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	<title>Gabriel Gustav Valentin - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-09-04T17:32:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Gabriel G. Valentin.jpg|mini|hochkant|Gabriel Gustav Valentin, vor 1880]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gabriel Gustav Valentin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[8. Juli]] [[1810]] in [[Breslau]]; † [[24. Mai]] [[1883]] in [[Bern]]) war ein deutscher [[Physiologe]] und [[Embryologie|Embryologe]] sowie Professor der Physiologie in Bern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Gustav Gabriel Valentin war der Sohn des 1830 in Breslau gestorbenen Abraham Valentin, eines Goldschmieds und Silberwarenhändlers, und der Caroline Bloch, einer Tochter des Rabbiner-Assistenten Jehoschuah Falk Neumögen (gestorben 1807).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Aron Heppner]]: &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Persönlichkeiten in und aus Breslau.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt&amp;#039;&amp;#039; Jg. 7 (1930), Nr. 12 (Dezember), S. 189 ([http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/3971294 Web-Ressource]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Valentin war [[Jude]] und assistierte in der Breslauer [[Synagoge]] dem [[Rabbiner]]. Sein Sohn Gabriel Gustav Valentin, der auf der Schule auch [[Hebräische Sprache|Hebräisch]] lernte, studierte den [[Talmud]]. Diese [[Judentum|jüdische]] religiöse Tradition in seinem Elternhaus prägte auch sein weiteres Leben. Er besuchte das [[Maria-Magdalenen-Gymnasium]] in seiner Heimatstadt, das er mit der [[Abitur|Reifeprüfung]] verließ. Mit 18 Jahren begann er mit dem Medizinstudium an der Breslauer Universität. Einer seiner einflussreichsten Lehrer war der Physiologe [[Jan Evangelista Purkyně]]. Nach vier Studienjahren [[promoviert]]e Valentin in Breslau mit einer Arbeit über die Bildung von Muskelgewebe, das [[Staatsexamen]] legte er 1833 in Berlin ab. Danach eröffnete er eine Praxis in Breslau. Seine ausgezeichnete Beobachtungsgabe, ein hervorragendes Gedächtnis und seine mathematischen Fähigkeiten verhalfen Valentin zu vielfältigen wissenschaftlichen Kenntnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1841 heiratete Valentin seine Cousine Henriette Samosch, die Tochter der Sara Samosch, die sein Studium gefördert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Akademische Laufbahn ==&lt;br /&gt;
Gustav Valentin forschte gemeinsam mit Purkynĕ. 1835 erschien sein &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Entwicklungsgeschichte des Menschen&amp;#039;&amp;#039;. Ein Angebot der [[Kaiserliche Universität Dorpat|Kaiserlichen Universität Dorpat]] (damals in [[Preußen]]) scheiterte an seinem Judentum. Bis 1848 wurden nicht getaufte Juden in Preußen von Lehrämtern offiziell ausgeschlossen. Ende des Jahres 1835 erhielt Valentin von der Jury der [[Académie des sciences|Französischen Akademie der Wissenschaften]] den „Grand Prix des Sciences Physiques“ für eine Arbeit über die Histologie der Pflanzen- und Tierentwicklung. Die damit verbundene Geldsumme versetzte ihn zunächst in die Lage, unabhängig weiter zu forschen. Seine Forschungsreisen brachten ihn in Kontakt mit den Physiologen [[Johannes Müller (Mediziner)|Johannes Müller]] in Berlin, [[Marie-Jean-Pierre Flourens]] und [[François Magendie]] in Paris sowie [[Rudolf Wagner (Mediziner)|Rudolf Wagner]] in Nizza.&amp;lt;ref&amp;gt;Barbara I. Tshisuaka (2005), S. 1434.&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch dann kam ein Angebot der [[Universität Bern]]. Nachdem sichergestellt wurde, dass sein jüdischer Glaube kein Hindernis für seine Arbeit in der [[Schweiz]] bedeuten würde, ging er als Professor für Physiologie und Tier[[anatomie]] ([[Zootomie]]) in die Schweiz. Valentin wurde so mit 26 Jahren der erste jüdische Professor an einer deutschsprachigen Universität. 1836 war auch das Jahr, in dem Valentin den Kern und die [[Kernkörperchen]] von Nervenzellen identifizierte. 1838 schlug er die Verwendung von Doppelmessern mit verstellbarem Klingenabstand vor und war damit einer der Pioniere der Entwicklung von [[Mikrotom]]en.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.amuseum.de/medizin/PDF/CZ88_1943/Voraussetzungen%20und%20Entwicklung_2.pdf amuseum.de] (PdF; 736&amp;amp;nbsp;kB).&amp;lt;/ref&amp;gt; Das in Breslau gegründete [[Periodikum]] &amp;#039;&amp;#039;Repertorium für Anatomie und Physiologie&amp;#039;&amp;#039; führte er von 1836 bis 1843 fort. Im Jahr 1844 veröffentlichte Valentin sein zweibändiges Werk &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Physiologie des Menschen&amp;#039;&amp;#039; und 1846 folgte der &amp;#039;&amp;#039;Grundriss der Physiologie des Menschen&amp;#039;&amp;#039;. 1844 hatte Valentin die eiweißspaltende (diastatische) Wirkung des Sekrets der [[Bauchspeicheldrüse]] entdeckt.&amp;lt;ref&amp;gt;K. Zimmermann: &amp;#039;&amp;#039;Bauchspeicheldrüse.&amp;#039;&amp;#039; In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung.&amp;#039;&amp;#039; Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 89–106, hier: S. 90.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der Entwicklung der tierischen Gewebe&amp;#039;&amp;#039; sind noch heute lesenswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ansehen Valentins führte auch dazu, dass ihm als erstem Juden in Bern die [[Bürgerrechte]] gewährt wurden. Zum [[Mikroskop]]ieren hielt sich sogar [[Alfonso Giacomo Gaspare Corti]] (1851 „Corti’sches Organ“) ab 1848 ein halbes Jahr bei Valentin auf, der zum Freund Valentins wurde&amp;lt;ref&amp;gt;[[Andreas Mettenleiter]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Juliusspital in Würzburg. Band III: Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben vom Oberpflegeamt der Stiftung Juliusspital Würzburg anlässlich der 425jährigen Wiederkehr der Grundsteinlegung. Stiftung Juliusspital Würzburg, Würzburg 2001, ISBN 3-933964-04-0, S. 434.&amp;lt;/ref&amp;gt; und von 1853 bis 1863 der Direktor des Anatomischen Instituts in Bern war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1835 wurde er zum Mitglied der [[Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina|Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina]] gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Leopoldina|7017|IDName=gustav-valentin|Name=Gustav Valentin|Kommentar=|Datum=1. Dezember 2015}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Breslau war Valentin Mitglied der [[Gesellschaft der Brüder]].&lt;br /&gt;
1859 wurde Valentin in die [[American Academy of Arts and Sciences]] gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Amacad|V|2022-09-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique]] in Brüssel nahm ihn im Dezember 1861 als assoziiertes Mitglied auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| url=https://academieroyale.be/fr/who-who-detail/relations/gabriel-gustave-valentin/| titel=Académicien décédé: Gabriel Gustav Valentin| hrsg=Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique| zugriff=2024-03-26| sprache=fr}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1862 wurde er Ehrenmitglied der „Académie Royale de Médecine de Belgique“. Er war zudem Ehrenmitglied vieler medizinischer und wissenschaftlicher Gesellschaften in ganz Europa und [[Ehrendoktor]] der philosophischen Fakultät von Bern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Entwicklungsgeschichte des Menschen mit vergleichender Rücksicht der Entwicklung der Säugetiere und Vögel.&amp;#039;&amp;#039; Rücker, Berlin 1835. ({{DTAW|valentin_entwicklungsgeschichte_1835}})&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Repertorium der Anatomie und Physiologie.&amp;#039;&amp;#039; Band 2–3, 1837–1838.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Physiologie des Menschen.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände. Vieweg, Braunschweig 1844; 2. Auflage ebenda 1847.&lt;br /&gt;
* [http://vlp.mpiwg-berlin.mpg.de/library/data/lit20056 &amp;#039;&amp;#039;Grundriß der Physiologie des Menschen.&amp;#039;&amp;#039;] Braunschweig 1846.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Gebrauch des Spektroskopes zu physiologischen und ärztlichen Zwecken.&amp;#039;&amp;#039; Heidelberg 1863.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Versuch einer physiologischen Pathologie der Nerven.&amp;#039;&amp;#039; 2 Teile. Leipzig/Heidelberg 1864.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Versuch einer physiologischen Pathologie des Blutes und der übrigen Körpersäfte.&amp;#039;&amp;#039; 2 Teile. Leipzig 1866–1867.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{NDB|26|695||Valentin, Gabriel Gustav|[[Gerhard Müller-Strahl]]|10404103X}}&lt;br /&gt;
* Georg Eisner, Rupert Moser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Reiz und Fremde jüdischer Kultur. 150 Jahre jüdische Gemeinden im Kanton Bern&amp;#039;&amp;#039; (Collegium Generale Universität Bern). Lang Verlag, Bern 2000, ISBN 3-906765-00-8, S. 104–107&lt;br /&gt;
* [[Charles Gillispie]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dictionary of Scientific Biography, Bd. 13&amp;#039;&amp;#039;. Scribner, New York 1976, S. 555–558.&lt;br /&gt;
* [[Jonas Graetzer]]: &amp;#039;&amp;#039;Gabriel Gustav Valentin.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Lebensbilder hervorragender schlesischer Aerzte aus den letzten vier Jahrhunderten&amp;#039;&amp;#039;, Druck und Verlag von Salo Schottländer, Breslau 1889, S. 162–166 ([https://archive.org/stream/lebensbilderherv00gr#page/162/mode/2up Digitalisat])&lt;br /&gt;
* [[Erich Hintzsche]]: &amp;#039;&amp;#039;Gabriel Gustav Valentin (1810–1883). Versuch einer Bio- und Bibliographie&amp;#039;&amp;#039;. Haupt, Bern 1953 (Berner Beiträge zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften; 12).&lt;br /&gt;
* {{ADB|39|463|464|Valentin, Gabriel Gustav|[[Julius Pagel|Julius Leopold Pagel]]|ADB:Valentin, Gabriel Gustav}}&lt;br /&gt;
* Barbara I. Tshisuaka: &amp;#039;&amp;#039;Valentin, Gabriel Gustav.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1434.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|10404103X}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|10404103X}}&lt;br /&gt;
* [https://vlp.mpiwg-berlin.mpg.de/references?id=per353 Kurzbiografie und Verweise auf digitale Quellen] im [[Virtual Laboratory]] des [[Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte|Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte]] (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=10404103X|LCCN=n/87/151180|VIAF=49652755}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Valentin, Gabriel Gustav}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zellbiologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Humanphysiologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Bern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Universität Bern]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Universität Breslau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1810]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1883]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Valentin, Gabriel Gustav&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Arzt und Physiologe&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=8. Juli 1810&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Breslau]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=24. Mai 1883&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bern]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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