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	<title>Gasbrand - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gasbrand&amp;diff=93706&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Invisigoth67: form</title>
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		<updated>2025-11-21T14:41:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|erläutert die Infektionskrankheit; zu Bränden von Gasen siehe [[Brandklasse]].}}&lt;br /&gt;
{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| 01-CODE = A48.0&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Gasbrand (Gasödem)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox International Classification of Diseases 11&lt;br /&gt;
| Code-01 = 1C16&lt;br /&gt;
| Data-01 = Gasbrand&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Gasbrand02.JPG|mini|&amp;#039;&amp;#039;Clostridium perfringens&amp;#039;&amp;#039;, der Erreger des Gasbrandes, in einem nach Gram gefärbten Ausstrichpräparat]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gasbrand&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Synonyme: &amp;#039;&amp;#039;Gas[[gangrän]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Gasödem&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Gasphlegmone&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Clostridium-Myositis&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Clostridium-Zellulitis&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;clostridiale Myonekrose&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;malignes Ödem&amp;#039;&amp;#039;) ist eine schnell hervorgerufene, infektiös-toxische und extrem gefährliche [[Infektionskrankheit]]. Ursächlich ist eine lokale Weichteilinfektion mit gasbildenden, [[Anaerobie|anaeroben]] [[Clostridien]] (insbesondere &amp;#039;&amp;#039;C. perfringens&amp;#039;&amp;#039;), die überall (omnipräsent) in Form von Sporen im Erdreich und der sonstigen Umwelt vorkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute kann durch zügige chirurgische und antibiotische Behandlung von Wunden ein für die Infektion zwingend notwendiges anaerobes Wund-Milieu vermieden und damit dem Gasbrand vorgebeugt werden. Nach Naturkatastrophen kommt es allerdings durch verspätete Wundversorgung nach wie vor (ebenso wie in manchen Kriegsgebieten&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa [[Richard Bieling]], Martin Nordmann: &amp;#039;&amp;#039;Kriegserfahrungen zur Pathologie und Therapie des Gasbrandes&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen aus der Konstitutions- und Wehrpathologie.&amp;#039;&amp;#039; Heft 47). Gustav Fischer, Jena 1941.&amp;lt;/ref&amp;gt;) zu sehr hohen Infektionszahlen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yue Wang, Bo Lu, Peng Hao, Meng-ning Yan, Ke-rong Dai |Titel=Comprehensive treatment for gas gangrene of the limbs in earthquakes |Sammelwerk=Chinese Medical Journal |Band=126 |Nummer=20 |Datum=2013-10 |ISSN=0366-6999 |Seiten=3833–3839 |PMID=24157141}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzugrenzen vom typischen Gasbrand sind eitrige Mischinfektionen, die ebenfalls mitunter Gas bilden können (beispielsweise [[nekrotisierende Fasziitis]] oder nicht durch Clostridien verursachte [[Zellulitis (Entzündung)|Zellulitis]]), aber primär und hauptsächlich nicht die Muskulatur zersetzen, eine andere Symptomatik aufweisen und auch eine bessere Prognose haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erreger ==&lt;br /&gt;
Die hier bedeutsamen Clostridien-Arten (&amp;#039;&amp;#039;[[Clostridium perfringens]]&amp;#039;&amp;#039; (90 % der Fälle), &amp;#039;&amp;#039;[[Clostridium novyii]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Clostridium septicum]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Clostridium histolyticum]]&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Helmut Hahn, Stefan H. E. Kaufmann, Thomas F. Schulz, Sebastian Suerbaum |Titel=Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie |Auflage=3 |Verlag=Springer Berlin Heidelberg |Ort=Berlin/Heidelberg |Datum=1999 |ISBN=978-3-662-08629-2 |Seiten=357}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Birgid Neumeister, Heinrich K. Geiss, Rüdiger Braun, Peter Kimmig: &amp;#039;&amp;#039;Mikrobiologische Diagnostik: Bakteriologie – Mykologie – Virologie – Parasitologie.&amp;#039;&amp;#039; [[Georg Thieme Verlag]], 2. Auflage, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-13-157942-3, S.&amp;amp;nbsp;542.&amp;lt;/ref&amp;gt; kommen in der Natur überall &amp;#039;&amp;#039;(ubiquitär)&amp;#039;&amp;#039; vor. Sie sind obligat [[anaerob]]e [[grampositiv]]e Sporenbildner, die auch im menschlichen Darm zu finden sind, wo sie aber unter normalen Bedingungen nicht [[Pathogenität|pathogen]] (krankheitserregend) sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pathogenität ergibt sich erst mit dem Wechsel der Umweltbedingungen auf ein [[anaerob]]es Milieu (Sauerstoffmangel), wie es in zerstörtem [[Weichteilgewebe]] mit verringertem Sauerstoff[[partialdruck]] existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pathogenese ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meistens sind verletzungsbedingt stark verschmutzte, zerstörte und zerklüftete Gewebebereiche der Ort, an dem die Clostridien ihre [[Pathogenität]] erlangen, wo sich also aus Sporen Bakterien entwickeln, die sich dann vermehren. Solche Verletzungen kommen insbesondere unter Kriegsbedingungen vor, während die Erkrankung ansonsten kaum noch auftritt. Vor allem im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] kamen zahlreiche Gasbrand-Infektionen vor, während ihre Zahl in späteren Kriegen durch modernes Wundmanagement und [[Antibiotikum|Antibiotika]] deutlich abnahm. In jüngerer Zeit traten im [[Russischer Überfall auf die Ukraine seit 2022|Ukrainekrieg]] wieder verstärkt Gasbranderkrankungen auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Florian Stark: [https://www.welt.de/geschichte/article6914849285499be17f55fd0f/kriegsseuche-im-minutentakt-amputierten-die-feldaerzte-menschliche-gliedmassen.html &amp;#039;&amp;#039;Im Minutentakt amputierten die Feldärzte menschliche Gliedmaßen&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Welt]]&amp;#039;&amp;#039;, 15. November 2025, abgerufen am 16. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlegend ist der Sauerstoffmangel (&amp;#039;&amp;#039;Clostridien&amp;#039;&amp;#039; sind anaerobe Erreger). Begünstigend sind die Minderdurchblutung durch Weichteilquetschung, Gewebeuntergang ([[Nekrose]]n), [[Schock (Medizin)|Schock]], Begleiterkrankungen wie [[Diabetes mellitus]] und [[Malignität|bösartige]] [[Tumor]]en. Zusätzlich bringt die Verschmutzung der Wunde eine Infektion mit aeroben (sauerstoffverbrauchenden) Erregern mit sich, was den Sauerstoffmangel im infizierten Gewebe fördert und die Lebensbedingungen für die Clostridien verbessert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clostridien bilden außer [[Kohlenstoffdioxid|CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;]] verschiedene [[Exotoxin]]e, die im umgebenden Gewebe eine Zellmembranzerstörung und Ödembildung bewirken und somit im Sinne eines [[Teufelskreis]]es (&amp;#039;&amp;#039;Circulus vitiosus&amp;#039;&amp;#039;) weiteren Nährboden für den Erreger zur Verfügung stellen. Zusätzlich wirken Exotoxine von Clostridien auf weiße Blutkörperchen ([[Leukozyten]]) funktionshemmend bis abtötend. Sie fördern zudem den Verschluss kleiner Blutgefäße durch Thrombosen, was den Sauerstoffmangel im betroffenen Gewebe durch eine Durchblutungsstörung weiter verstärkt und das für die Clostridien optimale Wachstumsmilieu fördert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symptome ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gas gangrene.jpg|mini|Gasbrand an einem rechten Oberschenkel und Becken, einschließlich darstellbarer Hautkrepitation]]&lt;br /&gt;
Nach einer Inkubationszeit von 5 bis 48 Stunden fällt nach Operationen oder Weichteilverletzungen eine sich rasch ausbreitende Wundinfektion auf (Rötung, Hitze im Wundbereich), die extrem schmerzhaft ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den meisten Fällen ist beim Betasten (Palpieren) der Wundumgebung ein auffälliges Knistern zu hören und zu fühlen: ein [[Hautemphysem]] durch CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Bildung (&amp;#039;&amp;#039;Haut[[krepitation]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus [[Drainage (Medizin)|Drainagen]] entleert sich oft ein blutig-schwärzliches, schaumiges, süßlich-faulig riechendes [[Sekret]]. Die befallene Muskulatur ist von grauroter Farbe und ähnelt gekochtem Rindfleisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Allgemeinzustand des Patienten ist gekennzeichnet durch ein rasch fortschreitendes [[Sepsis|septisches]] Krankheitsbild, mit [[Tachykardie]], [[Disseminierte intravasale Koagulopathie|Verbrauchskoagulopathie]] (Blut-Gerinnungsstörung), Kreislaufstörung, Atemstörungen und [[Hämolytische Anämie|hämolytischer Anämie]] durch die Zersetzung roter Blutkörperchen mittels [[Toxin]]en der [[Clostridien]]. &lt;br /&gt;
Hinzu kommen [[akutes Nierenversagen]] und Leberfunktionsstörungen ([[Multiorganversagen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagnose ==&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
Aufgrund des schnellen und tödlichen Verlaufs der unbehandelten Krankheit und der Notwendigkeit einer sofortigen, aber zugleich eingreifenden Therapie bis zur Amputation von Extremitäten muss die [[Diagnose]] unverzüglich und sicher gestellt werden.&lt;br /&gt;
Für das klinische Bild eines Gasbrandes müssen alle drei folgenden Kriterien erfüllt sein:&lt;br /&gt;
# Starker Wundschmerz,&lt;br /&gt;
# rasch zunehmende Weichteilschwellung, eventuell Zeichen einer Gasansammlung im Gewebe,&lt;br /&gt;
# beschleunigter Herzschlag ([[Tachykardie]]).&lt;br /&gt;
Die Gasbildung im Gewebe erscheint im Röntgengebilde typischerweise als „gefiederte“ Muskulatur. Sind alle Kriterien erfüllt, so sollte als Nächstes die Infektionsursache ermittelt werden. Dabei muss ein exogener Gasbrand von einem endogenen unterschieden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein exogener Gasbrand kann auftreten nach&lt;br /&gt;
* [[Trauma (Medizin)|Verletzung]] mit stark verschmutzter [[Wunde]] oder offenen [[Knochenbruch|Frakturen]],&lt;br /&gt;
* [[Amputation]] und [[Gefäßchirurgie|gefäßchirurgischen]] Eingriffen,&lt;br /&gt;
* [[Punktion]]en und [[Injektion]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einen endogenen Gasbrand muss gedacht werden bei&lt;br /&gt;
* [[Periphere arterielle Verschlusskrankheit|peripheren arteriellen Durchblutungsstörungen]] (pAVK),&lt;br /&gt;
* [[Diabetes mellitus|diabetischer]] [[Gangrän]] (abgestorbenes, schwarzes Gewebe),&lt;br /&gt;
* bestimmten Darmerkrankungen, zum Beispiel [[Dickdarmkarzinom]] mit Besiedelung durch [[Clostridium septicum]],&lt;br /&gt;
* bestimmten Bauchoperationen mit nachfolgender unklarer Schmerz- und [[Sepsis]]-Symptomatik, insbesondere nach [[Gallenblase]]noperation&amp;lt;ref&amp;gt;Benjamin Sommer, Stefan Eggstein: &amp;#039;&amp;#039;Klinischer Schnappschuss: Gasbrand der Gallenblase.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Ärzteblatt.&amp;#039;&amp;#039; Band 117, Heft 3, 17. Januar 2020, S.&amp;amp;nbsp;38&amp;lt;/ref&amp;gt; und Darmoperationen,&lt;br /&gt;
* septischem Abort (infizierte [[Fehlgeburt]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klinische Verdacht muss bewiesen werden. Dieses geschieht entweder mit einem direkten Erregernachweis oder dem [[histologisch]]en Nachweis charakteristischer Veränderungen in [[Gewebeprobe]]n von Muskeln.&lt;br /&gt;
Für den direkten Erregernachweis kommen drei Methoden infrage:&lt;br /&gt;
# Bakterioskopie (mikroskopischer Nachweis der Bakterien im Muskelquetschpräparat),&lt;br /&gt;
# [[Mikrobiologie]]: Erregeranzüchtung aus verdächtigen Wundarealen, infizierter Muskulatur oder Blutkultur,&lt;br /&gt;
# [[Polymerase-Kettenreaktion|PCR]] (Nukleinsäure-Nachweis).&lt;br /&gt;
Typische Merkmale einer Gasbrand-infizierten Muskulatur sind der schollige Zerfall, ein [[leukozyt]]enarmes [[Ödem]] und Gaseinschlüsse.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Robert Koch-Institut]] |url=https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/IfSG/Falldefinition/laenderverordnungen_falldefs.pdf?__blob=publicationFile |titel=Falldefinitionen für die Gesundheitsbehörden der Länder, in denen zusätzlich zum IfSG eine Meldepflicht für weitere Krankheiten besteht. |hrsg=[[Robert Koch-Institut]] |datum=2009 |abruf=2019-03-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Therapie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hemipelvectomy gas gangrene.jpg|mini|Ausgeführte [[Hemipelvektomie]] indiziert durch Gasbrand, sichtbare Nekrose in der Lendenmuskulatur]]&lt;br /&gt;
Die Therapie des Gasbrands steht auf vier Säulen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Intervention (Medizin)|Chirurgische Intervention]] ([[Operation (Medizin)|Operation]])&lt;br /&gt;
* [[Antibiotikum|Antibiotische]] Therapie (mit [[Penicillin G]] und [[Clindamycin]] oder [[Metronidazol]])&amp;lt;ref&amp;gt;Marianne Abele-Horn: &amp;#039;&amp;#039;Antimikrobielle Therapie. Entscheidungshilfen zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionskrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; Unter Mitarbeit von Werner Heinz, Hartwig Klinker, Johann Schurz und August Stich, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Peter Wiehl, Marburg 2009, ISBN 978-3-927219-14-4, S.&amp;amp;nbsp;159.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Hyperbare Oxygenierung]]&lt;br /&gt;
* [[Intensivmedizin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Therapie muss bereits bei Verdacht beginnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chirurgische Intervention ===&lt;br /&gt;
Ziele des chirurgischen Eingriffs:&lt;br /&gt;
* Verringerung der Toxinlast durch Beseitigung allen infizierten Gewebes. Obwohl grundsätzlich erwünscht ist, den Körper möglichst ohne bleibende Schäden zu erhalten, muss zur Rettung des Patientenlebens auch eine Gliedmaßenamputation ernsthaft in Erwägung gezogen werden.&lt;br /&gt;
* Beseitigung des Sauerstoffmangels im infizierten Gewebe, um durch Änderung des Wundmilieus den Erregern die Lebensgrundlage zu entziehen. Besonders am Körperstamm, wo eine Amputation technisch unmöglich ist, aber auch an Extremitäten, die man nicht opfern will, werden [[Débridement]] und Gewebespaltungen durchgeführt, die zu einer Druckentlastung mit verbesserter Durchblutung führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von Dramatik und Gefährlichkeit des Krankheitsverlaufs wird oft der Lebenserhaltung Vorrang vor dem kosmetischen und sogar dem funktionellen Ergebnis eingeräumt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antibiotika-Therapie ===&lt;br /&gt;
Die antibiotische Therapie muss eingeleitet werden, bevor das Ergebnis eines [[Antibiogramm]]s bekannt ist. Aufgrund der zumeist vorliegenden Mischinfektion werden Kombinationen von hochdosierten [[Antibiotikum|Breitbandantibiotika]] und Antibiotika mit Wirksamkeit gegen Anaerobier eingesetzt. Eine Beispielkombination nach dieser Grundlage ist [[Penicillin G]]  und [[Metronidazol]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hyperbare Oxygenierung ===&lt;br /&gt;
Der Gasbrand ist eine Standardindikation für den Einsatz von [[Hyperbare Oxygenierung|Sauerstoff-Überdruckkammern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Therapie zielt darauf ab, durch extrem hohe Sauerstoff[[Partialdruck|partialdrücke]] in der umgebenden [[Luftdruck|Atmosphäre]] mittels [[Diffusion]] den O&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Partialdruck im infizierten Gewebe zu erhöhen. So entzieht man dem obligat anaeroben Keim die Lebensgrundlage und erhofft sich mit dieser eleganten, aber logistisch anspruchsvollen Behandlung eine Rettung des Lebens und die Erhaltung von Extremitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem dabei ist der Zeitfaktor. Schwer Erkrankte sind kaum transportfähig und Überdruckkammern sind selbst unter Einschluss kooperierender militärischer Einrichtungen rar. Deutschlandweit existieren zwar 25 dieser Kammern, jedoch verfügen (Stand 2015) nur zehn über eine 24-Stunden-Intensivbereitschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Isolde Stöcker-Gietl |url=http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/regensburg-hat-wieder-eine-druckkammer-21179-art1289808.html |titel=Regensburg hat wieder eine Druckkammer |hrsg=[[Mittelbayerische Zeitung]] |archiv-url=https://web.archive.org/web/20151021183832/http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/regensburg-hat-wieder-eine-druckkammer-21179-art1289808.html |archiv-datum=2015-10-21 |abruf=2015-11-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.gtuem.org/content/33/127/ |titel=Notfallzentren für Tauchunfälle und andere (Notfall-) Indikationen für die HBOT |hrsg=[[Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin]] |archiv-url=https://web.archive.org/web/20140714191039/http://www.gtuem.org/content/33/127/ |archiv-datum=2014-07-14 |abruf=2023-11-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Initial bleibt häufig nur eine aggressive chirurgische Maßnahme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Intensivmedizin ===&lt;br /&gt;
Bedingt durch Wirkungen der Exotoxine des Erregers kommt es zum Multiorganversagen. Zur stabilisierenden Behandlung der Patienten werden häufig [[Beatmung]], Therapie mit [[Katecholamine]]n und weitere [[intensivmedizin]]ische Therapie- und Überwachungsmethoden nötig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meldepflicht ==&lt;br /&gt;
Nach dem Recht Sachsens besteht eine [[Meldepflichtige Krankheit#Deutschland|namentliche Meldepflicht]] bezüglich Erkrankung und Tod an &amp;#039;&amp;#039;Gasbrand&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;§&amp;amp;nbsp;1 Abs.&amp;amp;nbsp;1 Nr.&amp;amp;nbsp;7 {{Internetquelle |url=https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/20989-Saechsische-Infektionsschutz-Meldeverordnung |titel=Sächsische Infektionsschutz-Meldeverordnung |titelerg=Vollzitat: Sächsische Infektionsschutz-Meldeverordnung vom 19. Juli 2024 (SächsGVBl. S. 745) |werk=revosax.sachsen.de |abruf=2024-10-22 |kommentar=Fassung gültig ab: 17. August 2024}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem Recht Thüringens besteht eine [[Meldepflichtige Krankheit|nichtnamentliche Meldepflicht]] bezüglich Erkrankung und Tod an &amp;#039;&amp;#039;Gasbrand&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://landesrecht.thueringen.de/jportal/portal/t/6wj/page/bsthueprod.psml?pid=Dokumentanzeige&amp;amp;showdoccase=1&amp;amp;js_peid=Trefferliste&amp;amp;documentnumber=1&amp;amp;numberofresults=1&amp;amp;fromdoctodoc=yes&amp;amp;doc.id=jlr-IfKrMeldAnpVTHrahmen&amp;amp;doc.part=X&amp;amp;doc.price=0.0#focuspoint |titel=Thüringer Verordnung über die Anpassung der Meldepflicht für Infektionskrankheiten (Thüringer Infektionskrankheitenmeldeverordnung – ThürIfKrMVO -) Vom 15. Februar 2003 |abruf=2020-11-17 |titelerg=Fundstelle: GVBl. 2003, 107 |abruf-verborgen=1 |kommentar=Zum 17. November 2020 aktuell verfügbare Fassung der Gesamtausgabe, Stand: letzte berücksichtigte Änderung: zuletzt geändert durch Verordnung vom 4. Februar 2015 (GVBl. S. 3)}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gasbrandversuche ==&lt;br /&gt;
Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]], von 1942 bis 1943, wurden im [[KZ Ravensbrück]] [[Menschenversuche in nationalsozialistischen Konzentrationslagern|Experimente]] an gefangenen polnischen [[Widerstand gegen den Nationalsozialismus|Widerstandskämpferinnen]] durchgeführt, um Behandlungsmöglichkeiten von Gasbrandverletzungen bei Frontsoldaten mit [[Sulfonamid]] zu erforschen. Dies führte zu schwerwiegenden Verletzungen und lebenslangen chronischen Schmerzen. Es gelang den Häftlingen, die Verletzungen in Text und Bild zu dokumentieren und dies aus dem Lager zu schmuggeln.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.tonworte.de/schmuggelfund/zur-geschichte/?L=en////////////////x5C////////////////x5C////////////////x5C////////////////x5C%27A |titel=Der Schmuggelfund aus dem KZ Ravensbrück |werk=tonworte.de |sprache=de |abruf=2025-08-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Maria Broel-Plater-Skassa]] und drei weitere Versuchsopfer sagten darüber am 19. Dezember 1946 beim [[Nürnberger Ärzteprozess]] aus.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.tonworte.de/schmuggelfund/zeuginnen-der-anklage/ &amp;#039;&amp;#039;Maria Janina Broel-Plater.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Ein Schmuggelfund aus dem KZ Ravensbrück : Zeuginnen der Anklage&amp;#039;&amp;#039;. via &amp;#039;&amp;#039;Tonworte.de&amp;#039;&amp;#039;. Abgerufen am 23. August 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Nürnberger Ärzteprozess#Sulfonamid, Knochentransplantation- und Phlegmonversuche}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [[Deutsche Welle]] online, 12. November 2025: [https://www.dw.com/de/t%C3%B6dliche-gasbrand-krankheit-grassiert-unter-ukrainischen-soldaten/a-74716063 &amp;#039;&amp;#039;Ukraine-Krieg: Was ist die tödliche Gasbrand-Krankheit?&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [[The Daily Telegraph]] online, 10. November 2025: [https://www.telegraph.co.uk/global-health/terror-and-security/gas-gangrene-ukraine-war-russia-trenches-europe/ &amp;#039;&amp;#039;Gas gangrene returns to Ukraine in echoes of First World War trench warfare&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bakterielle Infektionskrankheit des Menschen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tauchmedizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsbild in der Chirurgie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meldepflichtige Krankheit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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