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	<title>Fundplatz Bentumersiel - Versionsgeschichte</title>
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		<title>~2025-34368-01: /* Wiederentdeckung */Tippfehler</title>
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		<updated>2026-01-23T09:16:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Wiederentdeckung: &lt;/span&gt;Tippfehler&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Fund&lt;br /&gt;
| NAME= &lt;br /&gt;
| KARTE=&lt;br /&gt;
| KARTENBESCHREIBUNG=&lt;br /&gt;
| BILD=&lt;br /&gt;
| BILDBESCHREIBUNG=&lt;br /&gt;
| MASSE=&lt;br /&gt;
| EINORDNUNG-WANN= Römische Kaiserzeit&lt;br /&gt;
| EINORDNUNG-WO=[[Jemgum|Bentumersiel]], [[Landkreis Leer]]/[[Niedersachsen]]&lt;br /&gt;
| BESONDERHEITEN=&lt;br /&gt;
| BESONDERHEITEN1=&lt;br /&gt;
| LAGE-POLITISCH=[[Niedersachsen]], [[Deutschland]]&lt;br /&gt;
| LAGE-FUND=[[Jemgum|Bentumersiel]]&lt;br /&gt;
| LAGE-FUND-BEZ=Fundort&lt;br /&gt;
| BREITENGRAD= 53/14/47.74/N&lt;br /&gt;
| LÄNGENGRAD= 07/23/28.41/E&lt;br /&gt;
| REGION-ISO= DE-NI&lt;br /&gt;
| POSKARTE=Deutschland Niedersachsen&lt;br /&gt;
| ALTERNATIVKARTE=&lt;br /&gt;
| BILD1=&lt;br /&gt;
| BILD1-BESCHREIBUNG=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der [[Archäologie|archäologische]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fundplatz Bentumersiel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; befindet sich in der Nähe der [[Ems]]mündung am linken Ufer des Flusses auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde [[Jemgum]] im [[Niedersachsen|niedersächsischen]] [[Landkreis Leer]]. Es handelt sich um eine [[Germanen|germanische]] Siedlung, die um die Zeitenwende genutzt wurde. Der Fluss markierte zu dieser Zeit die Grenze der Siedlungsgebiete der [[Friesen]] (links des Ems) und der [[Chauken]], die damals auf dem Gebiet des heutigen [[Ostfriesland]]s lebten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fundplatz ist neben dem [[Römerlager Hedemünden]], der [[Fundregion Kalkriese]], dem [[Römisches Marschlager von Wilkenburg|Römischen Marschlager von Wilkenburg]] und dem [[Harzhornereignis]] eine der wenigen Fundstellen mit römischen [[Militaria]] im norddeutschen Raum.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kulturport&amp;quot;&amp;gt;Erwin Strahl: [http://www.kultur-port.de/index.php/kunst-kultur-events/events-bildende-kunst/details/1880-germanische-siedler--roemische-legionaere-die-siedlung-bentumersiel-an-der-unteren-ems.html &amp;#039;&amp;#039;Germanische Siedler – Römische Legionäre – Die Siedlung Bentumersiel an der unteren Ems&amp;#039;&amp;#039;]. Abgerufen am 13. Juni 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ergebnisse verschiedener Grabungskampagnen legen nahe, dass Bentumersiel um die Zeitenwende möglicherweise als Nachschubhafen der [[Römische Flotte|römischen Flotte]] und römischen Feldherren als Versorgungsstützpunkt diente.&amp;lt;ref&amp;gt;Freerk van Lessen (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): [https://bibliothek.ostfriesischelandschaft.de/wp-content/uploads/sites/3/dateiarchiv/3175/Holtgaste.pdf &amp;#039;&amp;#039;Holtgaste, Gemeinde Jemgum, Landkreis Leer&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 0,3&amp;amp;nbsp;MB), abgerufen am 2. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eindeutige Belege dafür, dass in Bentumersiel ein [[römisches Militärlager]] bestand, gibt es aber nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nachrichten2010&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Gebiet ==&lt;br /&gt;
Der Fundplatz liegt links der unteren Ems auf dem leicht erhöhten Uferwall in der Flussmarsch des [[Rheiderland]]s zwischen den heutigen Ortsteilen [[Bentumersiel]] und Jemgumkloster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strahl&amp;quot;&amp;gt;Erwin Strahl Strahl: &amp;#039;&amp;#039; {{Webarchiv |url=http://www.nihk.de/index.php?id=214 |text=Bentumersiel |wayback=20090201040912 }}&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung. Abgerufen am 7. August 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt bedeckte der bebaute Bereich der Flachsiedlung eine Fläche von mehr als zwei Hektar. Durch Bohruntersuchungen konnte die [[Ostfriesische Landschaft]] in den Jahren 1971 und 1972 belegen, dass die Siedlung auf einer etwa 50&amp;amp;nbsp;Meter breiten Landenge lag, die von der Ems und zwei in sie einmündenden [[Priel]]en umschlossen war. Ein bis in die römische Kaiserzeit offener Priel verband die Siedlung bei Bentumersiel mit der wenige hundert Meter nördlich gelegenen [[Wurt]] von Jemgumkloster und mündete nordöstlich davon in die damals wahrscheinlich weiter östlich verlaufende Ems.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ochr1970&amp;quot;&amp;gt;K. Brandt: [http://www.ostfriesischelandschaft.de/355.html &amp;#039;&amp;#039;Siedlungsarchäologische Untersuchungen im nördlichen Rheiderland&amp;#039;&amp;#039;]. In: Ostfriesische Landschaft: &amp;#039;&amp;#039;Ostfriesische Fundchronik 1970&amp;#039;&amp;#039;. Abgerufen am 26. Juni 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Die germanische Siedlung ===&lt;br /&gt;
Bentumersiel war eine germanische Siedlung. Aufgrund der Funde von Keramik und einigen Bronzegegenständen vermutet das [[Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung|Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung]], dass die Besiedelung des Ortes bereits im dritten oder zweiten Jahrhundert vor Christus begann. Spätestens ist die Siedlung im ersten Jahrhundert vor Christus gegründet worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Varuskurier&amp;quot; /&amp;gt; Die Gebäude standen etwa zehn bis 15&amp;amp;nbsp;Meter voneinander entfernt locker über das Siedlungsgebiet verstreut und waren meist von Zäunen umgeben. Auf der Westseite, also zur Landseite hin, war das Areal durch Palisade und Graben in der Art einer Abschnittsbefestigung geschützt. Diese Verteidigungsanlage haben die Siedler offenbar noch vor Errichtung der ersten Häuser angelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Wolfgang Schwarz, Hans Schwarz, Klaus Brandt, Hermann Haiduck und Hajo van Lengen |url=http://www.ostfriesischelandschaft.de/357.html |titel=Fundchronik 1973 - Ostfriesische Landschaft |hrsg=Ostfriesische Landschaft - Regionalverband für Kultur, Wissenschaft und Bildung |datum=1974 |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20150924062243/http://www.ostfriesischelandschaft.de/357.html |archiv-datum=2015-09-24 |abruf=2023-08-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den Funden aus der Frühzeit der Besiedelung waren zwei Fibeln und ein Anhänger aus Bronze, die [[Kelten|keltische]] Anklänge aufwiesen. Dies deutet der Archäologe Erwin Strahl als Hinweis darauf, dass die Marschbewohner des Rheiderlands schon früh Beziehungen nach Süden gehabt haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kongress&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die germanische Siedlung hatte bis in das 4. Jahrhundert nach Christus Bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://nihk.de/forschung/abgeschlossene-projekte/roemer-und-germanen-in-bentumersiel |titel=Römer und Germanen in Bentumersiel - NIhK |abruf=2026-01-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Vereinzelte Funde aus dem obersten, bereits durch den Kleiabbau gestörten Boden datieren auf das vierte und fünfte Jahrhundert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Varuskurier&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Siedlung wies große Unterschiede zu einer bäuerlichen germanischen Marschsiedlung der [[Römische Kaiserzeit|Römischen Kaiserzeit]] auf. So ist die zu ebener Erde angelegte Siedlung im Laufe ihres Bestehens nie durch eine [[Warft]] zum Schutz gegen Wasser erhöht worden. Bauten, Zäune und Wege waren aufeinander ausgerichtet, so dass Bentumersiel wohl planvoll angelegt wurde. Zudem handelte es sich bei den wenigen bislang freigelegten Gebäuden um kleine Häuser ohne Stallteil.&amp;lt;ref&amp;gt;Erwin Strahl: {{Webarchiv |url=http://www.nihk.de//downloads/315/nachrichtenheft46_2009.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Von Bauern zu Häuptlingen – Neue Ergebnisse der Archäologie zur Besiedlungsgeschichte der Marschen&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20131029204330 }} (PDF; 2,2&amp;amp;nbsp;MB). In: &amp;#039;&amp;#039;Nachrichten des Marschenrates zur Förderung der Forschung im Küstengebiet der Nordsee&amp;#039;&amp;#039;. Heft 46/2009. Abgerufen am 13. Juni 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die speicherartigen Bauten bei Bentumersiel bildeten kleine, lockere Baugruppen, zu denen jeweils ein dreischiffiges Hallenhaus gehörte, das wohl ausschließlich Wohnzwecken diente.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Brandt: [http://www.ostfriesischelandschaft.de/357.html &amp;#039;&amp;#039;Siedlungsarchäologische Untersuchungen bei Bentumersiel im Jahre 1973&amp;#039;&amp;#039;]. In: Wolfgang Schwarz und Hans Schwarz: &amp;#039;&amp;#039;Emder Jahrbuch&amp;#039;&amp;#039; Bd. 54, 1974. Abgerufen am 26. Juni 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies führte zu der Annahme, dass die Siedlung zeit ihres Bestehens nur saisonal als Stapel- und Handelsplatz genutzt worden ist, da die Möglichkeit der Aufstallung des Viehes über den Winter fehlte. Möglicherweise stand Bentumersiel in enger Beziehung zu der wenige hundert Meter nördlich gelegenen Wurt Jemgumkloster. Diese war in der älteren vorrömischen [[Eisenzeit]], dann seit etwa 100 v. Chr. bis in das 2./3. Jahrhundert n. Chr. und schließlich seit dem 8./9. Jahrhundert besiedelt. Dort begannen die Bewohner bereits zu Anfang des 1. Jahrhunderts v. Chr. mit dem Bau einer Wurt, während die Bewohner von Bentumersiel während der gesamten römischen Kaiserzeit zu ebener Erde lebten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ochr1970&amp;quot; /&amp;gt; Der Archäologe [[Rolf Bärenfänger]] von der [[Ostfriesische Landschaft|Ostfriesischen Landschaft]] nimmt an, dass die Einwohner von Jemgumkloster den Warenverlauf über die Ems kontrollierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auffällig sind auch die im Vergleich zum restlichen Ostfriesland überdurchschnittlich vielen römischen Funde, darunter Militaria. Denkbar ist, dass die Römer 15/16 nach Christus die verkehrsgünstig gelegene Siedlung als Stapelplatz nutzten. Fragmente der Ausrüstung römischer [[Römische Legion|Legionäre]] aus Metall und vor allem zahlreiche Scherben von [[Amphore]]n und anderer römischer Schwer- und Feinkeramik lassen darauf schließen, dass es hier einen Kontakt zwischen Germanen und Römern gegeben hat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kongress&amp;quot;&amp;gt;Erwin Strahl: {{Webarchiv|url=http://www.kongress-2009.uni-osnabrueck.de/vhs.htm |wayback=20131020014316 |text=&amp;#039;&amp;#039;Germanische Siedler – Römische Legionäre. Die Siedlung Bentumersiel an der Ems&amp;#039;&amp;#039; }}, abgerufen am 2. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Spuren einer militärischen Anlage konnten die Archäologen aber bislang nicht entdecken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strahl&amp;quot; /&amp;gt; Abgesehen von einem abknickenden Graben sind keine eindeutigen Funde gemacht worden, die auf eine solide Lagerumwehrung schließen lassen. [[Befund (Archäologie)|Befunde]], mit denen sich ein römisches Versorgungslager oder ein Flottenstützpunkt nachweisen ließen, fehlen ebenso.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Tonabbau waren die oberen Bodenschichten im 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert abgetragen worden, so dass drei Siedlungshorizonte ([[Begehungshorizont]]) untersucht werden konnten. In den beiden untersten Siedlungsschichten konnten die Reste von dreischiffigen Häusern ohne Stallteil sowie von Speicherbauten sowie Spuren von befestigten Wegen, Zäunen und Gräben freigelegt werden. Im jüngsten Siedlungshorizont stellten die Archäologen gegenüber den älteren deutlich weniger Bebauungsspuren fest. In dieser Schicht fand sich aber eine größere Menge an Fundmaterial provinzialrömischer Herkunft.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ostfriesische Landschaft]]: [http://www.land-der-entdeckungen.de/DE/Ausstellungen/OstfriesischesLandesmuseumEmden.php?we_objectID=32097 &amp;#039;&amp;#039;Römer in Ostfriesland? – Die Ausgrabungen in Bentumersiel&amp;#039;&amp;#039;]. In &amp;#039;&amp;#039;Land der Entdeckungen | Die Archäologie des friesischen Küstenraums&amp;#039;&amp;#039;. Internetangebot zur gleichnamigen Ausstellung. Abgerufen am 13. Juni 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mögliche Kontakte mit den Römern ===&lt;br /&gt;
Unter dem Feldherren [[Drusus]] erreichten die [[Römisches Reich|Römer]] 12 v. Chr. erstmals Ostfriesland. Dieser erste der [[Drusus-Feldzüge]] (12–9 v. Chr.) diente der Erforschung der rechtsrheinischen Gebiete und der Beruhigung des Nordabschnitts der Grenze. Möglicherweise wollte Drusus auch die Chauken unterwerfen, was aber misslang, weil die Flotte strandete. Die Schiffe mussten von den zu Lande mitgezogenen verbündeten Friesen gerettet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus-Peter Johne: &amp;#039;&amp;#039;Die Römer an der Elbe: Das Stromgebiet der Elbe im geographischen Weltbild und im politischen Bewusstsein der Griechisch-römischen Antike&amp;#039;&amp;#039;, 2006, ISBN 3-05-003445-9, S. 90&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Drususfeldzuege 12-11-v-Chr.jpg|mini|261x261px|Die Drususfeldzüge in den Jahren [[12 v. Chr.|12]] und [[11 v. Chr.|11&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise spielte die [[Ems]]mündung im Zuge des &amp;#039;&amp;#039;[[immensum bellum]]&amp;#039;&amp;#039; (1 bis 5 n. Chr.) erneut eine Rolle. Tiberius könnte 4/5 n. Chr. sein Winterlager in Bentumersiel aufgeschlagen haben, dies konnte jedoch noch nicht nachgewiesen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Varuskurier&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Niederlage der Römer in der [[Varusschlacht]] begann [[Germanicus]] im Jahr 14&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr. einen großangelegten Feldzug gegen die Germanen ([[Germanicus-Feldzüge]] bis 16 n. Chr.). Im Sommer 16&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr. landete eine große römische Flotte in der Ems. Die Datierung der Funde in das frühe erste Jahrhundert nach Christus spricht dafür, dass die Römer die Siedlung während der Feldzüge aufsuchten. So ist von [[Tacitus]] überliefert, dass die Römer ihre Armee auf insgesamt 1.000 Schiffen in das Ems-Gebiet transportierten und die Flotte dort auf die Rückkehr der Legionäre von den Feldzügen gegen die Germanen wartete. Möglicherweise griff sie zu ihrer Versorgung und zum Schutz der Schiffe auf den Stapel- und Lagerplatz in Bentumersiel zurück. Darauf deuten Funde von rund 30&amp;amp;nbsp;Metallgegenständen hin, die von der [[Römische Militärausrüstung|Ausrüstung]] römischer Legionäre und ihrer Pferde stammen. Darunter befanden sich Teile der Scheide eines [[Gladius (Waffe)|Gladius]] (Schwert) sowie des Zaumzeugs. In Großer Zahl entdeckten die Archäologen auch römische Keramik, so Scherben von feinen Waren wie etwa [[Terra Sigillata]], aber auch [[Amphore#Römische Amphoren|Amphoren]] und weitere römische Schwerkeramik in einer Anzahl, wie sie bislang von keiner anderen Stelle in Nordwestdeutschland bekannt ist. Zudem sehen die Archäologen in den Amphoren mit ihrem Inhalt an Wein, Öl und [[Garum]] (Gewürz) keine germanischen Importe, sondern bringen sie in Zusammenhang mit römischen Legionären, die so auch während eines Feldzugs ihre gewohnte Verpflegung erhielten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Varuskurier&amp;quot;&amp;gt;Erwin Strahl: [http://varusforschung.geschichte-multimedial.net/documents/Varus-Kurier_11.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die Siedlung Bentumersiel im Reiderland&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 3,3&amp;amp;nbsp;MB). In: [[Varus-Kurier|&amp;#039;&amp;#039;Varus-Kurier. Zeitung für Freunde und Förderer des Projekts Kalkriese&amp;#039;&amp;#039;]]. Heft 11/2009. Abgerufen am 13. Juni 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wiederentdeckung ===&lt;br /&gt;
1928 stieß man beim Abbau von Ziegelton auf zahlreiche Funde, darunter eindeutige Militaria und Importkeramik, die sich in spätaugusteisch-frühtiberische Zeit datieren ließen. 1929 erfolgte eine erstmalige [[Prospektion (Archäologie)|Erkundung]] des Geländes durch Archäologen. 1971 bis 1973 sowie von 2006 bis 2008 (unter Leitung von Erwin Strahl) ließ das damalige Niedersächsische Landesinstitut für Marschen- und Wurtenforschung Wilhelmshaven (heute [[Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung]]) umfangreiche [[Ausgrabung|Grabungen]] ausführen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strahl&amp;quot; /&amp;gt; Bisher hat das Institut etwa 20 Prozent der bebauten Fläche von insgesamt mehr als 20.000  Quadratmetern untersucht. Den Ergebnissen zufolge nahm der bebaute Bereich der Siedlung Bentumersiel über 190&amp;amp;nbsp;Meter in nord-südlicher und mindestens 100&amp;amp;nbsp;Meter in ost-westlicher Richtung ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nachrichten2010&amp;quot;&amp;gt;Erwin Strahl:  {{Webarchiv |url=http://www.nihk.de//downloads/315/nachrichtenheft47_2010.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Die Siedlung Bentumersiel (Reiderland) – Holtgaste FStNr.1 (Bentumersiel), Gde. Jemgum, Ldkr. Leer – eine Flachsiedlung der Vorrömischen Eisenzeit und Römischen Kaiserzeit&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20131203013129 |archiv-bot=}} (PDF; 1&amp;amp;nbsp;MB). In: &amp;#039;&amp;#039;Nachrichten des Marschenrates zur Förderung der Forschung im Küstengebiet der Nordsee&amp;#039;&amp;#039;. Heft 47/2010. Abgerufen am 13. Juni 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Spuren eines befestigten römischen Lagers ließen sich bis dato jedoch nicht feststellen. Im  Rahmen eines Forschungs- und Publikationsprojektes zwischen dem Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung und dem [[Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie]] sollen die [[Archäologischer Fund|Funde]] ab 2022 neu bewertet werden. Dabei sollen eine genaue [[Datierung]] und Einordnung der Kleinfunde zur Klärung der Bedeutung des [[Fundplatz]]es für das Weser-Ems-Gebiet als Anlaufpunkt für die römischen Feldzüge des frühen 1. Jhs. n. Chr. beitragen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://zbsa.eu/landeplatz-bentumersiel/ |titel=Ausgewählte Kleinfunde vom vermeintlich römischen Landeplatz Bentumersiel |werk=Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) — Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie |datum=2021-03-10 |sprache=de-DE |abruf=2022-06-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Dame von Bentumersiel ==&lt;br /&gt;
Bei der Dame von Bentumersiel handelt es sich um einen 2006 im Block geborgenen Grabfund aus der Zeit um 300 n. Chr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mueckckenberger&amp;quot;&amp;gt;Kai Mückenberger und Erwin Strahl:  {{Webarchiv |url=http://web.rgzm.de/901.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Ein Brandgrab des frühen 4.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts n.&amp;amp;nbsp;Chr. mit reichem römischen Import aus Bentumersiel, Lkr. Leer (Ostfriesland)&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20131029204945 |archiv-bot=}}. In: &amp;#039;&amp;#039;Archäologisches Korrespondenzblatt&amp;#039;&amp;#039; 39, 2009 (Heft 4). Abgerufen am 13. Juni 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er hat nichts mit den frühkaiserzeitlichen römischen Funden aus der Siedlung zu tun.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Haase:  {{Webarchiv |url=http://www.fan-niedersachsen.de/arbeitsgemeinschaften/roemer-ag/zum-nachlesen-archiv/73-lohner-kolloquium-2008 |text=&amp;#039;&amp;#039;Römer zwischen Ems und Elbe – Bewegungslinien und Präsenzpunkte&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20160129122313 |archiv-bot=}}. Abgerufen am 13. Juni 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Grab gilt als ein Beleg für die soziale Differenzierung der Germanen an der unteren Ems.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kulturport&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestattete war eine Germanin, der – für die Gegend eher ungewöhnlich, weiter östlich dagegen häufiger – hochwertige römische Importstücke mit ins Grab gelegt wurden. Zu den reichen Beigaben gehörten römische Importware wie drei Bronzegefäße sowie ein Kilogramm geschmolzenes Glas, das vermutlich den Rest einer Anzahl an Glasgefäßen darstellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mueckckenberger&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Dame von Grethem}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entdeckung von Raubkunst im Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg ==&lt;br /&gt;
Im Jahre 2025 gab das [[Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg]] bekannt, dass Metallobjekte, die über Jahrzehnte als römische Funde aus Bentumersiel in Niedersachsen galten, sich nach neueren Untersuchungen als mögliches NS-Raubgut erwiesen. Recherchen des Museums in Kooperation mit dem Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) und dem Fries Museum in Leeuwarden legten eine neue Herkunftsgeschichte der Objekte, darunter Fibeln, eine Statuette und andere Metallobjekte offen. Zweifel hatte das Museum schon 1983, als es die Fundstücke von einem Sammler aufkaufte und diese in den Akten unter Fundort als  „angeblich Bentumersiel?“ vermerkte. Neuere Untersuchungen ergaben aber, dass sie zeitlich und auch in ihrer Zusammensetzung untypisch für diese Fundstelle sind. Auf Grundlage der Ankaufsdokumentation startete das Museum eine Untersuchung. Im Ergebnis ist es wahrscheinlich, dass die Objekte nicht aus Bentumersiel, sondern aus der Privatsammlung des Arnheimer Fotografen und Sammlers Adam Jacobus Hieronimus Van der Toorn (1870–1919) stammen. Nach seinem Tod übergaben seine Erben  große Teile der Sammlung dem Fries Museum in Leeuwarden sowie dem Museum Arnhem, wo sie wahrscheinlich während der Endphase des Krieges, insbesondere während der Schlacht um die Rheinbrücke von Arnheim, von Einheiten der Wehrmacht geraubt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://nachrichten.idw-online.de/2025/08/20/spurensuche-im-museum-ns-raubgut-in-der-sammlung-entdeckt |titel=Spurensuche im Museum. NS-Raubgut in der Sammlung entdeckt |sprache=de-DE |archiv-url=http://web.archive.org/web/20250821032243/https://nachrichten.idw-online.de/2025/08/20/spurensuche-im-museum-ns-raubgut-in-der-sammlung-entdeckt |archiv-datum=2025-08-21 |abruf=2025-10-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Karl-Ernst Behre: &amp;#039;&amp;#039;Acker, Grünland und natürliche Vegetation während der römischen Kaiserzeit im Gebiet der Marschensiedlung Bentumersiel/Unterems&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Probleme der Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet&amp;#039;&amp;#039; 12, 1977, S. 67–84.&lt;br /&gt;
* Klaus Brandt: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur Kaiserzeitlichen Besiedlung bei Jemgumkloster und Bentumersiel (Gem. Hltgaste, Kr. Leer) im Jahre 1970&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Neue Ausgrabungen und Forschungen in Niedersachsen&amp;#039;&amp;#039; 7, 1970, S. 145–163.&lt;br /&gt;
* Erwin Strahl: &amp;#039;&amp;#039;Neue Forschungen zum germanischen „[[Stapelplatz]]“ von Bentumersiel an der unteren Ems&amp;#039;&amp;#039; 2011  In: Siedlungs- und Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet Bd. 34 (2011) S. 293–306&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://nihk.de/index.php?id=342 &amp;#039;&amp;#039;Bentumersiel – Römer und Germanen&amp;#039;&amp;#039;] beim [[Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung|Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung]] mit Plan des Ausgrabungsgeländes.&lt;br /&gt;
* Ausgewählte Kleinfunde vom vermeintlich römischen Landeplatz Bentumersiel. [[Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie]] [https://zbsa.eu/landeplatz-bentumersiel/]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Germania Magna}}&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa]]&lt;/div&gt;</summary>
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