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	<title>Gaskammerbrief - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gaskammerbrief&amp;diff=1453342&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bartleby08: /* Zusammenhang und Deutungen */</title>
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		<updated>2025-12-12T07:14:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Zusammenhang und Deutungen&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gaskammerbrief&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird ein von [[Erhard Wetzel]] verfasster Briefentwurf bezeichnet, der mit Datum vom 25. Oktober 1941 an den [[Reichskommissar Ostland]] [[Hinrich Lohse]] nach [[Riga]] adressiert ist. Der Brief ist das erste bekannte Dokument, in dem von der beabsichtigten Vernichtung arbeitsunfähiger Juden mittels [[Gaskammer (Massenmord)|Gas]] berichtet wird. Zugleich bezeugt dieses Dokument eine Verbindung zwischen der „[[Euthanasie-Aktion]]“, die von der [[Kanzlei des Führers]] gesteuert wurde, und dem [[Massenmord]] an den Juden ([[Holocaust]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Im Betreff des Briefentwurfs&amp;lt;ref&amp;gt;Nbg. Dok. NO-365, NO-996/97 – Vollständiger Abdruck des Dokuments in: &amp;#039;&amp;#039;Anatomie des SS-Staates: Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2, dtv, München 1967, S. 337–338, sowie neuerlich als [[Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945|VEJ]] 7/206 in: Bert Hoppe, Hiltrud Glass (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945&amp;#039;&amp;#039; (Quellensammlung), Band 7: &amp;#039;&amp;#039;Sowjetunion mit annektierten Gebieten I – Besetzte sowjetische Gebiete unter deutscher Militärverwaltung, Baltikum und Transnistrien.&amp;#039;&amp;#039;  München 2011, ISBN 978-3-486-58911-5, S. 564–565.&amp;lt;/ref&amp;gt; bezieht sich Wetzel auf einen Bericht Lohses vom 4. Oktober 1941, der nicht aufgefunden wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945|VEJ]] 7/206, S. 564 mit Anm. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei ging es offenbar um Beschwerden über  öffentliche Erschießungen von Juden in [[Vilnius|Wilna]], die erhebliches Aufsehen erregt hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wetzel teilt mit, dass sich [[Viktor Brack]] von der [[Kanzlei des Führers]] bereit erklärt habe, bei „der Herstellung der erforderlichen Unterkünfte sowie der Vergasungsapparate mitzuwirken.“ Derartige Apparate seien nach Bracks Angaben in erforderlicher Anzahl nicht vorhanden, ihre Herstellung im Reiche sei schwieriger, als sie dort an Ort und Stelle herzustellen. Brack hielte es für zweckmäßig, seinen Chemiker [[Helmut Kallmeyer]] mit Hilfskräften nach Riga zu entsenden. Das „in Betracht kommende Verfahren“ sei nicht ungefährlich, so dass besondere Schutzmaßnahmen erforderlich seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wetzel empfahl, sich über den [[SS- und Polizeiführer|Höheren SS- und Polizeiführer]] (seinerzeit [[Hans Prützmann]]) an Brack zu wenden und um die Entsendung Kallmeyers und weiterer Hilfskräfte zu bitten. Wetzel weist darauf hin, dass [[Adolf Eichmann]] einverstanden sei; ihm zufolge sollten in [[Ghetto Riga|Riga]] und in [[Ghetto Minsk|Minsk]] Lager für Juden geschaffen werden, in die eventuell auch Juden aus dem Altreich deportiert werden würden. Im Schreiben heißt es weiter:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Nach Sachlage bestehen keine Bedenken, wenn diejenigen Juden, die nicht arbeitsfähig sind, mit den Brackschen Hilfmitteln beseitigt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945|VEJ]] 7/206, S. 565.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auf diese Weise würden dann die kaum zu billigenden Vorgänge, wie sie sich bei den stattgefundenen öffentlichen Erschießungen der Juden in Wilna (Vilnius) zugetragen hätten, nicht mehr möglich sein. Die Arbeitsfähigen würden zum Arbeitseinsatz nach Osten geschafft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historischer Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Das Deutsche Reich hatte Polen nach dem [[Überfall auf Polen]] (1939) [[Völkerrecht|völkerrechtswidrig]] annektiert. Mit dem [[Unternehmen Barbarossa|Überfall auf die Sowjetunion]] (22. Juni 1941) begann der [[Deutsch-Sowjetischer Krieg|Deutsch-Sowjetische Krieg]]. Bis zur [[Schlacht um Moskau]] Ende 1941 kamen die Truppen der Wehrmacht zügig voran.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brief wurde geschrieben, nachdem bereits das [[Sonderkommando Lange]] bis zum Sommer 1941 Anstaltspatienten im [[Wartheland|Reichsgau Wartheland]] mit Hilfe von [[Gaskammer (Massenmord)#Gaswagen|Gaswagen]] ermordet hatte. Erste Gaswagen benutzten reines [[Kohlenstoffmonoxid]] aus Gasflaschen&amp;lt;ref&amp;gt;Mathias Beer: &amp;#039;&amp;#039;Die Entwicklung der Gaswagen beim Mord an den Juden&amp;#039;&amp;#039;. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 35 (1987), S. 405 f. Online verfügbar: [http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1987_3.pdf Archiv] (PDF; 7,6&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt; und kopierten damit die Methode der NS-Tötungsanstalten – im „Gaskammerbrief“ als „Bracksche-Hilfsmittel“ bezeichnet. Andere Gaswagen, die zum Beispiel im Dezember 1941 in [[Vernichtungslager Kulmhof|Chelmno]] eingesetzt wurden,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter Longerich]]: &amp;#039;&amp;#039;Der ungeschriebene Befehl&amp;#039;&amp;#039;. Hitler und der Weg zur »Endlösung«. München 2001, S. 76, ISBN 3-492-04295-3.&amp;lt;/ref&amp;gt; erstickten ihre Opfer durch Motorabgase. Der Vorschlag von Wetzel, anstelle von Gaswagen nunmehr stationäre Gaskammern (im Schreiben als „Unterkünfte“ bezeichnet) zu installieren,&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Deutung bei Peter Longerich: &amp;#039;&amp;#039;Politik der Vernichtung.&amp;#039;&amp;#039; München 1998, S. 443, ISBN 3-492-03755-0 - Gerlach hingegen deutet Vergasungsapparate als Gaswagen = Christian Gerlach: &amp;#039;&amp;#039;Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrussland 1941 bis 1944&amp;#039;&amp;#039;, Studienausgabe Hamburg 2000, ISBN 3-930908-63-8, S. 765 / Auch im Regest zu VEJ 7/206 wird Gaswagen angenommen – Bert Hoppe, Hiltrud Glass (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945&amp;#039;&amp;#039; (Quellensammlung) Band 7: &amp;#039;&amp;#039;Sowjetunion mit annektierten Gebieten I – Besetzte sowjetische Gebiete unter deutscher Militärverwaltung, Baltikum und Transnistrien.&amp;#039;&amp;#039; München 2011, ISBN 978-3-486-58911-5, S. 564 / s. a. Petra Rentrup: &amp;#039;&amp;#039;Tatorte der „Endlösung“ - Das Ghetto Minsk und die Vernichtungsstätte von Maly Trostinez.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2011, ISBN 978-3-86331-038-7, S. 97 mit Anm. 194.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde jedoch nicht in Riga,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Aly201&amp;quot;&amp;gt;In Riga wurden Gaswagen eingesetzt. Götz Aly (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Aktion T4 1939–1945&amp;#039;&amp;#039;. Die »Euthanasie«-Zentrale in der Tiergartenstraße 4. 2., erw. Aufl., Berlin 1989, S. 201, ISBN 3-926175-66-4.&amp;lt;/ref&amp;gt; sondern kurze Zeit später in den Vernichtungslagern der [[Aktion Reinhardt]] umgesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Aly201&amp;quot; /&amp;gt; In [[Vernichtungslager Belzec|Belzec]] wurde anfänglich Kohlenstoffmonoxid aus Gasflaschen eingesetzt,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Saul Friedländer]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Dritte Reich und die Juden; die Jahre der Verfolgung 1933–1939; die Jahre der Vernichtung 1939–1945.&amp;#039;&amp;#039; München 2007, ISBN 978-3-406-56681-3, S. 739.&amp;lt;/ref&amp;gt; später wurden auf Anweisung von [[Christian Wirth (SS-Mitglied)|Christian Wirth]] Motorabgase benutzt,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eugen Kogon]] et al. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1983, S. 154, ISBN 3-10-040402-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; um nicht auf Lieferungen von reinem Kohlenstoffmonoxidgas aus dem BASF-Werk in [[Ludwigshafen am Rhein]] angewiesen zu sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Henry Friedlander: &amp;#039;&amp;#039;Der Weg zum Genozid – Von der Euthanasie zur Endlösung&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1997, S. 473, ISBN 3-8270-0265-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Quelle ==&lt;br /&gt;
Im Faksimile des als „Geheim“ bezeichneten Dokuments aus Rosenbergs [[Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete|Ostministerium]] ist ein handschriftlicher Vermerk „Entwurf“ zu erkennen; am Ende des Briefes sind mit Bleistift die Buchstaben „N.d.H.M.“ eingetragen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|text=Der Gaskammerbrief im Faksimile |url=http://nuremberg.law.harvard.edu/php/pflip.php?caseid=HLSL_NMT01&amp;amp;docnum=1674&amp;amp;numpages=2&amp;amp;startpage=1&amp;amp;title=Betr.:+Loesung+der+Judenfrage..&amp;amp;color_setting=C |archive-is=20140126233019 }} beim Nuremberg Trial Project&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Oktober 1946 wurde diese Abkürzung im Rahmen des [[Nürnberger Ärzteprozess]]es als „Nachschrift dem Herrn Minister“ gedeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|text=Havard Law School Library: Staff Evidence Analysis NO-365, HLSL Item No. 1673 |url=http://nuremberg.law.harvard.edu/documents/1673-draft-of-letter-to-the-reich |wayback=20220205170008 }} (Abruf am 5. Februar 2022)&amp;lt;/ref&amp;gt; – dies wird aber auch als „Nur durch Herrn Minister“ [zu unterschreiben] oder „Name des Herrn Ministers“ verstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Krausnick: &amp;#039;&amp;#039;Judenverfolgung&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Anatomie des SS-Staates&amp;#039;&amp;#039;. dtv, München 1967, S. 338.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Briefkopf werden als Absender „Der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete“ und darunter der „Sachbearbeiter AGR. Dr. Wetzel“ aufgeführt. Adressat ist der „Reichskommissar für das Ostland“, und es wird auf dessen „Bericht vom 4. 10. 1941 bezüglich Lösung der Judenfrage“ Bezug genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nürnberger Ärzteprozess wurde der „Gaskammerbrief“ als Beweisdokument vorgelegt. Der dort genannte [[Viktor Brack]] bestritt im Kreuzverhör, diesen und weitere ihn belastende Briefe erhalten zu haben, und gab an, sich nicht an Eichmann oder Wetzel zu erinnern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.mazal.org/archive/nmt/01/NMT01-T886.htm | wayback=20071110064222 | text=Mazal Library, NMT01-T886ff}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Adolf Eichmann nahm in den ersten Verhören keine Stellung zum Briefentwurf, äußerte aber die Vermutung: „Vielleicht dass es so war, dass man sich in den Kreisen des Ostministeriums gesagt hat: Das muss eleganter vor sich gehen; das Schießen passte ihnen nicht mehr.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jochen von Lang: &amp;#039;&amp;#039;Das Eichmann-Protokoll - Tonbandaufzeichnungen der israelischen Verhöre.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1982, S. 178, ISBN 3-88680-036-9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus den Aufzeichnungen Eichmanns während des Prozesses geht hervor, dass sein Verteidiger dem Gericht den Brief in vier Ausführungen vorlegte: einen handschriftlichen Entwurf, einen maschinenschriftlichen Klartext, einen weiteren mit Maschine geschriebenen Entwurf und ein maschinegeschriebenes Schreiben an eine Dienststelle des Ostministeriums (RMfdbO).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.nizkor.org/ftp.cgi/people/e/eichmann.adolf/memoire/ftp.py?people/e/eichmann.adolf/memoire//Eichmann.txt |wayback=20070611073451 |text=nizkor.org: Eichmann Notizen 215f = AE: 174f |archiv-bot=2025-03-21 12:53:43 InternetArchiveBot }} (Abruf am 8. Oktober 2008) sowie [http://www.schoah.org/shoah/eichmann/goetzen.htm schoah: Eichmanns Aufzeichnungen „Götzen“], S. 215f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Alle Versionen sollen nach Eichmann weder eine Unterschrift noch ein Signum tragen. Allerdings ist der von Wetzel angefertigte Entwurf tatsächlich handschriftlich mit dem Signum „Wet“ gezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel|ID=43365627|Titel=Einer kam durch|Autor=|Jahr=1961|Nr=34|Seiten=23|Datum=1961-08-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Rosenberg, der es zeitlebens vermieden hat, öffentlich mit Gewalttaten in Verbindung gebracht zu werden, hat dieses Dokument indes nicht unterzeichnet. Im [[Eichmann-Prozess]] wurden neben dem Gaskammerbrief zwei der Briefentwürfe Wetzels behandelt, um ihre Beweiskraft würdigen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;Dokumente NO-996 und NO-997. Online verfügbar: im Zum Inhalt siehe [[Christopher Browning]]: &amp;#039;&amp;#039;The Final Solution and the German Foreign Office&amp;#039;&amp;#039;, Washington 2000, Fußnote 83. Online verfügbar: {{Webarchiv|text=Browning |url=http://www.ess.uwe.ac.uk/GENOCIDE/browningfn3.htm |wayback=20080924031024 }} (Abruf am 21. Oktober 2008)&amp;lt;/ref&amp;gt; Erhard Wetzel, als möglicher Zeuge angefragt, verweigerte Informationen darüber, da in Deutschland Ermittlungen gegen ihn selbst anhängig seien. Richter Sussmann stellte daraufhin fest, die entscheidende Frage sei nicht, welche Brieffassung die endgültige sei und ob der Brief seinen Empfänger erreicht habe, sondern ob die dort berichtete Unterredung stattgefunden habe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.nizkor.org/hweb/people/e/eichmann-adolf/transcripts/Appeal/Appeal-Session-04-07.html | wayback=20080515223021 | text=nizkor.org: Session-04-07}} “The question is not whether the letters were sent, or which letter was sent, but rather the question is whether the conversation referred to in the letters actually took place.”&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wetzel bezeugte dies in einem – später eingestellten – Ermittlungsverfahren der [[Staatsanwaltschaft Hannover]] im Jahre 1961 und gab an, er habe Viktor Brack vor Abfassung des Briefes aufgesucht, um mit dessen Auskünften den Bericht Lohses vom 4. Oktober beantworten zu können. Wetzel bestätigte bei seiner Vernehmung nicht nur die wesentlichen Angaben des Dokuments, sondern fügte hinzu: „Brack hatte mir übrigens bei seiner Erklärung gesagt, es handele sich um einen Führerbefehl oder einen Auftrag des Führers.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Helmut Krausnick: &amp;#039;&amp;#039;Diskussion.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Eberhard Jäckel]] / Jürgen Rohwer: &amp;#039;&amp;#039;Der Mord an den Juden im Zweiten Weltkrieg.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1987, S. 85, ISBN 3-596-24380-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der Unterredung mit Brack habe er, Wetzel, ein kurzes Gespräch mit Eichmann geführt und anschließend [[Otto Bräutigam]] Bericht erstattet. Dieser habe ihn beauftragt, den Brief an Lohse zu schreiben. Der Historiker [[Christopher Browning]] stellt dar, dass Lohse alsbald in Berlin eintraf und „wahrscheinlich persönlich“ von Bräutigam über Bracks Vorschlag informiert wurde. Browning vertritt die Ansicht, der Gaskammerbrief sei deshalb gar nicht abgeschickt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Christopher Browning: &amp;#039;&amp;#039;Die Entfesselung der &amp;#039;Endlösung&amp;#039;.&amp;#039;&amp;#039; München 2003, S. 528, ISBN 3-549-07187-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammenhang und Deutungen ==&lt;br /&gt;
Obwohl der Gaskammerbrief nur in Form eines Entwurfs vorliegt, werden die darin enthaltenen Angaben von keinem namhaften Historiker in Zweifel gezogen: Unübersehbar sind die engen „Zusammenhänge personeller und sachlicher Natur […], die zwischen der sogenannten Euthanasie-Aktion und der späteren Massenvernichtung von Juden bestehen.“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Diskussion.&amp;#039;&amp;#039; In: Eberhard Jäckel, Jürgen Rohwer: &amp;#039;&amp;#039;Der Mord an den Juden im Zweiten Weltkrieg.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1987, S. 84.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der langjährige Leiter der [[Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen|Zentralen Stelle Ludwigsburg]], [[Adalbert Rückerl]], hatte schon 1979 darauf hingewiesen, dass die Rolle der „Kanzlei des Führers“ bzw. der [[Zentraldienststelle T4]] bei der Vernichtung der Juden erheblich unterbewertet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Adalbert Rückerl]]: &amp;#039;&amp;#039;NS-Vernichtungslager im Spiegel deutscher Strafprozesse.&amp;#039;&amp;#039; München 1979, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachweisbar wurden mehr als einhundert Personen, die vordem als „bewährte Euthanasiehelfer“ tätig gewesen waren, ab September 1941 in den Osten versetzt. Viele wurden dort maßgeblich bei Vernichtungslagern tätig&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Euthanasie im NS-Staat.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1985, S. 374, {{falsche ISBN|3-596-24326-9}} / die dortige Zahlenangabe von 92 Personen ist überholt durch Sara Berger, ISBN 978-3-86854-268-4.&amp;lt;/ref&amp;gt; und meist weiterhin über die „Kanzlei des Führers“ betreut und bezahlt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Raul Hilberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Aktion Reinhard.&amp;#039;&amp;#039; In: Eberhard Jäckel, Jürgen Rohwer: &amp;#039;&amp;#039;Der Mord an den Juden im Zweiten Weltkrieg.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1987, S. 130, ISBN 3-596-24380-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; So war [[Christian Wirth (SS-Mitglied)|Christian Wirth]] als Büroleiter in [[NS-Tötungsanstalt Brandenburg|Brandenburg]], [[NS-Tötungsanstalt Grafeneck|Grafeneck]], [[NS-Tötungsanstalt Hartheim|Hartheim]] und [[Tötungsanstalt Hadamar|Hadamar]] tätig gewesen,&amp;lt;ref&amp;gt;Astrid Ley: &amp;#039;&amp;#039;Der Beginn des NS-Krankenmords in Brandenburg an der Havel. Zur Bedeutung der &amp;#039;Brandenburger Probetötung&amp;#039; für die &amp;#039;Aktion T4&amp;#039;.&amp;#039;&amp;#039; In: Zeitschrift für Geschichtsforschung 58(2010), S. 321–331.&amp;lt;/ref&amp;gt; bevor er im Rahmen der „[[Aktion Reinhardt]]“ die drei Vernichtungslager [[Vernichtungslager Belzec|Belzec]], [[Vernichtungslager Sobibor|Sobibor]] und [[Vernichtungslager Treblinka|Treblinka]] leitete. In diesen Vernichtungslagern wurde ein von „T4“ abgestellter Chemiker eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Von der ‚T4’ zur Judenvernichtung&amp;#039;&amp;#039;. In: Götz Aly (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Aktion T4 1939-1945&amp;#039;&amp;#039;. Die »Euthanasie«-Zentrale in der Tiergartenstraße 4. 2., erw. Aufl., Berlin 1989, S. 147 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Historikerin &amp;#039;&amp;#039;Sara Berger&amp;#039;&amp;#039; spricht von einem „T4-Reinhardt-Netzwerk“, von dem mindestens 121 Personen in den Vernichtungslagern tätig wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Sara Berger: &amp;#039;&amp;#039;Experten der Vernichtung. Das T4-Reinhardt-Netzwerk in den Lagern Belzec, Sobibor und Treblinka.&amp;#039;&amp;#039; Hamburg 2013, ISBN 978-3-86854-268-4, S. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der umstrittenen Frage, wann der [[Völkermord]] an den Juden beschlossen wurde, greifen die [[NS-Forschung#Deutungskontroverse|Intentionalisten]] unter den Historikern oft auf den „Gaskammerbrief“ zurück. Der Historiker [[Helmut Krausnick]] hält es für undenkbar, dass ein nachgeordneter Funktionär die Beseitigung arbeitsunfähiger Juden mit den „Brackschen Hilfsmitteln“ ohne Rückfrage bewilligen durfte. Dies könne nur auf einer zuvor von der höchsten Stelle getroffenen Entscheidung beruht haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Krausnick: &amp;#039;&amp;#039;Diskussion.&amp;#039;&amp;#039; In: Eberhard Jäckel, Jürgen Rohwer: &amp;#039;&amp;#039;Der Mord an den Juden im Zweiten Weltkrieg.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1987, S. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Uwe Dietrich Adam]] hinterfragt die gängigen Deutungen für den offiziellen „Stopp der Aktion T4“: Man könne auch vermuten, dass man nunmehr diese Tötungsspezialisten im Osten dringend brauchte, um den Massenmord in den Vernichtungslagern in Gang zu setzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Uwe Dietrich Adam: &amp;#039;&amp;#039;Diskussionsbeitrag&amp;#039;&amp;#039;. In: Eberhard Jäckel, Jürgen Rohwer: &amp;#039;&amp;#039;Der Mord an den Juden im Zweiten Weltkrieg.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1987, S. 87, ISBN 3-596-24380-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Henry Friedlander]] spricht von einer „Patenschaft der Kanzlei des Führers“, da die „T4-Tötungsspezialisten“ weiter von ihrer alten Dienststelle betreut wurden, als sie schon in den Vernichtungslagern tätig waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Henry Friedlander: &amp;#039;&amp;#039;Der Weg zum Genozid - Von der Euthanasie zur Endlösung&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1997, S. 467.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Andrej Angrick]] erscheinen die „Verhandlungen um die Errichtung von ortsfesten Massenmordeinrichtungen in Riga“ als ein nicht realisiertes „Planspiel“. Das Schriftstück zeige „eine barbarische Einstellung gegenüber den [aus dem Westen] Verschleppten, die sich von den Mordaktionen gegen einheimische Juden nur noch wenig unterschied.“&amp;lt;ref&amp;gt;Andrej Angrick, Peter Klein: &amp;#039;&amp;#039;Die ‚Endlösung‘ in Riga: Ausbeutung und Vernichtung 1941–1944.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 2006, ISBN 978-3-534-19149-9, S. 201.&amp;lt;/ref&amp;gt; Darin seien sich die zivilen Behörden der geplanten Ankunftsorte mit der Gestapo einig gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geheimhaltung ==&lt;br /&gt;
Unübersehbar sind weitere Parallelen zwischen der „Aktion T4“ und der Massenvergasung von Juden: Es wurden „ein komplexes, [[Arbeitsteilung|arbeitsteiliges]] Verfahren entwickelt, die Täter scheinbar der Verantwortung enthoben und die [[Geheimnis|Geheimhaltung]]“ des Ablaufs angestrebt.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Longerich: &amp;#039;&amp;#039;Der ungeschriebene Befehl&amp;#039;&amp;#039;. Hitler und der Weg zur »Endlösung«. München 2001, S. 76.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete]] (RMfdbO), in welchem Erhard Wetzel unter dem NS-Chefideologen [[Alfred Rosenberg]] arbeitete, war – anders als das [[Reichssicherheitshauptamt|Reichssicherheitshauptamt der SS]] (RSHA) – zum Zeitpunkt der Niederschrift des Briefes äußerst darum bemüht, die Ermordung von jüdischen Menschen vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Die so genannten „wilden Judenexekutionen“ wurden offenkundig als eine Gefahr für die [[Legitimität]] einer neuen Ost-Regierung auf [[Rassismus|rassenideologischer]] Grundlage betrachtet, wie sie Rosenberg plante. Ende Oktober 1941 machte Rosenberg in einer Rede vor allen Schulungsleitern der NSDAP klar, dass es sich im Osten praktisch um eine neue Regierung handle und der „verwahrloste Raum in den Schutz des Deutschen Reiches“ gestellt worden sei. Diesen Worten fügte er die Forderung hinzu, das „Gehörte in keinen Fall in öffentlichen Vorträgen zu verwenden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Pätzold / Manfred Weißbecker (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Stufen zum Galgen&amp;#039;&amp;#039;. Lebenswege vor den Nürnberger Urteilen, Leipzig 1999, S. 176. (Angegebene Quelle: BAK, NS 8/64, Bl. 103 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen Tag später, am 31. Oktober 1941, schrieb [[Georg Leibbrandt]], Hauptabteilungsleiter der politischen Abteilung in Rosenbergs RMfdbO, einen Brief an den „Reichskommissar Ostland in Riga“, also an Hinrich Lohse. Darin ist zu lesen: „Von Seiten des [[RSHA|Reichs- und Sicherheitshauptamtes]] wird Beschwerde darüber geführt, dass der Reichskommissar Ostland Judenexekutionen in Libau untersagt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;siehe dazu Dokument [[Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945|VEJ]] 7/213 in: Bert Hoppe, Hiltrud Glass (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945&amp;#039;&amp;#039; (Quellensammlung) Band 7: &amp;#039;&amp;#039;Sowjetunion mit annektierten Gebieten I – Besetzte sowjetische Gebiete unter deutscher Militärverwaltung, Baltikum und Transnistrien.&amp;#039;&amp;#039; München 2011, ISBN 978-3-486-58911-5, S. 578.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ich ersuche in der betreffenden Angelegenheit um umgehenden Bericht. Im Auftrag gez. Dr. Leibbrandt. (Abteilungsleiter II).“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof Nürnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946&amp;#039;&amp;#039;. Bd. XI, München / Zürich 1984. S. 609.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem Schreiben vom 18. Dezember 1941 wies [[Otto Bräutigam]] den Reichskommissar Lohse an, dass wirtschaftliche Belange bei der Judenfrage, nämlich ihrer Liquidierung, unberücksichtigt bleiben sollten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945|VEJ]] 7/221.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rosenberg und andere wirkungsmächtige Interessenvertreter konnten ihre Forderung nach einer möglichen Abschottung des Wissens um die Morde vor der Öffentlichkeit durchsetzen. Das [[Auswärtiges Amt|Auswärtige Amt]] legte auf Geheiß Rosenbergs eigens eine „Sondersprachregelung Ost“ fest.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Vogt: &amp;#039;&amp;#039;Herbst 1941 im „Führerhauptquartier“ &amp;#039;&amp;#039;. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. 75. (Angegebene Quelle: PA, Pol. Abt. XIII, Allgem. Akten 9.-11.41 = Bd. 14.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quelle ==&lt;br /&gt;
* [[Bert Hoppe]], Hiltrud Glass (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;[[Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 7: &amp;#039;&amp;#039;Sowjetunion mit annektierten Gebieten I – Besetzte sowjetische Gebiete unter deutscher Militärverwaltung, Baltikum und Transnistrien.&amp;#039;&amp;#039; München 2011, ISBN 978-3-486-58911-5, S. 564 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://nuremberg.law.harvard.edu/documents/1675-draft-of-letter-to-the-reich?q=evidence:%22NO-365%22 Der Gaskammerbrief (Abschrift)] beim Nuremberg Trial Project&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Holocaust in Litauen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankenmorde im Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Holocaustdokument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Brief (Literatur)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ereignis 1941]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bartleby08</name></author>
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