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	<title>Gôg - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T21:43:08Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Bartleby08: /* Etymologie */</title>
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		<updated>2024-11-14T08:01:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Etymologie&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:gogendenkmal.jpg|miniatur|hochkant| „Der Wengerter“ von [[Ugge Bärtle]] aus dem Jahr 1961 zeigt einen Gôg mit einem &amp;#039;&amp;#039;Reff&amp;#039;&amp;#039; – der typischen, aus Weiden geflochtenen [[Kiepe]]. Die Skulptur steht in der Tübinger Salzstadelgasse.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gôg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die [[mundart]]lich-[[Schwäbischer Dialekt|schwäbische]] Bezeichnung für einen [[Winzer|Weingärtner]] aus der [[Tübingen|Tübinger]] Unterstadt. Die Gôgen bildeten über Jahrhunderte eine eigenständige Bevölkerungsgruppe im sonst stark von [[Universität]]sangehörigen geprägten Tübingen. Als typisch für die Gôgen galten Armut, geringe Bildung, Sturheit, Fortschrittsfeindlichkeit und ein schwer verständlicher [[Dialekt]]. Über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurde der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Gôg&amp;#039;&amp;#039; vor allem durch die [[Gôgen-Witz]]e. Mit dem Ende des Tübinger [[Weinanbau]]s in der ersten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s verschwand die klare Abgrenzung der Gôgen von den anderen Bevölkerungsteilen der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Germanistisches ==&lt;br /&gt;
=== Etymologie ===&lt;br /&gt;
[[File:P Sinner - Badeanstalt von Julius Haller 1868 (TSiW106).jpg|mini|360px|Weinanbau am Tübinger [[Österberg]], Fotografie von [[Paul Sinner]], 1886]]&lt;br /&gt;
Die [[Etymologie|etymologische]] Herkunft des Wortes &amp;#039;&amp;#039;Gôg&amp;#039;&amp;#039; ist unbekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.tuepedia.de/index.php/G%C3%B4gen#Etymologie Gôgen: Etymologie] auf TÜpedia&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Warneken&amp;quot;&amp;gt;Bernd Jürgen Warneken: [http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/volltexte/2010/4556/pdf/Warneken_Bern_Juergen_Gogenwitze_oder_Tuebinger_Volkskultur.pdf Die Gogenwitze oder Tübinger Volkskultur in der Moderne] (PDF; 80&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Folgende Ursprünge werden erwogen:&lt;br /&gt;
* Das mittelhochdeutsche Wort &amp;#039;&amp;#039;Gauch&amp;#039;&amp;#039; für &amp;#039;&amp;#039;Kuckuck, Tor, Narr, Possenreißer&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Schlauberger&amp;#039;&amp;#039;: Schon zu römischer Zeit gab es Winzerneckereien, bei denen der Kuckucksruf imitiert wurde, um die Weinbauern zu necken, die vor dem ersten Kuckucksruf ihren Rebschnitt vollenden mussten, während die Weinbauern die Spaziergänger während der Weinlese aufs übelste beschimpften, weil sie annahmen, dass diese zum Traubenstehlen in die Weinberge gekommen seien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Warneken&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das hebräische Wort &amp;#039;&amp;#039;Goj&amp;#039;&amp;#039; für &amp;#039;&amp;#039;das Volk, der Pöbel&amp;#039;&amp;#039;: Die Stiftsstudenten könnten auf diese Weise ihre Nachbarn beschrieben haben, ohne ihnen zu erklären warum. Dafür müsste man allerdings annehmen, dass die Gôgenwitze zuerst in der Oberstadt erzählt wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schramm&amp;quot;&amp;gt;Heinz-Eugen Schramm: &amp;#039;&amp;#039;Tübinger Gogen-Witze&amp;#039;&amp;#039;, Knödler-Verlag, Reutlingen 1998.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die neutestamentlichen Namen &amp;#039;&amp;#039;[[Gog und Magog]]&amp;#039;&amp;#039; aus der Offenbarung des Johannes: Die Gôgen könnten von den Stiftlern mit einem Volk verglichen worden sein, das erst am jüngsten Tage vom Satan befreit werden wird. Ob die Alt-Tübinger tatsächlich so schlimme Gesellen waren, dass sie sich den Namen einer satanischen, dunklen Macht verdienten, ist allerdings fraglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Frauendiener: &amp;#039;&amp;#039;Über die Herkunft der Bootsnamen,&amp;#039;&amp;#039; in: {{Webarchiv|text=Chronik des Tübinger Rudervereins „Fidelia“ 1877/1911 e.V. |url=http://trv-fidelia.de/fileadmin/Gesamtverein/Dokumente_Verein/Geschichte/festschrift.pdf |wayback=20160201184422}} (PDF; 1,1&amp;amp;nbsp;MB), S. 36.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das keltische Wort &amp;#039;&amp;#039;Gawr&amp;#039;&amp;#039; für &amp;#039;&amp;#039;Riese&amp;#039;&amp;#039; wie bei der ersten Silbe des mythischen Riesen [[Gogmagog]]: Der Tübinger Arzt August Göz beschrieb 1908 die ungewöhnliche Statur der Gôgen allerdings wie folgt: „Unter dem Weingärtnerstand in Tübingen sind noch ganz vereinzelte Familien und Individuen anzufinden, welche auf eine vorgermanische Urrasse hinweisen. Es ist dies eine nahezu rundköpfige, ziemlich flach-schädelige, grobkiefrige und -knochige, etwas krummbeinige, stark behaarte, untermittelgroße, graubraune, dickhäutige Rasse, welche schon in der Jugend etwas nach vorn gebückt daher kommt.“&amp;lt;ref&amp;gt;A. Göz: &amp;#039;&amp;#039;Wald, Wild und Mensch in Württemberg. Eine Naturstudie&amp;#039;&amp;#039;. Tübingen 1908, S. 16–17. Zitiert in Martin Biastoch: [http://books.google.de/books?id=A8Te_sZe4xUC&amp;amp;pg=PA182&amp;amp;lpg=PA182&amp;amp;dq=Martin+Biastoch+August+Göz&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=RnBWhTpmA0&amp;amp;sig=8qNpHLA0NFaVnYUw3iz497Wu_PE&amp;amp;hl=en&amp;amp;ei=1HUDTan3MoXusgbrmbiICg&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result&amp;amp;resnum=1&amp;amp;ved=0CBMQ6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Tübinger Studenten im Kaiserreich.] Franz Steiner Verlag, 1996, S. 182.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die altschwäbischen Begriffe &amp;#039;&amp;#039;Gagei&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Gagel&amp;#039;&amp;#039;: Das Schwäbische Wörterbuch von [[Hermann Fischer (Germanist)|Hermann Fischer]] (Band 3 von 1911) erwähnt, dass es einige dialektale Ausdrücke gebe, an die Gôg plausibel anzuschließen sei. So sind bei Fischer schwäbisch &amp;#039;&amp;#039;Gagei&amp;#039;&amp;#039; (ungewöhnlich großer Mensch) und &amp;#039;&amp;#039;Gagel&amp;#039;&amp;#039; (langer, magerer Mensch) belegt, und die Adjektive &amp;#039;&amp;#039;gagig&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;gagisch&amp;#039;&amp;#039; bedeuten &amp;#039;&amp;#039;ungeschlacht, ästig, stumpf&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;unbeholfen&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GfdS&amp;quot;&amp;gt; {{Webarchiv|text=Gesellschaft für deutsche Sprache |url=http://www.gfds.de/sprachberatung/fragen-und-antworten/uebersichtsseite/gog-goge/ |wayback=20101230141023}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das schwäbische Verb &amp;#039;&amp;#039;gauklen&amp;#039;&amp;#039;, das dem bairischen &amp;#039;&amp;#039;gogkeln&amp;#039;&amp;#039; ähnelt: &amp;#039;&amp;#039;Gaukeln&amp;#039;&amp;#039; bedeutet &amp;#039;&amp;#039;etwas auf dem Rücken, auf den Schultern tragen&amp;#039;&amp;#039;, wie die Kiepe der Weingärtner, die diese bei der Weinlese an den Tübinger Steilhängen benutzten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GfdS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aussprache ===&lt;br /&gt;
Man spricht das Wort mit einer Mischung aus „o“ und „a“ aus, also ähnlich wie „Goagen“, aber nicht „Gagen“ sondern „Gôgen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Synonym ===&lt;br /&gt;
Neben dem Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Gôg&amp;#039;&amp;#039; existiert auch die ebenfalls mundartlich-schwäbische Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Raupe&amp;#039;&amp;#039;, welche meist als Synonym für &amp;#039;&amp;#039;Gôg&amp;#039;&amp;#039; verwendet wurde. Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Raupe&amp;#039;&amp;#039; ist bereits für das Jahr 1576 bezeugt, wird aber im Gegensatz zum Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Gôg&amp;#039;&amp;#039; heute fast nicht mehr verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutungsvarianten ===&lt;br /&gt;
Innerhalb Tübingens bezeichnet das Wort &amp;#039;&amp;#039;Gôg&amp;#039;&amp;#039; ausschließlich einen in der Tübinger Unterstadt ansässigen Weingärtner. Außerhalb Tübingens wird der Ausdruck aber auch als Bezeichnung für alle Einwohner Tübingens verwendet. Je weiter man sich von Tübingen entfernt, desto unbekannter wird das Wort &amp;#039;&amp;#039;Gôg&amp;#039;&amp;#039; und desto stärker überwiegt die eigentlich falsche Verwendung des Ausdrucks als Bezeichnung für alle Tübinger unabhängig von Wohnsitz und Profession.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Geschichte des Weinbaus im Raum Tübingen reicht bis ins [[Mittelalter]] zurück. Die Vereinigung der Tübinger Weingärtner, die [[Urbansbrüderschaft]], wurde 1484 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Viele Tübinger Weingärtner lebten als [[Ackerbürger]] innerhalb der Stadtmauern. Mit Gründung der [[Universität Tübingen|Universität]] 1477 entstand neben dem bäuerlichen Tübingen das akademische Tübingen. Über die Jahrhunderte entwickelte sich eine scharfe Trennung zwischen beiden Bevölkerungsgruppen.&lt;br /&gt;
[[Datei:Unterstadthaus.jpg|miniatur|hochkant|links|Typisches Haus in der Unterstadt]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Oberstadthaus.jpg|miniatur|hochkant|Zum Vergleich: Typisches Haus in der Oberstadt]]&lt;br /&gt;
Die Universitätsangehörigen verfügten in aller Regel über hohe Bildung und ein gesichertes Einkommen. Die [[Winzer|Weingärtner]] hingegen waren kaum gebildet – bis ins 18. Jahrhundert war auch [[Analphabetismus]] weit verbreitet. Ihr Einkommen war äußerst gering und schwankte mit Umfang und Güte der Weinlese. Selbst die Verständigung zwischen beiden Bevölkerungsgruppen war zum Teil schwierig, da Universitätsangehörige, die nicht aus [[Württemberg]] stammten, das [[Schwäbischer Dialekt|Schwäbisch]]e der Gôgen kaum verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trennung zwischen beiden Gruppen manifestierte sich mit der Zeit sogar im Stadtbild. Die Angehörigen des universitären Tübingens lebten nahezu ausschließlich in der Oberstadt, während die Gôgen fast nur die Unterstadt (die Gôgei) bewohnten. Die Trennlinie zwischen beiden Gebieten war der [[Ammer (Neckar)|Ammerkanal]], der entlang der Ammergasse, Kornhausstraße und Metzgergasse fließt. Die Bausubstanz beider Stadtteile unterschied sich deutlich. Die Häuser der Oberstadt waren zumeist vier- bis fünfstöckig und unterkellert. In der Unterstadt liegende Häuser waren in der Regel zwei- bis dreistöckig und nicht unterkellert, da dies wegen des hohen Grundwasserniveaus nicht möglich war. [[Ornament]]e, repräsentative Eingänge oder andere Verzierungen an den Gebäuden, wie sie in der Oberstadt vorkamen, gab es in der Unterstadt nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser extreme Gegensatz zwischen beiden Bevölkerungsgruppen innerhalb der kleinen Stadt – um 1800 hatte Tübingen nur circa 5.000 Einwohner – sorgte immer wieder für Konflikte und war Kristallisationspunkt der Gôgen-Witze. 1831 erreichten die Spannungen mit dem durch Polizeiwillkür ausgelösten [[Tübinger Gôgenaufstand|Gôgenaufstand]] ihren Höhepunkt. Der Schriftsteller [[Hermann Hesse]], der von 1895 bis 1899 in Tübingen lebte, beschrieb seinen Eindruck von den Gôgen wie folgt:&lt;br /&gt;
:„Diese Raupen (alias Gägen) sind ein horribles Geschlecht, schmutzig und vierschrötig, und gegenwärtig voll neuen Weins. Ihr Schwäbisch ist echt und faustdick und gemahnt ans Slowakische. Mein Weg führt gerade durchs ärgste Räuberviertel, und ich betrachte, je nachdem, mit Lachen oder Mitleiden die versoffenen Männer, die magern, schlampigen Weiber und die schmutzigen, frechen Kinder. Doch scheint es ein gesunder Schlag zu sein.“&amp;lt;ref&amp;gt; [[Wilfried Setzler]]: &amp;#039;&amp;#039;Hesse in Tübingen&amp;#039;&amp;#039;. Silberburg Verlag, Tübingen 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist der kommerzielle Weinbau im Raum Tübingen fast vollständig zum Erliegen gekommen. Auch die klare Trennung zwischen Ober- und Unterstadt bezüglich der Bevölkerungsstruktur existiert nicht mehr. Dementsprechend beziehen sich die auch heute noch populären Gôgen-Witze meist auf die Verhältnisse im 19. oder im beginnenden 20. Jahrhundert. Die Unterschiede zwischen Ober- und Unterstadt in der Bausubstanz sind aber nach wie vor sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökonomisches ==&lt;br /&gt;
Die große Armut der Gôgen hatte mehrere Ursachen. Zum einen ist im Raum Tübingen die Erzeugung hochwertiger Weine aufgrund der Bodenbeschaffenheit nicht möglich, wodurch niemals hohe Preise für Tübinger Wein zu erzielen waren. Auch die heute von Hobbywinzern oder im Nebenerwerb angebauten Reben erreichen trotz moderner Hilfsmittel und [[Kunstdünger|Kunstdüngung]] meist keine hohe Qualität. Zum anderen sorgte die in Württemberg übliche [[Realteilung]] für Bewirtschaftungsflächen, die über die Generationen immer kleiner wurden. Im 19. Jahrhundert stand einer Gôgenfamilie im Durchschnitt eine Fläche von lediglich 3 bis 5 [[Morgen (Einheit)|Morgen]] (= ca. 1 bis 1,5 [[Hektar]]) zur Verfügung, was zur Ernährung einer Familie kaum ausreichte. Eine Ausweitung der Rebflächen war nicht möglich, da nur die ohnehin schon vollständig genutzten Südhänge für den Weinbau geeignet waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus lebten die Tübinger Weingärtner bis 1848 in [[Feudalismus|mittelalterlich-feudalen]] Strukturen. Die bewirtschafteten Flächen waren Eigentum der Feudalherren. Die Weingärtner mussten von ihrer Ernte 25 % als [[Gült]] (Pachtzins) an den Feudalherren abführen. Dazu kam die Abgabe des [[Zehnte]]n an den Landesherrn und eine Abgabe von 5 % für die Benutzung der [[Kelter]]. Dieser Zustand änderte sich erst mit der [[Weinzehntablösung]] ab 1848. Die bewirtschafteten Flächen wurden sukzessive in das Eigentum der Weingärtner überführt. Die Gôgen erhielten das Land aber nicht geschenkt, sondern mussten es bis 1873 durch fixe Ratenzahlung an den ehemaligen Feudalherren auslösen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch in den Jahren danach lebten die meisten Gôgen in großer Armut, da sich an den ungeeigneten Böden und den zu kleinen Anbauflächen nichts geändert hatte. Außerdem wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund der verbesserten Transportwege vermehrt hochwertige Weine in den Raum Tübingen eingeführt, so dass der Tübinger Wein immer weniger Käufer fand. Daher gaben fast alle Gôgen den Weinanbau in den nachfolgenden Jahrzehnten auf oder betrieben ihn nur noch im Nebenerwerb. Um 1900 mussten viele ihren Lebensunterhalt mit „niedrigen“ Diensten in den Haushalten der Oberstadt, wie beispielsweise dem Leeren der Abortgruben, bestreiten oder aufbessern, was den Status der Gôgen als soziale Unterschicht nochmals festigte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Biastoch&amp;quot;&amp;gt;Martin Biastoch: [http://books.google.de/books?id=A8Te_sZe4xUC&amp;amp;lpg=PA180&amp;amp;dq=Martin%20Biastoch%20umgangssprachlich%20gogen&amp;amp;hl=en&amp;amp;pg=PA180#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Tübinger Studenten im Kaiserreich.] Franz Steiner Verlag, 1996, S. 180 und 183.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die klare soziale Grenze zwischen Ober- und Unterstadt verschwand erst im Laufe der zahlreichen politischen und sozialen Umbrüche des 20. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarisches ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das andere Tübingen. Kultur und Lebensweise der Unteren Stadt im 19. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. Tübinger Vereinigung für Volkskunde e.&amp;amp;nbsp;V., Tübingen 1978 (= Untersuchungen des Ludwig-Uhland-Instituts der Universität Tübingen)&lt;br /&gt;
* Heinz-Eugen Schramm: &amp;#039;&amp;#039;Tübinger Gogen-Witze&amp;#039;&amp;#039;. Körner, Gerlingen 1975&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.tuepedia.de/index.php/Weinbau Geschichtliches und Statistisches zum Thema Tübinger Weinbau] auf TÜpedia.&lt;br /&gt;
* [http://www.tuepps.de/wein.html Tübinger Weinbau]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.kartoplan.de/gog.html | wayback=20100702031221 | text=Kurzerklärung des Begriffs &amp;#039;&amp;#039;Gôg&amp;#039;&amp;#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Gog}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Tübingen)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bartleby08</name></author>
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