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	<title>Functional Grammar - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-02-02T12:33:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;growthexperiments-addlink-summary-summary:1|1|0&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|erläutert &amp;#039;&amp;#039;Functional Grammar&amp;#039;&amp;#039; nach Simon C. Dik; zu anderen funktionalen Grammatikmodellen und Ansätzen siehe [[Funktionale Grammatik]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;funktionale Grammatik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder engl. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;functional grammar&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (FG) ist eine [[Allgemeine Linguistik|linguistische]] [[Theorie]], die Ende der 1970er Jahre von [[Simon C. Dik]] in Amsterdam entwickelt wurde, ausdrücklich als Gegenmodell zum Standardmodell der [[Generative Transformationsgrammatik|Transformationsgrammatik]] von [[Noam Chomsky]]. Nach dem Tod Diks 1995 wurde die Theorie vor allem durch seinen Mitarbeiter [[Kees Hengeveld]] fortentwickelt und ist in ihrer heutigen Form der ursprünglichen Formulierung noch sehr nah. Seit 2004 wird die Theorie unter der Bezeichnung [[Functional Discourse Grammar]] (FDG) vor allem durch Kees Hengeveld und [[Lachlan Mackenzie]] weiterentwickelt (Hengeveld &amp;amp; Mackenzie 2008).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zentrale Annahmen über Sprache ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentrale Annahme Diks über Sprache ist ihr zweckgebundener Charakter als Mittel zur Kommunikation. Dik rückt damit die [[Sprachfunktion|Funktion der Sprache]] in den Mittelpunkt. In diesem Sinne ist die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Functional Grammar&amp;#039;&amp;#039; zu sehen: Ein sprachliches Modell, das von der [[Funktionalismus (Linguistik)|Funktion]] der Sprache statt von ihrer äußeren Form ausgeht. Mit dieser zentralen Annahme fordert Dik eine Abkehr von der früher häufig angewandten [[Heuristik|heuristischen]] Reduktion der [[Pragmatik (Linguistik)|Pragmatik]]. Konkret ist jedoch in der Behandlung der Pragmatik bei Dik nicht die allgemeine Pragmatik im Sinne von [[Sprechakte]]n und Sprache als Handlung gemeint, sondern der Bereich der [[Diskurspragmatik]], im Wesentlichen also das Verhältnis der [[Informationsstruktur]] eines sprachlichen Ausdrucks zu seiner Realisierung, etwa bei der Behandlung von [[Topik (Linguistik)|Topik]] und [[Fokus (Linguistik)|Fokus]] (Dik 1991:267ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von Dik beschriebene [[Grammatik]]formalismus ist in diesem Sinne pragmatikbasiert. Die nächst wichtigste sprachliche Ebene ist aus Diks Sicht die [[Semantik]], die, selbst von der Pragmatik beeinflusst, ihrerseits Einfluss auf die [[Syntax]] hat. Ein Beispiel für eine solche Beeinflussung der Syntax wäre etwa eine Aktiv-Passiv-Alternation, die von den [[Semantische Rolle|semantischen Rollen]] der Mitspieler in der Äußerung bestimmt wird und in diesem Sinne semantisch motiviert ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich ist FG ein formales Modell, da es Methoden der [[Formale Semantik|formalen Semantik]] (etwa [[Prädikatenlogik]]) verwendet und den Anspruch der Implementierbarkeit als Computerprogramm und damit der Testbarkeit erhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundlegende Eigenschaften der funktionalen Grammatik ==&lt;br /&gt;
Als Grammatiktheorie ist die funktionale Grammatik eine allgemeine Theorie über die grammatische Organisation natürlicher Sprachen. Ihre wichtigsten Kennzeichen sind:&lt;br /&gt;
* Sprache wird vornehmlich als Instrument sozialer Interaktion gesehen&lt;br /&gt;
* Als solches ist v.&amp;amp;nbsp;a. die Pragmatik von Bedeutung. Syntax und Semantik sollten innerhalb der Pragmatik analysiert werden.&lt;br /&gt;
* Die Hierarchie zwischen diesen drei Analyseebenen ist deutlich: Am wichtigsten ist für die funktionale Grammatik die Pragmatik, ihr untergeordnet ist die Semantik, welcher wiederum die Syntax untergeordnet ist. Es existiert weder eine „autonome“ Syntax, noch eine „autonome“ Semantik.&lt;br /&gt;
* Das angestrebte Grammatikmodell soll den unten näher beschriebenen Formen der Adäquatheit genügen.&lt;br /&gt;
* Für den Aufbau der funktionalen Grammatik werden vor allem drei verschiedene Arten von funktionalen und relationalen Begriffen verwendet:&lt;br /&gt;
# Semantische Funktionen kodieren verschiedene Rollen, die die Teilnehmer an einem Sachverhalt einnehmen können (Agens, Patiens, Recipiens usw.)&lt;br /&gt;
# Syntaktische Funktionen präsentieren alternative Perspektiven auf die Präsentation von Sachverhalten (Subjekt, Objekt)&lt;br /&gt;
# Pragmatische Funktionen geben die Verteilung von Information an, welche von der jeweiligen Situation abhängig ist (Topik, Fokus)&lt;br /&gt;
* Sprachliche Ausdrücke werden zunächst aufgrund von abstrakten Prädikationsmustern beschrieben, die mittels im Lexikon aufgenommener Prädikationsmuster aufgebaut werden.&lt;br /&gt;
* Ausdrucksregeln bestimmen anschließend Form und Ordnung der Konstituenten, welche für den jeweiligen sprachlichen Ausdruck grundlegend sind. Bestimmend sind dabei die kategorialen und funktionalen Eigenschaften innerhalb der Prädikation.&lt;br /&gt;
* Die funktionale Grammatik vermeidet strukturverändernde Transformationsregeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorstellungen über Grammatik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grundlegender Aufbau des Grammatikformalismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grammatikformalismus der FG besteht im Wesentlichen aus der Beschreibung abstrakter Ausdrücke, der &amp;#039;&amp;#039;Underlying Clause Structures&amp;#039;&amp;#039; (UCS), die schrittweise aus Prädikaten und Termen gebildet werden und die durch Ausdrucksregeln zu konkreten sprachlichen Äußerungen in Bezug gesetzt werden oder diese erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufbau der Underlying Clause Structure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Prädikate ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die UCS werden aus Prädikaten und Termen gebildet. Einige elementare Prädikate und Terme sind Teil des [[Mentales Lexikon|Lexikons]], andere werden aus diesen elementaren Prädikaten und Termen erstellt (durch &amp;#039;&amp;#039;predicate formation&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;term formation&amp;#039;&amp;#039;). So wäre das Prädikat für &amp;#039;&amp;#039;throw back&amp;#039;&amp;#039; ein aus den elementaren Prädikaten für &amp;#039;&amp;#039;throw&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;back&amp;#039;&amp;#039; abgeleitetes Prädikat. Alle Prädikate und Terme zusammen bilden den Fundus (&amp;#039;&amp;#039;fund&amp;#039;&amp;#039;) einer Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prädikate sind Ausdrücke für Eigenschaften oder Relationen. Es handelt sich hier um Prädikate im Sinne der [[Prädikatenlogik]], nicht um die grammatische Relation des Prädikates aus der lateinischen [[Schulgrammatik]]. In diesem Sinne sind nicht nur [[Verb]]en Prädikate, sondern alle Inhaltswörter einer Sprache. So ist „haus(x)“ etwa ebenso ein Prädikat wie „schlagen(x,y)“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Unterschied der Prädikate in der FG zur klassischen Prädikatenlogik ist die Verwendung sogenannter Restriktoren. Wenn in der FG Prädikate zusammengesetzt werden, geschieht dies durch die Verwendung dieser Restriktoren, geschrieben als „:“, etwa in der Form „japanisch(x):buddhistisch(x)“. Dies lässt sich [[Paraphrase (Sprache)|paraphrasieren]] mit „Die Menge der x, für die gilt: x ist japanisch, eingeschränkt auf die Menge der x, für die gilt: x ist buddhistisch“. Die entsprechende prädikatenlogische Form wäre „japanisch(x) &amp;amp; buddhistisch(x)“, wobei das „&amp;amp;“ ein prädikatenlogisches „UND“ ist. Der entsprechende Sachverhalt ist in beiden Fällen gleich. Der Unterschied besteht darin, dass das prädikatenlogische „&amp;amp;“ umkehrbar ist, dass also „japanisch(x) &amp;amp; buddhistisch(x)“ äquivalent ist zu „buddhistisch(x) &amp;amp; japanisch(x)“. Bei den Restriktoren ist dies nicht der Fall und sie sind damit in der Lage, den Unterschied der sprachlichen Äußerungen &amp;#039;&amp;#039;Der japanische Buddhist&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Der buddhistische Japaner&amp;#039;&amp;#039; zu erfassen (Dik 1997, Kap. 6.2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prädikate sind stets Teil eines Prädikatrahmens, der die Eigenschaften des Prädikats beschreibt. Ein Beispiel für den Prädikatrahmen eines transitiven Verbs wäre etwa:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  throw[V](x1:&amp;lt;animate&amp;gt;(x1))Agent (x2:&amp;lt;concrete&amp;gt;(x2))Goal (x3)Direction&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst erscheint die Wortform (throw), anschließend die Wortart (V). Im Folgenden sind die Argumentpositionen des Verbs beschrieben. Das Argument in der Mitspielerposition mit der semantischen Rolle des [[Agens (Linguistik)|Agens]] muss belebt (animate) sein, der vom Sachverhalt betroffene Mitspieler (&amp;#039;&amp;#039;Goal&amp;#039;&amp;#039;, allgemein hat sich für die Rolle, die Dik &amp;#039;&amp;#039;Goal&amp;#039;&amp;#039; nennt, die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Patient&amp;#039;&amp;#039; bzw. [[Patiens (Linguistik)|Patiens]] durchgesetzt), hier der geworfene Gegenstand, muss konkret (concrete) sein und das dritte Argument (mit der semantischen Rolle &amp;#039;&amp;#039;Location&amp;#039;&amp;#039;) unterliegt keiner solchen Selektionsbeschränkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu solchen nuklearen Prädikaten können nun die fakultativen sogenannten Satelliten hinzukommen, die Positionen einnehmen, die nicht vom Prädikatrahmen spezifiziert werden, etwa zu einer zeitlichen Präzisierung des Prädikats mit Hilfe von Wörtern wie &amp;#039;&amp;#039;gestern&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;bald&amp;#039;&amp;#039;. Einen solchen um Satelliten erweiterten Prädikatrahmen nennt Dik einen erweiterten Prädikatrahmen (&amp;#039;&amp;#039;extended predicate frame&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Terme ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite wesentliche Bestandteil einer Underlying Clause Structure (UCS) sind neben Prädikaten die Terme. Formal sind Terme die Argumente der Prädikate, semantisch sind es Ausdrücke, die Entitäten referenzieren (Genau genommen schreibt Dik (1991:255), dass Terme den Adressaten instruieren, eine Entität zu identifizieren, die dem Profil des Terms entspricht). Beispiele für Terme wären &amp;#039;&amp;#039;Das Haus&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Die lila Plastiktüte&amp;#039;&amp;#039;. Es existieren nur sehr wenige elementare Terme, so sind lediglich Eigennamen und Personalpronomina als elementare Terme vorhanden, andere Terme, wie &amp;#039;&amp;#039;Die lila Plastiktüte&amp;#039;&amp;#039; werden aus Prädikaten erstellt. Terme sind also die Entitäten, die durch ein Prädikat zueinander in Beziehung gesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Prädikation, die zwei Terme (&amp;#039;&amp;#039;the garden&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;the dog&amp;#039;&amp;#039;) enthält, wäre z.&amp;amp;nbsp;B.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  present: (definite singular x1:garden [N])Location (definite singular x2:dog [N])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ebenen in der UCS ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der Underlying Clause Structure (UCS) werden in Form von Funktionen drei verschiedenen Ebenen unterschieden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Äußerungssituation: Ebene der pragmatischen Funktionen wie Topik und Fokus.&lt;br /&gt;
* Mitspielerebene: Ebene der semantischen Funktionen wie [[Agens (Linguistik)|Agens]] und Goal ([[Patiens (Linguistik)|Patiens]]).&lt;br /&gt;
* Ebene der Perspektive: Ebene der syntaktischen Funktionen Subjekt und Objekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne nehmen einzelne Elemente einer sprachlichen Äußerung auf den verschiedenen Ebenen verschiedene Kategorien an. In dem Satz &amp;#039;&amp;#039;Peter kauft ein Eis&amp;#039;&amp;#039; etwa ist &amp;#039;&amp;#039;Peter&amp;#039;&amp;#039; zugleich Agens, Topik und Subjekt, während &amp;#039;&amp;#039;Eis&amp;#039;&amp;#039; zugleich Goal (Patiens), Fokus und Objekt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sprachliche Ausdruck, der durch die Ausdrucksregeln auf die UCS&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  present: (definite singular x1:garden [N])Location(definite singular x2:dog [N])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bezogen (oder in einer Implementierung des Formalismus auch aus der UCS erzeugt) werden kann, ist so noch nicht eindeutig. Der UCS entspricht etwa die Äußerung &amp;#039;&amp;#039;The dog is in the garden&amp;#039;&amp;#039;. In einer bestimmten Äußerungssituation (etwa in einer Aufzählung der für einen Einbruch zu überwindenden Hindernisse) wäre aber folgende Äußerung denkbar, die ebenfalls mit der UCS übereinstimmt: &amp;#039;&amp;#039;There is the dog in the garden&amp;#039;&amp;#039;. Dieses Beispiel verdeutlicht die Möglichkeiten, die eine Berücksichtigung der pragmatischen Ebene bietet, denn durch die Kennzeichnung des Aufzählungscharakters ist es möglich, die beiden sprachlichen Äußerungen in der zugrunde liegenden Struktur zu unterscheiden (Dik 1997, Kap. 8.7.2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung der Ebene der [[Semantische Rolle|semantischen Rollen]], d. h. der Mitspieler und der syntaktischen (grammatischen) Relationen ermöglicht die Beschreibung syntaktischer Alternationen wie der Passivierung ohne dass dabei die eine Form aus der anderen abgeleitet werden müsste. So gibt es in einem Aktivsatz eine Übereinstimmung von [[Subjekt (Grammatik)|Subjekt]] und Agens, während bei einer Übereinstimmung von Subjekt und Goal (Patiens) in der UCS dieser ein Passivsatz entspräche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Operatoren auf Prädikationen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wie beschrieben die Terme in die [[Prädikatrahmen]] eingesetzt wurden, haben wir eine [[Prädikation]], die die vollständige [[Proposition (Linguistik)|Proposition]] oder den Sachverhalt (&amp;#039;&amp;#039;State of Affair&amp;#039;&amp;#039;, SoA) des Satzes enthält, jedoch noch nicht weiter spezifiziert ist. Dazu werden nun [[Logischer Operator|Operatoren]] auf die gesamte Prädikation angewandt, etwa in der Underlying Clause Structure (UCS) oben der Operator „present“, der selbst wieder als ein Prädikat mit der vollen Prädikation als Argument gesehen werden kann. Ebenso werden in diesem Schritt Operatoren zum [[Modus (Grammatik)|Modus]] (etwa [[Interrogativ]] oder [[Deklarativ]]) eingefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese nun voll spezifizierte Prädikation wird schließlich mit Hilfe von Ausdrucksregeln zu Form, Reihenfolge und Intonation spezifiziert und damit zu einer konkreten sprachlichen Äußerung in Bezug gesetzt (bei der Beschreibung) bzw. in eine solche umgewandelt (bei der Generierung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung des Grammatikformalismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich damit bei FG um ein [[monostratal]]es Modell, da zwar zwischen den Underlying Clause Structures (UCS) und den sprachlichen Ausdrücken unterschieden wird und diese durch Ausdrucksregeln aufeinander bezogen werden, jedoch werden keine verschiedenen Ebenen angenommen, auf denen konkrete sprachliche Äußerungen stehen, so sind etwa keine syntaktischen [[Derivation (Linguistik)|Derivationsmechanismen]] vorhanden. In diesem Sinne findet die Bildung der sprachlichen Äußerungen schrittweise innerhalb einer Prozesskette, auf einer einzigen Ebene statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pragmatikorientiertheit macht FG zu einem deszendenten Grammatikmodell, das von der Gesamtsituation ausgeht, in der eine Äußerung getätigt wird, im Gegensatz zu einem [[Aszendent (Linguistik)|aszendenten]] Grammatikmodell, das von den kleinsten Teilen ausgeht, etwa von der [[Phonologie]] über die [[Morphologie (Sprache)|Morphologie]] zur [[Syntax]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandlung der Daten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von sprachlichen Daten setzt Dik im Allgemeinen sehr hoch an: „Whenever there is some overt difference between two constructions X and Y, start out on the assumption that this difference has some kind of functionality in the linguistic system“ (Dik 1997, Kap. 1.6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit hat FG einen [[Induktion (Denken)|induktiven]] Charakter, da sie ähnlich dem [[Leonard Bloomfield|Bloomfieldschen]] [[Deskriptive Linguistik|Deskriptivismus]] von konkreten sprachlichen Daten ausgeht, im Gegensatz zu einem [[Deduktion|deduktiven]] Modell wie der [[Generative Transformationsgrammatik|Generativen Grammatik]] nach [[Noam Chomsky|Chomsky]], wo eine ideale, vom konkreten Sprachgebrauch abstrahierte Sprachkompetenz im Mittelpunkt der Theorie steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den zentralen Bereichen [[Pragmatik (Linguistik)|Pragmatik]] und [[Semantik]] ist die FG vor allem auf die Befragung von Informanten (Elizitierung) sowie die Konsultation der eigenen muttersprachlichen Einsichten ([[Selbstbeobachtung|Introspektion]]) angewiesen. Andere Quellen wie Experimente oder [[Textkorpus|Korpora]] sind nicht ohne weiteres (eine Generierung von semantischem Wissen wäre eventuell durch eine automatische Verarbeitung von Korpora, etwa zur Ermittlung [[paradigma]]tischer oder [[syntagma]]tischer Relationen möglich) zur Ermittlung semantischen Wissens (etwa für die Selektionsbeschränkungen in Prädikatrahmen) verwendbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Evaluierung des Gesamtmodells können dagegen auch in der FG Korpora und damit spontansprachliche Daten verwendet werden, etwa zur Überprüfung, ob Äußerungen in Korpora durch den FG-Formalismus beschrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anspruch des Modells ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zielsetzung der FG ist sehr umfassend, Dik (1997, Kap. 1) formuliert folgende zentrale Frage: „How does the natural language user (NLU) work?“. Diese Fragestellung kennzeichnet FG klar als Modell mit mentalistischem Anspruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dik identifiziert im Anschluss an die Formulierung dieser zentralen Fragestellung fünf Fähigkeiten des NLU, die essentielle Rollen für die menschliche Kommunikation spielen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* linguistic capacity: Fähigkeit zur Produktion und Interpretation sprachlicher Ausdrücke.&lt;br /&gt;
* epistemic capacity: Fähigkeit zu Aufbau und Verwaltung einer Wissensbasis, die zur Sprachverarbeitung genutzt wird.&lt;br /&gt;
* logical capacity: Die Fähigkeit, Schlussfolgerungen aus dem verfügbaren Wissen zu ziehen.&lt;br /&gt;
* perceptual capacity: Fähigkeit, seine Umwelt wahrzunehmen und bei der Sprachverarbeitung zu berücksichtigen.&lt;br /&gt;
* social capacity: Fähigkeit, die Situation bei der Sprachverarbeitung mit zu berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus formuliert Dik in Anspielung auf die von [[Noam Chomsky|Chomsky]] geforderten drei Adäquatheitskriterien der Beschreibungs-, Erklärungs- und Beobachtungsadäquatheit drei eigene, völlig andere Adäquatheitskriterien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Pragmatik (Linguistik)|Pragmatische]] Adäquatheit: Direkte Folge der Grundannahme, dass Sprache ein Mittel zur Kommunikation darstellt.&lt;br /&gt;
* [[Psychologie|Psychologische]] Adäquatheit: Erkenntnisse aus der psycholinguistischen Forschung zu Spracherwerb, -verarbeitung und -interpretation müssen berücksichtigt werden.&lt;br /&gt;
* [[Sprachtypologie|Typologische]] Adäquatheit: Die Theorie soll auf Sprachen von unterschiedlichem typologischem Status anwendbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere durch den Anspruch der typologischen Offenheit erhält das Modell einen stark beschreibungsorientierten Charakter, da es eine solche Offenheit zu einem universellen Beschreibungswerkzeug machen würde, sowie einen universalistischen Anspruch, der es als Ziel sieht, allgemeingültige Aussagen über Sprache insgesamt, nicht über eine bestimmte Sprache oder Sprachfamilie zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anspruch der psychologischen Adäquatheit kennzeichnet FG, wie schon im Zusammenhang mit der zentralen Fragestellung erwähnt, als ein mentalistisches Modell, das wie etwa die [[Generative Transformationsgrammatik|generative Syntaxtheorie]] ein Modell für die menschliche Sprachfähigkeit sein will, im Gegensatz zu rein anwendungs- bzw. beschreibungsorientierten Ansätzen wie [[HPSG]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FG geht im Gegensatz zur [[Nativismus (Psychologie)|nativistischen]] Hypothese Chomskys davon aus, dass sprachliche Universale nicht angeborenen Eigenschaften entspringen, sondern den Notwendigkeiten der menschlichen Kommunikation (in diesem Sinne wäre etwa die Tatsache, dass alle Sprachen eine Unterscheidung zwischen Funktions- und Inhaltswörtern haben, in der Notwendigkeit begründet, die Inhalte einer sprachlichen Äußerung zueinander in Bezug zu setzen) sowie der physischen und psychischen Konstitution des Menschen (etwa eine Einschränkung der Schachtelungstiefe von Nebensätzen durch die begrenzten Möglichkeiten des menschlichen Kurzzeitgedächtnisses), und kann damit als nicht-nativistisches Modell charakterisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptaufgabe linguistischer Forschung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der Forschung im Rahmen der FG ist die Entwicklung eines sprachunabhängigen Formalismus zur Sprachbeschreibung. Dazu ist eine ausgiebige Anpassung der bestehenden Formalismen an viele verschiedene Sprachen nötig (Dik 1991:248). In diesem Sinne ist die Sprachbeschreibung ein zentraler Gegenstand der FG-Forschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Anspruch der Formalisierbarkeit ergibt sich ein weiteres Forschungsgebiet: Die Implementierung von FG auf einem Computer. Dik selbst hat seit den 1980er Jahren vor allem auf diesem Gebiet gearbeitet. Diks eigene und auch andere Implementierungen (etwa Samuelsdorff 1989) verwenden die logikorientierte Programmiersprache [[Prolog (Programmiersprache)|Prolog]] (&amp;#039;&amp;#039;Programming in Logic&amp;#039;&amp;#039;), die sich aufgrund ihrer starken Orientierung an Prädikatenlogik besonders zu eignen schien, eine Umsetzung ist jedoch auch in jeder anderen Programmiersprache möglich. Die Arbeiten in diesem Bereich konzentrieren sich stark auf das Gebiet der Generierung und abstrakten Darstellung von sprachlichen Ausdrücken, nicht auf die Verarbeitung ([[Parsing]]), die ebenso wie die Generierung Teil der &amp;#039;&amp;#039;linguistic capacity&amp;#039;&amp;#039; ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus legen die Forderungen nach pragmatischer und psychologischer Adäquatheit eine gewisse Offenheit und interdisziplinäre Zusammenarbeit nahe, wenn Erkenntnisse relevanter Fächer wie [[Psychologie]] und [[Soziologie]] berücksichtigt werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungsorientiertheit und Anwendbarkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorteile ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diks „Functional Grammar“ scheint viele in anderen Modellen vernachlässigte, jedoch zur vollständigen Sprachbeschreibung wichtige Aspekte von Sprache zu berücksichtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Berücksichtigung der [[Pragmatik (Linguistik)|Pragmatik]], etwa wie oben beschrieben bei einer Aufzählung oder zur Beschreibung des Unterschiedes zwischen den Ausdrücken &amp;#039;&amp;#039;Buddhist Japanese&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Japanese Buddhist&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Die zentrale Rolle der [[Semantik]], etwa bei der Zuordnung von &amp;#039;&amp;#039;who&amp;#039;&amp;#039; an belebte und &amp;#039;&amp;#039;which&amp;#039;&amp;#039; an unbelebte Mitspieler in einem [[Relativsatz]] oder bei den Selektionsbeschränkungen der Argumente in Prädikatrahmen.&lt;br /&gt;
* Die Unterscheidung von [[Semantische Rolle|semantischen Rollen]] und grammatischen Relationen, etwa zur Beschreibung von Aktiv-Passiv-Alternation ohne diese gegenseitig auseinander abzuleiten.&lt;br /&gt;
* Die Berücksichtigung [[Sprachtypologie|typologischer]] Eigenheiten vieler Sprachen, etwa in Form der &amp;#039;&amp;#039;Semantic Function Hierachy&amp;#039;&amp;#039; (SFH) zur Subjektivierbarkeit von Mitspielern mit bestimmten semantischen Rollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwächen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwendung [[Merkmalsemantik|merkmalsemantischer]] Primitive zur [[Selektionsbeschränkung]] (siehe [[Semantische Relation]]) bestimmter [[Argument (Linguistik)|Argumentpositionen]] in den  Underlying Clause Structures, (UCS) könnte in der Praxis zu den mit diesem semantischen Modell bekannten Problemen führen, etwa bei relationalen Eigenschaften wie Verwandtschaftsverhältnissen, sowie bei Verben, graduellen Unterschieden und Farben. Die Kodierung der Feinsemantik im Lexikon stellt jedoch allgemein ein ungelöstes Problem dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Vorgehen, Verletzungen der Selektionsbeschränkungen nicht als ungrammatisch zu bezeichnen, sondern z.&amp;amp;nbsp;B. als Metapher zu behandeln, stellt eventuell eine Immunisierungsstrategie dar, etwa wenn keine spezielle Interpretationsstrategie ausgearbeitet wurde, die in diesem Fall Testbarkeit, Anwendbarkeit und den wissenschaftlichen Wert des Modells verringern könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die sich aus der semantischen Ausrichtung ergebende Konzentration auf [[Introspektion (Linguistik)|Introspektion]] und [[Elizitierung]] zur Datengewinnung für die Bestimmung von Selektionsbeschränkungen von Argumentpositionen in Prädikatrahmen könnte Probleme verursachen und den [[Wissenschaftstheorie|wissenschaftstheoretischen]] Wert der gewonnenen Daten schmälern, da elizitierte und aus [[Selbstbeobachtung|Introspektion]] gewonnene Daten durch die vorgegebene Fragestellung leicht missinterpretiert werden können, etwa wenn Einflussfaktoren, die über die Fragestellung hinausgehen, nicht berücksichtigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Bereich der Operatoren zur zeitlichen Spezifizierung der Prädikation gehen der universelle Anspruch und die praktischen Erfordernisse auseinander, denn die auf dieser Ebene von Dik genannten Operatoren wie „present“ und „progressive“ sind keine universellen Kategorien, doch die  Underlying Clause Structures, (UCS) hat den Anspruch, vor Anwendung der Ausdrucksregeln sprachunabhängig kodiert zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammenfassende Charakterisierung des Modells ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenfassend lässt sich [[Simon C. Dik]]s „Functional Grammar“ somit als ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[monostratal]]es, nicht-derivationelles,&lt;br /&gt;
* [[Aszendent (Linguistik)|deszendentes]],&lt;br /&gt;
* [[Induktion (Denken)|induktives]],&lt;br /&gt;
* mentalistisches, nicht-[[Nativismus (Psychologie)|nativistisches]],&lt;br /&gt;
* [[Universalität|universalistisches]],&lt;br /&gt;
* [[Pragmatik (Linguistik)|pragmatikbasiertes]], und in diesem Sinne [[Funktionalismus (Linguistik)|funktionales]] sowie&lt;br /&gt;
* [[Deskriptive Linguistik|beschreibungsorientiertes]] und testbares, und in diesem Sinne formales linguistisches Modell charakterisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Simon C. Dik: &amp;#039;&amp;#039;Functional Grammar.&amp;#039;&amp;#039; In: F. Droste, John E. Joseph (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Theory and Grammatical Description&amp;#039;&amp;#039;. Benjamin, Amsterdam 1991, ISBN 1-55619-143-X, S. 247–274.&lt;br /&gt;
* Simon C. Dik: &amp;#039;&amp;#039;The Theory of Functional Grammar&amp;#039;&amp;#039;. Mouton de Gruyter, Berlin / New York 1997, ISBN 3-11-015539-7.&lt;br /&gt;
* K. Hengeveld, J. L. Mackenzie: &amp;#039;&amp;#039;Functional Discourse Grammar: A typologically-based theory of language structure.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, 2008, ISBN 978-0-19-927811-4. (auch in einer Onlinefassung teilweise zugänglich: http://www.oxfordscholarship.com/oso/public/content/linguistics/9780199278107/toc.html).&lt;br /&gt;
* Paul-O. Samuelsdorff: &amp;#039;&amp;#039;Simulation of a Functional Grammar in Prolog.&amp;#039;&amp;#039; In: John H. Connolly, Simon C. Dik (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Functional Grammar and the Computer.&amp;#039;&amp;#039; Foris, Dordrecht u.&amp;amp;nbsp;a. 1989, ISBN 90-6765-433-7, S. 29–44.&lt;br /&gt;
* [[Christa Dürscheid]]: &amp;#039;&amp;#039;Syntax. Grundlagen und Theorien.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2010, ISBN 978-3-8252-3319-8, S. 189–194. (UTB, 3319).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.functionalgrammar.com/ Functional Grammar Website]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grammatiktheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Computerlinguistik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Taron Eldrin</name></author>
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