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	<title>Friedrich Lensch - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Ichigonokonoha am 2. Februar 2026 um 19:43 Uhr</title>
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		<updated>2026-02-02T19:43:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Friedrich Karl Lensch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[10. August]] [[1898]] in [[Galmsbüll|Neu Galmsbüll]], [[Provinz Schleswig-Holstein]], [[Königreich Preußen]]; † [[5. Januar]] [[1976]] in [[Hamburg]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Luthertum|lutherischer]] Geistlicher und zur [[Zeit des Nationalsozialismus]] Direktor der [[Evangelische Stiftung Alsterdorf|Alsterdorfer Anstalten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben bis zum Nationalsozialismus ==&lt;br /&gt;
Der Pastorensohn Lensch lebte ab 1910 in [[Elmshorn]] und nahm nach dem 1917 bestandenen Abitur ein Theologiestudium an der [[Philipps-Universität Marburg|Universität Marburg]] auf. In der Endphase des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] musste er sein Studium unterbrechen und war 1918 noch an der [[Ostfront (Erster Weltkrieg)|Ostfront]] eingesetzt. Nach Kriegsende setzte er sein Theologiestudium an den Universitäten [[Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg|Halle]], [[Eberhard Karls Universität Tübingen|Tübingen]] und [[Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Kiel]] fort.&amp;lt;ref&amp;gt;Harald Jenner: &amp;#039;&amp;#039;Friedrich Lensch und die Alsterdorfer Anstalten 1930-1945&amp;#039;&amp;#039;. In [[Michael Wunder]]; Ingrid Genkel; Harald Jenner: &amp;#039;&amp;#039;Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr - Die Alsterdorfer Anstalten im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Vorstand der Alsterdorfer Anstalten Rudi Mondry, Hamburg 1987, ISBN 3-7600-0455-5, S. 133.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 11. November 1923 wurde er in Kiel ordiniert und war danach Provinzialvikar in [[Preetz]]. Ab Anfang Juli 1924 war er drei Jahre als Seemannspastor in Nordengland tätig und ab Ende August 1927 als Seemannspastor in Hamburg. Anfang Juni 1930 wurde er Pastor der Kirche [[St. Nicolaus (Hamburg-Alsterdorf)|St. Nicolaus]], die die Kirche der Alsterdorfer Anstalten ist. Als Mitte September 1930 ein neuer Direktor der Alsterdorfer Anstalten gesucht wurde, war er nicht der Wunschkandidat des Vorstands.&amp;lt;ref&amp;gt;Magazin der Evangelischen Stiftung Alsterdorf Nr. 25/2013, Seite 10&amp;lt;/ref&amp;gt; Da aber alle anderen Gefragten absagten, wurde er als Nachfolger [[Paul Stritter]]s als Direktor berufen und blieb in dieser Funktion bis Anfang Oktober 1945.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Overlack453&amp;quot;&amp;gt;Victoria Overlack: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen nationalem Aufbruch und Nischenexistenz: Evangelisches Leben in Hamburg 1933–1945&amp;#039;&amp;#039;, Dölling und Galitz Verlag, 2007, S. 453.&amp;lt;/ref&amp;gt; Lensch war politisch konservativ orientiert und lehnte die [[Weimarer Republik]] ab. Daher wurde er auch Mitglied des Wehrverbandes [[Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten|Stahlhelm]] der antirepublikanischen, [[Antisemitismus (bis 1945)|antisemitischen]] und auf außenpolitische Revanche für die Niederlage im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] bedachten [[Deutschnationale Volkspartei|DNVP]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schümann51&amp;quot;&amp;gt;Bodo Schümann: &amp;#039;&amp;#039;Nach der Vernichtung. Der Umgang mit Menschen mit Behinderungen in der Hamburger Politik und Gesellschaft. 1945 bis 1970&amp;#039;&amp;#039;, Münster 2018, S. 51&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== NS-Zeit ==&lt;br /&gt;
Nach der [[Machtergreifung]] trat Lensch infolge der Überführung des Stahlhelms in die [[Sturmabteilung]] (SA) ein und erreichte in dieser NS-Organisation den Rang eines [[NS-Ranggefüge|Oberscharführers]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee366&amp;quot;&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 2007, S. 366.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gehörte er der [[Deutsche Arbeitsfront|Deutschen Arbeitsfront]] (DAF) und der [[Nationalsozialistische Volkswohlfahrt|Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt]] (NSV) an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schümann51&amp;quot;/&amp;gt; Lensch bemühte sich, seinen Betrieb gut mit den Nationalsozialisten kooperieren zu lassen. Dafür wurde den Alsterdorfer Anstalten 1941 das Gau-Diplom für einen mustergültigen Betrieb verliehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephan Linck: „&amp;#039;&amp;#039;Fehlanzeige“. Wie die Kirche in Altona nach 1945 die NS-Vergangenheit und ihr Verhältnis zum Judentum aufarbeitete.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Kirchenkreis Altona, Hohenzollernring 22, 22763 Hamburg, 2006, S. 31. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lensch befürwortete [[Zwangssterilisation]]en nach dem [[Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses]] und billigte diese auch an Insassen der Alsterdorfer Anstalten. Der schon seit 1928 in Alsterdorf tätige NS-Arzt und -Psychiater [[Gerhard Kreyenberg]] und spätere Stellvertreter von Lensch war als Gutachter am [[Erbgesundheitsgericht]] Hamburg für die Auswahl von Personen zuständig, die sterilisiert werden sollten. Patienten der Anstalt Alsterdorf waren schon 1933 seine ersten Opfer.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Wunder: &amp;#039;&amp;#039;Die Karriere des Dr. Kreyenberg – Heilen und Vernichten in Alsterdorf&amp;#039;&amp;#039;. [[Michael Wunder]]; Ingrid Genkel; Harald Jenner: &amp;#039;&amp;#039;Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr – Die Alsterdorfer Anstalten im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Vorstand der Alsterdorfer Anstalten Rudi Mondry, Hamburg 1987, ISBN 3-7600-0455-5, S. 113.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lenschs Haltung gegenüber seinen Patienten fand ihren Niederschlag durch ein 1938 von Lensch maßgeblich gestaltetes neues Wandbildnis über dem Altar bei der Renovierung der [[St. Nicolaus (Hamburg-Alsterdorf)|St.-Nicolaus-Kirche]] auf dem Gelände der Alsterdorfer Anstalten. Das Bild zeigt Jesus am Kreuz und 15 Personen, die sich um ihn versammeln. Zwölf dieser Personen tragen einen Heiligenschein, drei nicht. Unter den zwölf Personen finden sich Johannes der Täufer, Martin Luther und auch Pastor Lensch selbst. Die drei Personen ohne Heiligenschein sind Menschen mit Behinderung. [[Michael Wunder]], die Anstaltsleitung und andere kritische Beobachter deuten das seit 1987 so, dass im Grunde für Lensch Menschen mit Behinderung, also seine Patienten, nicht zur Gemeinde gehörten. Sie wurden als minderwertig dargestellt und standen außerhalb der Gruppe der vollwertigen Gemeindeglieder. Damit trat die nationalsozialistische Ideologie hinter diesem Altarbildnis deutlich hervor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Benjamin Hein |url=https://hamburg-ns-dabeigewesene.de/item/14 |titel=Friedrich Lensch in &amp;#039;&amp;#039;Biografien-Datenbank: NS‑Dabeigewesene&amp;#039;&amp;#039;|hrsg=Stadt Hamburg |abruf=2026-01-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass „Reinhaltung der Rasse und Höherzüchtung des Menschen“, beides Gedanken, die Lensch propagierte, Schritte auf dem Weg zur von Hitler propagierten „Ausmerzung und Vernichtung“ der Schwachen und so nur eine Vorstufe zur „Endlösung“  darstellten, war Lensch und seinen nationalsozialistischen Freunden nicht bewusst.&amp;lt;ref&amp;gt;Ingrid Genkel: &amp;#039;&amp;#039;Pastor Lensch – ein Beispiel politischer Theologie.&amp;#039;&amp;#039;  In [[Michael Wunder]], Ingrid Genkel, Harald Jenner: &amp;#039;&amp;#039;Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr – Die Alsterdorfer Anstalten im Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;, Hrsg. Vorstand der Alsterdorfer Anstalten Rudi Mondry, Hamburg 1987, ISBN 3-7600-0455-5, S. 77.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Bild stellte für viele Jahre ein Problem für die Bewohner Alsterdorfs dar, so dass es zunächst verhängt wurde. Am 4. Februar 2020 gab die Stiftung Alsterdorf bekannt, dass das Wandbild mit der Mauer aus der Kirche entfernt werden sollte. Das Bild wurde Kern einer Dokumentationsstelle zum Nationalsozialismus, die der [[Hamburger Senat]] großzügig bezuschusst hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Peter Wenig |url=https://www.abendblatt.de/hamburg/article228328525/Spektakulaer-Kirche-versetzt-Mauer-zum-Gedenken-an-NS-Opfer.html |titel=Spektakulär: Kirche versetzt Mauer zum Gedenken an NS Opfer |werk=[[Hamburger Abendblatt]] |datum=2020-02-04 |abruf=2020-02-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und am 9. Mai 2022 als Lern- und Gedenkort eröffnet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web | url=https://www.strasse-der-inklusion.de/lern-und-gedenkort/ | title=Lern- und Gedenkort | publisher=Evangelische Stiftung Alsterdorf | language= | accessdate=2022-07-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1938 beteiligte Lensch sich an der allgemeinen staatlichen [[Antisemitismus (bis 1945)#Nationalsozialismus|NS-Judenverfolgung]] und ließ auf eigene Initiative 26 ihm anvertrauten jüdischen geistigbehinderten Insassen der Alsterdorfer Anstalten aus der Einrichtung abschieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schümann52&amp;quot;&amp;gt;Bodo Schümann: &amp;#039;&amp;#039;Nach der Vernichtung. Der Umgang mit Menschen mit Behinderungen in der Hamburger Politik und Gesellschaft. 1945 bis 1970&amp;#039;&amp;#039;, Münster 2018, S. 52&amp;lt;/ref&amp;gt; Teilweise wurden sie nach Hause entlassen. Der größte Teil dieser Menschen kam jedoch in staatlichen Versorgungsheimen unter – so auch in Hamburg –, die nicht behindertengerecht eingerichtet waren. Die meisten dieser Insassen wurden später in Einrichtungen wie der [[Altes Zuchthaus Brandenburg an der Havel|Tötungsanstalt Brandenburg]] ermordet.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Wunder, Harald Jenner: &amp;#039;&amp;#039;Das Schicksal der jüdischen Bewohner der Alsterdorfer Anstalten&amp;#039;&amp;#039;. [[Michael Wunder]]; Ingrid Genkel; Harald Jenner: &amp;#039;&amp;#039;Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr – Die Alsterdorfer Anstalten im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Vorstand der Alsterdorfer Anstalten Rudi Mondry, Hamburg 1987, ISBN 3-7600-0455-5, S. 155–167.&amp;lt;/ref&amp;gt; Lensch rechtfertigte die Abschiebung der Juden mit dem Druck der Finanzbehörden auf die Anstalt, sich der jüdischen Insassen zu entledigen. Michael Wunder und Harald Jenner, die ersten Forscher, die 1986 – lange nach dem Ende des [[Drittes Reich|Dritten Reiches]] – das Verhalten der Alsterdorfer Anstalten während der [[Zeit des Nationalsozialismus]] erforschten, hielten dies für eine Schutzbehauptung und warfen Lensch rassischen Antisemitismus vor. Dafür gab es auch Belege in den Akten. So war beispielsweise über einen Insassen berichtet worden:&lt;br /&gt;
{{Zitat|… seinen Kameraden gegenüber ein Scheusal, widerspenstig und eigensinnig, unordentlich; verlangte, daß die anderen ihn als Juden verstehen und sich nach ihm richten sollten“ oder „Veränderte sich in letzter Zeit zu seinem Nachteil, wurde unaufrichtiger, unordentlicher, in allem kam seine jüdische Art mehr zum Vorschein …&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Wunder, Harald Jenner: &amp;#039;&amp;#039;Das Schicksal der jüdischen Bewohner der Alsterdorfer Anstalten&amp;#039;&amp;#039;. [[Michael Wunder]]; Ingrid Genkel; Harald Jenner: &amp;#039;&amp;#039;Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr – Die Alsterdorfer Anstalten im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Vorstand der Alsterdorfer Anstalten Rudi Mondry, Hamburg 1987, ISBN 3-7600-0455-5, S. 161.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Alsterdorfer Anstalten und ihr Direktor Lensch waren auch in die Tötungsaktionen der [[Aktion T4|nationalsozialistischen Euthanasiemaßnahmen]] im Rahmen der Aktion T4 involviert, indem sie bei der Verbringung von hunderten Insassen in die NS-Tötungsanstalten mithalfen. In den NS-Tötungsanstalten wurden diese Geisteskranken ermordet, sie verhungerten oder starben infolge der Verabreichung tödlicher Medikamentencocktails. Insgesamt wurden unter Mitwirkung von Lensch und seiner Verwaltung über 600 Menschen deportiert, wobei Lensch und seine Untergebenen von der Mordabsicht wussten.&amp;lt;ref&amp;gt; Rudy Mondry: &amp;#039;&amp;#039;Vorwort.&amp;#039;&amp;#039; [[Michael Wunder]]; Ingrid Genkel; Harald Jenner: &amp;#039;&amp;#039;Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr – Die Alsterdorfer Anstalten im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Vorstand der Alsterdorfer Anstalten Rudi Mondry, Hamburg 1987, ISBN 3-7600-0455-5, S. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von den 630 deportierten Bewohnern wurden bis zur [[Befreiung vom Nationalsozialismus]] 511 ermordet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schümann52&amp;quot;/&amp;gt; Lensch bestritt nach dem Krieg, etwas von dem Mordcharakter der Anstalten gewusst zu haben, in die er seine Patienten verschickte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] war Lensch 1940 im Rang eines Obergefreiten bei der [[Geheime Feldpolizei (Wehrmacht)|Geheimen Feldpolizei]] eingesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee366&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
Nach  Kriegsende trat Lensch zur Zeit der britischen Besatzung Ende Oktober 1945 von seinem Posten zurück, um einer Entlassung zuvorzukommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hamburg-ns-dabeigewesene.de/item/14 Benjamin Hein auf Hamburger Homepage &amp;#039;&amp;#039;Biografien-Datenbank: NS‑Dabeigewesene&amp;#039;&amp;#039;.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Er wurde noch 1945 [[Entnazifizierung|entnazifiziert]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schümann54&amp;quot;&amp;gt;Bodo Schümann: &amp;#039;&amp;#039;Nach der Vernichtung. Der Umgang mit Menschen mit Behinderungen in der Hamburger Politik und Gesellschaft. 1945 bis 1970&amp;#039;&amp;#039;, Münster 2018, S. 54&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Alsterdorfer Nachfolger, [[Volkmar Herntrich]], vermittelte ihm die Pfarrstelle der [[Christuskirche (Hamburg-Othmarschen)|Christuskirche]] in [[Hamburg-Othmarschen]], die er bis 1963 zur Zufriedenheit seiner Gemeinde innehatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Overlack453&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gab direkt nach dem Ende des NS-Staates kein strafrechtliches Verfahren gegen Lensch.&amp;lt;ref&amp;gt;Marc Burlon: [http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2010/4578/pdf/Kindereuthanasie_Hamburg.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die „Euthanasie“ an Kindern während des Nationalsozialismus in den zwei Hamburger Kinderfachabteilungen&amp;#039;&amp;#039;] Hamburg, Univ.-Diss. 2009, S. 191 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Präventiv hatte Lensch eine Rechtfertigungsschrift über seine Rolle in den T4-Vorgängen verfasst, die unveröffentlicht blieb.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephan Linck: „&amp;#039;&amp;#039;Fehlanzeige“. Wie die Kirche in Altona nach 1945 die NS-Vergangenheit und ihr Verhältnis zum Judentum aufarbeitete.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Kirchenkreis Altona, Hohenzollernring 22, 22763 Hamburg, 2006, S. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt; Anfang der 1950er Jahre drängte Lensch auf Nachzahlung von Gehaltsteilen, die er sich aus seinem wesentlich höheren Gehalt als ehemaliger Anstaltsleiter der Alsterdorfer Anstalten errechnete. Damit erzwang er eine Diskussion über seine Rolle im Nationalsozialismus. Daraufhin wurde ein Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet, das aber nach einiger Zeit stillschweigend eingestellt wurde. Denn der für ihn verantwortliche Leiter des Kirchenamtes in Kiel, [[Oskar Epha]], war als Leiter der Ricklinger Anstalten des [[Landesverein für Innere Mission|Landesvereins für Innere Mission]] während der NS-Zeit ebenfalls tief in die Euthanasiemorde verstrickt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später, unter dem Eindruck der [[Heyde-Sawade-Affäre]] fing die Öffentlichkeit an, sich mehr für die Rolle der Alsterdorfer Anstalten im Nationalsozialismus zu interessieren. Aber erst 1967 wurden auf die konkrete Anzeige eines ehemaligen Patienten von Alsterdorf und Begleiters eines Transports von Insassen in eine Tötungsanstalt von der Staatsanwaltschaft Hamburg Ermittlungen gegen Lensch eingeleitet. 1973 war die 870-seitige Anklageschrift gegen Lensch wegen [[Beihilfe (Strafrecht Deutschlands)|Beihilfe zum Mord]] und [[Mord (Deutschland)|Mord]] und einen weiteren Beschuldigten, den ehemaligen leitenden Beamten in der Hamburger Gesundheitsverwaltung [[Kurt Struve]], fertig. Das [[Euthanasie-Prozesse#Hamburg|Landgericht Hamburg]] lehnte die Eröffnung der Hauptverhandlung gegen Lensch ab, weil dem Beschuldigten kein Vorsatz bei seinen Handlungen nachgewiesen werden konnte. Der Prozess gegen Struve wurde eingestellt, weil Struve geltend machen konnte, dass er teilweise – obwohl sonst bei guter Gesundheit – psychisch diesem Prozess nicht gewachsen sei, so der mit der Anklage betraute Staatsanwalt [[Dietrich Kuhlbrodt]] in einem Buchbeitrag 1984.&amp;lt;ref&amp;gt; Dietrich Kuhlbrodt: &amp;#039;&amp;#039;Verlegt nach…und getötet – Die Anstaltstötungen in Hamburg&amp;#039;&amp;#039;. In: Angelika Ebbinghaus; Heidrun Kaupen-Haas; Karl-Heinz Roth (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Heilen und Vernichten im Mustergau Hamburg - Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik im Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;. Konkret Literatur Verlag, Hamburg 1984, ISBN 3-922144-41-1, S. 160.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Leitung der Alsterdorfer Anstalten hatte außerdem die Zusammenarbeit mit den Staatsanwälten boykottiert und ihnen wichtige Informationen vorenthalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephan Linck: „&amp;#039;&amp;#039;Fehlanzeige“. Wie die Kirche in Altona nach 1945 die NS-Vergangenheit und ihr Verhältnis zum Judentum aufarbeitete.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Kirchenkreis Altona, Hohenzollernring 22, 22763 Hamburg, 2006, S. 35.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Angelika Ebbinghaus]], [[Heidrun Kaupen-Haas]], [[Karl Heinz Roth]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Heilen und Vernichten im Mustergau Hamburg – Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik im Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;. Konkret Literatur Verlag, Hamburg 1984, ISBN 3-922144-41-1.&lt;br /&gt;
* [https://www.alsterdorf.de/fileadmin/user_upload/images/presse-downloads/magazin-alsterdorf/Magazin-Alsterdorf_25.pdf Evangelische Stiftung Alsterdorf: &amp;#039;&amp;#039;150 Jahre Evangelische Stiftung Alsterdorf. Magazin Alsterdorf 25 / 2013.&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|9783596160488}}&lt;br /&gt;
* [[Franklin Kopitzsch]], [[Dirk Brietzke]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Täter. Friedrich Karl Lensch.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Hamburgische Biografie Band 3.&amp;#039;&amp;#039; Wallstein Verlag, Göttingen 2006, ISBN 978-3-8353-0081-1.&lt;br /&gt;
* [[Bodo Schümann]]: &amp;#039;&amp;#039;Nach der Vernichtung. Der Umgang mit Menschen mit Behinderungen in der Hamburger Politik und Gesellschaft. 1945 bis 1970&amp;#039;&amp;#039; (=Veröffentlichungen des Hamburger Arbeitskreises für Regionalgeschichte (HAR)), LIT Verlag, Münster 2018, ISBN 978-3-643-14178-1, S. 51-55. (Kurzbiografie Lenschs)&lt;br /&gt;
* [[Michael Wunder]], Ingrid Genkel, Harald Jenner: &amp;#039;&amp;#039;Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr – Die Alsterdorfer Anstalten im Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;, Hrsg. Vorstand der Alsterdorfer Anstalten Rudi Mondry, Hamburg 1987, ISBN 3-7600-0455-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|12472891X}}&lt;br /&gt;
* [https://hamburg-ns-dabeigewesene.de/item/14 Biografien-Datenbank: NS‑Dabeigewesene]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=12472891X|VIAF=77255535}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Lensch, Friedrich}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lutherischer Geistlicher (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (NS-Krankenmorde)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angehöriger der GFP (Wehrmacht)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SA-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied im Stahlhelm]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Christentums (Hamburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Diakonie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1898]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1976]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Lensch, Friedrich&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN= Lensch, Friedrich Karl (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher lutherischer Geistlicher und Leiter der Alsterdorfer Anstalten&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=10. August 1898&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Galmsbüll|Neu Galmsbüll]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=5. Januar 1976&lt;br /&gt;
|STERBEORT= [[Hamburg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ichigonokonoha</name></author>
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