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	<title>Funkstation Kamina - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Funkstation_Kamina&amp;diff=1993797&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Andreas P 15: /* Fotos der Stationsüberreste */ perrow=4 (statt 3)</title>
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		<updated>2026-02-02T12:21:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Fotos der Stationsüberreste: &lt;/span&gt; perrow=4 (statt 3)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Sendeanlage&lt;br /&gt;
| NAME       = Funkstation Kamina&lt;br /&gt;
| OFZ_NAME   = &lt;br /&gt;
| FUNK_NAME  = &lt;br /&gt;
| BILD       = Kamina Tranmitter.jpg&lt;br /&gt;
| BILD_BES   = „Funkstation Kamina in Togo“&amp;lt;br /&amp;gt;(zeitgenössische Postkarte)&lt;br /&gt;
| ORT        = [[Kamina (Togo)|Kamina]]&lt;br /&gt;
| REGION-ISO = TG-P&lt;br /&gt;
| NS         = 7.505623&lt;br /&gt;
| EW         = 1.170541&lt;br /&gt;
| LAGEPUNKT  = 386&lt;br /&gt;
| VERW       = Fernmelde&lt;br /&gt;
| BESITZER   = [[Deutsches Kaiserreich]]&lt;br /&gt;
| ABRISS     = 1914&lt;br /&gt;
| BAU_DEKADE = 191&lt;br /&gt;
| ABR_DEKADE = 191&lt;br /&gt;
| S_ANZAHL_T = 9&lt;br /&gt;
| S_HOCH_GES = 3×75/6×120&lt;br /&gt;
| S_BAU_ZEIT = 1911–1914&lt;br /&gt;
| S_BET_ZEIT = Juli 1914–August 1914&lt;br /&gt;
| S_WELLE    = &lt;br /&gt;
| S_TYP      = Richtfunk&lt;br /&gt;
| S_STILL    = August 1914&lt;br /&gt;
| CAT_TYP    = Anlage&lt;br /&gt;
| CAT_NAME   = Kamina Funkstation&lt;br /&gt;
| CAT_STADT  = &lt;br /&gt;
| WEITERES   = [[Inbetriebnahme]]:/Ende Juli 1914&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Funkstation Kamina&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war eine Sende- und Empfangsanlage für [[Telegrafie#Telegrafie per Funk|drahtlose Telegrafie]] ([[Löschfunkensender]]) in der [[Deutsche Kolonien|deutschen Kolonie]] [[Deutsche Kolonie Togo|Togo]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Standort befand sich nahe dem Dorf [[Kamina (Togo)|Kamina]]. Die nächstgelegene, größere Ansiedlung war [[Atakpamé]]. Die Station wurde durch das deutsche Unternehmen [[Telefunken]] im Auftrag der deutschen Reichsregierung von 1911 bis 1914 geplant und gebaut. In ihrer Größe und Lage war die Station als Knoten- und Vermittlungspunkt für andere deutsche Kolonialfunkstellen konzipiert. Kurz nach Beginn des [[Togo im Ersten Weltkrieg|Ersten Weltkriegs in Togo]] wurde sie durch das Betriebspersonal selbst zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Planung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dt funkstellen afrika1914.png|mini|Deutsche Funkstellen in Afrika und Europa um 1914]]&lt;br /&gt;
Im &amp;#039;&amp;#039;Ausschuss für gemeinsame Arbeit auf dem Gebiet der Funktelegraphie&amp;#039;&amp;#039; der deutschen Reichsregierung empfahlen Vertreter von Heer, Marine und Kolonien am 9. Dezember 1910 die Aufnahme von Funkversuchen in der Kolonie Togo. Zuvor waren bereits Versuche per Schiff vor der Küste [[Kamerun]]s unternommen worden, die jedoch nicht zufriedenstellend verlaufen waren. Die Experten der Firma Telefunken erachteten die Region um Atakpamé in Togo hingegen als aussichtsreich. Als Platz für die Empfangsstation sollte zunächst Anae, nördlich von Atakpamé, dienen. Mit der Durchführung wurde Freiherr [[Anton von Codelli]] betraut, der zusammen mit zwei Militärangehörigen und drei Monteuren am 15. Februar 1911 in Togo eintraf. Das Material zur Errichtung einer Versuchsstation befand sich ab April 1911 vor Ort. Mit Hilfe des örtlichen Gouvernements wurden 120 afrikanische Arbeiter und 150 Träger für Telefunken zwangsrekrutiert. Ihr Tageslohn betrug zwischen 50 und 75 Pfennig, was auch im damaligen Vergleich sehr gering war. (In der britischen Nachbarkolonie [[Goldküste (Kolonie)|Goldküste]] erhielten Einheimische für vergleichbare Arbeiten umgerechnet 2 [[Goldmark|Mark]].)&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhard Klein-Arendt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Kamina ruft Nauen!&amp;quot; Die Funkstellen in den deutschen Kolonien 1904-1918&amp;#039;&amp;#039;. Köln: Wilhelm Herbst Verlag, 1995, S. 113f. ISBN 3-923925-58-1&amp;lt;/ref&amp;gt; Die im Rahmen des kolonialen Herrschaftsverhältnisses bestehende Ausbeutung von Arbeitskräften wurde durch Telefunken voll in Anspruch genommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.friedewald-family.de/Publikationen/GAGFriedewald.pdf Michael Friedewald: &amp;#039;&amp;#039;Funkentelegrafie und deutsche Kolonien: Technik als Mittel imperialistischer Politik&amp;#039;&amp;#039;, S. 59 (pdf; 267&amp;amp;nbsp;kB)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem im ersten Halbjahr 1911 mehrere Rückschläge durch Sturmschäden hinzunehmen waren, gelang am 7. Juni 1911 eine Funkverbindung mit der [[Großfunkstelle Nauen|Funkstation Nauen]] bei Berlin. Die Antenne wurde provisorisch per [[Fesselballon]] in Position gebracht. Daraufhin erhielt Codelli den Auftrag zum Ausbau einer dauerhaften Station.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Standortwahl und Aufbau ==&lt;br /&gt;
Aufgrund besserer [[Gelände|Topographie]]- und Transportverhältnisse sowie ausreichender Wasserversorgung wurde eine Fläche bei Atakpamé als endgültiger Bauplatz ausgewählt. Der Platzbedarf betrug anfangs etwa 1600 × 300 Meter zwischen den Dörfern Auju und Kamina. Die Richtung nach Berlin war frei von näher liegenden Bergen. Die Entfernung zur [[Bahnstrecke Lomé–Blitta|Hinterlandbahn]] bei Agbonu betrug 3,5 Kilometer. Die direkte Verkehrsanbindung wurde durch den Bau einer [[Feldbahn]] mit einer [[Spurweite (Bahn)|Spurweite]] von 600 Millimetern sichergestellt, auf der eine [[benzol]]betriebene Lokomotive des Herstellers [[Deutz AG|Deutz]] fuhr.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Schroeter, Roel Ramaer: &amp;#039;&amp;#039;Die Eisenbahnen in den einst deutschen Schutzgebieten/German Colonial Railways&amp;#039;&amp;#039;. Röhr-Verlag, Krefeld 1993, S. 116, ISBN 3-88490-184-2&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Wasser zur Kühlung und Dampferzeugung der Maschinen konnte ein nahe gelegener Bach bieten. Auf dem Bauplatz entstanden unter anderem eine [[Köhler]]ei, [[Tischlerei]], [[Ziegelei]] sowie eine [[Schmiede (Werkstatt)|Schmiede]]. Zur Arbeit wurden Einheimische vom Volk der [[Kabiyé (Volk)|Kabre]] aus dem Norden der Kolonie verpflichtet. Zunächst wurden drei [[Gittermast]]en mit einer Höhe von jeweils 75 Metern errichtet, für die insgesamt neun Befestigungsfundamente gebaut wurden (für drei Drahtseil-Abspannungen pro Turm). Hinzu kam ein Erdnetz aus verzinktem Eisendraht sowie fast 300 Telegraphenstangen für das gerichtete elektrische Gegengewicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Bau der Telefunken-Station Kamina (Togo), in: &amp;#039;&amp;#039;Telefunken-Zeitung&amp;#039;&amp;#039;, 2. Jg., Nr. 12, Juni 1913, S. 166ff. ([https://www.radiomuseum.org/forumdata/users/5100/TZ_2Jg_Nr12_Juni_1913_v10.pdf gesamtes Heft als PDF; 3,45 MB)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da für den Bau und den späteren Betrieb Brennholz statt Kohle verwendet wurde, kam es zur erheblichen Abholzung der ohnehin nur schwach bewaldeten Region um Kamina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Probebetrieb und Endausbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Transmitter mast kamina togo.jpg|mini|Funkmast und Gebäude der Funkstation Kamina, 1914]]&lt;br /&gt;
Der Probebetrieb wurde abermals durch Sturmschäden verzögert, diesmal allerdings am anderen Ende der [[Funkstrecke]] in [[Großfunkstelle Nauen|Nauen]]. Außerdem erlaubten atmosphärische Störungen nur nachts und vormittags einen ausreichenden Empfang. Schließlich konnten jedoch erfolgreiche Resultate erzielt werden, so dass 1913 die Reichsregierung den Beschluss fasste, Kamina zur Großfunkstelle auszubauen. Zu den drei Funktürmen kamen noch einmal sechs Türme mit einer Höhe von jeweils 120 Metern hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 7. Oktober 1913 statteten Staatssekretär [[Wilhelm Solf]] und Togos Gouverneur, [[Adolf Friedrich zu Mecklenburg|Herzog zu Mecklenburg]], der Funkstation einen Besuch ab. Die Station wurde hierzu festlich geschmückt und die Türme beleuchtet. In einer Kinoaufführung wurden Aufnahmen des Stationsbaus gezeigt. [[Staatssekretär]] Solf bezeichnet den Besuch Kaminas rückblickend als „den Clou“ seiner Reise.&amp;lt;ref&amp;gt;Besuch des Staatssekretärs des Reichskolonialamtes,&lt;br /&gt;
Exe. Solf, auf der Telefunkenstation Kamina (Togo), in: &amp;#039;&amp;#039;Telefunken-Zeitung&amp;#039;&amp;#039;, 3. Jg., Nr. 13, S. 40f. ([https://www.radiomuseum.org/forumdata/users/5100/TZ_3Jg_Nr13_1v1_v10.pdf gesamtes Heft als PDF; 2,13 MB])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Endausbau umfasste die Station ein Areal von etwa 4000 × 3000 Metern mit neun Funktürmen und folgenden Gebäuden:&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhard Klein-Arendt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Kamina ruft Nauen!&amp;quot; Die Funkstellen in den deutschen Kolonien 1904-1918&amp;#039;&amp;#039;. Köln: Wilhelm Herbst Verlag, 1995, S. 206f. ISBN 3-923925-58-1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Empfänger- und Beamtenwohnhaus&lt;br /&gt;
* Sendehaus mit Wasserbehälter und Kühlturm&lt;br /&gt;
* Kesselhaus mit Wasserreinigung&lt;br /&gt;
* Maschinenhalle&lt;br /&gt;
* Stauwehr und Pumpenhaus&lt;br /&gt;
* Betriebsleiterhaus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Station war Mitte Juni 1914 im Wesentlichen fertiggestellt. Die offizielle Inbetriebnahme erfolgte Ende Juli 1914.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufbau und Betriebsbeginn der Station wurden zunächst geheim gehalten. Funksprüche von und nach Kamina konnte von Kolonialfunkstellen anderer Nationen empfangen werden. Bis zum Ersten Weltkrieg hatten ausländische Funker aber Schwierigkeiten, die Signale einer ihnen bekannten Station zuzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;E. R. Macpherson: Radio-Telegraphy on the West Coast of Africa 1914, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Royal United Services Institute|Royal United Service Institution]], Journal&amp;#039;&amp;#039;, 68, Feb./Nov. 1923, S. 487–491.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kriegsbetrieb und Zerstörung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Togoland Nachrichtenwesen 1914.png|mini|hochkant|Nachrichtennetz der Kolonie Togoland um 1914]]&lt;br /&gt;
Beim Beginn des Ersten Weltkriegs befanden sich der Oberingenieur Dr. [[Abraham Esau]] und der [[Ingenieur]] Carl W. H. Doetsch in der Station Kamina. In den letzten Julitagen 1914 empfingen sie das Codewort &amp;#039;&amp;#039;havaube&amp;#039;&amp;#039;, das als Kriegswarnung für deutsche Handelsschiffe identifiziert wurde. Die Meldung wurde an alle erreichbaren Land- und Schiffsstationen weitergeleitet. Am 2. August 1914 traf der [[Mobilmachung]]sbefehl ein. Unter Leitung von Esau wurde die Station auf den erwarteten Hochbetrieb vorbereitet. Esau nannte später die Hauptaufgaben der ersten Kriegstage in folgender Priorität:&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhard Klein-Arendt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Kamina ruft Nauen!&amp;quot; Die Funkstellen in den deutschen Kolonien 1904-1918&amp;#039;&amp;#039;. Köln: Wilhelm Herbst Verlag, 1995, S. 266ff. ISBN 3-923925-58-1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Aufforderung an deutsche Schiffe, neutrale Häfen anzulaufen&lt;br /&gt;
# Übermittlung von Befehlen und Nachrichten an die afrikanischen „Schutzgebiete“ sowie an deutsche Kriegsschiffe in afrikanischen Gewässern&lt;br /&gt;
# Weitergabe der aus den Kolonien zusammenlaufenden Meldungen nach Berlin&lt;br /&gt;
# Vermittlung des Nachrichtenverkehrs mit Südamerika in Anknüpfung an noch nutzbare [[Seekabel]]&lt;br /&gt;
# Verbindungsversuche mit Funkstationen neutraler Länder&lt;br /&gt;
# Abhorchen des feindlichen Funkverkehrs&lt;br /&gt;
# Störung des feindlichen Funkverkehrs&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Anfang August 1914 setzte ein intensiver Betrieb durch Regierungs- und Pressetelegramme ein. Jetzt zeigte sich die Bedeutung Kaminas als Knoten- und Vermittlungspunkt. Die Stationen in [[Kamerun (deutsche Kolonie)|Kamerun]], [[Deutsch-Südwestafrika|Deutsch-Südwest-]] und [[Deutsch-Ostafrika]] verfügten ihrerseits nicht über die Sendeleistung, um eine regelmäßige Verbindung mit Deutschland herzustellen. Von Ostafrika konnte selbst Kamina keine Antworten empfangen, da die dortigen Stationen nur regionale Sendereichweiten besaßen. Hierhin wurde praktisch „blind“ gefunkt. Die Funksprüche via Kamina wurden aber in [[Daressalam]] empfangen und bis zu dem im [[Indischer Ozean|Indischen Ozean]] befindlichen Kreuzer &amp;#039;&amp;#039;[[Königsberg (Schiff, 1907)|Königsberg]]&amp;#039;&amp;#039; weitergeleitet. Erste Rückmeldungen trafen auch per Seekabel aus [[Südamerika]] ein. Die Stationsbesatzung Kaminas wusste nun, dass ihre Warnmeldungen von deutschen Schiffen im [[Südatlantik]] empfangen worden waren und sie sichere Häfen in neutralen Staaten [[Lateinamerika]]s erreicht hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Esau berichtete, seine Tätigkeit sei von gegnerischen Störversuchen beeinträchtigt gewesen, die vor allem von den starken Sendeanlagen des Pariser [[Eiffelturm]]s ausgegangen wären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kolonialadministration von Togo erhielt von der deutschen Reichsregierung die Anweisung, die Station so lange wie möglich vor der Besetzung durch die britische bzw. französische Nachbarkolonie zu schützen. Der Landbezirk Atakpamé war infolgedessen der einzige Teil Togos, der nicht freiwillig von deutscher Seite geräumt wurde. Da die Deutschen in der Kolonie jedoch nur kleine [[Polizeitruppe der Kolonie Togo|Polizeieinheiten]] – keine [[Schutztruppe]]n – unterhielten, war die baldige Besetzung absehbar. Die Station wurde für die Zerstörung vorbereitet, um sie nicht funktionsfähig in feindliche Hände fallen zu lassen. Der Befehl zur Selbstzerstörung erging am 20. August 1914 und wurde in der Nacht von 24. auf den 25. August, wenige Tage vor der Kapitulation Togos, ausgeführt. Die Funktürme wurden gewaltsam niedergerissen und sämtliche technischen Apparaturen zerschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilanz ==&lt;br /&gt;
Die mit weitreichenden Absichten errichtete Station stand nur etwa einen knappen Monat in offiziellem Betrieb. Diese Zeit war gleichwohl von hoher Intensität geprägt. In der Zeit vom 1. bis zum 22. August 1914 wurden insgesamt 229 Telegramme empfangen und gesendet. Schätzung zufolge standen den Baukosten der Station von 4 bis 5 Millionen [[Goldmark|Mark]], Werte von mindestens 80 Millionen Mark gegenüber, die durch Warnmeldungen der Station dem Zugriff der [[Triple Entente|Entente]]-Mächte entzogen wurden. Der Schiffsraum der von Kamina aus gewarnten Handelsschiffe umfasste etwa 800.000 [[Bruttoregistertonne|BRT]].&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhard Klein-Arendt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Kamina ruft Nauen!&amp;quot; Die Funkstellen in den deutschen Kolonien 1904-1918&amp;#039;&amp;#039;. Köln: Wilhelm Herbst Verlag, 1995, S. 273f. ISBN 3-923925-58-1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bedienungspersonal der Funkstation Kamina wurde von den britischen Besatzern nach Lomé gebracht und dort den Franzosen übergeben. Nach einer entbehrungsreichen Odyssee durch Kriegsgefangenenlager in den französischen Kolonien und [[Frankreich]] gelangten die letzten Stationsangehörigen 1919 nach Deutschland.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl W. H. Doetsch: Kamina und das Los der Togogefangenen, in: &amp;#039;&amp;#039;Telefunken-Zeitung&amp;#039;&amp;#039;, 4. Jg., Nr. 19, Feb. 1920, S. 29–41. ([https://www.radiomuseum.org/forumdata/users/5100/TZ_4Jg_Nr19_1v1_v10.pdf gesamtes Heft als PDF; 4,83 MB])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zunächst erwogener Wiederaufbau wurde aufgrund der gründlichen Zerstörung verworfen. Heute erinnern noch Fundamente der Haltetrossen an die einstige Großfunkstelle. Daneben ist ein Büro- und Wohnhaus für das technische Personal sowie das mittlerweile umgebaute Empfänger- und Beamtenwohnhaus erhalten geblieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Lauber (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Architektur in Togo 1884-1914/L&amp;#039;Architecture allemande au Togo 1884-1914&amp;#039;&amp;#039;. Karl Krämer Verlag, Stuttgart 1993, S. 130–136, ISBN 3-7828-4017-8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rekonstruktion ==&lt;br /&gt;
Der Historiker [[Peter Sebald]] baute ein Modell der Station, das 2009 anlässlich eines Buch- und Fotoprojekts von [[Reinhard Klein-Arendt]] am [[Goethe-Institut]] in [[Lomé]] gezeigt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.goethe.de/INS/tg/lom/acv/pok/2009/de4304610v.htm Kamina – Die transkontinentale Funkstation des Kaiserreiches in Togo 1911 – 1914.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fotos der Stationsüberreste ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center centered&amp;quot; caption=&amp;quot;Funkstation Kamina 2010&amp;quot; widths=&amp;quot;260px&amp;quot; heights=&amp;quot;180px&amp;quot; perrow=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Togo Funkstation Kamina 2010 1.jpg|Wasserspeicher&lt;br /&gt;
 Togo Funkstation Kamina 2010 4.jpg|Unterirdische Anlagen&lt;br /&gt;
 Togo Funkstation Kamina 2010 2.jpg|Generatorenanlage&lt;br /&gt;
 Togo Funkstation Kamina 2010 3.jpg|Generatorenanlage Ausmaße zum Vergleich&lt;br /&gt;
 Togo Funkstation Kamina 2010 5.jpg|Generator&lt;br /&gt;
 Togo Funkstation Kamina 2010 7.jpg|Dampfkessel für Generatoren&lt;br /&gt;
 Togo Funkstation Kamina 2010 6.jpg|Fundament der Haltetrossen mit Sprenglöchern&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Erster Weltkrieg außerhalb Europas]]&lt;br /&gt;
* [[Funkstation Togblekovhe]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der deutschen Kolonialfunkstellen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Abraham Esau: Die Großstation Kamina und der Beginn des Weltkrieges, in: &amp;#039;&amp;#039;Telefunken-Zeitung&amp;#039;&amp;#039;, III. Jahrg, Nr. 16, Juli 1919, S. 31–36. ([https://www.radiomuseum.org/forumdata/users/5100/TZ_3Jg_Nr16_1v1_v10.pdf gesamtes Heft als PDF; 4,7 MB])&lt;br /&gt;
* Reinhard Klein-Arendt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Kamina ruft Nauen!&amp;quot; Die Funkstellen in den deutschen Kolonien 1904–1918&amp;#039;&amp;#039;. Köln 1995, Wilhelm Herbst Verlag, ISBN 3-923925-58-1.&lt;br /&gt;
* Reinhard Klein-Arendt, Peter Sebald: &amp;#039;&amp;#039;Kamina: Des Kaisers Großfunkstation in Afrika – Telefunken in der deutschen Kolonie Togo 1911-1914.&amp;#039;&amp;#039;  Maisach 2013, Margret Kopp, Togo-Contact, ISBN 978-3-00-042631-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Kamina Radio Transmitter}}&lt;br /&gt;
* [http://www.friedewald-family.de/Publikationen/GAGFriedewald.pdf Michael Friedewald: &amp;#039;&amp;#039;Funkentelegrafie und deutsche Kolonien: Technik als Mittel imperialistischer Politik&amp;#039;&amp;#039;. (pdf; 267&amp;amp;nbsp;kB)]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20120131092905/http://www.golf-dornseif.de/uploads/Pionierjahre%20der%20kolonialen%20Telegrafie-Verbindungen.pdf Golf Dornseif: &amp;#039;&amp;#039;Pionierjahre der kolonialen Telegrafie-Verbindungen&amp;#039;&amp;#039;. (pdf; 2,2&amp;amp;nbsp;MB)]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20131015102811/http://www.golf-dornseif.de/uploads/Deutsche%20Tropen-Architektur%20im%20Togoland.pdf Golf Dornseif: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Tropen-Architektur im Togoland&amp;#039;&amp;#039;. (pdf; 1,9&amp;amp;nbsp;MB)]&lt;br /&gt;
* [http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/Bildprojekt/Lexikon/php/suche_db.php?suchname=Funkentelegraphie Schlagwort „Funkentelegraphie“ im Deutschen Koloniallexikon von 1920]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Togo]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 1910er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zerstört in den 1910er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Koloniale Architektur in der Deutschen Kolonie Togo]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zerstört im Ersten Weltkrieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region Plateaux]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische Sendeanlage|Kamina Funkstation]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Andreas P 15</name></author>
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