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	<title>Fulvia - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fulvia&amp;diff=146633&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Oskar71: /* Rolle im Perusinischen Krieg */</title>
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		<updated>2026-02-18T17:07:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Rolle im Perusinischen Krieg&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt die Ehefrau des Marcus Antonius. Für weitere Bedeutungen siehe [[Fulvia (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fulvia Antonia.jpg|mini|Stilisierte Fulvia auf einer kleinasiatischen Münze der Stadt Eumeneia.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fulvia&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* um 84–73 [[v. Chr.]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Allison Jean Weir: &amp;#039;&amp;#039;A Study of Fulvia&amp;#039;&amp;#039;. Masterarbeit. Ontario 2007, S. 2.&amp;lt;/ref&amp;gt;; † Mitte [[40 v. Chr.]] in [[Sikyon]] bei [[Korinth (antike Stadt)|Korinth]]) war eine der politisch einflussreichsten [[Frauen im Alten Rom|Frauen]] der späten [[Römische Republik|Römischen Republik]]. Sie war vermutlich die erste nicht-[[Römische Mythologie|mythologische]] Frau, die auf römischen Münzen abgebildet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ihren Ehen mit [[Publius Clodius Pulcher]] und [[Gaius Scribonius Curio (Volkstribun)|Gaius Scribonius Curio]] war es vor allem die Ehe mit [[Marcus Antonius]], die ihr öffentliche Beachtung brachte. Das von ihr überlieferte Bild ist teilweise durch die Propaganda [[Augustus|Octavians]] verzerrt, der ihr, die am Ende ihres Lebens zu seinen Gegnern zählte, Habgier und Herrschsucht vorwarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Fulvia war die Tochter des [[Plebejer]]s [[Marcus Fulvius Bambalio]] aus [[Tusculum]] und der Sempronia, Tochter des Sempronius Tuditanus.&amp;lt;ref&amp;gt;So {{RE|II A,1|1446||Sempronius 102)|[[Friedrich Münzer]]}}; vgl. [[Marcus Tullius Cicero|Cicero]], &amp;#039;&amp;#039;[[Philippische Reden]]&amp;#039;&amp;#039; 2,90; 3,16; Cassius Dio, &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 45,47,4; 46,7,1; 46,28,1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fulvias Urgroßvater mütterlicherseits war der Geschichtsschreiber und Konsul von 129 v. Chr., [[Gaius Sempronius Tuditanus (Konsul 129 v. Chr.)|Gaius Sempronius Tuditanus]]. Wahrscheinlich hatte Fulvia als letztes Familienglied väterlicher- und mütterlicherseits einiges Vermögen geerbt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Ehen ===&lt;br /&gt;
Ihr erster Ehemann war seit etwa 62 v. Chr. [[Publius Clodius Pulcher]], der [[Volkstribun]] des Jahres 58 v. Chr. Aus der Ehe, die sehr harmonisch verlaufen sein soll,&amp;lt;ref&amp;gt;Cicero, [[Pro Milone|&amp;#039;&amp;#039;Pro T. Annio Milone&amp;#039;&amp;#039;]] 28; 55; [[Valerius Maximus]], &amp;#039;&amp;#039;[[Facta et dicta memorabilia]]&amp;#039;&amp;#039; 3,5,3.&amp;lt;/ref&amp;gt; gingen zwei Kinder hervor: ein nach seinem Vater benannter Sohn Publius Clodius Pulcher und eine Tochter [[Clodia (Gattin des Augustus)|Clodia]]. Fulvia soll ihren Gemahl auf all seinen Reisen begleitet haben; jedenfalls warb sie eine Schar von Gefolgsleuten (&amp;#039;&amp;#039;collegia&amp;#039;&amp;#039;) für ihn an. Clodius wurde Anfang 52 v. Chr. bei einer Straßenschlacht in [[Marino (Latium)#Geschichte|Bovillae]] außerhalb Roms von seinem politischen Rivalen [[Titus Annius Milo]] getötet, seine Leiche nach Rom gebracht und im [[Atrium (Architektur)|Atrium]] seines Hauses aufgebahrt. Dort erhob Fulvia laute Wehklagen und stellte den in großen Mengen zu ihrem Haus eilenden Passanten die zahlreichen Wunden ihres ermordeten Gatten zur Schau, um sie gegen Milo und dessen Anhänger aufzuhetzen. Ähnlich bleibenden Eindruck erweckten ihre Schmerzensbekundungen als Zeugin beim Prozess gegen Clodius’ Mörder.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Asconius Pedianus|Asconius]]: &amp;#039;&amp;#039;Milo&amp;#039;&amp;#039; 28,19; 35,21.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dessen Verteidiger war der berühmte Redner und Politiker [[Marcus Tullius Cicero]], der bereits zuvor ein Feind von Clodius gewesen war. Wie bereits in seiner Rede &amp;#039;&amp;#039;[[Pro Caelio]]&amp;#039;&amp;#039; 56 v. Chr., in der Cicero seine Verteidigung vor allem auf der Diffamierung des Clodius und seiner Schwester [[Clodia|Clodia Metelli]] wegen einer inzestuösen Beziehung aufbaute, versuchte er auch in &amp;#039;&amp;#039;Pro Milone&amp;#039;&amp;#039;, Clodius’ Ansehen durch die Anklage des [[Inzest]]s, diesmal mit einer anderen Schwester, zu zerstören. Cicero glaubte, dass er wegen Fulvias Auftritt keinen Freispruch für Milo erreichte, und war seither ihr erbitterter Gegner, so dass er sie oft unter der Gürtellinie angriff. Auch die beiden weiteren Männer, die Fulvia noch heiraten sollte, waren Ciceros Feinde. Fulvia erlangte durch ihre Rolle in dem Mordprozess erstmals nachweislich breite öffentliche Bekanntheit.&amp;lt;ref&amp;gt;Dazu Welch, &amp;#039;&amp;#039;Antony, Fulvia, and the Ghost of Clodius in 47 B. C.&amp;#039;&amp;#039;, S. 186.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fulvia heiratete nun [[Gaius Scribonius Curio (Volkstribun)|Gaius Scribonius Curio]],&amp;lt;ref&amp;gt;Cicero, &amp;#039;&amp;#039;Philippische Reden&amp;#039;&amp;#039; 2, 11&amp;lt;/ref&amp;gt; einen talentierten und einflussreichen Volkstribun, dessen erkaufter Treue bei [[Gaius Iulius Caesar|Caesars]] Kampf gegen den [[Römischer Senat|Senat]] im Jahr 50 v. Chr. entscheidende Bedeutung zukam. Beim Ausbruch des [[Römische Bürgerkriege|Bürgerkrieges]] Anfang 49 v. Chr. betraute Caesar Curio mit einem Feldzug in Afrika, aber seine Überheblichkeit erlaubte es dem [[Numidien|numidischen]] König [[Iuba I.|Iuba]], ihn auszumanövrieren: Mitte 49 v. Chr. wurden Curios Truppen vernichtet und er selbst getötet – die einzige ernsthafte Niederlage, die Caesar während des Bürgerkriegs erlitt. Trotz der kurzen Ehe hatte Fulvia auch von ihrem zweiten Gatten einen Sohn, Gaius Scribonius Curio, der später als Anhänger ihres dritten Gemahls [[Marcus Antonius]] in dessen Vernichtung verwickelt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Cassius Dio, &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 51,2,5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühe Ehejahre mit Antonius ===&lt;br /&gt;
Die Eheschließung Fulvias mit Antonius erfolgte wohl um das Jahr 46 v. Chr., da Cicero mitteilt, dass Antonius zuvor mit seiner Cousine [[Antonia (Gattin des Marcus Antonius)|Antonia]] verheiratet war, von der er sich wegen einer angeblichen ehebrecherischen Beziehung mit [[Publius Cornelius Dolabella (Konsul 44 v. Chr.)|Dolabella]] hatte scheiden lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Cicero, &amp;#039;&amp;#039;Philippische Reden&amp;#039;&amp;#039; 2,3; 2,99; 3,17; 13,23; Cicero, &amp;#039;&amp;#039;[[Epistulae ad Atticum]]&amp;#039;&amp;#039; 16,11,1; vgl. [[Plutarch]], &amp;#039;&amp;#039;Antonius&amp;#039;&amp;#039; 9, 1f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere, von [[Plutarch]] überlieferte Episode belegt ebenfalls, dass die Heirat Fulvias mit Antonius vor 45 v. Chr. stattfand: Als sich Antonius nämlich auf den Weg zu Caesar nach dessen Sieg im Bürgerkrieg in Spanien machte, aber in Italien das Gerücht vom Ableben des Diktators und dem Anmarsch von dessen Gegnern auftauchte, kehrte Antonius nach Rom zurück und begehrte in der Verkleidung eines Sklaven in Fulvias Haus Einlass, da er ihr einen Brief von ihrem Gatten zu übergeben hätte. Als Fulvia, die ihn anscheinend in seiner Maskerade nicht erkannte, unruhig wurde, gab er sich zu erkennen und küsste sie.&amp;lt;ref&amp;gt;Plutarch, &amp;#039;&amp;#039;Antonius&amp;#039;&amp;#039; 10,7–9; vgl. Cicero, &amp;#039;&amp;#039;Philippische Reden&amp;#039;&amp;#039; 2,77.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plutarch sagt, dass Fulvia keineswegs Interesse an den für eine [[Matrona|Matrone]] üblichen Tätigkeiten hatte und somit auch keinen Privatmann, sondern einen Amtsinhaber als Ehemann haben und beherrschen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Plutarch, &amp;#039;&amp;#039;Antonius&amp;#039;&amp;#039;, 10,5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fulvias Erbe war für den ständig in finanziellen Nöten steckenden Antonius sicher auch ein reizvoller Faktor. Eine Einflussnahme Fulvias auf die Politik des Antonius ist zu vermuten, muss aber immer in den Kontext der augusteischen Propaganda gestellt werden. Ciceros Unterstellungen sind zwar der [[Invektive (Literatur)|Invektive]] zuzuordnen, Fulvias Verhalten widersprach jedoch der späteren Politik des Kaisers Augustus, der, an altrömische Traditionen anknüpfend, die [[Frauen im Römischen Reich|Rolle der Frauen]] auf Haushalt und Mutterschaft beschränken wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Fulvias dritter Ehe gingen zwei Söhne hervor: [[Marcus Antonius Antyllus]] (* 45; † 30 v. Chr.), der nach dem Selbstmord seines Vaters auf Octavians Veranlassung ermordet wurde, und [[Iullus Antonius]] (* 42; † 2 v. Chr.), der in der Folgezeit großes Ansehen bei Augustus genoss und mit dessen Nichte [[Claudia Marcella die Ältere|Marcella Maior]] verheiratet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fulvias politische Karriere begann nach Caesars Ermordung am 15. März 44 v. Chr. Antonius wurde zu einem der mächtigsten Männer des Römischen Reiches und dadurch rückte auch seine Gattin in den Fokus der Öffentlichkeit. Überliefert sind vor allem Topoi, mit denen sie charakterisiert wird: Grausamkeit&amp;lt;ref&amp;gt;Cicero, &amp;#039;&amp;#039;Philippische Reden&amp;#039;&amp;#039; 3,4.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Habgier&amp;lt;ref&amp;gt;Cicero, &amp;#039;&amp;#039;Philippische Reden&amp;#039;&amp;#039;2,95.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Eifersucht&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martial]], &amp;#039;&amp;#039;Epigramm&amp;#039;&amp;#039; 11,20.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach Plutarch&amp;lt;ref&amp;gt;Plutarch, &amp;#039;&amp;#039;Antonius&amp;#039;&amp;#039; 10,5f.&amp;lt;/ref&amp;gt; war sie so herrschsüchtig, dass sie einen Regenten regieren wollte; die spätere Geliebte des Antonius, die ägyptische Königin [[Kleopatra VII.]], schulde ihr das Lehrgeld dafür, dass Antonius es gelernt habe, Frauen zu gehorchen. Fulvia soll auch am Handel mit von Antonius gefälschten Akten Caesars rege mitgewirkt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Cicero, &amp;#039;&amp;#039;Philippische Reden&amp;#039;&amp;#039; 5,11.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für letztere Behauptung ist nur der Fall des Galaterkönigs [[Deiotarus]] bekannt, dem Antonius angeblich unter Fulvias Einfluss die Annexion eines Territoriums gegen Zahlung von 10 Millionen Sesterzen durch die &amp;#039;&amp;#039;Acta Caesaris&amp;#039;&amp;#039; bestätigte.&amp;lt;ref&amp;gt;Cicero, &amp;#039;&amp;#039;Philippicae&amp;#039;&amp;#039; 2,93ff.; &amp;#039;&amp;#039;Epistulae ad Atticum&amp;#039;&amp;#039; 14,12,1 u. ö.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass Fulvia mit ihrem Gatten Ende 44 v. Chr. nach [[Brindisi|Brundisium]] reiste und dort der Exekution meuternder Soldaten zuschaute, wobei sie vom Blut der abgeschlagenen Köpfe bespritzt worden sein soll, trug ihr den Vorwurf der Herzlosigkeit ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Cicero, &amp;#039;&amp;#039;Philippische Reden&amp;#039;&amp;#039; 3,4; 5,22; 13,18; Cassius Dio, &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 45,13,2; 45,35,3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fulvia stand – wie von einer Römerin erwartet – in Rom loyal hinter ihrem Gatten, als dieser, von der Hauptstadt abwesend, militärisch und politisch in die Defensive geriet. Antonius hatte nämlich seit Ende 44 v. Chr. den [[Caesarmörder]] [[Decimus Iunius Brutus Albinus]] in [[Mutinensischer Krieg|Mutina belagert]], der aber nach Erhalt von militärischer Hilfe durch den [[Römischer Senat|Senat]] und Octavian seinerseits Antonius immer mehr in die Bredouille brachte. Seit Anfang 43 v. Chr. versuchte Cicero durchzusetzen, dass Antonius zum Staatsfeind erklärt wurde. Fulvia stellte die Frage, ob eine solche Verurteilung einer Person, die keine Rechtfertigungsmöglichkeit hatte, überhaupt juristisch möglich sei, da sie wusste, dass die Senatoren darüber gespaltener Meinung waren. Sie besuchte deshalb mit ihrem kleinen Sohn Antyllus und Antonius’ Mutter [[Iulia (Mutter des Marcus Antonius)|Iulia]] in der Nacht vor dem entscheidenden Senatsbeschluss alle Senatoren. Am nächsten Morgen stand sie mit ihrer Mutter Sempronia in Trauerkleidern am Weg zum Senat und jammerte laut, um die Senatoren in ihrem Sinne zu beeinflussen. Diese verurteilten Fulvias Gatten jedoch mehrheitlich und verbannten ihn aus Italien.&amp;lt;ref&amp;gt;Cicero, &amp;#039;&amp;#039;Philippische Reden&amp;#039;&amp;#039; 12,2; [[Appian]], &amp;#039;&amp;#039;Bürgerkriege&amp;#039;&amp;#039; 3,211f.; 3,242.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fulvia war in der Folgezeit in Rom weitgehend isoliert, bemühte sich aber, dort weiterhin die politischen und ökonomischen Interessen ihres Mannes durchzusetzen. Einem Bericht des [[Cornelius Nepos]] zufolge leistete ihr in dieser Zeit (fast) nur [[Titus Pomponius Atticus]] Hilfe – möglicherweise schlug allerdings auch dieser sich erst später auf ihre Seite, als sich eine Versöhnung zwischen Octavian und Antonius abzeichnete und er als Freund Ciceros dann persönlich in Gefahr zu geraten drohte.&amp;lt;ref&amp;gt;Cornelius Nepos, &amp;#039;&amp;#039;Atticus&amp;#039;&amp;#039; 9,2–7; siehe dazu die Analyse bei [[Sven Günther (Althistoriker)|Sven Günther]]: &amp;#039;&amp;#039;Femme fatale oder femina oeconomica? Fulvia und ökonomisches Kalkulieren in der späten Römischen Republik.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Krešimir Matijević]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaft und Gesellschaft in der späten Römischen Republik. Fachwissenschaftliche und fachdidaktische Aspekte&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Scripta Mercaturae-Beihefte.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Scripta Mercaturae, Gutenberg 2020, ISBN 978-3-89590-184-3, S. 93–104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anteil an den Proskriptionen ===&lt;br /&gt;
Ende 43 v. Chr. wechselte Octavian die Seiten und bildete mit Antonius und [[Marcus Aemilius Lepidus (Triumvir)|Lepidus]] das Zweite [[Triumvirat#Zweiter Triumvirat|Triumvirat]]. Diese drei Machthaber beherrschten damit den Westen des Römischen Reichs (und die Caesarmörder einstweilen den Osten). Um die politische Allianz zu stabilisieren, heiratete Octavian [[Clodia (Gattin des Augustus)|Clodia]], die gerade ins heiratsfähige Alter&amp;lt;ref&amp;gt;Clodias Alter erschließen [[Arthur Stein (Althistoriker)|Arthur Stein]] (RE, Bd. III, 2, Sp. 2887) und [[Jochen Bleicken]] (&amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039;, S. 706) aus [[Sueton]], &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; 62,1.&amp;lt;/ref&amp;gt; gekommene Tochter Fulvias und Clodius&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Sueton, &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; 62,1; Plutarch, &amp;#039;&amp;#039;Antonius&amp;#039;&amp;#039; 20,1; Cassius Dio, &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 46,56,3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fulvia soll, so berichtet wenigstens [[Appian]],&amp;lt;ref&amp;gt;Appian,&amp;#039;&amp;#039;Bürgerkriege&amp;#039;&amp;#039; 4,124.&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Ereignisse um die [[Proskription]]en involviert gewesen sein. Er gibt an, dass Fulvia reges Interesse an dem Gebäude eines gewissen Rufus gehabt habe, das an ihr Grundstück angrenzte. Rufus habe sich geweigert, ihr das Gebäude zu verkaufen, und sei von ihr auf die Proskriptionsliste gesetzt worden. Daraufhin sei er bereit gewesen, es ihr zu schenken, doch Fulvia habe kein Einsehen gehabt: Rufus wurde enthauptet und sein Kopf dem Antonius gesandt. Dieser habe den Kopf mit der Bemerkung, er kenne ihn nicht, weiter zu Fulvia schicken lassen, diese habe ihn vor dem Gebäude der Öffentlichkeit gezeigt. Eine ganz andere Darstellung bietet [[Valerius Maximus]], der berichtet, dass Antonius sich über einen geächteten Senator namens Caesetius Rufus äußerte, diesen nicht zu kennen; in dieser Version wird Fulvia überhaupt nicht genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Valerius Maximus, &amp;#039;&amp;#039;Facta et dicta memorabilia&amp;#039;&amp;#039; 9,5,4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders drastisch ist die Darstellung über Fulvias Agieren während der Proskriptionen von [[Cassius Dio]], dessen Geschichtswerk 250 Jahre nach den Ereignissen entstand. Demnach verfolgte Antonius nämlich mit besonderem Interesse seinen Erzfeind Cicero und sandte Suchtrupps zu dessen Landhaus, um ihn aufzuspüren. Im Dezember 43 v. Chr. wurde Cicero gefunden und von dem [[Centurio]] Herennius und dem Militärtribun [[Gaius Popilius Laenas]], den Cicero einige Jahre zuvor in einem Mordprozess erfolgreich verteidigt hatte,  geköpft. Cicero war von einem jungen Sklaven verraten worden, dem er in besonderer Weise vertraut hatte. Antonius stellte Ciceros Kopf und Hände auf der &amp;#039;&amp;#039;[[rostra]]&amp;#039;&amp;#039; des [[Forum Romanum]] aus. Fulvia soll aufgrund ihrer Ehemänner Clodius und Antonius glücklich über die Rache gewesen sein und das Haupt Ciceros misshandelt sowie die Zunge mit ihrer Haarnadel durchstochen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Cassius Dio, &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 47,8,3f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kein anderer antiker Autor berichtet über einen derartigen Vorfall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den Kampf gegen die Caesarmörder finanzieren zu können, wollten die Triumvirn eine Sondersteuer von den 1400 reichsten Römerinnen erheben. Eine von [[Hortensia]] angeführte Delegation der Matronen erreichte mit ihrer Bitte um Fürsprache bei Octavians Schwester [[Octavia Minor]] und Antonius’ Mutter Iulia Unterstützung, wurde aber von Fulvia schroff abgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Appian, &amp;#039;&amp;#039;Bürgerkriege&amp;#039;&amp;#039; 4,136f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fulvia unterstützte somit die Politik ihres Ehemannes und wandte sich von der traditionellen Funktion der Frau als Vermittlerin zwischen Konfliktparteien ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rolle im Perusinischen Krieg ===&lt;br /&gt;
42 v. Chr. setzten Antonius und Octavian nach [[Makedonien]] über und konnten die Caesarmörder entscheidend schlagen. Dann teilten sie das Römische Reich in neue Machtbereiche auf, wobei Antonius den Osten und Octavian den Westen erhielt. Dem jungen Erben Caesars fiel aber auch die undankbare Aufgabe zu, zur versprochenen Ansiedlung von 100 000 Veteranen die Bevölkerung aus mehreren Städten Italiens auszutreiben, als wenn sie Kriegsbeute geworden wären. Dies musste Octavian den Hass der zu Enteignenden zuziehen, während sich Antonius in [[Griechisch-römische Zeit (Ägypten)|Ägypten]] mit Kleopatra vergnügte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen wurde [[Lucius Antonius]], der jüngere Bruder des Triumvirn, am 1. Januar 41 v. Chr. [[Consulat|Konsul]] und wollte einen [[Römischer Triumph|Triumph]] über besiegte Alpenvölker feiern. Diesen lehnte Fulvia angeblich zunächst ab und erst nach ihrer Zustimmung habe der Senat den Triumph bewilligt. Cassius Dio behauptet in diesem Sinne sicher völlig übertrieben, dass Fulvia in Rom die ganze Macht an sich gerissen hätte.&amp;lt;ref&amp;gt;Cassius Dio, &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 48,4,1–6; vgl. Plutarch, &amp;#039;&amp;#039;Antonius&amp;#039;&amp;#039; 30,1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Octavian nach Italien zurückkehrte, befasste er sich damit, die seinen Veteranen versprochenen Landgüter zusammenzubringen. Diese Aktivitäten erzeugten politische und soziale Unruhen. Fulvia vertrat die Interessen ihres Gatten in Italien und wollte gemeinsam mit Lucius Antonius Octavians Schwierigkeiten bei den Landverteilungen ausnutzen. Die Spannungen zwischen den genannten Parteien bewirkten den Ausbruch des [[Perusinischer Krieg|Perusinischen Krieges]].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. zu diesem Krieg z.&amp;amp;nbsp;B. Bleicken, &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039;, S. 182–194.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor der Krieg ausbrach, schickte Octavian Clodia mit der Bemerkung, nie mit ihr geschlafen zu haben, zu ihrer Mutter zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;Cassius Dio, &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 48,5,3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nun trat Fulvia zusammen mit Lucius Antonius in Aktion und schürte die Unzufriedenheit der durch Octavians Landzuweisungen enteigneten Italiker.&amp;lt;ref&amp;gt;Cassius Dio, &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 48,6,4–7,1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie lehnten auch Octavians Vermittlungsangebote ab und nahmen ihren Stützpunkt im gut gesicherten [[Praeneste]], wo Fulvia unter anderem mit einem Schwert gegürtet Befehle an die Soldaten erteilt haben soll.&amp;lt;ref&amp;gt;Cassius Dio, &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 48,10,1–4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Appian schenkte Fulvia anfangs durchaus den Anliegen der Veteranen ihres Gatten Gehör.&amp;lt;ref&amp;gt;Appian, &amp;#039;&amp;#039;Bürgerkriege&amp;#039;&amp;#039; 5,54; 5,56.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie widersetzte sich daher auch dem Bestreben des Lucius Antonius, die vertriebenen Italiker zu unterstützen. Doch dann soll sie von Antonius’ Sachwalter Manius eifersüchtig gemacht worden sein. Dieser soll ihr zum Krieg mit Octavian geraten haben, da sie so wieder Antonius&amp;#039; Aufmerksamkeit erregen könne und er Kleopatra oder seine Geliebte [[Glaphyra (Hetäre)|Glaphyra]] verlassen würde. Hierdurch soll sie den Absichten von Lucius, Antonius&amp;#039; Bruder, größere Neigung entgegengebracht haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Appian, &amp;#039;&amp;#039;Bürgerkriege&amp;#039;&amp;#039; 5,75.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weniger ausführlichen Quellen beschreiben aber Fulvia als &amp;#039;&amp;#039;Spiritus rector&amp;#039;&amp;#039; des Krieges gegen Octavian&amp;lt;ref&amp;gt;[[Velleius Paterculus]]. &amp;#039;&amp;#039;Historia Romana&amp;#039;&amp;#039; 2,74,3; Plutarch, &amp;#039;&amp;#039;Antonius&amp;#039;&amp;#039; 28,1; 30,2f.; [[Orosius]], &amp;#039;&amp;#039;Historiae adversus paganos&amp;#039;&amp;#039; 6,18,17f.; u.&amp;amp;nbsp;a.&amp;lt;/ref&amp;gt; und werfen ihr unweibliches Verhalten vor, weil sie ein Schwert getragen und die Soldaten kommandiert haben soll.&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Züge werden von Cassius Dio (&amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 48,10,4) am ausführlichsten geschildert.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wieweit Fulvia aber wirklich am Ausbruch des Krieges beteiligt war, ist wegen der widersprüchlichen Darstellungen der Hauptquellen Cassius Dio und Appian nicht sicher zu ermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als dann im Kriegsverlauf Lucius Antonius von Octavian und seinen Feldherrn in Perusia ([[Perugia]]) eingeschlossen wurde und die antonianischen Generäle, die dem Belagerten Entsatz bringen sollten, nur zögerlich vorgingen, forderte Fulvia vergeblich energischeres Vorgehen zum Durchbrechen von Octavians Sperrwällen.&amp;lt;ref&amp;gt;Appian, &amp;#039;&amp;#039;Bürgerkriege&amp;#039;&amp;#039; 5,130f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Folge dieses nach römischen Vorstellungen unschicklichen Verhaltens für eine Frau war, dass Octavians Legionäre derbe sexuelle Witze in (teilweise noch erhaltene) [[Schleuderblei]]e eingravierten und als Ziel dieser Wurfgeschosse die Scham der Fulvia angaben.&amp;lt;ref&amp;gt;CIL XI 6721, 3–5. 14; dazu Clauss, &amp;#039;&amp;#039;Kleopatra&amp;#039;&amp;#039;, S. 40.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ähnlich niveaulos ist ein angeblich von Octavian selbst gedichtetes obszönes [[Epigramm]], nach dem ihn Fulvia ultimativ aufgefordert habe, zur Bestrafung von Antonius’ Untreue mit ihr zu schlafen, da sie ansonsten Krieg gegen ihn führen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martial]], &amp;#039;&amp;#039;Epigramme&amp;#039;&amp;#039; 11,20,3–8; dazu Clauss, &amp;#039;&amp;#039;Kleopatra&amp;#039;&amp;#039;, S. 50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich musste sich Lucius Antonius, der den gesamten Winter des Jahres 41 v. Chr. auf 40 v. Chr. in Perusia belagert worden war, im Februar 40 v. Chr. wegen Hungers ergeben. Octavian wollte trotz seines Sieges offenbar keinen völligen Bruch mit seinem Triumviratskollegen, der während des gesamten Krieges bei Kleopatra in Ägypten abwesend gewesen war. Daher verschonte der Erbe Caesars Lucius Antonius und auch Fulvia durfte gemeinsam mit ihren Kindern und Antonius’ Mutter, ehrenvoll verabschiedet, über Puteoli und Brundisium nach [[Griechenland]] weiterreisen.&amp;lt;ref&amp;gt;Appian, &amp;#039;&amp;#039;Bürgerkriege&amp;#039;&amp;#039; 5,210f.; Cassius Dio, &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 48,15,1; u.&amp;amp;nbsp;a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tod ===&lt;br /&gt;
Marcus Antonius war schließlich auf die Meldung der Niederlage seines Bruders und seiner Gattin auf den Weg von Ägypten nach Italien begriffen, um sich endlich selbst um seine Interessen in Italien zu kümmern. In [[Athen]] traf er im März 40 v. Chr. seine Gattin.&amp;lt;ref&amp;gt;Appian, &amp;#039;&amp;#039;Bürgerkriege&amp;#039;&amp;#039; 5,217; Cassius Dio, &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 48,27,4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Danach reiste Antonius nach Italien weiter. Fulvia aber blieb krank in Griechenland und war tief gekränkt, weil Antonius sich im Orient zahlreichen Liebesabenteuern hingegeben hatte und sie auch noch wegen ihrer Einmischung in seine politischen Angelegenheiten tadelte. Sie starb noch Mitte 40 v. Chr. in [[Sikyon]].&amp;lt;ref&amp;gt;Appian, &amp;#039;&amp;#039;Bürgerkriege&amp;#039;&amp;#039; 5,230; 5,249f.; 5,266; Cassius Dio, &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 48,28,2f.; Livius, [[Ab urbe condita (Livius)|&amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039;]], &amp;#039;&amp;#039;periochae&amp;#039;&amp;#039; 127; Plutarch, &amp;#039;&amp;#039;Antonius&amp;#039;&amp;#039; 30,5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr für Octavian wie für Antonius zur rechten Zeit erfolgter Tod gab den beiden Triumvirn Gelegenheit, sich zu versöhnen. Antonius heiratete Octavians Schwester Octavia Minor, die sich später um Fulvias Kinder kümmerte. Vielleicht wurde erst jetzt das Gerücht verbreitet, dass Fulvia den Perusinischen Krieg aus Eifersucht begonnen habe, um sie für diesen Krieg hauptverantwortlich machen zu können, während ihn Antonius nicht gewollt und von seinem Ausbruch auch nichts gewusst habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkommen ==&lt;br /&gt;
* aus der ersten Ehe mit [[Publius Clodius Pulcher]]:&lt;br /&gt;
** Publius Clodius Pulcher&lt;br /&gt;
** [[Clodia (Gattin des Augustus)|Clodia]], kurz mit Octavian verheiratet&lt;br /&gt;
* aus der zweiten Ehe mit [[Gaius Scribonius Curio (Volkstribun)|Gaius Scribonius Curio]]:&lt;br /&gt;
** Gaius Scribonius Curio&lt;br /&gt;
* aus der dritten Ehe mit [[Marcus Antonius]]:&lt;br /&gt;
** [[Marcus Antonius Antyllus]], von Octavian 30 v. Chr. hingerichtet&lt;br /&gt;
** [[Iullus Antonius]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bewertung ==&lt;br /&gt;
Der [[Geschichte der Geschichtsschreibung#Rom und die römische Welt|römischen Geschichtsschreibung]], die der Darstellung bei Cicero und Augustus folgte, galt Fulvia als machtgierig und grausam. Dabei wurde – wie auch bei anderen politisch aktiven Frauen – vor allem der Gegensatz herausgestellt zum idealisierten Bild der tugendhaften &amp;#039;&amp;#039;domiseda&amp;#039;&amp;#039;, der auf den eigenen Haushalt beschränkten [[Matrona]], wie es Antonius’ nächste Ehefrau, Augustus’ Schwester Octavia, verkörperte. Diese negative Darstellung der Fulvia in den antiken Quellen wurde von Altertumsforschern des 19. Jahrhunderts sogar noch verschärft und erst im 20. Jahrhundert hat die Forschung im Gefolge der gesellschaftlichen Wandlungen Fulvia eine gerechtere und ausgewogenere Beurteilung zukommen lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Darstellung bei: Sabine Tausend: &amp;#039;&amp;#039;Macht der Frauen – Macht durch Frauen. Die Frauen der Triumvirn&amp;#039;&amp;#039;, in: Irmtraud Fischer, Christoph Heil: &amp;#039;&amp;#039;Geschlechterverhältnisse und Macht: Lebensformen in der Zeit des frühen Christentums;&amp;#039;&amp;#039; Münster 2010; S. 33–52&amp;lt;/ref&amp;gt; Ausgehend von den antiken Quellen, in denen Fulvia bis zur Ermordung Caesars nur als Anhängsel ihres jeweiligen Mannes erscheint, beurteilen viele Historiker wie [[Jane F. Gardner]] Fulvia vor allem als „Sprachrohr des Ehemannes“.&amp;lt;ref&amp;gt;Jane F. Gardner: &amp;#039;&amp;#039;Frauen im antiken Rom. Familie, Alltag, Recht&amp;#039;&amp;#039;, München 1995, S. 265&amp;lt;/ref&amp;gt; Richard Bauman dagegen nimmt an, dass sie wie die späteren Kaiserfrauen in eigenem Interesse gehandelt habe.&amp;lt;ref&amp;gt; Richard A. Bauman: &amp;#039;&amp;#039;Women and Politics in Ancient Rome.&amp;#039;&amp;#039; Routledge 2002; S. 89&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* C. L. Babcock: &amp;#039;&amp;#039;The Early Career of Fulvia&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[American Journal of Philology]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 86, 1965, S. 1–32.&lt;br /&gt;
* [[Jochen Bleicken]]: &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1998, S. 182 ff., 194, 711 f. (Skepsis gegenüber angeblichen Porträts der Fulvia auf römischen Münzen).&lt;br /&gt;
* [[Manfred Clauss]]: &amp;#039;&amp;#039;Kleopatra&amp;#039;&amp;#039;. München 1995, S. 40, 50, 53, 55.&lt;br /&gt;
* Robert A. Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Fulvia und Octavia : die beiden Ehefrauen des Marcus Antonius in den politischen Kämpfen der Umbruchszeit zwischen Republik und Principat&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1999&lt;br /&gt;
* Marjorie Dearworth Keeley: &amp;#039;&amp;#039;Fulvia&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Women in World History&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 5, 2000, S. 825–829.&lt;br /&gt;
* {{RE|VII,1|281|284|Fulvius 113)|[[Friedrich Münzer]]|RE:Fulvius 113}}&lt;br /&gt;
* [[Charlotte Schubert]]: &amp;#039;&amp;#039;Homo politicus - femina privata? Fulvia: eine Fallstudie zur späten römischen Republik&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Barbara Feichtinger]], Gerog Wöhrle (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gender Studies in den Altertumswissenschaften: Möglichkeiten und Grenzen&amp;#039;&amp;#039;. Trier 2002, S. 65–79.&lt;br /&gt;
* Celia E. Schultz: &amp;#039;&amp;#039;Fulvia. Playing for power at the end of the Roman Republic.&amp;#039;&amp;#039; Oxford 2021.&lt;br /&gt;
* C. Virlouvet: &amp;#039;&amp;#039;Fulvia, la pasionaria&amp;#039;&amp;#039;. In: A. Fraschetti (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Roma al femminile&amp;#039;&amp;#039;. Roma/Bari 1994.&lt;br /&gt;
* Kathryn E. Welch: &amp;#039;&amp;#039;Antony, Fulvia, and the Ghost of Clodius in 47 B. C.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Greece &amp;amp; Rome&amp;#039;&amp;#039;. Second Series, Band 42, Nr. 2, 1995, S. 182–201 ({{JSTOR|643230}} bei [[JSTOR]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118703595}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker (Römische Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fulvier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 1. Jahrhundert v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 40 v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marcus Antonius]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person als Namensgeber für einen Asteroiden]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Fulvia&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=römische Matrona, Ehefrau des Marcus Antonius&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=um 80 v. Chr.&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=40 v. Chr.&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Sikyon]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Oskar71</name></author>
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