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	<title>Furchtbare Juristen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-20T21:40:11Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Wheeke: HC: Ergänze Kategorie:Rechtsgeschichtliche Publikation</title>
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		<updated>2025-12-28T13:55:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:HC&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:HC (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;HC&lt;/a&gt;: Ergänze &lt;a href=&quot;/index.php?title=Kategorie:Rechtsgeschichtliche_Publikation&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Kategorie:Rechtsgeschichtliche Publikation (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Kategorie:Rechtsgeschichtliche Publikation&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bild Buchtitel Furchtbare Juristen 2.gif|mini|hochkant|Buchumschlag 1987]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Furchtbare Juristen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; – Untertitel: &amp;#039;&amp;#039;Die unbewältigte Vergangenheit unserer Justiz&amp;#039;&amp;#039; – ist der Titel eines erstmals 1987 erschienenen Buches des Juristen [[Ingo Müller (Jurist)|Ingo Müller]]. Es behandelt die Verbrechen der deutschen Justiz in der [[Zeit des Nationalsozialismus]] und die durch Übernahme von NS-vorbelasteten Juristen in den [[Staatsdienst]] der [[Bundesrepublik Deutschland]] verhinderte gerichtliche Aufarbeitung ebendieser Verbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Buch erfuhr breite öffentliche Beachtung und bewirkte eine bis heute anhaltende Debatte über die Unabhängigkeit der Richter und Verpflichtung des [[Rechtsstaat]]s zur Bewältigung vergangener Justizverbrechen. Zuletzt erschien am 23. September 2020 eine Neuauflage bei [[Edition Tiamat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
Müllers Buchtitel griff einen Ausdruck des Schriftstellers [[Rolf Hochhuth]] auf, den dieser 1978 im Zuge der [[Filbinger-Affäre]] auf das Verhalten des damaligen [[Ministerpräsident]]en [[Baden-Württemberg]]s, [[Hans Filbinger]], in dessen Zeit als [[Militärgerichtsbarkeit (Nationalsozialismus)|Marinerichter]] bezogen hatte. In der Einleitung erinnerte Müller an dessen in einem Interview am 8. Mai 1978 in der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Der Spiegel]]&amp;#039;&amp;#039; gefallenes Diktum: „Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein.“ Müller sah dieses „Beharren auf der Rechtmäßigkeit der unmenschlichen Justiz des Dritten Reiches“ als [[symptom]]atisch für die Haltung vieler deutscher Juristen der NS- und bundesdeutschen Nachkriegszeit an. Demgemäß beschrieb er die Kontinuitäten einer gegen grundlegende Prinzipien des Rechtsstaats agierenden Richtergeneration, auch anhand von vielen Einzelbiografien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausdruck „furchtbare Juristen“ wurde seit 1978 zu einem geflügelten Wort, das in Büchern und Medien auch auf die Verstrickungen anderer Berufsgruppen in die NS-Verbrechen übertragen wird, etwa „furchtbare [[Beamter (Deutschland)|Beamte]]“ für Bürokraten, „furchtbare [[Lehrer]]“ für gewalttätige Pädagogen, „furchtbare [[KZ-Arzt|Ärzte]]“ für teils [[Nürnberger Ärzteprozess|verurteilte]] Mediziner, die im Dritten Reich bei [[Menschenversuche in nationalsozialistischen Konzentrationslagern|Menschen-Versuchen]] [[KZ-Häftling]]e ermordeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Müller veröffentlichte 1987 sein Buch als Reaktion auf das Ende der bzw. die nie eingeleitete Strafverfolgung von Richtern des [[Volksgerichtshof]]s. Er begann sein Werk mit den Worten: {{&amp;quot;|Unter den Verbrechen des Nazi-Regimes sind jene der deutschen Justiz weitgehend unbeobachtet und ungesühnt geblieben. Es ist eine beklemmende Tatsache, dass es den Juristen gelungen ist, ihre Vergangenheit zu verschleiern und zu beschönigen.|Autor=Ingo Müller|Quelle=Furchtbare Juristen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er beschrieb im 1. Kapitel auf wenigen Seiten den Kampf der Justiz zu Beginn des 19. Jahrhunderts um ihre Unabhängigkeit, die mit der Aufklärungsbewegung und dem Kampf um [[Menschenrechte]] gegenüber der reaktionären Politik [[Klemens Wenzel Lothar von Metternich|Fürst von Metternichs]] einherging. Das 2. Kapitel unter der Überschrift „Die forcierte Anpassung“ beschreibt, wie Reichskanzler [[Otto von Bismarck]] im [[Deutsches Kaiserreich|Kaiserreich]] die Justiz politisch instrumentalisierte und mit Gesetzen staatlich kontrollierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem 3. und 4. Kapitel näherte sich Müller seinem eigentlichen Thema: Er beschrieb die Richter der [[Weimarer Republik]], ihr Verhältnis zum aufsteigenden [[Nationalsozialismus]] und zur deutschen Wiederaufrüstung. An vielen Einzelfällen zeigte er auf, wie die Weimarer Justiz diese Vorgänge deckte und förderte, auch mit neuen Rechtsbegriffen und Rechtskonstruktionen wie dem „Staatsnotstand“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im zweiten Hauptteil (S. 35–202) beschrieb Müller „Die deutsche Justiz 1933 bis 1945“. Er ging aus vom [[Reichstagsbrand]]-Prozess über die [[Gleichschaltung|„Selbstgleichschaltung“]] des [[Deutscher Richterbund|deutschen Richterbundes]], beschrieb die Rolle des Reichsgerichtspräsidenten [[Erwin Bumke]] und des Staatsrechtlers [[Carl Schmitt]] dabei, die Schaffung des NS-Staates durch Ausnahmegesetze ab März 1933, die Ausschaltung jeder politischen Opposition durch die noch nicht von NS-Richtern dominierten Gerichte und die Verdrängung von [[Juden]] und liberalen Rechtsanwälten aus der Anwaltschaft mit dem [[Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sodann beschrieb er die Deformation des Rechts durch die nationalsozialistische Weltanschauung und die Bemäntelung von NS-Terror und NS-Verbrechen durch Einführung neuer Rechtsbegriffe wie „[[Führerprinzip|Führertum]]“, „[[Volkstum|völkische Ordnung]]“, „[[Rassentheorie|rassische Artgleichheit]]“, „Schutz der [[Volksgemeinschaft]]“ u.&amp;amp;nbsp;a., die Bindung der Beamtenschaft an den Führer statt an das Recht, die systematische Verschärfung des Strafvollzugs durch Einrichtung von [[Konzentrationslager]]n, die rassistischen Rechtslehren, die zu den [[Nürnberger Gesetze]]n und einer Flut von „[[Rassenschande]]“-Prozessen führten, die „totale Entrechtung“ der Juden durch immer neue diskriminierende Rechtsdefinitionen und Strafverordnungen der Juristen, die rechtliche Freigabe der [[Zwangssterilisation]] von „Erbkranken“ und der „[[Vernichtung lebensunwerten Lebens]]“ in der [[Aktion T4]], die Rolle von [[Reichsgericht]], Volksgerichtshof und [[Sondergericht]]en, die er „[[Standgericht]]e der inneren Front“ nannte, deren Rolle in den eroberten Gebieten Osteuropas, die [[Nacht-und-Nebel-Erlass|Nacht-und-Nebel]]-Justiz der spurlosen Entführung und Internierung von potentiellen Widerstandskämpfern, die Konkurrenzsituation zwischen Gerichten und [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]], die [[Militärgerichtsbarkeit (Nationalsozialismus)|Militärgerichte]] im Zweiten Weltkrieg. Im letzten Kapitel 18 dieses Hauptteils beschrieb Müller auch Einzelfälle von richterlichem Widerstand gegen die systematische [[Rechtsbeugung]] im NS-Staat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkungen ==&lt;br /&gt;
Das Buch sorgte in der breiten Öffentlichkeit für Aufsehen. Es brachte dem Autor auch außerhalb der juristischen Fachpresse große Bekanntheit ein. Am 4. Mai 1988 erhielt Müller für das Werk – zusammen mit [[Karl Holl (Historiker)|Karl Holl]] für dessen Veröffentlichung &amp;#039;&amp;#039;Pazifismus in Deutschland&amp;#039;&amp;#039; – den alle zwei Jahre vergebenen [[Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik]] der Stadt [[Oldenburg (Oldb)|Oldenburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Ungesühnte Nazijustiz]]&lt;br /&gt;
* [[Justiz und NS-Verbrechen]]&lt;br /&gt;
* [[Rechtsbeugung#Aufarbeitung von NS-Justizverbrechen]]&lt;br /&gt;
* [[NS-Prozesse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ingo Müller: &amp;#039;&amp;#039;Furchtbare Juristen.&amp;#039;&amp;#039; Kindler-Verlag, München 1987, ISBN 3-463-40038-3; Neuausgabe Edition Tiamat, Berlin 2020, ISBN 978-3-89320-258-4.&lt;br /&gt;
* Karl Holl: &amp;#039;&amp;#039;Pazifismus in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;; Ingo Müller: &amp;#039;&amp;#039;Furchtbare Juristen: Eine Dokumentation zum Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg 1988.&amp;#039;&amp;#039; Kulturdezernat Oldenburg (Hrsg.), Oldenburg 1988, ISBN 3-87358-315-1.&lt;br /&gt;
* Iris Törmer: &amp;#039;&amp;#039;Selbstamnestierung der Justiz.&amp;#039;&amp;#039; In: Torben Fischer, [[Matthias N. Lorenz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Transcript, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-89942-773-8, S. 98–101.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Ingo Müller: [https://www.ev-akademie-boll.de/fileadmin/res/otg/520507-Mueller.pdf &amp;#039;&amp;#039;Justiz ohne Gewissen – Justiz „nach bestem Wissen und Gewissen“: Deutsche Richter von 1933 bis 1945 und die Bedeutung des Gewissens nach 1945.&amp;#039;&amp;#039;] (Evangelische Akademie Bad Boll, 4.–6. Mai 2007)&lt;br /&gt;
* [[Klaus-Detlev Godau-Schüttke]]: [https://forhistiur.net/2001-06-godau-schuttke/?l=de &amp;#039;&amp;#039;Ent- und Renazifizierung der Justiz (dort § 116 DRiG).&amp;#039;&amp;#039;] &amp;#039;&amp;#039;Forum historiae iuris,&amp;#039;&amp;#039; 6. Juni 2001, ISSN 1860-5605.&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20180315070454/https://www.zeit.de/1961/25/urteile-die-erschrecken/komplettansicht &amp;#039;&amp;#039;Urteile, die erschrecken: Studentische Spannungen wegen der Ausstellung „Ungesühnte Nazijustiz“.&amp;#039;&amp;#039;] &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]].&amp;#039;&amp;#039; Nr. 25, 16. Juni 1961.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarisches Werk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Deutsch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Literatur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht (Deutsches Reich, 1933–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Forschung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rolf Hochhuth]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsgeschichtliche Publikation]]&lt;/div&gt;</summary>
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