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	<title>Fritz Hartnagel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-22T23:55:16Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fritz_Hartnagel&amp;diff=582190&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;TabellenBot: Einzelnachweis mit FAZ-Online-Link formatiert</title>
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		<updated>2024-01-28T12:29:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Einzelnachweis mit FAZ-Online-Link formatiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Friedrich „Fritz“ Hartnagel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[4. Februar]] [[1917]] in [[Ulm]]; † [[29. April]] [[2001]] in [[Stuttgart]]) war Jurist und während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] Soldat der [[Wehrmacht]], zuletzt im Offiziersrang eines [[Hauptmann (Offizier)|Hauptmanns]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | autor=Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2006, Nr. 111 / Seite 36 | url=https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/der-soldat-und-das-maedchen-1332901.html | titel=Der Soldat und das Mädchen | werk=[[FAZ.net]] | datum=2006-05-13 |abruf=2024-01-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1950er Jahren engagierte sich Hartnagel, nun Richter in Stuttgart, gegen die [[Wiederbewaffnung]] der Bundesrepublik. Er war der Verlobte von [[Sophie Scholl]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Fritz Hartnagels Eltern, Friedrich Hartnagel (1879–1957) und Barbara Hartnagel geb. Strobl (1878–1945), kamen aus bescheidenen Verhältnissen. Sein Vater hatte eine kleine Firma aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Hartnagel meldete sich im Frühjahr 1936 nach einem vorgezogenen [[Abitur]] freiwillig für eine Offizierslaufbahn und war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Berufsoffizier der Wehrmacht. 1937 lernte er bei einer Tanzveranstaltung Sophie Scholl kennen. Unter ihrem Einfluss und nach Erlebnissen an der Front (unter anderem in der [[Schlacht von Stalingrad]]) wandelte er sich vom begeisterten Soldaten zum Gegner von Krieg und [[NS-Diktatur]]. Er unterstützte die [[Widerstand gegen den Nationalsozialismus|Widerstandsaktivitäten]] mit Nachrichten über Kriegsverlauf und [[Kriegsverbrechen]] und mit Geldbeträgen (unter anderem 1000 [[Reichsmark]]), ohne in sie eingeweiht zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach der Hinrichtung von [[Hans Scholl|Hans]] und Sophie am 22. Februar 1943 stand Hartnagel der Familie Scholl bei. Zunächst kamen die Eltern [[Robert Scholl|Robert]] und Magdalena sowie die Schwestern [[Inge Aicher-Scholl|Inge]] und Elisabeth in [[Sippenhaftung#Nationalsozialismus|Sippenhaft]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.landtag-bw.de/contents/gedenkbuch/abgeordnete/VA_Scholl%2c%20Robert~134.html landtag-bw.de]&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Mai 1943 wurde Robert Scholl wegen Hörens ausländischer Sender („[[Feindsender]]“) zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Hartnagel hatte zuvor vergebens ein Gnadengesuch für ihn eingereicht, unterstützte die Familie Scholl finanziell und zeigte sich trotz erheblichen Drucks der Ulmer Kreisleitung der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] mit ihr in der Öffentlichkeit. Nach der Hinrichtung der [[Geschwister Scholl]] erwog er ernsthaft, sich in den Mannschaftsstand versetzen zu lassen. Robert Scholl redete ihm dies aus, auch weil er befürchtete, dass ihm dies als schlechter Einfluss auf Fritz Hartnagel angelastet werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartnagel stellte sich am 14. April 1945 in [[Halle (Saale)]] den [[United States Army|US-Truppen]] und war bis September 1945 in US-amerikanischer [[Kriegsgefangene|Kriegsgefangenschaft]]. Im Oktober 1945 heiratete er in Ulm [[Elisabeth Hartnagel|Elisabeth Scholl]] (1920–2020), eine Schwester von Sophie. Das Ehepaar bekam vier Söhne: Thomas (*&amp;amp;nbsp;1947), später Historiker, Jörg (*&amp;amp;nbsp;1949), Klaus (*&amp;amp;nbsp;1952) und Martin (*&amp;amp;nbsp;1956).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1946 begann Hartnagel ein Jura-Studium an der [[Ludwig-Maximilians-Universität München]]. Im Rahmen der [[Entnazifizierung]] wurde er von der [[Spruchkammerverfahren|Spruchkammer]] Ulm-Stadt zunächst als „[[Mitläufer]]“ eingestuft und zu einer Geldbuße von 200 [[Reichsmark]] verurteilt. Dies hätte ihn von der Fortsetzung des Jura-Studiums ausgeschlossen. Er legte Einspruch dagegen ein und brachte eine ausführliche schriftliche Stellungnahme vor, in der er unter anderem detailliert auf seine Rolle als aktiver Offizier sowie seine Freundschaft zu Sophie Scholl und ihrer Familie einging. Die Spruchkammer nahm danach, auch angesichts von Zeugenaussagen, ihren Bescheid zurück und sprach Hartnagel frei. In der Begründung hieß es: „Der Betroffene hat Widerstand geleistet, wo persönlicher Mut, Einsatz und Opferbereitschaft dazu gehörten. Sein Widerstand war nicht darin erschöpft zu kritisieren, zu meckern und abfällige Bemerkungen über die nationalsozialistische Gewaltherrschaft fallenzulassen, sondern er hat durch die Tat seine weltanschauliche Gegnerschaft dargetan.“&amp;lt;ref&amp;gt;Aus: &amp;#039;&amp;#039;Begründung der Spruchkammer Ulm-Stadt, 23. September 1947, Blatt 4&amp;#039;&amp;#039;, zitiert nach: Hermann Vinke: &amp;#039;&amp;#039;Fritz Hartnagel. Der Freund von Sophie Scholl&amp;#039;&amp;#039;, 2005, S. 232&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartnagel führte sein Jura-Studium weiter und schloss es ab. Von 1949 bis 1952 arbeitete er zunächst als [[Referendar]], dann als [[Assessor]] am [[Amtsgericht Ulm]]. 1952 wurden Fritz und Elisabeth Hartnagel Mitglieder der [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]]. Er engagierte sich insbesondere gegen die [[Wiederbewaffnung]] und baute die Organisation [[Internationale der Kriegsdienstgegner]] zur Beratung von [[Kriegsdienstverweigerer]]n mit auf. Er verließ den IdK später und schloss sich dem [[Verband der Kriegsdienstverweigerer]] an, in dessen Bundesvorstand er 1968 gewählt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mao-projekt.de/BRD/SRK/VK/VK_Zivil/VK_Zivil_19680600.shtml &amp;#039;&amp;#039;Der Bundeskongreß 1968&amp;#039;&amp;#039;], Zivil, 13. Jg., Nr. 6, Juni 1968, S. 63&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartnagel wirkte zuletzt als Vorsitzender Richter am [[Landgericht Stuttgart]]. Er engagierte sich aktiv und vielfältig in der [[Friedensbewegung]]. Der Richter im Ruhestand nahm im September 1983 an einer längeren gewaltfreien Blockade gegen die auf der [[Mutlanger Heide]] stationierten US-amerikanischen [[Pershing (Rakete)|Pershing-II-Raketen]] teil. Dafür wurde er wegen [[Nötigung (Deutschland)|Nötigung]] vom [[Amtsgericht Schwäbisch Gmünd]] zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen verurteilt. Sein Schlusswort kann als sein politisches Vermächtnis gelten: „Ich habe ein gutes Gewissen. Es wäre zu pathetisch, wenn ich sagen würde, ich bin stolz darauf. Aber es gibt mir ein Gefühl der Befriedigung und Erleichterung, mit dabei gewesen zu sein bei den vielen, die ihrem ohnmächtigen Protest gegen den [[Overkill|Wahnsinn des atomaren Wettrüstens]] durch ein sichtbares Zeichen Ausdruck gegeben haben.“ Hartnagel schloss mit dem Appell: „Hören Sie auf, die Friedensbewegung zu kriminalisieren, sprechen Sie sie frei!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nach Fritz Hartnagels Tod wurde der umfangreiche Briefwechsel zwischen ihm und Sophie Scholl veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hermann Vinke]]: &amp;#039;&amp;#039;Fritz Hartnagel. Der Freund von Sophie Scholl&amp;#039;&amp;#039;. Arche, Zürich/Hamburg 2005, ISBN 3-7160-2341-8.&lt;br /&gt;
* Thomas Hartnagel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sophie Scholl, Fritz Hartnagel: Damit wir uns nicht verlieren. Briefwechsel 1937–1943&amp;#039;&amp;#039;. 2005, Fischer, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-10-000425-6.&lt;br /&gt;
* Hermann Vinke: &amp;#039;&amp;#039;Hoffentlich schreibst du recht bald. Sophie Scholl und Fritz Hartnagel. Eine Freundschaft 1937–1943&amp;#039;&amp;#039;. Ravensburger Buchverlag 2006, ISBN 3-473-35253-5.&lt;br /&gt;
* [[Jakob Knab]]: &amp;#039;&amp;#039;Fritz Hartnagel, Vom Wehrmachtsoffizier zum Ostermarschierer&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Detlef Bald]], [[Wolfram Wette]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Alternativen zur Wiederbewaffnung. Friedenskonzeptionen in Westdeutschland 1945–1955.&amp;#039;&amp;#039; Reihe &amp;#039;&amp;#039;Frieden und Krieg, Beiträge zur Historischen Friedensforschung&amp;#039;&amp;#039;, Band 11. Essen 2008, ISBN 978-3-8375-0013-4.&lt;br /&gt;
* &amp;lt;!-- Raberg Ulm --&amp;gt;{{BibISBN|9783799580403|Seite=147 f}}&lt;br /&gt;
* Volker Ullrich: [https://www.zeit.de/2005/14/P-Hartnagel &amp;#039;&amp;#039;Vom Mut, nein zu sagen – Hermann Vinkes anrührendes Porträt Fritz Hartnagels, des Freundes der Sophie Scholl&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 14/2005; Rezension.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|129913405}}&lt;br /&gt;
* [https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/83c0ce1b-43bc-4f0c-a823-cfac0b6e1bdd/ Nachlass Bundesarchiv N 2370]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=129913405|LCCN=nr/2005/11322|VIAF=3565794}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Hartnagel, Fritz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Richter (Landgericht Stuttgart)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hauptmann (Heer der Wehrmacht)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Widerstand gegen den Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:IDK-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1917]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2001]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Hartnagel, Fritz&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Hartnagel, Friedrich&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Berufsoffizier und Jurist, Verlobter von Sophie Scholl&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=4. Februar 1917&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Ulm]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=29. April 2001&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Stuttgart]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;TabellenBot</name></author>
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