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	<title>Friedrich Lorent - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Ichigonokonoha am 2. Februar 2026 um 18:59 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Friedrich Wilhelm Siegmund Robert Lorent&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[22. März]] [[1905]] in [[Bremen]]; † [[16. April]] [[1988]] in [[Koblenz]]&amp;lt;ref&amp;gt;Sterberegister des Standesamtes Koblenz Nr. 554/1988.&amp;lt;/ref&amp;gt;) war im [[NS-Staat]] als Hauptwirtschaftsleiter der [[Zentraldienststelle T4]] einer der Verantwortlichen für die nationalsozialistische „[[Euthanasie-Aktion]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jugend ==&lt;br /&gt;
Friedrich Lorents Vater war Inhaber einer Kaffeeversandfirma. Er trat in den väterlichen Betrieb ein, nachdem er eine begonnene landwirtschaftliche Lehre abgebrochen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== NSDAP und SA ==&lt;br /&gt;
Zum 1. Dezember 1930 trat Lorent in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ein ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 383.656).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/26410859&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwei Jahre später wurde er am 1. Oktober 1932 Mitglied der [[Sturmabteilung|SA]]. Im Januar 1934 wechselte Lorent aus dem Betrieb seines Vaters als hauptberuflicher Verwaltungsführer in den Stab des SA-Obergruppenführers [[Viktor Lutze]] nach [[Hannover]]. Dieser wurde nach dem sogenannten [[Röhmputsch]] neuer Stabschef der SA und im August 1934 als „Reichsleiter der SA“ Hitler persönlich unterstellt. Lutze holte Lorent später nach [[Berlin]], wo er Kassenwart bei der [[Oberste SA-Führung|Obersten SA-Führung]] wurde. Hier lernte er [[Viktor Brack]] von der [[Kanzlei des Führers]] kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktion T4 ==&lt;br /&gt;
Nach Kriegsbeginn wurde Lorent im [[Deutsche Besetzung Polens 1939–1945|deutsch besetzten Polen]] für eine Treuhandgesellschaft tätig und vereinnahmte Beträge, die bei der Verwertung [[Juden|jüdischen]] und polnischen [[Eigentum]]s angefallen waren. Brack veranlasste ihn um die Jahreswende 1941/42 zur Zentraldienststelle T4 zu wechseln. Diese Organisation mit verschiedenen Scheinfirmen war zur Durchführung des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programms (im Nachkriegssprachgebrauch „[[Aktion T4]]“) geschaffen worden. Hinter der Zentraldienststelle T4 stand die Kanzlei des Führers, die jedoch ebenso wenig wie das gleichfalls involvierte [[Reichsministerium des Innern]] nach außen mit dem Krankenmordprogramm in Verbindung gebracht werden wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1942 besuchte Lorent sämtliche aktuellen [[Gaskammer (Massenmord)|Vergasungsanstalten]] der Aktion T4 und wurde in der [[NS-Tötungsanstalt Hartheim]] Zeuge einer Häftlingsvergasung. In der Zentraldienststelle wurde er als Leiter der Hauptwirtschaftsabteilung und damit als Nachfolger von Fritz Schmiedel eingesetzt. Zu den Aufgaben dieser Abteilung zählten die Finanzen und die Revision, die Besoldungsangelegenheiten des T4-Personals, das Beschaffungswesen einschließlich des Gases und Arzneimitteln wie [[Morphin]] und [[Phenobarbital|Luminal]] für die Tötung der Kranken in der zweiten Phase des „Euthanasie“-Programms, die Verwertung der Schmucksachen und des Zahngoldes der Opfer. Auch die Verwaltung des Kasino- und Erholungsheimes für die T4-Angehörigen am [[Attersee (See)|Attersee]] in Österreich fiel in die Zuständigkeit der Hauptwirtschaftsabteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nach Beendigung der ersten Phase der Aktion T4 im August 1941 ein Großteil des Personals frei wurde und daher im Rahmen der [[Aktion Reinhard]] bei der Vernichtung der [[Geschichte der Juden in Polen|polnischen Juden]] eingesetzt wurde, gehörte zu Lorents Obliegenheiten auch die Vereinnahmung der bei dieser Aktion angefallenen Wertsachen der Opfer wie Schmuck, Devisen, Gold und insbesondere des Zahngoldes. Dieses wurde im [[Kriminaltechnisches Institut der Sicherheitspolizei|Kriminaltechnischen Institut]] des [[Reichssicherheitshauptamt]]es aufbereitet und dann an die [[Degussa]] verkauft. In einer Aussage nach dem Krieg äußerte sich Lorent hierzu:&amp;lt;ref&amp;gt;Aussage Lorents vom 25. Oktober 1965, Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt Az.: Js 7/63, zitiert nach Klee „Was sie taten – war sie wurden“ S. 76.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Ich war bestrebt, das [[Zahngold-Verwertung|Zahngold]] möglichst schnell zur Verschmelzung an [[Albert Widmann|Dr. Widmann]] weiterzuleiten. Wenn es auch noch so gut gewaschen war, kam mir die Sache ekelhaft vor“.&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses solcherart angesammelte Geld ermöglichte Lorent, sich selbst mit 1,2 Millionen [[Reichsmark]] und auch seinen Vorgesetzten Brack finanziell großzügig zu versorgen und kurz vor Kriegsende aus Berlin zu fliehen. 16.040,80 Reichsmark übergab Lorent dem Landrat des [[Landkreis Wesermarsch|Landkreises Wesermarsch]] „zur Betreuung notleidender politischer Häftlinge“. Einer ehemaligen Mitarbeiterin bot er finanzielle Unterstützung an und gab offen zu, das Geld und die Schmuckstücke der Zentraldienststelle T4 an sich gebracht zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
Obwohl ihn das [[Counter Intelligence Corps|CIC]] bereits als einen der Verantwortlichen für die Aktion T4 vernommen hatte, wurde er nicht interniert. Er konnte sich vielmehr unter dem Namen „Robert Lorent“ in [[Nordenham]]/[[Blexen]] anmelden und dort fortan als Vertreter leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prozess und Haft ==&lt;br /&gt;
Mit Haftbefehl vom 27. September 1965 wurde er schließlich in Untersuchungshaft genommen, aus der er gegen eine [[Sicherheitsleistung]] von 60.000 [[Deutsche Mark|DM]] am 11. Februar 1966 entlassen wurde, um bereits am 18. März 1966 wieder inhaftiert zu werden. Erneut am 29. Dezember 1966 aus der U-Haft entlassen, begann der Prozess gegen ihn am 20. August 1969 vor dem Schwurgericht I des [[Landgericht Frankfurt am Main|Landgerichts Frankfurt am Main]]. Am 25. Mai 1970&amp;lt;ref&amp;gt;Ks 1/69&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde Lorent wegen [[Beihilfe (Strafrecht Deutschlands)|Beihilfe]] zum [[Mord]] an 4.300 KZ-Häftlingen zu sieben Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Seine Revision wurde vom [[Bundesgerichtshof]] am 22. Juli 1971 verworfen. Nachdem er zwei Drittel seiner Haftzeit verbüßt hatte, wurde er entlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur == &lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;„Euthanasie“ im NS-Staat&amp;#039;&amp;#039;. 11. Auflage. Fischer-Taschenbuch, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-24326-2.&lt;br /&gt;
* Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Was sie taten – Was sie wurden. Ärzte, Juristen und andere Beteiligte am Kranken- oder Judenmord&amp;#039;&amp;#039;. 12. Auflage. Fischer-TB, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-24364-5.&lt;br /&gt;
* Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Friedrich Lorent&amp;#039;&amp;#039; Eintrag in ders.: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Personenlexikon zum Dritten Reich]]. Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Aktualisierte Ausgabe. Fischer-Taschenbuch, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-16048-0, S. 379f.&lt;br /&gt;
* [[Henry Friedlander]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Weg zum NS-Genozid. Von der Euthanasie zur Endlösung.&amp;#039;&amp;#039; Berlin-Verlag, Berlin 1997. ISBN 3-8270-0265-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Lorent, Friedrich}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SA-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Aktion T4)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Polens 1939–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Täter des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Bremen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1905]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1988]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Lorent, Friedrich &lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Lorent, Friedrich Wilhelm Siegmund Robert &lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Hauptwirtschaftsleiter der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Aktion T4&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=22. März 1905&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Bremen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=16. April 1988&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Koblenz]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ichigonokonoha</name></author>
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