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	<title>Friedrich Seltsam - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Friedrich_Seltsam&amp;diff=1720770&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;AF666 am 11. Januar 2026 um 19:20 Uhr</title>
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		<updated>2026-01-11T19:20:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Briefkopf Friedrich SeltsamJS.jpg|mini|280px|Rechnungs-Briefkopf der Fa. &amp;quot;Friedrich Seltsam Nachfolger&amp;quot;. Die Bilddarstellung des Fabrikareals ist noch aus der Zeit Friedrich Seltsams, da man in der rechten unteren Ecke auch seine Villa sieht, die in Wirklichkeit an einer anderen Stelle der Stadt lag.]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Friedrich Seltsam&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[3. Juni]] [[1844]] in [[Grünstadt]]; † [[12. November]] [[1887]] in [[Forchheim]]) war ein deutscher Unternehmer. Er entwickelte neue Produktionsverfahren zur Knochenentfettung und zur Herstellung von [[Knochenleim]], die patentiert wurden und weltweite Verbreitung fanden. Der Fabrikant gehörte seinerzeit zu den reichsten Männern [[Franken (Region)|Frankens]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herkunft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Seltsam wurde als Sohn des Grünstadter Brauereibesitzers und Gastwirtes Michael Seltsam (spätere Malzfabrik Schlichting) und dessen Frau Katharina, geb. Mann geboren. Die Familie ist dort alteingesessen. Der Junge wuchs in der kleinen Stadt auf, besuchte die [[Leininger-Gymnasium|dortige Lateinschule]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Jahresbericht über die Königl. Bayerische Lateinische Schule zu Grünstadt&amp;#039;&amp;#039;, Frankenthal, 1855, S. 5; [https://books.google.de/books?id=BiFFAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA5&amp;amp;dq=friedrich+seltsam+gr%C3%BCnstadt&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiI0qW_7KvbAhXE_KQKHRS1BqwQ6AEIKDAA#v=onepage&amp;amp;q=friedrich%20seltsam%20gr%C3%BCnstadt&amp;amp;f=false (Digitalscan)]&amp;lt;/ref&amp;gt; und erlernte zunächst das Brauhandwerk. Dann ging er ins rechtsrheinische Bayern, um selbst eine kleine [[Brauerei]] zu betreiben. Zum väterlichen Unternehmen in Grünstadt gehörte auch eine Landwirtschaft, u.&amp;amp;nbsp;a. baute die Familie ihren eigenen [[Hopfen]] an. Außerdem zählte sie zu den Initiatoren des örtlichen Gaswerks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unternehmer und Erfinder in Franken ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich Seltsam Forchheim.jpg|mini|Postkarte, 1878, adressiert an Friedrich Seltsam in Forchheim]]&lt;br /&gt;
Mit 26 Jahren wandte sich Seltsam der Gaswirtschaft zu und erwarb 1870 das Gaswerk in Forchheim/Oberfranken. Mit seiner Lebensweise –&amp;amp;nbsp;er war konfessionslos und bekennender [[Vegetarier]]&amp;amp;nbsp;– erregte er im konservativ geprägten Forchheim jedoch Anstoß. Ab 1871 betrieb Seltsam zusätzlich eine Knochenbrennerei, in der [[Knochenkohle]], Düngemittel, Fette und Leime hergestellt wurden. Der Knochenleim entwickelte sich zum Hauptprodukt der Firma. Als Alternative zum Entfetten der Knochen durch Auskochen erfand Friedrich Seltsam ein Verfahren zur Knochenentfettung mit Hochdruck-Benzindämpfen. 1879 erhielt er darauf das Reichspatent Nr. 10196.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Ullmann: &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie der technischen Chemie&amp;#039;&amp;#039;. 1923, S. 39, [http://books.google.de/books?id=gEjrAAAAMAAJ&amp;amp;q=Seltsam+Forchheim&amp;amp;dq=Seltsam+Forchheim&amp;amp;lr=&amp;amp;cd=4 books.google.de] über Seltsams erstes Patent Nr. 10196&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Verfahren wirkte sich auf die Branche aus. Für etwa 100 Jahre wurde weltweit bei der Knochenleimfabrikation ausschließlich nach dieser Methode gearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1881 erwarb er zusammen mit seinem Betriebschemiker Richard Hagen ein weiteres Reichspatent – Nr. 16222 – über ein neues Verfahren zur Herstellung von [[Knochenleim]]. Der auf diese Weise gefertigte Leim hatte gegenüber herkömmlichen Produkten eine höhere Bindekraft und wurde europaweit als „Forchheimer Leim“ bekannt. Friedrich Seltsam verarbeitete bis zu 25 Tonnen Knochen am Tag, die von Schlachthöfen aus Deutschland und den Nachbarländern nach Forchheim geliefert wurden. Die Fabrik erwirtschaftete einen Reingewinn von 60.000 Mark pro Jahr. In Forchheim ließ er sich eine Villa errichten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Brief an die Regierung von Oberfranken stellte der Unternehmer am 20. Juli 1884 fest:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Ohne unbescheiden zu sein, darf ich von mir sagen, dass ich die Knochenindustrie auf eine noch vor wenigen Jahren nicht geahnte Höhe gebracht habe, dass man in allen europäischen Ländern mein System eingeführt hat und dass durch mein neuestes Verfahren diese Industrie zu den reinlichsten zu zählen sein wird.&lt;br /&gt;
 |Autor=Friedrich Seltsam&lt;br /&gt;
 |Quelle=Brief von 1884}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Todesanzeige Friedrich Seltsam 1887.jpg|mini|Todesanzeige in der [[Emil Sommer (Verleger)|Grünstadter Zeitung]]]]&lt;br /&gt;
Ein weiteres [[Patent]] zur &amp;#039;&amp;#039;Trocknung bei der Entfettung von Knochen und anderen fetthaltigen Materialien&amp;#039;&amp;#039; meldete Seltsam mit der Nummer S. 2427 am 29. Dezember 1884 an.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Chemikerzeitung&amp;#039;&amp;#039;, Cöthen, 9. Jahrgang, Nr. 3, vom 8. Januar 1885, S. 12, {{Toter Link|date=2018-04 |url=http://ebipol.p.lodz.pl/Content/805 }} (PDF)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zwischen 1883 und 1885 erweiterte und modernisierte er den Betrieb, wodurch er sich finanziell übernahm. Außerdem fiel ihm nach dem frühen Tod seines Bruders die unwirtschaftliche familiäre Brauerei in Grünstadt zu, für deren Rettung er mutmaßlich hohe Summen aufwandte. Angesichts des bevorstehenden Ruins beging Friedrich Seltsam [[Suizid]], indem er sich am Morgen des 12. November 1887 mit einer [[Flinte]] erschoss. Seine Frau und seine Kinder verließen Forchheim und zogen nach [[Oberbayern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung der Firma nach dem Tod ===&lt;br /&gt;
Die Firma wurde verkauft, der gut eingeführte Markenname „Seltsam“ blieb jedoch erhalten. Das Unternehmen firmierte unter „F. Seltsam Nachfolger“, später als „Seltsam AG“ und errang Preise bei der [[Weltausstellung Antwerpen 1885]] sowie bei den Bayerischen Landesausstellungen 1896 und 1906 in [[Nürnberg]]. Berühmtestes Produkt wurden die in dem Unternehmen entwickelten und 1928 patentierten „Forchheimer Leimplättchen“; kleine vorgeformte Leimstücke, die man für nur etwa eine Stunde einweichen musste, um sie verwenden zu können. Herkömmliche Leimtafeln musste man zerkleinern, sie benötigten 12 bis 24 Stunden Aufquellzeit im Wasser, ehe man den Leim benutzen konnte. Zeitweise war die Nachfrage nach den Leimplättchen so groß, dass die Fabrik sogar Knochen aus Indien und Südamerika ankaufte. Erst um 1970 ging das Geschäft wegen der zunehmenden Verwendung von Kunstleim zurück. Dennoch hielt sich die Seltsam AG noch einige Jahre und stellte neben Leim auch Dünge- und Futtermittel sowie hochwertige Fette her. 1984 wurde der chemische Betriebsteil beim Gewerbeamt abgemeldet, 1985 folgte die Schließung der Knochenmehl-, Futter- und Düngemittelfabrikation. Nach Abriss der Firmengebäude wurde das 17.000&amp;amp;nbsp;m² große Gelände in ein Wohngebiet umgewandelt. Ein dort gelegener Platz wurde nach Friedrich Seltsam benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen des Ursprungs im städtischen Gaswerk und wohl auch wegen des Gestanks, den die Fabrik verbreitete, nannte man sie in Forchheim einfach „Die Gas“; ein Begriff der dort bis heute geläufig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Seltsam gilt als „Vater der modernen Knochenleimproduktion“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Heimatjahrbuch Landkreis Bad Dürkheim&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S. 278&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Konrad Kupfer: &amp;#039;&amp;#039;Forchheim – Geschichte einer alten fränkischen Stadt&amp;#039;&amp;#039;. Frankenverlag Lorenz Spindler, Nürnberg 1987.&lt;br /&gt;
* Joachim Specht: &amp;#039;&amp;#039;Vater des modernen Knochenleims – Friedrich Seltsam aus Grünstadt war Unternehmer in Franken&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Heimatjahrbuch der Kreisverwaltung Bad Dürkheim&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S.&amp;amp;nbsp;276–280.&lt;br /&gt;
* Hermann Ammon: &amp;#039;&amp;#039;Forchheim in Geschichte und Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;. Creo Druck, Bamberg 2005&lt;br /&gt;
* [http://www.infranken.de/regional/forchheim/Auf-dieser-Villa-schien-ein-Fluch-zu-liegen;art216,258926 Zeitungsartikel zu Friedrich Seltsam.] In: &amp;#039;&amp;#039;Fränkischer Tag&amp;#039;&amp;#039;, 7. März 2012&lt;br /&gt;
* {{Polytechnisches Journal|Dokumentencode=mi243mi05_14 |Autor= |Titel=Herstellung von Knochenleim |Jahr=1882 |Seiten=435–436 }} (Webseite zum Patent Friedrich Seltsams von 1881)&lt;br /&gt;
* {{Polytechnisches Journal|Dokumentencode=ar257204 |Autor= |Titel=Verfahren, Knochen bei der Entfettung zu trocknen |Jahr=1885 |Seiten=530 }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.hdbg.eu/biografien/web/index.php/detail?uid=5084 Biografische Webseite im Portal &amp;quot;Haus der Bayerischen Geschichte&amp;quot;]&lt;br /&gt;
* [http://www.albert-gieseler.de/dampf_de/firmen4/firmadet46585.shtml Unternehmensdaten der Firma Seltsam in Forchheim]&lt;br /&gt;
* [https://rlp.museum-digital.de/index.php?t=objekt&amp;amp;oges=59437 Porträt des Bruders Johann Michael Seltsam II. (1835-1885), im Museum Grünstadt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Seltsam, Friedrich}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erfinder]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Grünstadt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Forchheim)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1844]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1887]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Seltsam, Friedrich&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Erfinder und Unternehmer&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=3. Juni 1844&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Grünstadt]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=12. November 1887&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Forchheim]], Oberfranken&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;AF666</name></author>
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