zerstreut in der Einsamkeit. Dies führte früher zu einer gesellschaftlichen Verfremdung und einem bescheidenen Lebensstil:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text= [...] die Genüsse des Luxus sind durchaus unvereinbar mit dieser Isolierung, dem Vermögen nach könnte man ein prächtiges Gebäude in der Einöde aufführen, allein der Antrieb, das Beispiel fehlen; man ist genügsam und kennt nicht die Sucht mit prahlendem Glanz aufzutreten, wie es im Städteleben vorkommt; die Einsamkeit beruhigt die Gemüter. [...] Was der Gaucho [...] vor allem liebt, ist Freiheit, die individuelle Unabhängigkeit in ihrer absoluten Bedeutung, die Unabhängigkeit, welche wohl für einen Augenblick der Unterwerfung fähig ist, die jedoch nicht säumt, sich gleich wieder in ihre ungezügelte Leidenschaftlichkeit zu erheben. Herr der Einöde, gefällt der Gaucho sich in seinem weiten, sterilen Gebiete. Er bringt darin sein Leben zu, ohne darin eine Niederlassung zu gründen, welche auf eine Gemeinschaft der Interessen basiert ist. Soll man durch Unterricht sie reformiren, indem man ihr gesellschaftliche Begriffe mittheilt? Wo soll man aber eine Schule errichten, daß sie den Kindern erreichbar wäre, die zehn [[Legua (Einheit)|Leguas]] weit nach allen Richtungen entfernt wohnen? [...] Was von Religion in den Weidelandschaften übrig geblieben, ist auf die Natur-Religion reduciert. [...] Die Einsamkeit ist die Ursache, daß der Gaucho unter solchen Verhältnissen lebt. Er hat nichts, was ihn moralisiert, er lebt aufs Gerathewohl in den Tag hinein. Die Arbeiten des Ackerbaus oder der Industrie gefallen ihm nicht [...] Der Gaucho ist Meister in allen physischen Übungen, welche Kraft und Geschicklichkeit erfordern [...] Am Morgen kaum erwacht, ist sein erster Gedanke, nach seinem Pferde zu sehen, zu satteln, sich auf dessen Rücken zu schwingen, dann das Vieh zusammenzutreiben, so werden ungeheure Strecken im gestreckten Galopp zurückgelegt. [...] Man muss diese Gauchos sehen, um die ungezügelten und kühnen Charaktere zu verstehen, welche aus dem Kampfe des isolirten Menschen mit der wilden Natur [...] hervorgehen; man muß diese von unrasierten Bärten und langen Haaren umgebenen Gesichter gesehen haben, um ihr Selbstvertrauen und Verachtung der Gefahren begreifen zu können&lt;br /&gt;
 |Autor=Gegenwart und Zukunft der Plata-Länder für deutschen Handel und Colonisation (1852)&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Gegenwart und Zukunft der Plata-Länder für deutschen Handel und Colonisation.&amp;#039;&amp;#039; Hoffmann und Campe, Hamburg 1852. S. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte ===&lt;br /&gt;
==== 16. bis 18. Jahrhundert ====&lt;br /&gt;
Um 1600 herum erschienen im Norden und Nordwesten Argentiniens die &amp;#039;&amp;#039;gaudérios&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;changadores&amp;#039;&amp;#039; – wahrscheinlich die ersten Gauchos. Gaudérios waren Landarbeiter aus dem brasilianischen [[Rio Grande do Sul]] auf Wanderschaft. Das Wort &amp;#039;&amp;#039;gaudério&amp;#039;&amp;#039; schaffte den Sprung an den [[Río de la Plata]] und diente als Bezeichnung der eigenen Landarbeiter. Nach einer anderen Hypothese stammten Gauchos von spanischen Nachfahren, [[Mestizen]] oder Indios ab, aber auch von Nachfahren europäischer Einwanderer, Schwarzen oder [[Mulatten]], die den Lebensstil der Gauchos annahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Erscheinen der Gauchos ist eng mit der Geschichte der so genannten &amp;#039;&amp;#039;[[Cimarrón]]&amp;#039;&amp;#039;-Rinder verbunden. Damals gab es in der Weite der südamerikanischen [[Steppe]]n tausende verwilderter Rinder und Pferde, die man als cimarrones bezeichnete. Landbesitzer erhielten die Erlaubnis, die wilden Rinder in &amp;#039;&amp;#039;vaquerías&amp;#039;&amp;#039; zu fangen und zu schlachten. Dort arbeiteten die Gauchos. Um das wilde Vieh zu suchen, durchforsteten sie die unbewohnte Wildnis. Ihren Lebensunterhalt verdienten sie sich mit kleinen Geschäften mit Leder und Talg – damals fast die einzigen Reichtümer des Landes. Zum Einfangen der Rinder setzten sie eine Stange mit einem halbmondförmig angebrachten Draht ein, außerdem auch &amp;#039;&amp;#039;boleadoras&amp;#039;&amp;#039;: drei Steine, die mit einer Schnur zusammengebunden waren und sich in den Beinen des Viehs verfingen. Ihr weiteres Handwerkszeug: das Gaucho-Messer &amp;#039;&amp;#039;facón&amp;#039;&amp;#039;, das [[Lasso]] und die richtige Methode, das beste Fleisch der Welt zu [[pökeln]].&lt;br /&gt;
[[Datei:JUNIN La Oriental 003.jpg|mini|Casco de la Estancia La Oriental, in Junín, Argentinien]]&lt;br /&gt;
Im 17. Jahrhundert wanderte der Gaucho mit seinen Lassos und Messern von Viehfarm zu Viehfarm. Kleidung und Pferd waren die einzigen Besitztümer, Familie und Freunde der Ladenkneipe (&amp;#039;&amp;#039;pulpería&amp;#039;&amp;#039;) die einzige Gesellschaft. Sein einfaches Haus baute der Gaucho aus Lehm. Die Tür bedeckte er mit Leder. Wurde ein Rind geschlachtet, nahm er sich nur etwas Fleisch und Leder, um sich Stiefel zu schustern. So lebte der Gaucho bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts, bis der Bestand an Cimarrón-Vieh so weit dezimiert war, dass &amp;#039;&amp;#039;vaquerías&amp;#039;&amp;#039; verboten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Buenos Aires]] gegründet wurde, hießen die weit von der Stadt entfernten Landstriche in der [[Pampa]] &amp;#039;&amp;#039;estancias&amp;#039;&amp;#039;. Diese dehnten sich während des Vizekönigreichs in das Landesinnere aus, bis in Regionen, die kurz zuvor von Indios beherrscht wurden. Behörden unterstützten diese Entwicklung, damit der Viehbestand nicht weiter durch &amp;#039;&amp;#039;vaquerías&amp;#039;&amp;#039; gefährdet wurde. Die Eigentümer kümmerten sich nicht selbst um die [[Estancia]]s, sondern beauftragten Verwalter und Aufseher. Gauchos und [[Sklaven]] lebten in armen Hütten und arbeiteten auf dem Land, aus den ursprünglich wilden Rindern wurde das Vieh der Estancia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gab immer mehr Estancias und der Gaucho begann, sein Nomadenleben aufzugeben. Seine Fähigkeiten waren gefragt: das Vieh zu treiben, zu kastrieren und das Landgut einzuzäunen. Dennoch, hatte er das Geld für seine „Sünden“ ([[Yerba]] oder Tabak) beisammen, kehrte er in sein freies Leben als „anständiger Reiter der weiten Ebenen“ zurück. Dies fiel ihm Ende des 18. Jahrhunderts immer schwerer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 19. Jahrhundert ====&lt;br /&gt;
Estancias investierten bereits in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts in Einrichtung und Personal, da der Export von Leder und die Verwertung des Rindfleischs zunahm. Gleichzeitig begannen der Anbau von Feldfrüchten und die Rinderzucht mit importierten Tieren. Der Gaucho passte sich an die neue Situation an. Er gibt das [[Rodeo]] auf und versorgt die Estancia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Land nach dem 25. Mai 1810 gegen Spanien kämpfte, reihten sich die Gauchos in die patriotischen Reihen ein. Seine Verwegenheit, seine reiterische Fähigkeit und die Kenntnisse des Landes prädestinierten den Gaucho zu einem hervorragenden Soldaten. Er leitete Streitkräfte und kämpfte unter der Führung von General Belgrano im [[Geschichte Boliviens|Alto Perú]] oder mit [[San Martín (San Luis)|San Martín]] in [[Departamento Chacabuco (Chaco)|Chacabuco]] und [[Departamento Maipú (Mendoza)|Maipú]]. Im Norden verteidigten Gauchos (&amp;#039;&amp;#039;Gauchos de [[Martín Miguel de Güemes|Güemes]]&amp;#039;&amp;#039;) die Grenzen des neuen Landes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später nahmen Gauchos an der Seite der [[Caudillo]]s an den [[Bürgerkrieg]]en teil. Zum einen sah der Gaucho den Caudillo als einen Menschen mit ähnlichen Vorstellungen und Gewohnheiten an. Zum anderen fühlten sie sich vor einem Gesetz aus dem Jahr 1815 geschützt, dem zufolge jeder Besitzlose als Diener und jeder Diener ohne Arbeitsvertrag als faul erklärt wurde. Viele Gauchos wurden so an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Vor die Wahl gestellt, entschieden sich viele für die Reihen der Caudillos statt für ein armseliges Leben bei den Indios.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Föderalismus]] entzweite die Gauchos. Manche bezogen für [[Juan Manuel de Rosas]] Stellung, andere schlossen sich den [[Einheitsstaat|unitarisch]]en Truppen an. Auch im Westen, in den Provinzen des [[Cuyo]] und in [[Provinz La Rioja|La Rioja]], konnten Caudillos wie Chacho Peñaloza und Felipe Varela auf die Unterstützung der Gauchos bauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Hintergrund dieser Veränderungen wurde nach 1850 nach und nach aus dem Gaucho ein Landmann. Die Ländereien wurden eingezäunt und die Eigentümer der Rinderherden stellten sich gegen die Gauchos, die fremde Tiere töteten. Viele Gauchos fühlten sich bedroht, ergriffen und eingesperrt oder zur [[Miliz (Volksheer)|Miliz]] verpflichtet zu werden, wenn sie keine Arbeitserlaubnis vorweisen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kam die [[Einwanderung]] tausender Landarbeiter. Sie sicherten sich Land, passten sich besser an die Arbeit mit dem Boden an und verdrängten den Gaucho. Dieser musste sich entscheiden: Einige akzeptierten es nicht, ihren Lebensstil ohne Kompromisse zu verlieren, andere blieben in den Estancias und arbeiteten als Landarbeiter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Gaucho&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Raíces de mi Tierra Litoral - Subsecretaría de Cultura de la Pcia de Sta Fe, en coordinación con el Ministerio de Educación y Cultura. Año 1992&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.confederaciongaucha.com.ar El Gaucho en la historia y la actualidad]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 20. Jahrhundert ====&lt;br /&gt;
Im Zuge der jüdischen Einwanderung und der Bildung landwirtschaftlicher Kolonien konnte der Gaucho auch zu einer Identifikationsfigur jüdischen Landlebens werden, wie es [[Alberto Gerchunoff]] vor allem in seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;Los gauchos judíos&amp;#039;&amp;#039; darstellte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [https://www.welt.de/welt_print/kultur/article8591117/Auf-den-Spuren-juedischer-Gauchos.html Ausstellung zur jüdischen Immigration in Argentinien] und Rezension zur deutschen Übersetzung von {{Webarchiv|url=http://www.quetzal-leipzig.de/lateinamerika/argentinien/gerchunoff-alberto-judische-gauchos-19093.html |wayback=20110320081459 |text=&amp;#039;&amp;#039;Jüdische Gauchos&amp;#039;&amp;#039; (2010)}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kleidung ===&lt;br /&gt;
Typisches Outfit des argentinischen Gauchos sind Stiefel aus [[Fohlen]]leder und [[Sporn (Reiten)|Sporne]] aus Silber oder Eisen. Dazu kommen die [[Pumphose]]n (&amp;#039;&amp;#039;bombachas&amp;#039;&amp;#039;), [[Sombrero]] oder Mütze (&amp;#039;&amp;#039;boina&amp;#039;&amp;#039;) und Halstuch; das Gaucho-Messer (&amp;#039;&amp;#039;facón&amp;#039;&amp;#039;) wird (meist hinter dem Rücken) in den Gürtel gesteckt. Gauchos arbeiten nicht nur in Estancias der Pampa, sondern auch im argentinischen Mesopotamien und im Nordosten des Landes. Dort sind sie mit weißen Socken, dem Chiripá (eine Art [[Hosenrock]]), Sombrero und [[Poncho]] ausgestattet. Sehr bekannt ist der rote &amp;#039;&amp;#039;Poncho salteño&amp;#039;&amp;#039;, der mit seinen schwarzen Streifen die Flagge der [[Provinz Salta]] imitiert und auch vielfältig in der Folklore genutzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.folkloredelnorte.com.ar]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.veintemundos.com/magazines/57-de/ El Poncho: Símbolo de la Tradición Gaucha]&amp;lt;/ref&amp;gt; Während ein einfach gearbeiteter Poncho vor allem als Schutz vor Wind und Wetter dient gibt es auch hochwertigere Arbeiten aus feinen Stoffen, die primär dekorativ eingesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rezeption in der Kunst ===&lt;br /&gt;
Dem Gaucho wurden in der Literatur Argentiniens des 19. Jahrhunderts eine Reihe Gedichte und Geschichten gewidmet. Das bekannteste Werk der „Gaucholiteratur“ ist &amp;#039;&amp;#039;[[El gaucho Martín Fierro]]&amp;#039;&amp;#039; von [[José Hernández (Dichter)|José Hernández]] (1872). Der Brasilianer [[João Simões Lopes Neto]] verklärte die Gaúchos seiner Heimat [[Rio Grande do Sul]] als moderne [[Zentauren]]. Seine Erzählungen und Legenden wurden später im Buch &amp;#039;&amp;#039;Contos Gauchescos e Lendas do Sul&amp;#039;&amp;#039; (1926) versammelt. In Argentinien setzte [[Ricardo Güiraldes]] mit dem Roman &amp;#039;&amp;#039;Don Segundo Sombra&amp;#039;&amp;#039; (1926) den Gauchos ein literarisches Denkmal. Eines der spätesten Werke der Gaucholiteratur ist &amp;#039;&amp;#039;El gaucho Florido&amp;#039;&amp;#039; des Uruguayers [[Carlos Reyles]] (1932).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gaucho hatte in der argentinischen [[Folklore (Argentinien)|Folkloremusik]] seinen festen Platz. Ein untrennbarer Gefährte des Gauchos war seine Gitarre. So trug er wohl zur Verbreitung von Stilen und Tänzen wie [[Zamba (Tanz)|Zamba]] und [[Chacarera]] sowie dem gedichtartigen Sprechgesang der [[Payada]] bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gauchos.jpg|mini|Gaúchos in Brasilien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gauchos in anderen Ländern ==&lt;br /&gt;
* Die Traditionen der brasilianischen Gaúchos werden durch die „CTGs“ (&amp;#039;&amp;#039;Centro de Tradições Gaúchas&amp;#039;&amp;#039;) erhalten. Die Küche der Gaúchos in Brasilien ist durch viel gegrilltes Fleisch, das [[Churrasco]], gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
* Da in Bolivien der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Gaucho&amp;#039;&amp;#039; für (Nord-)Argentinier verwendet wird, ist für die verwandten bolivianische Gauchos, die vorwiegend in der [[Provinz Gran Chaco]] zu finden sind, eher der Begriff &amp;#039;&amp;#039;(Vaquero) Chaqueño&amp;#039;&amp;#039; üblich.&lt;br /&gt;
* Die mit Gauchos vergleichbaren [[chile]]nischen Reiterhirten werden &amp;#039;&amp;#039;[[Huaso]]&amp;#039;&amp;#039; genannt; das Wort hat nach Meinung von [[Rodolfo Lenz]] dieselbe sprachliche Wurzel im [[Quechua]] wie das argentinische Pendant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwandte Begriffe ==&lt;br /&gt;
* [[Gauchito Gil]] – &amp;#039;&amp;#039;kleiner Gaucho&amp;#039;&amp;#039;, ein argentinischer Volksheiliger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Gauchos}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.facebook.com/confedaraciongauchaargentina/ Confederación Gaucha Argentina (Verband der argentinischen Gauchos)] auf Facebook&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4156093-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialstrukturelle Gruppe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berittene Hirten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Rio Grande do Sul)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Demonym]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Lateinamerika)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pferdesport (Argentinien)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Nobody perfect</name></author>
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