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	<title>Gandharva - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Mateus2019: (GR) File renamed: File:Sagar mathan.jpg → File:Sagar manthan (painting) circa 1820.jpg Criterion 2 (meaningless or ambiguous name) · Sagar Manthan is a proper hindi name. Mathan is miss spelled word</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;(&lt;a href=&quot;/index.php?title=C:GR&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;C:GR (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;GR&lt;/a&gt;) &lt;a href=&quot;/index.php?title=C:COM:FR&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;C:COM:FR (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;File renamed&lt;/a&gt;: &lt;a href=&quot;/index.php?title=Datei:Sagar_mathan.jpg&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Datei:Sagar mathan.jpg (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;File:Sagar mathan.jpg&lt;/a&gt; → &lt;a href=&quot;/index.php?title=Datei:Sagar_manthan_(painting)_circa_1820.jpg&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Datei:Sagar manthan (painting) circa 1820.jpg (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;File:Sagar manthan (painting) circa 1820.jpg&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;/index.php?title=C:COM:FR&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;C:COM:FR (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Criterion 2&lt;/a&gt; (meaningless or ambiguous name) · Sagar Manthan is a proper &lt;a href=&quot;/index.php?title=C:hindi_language&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;C:hindi language (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;hindi&lt;/a&gt; name. Mathan is miss spelled word&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gandharva&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{saS|गन्घर्व|gandharva}} m.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Monier-Williams1899|gandharva|346|1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;; [[Pali]] &amp;#039;&amp;#039;gandhabbā&amp;#039;&amp;#039;) ist in den frühen Schriften der indischen [[Veda|Veden]] ein mit magischen Fähigkeiten begabtes, niederes Geistwesen, später ein Halbgott (&amp;#039;&amp;#039;upa-deva&amp;#039;&amp;#039;), welcher die Geheimnisse des [[Himmel (Religion)|Himmels]] und der göttlichen Wahrheit kennt und offenbart. In den einzelnen Textsammlungen besitzen die Gandharvas unterschiedliche Fähigkeiten, mit denen sie in der [[Hinduismus|hinduistischen]] Mythologie überliefert wurden. Sie gelten als [[Personifizierung]]en des Sonnenlichts oder haben die Aufgabe, als dienstbare Geister den &amp;#039;&amp;#039;[[Soma (Getränk)|Soma]]&amp;#039;&amp;#039;, den Trank der Götter, zu bereiten und zu beschützen. Nach der [[Buddhismus|buddhistischen]] Tradition zählen sie zu den Göttern (&amp;#039;&amp;#039;[[Deva (Gott)|devas]]&amp;#039;&amp;#039;). In den auf [[Sanskrit]] verfassten klassischen [[Epos|Epen]] kommen Gandharvas (anderer Plural &amp;#039;&amp;#039;Gandharven&amp;#039;&amp;#039;) in größeren Gruppen zusammen mit ihren weiblichen Gefährtinnen, den [[Apsara]]s, als Musiker und Sänger vor.&lt;br /&gt;
[[Datei:Apsara Gandharva Dancer Pedestal Tra Kieu.jpg|mini|Tanzende Apsara (links) und Gandharva-Musiker (rechts). Indisch beeinflusster [[Cham-Architektur|Cham-Stil]], Tra Kieu, Zentral-Vietnam, 10. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Gandharva&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet in Theorie und praktischer Anleitung auch die altindische Ritualmusik, die besonders dazu geschaffen war, die himmlischen Götter zu erfreuen. Der (halbmythische) Gelehrte Bharata Muni beschrieb als erster die streng festgelegte Musik, einschließlich Tanz und Drama, detailliert in dem um die Zeitenwende entstandenen Werk &amp;#039;&amp;#039;[[Natyashastra]]&amp;#039;&amp;#039;. Diese altindische Musiktheorie &amp;#039;&amp;#039;Gandharva-Veda&amp;#039;&amp;#039; enthält viele der bis heute gültigen Grundlagen der [[Klassische indische Musik|klassischen indischen Musik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Erscheinungsformen ==&lt;br /&gt;
Die Zahl der Gandharvas wird im [[Atharvaveda]] an einer Stelle mit 6333 angegeben, das [[Mahabharata]] nennt „siebenmal 6000 Gandharvas“. In frühen und späteren Schriften sind sie Frauen sehr zugetan und besitzen eine magische Macht über diese. Die Apsaras erscheinen in einer Gruppe mit den Gandharvas als ihre Gemahlinnen oder Gespielinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gandharvas kennen sich mit Heilkunde aus, kontrollieren den Göttertrank Soma und helfen, den nächtlichen Sternenhimmel zu formieren. Im Umfeld des vedischen Gottes [[Indra]], des Herrn des Himmels, unterhalten die Gandharvas mit Musik die Götter bei den Festlichkeiten. Die Götter sind in ihrer Versammlungshalle von tausenden Gandharvas und Apsaras umgeben, die singen, Instrumente spielen, tanzen und glückbringende Rituale vollziehen. Wohnsitz der Götter ist der heilige Berg [[Kailash|Kailasa]], dessen Gipfel in den Klang himmlischer Musik und wohlriechender Düfte eingehüllt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut dem Atharvaveda wird die Welt in vier Gebiete eingeteilt, denen in der Aufzählung die vier Veden entsprechen: 1) Die Erde besteht aus Ozeanen, Bergen und sieben Inseln. 2) Den Luftraum bevölkern Gandharvas, Apsaras und weitere niedere Gottheiten, die [[Yaksha]]s genannt werden. 3) Im Himmel halten sich alle Götter auf, darunter die Vasus, Rudras (Gefolge von [[Rudra]]) und [[Adityas]]. 4) Im jenseitigen, höchsten Raum weilt das Prinzip des [[Brahman (Philosophie)|Brahman]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Deussen]] (Übers.): &amp;#039;&amp;#039;Upanishaden. Die Geheimlehre des Veda.&amp;#039;&amp;#039; F.A. Brockhaus, Leipzig 1938, S. 756 (Marix, Wiesbaden 2006, S. 906f)&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem [[Yajurveda]] kannten die Gandharvas die großen Geheimnisse, also die Wohnorte der Götter und die Weltenordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woher die Gandharvas kamen und wer ihr Anführer ist, darüber gibt es unterschiedliche Angaben. Im Vishnu[[Puranas|purana]] sind sie einmal Nachkommen von [[Brahma]]; sie kamen zur Welt, als sie die göttliche Melodie und Rede aufsaugten (&amp;#039;&amp;#039;gam dhayantah&amp;#039;&amp;#039;). Anderswo werden sie als Söhne eines himmlischen Weisen (&amp;#039;&amp;#039;[[Rishi]]&amp;#039;&amp;#039;) namens [[Kashyapa (Hinduismus)|Kashyapa]] und seiner Gemahlin Arishta vorgestellt. Im [[Harivamsa]] wird Muni, eine andere von Kashyapas Frauen als ihre Mutter genannt, auch sollen sie dort aus der Nase Brahmas gekommen sein. Der Sänger Citraratha, Sohn der Muni, ist Anführer der himmlischen Musiker, die zusammen mit den Apsaras in prachtvoll angelegten Städten wohnen. Nach dem Padmapurana gibt es 60 Millionen Gandharvas, die auf Vach, die Tochter von Daksha, einer anderen Frau von Kashyapa, zurückgehen.&amp;lt;ref&amp;gt;William Joseph Wilkens, 1975, S. 484&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Possibly Narada, the inventor of the Vina..jpg|mini|Möglicherweise [[Narada]], der Erfinder der &amp;#039;&amp;#039;[[vina]]&amp;#039;&amp;#039;. [[Buchmalerei|Miniatur]] vom Anfang des 19. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
In den vorepischen Texten stehen Gandharvas noch kaum mit Musik in Verbindung und werden wie die Apsaras selten erwähnt. In einem Hymnus des Atharvaveda tönt aus den Bäumen Musik, nachdem sich zuvor Apsaras darunter aufgehalten hatten. In derselben Textstelle wird ein Gandharva tanzend zwischen Apsaras erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;Monika Zin, 2003, S. 158&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre eigentliche Bekanntheit beginnt mit dem Mahabharata. Ein Gandharva-König heißt Visvavasu, er ist der Sohn von Danu und soll bei einer Opferzeremonie so schön &amp;#039;&amp;#039;[[vina]]&amp;#039;&amp;#039; gespielt haben, dass jeder Zuhörer glaubte, er spiele allein für ihn. Visvavasus Sohn Citrasena begleitete [[Arjuna (Mythologie)|Arjuna]], als sich dieser im Khandava-Wald aufhielt und brachte ihm Tanzen, Singen und das Harfenspiel bei.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Parmeshwaranand: &amp;#039;&amp;#039;Encyclopaedic Dictionary of Purāṇas. Volume 3 (I–L).&amp;#039;&amp;#039; Sarup &amp;amp; Sons, Neu-Delhi 2001, S. 641; Walter Kaufmann, 1981, S. 42&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der mythische Weise [[Narada]], der Sohn Brahmas und Erfinder des ältesten Saiteninstruments &amp;#039;&amp;#039;vina&amp;#039;&amp;#039; ist ihr Anführer. Narada agiert als Götterbote und trägt die Beinamen &amp;#039;&amp;#039;Deva-Gandharva&amp;#039;&amp;#039; („göttlicher Gandharva“) oder &amp;#039;&amp;#039;Gandharva-[[Raja]]&amp;#039;&amp;#039; („König der Gandharvas“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der berühmtesten himmlischen Musiker ist der meist mit einer Bogen[[harfe]] abgebildete Pancasikha, der nur in der [[Buddhismus|buddhistischen]], aber nicht in der hinduistischen Tradition vorkommt. Pancasikha gehört zu den Begleitern Indras, zwei [[Jataka]]s beschreiben, wie Pancasikha, Indra und Matali (Indras Wagenlenker) zusammen in eine Familie wiedergeboren werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Monika Zin, 2003, S. 155&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der bekanntesten Erzählung wollte einst Indra [[Buddha]] besuchen. Indra erhoffte sich von Buddha eine Verlängerung seiner zu Ende gehenden Lebensspanne im Himmel, zweifelte aber, ob dieser ihn empfangen würde, da Buddha ihn nicht kannte. Also sollte Pancasikha vorauseilen, um den Buddha mit sanfter Musik aus seiner Meditation aufzuwecken und auf den Besuch vorzubereiten. Pancasikha brachte Lobgesänge auf den Buddha sowie an eine Apsara gerichtete Liebeslieder dar. Ein Steinrelief des 2./3. Jahrhunderts n. Chr. aus [[Nagarjunakonda]] (Insel im [[Nagarjuna-Sagar-Talsperre|Nagarjuna-Stausee]] in Andhra Pradesh) zeigt wie viele ähnliche Abbildungen diese Szene. Indra, der an einer hohen zylindrischen Kopfbedeckung zu erkennen ist, steht rechts, neben ihm spielt Pancasikha Harfe. Zwischen den beiden Besuchern und Buddha haben sich sechs himmlische Gestalten (möglicherweise [[Bodhisattva]]s) dazugesellt, die drei vorne Sitzenden halten sich die Ohren zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Kaufmann, 1981, S. 20, 108&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einem [[Gandhara]]-Relief am [[Stupa]] von Sikri (nordwestlich von [[Taxila]]) aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. meldet Pancasikha Indras Besuch bei Buddha an, der sich zur Meditation in eine Höhle zurückgezogen hat. Links unterhalb des sitzenden Buddha fährt der kleiner dargestellte Pancasikha mit weit ausgreifenden Handbewegungen in die vier Saiten seiner Harfe. Noch kleiner und ganz in den Hintergrund gedrängt steht Indra am linken Bildrand. Vielleicht ist Indra noch weit entfernt, als Pancasikha bereits vor Buddha musiziert.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Kaufmann, 1981, S. 142&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vishnupurana findet sich die Geschichte vom Kampf der Gandharvas mit den Schlangengottheiten ([[Naga (Mythologie)|Nagas]]), deren unterirdisches Reich sie plünderten. Die Naga-Oberhäupter wandten sich daraufhin an Vishnu und baten um Unterstützung. Vishnu versprach, in Gestalt des Königs Purukutsa (auch ein Dichter vedischer [[Mantra]]s) einzugreifen. Die Nagas verheirateten ihre Tochter Narmada (Fluss [[Narmada]] in Zentralindien) mit Purukutsa, der die Gandharvas aufspürte und vernichtete.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Dowson1879|105|106}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Tumbara.jpg|mini|hochkant|Pferdeköpfiger Tumburu, leitender Musiker-Sänger der Gandharvas mit einer &amp;#039;&amp;#039;vina.&amp;#039;&amp;#039; [[Gouache]] um 1820, vermutlich aus [[Tamil Nadu]]]]&lt;br /&gt;
Die Gandharvas sind Mischwesen wie die schlangengestaltigen Nagas oder die ebenfalls musizierenden Kinnaras mit Vogelbeinen (deren weibliche Entsprechung sind die [[Kinnari]]s). Die Kinnaras sind gutmütige, hilfsbereite Fabelwesen, sie treten stets paarweise auf (wenn sie beispielsweise zusammen im Fluss baden) und sind vorzügliche Musiker. Bei festlichen Anlässen unterhalten sie zusammen mit Gandharvas und Apsaras. Ein solches Fest fand statt, als der Palast des Königs Yudhishthira, einer der fünf [[Pandava]]s des Mahabharata, eingeweiht wurde und alle, auch die eingeladenen Rishis unter der Leitung von [[Tumburu]] himmlische Lieder sangen.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Kaufmann, 1981, S. 180&amp;lt;/ref&amp;gt; Tumburu ist der Sohn des Rishi [[Kashyapa (Hinduismus)|Kashyapa]] und seiner Frau Pradha, er gilt als der beste Musiker unter den Gandharvas. Nach einer anderen Erzählung wird er mit Viradha gleichgesetzt, einem menschenfressenden Dämon ([[Rakshasa]]), der nach seinem grausamen Tod als schöner Gandharva wieder ins Leben trat. Es stellte sich im Nachhinein heraus, dass der zwergengestaltige Gott [[Kubera]] ihn zu einer Existenz als Rakshasa verurteilt hatte, aus der er durch [[Rama (Mythologie)|Rama]] befreit wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;John Dowson, 1879, S. 358f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der hinduistischen Literatur haben die Kinnaras manchmal Pferdebeine wie die Gandharvas, zu denen sie gelegentlich gerechnet werden, aber nur, weil auch sie Mischwesen sind und musizieren. In jedem Fall stehen die beiden himmlischen Wesen in Beziehung zu Pferden (&amp;#039;&amp;#039;vajin&amp;#039;&amp;#039;). Beide können menschengesichtig mit Pferdeunterleib dargestellt werden. Viele Gandharvas, vor allem solche, die auf dem Wind (Windgott [[Vayu]]) dahertreiben, besitzen dagegen einen Pferdekopf. Entsprechend heißt die Urmutter der Pferde Gandharvi,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mani, S. 275&amp;quot;&amp;gt;Vettam Mani, 1975, S. 275&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso wie [[Kadru]] die Schlangen (&amp;#039;&amp;#039;nagas&amp;#039;&amp;#039;) gebar, und [[Rohini (Tochter der Surabhi)|Rohini]] die Kühe. Der Zusammenhang zwischen Gandharvas und Pferden wird im Mahabharata an mehreren Stellen hervorgehoben. Die Gandharvas besitzen dort rasend galoppierende Pferde, die ihre Farbe beliebig wechseln können. Der Gandharva Tumburu schenkt Yudhishthira 100 Pferde, die er später beim Würfelspiel verlieren wird. Arjuna erhält vom Sänger Citraratha ebenfalls Pferde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 19. Jahrhundert wurde und wird über eine Verbindung des Sanskritwortes &amp;#039;&amp;#039;gandharva&amp;#039;&amp;#039; mit dem griechischen &amp;#039;&amp;#039;kentauros&amp;#039;&amp;#039; diskutiert, dem [[Kentaur]], einem Mischwesen der [[Griechische Mythologie|griechischen Mythologie]] mit menschlichem Oberkörper und Pferdeunterleib. Abgesehen von der [[Etymologie]], die bis heute unterschiedlich beurteilt wird, gibt es Ähnlichkeiten im Erscheinungsbild und Verhalten der beiden mythischen Geschöpfe. Sie reiten gleichermaßen auf dem Sturmwind daher, stellen Frauen nach und sind mit magischen Fähigkeiten ausgestattet. Pferde waren für die frühen [[Indogermanen|indogermanischen]] Steppenvölker Jagdbeute und [[Totem]]&amp;lt;nowiki&amp;gt;tiere,&amp;lt;/nowiki&amp;gt; noch bevor sie als Reit- und Lasttiere domestiziert wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Nigro Sansonese: &amp;#039;&amp;#039;The Body of Myth: Mythology, Shamanic Trance, and the Sacred Geography of the Body.&amp;#039;&amp;#039; Inner Traditions, Rochester (Vermont) 1994, S. 60, ISBN 978-0-89281-409-1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In früheren Schriften ließ die Zuneigung zu Frauen die Gandharvas manchmal auch als bedrohlich wirken und eine negative Beschreibung erhalten. In einem Vers des Atharvaveda erscheinen sie behaart wie Affen und den Hunden ähnlich, verwandeln sich aber in schöne Gestalten, um die Frauen zu verführen. Behaart sind sie auch in anderen Texten: Im Mahabharata trägt an einer Stelle ein tanzender Gandharva ein Haarbüschel, an einer anderen Stelle schleift [[Arjuna (Mythologie)|Arjuna]] einen Gandharva, den er im Kampf besiegt hat, an den Haaren mit sich fort.&amp;lt;ref&amp;gt;Monika Zin, 2003, S. 157f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mahabharata wird anlässlich mehrerer Kämpfe die Bewaffnung der Gandharvas geschildert, einige Male werden sie als Bogenschützen erwähnt. Citraratha, den Arjuna im Kampf besiegt hat, teilt mit Arjuna seine magische Fähigkeiten (&amp;#039;&amp;#039;cakshusi vidya&amp;#039;&amp;#039;), die es ihm erlauben, in alle drei Welten hineinsehen und so im Kampf die Menschen besiegen zu können. Möglicherweise war mit diesen Fähigkeiten auch die Waffenkunde gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Monika Zin, 2003, S. 156&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von einem Gandharva und einer Apsara leitet sich das Geschlecht der Amritas her. Von diesen stammen laut dem [[Samaveda]] der Todesgott [[Yama (Todesgott)|Yama]] und seine Zwillingsschwester Yami ab. Yama ging über das Meer und wurde so später zum ersten sterblichen Menschen. Yami folgte ihm, um mit ihm Nachkommen zu zeugen. Es ist jedoch nicht geklärt, ob es im Sinne dieses Mythos war, einen Gandharva in einer geraden Linie dafür verantwortlich zu machen, dass auf der Erde das Menschengeschlecht entstanden ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Opera minora.&amp;#039;&amp;#039; Beiträge zur Indologie, Bd. 39. Harrassowitz, Wiesbaden 2002, S. 160f, ISBN 978-3-447-04700-5&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Altindische Musiklehre ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Sagar manthan (painting) circa 1820.jpg|mini|Quirlen des [[Milchozean]]s. Links ziehen Suras, ([[Deva (Gott)|Devas]], „Götter“), rechts [[Asura (Hinduismus)|Asuras]] („Dämonen“) an der Seilschlange [[Vasuki]] und quirlen den Berg Mandara in der Mitte. Oben im Berg sitzen musizierende Gandharvas zwischen grünen Bäumen. Gouache um 1820]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die altindische Musik war laut dem Mahabharata in die drei gesellschaftlichen Bereiche 1) Musik der Götter, die streng reglementierte, himmlische Musik &amp;#039;&amp;#039;deva gandharva,&amp;#039;&amp;#039; 2) Musik der Könige, ihres Hofstaates und der Brahmanen, &amp;#039;&amp;#039;desa gita&amp;#039;&amp;#039;, und 3) die Musik aller Volksgruppen außerhalb der Kastenhierarchie eingeteilt. Die ersten beiden Musikkategorien durften nur von ausgewählten und geschulten Musikern aufgeführt werden, da diese Musik nach der vedischen Klassifizierung der drei Lebensziele (&amp;#039;&amp;#039;trivarga&amp;#039;&amp;#039;) in &amp;#039;&amp;#039;[[Kama (Indien)|kama]]&amp;#039;&amp;#039; (Vergnügen), &amp;#039;&amp;#039;artha&amp;#039;&amp;#039; (materielles Streben, politisches Handeln) und &amp;#039;&amp;#039;[[dharma]]&amp;#039;&amp;#039; (religiöse Verpflichtung) dem Bereich des &amp;#039;&amp;#039;dharma&amp;#039;&amp;#039; zugeordnet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Kaufmann, 1981, S. 24&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Natyashastra wird das Wort &amp;#039;&amp;#039;gandharva&amp;#039;&amp;#039; für Musik von den himmlischen Musikanten Gandharvas abgeleitet. Der Gandharva-Veda, die Sammlung theoretischer Abhandlungen über Musik, gilt als eine der vier Grundwissenschaften, die sich von den Veden herleiten und als &amp;#039;&amp;#039;Upa-Veda&amp;#039;&amp;#039; zusammengefasst werden. Die anderen drei sind [[Ayurveda]] (Heilkunst), Dhanurveda (Kriegskunst) und nach unterschiedlichen Quellen Sthpatayaveda (auch [[Moderne Architektur in Indien#Prinzipien|Vastuveda]], Architektur) oder [[Arthashastra]] (Staatskunst).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Textquellen ===&lt;br /&gt;
Auf den indischen Weisen Bharata Muni, der um die Zeitenwende oder vorher gelebt haben soll, wird das &amp;#039;&amp;#039;Natyashastra&amp;#039;&amp;#039; zurückgeführt, eine Abhandlung über die darstellenden Künste. Es ist das umfassendste und am meisten verehrte Werk zur Gandharva-Musik. Bharata beschreibt &amp;#039;&amp;#039;gandharva&amp;#039;&amp;#039; als die von Göttern gewünschte, streng festgelegte Musik, ihre Aufführung galt demnach als Opferhandlung für die Götter. Diese Musik wird von Saiteninstrumenten (allgemein &amp;#039;&amp;#039;[[vina]]&amp;#039;&amp;#039;) hervorgebracht und mit verschiedenen anderen Instrumenten begleitet. Das Gandharva-Repertoire, so wie es im Natyashastra in allen Einzelheiten beschrieben wird, beinhaltet Ritualhandlung (Theater), Instrumentalmusik, Text (&amp;#039;&amp;#039;pada&amp;#039;&amp;#039;), Tanz und Mimik. Ein wesentlicher Teil des altindischen wie des heutigen klassischen (Tanz-)Theaters ist das Vorspiel Purvaranga,&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.indianetzone.com/32/purvaranga_indian_theatre.htm &amp;#039;&amp;#039;Purvaranga, Indian theatre&amp;#039;&amp;#039;.] Indianetzone&amp;lt;/ref&amp;gt; das aus mehreren, genau festgelegten Teilen besteht und in dem der Zeremonienmeister &amp;#039;&amp;#039;sutradhara&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.indianetzone.com/34/sutradhara_indian_theatre_character.htm &amp;#039;&amp;#039;Sutradhara, Indian Theatre Character.&amp;#039;&amp;#039;] Indianetzone&amp;lt;/ref&amp;gt; die Zuschauer begrüßt. Bharatas &amp;#039;&amp;#039;Natyashastra&amp;#039;&amp;#039; beschreibt, wie im Purvaranga die vier Tänzerinnen auf die Bühne zu kommen haben, ihre Kostüme, ihren Tanzstil, das Mimenspiel, wie sie geschminkt sind, sowie die Art und Stimmung (&amp;#039;&amp;#039;svara&amp;#039;&amp;#039;) der Musikinstrumente. Dem strengen &amp;#039;&amp;#039;gandharva&amp;#039;&amp;#039;-Stil des Purvaranga folgt danach ein zweiter, weniger festgelegter Stil, der &amp;#039;&amp;#039;gana&amp;#039;&amp;#039; genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenig später als das Natyashastra, zwischen dem 1. und 5. Jahrhundert n. Chr., stellte der Weise Dattila aus früheren Texten das musikwissenschaftliche Werk &amp;#039;&amp;#039;Dattilam&amp;#039;&amp;#039; zusammen. Die dritte Quelle zur Gandharva-Musik ist ein bedeutender Kommentar zum Natyashastra, den der [[kaschmir]]ische Gelehrte und Musiker [[Abhinavagupta]] Anfang des 11. Jahrhunderts verfasste. Zu dem umfangreichen Werk &amp;#039;&amp;#039;Abhinavabharati&amp;#039;&amp;#039; liegt seit 2006 die erste (dreibändige) englische Übersetzung vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Pushpendra Kumar (Hrsg.), M.M. Ghosh (Übers.): &amp;#039;&amp;#039;Natyasastra of Bharatamuni: Text, Commentary of Abhinava Bharati by Abhinavaguptacarya and English Translation&amp;#039;&amp;#039;. New Bharatiya Book Corporation, Delhi 2006&amp;lt;/ref&amp;gt; Die gesamte Musiktradition fasste Sarngadeva im 13. Jahrhundert im &amp;#039;&amp;#039;Sangitaratnakara&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Subramanya Sastri (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Samgitaratnakara of Sarngadeva, with the Kalanidhi of Kallinatha and the Sudhakara of Simhabhupala.&amp;#039;&amp;#039; 4 Bde. Madras 1943–53&amp;lt;/ref&amp;gt; zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;Lewis Rowell, 1988, S. 141f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Werke umspannen einen Zeitraum von gut 1000 Jahren und eine musikalische Tradition, die bereits im Natyashastra so festgefügt erscheint, dass sie schon Jahrhunderte zuvor zusammengetragen worden sein muss. Dies bestätigt Bharata selbst, der in Vers 525 erwähnt, dass die Musiklehre zuvor von „Narada“ beschrieben worden sei, er folglich nur die anerkannten Theorien wiedergibt. Unklar bleibt, wen Bharata meint. Er könnte sich auf den legendären Weisen [[Narada]] bezogen haben, dessen Werk &amp;#039;&amp;#039;Naradya [[Vedangas#Shiksha|Shiksha]]&amp;#039;&amp;#039; im Zusammenhang mit der Gandharva-Musik und dem Samaveda genannt wird, oder auf Narada als einen der himmlischen Gandharvas. Im letzten Fall hätte sich Bharata in eine heilige Traditionslinie gestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;S.A.K. Durga, 1992, S. 151&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Struktur ===&lt;br /&gt;
Strukturelle Grundlage der Gandharva-Musik war die umfassende, rhythmische Zeiteinheit &amp;#039;&amp;#039;[[tala (Musik)|tala]]&amp;#039;&amp;#039;, welcher die Tonhöhe (&amp;#039;&amp;#039;svara&amp;#039;&amp;#039;) und der Text (&amp;#039;&amp;#039;pada&amp;#039;&amp;#039;) untergeordnet waren. In der aus der &amp;#039;&amp;#039;[[Samkhya]]&amp;#039;&amp;#039;-Philosophie entstandenen Musiktheorie Gandharva-Veda sind unter anderem die Einteilungen der sieben &amp;#039;&amp;#039;svaras&amp;#039;&amp;#039; (Noten), zwei &amp;#039;&amp;#039;gramas&amp;#039;&amp;#039; (Urskalen), aus denen jeweils sieben &amp;#039;&amp;#039;murchanas&amp;#039;&amp;#039; (Modi) hervorgingen, und 18 &amp;#039;&amp;#039;jatis&amp;#039;&amp;#039; (melodische Grundformen) enthalten. Daraus entwickelten sich in Bharatas &amp;#039;&amp;#039;[[Gharana]]&amp;#039;&amp;#039; (Tradition) die heutigen Begriffe wie &amp;#039;&amp;#039;sruti&amp;#039;&amp;#039; (Mikrotöne), &amp;#039;&amp;#039;gamaka&amp;#039;&amp;#039; (Ornamentierung), &amp;#039;&amp;#039;[[raga]]&amp;#039;&amp;#039; (melodische Struktur), &amp;#039;&amp;#039;[[tala (Musik)|tala]]&amp;#039;&amp;#039; (rhythmische Struktur) oder &amp;#039;&amp;#039;prabhanda&amp;#039;&amp;#039; (Komposition).&amp;lt;ref&amp;gt;S.A.K. Durga, 1992, S. 151f&amp;lt;/ref&amp;gt; Herausragend unter den in die heutige Musik übergegangenen Formen ist &amp;#039;&amp;#039;upohana&amp;#039;&amp;#039;, die freirhythmische Einleitung des Gesangs mit bedeutungslosen Silben. Sie entspricht der heutigen südindischen Improvisationsform &amp;#039;&amp;#039;alapana&amp;#039;&amp;#039; (die nordindische Eröffnung heißt &amp;#039;&amp;#039;alap&amp;#039;&amp;#039;). &amp;#039;&amp;#039;Prastara&amp;#039;&amp;#039; („ausbreiten“) wurde ein besonderer musikalischer Ablauf genannt, um ein Stück zu beenden. Dem entspricht heute etwa &amp;#039;&amp;#039;vistara&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die strenge Gandharva-Musik des Purvaranga setzt sich aus sieben &amp;#039;&amp;#039;gitakas&amp;#039;&amp;#039; (kompositorischen Formen, Liedgattungen) zusammen, die auch &amp;#039;&amp;#039;saptarupas&amp;#039;&amp;#039; („sieben Formen“) genannt werden und zum Gesamtkonzept des &amp;#039;&amp;#039;tala&amp;#039;&amp;#039; zählen. Zu den formalen Charakteristika der &amp;#039;&amp;#039;gitakas&amp;#039;&amp;#039; gehören stichwortartig: Rhythmusmuster ([[Pattern (Musik)|Pattern]], &amp;#039;&amp;#039;talavidhi&amp;#039;&amp;#039;); an der musikalischen Struktur sich orientierende Verse (&amp;#039;&amp;#039;slokas&amp;#039;&amp;#039;); parallel der Musik folgenden Körpergesten; Betonung auf der Endsilbe; sich in Form eines [[Palindrom]]s wiederholende Silbenfolgen (&amp;#039;&amp;#039;uttara tala&amp;#039;&amp;#039;); Temposteigerungen im Verhältnis 1&amp;amp;nbsp;:&amp;amp;nbsp;2&amp;amp;nbsp;:&amp;amp;nbsp;4; Wiederholungen von Text und Melodie in doppelter Geschwindigkeit als Methode für Überleitungen (&amp;#039;&amp;#039;upavartana&amp;#039;&amp;#039;); vokale Einleitung (&amp;#039;&amp;#039;upohana&amp;#039;&amp;#039;); melodische Entwicklung durch Vertauschung, Wiederholung und Verdichtung (&amp;#039;&amp;#039;prastara&amp;#039;&amp;#039;). Die ersten drei &amp;#039;&amp;#039;gitakas&amp;#039;&amp;#039; heißen &amp;#039;&amp;#039;Madraka, Aparantaka&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Ullopyaka.&amp;#039;&amp;#039; Ihnen ist gemeinsam, dass sie in ein-, zwei- und vierfacher Zeitform aufgeführt werden können, bei jeweils unterschiedlichen untergliedernden Zeitintervallen (&amp;#039;&amp;#039;matras&amp;#039;&amp;#039;). Die weiteren &amp;#039;&amp;#039;gitakas&amp;#039;&amp;#039; sind &amp;#039;&amp;#039;Ullopyaka, Rovindaka, Prakari, Uttara&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Ovenaka&amp;#039;&amp;#039;. Letztgenannte ist die komplexeste Form der &amp;#039;&amp;#039;gitakas&amp;#039;&amp;#039; mit einer Vielzahl von Strukturelementen und Wechsel der Tempi.&amp;lt;ref&amp;gt;Lewis Rowell, 1988, S. 143f, 157–183&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lassen sich aus den Quellen recht genau die rhythmischen Strukturen sowie Abfolge und Tonlage der Noten (&amp;#039;&amp;#039;svara&amp;#039;&amp;#039;) von &amp;#039;&amp;#039;gandharva&amp;#039;&amp;#039; ermessen, dennoch fehlen ausreichende Kenntnisse über die Verbindung zwischen beidem, sodass sich trotz aller praktischen Rekonstruktionsversuche nur vage beurteilen lässt, wie die Musik tatsächlich geklungen haben mag. Die heutige südindische Musik ist stärker der altindischen Rhythmustradition verhaftet als die nordindische. Dafür hängt als eine Ausnahme die heute beliebteste nordindische Rhythmusstruktur Tintal mit 16 Schlägen (in 4&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;4 gleiche Abschnitte unterteilt) direkt mit einem entsprechenden altindischen Rhythmus, dessen 16 Zählzeiten in 4 &amp;#039;&amp;#039;padabhagas&amp;#039;&amp;#039; unterteilt waren, zusammen. In der indischen Musikgeschichte fand eine beständige Weiterentwicklung, aber nirgends ein revolutionärer Sprung statt.&amp;lt;ref&amp;gt;Lewis Rowell, 1988, S. 183, 186&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Musizierpraxis ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Narada.jpg|mini|hochkant|„Nareda. Der Gott der Musik“&amp;lt;br /&amp;gt; Typisch fälschliche Darstellung: Narada spielte mit einer Bogenharfe, aber nicht mit einer Stabzither. Kupferstich von 1800]]&lt;br /&gt;
Wesentlich für die altindische Musizierpraxis ist die Verbindung zwischen musikalischem Rhythmus und Körperbewegungen. Jedem Trommelschlag geht entwicklungsgeschichtlich eine entsprechende Gebärde voraus. Die im &amp;#039;&amp;#039;tala&amp;#039;&amp;#039; festgelegten rhythmischen Strukturen haben sich aus den Hymnengesängen (&amp;#039;&amp;#039;[[Samhita]]&amp;#039;&amp;#039;) begleitenden rituellen Handbewegungen entwickelt. Bereits Abhinavagupta sah den Ursprung des Rhythmus in den festgelegten Gebärden, die möglicherweise besonders beim Vortrag der [[Samaveda]]-Hymnen eine Rolle spielten,&amp;lt;ref&amp;gt;Wayne Howard: &amp;#039;&amp;#039;Samavedic chant.&amp;#039;&amp;#039; Yale University Press, New Haven (CT) 1977, ISBN 978-0-300-01956-8&amp;lt;/ref&amp;gt; deren einstige Bedeutung aber bei der Übertragung in die musikalische Form verlorenging. In der Musik erhalten geblieben sind stumme Gesten, mit denen der Beginn angezeigt wird, während bestimmte Tonfolgen das Ende markieren. Zu den stummen Gesten gehören &amp;#039;&amp;#039;avapa&amp;#039;&amp;#039; (gekrümmte Finger mit der Handfläche nach oben), &amp;#039;&amp;#039;nishkrama&amp;#039;&amp;#039; (Handfläche mit gestreckten Fingern nach unten), &amp;#039;&amp;#039;vikshepa&amp;#039;&amp;#039; (nach rechts gebogene Hand) und &amp;#039;&amp;#039;pravesha&amp;#039;&amp;#039; (gekrümmte Finger mit der Handfläche nach unten). Die Namen finden sich in bestimmten Liedformen (&amp;#039;&amp;#039;dhruvas&amp;#039;&amp;#039;) heutiger [[Indischer Tanz|indischer Tänze]] wieder.&amp;lt;ref&amp;gt;Lewis Rowell, 1988, S. 146f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten Abbildungen zeigen das Saiteninstrument &amp;#039;&amp;#039;[[vina]]&amp;#039;&amp;#039; in Form von Bogenharfen an buddhistischen Kultbauten ([[Stupa]]s) ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. Ältere schriftliche Belege für Bogenharfen stammen aus den [[Brahmanas]] noch vor der Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr., ein Instrument wird dort mit sieben Saiten und mit weiteren Eigenschaften beschrieben, die dem heutigen burmesischen Nationalinstrument &amp;#039;&amp;#039;[[saung gauk]]&amp;#039;&amp;#039; ähneln. In der südindischen [[Sangam-Literatur]] wird die Bogenharfe &amp;#039;&amp;#039;[[yazh]]&amp;#039;&amp;#039; genannt. Ein anderer &amp;#039;&amp;#039;vina-&amp;#039;&amp;#039;Typ war eine Langhalslaute, wie sie in der Kunst von [[Gandhara]] und an den Stupas von [[Amaravati (Andhra Pradesh)|Amaravati]] und Nagarjunakonda im 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. auftaucht. Die später entwickelten Stabzithern mit [[Kalebasse]]n, wie sie heute etwa als &amp;#039;&amp;#039;rudra vina&amp;#039;&amp;#039; bekannt sind, gehören nicht mehr zur Gandharva-Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das für das Purvaranga gebrauchte Orchester war klein und bestand neben Saiteninstrumenten aus Querflöten und Perkussionsinstrumenten, zu denen [[Trommel]]n, Tontöpfe (etwa &amp;#039;&amp;#039;[[ghatam]]&amp;#039;&amp;#039;) und kleine Bronze[[zimbel]]n zur akustischen Übertragung der Handbewegungen gehörten. Dazu sangen Männer und Frauen gemeinsam.&amp;lt;ref&amp;gt;Lewis Rowell, 1988, S. 146&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonstiges ==&lt;br /&gt;
Von der idealen Vorstellung eines Gandharva und einer Apsara als strahlendem, in den schönen Künsten geübtem Paar abgeleitet, bedeutet &amp;#039;&amp;#039;gandharva&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;gandharvavivaha&amp;#039;&amp;#039;) eine der fünf traditionellen Heiratsformen: die nur zwischen dem jungen Mann und der jungen Frau vereinbarte Liebesheirat ohne die ansonsten in Indien erforderliche Einverständniserklärung der Eltern und ohne die üblichen Rituale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mahabharata steht der Begriff „Stadt der Gandharvas“ (&amp;#039;&amp;#039;gandharva nagaram&amp;#039;&amp;#039;) als [[Metapher]] für eine optische Täuschung oder Illusion, die im Himmel oder über dem Wasser gesehen werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mani, S. 275&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Dowson1879|105|106|Gandharva}}&lt;br /&gt;
* S.A.K. Durga: &amp;#039;&amp;#039;Bharata’s Methodology in Nāṭyaśāstra (A Treatise on Dramaturgy).&amp;#039;&amp;#039; In: Rüdiger Schumacher (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Von der Vielfalt musikalischer Kultur. Festschrift für [[Josef Kuckertz]]. Zur Vollendung des 60. Lebensjahres.&amp;#039;&amp;#039; (Wort und Musik. Salzburger Akademische Beiträge) Ursula Müller-Speiser, Anif/Salzburg 1992, S. 147–156&lt;br /&gt;
* [[Walter Kaufmann (Komponist)|Walter Kaufmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Altindien. [[Musikgeschichte in Bildern]].&amp;#039;&amp;#039; Band II. &amp;#039;&amp;#039;Musik des Altertums.&amp;#039;&amp;#039; Lieferung 8. Hrsg. Werner Bachmann. VEB Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1981&lt;br /&gt;
* Lewis Rowell: &amp;#039;&amp;#039;Form in the ritual theatre music of ancient India.&amp;#039;&amp;#039; In: Richard Widdess (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Musica Asiatica 5.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 1988, S. 140–190&lt;br /&gt;
* Vettam Mani: &amp;#039;&amp;#039;Puranic Encyclopaedia: A Comprehensive Dictionary With Special Reference to the Epic and Puranic Literature.&amp;#039;&amp;#039; Motilal Banarsidass, Delhi 1975  ({{archive.org|puranicencyclopa00maniuoft}})&lt;br /&gt;
* William Joseph Wilkens: &amp;#039;&amp;#039;Hindu Mythology, Vedic and Puranic.&amp;#039;&amp;#039; Thacker, Spink &amp;amp; Co., Calcutta / London 1882; Neuauflage: Rupa &amp;amp; Co., Calcutta u.&amp;amp;nbsp;a. 1975, S. 482–485 ({{archive.org|hindumythologyve00wilk}})&lt;br /&gt;
* [[Monika Zin]]: &amp;#039;&amp;#039;Devotionale und ornamentale Malereien.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. Harrassowitz, Wiesbaden 2003, ISBN 978-3-447-04517-9, S. 153–160&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* N. Ramanathan: [http://www.musicresearch.in/categorydetails.php?imgid=13 &amp;#039;&amp;#039;Gandharva Forms&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Quarterly Journal of the National Centre for the Performing Arts&amp;#039;&amp;#039;, Vol. IX, Bombay, März 1980&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=129932531|VIAF=60175851}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buddhistische Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Indien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musiktheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pferd in der Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Männliche Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gottheit des Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musikgottheit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mateus2019</name></author>
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