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	<title>Friedrich Wilhelm Merkel - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2024-04-01T07:43:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Friedrich Wilhelm Merkel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[27. August]] [[1911]] in [[Breslau]]; † [[12. August]] [[2002]]) war ein deutscher [[Vogelkunde|Ornithologe]] und Professor für [[Zoologie]] an der [[Johann Wolfgang Goethe-Universität|Universität Frankfurt am Main]]. In seiner Frankfurter Arbeitsgruppe bahnte Merkel den Weg für die Erforschung des [[Magnetsinn]]s der Tiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werdegang ==&lt;br /&gt;
Friedrich Wilhelm Merkel entstammte einer an [[Biologie|biologischen]] Themen interessierten Familie: Sein Großvater Eduard Merkel war eine Autorität auf dem Gebiet der [[Systematik (Biologie)|Systematik]] und der [[Ökologie]] einheimischer [[Weichtiere]], sein Vater war jahrelang Vorsitzender der Breslauer Ortsgruppe des &amp;#039;&amp;#039;Vereins Schlesischer Ornithologen&amp;#039;&amp;#039; gewesen. Schon in seiner Schulzeit beschäftigte sich Merkel, der zeitlebens von allen Bekannten stets &amp;#039;&amp;#039;Fritz&amp;#039;&amp;#039; genannt wurde, mit dem [[Verhalten (Biologie)|Verhalten]] – speziell dem [[Sozialverhalten]] – von [[Beutelmeise]]n auf den [[Rieselfeld]]ern von Breslau und beschrieb in einer ersten wissenschaftlichen Publikation deren [[Polygynie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Engagement von Vater und Sohn im heimatlichen Ornithologen-Verein hatte Merkel von Kindheit an intensiven Umgang mit engagierten Vogelkundlern. Zu diesen gehörte u.&amp;amp;nbsp;a. der [[Rittergut]]-Besitzer Karl Gustav Johannes Waldemar Trettau (geboren am 30. Januar 1893), der vor dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] Landwirtschaft studiert hatte und nach dem Krieg das 1905 von Trettaus Vater erworbene, 820 Hektar große Rittergut Gimmel im [[Landkreis Oels]] bewirtschaftete. Dort konnte Merkel während seines naturwissenschaftlichen Studiums an der [[Universität Breslau]] seine Versuchsvögel fangen. Auf Gut Grimmel regte Merkel ferner ein umfangreiches Programm zur Untersuchung der [[Brutbiologie]] und der Populationsdynamik von [[Trauerschnäpper]]n an, das Trettau nach der [[Vertreibung#Vertreibung der Deutschen 1945 bis 1950|Vertreibung]] aus Schlesien im [[Regierungsbezirk Darmstadt|südhessischen]] Naturschutzgebiet [[Mönchbruch (Landschaft)|Mönchbruch]] fortsetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seines Studiums war Merkel zur Vertiefung seiner [[Artenkenntnis]] in den [[Vogelwarte]]n von [[Rybatschi|Rossitten]] und [[Hiddensee]] zeitweise als „Planbeobachter“ tätig. Die dort aus nächster Nähe erlebten [[Zugvogel|Zugvögel]] ließen ihn später als Thema seiner 1937 in Breslau eingereichten [[Dissertation]] die &amp;#039;&amp;#039;Physiologie der [[Zugunruhe]] bei Vögeln&amp;#039;&amp;#039; wählen – ein Forschungsgebiet, das auf Dauer zum Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Wiltschko: &amp;#039;&amp;#039;Professor Dr. Friedrich Wilhelm Merkel zum 80. Geburtstag.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Luscinia.&amp;#039;&amp;#039; Band 47, Nr. 1–2, 1991, S. 2–4, [https://www.vbu-ffm.de/lus/1979-95/luscinia_bd47-12.pdf Volltext (PDF)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Wilhelm Merkel war seit 1939 und bis zu seinem Tod verheiratet mit seiner gleichfalls aus Schlesien stammenden Ehefrau Ilse, die ebenfalls Biologin war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsthemen ==&lt;br /&gt;
Bereits Anfang 1938 wechselte Merkel gemeinsam mit seinem [[Doktorvater]] [[Hermann Giersberg]] (* 14. Dezember 1890 in Saarbrücken; † 9. März 1981 in Frankfurt am Main)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v7346661 &amp;#039;&amp;#039;Hessisches Staatsarchiv, Bestand Giersberg, Hermann&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;br /&amp;gt; [https://web.archive.org/web/20190612071105/https://www.izn-frankfurt.de/wp-content/uploads/2018/06/2016_Vortrag_Oberwesel_Zimmermann.pdf &amp;#039;&amp;#039;The Beginning of Neuroscience in Frankfurt&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; an die Frankfurter Universität und übernahm dort eine Stelle als Wissenschaftlicher Assistent. Kurz nach Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde er jedoch zur [[Wehrmacht]] eingezogen. An der [[Deutsch-Sowjetischer Krieg|Ostfront]] geriet er in sowjetische Gefangenschaft und wurde auch nach Kriegsende noch jahrelang in [[Sibirien]] festgehalten. 1950 kehrte er aber nach [[Frankfurt am Main]] zurück und beschäftigte sich erneut mit den [[Physiologie|physiologischen]] Grundlagen des Vogelzugs: Wie kann man [[Zugunruhe]] objektiv messen? Welche Rolle spielt die [[Fettverdauung]] beim Vogelzug? Wie ändert sich die Aktivität der [[Endokrine Drüse|endokrinen Drüsen]] von Zugvögeln im Verlauf des Jahres? „Dabei war er der erste, der auf die Rolle der [[Photoperiodismus|Photoperiode]] als [[Zeitgeber]] hinwies,“ schrieben seine Schüler [[Wolfgang Wiltschko]], [[Roswitha Wiltschko]] und [[Dieter Stefan Peters]] in einem Nachruf.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Wiltschko]], [[Roswitha Wiltschko]] und [[Dieter Stefan Peters]]: &amp;#039;&amp;#039;Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Merkel 27.8.1911–12.8.2002.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Journal für Ornithologie]].&amp;#039;&amp;#039; Band 144, 2003, S. 111–114, [[doi:10.1007/BF02465525]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die besondere wissenschaftliche Leistung von Friedrich Wilhelm Merkel bestand aber darin, dass er den Weg bahnte für den Nachweis des [[Magnetsinn]]s der Tiere. Schon als [[Promotion (Doktor)|Doktorand]] hatte er einen „Orientierungskäfig“ entwickelt, um mit dessen Hilfe das Verhalten von Zugvögeln – eine mögliche Vorzugsrichtung beim Umherfliegen – beobachten zu können. Im Unterschied zur Lehrmeinung bis hinein in die 1960er-Jahre konnte Merkel anhand von Freilandbeobachtungen nachweisen, dass Zugvögel ihre Zugrichtung auch ohne Himmelsmarken (Sonnen- oder Mondstand, Sterne) finden können; hieraus leitete er ab, dass dieses damals zunächst neutral als „nicht-[[Visuelle Wahrnehmung|visuell]]“ bezeichnete Orientierungsvermögen auf dem [[Erdmagnetfeld]] beruhen müsse. Sein Doktorand Wolfgang Wiltschko konnte Mitte der 1960er-Jahre mit einem weiterentwickelten Experimentierkäfig tatsächlich als erster die Orientierung von Zugvögeln am Magnetfeld der Erde nachweisen.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Wilhelm Merkel und Wolfgang Wiltschko: &amp;#039;&amp;#039;Magnetismus und Richtungsfinden zugunruhiger Rotkehlchen (Erithacus rubecula).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Vogelwarte.&amp;#039;&amp;#039; Band 23, 1965, S. 71–77.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von Versuchen zum [[Heimfindevermögen]] der [[Zugvogel|Zugvögel]] begann Merkel Ende der 1960er-Jahre eine Langzeitstudie zur [[Populationsdynamik]] und zur [[Soziobiologie]] von [[Star (Art)|Staren]], die er drei Jahrzehnte lang fortführte. Die Beobachtungskolonie hatte er in seinem Privatgarten angesiedelt, so dass er seine Verhaltensbeobachtungen auch nach seiner [[Emeritierung]] fortsetzen konnte. Eines der Ergebnisse dieser Studie war der Nachweis von [[Polygynie]] auch bei dieser Tierart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
1988 wurde Merkel während ihrer 100. Jahresversammlung die Ehrenmitgliedschaft der [[Deutsche Ornithologen-Gesellschaft|Deutschen Ornithologen-Gesellschaft]] verliehen. Nach seinem Ruhestand engagierte er sich im [[Vogelschutz]], leitete mehrere Jahre lang den ornithologischen Verein &amp;#039;&amp;#039;Vogelkundliche Beobachtungsstation Untermain e. V&amp;#039;&amp;#039; (dessen Ehrenvorsitz im zuletzt angetragen wurde) und war gleichfalls mehrere Jahre lang Herausgeber von dessen ornithologischer Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Luscinia&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen über tages- und jahresperiodische Änderungen im Energiehaushalt gekäfigter Zugvögel.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für vergleichende Physiologie.&amp;#039;&amp;#039; Band 41, Nr. 2, 1958, S. 154–178, [[doi:10.1007/BF00345584]].&lt;br /&gt;
* mit H. G. Fromme: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen über das Orientierungsvermögen nächtlich ziehender Rotkehlchen, Erithacus rubecula.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Naturwissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Band 45, Nr. 20, 1958, S. 499–500, [[doi:10.1007/BF00635576]].&lt;br /&gt;
* mit H. G. Fromme, W. Wiltschko: &amp;#039;&amp;#039;Nichtvisuelles Orientierungsvermögen bei nächtlich zugunruhigen Rotkehlchen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Vogelwarte.&amp;#039;&amp;#039; Band 22, 1964, S. 168–173.&lt;br /&gt;
* mit W. Wiltschko: &amp;#039;&amp;#039;Nächtliche Zugunruhe und Zugorientierung bei Kleinvögeln.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Verh. Dtsch. Zool. Ges.&amp;#039;&amp;#039; Jena 1966, S. 356–361.&lt;br /&gt;
* mit K. Fischer-Klein: &amp;#039;&amp;#039;Winkelkompensation bei Zwergwachteln (Excalfactoria chinensis).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Vogelwarte.&amp;#039;&amp;#039; Band 27, 1973, S. 39–50.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Orientierung im Tierreich.&amp;#039;&amp;#039; Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, 1980 (= &amp;#039;&amp;#039;Grundbegriffe der modernen Biologie&amp;#039;&amp;#039;, Band 15).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.vbu-ffm.de/bericht200203.shtml &amp;#039;&amp;#039;Professor Dr. Friedrich Wilhelm Merkel. 27.08.1911–12.08.2002.&amp;#039;&amp;#039;] Nachruf von [[Wolfgang Wiltschko]] auf: &amp;#039;&amp;#039;vbu-ffm.de&amp;#039;&amp;#039;, zuletzt abgerufen am 10. April 2022.&lt;br /&gt;
* [https://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/36050607/forschung-frankfurt-ausgabe-1-2009-von-ruppells-blausteisspapagei-bis-zum-fuss-des-archaeopteryx-ornithologische-notizen-aus-frankfurts-geschichte.pdf &amp;#039;&amp;#039;Von Rüppells Blausteißpapagei bis zum Fuß des Archaeopteryx. Ornithologische Notizen aus Frankfurts Geschichte.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Forschung Frankfurt.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 1/2009, S. 76–81.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1062489977|LCCN=n/80/96804|VIAF=32060838}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Merkel, Friedrich Wilhelm}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verhaltensforscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ornithologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Goethe-Universität Frankfurt am Main)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2002]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1911]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Merkel, Friedrich Wilhelm&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Merkel, Fritz&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Zoologe und Verhaltensforscher&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=27. August 1911&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Breslau]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=12. August 2002&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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