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	<title>Futūh - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T02:40:53Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;growthexperiments-addlink-summary-summary:2|0|0&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Zum ägyptischen Politiker siehe [[Abdel Moneim Abul Futuh]].}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Futūh&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|فتوح|d=futūḥ|b=Eroberungen, Siege}}, Plural von {{ar|فتح|d=fatḥ|b=Erfolg, Öffnung, Eröffnung, Beginn}}) bezeichnet die von islamisierten arabischen Stammesverbänden nach dem Tode des Propheten [[Mohammed]] (632) durchgeführten [[Islamische Expansion|Eroberungen]] zuerst auf [[Islamische Expansion#Arabische Eroberung des römischen Orients|byzantinischem]] und [[Islamische Expansion#Arabische Eroberung des römischen Orients|sassanidischen]] Gebiet, die zur Errichtung eines [[Islamischer Staat (Theorie)|islamischen Staates]] und in weiterer Konsequenz zur fast vollständigen [[Islamisierung]] des [[Vorderasien|Vorderen Orients]] und des [[Mittlerer Osten|Mittleren Ostens]] sowie [[Nordafrika]]s führen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
Im Verständnis muslimischer Historiographen trägt der Terminus &amp;#039;&amp;#039;futūḥ&amp;#039;&amp;#039; eine stark religiöse Konnotation und bezeichnet in diesem Sinne diejenigen Kriege, die die nachprophetischen [[Muslim]]e gegen die „Ungläubigen“ (&amp;#039;&amp;#039;[[Kufr|kuffār]]&amp;#039;&amp;#039;) führten. Die arabische [[Lexikographie]] bezeichnet das Verb synonym zum Verb &amp;#039;&amp;#039;ghalaba&amp;#039;&amp;#039; {{arF|غلب عليه |d=ġalaba ʿalaihi |b= siegen, besiegen, sich bemächtigen}}.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=al-Muʿǧam al-wasīṭ |Verlag=Akademie der Arabischen Sprache |Ort=Kairo |Jahr=1972 |Band=Bd. II |Seiten=178}}; {{Literatur |Autor=[[Ibn Manzūr|Ibn Manẓūr]] |Titel=Lisān al-ʿarab. s.v. f-t-ḥ}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Sinne benutzt die islamische Historiographie den Begriff &amp;#039;&amp;#039;futūḥ&amp;#039;&amp;#039; als „Eroberung“ bzw. „Eroberungen“ neuer Gebiete und ihr Anschluss an das [[Kalifat|islamische Reich]]. Die Schriften, die sich mit dieser Epoche der [[Geschichte des Islam#Die Ära der rechtgeleiteten Kalifen|frühislamischen Geschichte]] nach dem Tod [[Mohammed]]s beschäftigen, nennt man entsprechend &amp;#039;&amp;#039;kitāb al-futūḥ&amp;#039;&amp;#039;, „Das Buch der Eroberungen“, &amp;#039;&amp;#039;futūḥ al-buldān&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Rudi Paret |Titel=Der Koran. Kommentar und Konkordanz |Verlag=Kohlhammer |Ort=Stuttgart |Jahr=1980 |Seiten=167}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, „Die Eroberung der Länder“, oder regional bezogen &amp;#039;&amp;#039;Futūḥ aš-Šām&amp;#039;&amp;#039;, „die Eroberung von Syrien“ usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtlicher Ablauf ==&lt;br /&gt;
Die [[Islamische Expansion|arabisch-islamische Expansion]] schließt sich relativ nahtlos an die bereits im Jahre 633, also nur ein Jahr nach dem Tode des Propheten, zum Abschluss gekommenen &amp;#039;&amp;#039;[[Apostasie im Islam#Ridda als historisches Phänomen|ridda]]&amp;#039;&amp;#039;- (Apostasie) Kämpfe an, in deren Zuge der erste der so genannten [[Geschichte des Islam#Die Ära der rechtgeleiteten Kalifen|„rechtgeleiteten“ Kalifen]], [[Abū Bakr]] (reg. 632-34), diejenigen arabischen tribalen Gruppen wieder an das noch junge [[Kalifat]] und die neu entstandene [[Umma|muslimische Gemeinde]] (&amp;#039;&amp;#039;umma&amp;#039;&amp;#039;) band, die nach [[Geschichte des Islam#Arabien vor dem Islam|vorislamischer]] Sitte ihr Loyalitätsverhältnis mit den Muslimen nach dem Tode des Propheten aufgekündigt hatten. Diese neu gewonnenen tribalen Gruppen, deren letztendliche Unterwerfung auch den Prozess der Islamisierung der [[Arabische Halbinsel|Arabischen Halbinsel]] zum Abschluss brachte, sollte auch im Verlaufe der &amp;#039;&amp;#039;futūḥ&amp;#039;&amp;#039; eine zentrale Rolle spielen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Albrecht Noth]] |Titel=Früher Islam |Sammelwerk=Geschichte der arabischen Welt | Herausgeber=Ulrich Haarmann |Ort=München |Jahr=1987 |Seiten=58–59}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor allem die in den Grenzregionen zum [[Byzantinisches Reich|byzantinischen]] und [[Sassanidenreich|sassanidischen]] Reich siedelnden nomadischen Verbände stießen bereits zu einem frühen Zeitpunkt in die Territorien, der beiden aufgrund innerer Streitigkeiten und vorheriger zwischenstaatlicher Kriegshandlungen geschwächten Großreiche vor, deren stehende Heere kaum die Flexibilität besaßen, den schnell und dezentral operierenden arabischen Verbänden die Stirn zu bieten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Albrecht Noth]] |Titel=Früher Islam |Sammelwerk=Geschichte der arabischen Welt | Herausgeber=Ulrich Haarmann |Ort=München |Jahr=1987 |Seiten=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die Tatsache, dass beide Reiche bereits durch frühere nomadische Übergriffe, die meist lokal und zeitlich begrenzt waren, Erfahrung mit den [[Razzia|Razzien]] (&amp;#039;&amp;#039;ġazawāt&amp;#039;&amp;#039;, Sg. &amp;#039;&amp;#039;ġazwa&amp;#039;&amp;#039;) arabischer [[Beduinen]] hatten und die Situation daher falsch einschätzten, mag zur langsamen und nur unzureichenden Reaktion der Zentralregierungen der beiden Reiche und damit zu ihrem schnellen Sturz bzw. ihrer großflächigen territorialen Eindämmung beigetragen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Albrecht Noth]] |Titel=Früher Islam |Sammelwerk=Geschichte der arabischen Welt | Herausgeber=Ulrich Haarmann |Ort=München |Jahr=1987 |Seiten=62–63}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer Faktor, der die rasche Expansion der unorganisierten und nur sehr mittelbar zentral geführten arabischen Kräfte erklären mag, liegt in der Haltung der lokalen Bevölkerungen, in deren Siedlungsgebiete die &amp;#039;&amp;#039;futūḥ&amp;#039;&amp;#039;-Kämpfer zuerst vorstießen. Von ihren – ihre Legitimation vornehmlich auf religiöse Bezugssysteme aufbauenden – Zentralregierungen oftmals aufgrund aus deren Perspektive heterodoxer (sektiererischer) Glaubensüberzeugungen marginalisiert und mit kriegsbedingt hohen Steuerabgaben belastet, begrüßten möglicherweise mehrere syrische und ägyptische Christen, aber auch Gruppen an der Peripherie des persischen Einflussgebietes die administrativ nur wenig geschulten und aufgrund des noch schwach entwickelten islamischen Dogmas religiös eher indifferenten islamischen Eroberer, die ihren neuen Untertanen im Vergleich zu den vorherigen Machthabern nur geringe Steuern auferlegten (zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang vor allem die sogenannte &amp;#039;&amp;#039;[[Dschizya]]&amp;#039;&amp;#039; (Kopfsteuer) für Schriftbesitzer (&amp;#039;&amp;#039;[[ahl al-kitāb]]&amp;#039;&amp;#039;)).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Albrecht Noth]] |Titel=Früher Islam |Sammelwerk=Geschichte der arabischen Welt | Herausgeber=Ulrich Haarmann |Ort=München |Jahr=1987 |Seiten=64–66}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings ist die These, die christliche Bevölkerung Syriens und Ägyptens hätte, weil sie in religiösen Fragen oft in Opposition zur Reichskirche stand, die Araber begrüßt, in der neueren Forschung wieder sehr umstritten, da durchaus heftiger lokaler Widerstand gegen die arabischen Eroberer belegt ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Zusammenfassend Wolfram Brandes: &amp;#039;&amp;#039;Herakleios und das Ende der Antike im Osten. Triumphe und Niederlagen&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Mischa Meier]] (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Sie schufen Europa&amp;#039;&amp;#039;. München 2007, S. 248–258, hier S. 257.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chronologie ==&lt;br /&gt;
Zwar ist die genaue Chronologie der arabisch-islamischen Expansion an vielen Stellen noch zweifelhaft, doch lassen sich wichtige Etappen festhalten: Bereits im Jahre 635 wird [[Damaskus#Mittelalter|Damaskus]] eingenommen, nachdem arabische Verbände zuerst ins sassanidisch kontrollierte [[Mesopotamien]] und ins byzantinische [[Palästina (Region)#Muslimische Herrschaft|Südpalästina]] eingefallen waren. Nur ein Jahr später, 636, stehen sich arabische Kämpfer und ein byzantinisches Heer am [[Schlacht am Jarmuk|Yarmūk]] (Syrien/Palästina) gegenüber, im selben Jahr (oder erst 637) treffen sie in der [[Schlacht von Kadesia|Schlacht von Qādisiyya]] (westlich von Naḥaf, Irak) auf das Heer der Sassaniden, in deren Gefolge deren Hauptstadt [[Ktesiphon]] fällt. Durch die byzantinische Niederlage am Yarmūk waren bereits zuvor Syrien und Palästina faktisch unter muslimische Kontrolle gefallen, eine Entwicklung die mit der Einnahme der letzten byzantinischen Außenposten in diesem Gebiet im Jahre 640 endgültig besiegelt werden sollte. Die [[Frähislamische Zeit (Ägypten)|Eroberung von Ägypten]] unter der Leitung ʿAmr Ibn-al-ʿĀs, die sogenannte &amp;#039;&amp;#039;fatḥ Miṣr&amp;#039;&amp;#039;, vollzog sich in den Jahren 639–642. Parallel hierzu, von ca. 640–642, erobern muslimische Verbände den sassanidischen Iran und schlagen das letzte persische Aufgebot in der [[Schlacht bei Nehawend]] (Zagros-Gebirge) vernichtend. Beginnend im Jahre 650 stoßen muslimische Verbände nun immer tiefer nach Nordafrika vor. Bereits 711 standen Muslime zum ersten Mal im Südindus-Gebiet und setzten von Tanger aus auf die Iberische Halbinsel über, wo sie den letzten Gotenkönig [[Roderich]] in der [[Schlacht am Río Guadalete]] schlagen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Albrecht Noth]] |Titel=Früher Islam |Sammelwerk=Geschichte der arabischen Welt | Herausgeber=Ulrich Haarmann |Ort=München |Jahr=1987 |Seiten=59–60}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
Dem Orientalisten [[Bernard Lewis]] zufolge betrachtete man &amp;#039;&amp;#039;futūḥ&amp;#039;&amp;#039; nicht als reine Eroberungen, sondern als die Befreiung von „gottlosen Regimes“ und die Errichtung der „göttlichen Ordnung“ des [[Islam]]. Dies kommt z.&amp;amp;nbsp;B. in einem Ultimatum zum Ausdruck, das ein muslimischer Heerführer an die Herrscher Persiens geschickt haben soll: „Lob sei Gott, der eure Ordnung umgestoßen, eure üblen Pläne durchkreuzt und eure Einheit entzweit hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[At-Tabarī]] &amp;#039;&amp;#039;Ta&amp;#039;rīḫ&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 1, 2053; [[Abū Yūsuf]] &amp;#039;&amp;#039;Kitāb al-ḫarāǧ&amp;#039;&amp;#039;, 85; Abū Ubaid al-Qāsim b. Sallam &amp;#039;&amp;#039;Kitāb al-amwāl&amp;#039;&amp;#039; (Kairo 1934), 34.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Sprachgebrauch ist Lewis zufolge vergleichbar mit dem Begriff „Befreiung“. Entsprechend wurde er im 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert häufiger von muslimischen Historikern der Moderne in der Darstellung des Frühislams in diesem Zusammenhang genannt. Diese Denkweise von legitimen Eroberungen begründet sich Lewis zufolge auf dem Prinzip der [[fitra]]&amp;lt;ref&amp;gt;Lewis 1991, 159, Fußnote 8&amp;lt;/ref&amp;gt;, nach dem es der Natur des Menschen entspräche, Muslim zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Bernard Lewis]] |Titel=Die politische Sprache des Islam |Ort=Berlin |Verlag=Rotbuch Rationen |Jahr=1991 |Seiten=151f |ISBN=3-88022-769-1}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Rudi Paret]] |Titel=Die Bedeutungsentwicklung von arabisch fatḥ |Sammelwerk=Orientalia Hispanica |Nummer=1 |Jahr=1974 |Seiten=537–541 |ISBN=90-04-03996-1}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Albrecht Noth]] |Titel=Früher Islam |Sammelwerk=Geschichte der arabischen Welt | Herausgeber=[[Ulrich Haarmann]] |Ort=München |Verlag=Beck|Jahr=1987|ISBN=3-406-31488-0 |Seiten=11–100}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Futuh}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islamische Expansion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Antimattergun</name></author>
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