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	<title>Fritz Sack - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fritz_Sack&amp;diff=368819&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Torte825: /* Werdegang */ Ergänzungen zum Aufbaustudium Kriminologie</title>
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		<updated>2026-03-13T18:07:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Werdegang: &lt;/span&gt; Ergänzungen zum Aufbaustudium Kriminologie&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt den Kriminologen &amp;#039;&amp;#039;Fritz Sack,&amp;#039;&amp;#039; für den Fußballtrainer siehe [[Fritz Sack (Fußballtrainer)]].}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fritz Sack&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[26. Februar]] [[1931]] in [[Stare Czarnowo|Neumark]], [[Pommern]]; † [[18. August]] [[2025]] in [[Berlin]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Soziologe]] und [[Kriminologe]]. Er führte den [[Etikettierungsansatz]] in die deutsche kriminologische und sozialwissenschaftliche Diskussion ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werdegang ==&lt;br /&gt;
Fritz Sack wuchs als Bauernsohn im Dorf Neumark (inzwischen &amp;#039;&amp;#039;Stare Czarnowo&amp;#039;&amp;#039;) auf, das im damaligen [[Hinterpommern]] zwischen [[Stettin]] (inzwischen &amp;#039;&amp;#039;Szczecin&amp;#039;&amp;#039;) und der Kreisstadt Pyritz (inzwischen &amp;#039;&amp;#039;[[Pyrzyce]]&amp;#039;&amp;#039;) liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Biographische Angaben beruhen, wenn nicht anders belegt, auf Fritz Sack: &amp;#039;&amp;#039;Wie wurde ich Soziologe?&amp;#039;&amp;#039; In: [[Monika Jungbauer-Gans]] und Christiane Gross (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Soziologische Karrieren in autobiographischer Analyse.&amp;#039;&amp;#039; Verlag für Sozialwissenschaften (VS), Wiesbaden 2010. ISBN 978-3-531-17220-0, S. 20–51.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz2025&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Robert Matthies, Nils Schuhmacher |Titel=Jenseits des Straflustprinzips |Sammelwerk=Die Tageszeitung: taz |Datum=2025-09-10 |ISSN=0931-9085 |Online=https://taz.de/Zum-Tod-des-Kriminologen-Fritz-Sack/!6112067/ |Abruf=2025-09-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach anfänglichem Besuch der zweiklassigen Dorfschule wechselte er 1941 an das &amp;#039;&amp;#039;Bismarck-Gymnasium&amp;#039;&amp;#039;, eine [[Oberrealschule]] für Jungen in Pyritz. Da Pyritz von Neumark nicht täglich erreichbar war, wurde Sack für die nächsten vier Jahre bei einem Onkel mütterlicherseits am Schulort einquartiert. Ab Sommer 1944 war ein regelmäßiger Schulbesuch nicht mehr möglich, weil das Schulgebäude in Pyritz als Lazarett genutzt wurde. Sack musste die Schule nur noch im wöchentlichen, manchmal vierzehntägigen Rhythmus aufsuchen, um Hausaufgaben abzugeben oder zu erhalten. Wenige Wochen vor Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] verließ die Familie Sack den heimatlichen Hof mit einem Flüchtlingstreck und schlug sich bis zur [[Mecklenburg|mecklenburgischen]] Kleinstadt [[Plau am See]] durch, in der Eltern und Geschwister dauerhaft ihren Wohnsitz nahmen. Fritz Sack besuchte dort für einige Zeit die dortige [[Mittelschule]], wechselte aber zum Ende 1945 von der [[Sowjetische Besatzungszone|sowjetischen]] in die [[Britische Besatzungszone|britische Zone]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandten, bei denen er bereits während seiner Pyritzer Schulzeit gewohnt hatte, lebten inzwischen in der [[Schleswig-Holstein|schleswig-holsteinischen]] Gemeinde [[Bordesholm]], die zwischen den Städten [[Neumünster]] und [[Kiel]] liegt. Sie nahmen ihn wieder auf. Der Schulbesuch begann, bedingt durch mehrere Sinneswandel seines Onkels, planlos. Zunächst besuchte Sack die &amp;#039;&amp;#039;Holstenschule&amp;#039;&amp;#039;, ein Gymnasium in Neumünster, dann ging er kurzfristig zur Mittelschule in Bordesholm und schließlich als Pendler zur [[Max-Planck-Schule (Kiel)|Max-Planck-Schule]], ein Gymnasium in Kiel. Dort machte er 1951 das [[Abitur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um möglichst schnell finanziell und räumlich von seinen strengen Verwandten unabhängig zu werden, wählte Sack nach dem Abitur statt eines Studiums eine Berufsausbildung. Er absolvierte eine dreijährige Ausbildung zum Finanzinspektor und lebte mit Vollpension im Dreibettzimmer eines Männerwohnheims.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz2025&amp;quot; /&amp;gt; Nach erfolgreichem Abschluss wurde Sack als &amp;#039;&amp;#039;Beamter auf Widerruf&amp;#039;&amp;#039; an das Finanzamt der Stadt [[Oldenburg in Holstein]] versetzt. Da ihm die Aussicht einer künftigen Beamtenexistenz auf „mittlerem gehobenen“ Niveau&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Sack: &amp;#039;&amp;#039;Wie wurde ich Soziologe?&amp;#039;&amp;#039; In: [[Monika Jungbauer-Gans]] und Christiane Gross (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Soziologische Karrieren in autobiographischer Analyse.&amp;#039;&amp;#039; Verlag für Sozialwissenschaften (VS), Wiesbaden 2010. ISBN 978-3-531-17220-0, S. 20–51, hier S. 35.&amp;lt;/ref&amp;gt; nicht behagte, ließ er sich aus dem Staatsdienst entlassen und begann ein Hochschulstudium, was ihm durch Leistungen aus dem [[Lastenausgleichsgesetz|Lastenausgleich]] möglich wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommersemester 1954 begann Sack an der [[Christian-Albrechts-Universität zu Kiel]] ein Studium der Ökonomie, das von [[Erich Schneider (Ökonom)|Erich Schneider]] dominiert wurde. Sozialwissenschaftliche Veranstaltungen besuchte er nur nebenher, so hörte er Vorlesungen des Soziologen [[Gerhard Mackenroth]] und nach dessen Tod von [[Helmut Schelsky]], der eine Lehrstuhlvertretung übernommen hatte sowie des Politikwissenschaftlers [[Michael Freund (Politikwissenschaftler)|Michael Freund]]. Da es in Schneiders Konzept des Ökonomie-Studiums keine Trennung zwischen [[Volkswirtschaftslehre|Volkswirtschafts-]] und [[Betriebswirtschaftslehre]] gab, Sack aber einen betriebswirtschaftlichen Abschluss anstrebte, wechselte er nach drei Semestern an die [[Universität zu Köln]]. Dort legte er 1958 das Examen zum [[Diplom-Kaufmann]] ab. Daran anschließend erhielt er in Köln eine Anstellung als wissenschaftliche Hilfskraft und Verwalter einer Assistentenstelle im Institut für Soziologie, das von [[René König]] geleitet wurde, bei dem er 1963 [[Promotion (Doktor)|promoviert]] wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;B316&amp;quot;&amp;gt;Imanuel Baumann: &amp;#039;&amp;#039;Dem Verbrechen auf der Spur. Eine Geschichte der Kriminologie und Kriminalpolitik in Deutschland, 1880 bis 1980.&amp;#039;&amp;#039; Wallstein, Göttingen 2006, ISBN 3-8353-0008-3, S. 316.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz2025&amp;quot; /&amp;gt; Ein eigenständiger Diplom-Studiengang der Soziologie existierte in Köln nicht, Sack wählte das Fach ab seinem zweiten Kölner Semester zu einem seiner Nebenfächer (mit besonderer Gewichtung) im betriebswirtschaftlichen Studium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Promotion wurde Sacks Stelle in die eines ordentlichen Assistenten Königs umgewandelt, was durch eine Vakanz begünstigt wurde: der eigentliche Inhaber der Assistentenstelle, [[Dietrich Rueschemeyer]], kehrte von einem eigentlich für ein Jahr terminierten Auslandsaufenthalt in den [[Vereinigte Staaten|USA]] aus privaten Gründen nicht zurück. Zu seinen Tätigkeiten am Institut gehörte von 1963 bis 1969 auch die eines Redaktionssekretärs der &amp;#039;&amp;#039;[[Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie]]&amp;#039;&amp;#039;. Während seiner Assistentenzeit gehörten die angelsächsischen Kriminalitätstheorien zu Sacks inhaltlichen Schwerpunkten. Seit 1964 leitete er ein Forschungsprojekt zur Kinder- und [[Jugendkriminalität]] in Köln. 1964/65 wurde er von König mit der Durchführung einer [[Akademische Übung|Übung]] zu Problemen des [[Devianz|Abweichenden Verhaltens]] beauftragt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;B316&amp;quot; /&amp;gt; Er wurde damit bald, nach eigener Erinnerung, zur „institutsinternen Verweisadresse in Sachen abweichenden Verhaltens“.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Sack: &amp;#039;&amp;#039;Vom Wandel in der Kriminologie – und Anderes.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Kriminologisches Journal]], Heft 30, 1998, S. 47–64, hier S. 50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sack, der während des [[Bundestagswahl 1961|Bundestagswahlkampfes 1961]] in die [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] eingetreten war, wurde 1964 wegen des besonders guten Wahlergebnisses als in der Liste weit hinten Platzierter in die Kölner Ratsversammlung gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Nina Grunenberg]]: [https://www.zeit.de/1968/43/ratsherr-durch-zufall/komplettansicht£ &amp;#039;&amp;#039;Ratsherr durch Zufall&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, 43/1968, 25. Oktober 1968.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Nina Grunenberg: [https://www.zeit.de/1968/44/lieber-ein-genosse-als-herr-doktor &amp;#039;&amp;#039;Lieber ein Genosse als Herr Doktor...&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit&amp;#039;&amp;#039;, 44/1968, 1. November 1968.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er ging 1965/66 für ein Jahr in die USA, um seine Kenntnisse der amerikanischen [[Kriminalsoziologie]] zu vertiefen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz2025&amp;quot; /&amp;gt; 1970 wurde er an der Kölner Universität [[Habilitation|habilitiert]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1970 bis 1974 war er Professor für Soziologie an der [[Universität Regensburg]]. Von 1974 bis 1984 lehrte er als Professor an der juristischen Fakultät&amp;lt;!-- damals gab es m.W. keine Fakultäten, sondern nur &amp;quot;Fachbereiche&amp;quot;(?) --&amp;gt; der [[Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover|Universität Hannover]] auf dem Lehrstuhl für Deviantes Verhalten und Soziale Kontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20110326133306/http://www.fritz-sack.com/biografisches.htm Lebenslauf] Abgerufen am 21. November 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1984 nahm er den Ruf auf einen Lehrstuhl für Kriminologie an der [[Universität Hamburg]] an, wo er den ersten und einzigen soziologisch ausgerichteten kriminologischen Lehrstuhl Deutschlands übernahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz2025&amp;quot; /&amp;gt; Er baute dort das „Aufbau- und Kontaktstudium Kriminologie“ auf. In dessen Rahmen wurde ein [[Postgraduiertenstudium]] angeboten, das seinen Absolventen in vier Semestern – erstmalig in der Bundesrepublik – zu einem akademischen Grad in Kriminologie (&amp;#039;&amp;#039;[[Diplom-Kriminologe]]&amp;#039;&amp;#039;) verhalf. Das Aufbau- und Kontaktstudium Kriminologie war zunächst am Fachbereich Rechtswissenschaften&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.uni-hamburg.de/uhh/profil/geschichte.html Erst 2005 wurde die Universität Hamburg wieder in Fakultäten gegliedert.]&amp;lt;/ref&amp;gt; institutionell verankert. Ab dem Jahr 2000 wurde es sodann dem Fachbereich Sozialwissenschaften zugeordnet und zum neugegründeten [[Institut für Kriminologische Sozialforschung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Christian Wickert, Christina Schlepper, Simon Egbert und Katrin Bliemeister, &amp;#039;&amp;#039;Kriminologie studieren in Hamburg&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform&amp;#039;&amp;#039; 96 (2013), S. 270–275, S. 270.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 1996, dem Jahr seiner [[Emeritierung]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Archiv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hpk.uni-hamburg.de/resolve/id/cph_person_00002878?_search=004497f6-3a75-45a7-b811-deedceb16a97&amp;amp;_hit=0 Universität Hamburg, Hamburger Professorinnen- und Professorenkatalog: Sack, Fritz.]&amp;lt;/ref&amp;gt; leitete er bis 2012 das hamburgische &amp;#039;&amp;#039;Institut für Sicherheits- und Präventionsforschung&amp;#039;&amp;#039; (ISIP),&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz2025&amp;quot; /&amp;gt; dessen Vorstand er auch seit der Leitung des ISIPs durch [[Susanne Krasmann]] und Bettina Paul weiterhin angehörte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20171109170622/http://www.fritz-sack.com/biografisches.htm Information gemäß Fritz Sacks privater Homepage (archivierte Version).]&amp;lt;/ref&amp;gt; 1998 wurde Sack in die neu gegründete [[Hamburger Polizeikommission]] berufen,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20010628105129/http://www.hamburg.de/Behoerden/Pressestelle/Meldungen/tagesmeldungen/1998/aug/w34/di/news.htm &amp;#039;&amp;#039;Hamburger Polizeikommission: Eine bundesweit einmalige Institution nimmt ihre Arbeit auf&amp;#039;&amp;#039; (archivierte Meldung von www.hamburg.de).]&amp;lt;/ref&amp;gt; die unter dem Senat von Beust/Schill wieder abgeschafft wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz2025&amp;quot; /&amp;gt; Die Kommission entstand auf Empfehlung des [[Bürgerschaftswahl in Hamburg 1993#Untersuchungsausschuss „Hamburger Polizei“|Parlamentarischen Untersuchungsausschusses Hamburger Polizei]] der [[Hamburgische Bürgerschaft|Hamburgischen Bürgerschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kriminalsoziologische Positionen ==&lt;br /&gt;
Sack gilt als führender deutscher Vertreter des [[Etikettierungsansatz]]es, der in den 1960er Jahren in den USA entwickelt worden war und von ihm 1968 mit einem Buchbeitrag in die deutschsprachige Diskussion eingebracht wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Sack, &amp;#039;&amp;#039;Neue Perspektiven in der Kriminologie&amp;#039;&amp;#039;. In: Fritz Sack / [[René König]], &amp;#039;&amp;#039;Kriminalsoziologie&amp;#039;&amp;#039;. Akademische Verlagsgesellschaft., Frankfurt am Main 1968, S. 431–475.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz2025&amp;quot; /&amp;gt; Sack war während eines einjährigen Gastaufenthalts in den USA 1965/66 wissenschaftlicher Mitarbeiter (&amp;#039;&amp;#039;research associate&amp;#039;&amp;#039;) von [[Walter C. Reckless]] an der [[Ohio State University]] gewesen, hatte sich aber nach wenigen Monaten enttäuscht von dessen empirischer Kriminologie abgewandt und lernte durch [[Aaron Victor Cicourel]] und dann an der [[University of California, Berkeley]] durch [[Erving Goffman]] und andere, die [[Ethnomethodologie]] kennen, auf der der kriminologische Etikettierungsansatz beruht.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Sack: &amp;#039;&amp;#039;Einführende Anmerkungen zur kritischen Kriminologie&amp;#039;&amp;#039;. Überarbeiteter Text eines Vortrages zum Auftakt der Vorlesungsreihe „Kritische Kriminologie und Soziale Arbeit“, 2000, [https://web.archive.org/web/20171023180741/https://kritischesozialearbeit.de/dokumente/Aufsaetze/5%20Fritz%20Sack%20KRIMINOLOGIE.pdf Online], dort Abschnitt 3 &amp;#039;&amp;#039;Der Sprung in die kritische Kriminologie: einige biographische Notizen&amp;#039;&amp;#039;, S. 8 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Lektüre des Cicourel-Buches &amp;#039;&amp;#039;Method and measurement in sociology&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Aaron Victor Cicourel]]: &amp;#039;&amp;#039;Method and measurement in sociology&amp;#039;&amp;#039;. Free Press of Glencoe New York 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; beschreibt Sack als sein „kriminologisches und soziologisches Konversionserlebnis“.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Meyer und Christin Meier zu Verl: &amp;#039;&amp;#039;Die Entstehung der kritischen Kriminologie – auch aus dem Geist der Ethnomethodologie. Ein Interview mit Fritz Sack.&amp;#039;&amp;#039; In: Jörg R. Bergmann / Christian Meyer (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Ethnomethodologie reloaded. Neue Werkinterpretationen und Theoriebeiträge zu Harold Garfinkels Programm.&amp;#039;&amp;#039; transcript, Bielefeld 2021, ISBN 978-3-8376-5438-7, S. 361–385, hier S. 373.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von Kalifornien ausgehende Paradigmenwechsel veränderte laut Sack das Gesicht der Kriminologie fast schlagartig und verschob den „Täter“ als „[[Symbolischer Interaktionismus|interaktionistisches Produkt]]“ in den Hintergrund des kriminellen Geschehens.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Sack: &amp;#039;&amp;#039;Einführende Anmerkungen zur kritischen Kriminologie&amp;#039;&amp;#039;. Überarbeiteter Text eines Vortrages zum Auftakt der Vorlesungsreihe „Kritische Kriminologie und Soziale Arbeit“, 2000, [https://web.archive.org/web/20171023180741/https://kritischesozialearbeit.de/dokumente/Aufsaetze/5%20Fritz%20Sack%20KRIMINOLOGIE.pdf Online], dort Abschnitt 3 &amp;#039;&amp;#039;Der Sprung in die kritische Kriminologie: einige biographische Notizen&amp;#039;&amp;#039;, S. 8 ff., hier S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sack meint, dass Kriminalität vollständig durch Zuschreibungen erklärt werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Angaben zur Theorie und zur Krik an ihr beruhen, wenn nicht anders belegt, auf Christian Wickert: [https://soztheo.de/kriminalitaetstheorien/herrschafts-und-gesellschaftskritik/radikaler-labellingansatz-sack/ &amp;#039;&amp;#039;Radikaler Labelingansatz (Sack)&amp;#039;&amp;#039;], [https://soztheo.de/ SozTheo].&amp;lt;/ref&amp;gt; Abweichendes Verhalten hingegen sei eine „normale“ Erscheinung, die in allen Gesellschaftsschichten vorkomme, während für die Einordnung als &amp;#039;&amp;#039;Kriminalität&amp;#039;&amp;#039; nicht das Verhalten an sich, sondern der gesellschaftliche Definitionsprozess entscheidend sei. Für ihn war der epistemologische Gehalt des Etikettierungsansatzes von Anfang an – so Sack – „eine Position ohne ätiologischen und ‚Warum-Rest‘“.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Sack: &amp;#039;&amp;#039;Einführende Anmerkungen zur kritischen Kriminologie&amp;#039;&amp;#039;. Überarbeiteter Text eines Vortrages zum Auftakt der Vorlesungsreihe „Kritische Kriminologie und Soziale Arbeit“, 2000, [https://web.archive.org/web/20171023180741/https://kritischesozialearbeit.de/dokumente/Aufsaetze/5%20Fritz%20Sack%20KRIMINOLOGIE.pdf Online], dort Abschnitt 3 &amp;#039;&amp;#039;Der Sprung in die kritische Kriminologie: einige biographische Notizen&amp;#039;&amp;#039;, S. 8 ff., hier S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch unterscheidet sich sein radikaler Labeling-Ansatz von denen bei [[Howard S. Becker]] und [[Edwin M. Lemert]]. Beide unterstellen, dass es neben Zuschreibungsprozessen eine objektive Tatsachenebene gibt. Die Etikettierung bestimmter Verhaltensweisen verläuft für Sack stark selektiv. Die Unterschichten werden kriminalisiert, während die Herrschenden dieses Label nicht erhalten. Das Gesetz werde damit zum Instrument der Unterdrückung, es herrsche [[Klassenjustiz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sacks Theorie hatte seit den 1960er-Jahren erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Kriminologie in der Bundesrepublik Deutschland. Die Radikalität seines Ansatzes erzeugte jedoch auch erheblichen Widerstand. So wurde Sack vorgeworfen, er verkehre die Rollen und mache die Täter zu Zuschreibungs-Opfern, die selber überhaupt keine Rolle mehr als aktiv Handelnde hätten. [[Trutz von Trotha]] prägte dafür den kritisch-ironischen Begriff „Reaktionsdeppen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Trutz von Trotha, &amp;#039;&amp;#039;Ethnomethodologie und abweichendes Verhalten. Anmerkungen zum Konzept des &amp;quot;Reaktionsdeppen&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Kriminologisches Journal]], Band 9, Heft 2, 1977, S. 98–115.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Hans Joachim Schneider]] machte Sack den Vorwurf, durch die polemische Art, mit der er den Etikettierungsansatz eingeführt habe, für eine der unfruchtbarsten Epochen der deutschsprachigen Kriminologie gesorgt zu haben. Er habe dadurch einen Schulenstreit zwischen „alter“ und „neuer“ Kriminologie eingeleitet. Sacks polemische Ablehnung der gesamten Kriminologie habe eine Rezeption der Kriminalsoziologie seitens der traditionellen tätereorientierten deutschsprachigen Kriminologie gerade verhindert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans Joachim Schneider]]: &amp;#039;&amp;#039;Kriminologie. Ein internationales Handbuch. Band 1: Grundlagen&amp;#039;&amp;#039;. De Gruyter. Berlin, Boston 2014, ISBN 978-3-11-024826-5, S. 92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönliches ==&lt;br /&gt;
Sack war seit 1960 verheiratet. Er hatte drei Kinder. Der Journalist [[Adriano Sack]] ist sein Sohn,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kolja Mensing]]: [https://taz.de/Familiaeres-Kapital/!1903640/ &amp;#039;&amp;#039;Familiäres Kapital.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Tageszeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 5. Juni 2004, abgerufen am 24. November 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Mediengestalterin Janine Sack seine Tochter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz2025&amp;quot; /&amp;gt; Sack starb am 18. August 2025 im Alter von 94 Jahren in Berlin.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taz2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mitgliedschaften und Ehrungen ==&lt;br /&gt;
Sack, der dem Beirat der [[Humanistische Union|Humanistischen Union]] angehörte,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.humanistische-union.de/wir_ueber_uns/verein/beirat/ Beirat der Humanistischen Union], abgerufen am 25. November 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; war bis zum Abgrenzungsbeschluss der Humanistischen Union im Jahr 2004 – der die Zusammenarbeit der Humanistischen Union und der Arbeitsgemeinschaft beendete – auch entsendetes Mitglied im Kuratorium der [[Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/208-209/publikation/die-zusammenarbeit-von-hu-und-ahs/ Die Zusammenarbeit von HU und AHS, Mitteilungen der Humanistischen Union (Mitteilungen Nr. 208/209 (1+2/2010), S. 31).]&amp;lt;/ref&amp;gt; 1989 war Sack einer der Mitgründer der [[Gesellschaft für interdisziplinäre wissenschaftliche Kriminologie]] (GiwK).&amp;lt;ref&amp;gt;Aldo Legnaro: &amp;#039;&amp;#039;Im Gedenken an Fritz Sack (26. Februar 1931 – 18. August 2025).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Kriminologisches Journal.&amp;#039;&amp;#039; 57, Heft 4, 2025, S. 260–261, S. 261.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese vergibt seit 2001 für hervorragende kriminologische Veröffentlichungen den Fritz-Sack-Preis.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://giwk.de/nachwuchsfoerderung/fritz-sack-preis/ &amp;#039;&amp;#039;Fritz Sack-Preis&amp;#039;&amp;#039;], Website der Gesellschaft für interdisziplinäre wissenschaftliche Kriminologie, abgerufen am 10. September 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; 2006 wurde Sack von der [[Universität Kreta]] die Ehrendoktorwürde verliehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20131014000951/https://www.psychology.uoc.gr/en/department/history-activies/history.html Universität Kreta, Psychologie Department: &amp;#039;&amp;#039;History of Departmental Activities&amp;#039;&amp;#039;], Archivversion, abgerufen am 25. November 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Kritische Kriminologie]]&lt;br /&gt;
* [[Kriminalsoziologie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* hrsg. mit [[René König]]: &amp;#039;&amp;#039;Kriminalsoziologie&amp;#039;&amp;#039;. Akademische Verlagsges., Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1968 (unveränderte Auflagen 1974 und 1979)&lt;br /&gt;
* hrsg. mit [[Klaus Lüderssen]]: &amp;#039;&amp;#039;Seminar: Abweichendes Verhalten I. Die selektiven Normen der Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;. Suhrkamp, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1975.&lt;br /&gt;
* hrsg. mit Klaus Lüderssen: &amp;#039;&amp;#039;Seminar: Abweichendes Verhalten II. Die gesellschaftliche Reaktion auf Kriminalität, Bd. 1: Strafgesetzgebung und Strafrechtsdogmatik&amp;#039;&amp;#039;. Suhrkamp, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1975.&lt;br /&gt;
* hrsg. mit Klaus Lüderssen: &amp;#039;&amp;#039;Seminar: Abweichendes Verhalten III. Die gesellschaftliche Reaktion auf Kriminalität, Bd. 2: Strafprozess und Strafvollzug&amp;#039;&amp;#039;. Suhrkamp, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1977.&lt;br /&gt;
* hrsg. mit Klaus Lüderssen: &amp;#039;&amp;#039;Seminar: Abweichendes Verhalten IV. Kriminalpolitik und Strafrecht&amp;#039;&amp;#039;. Suhrkamp, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1980.&lt;br /&gt;
* hrsg. mit Klaus Lüderssen: &amp;#039;&amp;#039;Vom Nutzen und Nachteil der Sozialwissenschaften für das Strafrecht&amp;#039;&amp;#039;, Bände I und II., Suhrkamp, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1980.&lt;br /&gt;
* als Hrsg.: &amp;#039;&amp;#039;Privatisierung staatlicher Kontrolle: Befunde, Konzepte, Tendenzen.&amp;#039;&amp;#039; Nomos, Baden-Baden 1995, ISBN 3-7890-4089-4.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kriminologie als Gesellschaftswissenschaft. Ausgewählte Texte&amp;#039;&amp;#039;, herausgegeben von [[Bernd Dollinger]] u.&amp;amp;nbsp;a., Beltz Juventa, Weinheim/Basel 2014, ISBN 978-3-7799-2946-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Aldo Legnaro: &amp;#039;&amp;#039;Im Gedenken an Fritz Sack (26. Februar 1931 – 18. August 2025).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Kriminologisches Journal.&amp;#039;&amp;#039; 57, Heft 4, 2025, S. 260–261.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119343002}}&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20080610052850/http://www.fritz-sack.com/ Website von Fritz Sack] (Archivversion)&lt;br /&gt;
* [https://www.heise.de/tp/features/Lizenz-zur-Grausamkeit-3414372.html Interview über die „neue Straflust der Gesellschaft“] auf [[Telepolis]], 2007&lt;br /&gt;
* [https://www.humanistische-union.de/themen/innere_sicherheit/sicherheit_freiheit/sackkreissl_strafende_gesellschaft/ Fritz Sack, Reinhard Kreissl: &amp;#039;&amp;#039;Die strafende Gesellschaft – Der Staat und seine letzte Rettung&amp;#039;&amp;#039;], 1998&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20171023180741/https://kritischesozialearbeit.de/dokumente/Aufsaetze/5%20Fritz%20Sack%20KRIMINOLOGIE.pdf Fritz Sack: &amp;#039;&amp;#039;Einführende Anmerkungen zur kritischen Kriminologie&amp;#039;&amp;#039;. Archivierter Onlineaufsatz (PDF, 16 Seiten). Veröffentlicht in: Frank Bettinger und Roland Anhorn (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Kritische Kriminologie und Soziale Arbeit&amp;#039;&amp;#039;, Wiesbaden (Verlag für Sozialwissenschaften), 2002, S. 27–45.]&lt;br /&gt;
*[https://criminologia.de/2025/09/zum-tod-von-fritz-sack-1931-2025/ Christian Wickert: &amp;#039;&amp;#039;Zum Tod von Fritz Sack (1931–2025)&amp;#039;&amp;#039;. Nachruf auf &amp;#039;&amp;#039;criminologia.de&amp;#039;&amp;#039;.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119343002|LCCN=n81056884|VIAF=264736273}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Sack, Fritz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziologe (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Stadtrat (Köln)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Sack, Fritz&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Soziologe, Kriminologe&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=26. Februar 1931&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Stare Czarnowo|Neumark]], [[Pommern]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=18. August 2025&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Torte825</name></author>
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