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	<title>Friedrich Wilhelm Sander - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T00:45:02Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Friedrich_Wilhelm_Sander&amp;diff=2013381&amp;oldid=prev</id>
		<title>2A01:C23:8C15:A400:61ED:366F:CDC3:4F83: /* Raketenpionier */</title>
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		<updated>2024-12-08T19:11:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Raketenpionier&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Opel RAK1 1.jpg|miniatur|Friedrich Sander (links) und Fritz von Opel vor dem Raketenflugzeug [[Opel-Sander RAK.1]] in Frankfurt-Rebstock am 30. September 1929]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Friedrich Wilhelm Sander&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[25. August]] [[1885]] in [[Glatz]], [[Provinz Schlesien]]; † [[15. September]] [[1938]] in [[Berlin]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.raketenflugplatz-berlin.de/sander.htm |titel=Friedrich Sander |abruf=2022-01-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein deutscher pyrotechnischer Ingenieur. Der Konstrukteur aus [[Bremerhaven]] und [[Wesermünde]] war neben [[Max Valier]] Wegbegleiter des [[Raketenpionier]]s [[Fritz von Opel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biografie ==&lt;br /&gt;
=== Ausbildung und Beruf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sander war der Sohn eines Berufssoldaten. Er ging in [[Uslar]] am südwestlichen Rand des [[Solling]]s zur Schule und lernte danach als Maschinenbauer. Am [[Technikum Strelitz]] in [[Strelitz-Alt|Altstrelitz]] in Mecklenburg wurde er um 1908/09 Ingenieur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1909 zog Sander nach Bremerhaven. Hier war er in verschiedenen Bereichen tätig. Er übernahm 1920 die ab 1853 bestehende Firma des Büchsenmachermeisters H. G. Cordes, der als Erfinder der Walfangkanone bekannt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans Paul Kaufmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutscher Walfang früherer Zeiten&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Fette und Seifen&amp;#039;&amp;#039;, Januar 1938, Heft 1, S. 7–13. {{DOI|10.1002/lipi.19380450104}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab 1925 gehörten die von ihm konstruierten Sander’schen Leinen-Raketen-Pistolen zur Rettung Schiffbrüchiger zur Ausrüstung der Rettungsstationen und Boote der [[Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger|Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger]] und vieler gleichartiger Organisationen in aller Welt. 1925 kaufte Sander die Schiffstelegrafenfabrik Schultz in Bremerhaven hinzu, wodurch ihm ein größeres, zweigeschossiges Fabrikgebäude in der Fährstraße Nr. 26 als Voraussetzung für die Übernahme von angebotenen Entwicklungsaufträgen der Marine zur Verfügung stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Raketenpionier ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 102-06121, Burgwedel, Raketenwagen auf Eisenbahnschienen.jpg|mini|Der unbemannte Raketenwagen &amp;#039;&amp;#039;RAK 3&amp;#039;&amp;#039; am 23.&amp;amp;nbsp;Juni 1928 auf der Bahnstrecke in Burgwedel bei Hannover]]&lt;br /&gt;
Sander arbeitete seit dem Ende der 1920er Jahre mit Fritz von Opel und Max Valier zusammen. Von Opel war 1927 auf die Arbeiten von Sander aufmerksam geworden. Er schickte seinen Beauftragten Valier zu Sander. Dieser hatte ab 1913 Astronomie, Meteorologie, Mathematik und Physik in [[Innsbruck]] studiert. Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] veröffentlichte er 1924 das Buch &amp;#039;&amp;#039;Der Vorstoß in den Weltenraum&amp;#039;&amp;#039;, in dem ein Programm zur Entwicklung der Raketentechnik beschrieben ist. Valier war von den technischen Einrichtungen des Unternehmens von Sander beeindruckt. Sander wurde nach [[Rüsselsheim am Main|Rüsselsheim]] eingeladen, um gemeinsame Versuche durchzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sander baute zusammen mit von Opel, Valier und dem Ingenieur [[Kurt C. Volkhart]] den ersten Wagen mit Pulverraketenantrieb, den [[Opel RAK1 (Automobil)|Opel-Sander-Rakwagen 1]]. Am 11.&amp;amp;nbsp;April 1928 erreichte Volkhart mit RAK1 eine Geschwindigkeit von 138&amp;amp;nbsp;km/h und Fritz von Opel mit dem [[Opel RAK2|Opel-Sander-Rakwagen 2]] am 23.&amp;amp;nbsp;Mai 1928  dann 238&amp;amp;nbsp;km/h. Am 23.&amp;amp;nbsp;Juni schraubte die unbemannte &amp;#039;&amp;#039;RAK 3&amp;#039;&amp;#039; den Geschwindigkeitsrekord für Schienenfahrzeuge auf einer schnurgeraden Eisenbahnlinie, der [[Bahnstrecke Lehrte–Hamburg-Harburg|„Hasenbahn“]] bei [[Burgwedel]], auf 254&amp;amp;nbsp;km/h. Die Versuche und Veranstaltungen des riesigen Opel-Raketenspektakels machten auch den bescheidenen Sander als „Raketen-Sander“ weltweit bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sander verlagerte seinen vergrößerten Betrieb an die Straße &amp;#039;&amp;#039;Am Deich&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;23 (heute Bussestraße) im Wesermünder Ortsteil [[Geestemünde]]. Er produzierte u.&amp;amp;nbsp;a. &amp;#039;&amp;#039;Cordes-Geschütze&amp;#039;&amp;#039;, Gewehre zum Leinenschießen, &amp;#039;&amp;#039;Sander-Raketenpistolen&amp;#039;&amp;#039;, Raketen, Signalmittel. Noch heute werden für das Seenotrettungssystem seine Erfindungen kaum verändert nachgebaut. Seinen Firmenbriefkopf zierte stolz der Hinweis auf „30&amp;amp;nbsp;erste Preise des In- und Auslandes“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten europäischen Aktivitäten mit Flüssigraketen wurden ab 1928 ebenfalls von Sander im Rahmen von [[Opel RAK]] durchgeführt. In diesem Kontext fanden gemäß dem Buch „Raketenfahrt“ von [[Max Valier]] im April 1929 auch die ersten europäischen Starts von Flüssigraketen statt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Max Valier |Titel=Vorwort |Verlag=Oldenbourg Wissenschaftsverlag |Datum=2019-06-04 |ISBN=978-3-486-76195-5 |DOI=10.1515/9783486761955-001/html |Online=https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783486761955-001/html |Abruf=2022-03-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die wachsenden Entwicklungsaufträge von Heer und Luftwaffe reibungslos durchführen zu können, baute Sander zudem in dem Ortsteil [[Wulsdorf]], Vieländer Weg, eine weitere Raketenfabrik und stattete sie mit den damals modernsten Pressen und Maschinen aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1935 schränkten die [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] die kommerzielle Raketenentwicklung drastisch ein. Sanders Fabriken gerieten dadurch in finanzielle Schwierigkeiten. Der verbitterte Sander verkaufte trotz des Verbots seine Raketen an das verbündete Italien. Am 31. Januar 1935 wurde Sander von der [[Gestapo]] deshalb verhaftet, nach Untersuchungshaft im April 1935 wieder entlassen, im November 1935 wieder festgenommen und im September 1936 zu viereinhalb Jahren Gefängnis und hohen Geldstrafen wegen „fahrlässigen Landesverrates“ durch das [[Hanseatisches Oberlandesgericht|Hanseatische Oberlandesgericht]] verurteilt. Seine gesamtem Unterlagen wurden beschlagnahmt und er wurde zum Verkauf seiner Fabriken zu einem Spottpreis gezwungen, die in die neu gegründete &amp;#039;&amp;#039;Donar GmbH&amp;#039;&amp;#039; überführt wurden und auch noch nach dem Krieg unter diesem Namen weiter existierten.&amp;lt;ref&amp;gt;Filthaut, Projekt RAK, S. 198.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.raketenflugplatz-berlin.de/sander.htm |titel=Friedrich Sander |abruf=2024-06-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ostern 1938 wurde Sander entlassen. In Berlin wurde für ihn ein Labor eingerichtet, in dem er unter polizeilicher Aufsicht experimentieren durfte. Er starb am 15. September 1938 plötzlich (vermutlich an einem Herzinfarkt, infolge des Gefängnisaufenthaltes), als er Bekannte besuchte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beschlagnahmten Unterlagen über die Raketenentwicklungen von Friedrich Sander und seiner Firma sind bis heute verschollen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehrungen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:FWSander-Stele.JPG|Sander-Stele am Geestemünder Hauptkanal|mini]]&lt;br /&gt;
* 1929: &amp;#039;&amp;#039;Goldene Ehrenmedaille&amp;#039;&amp;#039; der Stadt Wesermünde&amp;lt;ref&amp;gt;Filthaut, Projekt RAK, S. 197.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1968: Der Vieländer Weg in [[Wulsdorf]] wurde in F.-W.-Sander-Weg umbenannt.&lt;br /&gt;
* 2010: Sander-Stele auf der [[Forschermeile]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Matthias Blazek]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Rekordversuche des Jahres 1928. Der raketenbetriebene Schienenwagen auf der Eisenbahnstrecke Langenhagen–Celle.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Heimatland.&amp;#039;&amp;#039; 2008, {{ZDB|501220-x}}, S. 94–97, [http://www.heimatbund-niedersachsen.de/Die_Rekordversuche_des_Jahres_1928.pdf online (PDF; 560 kB)].&lt;br /&gt;
* [[Ilse Essers]]: &amp;#039;&amp;#039;Max Valier. Ein Vorkämpfer der Weltraumfahrt 1895–1930.&amp;#039;&amp;#039; VDI-Verlag, Düsseldorf 1968, S. 184 ff. (&amp;#039;&amp;#039;Technikgeschichte in Einzeldarstellungen&amp;#039;&amp;#039; 5).&lt;br /&gt;
* Klaus F. Filthaut: &amp;#039;&amp;#039;Projekt RAK. Das Raketenzeitalter begann in Rüsselsheim.&amp;#039;&amp;#039;Eine Dokumentation. Aero-Verlag, Petershausen 1999, ISBN 3-934596-00-2, bes. Kurzportrait auf S. 197 ff.&lt;br /&gt;
* Markus Kutscher, Michael K. Wustrack: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Luftfahrt in Frankfurt am Main. Von Aeronauten und Jumbo-Jets.&amp;#039;&amp;#039; Umschau, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-524-69110-2&lt;br /&gt;
* Erwähnung in: {{NDB|19|543|546|Friedrich Karl Adam Georg Opel|Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß|13697967X}}&lt;br /&gt;
* [[Harry Gabcke]], Renate Gabcke, Herbert Körtge, Manfred Ernst: &amp;#039;&amp;#039;Bremerhaven in zwei Jahrhunderten&amp;#039;&amp;#039;; Band II von 1919 bis 1947, S. 82. Nordwestdeutsche Verlagsgesellschaft, Bremerhaven 1989/1991, ISBN 3-927857-37-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Opel RAK.3}}&lt;br /&gt;
* [http://www.pilotenbunker.de/Unbek_Helden/Raketenm/raketen.htm &amp;#039;&amp;#039;Raketenmänner – Rocket Men&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=138127417|VIAF=88187765}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Sander, Friedrich Wilhelm}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ingenieur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Geestemünde)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1885]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1938]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Sander, Friedrich Wilhelm&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Konstrukteur, Ingenieur&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=25. August 1885&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Glatz]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=15. September 1938&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
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