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	<title>Friedliche Koexistenz - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T04:35:00Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Friedliche_Koexistenz&amp;diff=203492&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Jjkorff: /* Der Begriff */ 1713</title>
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		<updated>2026-02-20T20:56:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Der Begriff: &lt;/span&gt; 1713&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;friedliche Koexistenz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{ruS|мирное сосуществование|mirnoje sosuschtschestwowanije}}) besagte, dass [[Kapitalismus]] und [[Sozialismus]] friedlich, also unter Ausschluss eines kriegerischen Konflikts, [[Koexistenz|koexistieren]] können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff wurde 1922 von [[sowjetisch]]en Politikern geprägt und ging vor allem ab 1955 durch Reden [[Nikita Chruschtschow]]s in den Wortschatz der [[sozialistische Rhetorik|sozialistischen Rhetorik]] ein. Mit dem Zerfall des [[Ostblock]]s infolge der [[Revolutionen im Jahr 1989]] verlor er seine Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Begriff ==&lt;br /&gt;
Die sowjetische Lehre von der friedlichen Koexistenz geht auf das Gleichgewichtsprinzip, das „iustum potentiae equilibrium“ aus dem [[Friede von Utrecht|Utrechter Frieden]] von 1713 zurück, welches es den einzelnen Staaten verbot, die Sicherheit der übrigen Staaten durch politische oder militärische Übermacht zu bedrohen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tomson&amp;quot;&amp;gt;Edgar Tomson: &amp;#039;&amp;#039;Kriegsbegriff und Kriegsrecht der Sowjetunion&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1979, S. 69.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erstmals wurde der Begriff „friedliche Koexistenz“ am 10. April 1922 auf der [[Konferenz von Genua]] vom Leiter der sowjetischen Delegation, dem Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten [[Georgi Wassiljewitsch Tschitscherin]], verwendet. „Auf dem Standpunkt der Grundsätze des Kommunismus beharrend“ erkannte Tschitscherin an, dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Staaten für den allgemeinen Wiederaufbau notwendig sei. Dazu biete die gegenwärtige geschichtliche Epoche „die Möglichkeit einer parallelen Koexistenz zwischen der alten und der entstehenden neuen Ordnung.“&amp;lt;ref&amp;gt;W. I. Lenin: &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Werke.&amp;#039;&amp;#039; 5. russische Auflage, Band 45, S. 63/64, Moskau 1965 und Biographie Lenins in 12 Bänden &amp;#039;&amp;#039;Wladimir Iljitsch Lenin, Biographische Chronik 1870-1924.&amp;#039;&amp;#039; russisch, Moskau 1982, Band 12, S. 252–246.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wurde häufig versucht den Begriff auf Lenin zurückzuführen. Allerdings hat Lenin den Begriff nicht in diesem Sinne verwendet. Er vertrat viel mehr die Ansicht, dass es immer wieder zu Kriegen zwischen Sozialismus und Kapitalismus kommen werde, lediglich von kurzen Friedensperioden unterbrochen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tomson&amp;quot;/&amp;gt; (→ [[Marxismus-Leninismus#Unvermeidbarkeit der Kriege|Unvermeidbarkeit der Kriege im Marxismus-Leninismus]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik Chruschtschows ==&lt;br /&gt;
Darauf aufbauend begründete der sowjetkommunistische Parteichef [[Nikita Sergejewitsch Chruschtschow|Nikita Chruschtschow]] seinen neuen außenpolitischen Kurs, vor allem das angestrebte neue Verhältnis zu den [[USA]]. Er stellte hierzu wörtlich fest: „Der Leninsche Grundsatz von der friedlichen Koexistenz zwischen Staaten mit verschiedenartiger sozialer Struktur war und bleibt Generallinie in der Außenpolitik unseres Landes“. Am 24. Februar 1956 billigte der [[XX. Parteitag der KPdSU]] diese neue außenpolitische Generallinie, wonach „auf der Grundlage des Leninschen Prinzips der friedlichen Koexistenz der Kurs gerichtet werden soll auf die Verbesserung der Beziehungen, die Festigung des Vertrauens und die Entwicklung der Zusammenarbeit mit allen Ländern“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange das von der Sowjetunion angestrebte [[Gleichgewicht des Schreckens|nukleare Rüstungsgleichgewicht]] zwischen Ost und West nicht erreicht war, verhielt sich die [[Sowjetunion]] außenpolitisch zurückhaltend und kooperativ. Kennzeichnend dafür waren die milde Deutschlandpolitik (bis 1953), die Verbesserung der [[Russisch-chinesische Beziehungen|sowjetisch-chinesischen Beziehungen]], besonders im wirtschaftlichen und technologischen Sektor, und die teilweise Aussöhnung mit dem jugoslawischen Staatspräsidenten [[Josip Broz Tito]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Kampf um den [[Sozialismus]] auf allen Sektoren, außer kriegerischen Auseinandersetzungen, aus marxistisch-leninistischer Sicht auch in Zeiten der friedlichen Koexistenz als historische Aufgabe und Pflicht angesehen wurde; die Sicherung und Ausbreitung des Sozialismus wurde in positivistischer Rhetorik als „Kampf für den Frieden“ verbrämt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[XXII. Parteitag der KPdSU]] 1961 erläuterte Chruschtschow, friedliche Koexistenz sei „kein provisorischer labiler Waffenstillstand zwischen Kriegen“. Frieden und friedliche Koexistenz seien nicht identisch. Die Sowjetunion müsse demnach militärisch gerüstet sein, um den Frieden zu bewahren. Der Kern der friedlichen Koexistenz sei: „Es ist eine Koexistenz zweier entgegengesetzter [[Gesellschaftssystem]]e, die gegenseitig darauf verzichten, den Krieg als Mittel zur Lösung von Streitigkeiten zwischen den Staaten anzuwenden“. In der &amp;#039;&amp;#039;[[Prawda]]&amp;#039;&amp;#039; am 18. Oktober 1961 hieß es weiter dazu: „Das Prinzip der friedlichen Koexistenz umfasst nicht nur das Gebiet der Außenpolitik, sondern auch die Sphäre der Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland. […] Wir sind überzeugt, dass die sozialistische Ordnung letzten Endes überall den Sieg davontragen wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Absetzung von Nikita Chruschtschow 1964 wurde weiterhin am Prinzip der friedlichen Koexistenz festgehalten. Der XXIII. Parteikongress der KPdSU 1966, der XXIV. 1971, der XXV. 1976 und der XXVI. 1981 haben jeweils die friedliche Koexistenz als Generallinie der sowjetischen Außenpolitik bestätigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einfluss auf andere Länder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== China ===&lt;br /&gt;
Die im Geist der [[Charta der Vereinten Nationen|UN-Charta]] auf der [[Bandung-Konferenz]] 1955 vereinbarten fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz erhielten 1982 in [[Volksrepublik China|China]] Verfassungsrang:&lt;br /&gt;
* territoriale Integrität&lt;br /&gt;
* gegenseitiger Verzicht auf Aggression&lt;br /&gt;
* gegenseitige Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten&lt;br /&gt;
* Gleichberechtigung&lt;br /&gt;
* gegenseitiger Nutzen in einem friedlichen Miteinander&amp;lt;ref name=&amp;quot;denner&amp;quot;&amp;gt;Daniel Denner: [https://phaidra.univie.ac.at/open/o:1622101 &amp;#039;&amp;#039;Süd-Süd-Kooperation in einer „Neuen Ära“?&amp;#039;&amp;#039;] Masterarbeit, Universität Wien, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== DDR ===&lt;br /&gt;
In der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] stand die &amp;#039;&amp;#039;friedliche Koexistenz&amp;#039;&amp;#039; ab 1974 in der [[Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik|Verfassung]], die in Artikel 6, Absatz 3, den Eintritt der DDR für die Verwirklichung dieses Prinzips zwischen Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnungen nannte.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias Judt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;DDR-Geschichte in Dokumenten. Beschlüsse, Berichte, interne Materialien und Alltagszeugnisse.&amp;#039;&amp;#039; Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1998, ISBN 3-89331-491-1, S.&amp;amp;nbsp;510.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig wurde mit Hinweis auf dieses Prinzip die [[deutsche Teilung]] unterstrichen und die Politik der friedlichen Koexistenz zwischen [[BRD#Abkürzung in der Deutschen Demokratischen Republik|BRD]] und DDR als Gegenmodell zu [[Innerdeutsche Beziehungen|innerdeutschen Beziehungen]] formuliert.&amp;lt;ref&amp;gt;Waltraud Böhme, Marlene Dehlsen, Andrée Fischer, Herbert Jansen, Gerhard König, Margot Lange, Renate Polit, Gertrud Schütz (Herausgabe und Redaktion): &amp;#039;&amp;#039;Kleines politisches Wörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; Dietz-Verlag, Berlin 1973, S.&amp;amp;nbsp;244.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.kathtube.com/player.php?id=20934&amp;amp;action=B&amp;amp;wert=5 &amp;#039;&amp;#039;Die Frage der Koexistenz&amp;#039;&amp;#039;] – Vortrag des katholischen Sozialethikers [[Gustav Gundlach]] auf dem Kongress „Kirche in Not“ 1956 (Audio)&lt;br /&gt;
* [https://www.jugendopposition.de/lexikon/sachbegriffe/148540/friedliche-koexistenz Friedliche Koexistenz] bei jugendopposition.de&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Leonhard]]: [https://www.zeit.de/1960/06/koexistenz-eine-form-des-klassenkampfes/komplettansicht &amp;#039;&amp;#039;Koexistenz: „Eine Form des Klassenkampfes“.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, 5. Februar 1960.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Außenpolitik (Sowjetunion)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marxismus-Leninismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kommunismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sicherheitspolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Ideengeschichte (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Terminologie des Kalten Krieges]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sowjetismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jjkorff</name></author>
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