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	<title>Friederike Kempner - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T14:27:35Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Friederike_Kempner&amp;diff=90547&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Pfeilchen-im-Moose: /* Rezeption als ernsthafte Lyrikerin */sprachliche Vereinfachung; typo</title>
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		<updated>2026-03-06T10:28:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Rezeption als ernsthafte Lyrikerin: &lt;/span&gt;sprachliche Vereinfachung; typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Friederike Kempner.jpg|mini|Friederike Kempner]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Friederike Kempner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[25. Juni]] [[1828]] in [[Opatów (Łęka Opatowska)|Opatow]], [[Provinz Posen]]; † [[23. Februar]] [[1904]] auf Gut Friederikenhof bei [[Reichthal]], [[Schlesien]]) war eine [[Deutschland|deutsche]] [[Dichter]]in. Von zeitgenössischen Literaturkritikern wurde sie aufgrund der unfreiwilligen Komik ihrer Dichtungen spöttisch „schlesische Nachtigall“ und „schlesischer Schwan“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Aus einer reichen jüdischen Familie stammend – ihr Vater war Joachim Kempner, ihre Mutter Marie Aschkenasy – lebte Friederike Kempner nach ihrer Kindheit in [[Opatów (Łęka Opatowska)|Opatow]] (in der damaligen preußischen [[Provinz Posen]]) mit ihren vier Geschwistern auf dem [[Rittergut]] [[Rychtal#Gemeinde|Riemberg]] ({{plS}} Ryniec) in [[Drożki|Droschkau]] ([[Schlesien]]), das ihr Vater 1844 erworben hatte. Ihre Erziehung lag in Händen der Mutter, die sie auch in der französischen Sprache, der Literatur und der [[Haskala|jüdischen Aufklärung]] ausbildete. Der Bruder David Kempner wurde Stadtverordneter in Breslau und Schriftsteller; eine Schrift ihrer Schwester Luise, verh. Stadthagen, gab Friederike postum heraus. 1864 bezog sie ihr eigenes Gut [[Rychtal#Gemeinde|&amp;#039;&amp;#039;Friederikenhof&amp;#039;&amp;#039;]] ({{plS}} Gierczyce), das zum Besitz der Familie gehörte. Beide Eltern starben 1868; besonders der Tod der Mutter war für Friederike Kempner ein traumatisches Ereignis, an das sie später in vielen Gedichten erinnerte. Die Schriftstellerin blieb zeitlebens unverheiratet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grabplatte.Friederike.Kempner.P1021743.jpg|mini|Grabplatte auf dem Alten Jüdischen Friedhof in Breslau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr [[Urnengrab]] befindet sich auf dem [[Alter Jüdischer Friedhof (Breslau)|Alten Jüdischen Friedhof]] in [[Breslau]]. Auf ihrer Grabplatte steht zu lesen: „Ihr Leben war geistiger Arbeit und Werken der Nächstenliebe geweiht.“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[http://unrast.nl/breslau/ Kempner, Friederike. 1828-1904. Breslauer Jüdischer Friedhof.]&amp;#039;&amp;#039; Foto des Grabsteins.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziales Engagement ===&lt;br /&gt;
Neben ihren schriftstellerischen Arbeiten widmete sie sich lebenslang der Krankenpflege und Armenfürsorge und setzte sich für eine Reform des Gefängniswesens ein (Gegen die [[Einzelhaft]], 1884). Auch trieb sie, wie andere Größen ihrer Zeit, die [[Taphephobie|Angst, lebendig begraben zu werden]], um. So setzte sie sich mit Erfolg für die Errichtung von [[Leichenhaus|Leichenhäusern]] und die Verlängerung der [[Karenzzeit]] zwischen Tod und Bestattung ein, um das Problem des damals medizinisch manchmal nicht erkannten [[Scheintod]]s zu umgehen (&amp;#039;&amp;#039;Denkschrift über die Nothwendigkeit der gesetzlichen Einführung von Leichenhäusern&amp;#039;&amp;#039;, zuerst 1850). Ihr Gedicht &amp;#039;&amp;#039;Das scheintote Kind (Nocturno)&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Tankred Koch: &amp;#039;&amp;#039;Lebendig begraben. Geschichte und Geschichten vom Scheintod.&amp;#039;&amp;#039; Edition Leipzig, 1990, ISBN 3-361-00299-0; Neudruck (Lizenzausgabe mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Scheintod. Lebendig begraben&amp;#039;&amp;#039;) Tosa Verlag, Wien 2002, S. 209–210.&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt das Thema. Für ihr Engagement wurde sie 1871 mit der „Gedenkmünze für Pflichttreue im Kriege“ ausgezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv | url=http://ourworld.compuserve.com/homepages/andreas_s/kemp2.htm | wayback=20090217211420 | text=Friederike Kempner. Poesie ist Leben. Leben – Werk – Wirkung. 4. Biographie II}}&amp;#039;&amp;#039;, Friederike-Kempner-Gesellschaft&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben ihren [[philanthropisch]]en und sozialreformerischen Aktivitäten schrieb Kempner [[Novelle]]n, historische [[Trauerspiel]]e und [[Gedicht]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriftstellerisches Werk ==&lt;br /&gt;
Friederike Kempner war eine produktive Autorin von Streitschriften, Novellen und Dramen. Als ihr einflussreichstes Werk gilt die &amp;#039;&amp;#039;Denkschrift über die Nothwendigkeit einer gesetzlichen Einführung von Leichenhäusern&amp;#039;&amp;#039;, die es zwischen 1850 und 1867 auf sechs Auflagen brachte. Auch das couragierte &amp;#039;&amp;#039;Büchlein von der Menschheit. Mit einem Anhange: Gegen die Einzelhaft oder das Zellengefängniß&amp;#039;&amp;#039; wurde mehrfach (1884 und 1885) gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre zahlreichen, vorwiegend historischen Stoffen gewidmeten Dramen (u. a. 1850: &amp;#039;&amp;#039;Berenize&amp;#039;&amp;#039;, 1880: &amp;#039;&amp;#039;Antigonos&amp;#039;&amp;#039;, 1886: &amp;#039;&amp;#039;Jahel&amp;#039;&amp;#039;, 1888: &amp;#039;&amp;#039;Der faule Fleck im Staate Dänemark oder: Eine lustige Heirath&amp;#039;&amp;#039;) fanden eher als Lesetexte denn auf den Bühnen Verbreitung; aufgeführt (1873 am Berliner Stadttheater und 1874 am Breslauer [[Lobetheater]]) wurde wohl einzig &amp;#039;&amp;#039;Rudolf der Zweite oder der Majestätsbrief&amp;#039;&amp;#039; aus dem Jahre 1867 (2. Aufl. 1896).&lt;br /&gt;
Auch ihre Prosaschriften (u. a. 1861: &amp;#039;&amp;#039;Novellen&amp;#039;&amp;#039;, 1893: &amp;#039;&amp;#039;Roger Bacon&amp;#039;&amp;#039;, 1898: &amp;#039;&amp;#039;In der Goldenen Gans&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Eine Frage Friedrich’s des Grossen&amp;#039;&amp;#039;) fanden ihre Leserschaft, blieben aber – wie die Dramen – von der Literaturkritik weitgehend unbeachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast einzigartige Berühmtheit erlangte Friederike Kempner als Lyrikerin. Ihre &amp;#039;&amp;#039;Gedichte&amp;#039;&amp;#039;, zuerst 1873 erschienen, lagen 1903 bereits in der achten Auflage vor. Zu diesem Zeitpunkt war sie von der Literaturkritik längst zur Großmeisterin der unfreiwilligen Komik erklärt und auf die Spottnamen „schlesische Nachtigall“ und „schlesischer Schwan“ getauft worden. Der Schriftsteller [[Paul Lindau]] hatte ihre Gedichte 1880 in der von ihm selbst herausgegebenen Wochenschrift &amp;#039;&amp;#039;Die Gegenwart&amp;#039;&amp;#039; auf höchst ironische Weise vorgestellt und so ein breites Lesepublikum auf Kempners abenteuerliche Missgriffe bei Wortschöpfungen, Metaphern und Reimen hingewiesen (über Paris: „Ihr wißt wohl, wen ich meine | Die Stadt liegt an der Seine“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine literaturwissenschaftliche Bewertung ihrer schriftstellerischen Leistungen bzw. Fehlleistungen liefert das Vorwort von [[Frank Möbus (Literaturwissenschaftler)|Frank Möbus]] in der Edition &amp;#039;&amp;#039;„Kennst Du das Land, wo die Lianen blühn?“ Gedichte des schlesischen Schwans&amp;#039;&amp;#039;, erschienen bei Reclam, Stuttgart 2009.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parodien ==&lt;br /&gt;
Bald nach Paul Lindaus Rezension erschienen erste Parodien auf Kempners Gedichte. 1885 kamen die von einem Anonymus im Berliner Verlag Eckstein herausgegebenen &amp;#039;&amp;#039;Dichtergrüße an Friederike Kempner von Methusalem&amp;#039;&amp;#039; auf den Markt, 1891 folgte, ebenfalls anonym und im selben Verlag, der Band &amp;#039;&amp;#039;Dämon, Mensch und Dichter. Gedichte der schlesischen Nachtigall&amp;#039;&amp;#039;. Zwischen 1886 und 1896 parodierten zahlreiche Verfasser Kempners Gedichte im &amp;#039;&amp;#039;Aeolsharfen-Kalender&amp;#039;&amp;#039;, den die literarische Gesellschaft [[Allgemeiner Deutscher Reimverein]] produzierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zahlreichen, oft täuschend echt geratenen Parodien haben seit spätestens der Mitte des 20. Jahrhunderts eine literaturgeschichtlich vielleicht einzigartige Karriere gemacht. Denn in zum Beispiel der von [[Herrmann Mostar]] herausgegebenen Ausgabe &amp;#039;&amp;#039;Friederike Kempner, der schlesische Schwan&amp;#039;&amp;#039; (zuerst 1953), der von [[Walter Meckauer]] ab 1953 verantworteten Edition &amp;#039;&amp;#039;Die Nachtigall im Tintenfass&amp;#039;&amp;#039; und auch in [[Horst Drescher (Schriftsteller)|Horst Dreschers]] Ausgabe &amp;#039;&amp;#039;Das Leben ist ein Gedichte&amp;#039;&amp;#039; (ab 1971) erschienen diese Parodien nun als vermeintlich originale Gedichte Friederike Kempners, die seither vor allem für jene Texte berühmt geworden ist, die sie &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; geschrieben hat. Ein Beispiel sind die weithin bekannten Verse auf den Astronomen [[Johannes Kepler]]: „Ein ganzes Blatt der Weltgeschichte: | Du hast es vollgemacht!“ Oder, auf die eigene Dichtung bezogen: „Nicht enthaltet dieses Erbe | Euren Nachekommen vor!“ Dementsprechend fehlen diese Texte naturgemäß in der letzten von Friederike Kempner selbst veranstalteten Ausgabe des Jahres 1903.&amp;lt;ref&amp;gt;{{PGDW|kempner/gedichte/gedichte|Gedichte|Friederike Kempner}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mostar behauptete in seiner weit verbreiteten Ausgabe, diese zu Lebzeiten der Dichterin ungedruckten Gedichte habe man ihm als „vergilbte Blätter“ zugespielt; Friederike Kempner habe diese Texte im Gästebuch des Gasthofs „Goldene Gans“ hinterlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhart H. Mostar: &amp;#039;&amp;#039;Friederike Kempner, der schlesische Schwan. Das Genie der unfreiwilligen Komik.&amp;#039;&amp;#039; 5. Aufl., München 1972, S. 114&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die seither oft wiederholte Behauptung, Kempners Texte hätten nur deshalb so weite Verbreitung gefunden, weil ihre Verwandten versuchten, „alle erreichbaren Exemplare aufzukaufen“, um „das Gelächter, das über die Familie hereinbrach, einzudämmen“,&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhart H. Mostar: &amp;#039;&amp;#039;Friederike Kempner, der schlesische Schwan. Das Genie der unfreiwilligen Komik&amp;#039;&amp;#039;, 5. Aufl. München 1972, Vorsatzblatt.&amp;lt;/ref&amp;gt; rührt wohl von Mostar her; tatsächlich gibt es darauf keinerlei historische Hinweise. Vielmehr sprechen die Erwähnungen Friederike Kempners in zeitgenössischen literaturgeschichtlichen Abhandlungen (beispielsweise in derjenigen von [[Karl Bleibtreu]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Carl Bleibtreu: Revolution der Literatur. Leipzig 1886, S. 65.&amp;lt;/ref&amp;gt;) und Darstellungen der Gegenwartslyrik wie in der „Selbstanzeige“ des &amp;#039;&amp;#039;[[Phantasus]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Arno Holz]]&amp;lt;ref&amp;gt;In: Die Zukunft, 30. April 1898, S. 210–219, S. 211.&amp;lt;/ref&amp;gt; dafür, dass die Gedichte Kempners durchaus weite Verbreitung gefunden hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belegt ist freilich die Tatsache, dass der Schriftsteller [[Alfred Kerr]] seinen Geburtsnamen Kempner deshalb änderte, weil sie „die schlechtesten je auf diesem Planeten bekanntgewordenen Verse“ geschrieben habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Kerr: Erlebtes. Reisen in die Welt. Hg. von Hermann Haarmann (= Alfred Kerr: Werke in Einzelbänden. Hg. von Hermann Haarmann und Günther Rühle. Bd. 1.2). Berlin 1989, S. 146.&amp;lt;/ref&amp;gt; Brecht machte immer wieder böse Anspielungen, Kerr konterte in dem Gedicht &amp;#039;&amp;#039;Friederike Kempner&amp;#039;&amp;#039;: „Wenn dem Esel sonst nichts einfällt, | fällt ihm meine Tante ein … Daß Du, meine tote Tante | Gar nicht meine Tante bist.“ Kerr schrieb ihr mit fünfzehn Jahren einen Brief und bekam von ihr eine sehr freundliche Antwort; beide Briefe nahm er mit ins Exil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zuverlässige Textgrundlage bietet die von Nick Barkow und [[Peter Hacks]] 1989 herausgegebene Ausgabe &amp;#039;&amp;#039;Friederike Kempner. Dichterleben, Himmelsgabe&amp;#039;&amp;#039;; das Nachwort dieser Edition liefert auch eine Geschichte der besagten Pseudo-Kempneriana.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Friederike Kempner: Dichterleben, Himmelsgabe. Sämtliche Gedichte. Hg. von Nick Barkow und Peter Hacks. Berlin 1989, S. 271 f.; vgl. auch Friederike Kempner: &amp;#039;&amp;#039;„Kennst du das Land, wo die Lianen blühn?“ Gedichte des schlesischen Schwans.&amp;#039;&amp;#039; Hg. von Frank Möbus. Stuttgart 2009, S. 7–27.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textbeispiele ==&lt;br /&gt;
=== Beispiele aus Kempners Gedichten ===&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;Schweiß&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:: Willst gelangen Du zum Ziele,&lt;br /&gt;
:: Wohlverdienten Preis gewinnen,&lt;br /&gt;
:: Muß der Schweiß herunter rinnen&lt;br /&gt;
:: Von der Decke bis zur Diele!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Aus &amp;#039;&amp;#039;Amerika&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:: Amerika, Du Land der Träume,&lt;br /&gt;
:: Du Wunderwelt so lang und breit,&lt;br /&gt;
:: Wie schön sind Deine Kokosbäume,&lt;br /&gt;
:: Und Deine rege Einsamkeit!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Aus &amp;#039;&amp;#039;Heine&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:: Witzli Putzli sei vergeben –&lt;br /&gt;
:: Alle Poesie ist rein!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Aus &amp;#039;&amp;#039;[[Abd el-Kader|Abdel-Kaders]] Traum&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:: Trunken er der Heimat Boden küßte:&lt;br /&gt;
:: „Allah, Allah“ – ruft er, – „meine Wüste!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Ohne Titel&lt;br /&gt;
:: Besessen ist die Welt&lt;br /&gt;
:: Von Eigennutz und Geld,&lt;br /&gt;
:: Und alles zum –&lt;br /&gt;
:: Verzweifeln dumm!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiele für Parodien (Pseudo-Kempneriana) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Texte stammen – obwohl sie immer wieder unter dem Namen Friederike Kempner gedruckt werden – nicht von der „schlesischen Nachtigall“, sondern von anonymen Parodisten ihrer Gedichte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Aus &amp;#039;&amp;#039;Johannes Kepler&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:: Ein ganzes Blatt der Weltgeschichte&lt;br /&gt;
:: Du hast es vollgemacht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;Wenn der holde Frühling lenzt&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:: Und man sich mit Veilchen kränzt&lt;br /&gt;
:: Wenn man sich mit festem Mut&lt;br /&gt;
:: Schnittlauch in das Rührei tut&lt;br /&gt;
:: Kreisen durch des Menschen Säfte&lt;br /&gt;
:: Neue ungeahnte Kräfte –&lt;br /&gt;
:: Jegliche Verstopfung weicht,&lt;br /&gt;
:: Alle Herzen werden leicht,&lt;br /&gt;
:: Und das meine fragt sich still:&lt;br /&gt;
:: „Ob mich dies Jahr einer will?“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;Klar&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:: Eins ist mir klar zu jeder Frist:&lt;br /&gt;
:: Das Leben ist so, wie es ist!&lt;br /&gt;
:: Denn selbst, wenn’s würde anders sein,&lt;br /&gt;
:: Stimmt’s mit sich selber überein.&lt;br /&gt;
:: Sodaß man dann auch sagen müßt:&lt;br /&gt;
:: Das Leben ist so, wie es ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Aus &amp;#039;&amp;#039;Letzte Mahnung&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:: Und wenn ich dereinst ’mal sterbe,&lt;br /&gt;
:: Mahnet euch der Musen Chor:&lt;br /&gt;
:: Nicht enthaltet dieses Erbe&lt;br /&gt;
:: Euren Nachekommen vor!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;Indisches&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:: Im Gebüsch gestreckt&lt;br /&gt;
:: Ruhet Hindu faul,&lt;br /&gt;
:: Gift’ge Schlange leckt&lt;br /&gt;
:: Gierig sich das Maul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: Nimmt erst Anlauf dann&lt;br /&gt;
:: Springt auf Hindu ein,&lt;br /&gt;
:: Schlägt dem armen Mann&lt;br /&gt;
:: Giftzahn ins Gebein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: Hindu fliehen will –&lt;br /&gt;
:: Glieder sind verkrampft –&lt;br /&gt;
:: Bet’t zu Buddha still&lt;br /&gt;
:: Und verscheidet sanft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption als ernsthafte Lyrikerin ==&lt;br /&gt;
In jüngster Zeit gibt es Ansätze, Friederike Kempner nicht ausschließlich unter dem tradierten Etikett der &amp;quot;unfreiwillig komischen Lyrikerin&amp;quot; wahrzunehmen. Nicht alle ihre Werke sind lächerlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So war es durchaus positiv gemeint, als [[Peter Böthig]] zum 70. Geburtstag von [[Gerhard Wolf (Schriftsteller)|Gerhard Wolf]] einen Almanach mit dem Kempner-Titel &amp;#039;&amp;#039;Die Poesie hat immer Recht&amp;#039;&amp;#039; herausgab.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Böthig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Poesie hat immer recht: Gerhard Wolf. Autor Herausgeber Verleger. Ein Almanach zum 70. Geburtstag.&amp;#039;&amp;#039; Gerhard Wolf Janus Press, 1998. ISBN 9783928942591.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Friederike Kempner: &amp;#039;&amp;#039;[https://hor.de/gedichte/friederike_kempner/die_poesie.htm#hor Die Poesie.]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Künstlerisch spektakulär ist aber insbesondere die Kempner-Rezeption, die der Architekt Roland Winkler im Rahmen der Sanierung des Kriegerdenkmals an der Südseite des Turms der Stadtpfarrkirche von [[Villach]] 2018 wagte: Zum Denkmal aus dem Jahre 1923 in seiner zeittypisch heroisierenden Ausführung gehören zwei alte, ebenfalls zeittypische Texttafeln. All das sollte bei der Sanierung erhalten bleiben (Denkmalschutz). Winkler bettete nun die alten Tafeln in einen großflächigen Steinhintergrund mit einem Text ein, der lange vor dem Ersten Weltkrieg verfasst wurde: einem Text von Friederike Kempner.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://archiv.5min.at/201809169095/kriegsmahnmal-bekommt-friedensbotschaft/ Kriegsmahnmal bekommt Friedensbotschaft]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; [https://villach.at/stadt-erleben/kultur/erinnerungskultur Erinnerungskultur in Villach]&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch dieses „[[Framing (Sozialwissenschaften)|Framing]]“ wurde das Denkmal mittels ausschließlich alter Texte zu etwas, das ohne [[Anachronismus|Anachronismen]] beim gegenwärtigen Betrachter Resonanz und Nachdenklichkeit erzeugen kann. Es handelt sich um Kempners Gedicht &amp;#039;&amp;#039;Frieden&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Immer kämpfen, immer streiten&lt;br /&gt;
Und das lohnt doch wahrlich nicht&lt;br /&gt;
Und das Recht hat viele Seiten,&lt;br /&gt;
Und der Frieden, er ist Pflicht&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Villach_Innenstadt_Kirchenplatz_12_Kriegerdenkmal_23042021_0860.jpg|mini|alt=Kriegerdenkmal mit Friederike Kempners Gedichttext als großflächiger Hintergrund für die Gedenktafeln|Kriegerdenkmal in Villach]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Denkschrift über die Nothwendigkeit einer gesetzlichen Einführung von Leichenhäusern&amp;#039;&amp;#039; (Streitschrift, 1850)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Berenice&amp;#039;&amp;#039; (Drama, 1850), [https://archive.org/details/berenizetragdi00kemp/page/n5 online]&lt;br /&gt;
* Novellen (1861)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rudolf der Zweite oder der Majestätsbrief&amp;#039;&amp;#039; (Drama, 1867)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Nettelbeck, oder: Patriot und Kosmopolit&amp;#039;&amp;#039;. (Novelle, Dietze, Dresden 1868)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Antigonos&amp;#039;&amp;#039; (Drama, 1880)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Büchlein von der Menschheit. Mit einem Anhange: Gegen die Einzelhaft oder das Zellengefängniß&amp;#039;&amp;#039; (Streitschrift, 1884)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Recht auf Leben, nicht nur „Recht auf Arbeit“. Eine Betrachtung&amp;#039;&amp;#039; (Streitschrift, 1884)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Jahel&amp;#039;&amp;#039; (Drama, 1886)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der faule Fleck im Staate Dänemark oder: Eine lustige Heirath&amp;#039;&amp;#039; (Lustspiel, 1886)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Roger Bacon&amp;#039;&amp;#039; (Novelle, 1893)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Nettelbeck. Miß Maria Brown&amp;#039;&amp;#039; (Novellen, 1893)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;In der Goldenen Gans&amp;#039;&amp;#039; (Novellen, 1898)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Eine Frage Friederich’s des Großen&amp;#039;&amp;#039; (Novelle, 1898)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ein Wort in harter Zeit&amp;#039;&amp;#039; (Streitschrift, um 1899)&lt;br /&gt;
* Gedichte (8. Auflage, 1903)&lt;br /&gt;
* Nick Barkow, Peter Hacks (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dichterleben, Himmelsgabe&amp;#039;&amp;#039; (Sämtliche Gedichte), Berlin 1989&lt;br /&gt;
* [[Frank Möbus (Literaturwissenschaftler)|Frank Möbus]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„Kennst Du das Land, wo die Lianen blühn?“ Gedichte des schlesischen Schwans.&amp;#039;&amp;#039; Reclam, Stuttgart 2009&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{NDB|11|489|490|Kempner, Friederike|Peter Haida|116127473}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kempner, Friederike.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon deutsch-jüdischer Autoren]].&amp;#039;&amp;#039; Band 13: &amp;#039;&amp;#039;Jaco–Kerr.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. vom Archiv Bibliographia Judaica. Saur, München&amp;lt;!-- sic! --&amp;gt; 2005, ISBN 3-598-22693-4, S. 357–368.&lt;br /&gt;
* Georg Herbstritt, Sabine Meincke: Fryderyka Kempner: &amp;#039;&amp;#039;„Poezja jest zyciem&amp;amp;nbsp;...“. Zycie. Dorobek. Dzialalnosc. / Friederike Kempner – „Poesie ist Leben&amp;amp;nbsp;...“: Leben. Werk. Wirkung&amp;#039;&amp;#039;. Ausstellungskatalog polnisch/deutsch, 2., überarbeitete Auflage, Schwerin 1994.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kempner, Friederike&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Gudrun Wedel]]: &amp;#039;&amp;#039;Autobiographien von Frauen. Ein Lexikon&amp;#039;&amp;#039;. Köln : Böhlau, 2010, S. 405&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|116127473}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|116127473}}&lt;br /&gt;
* [[Luise F. Pusch]]: {{FemBio|http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/friederike-kempner/}} &lt;br /&gt;
* {{Zeno-Autor|Literatur/M/Kempner,+Friederike}}&lt;br /&gt;
* {{PGDA|kempner}}&lt;br /&gt;
* [http://www.amigoo.de/gedichte/Friederike%20-%20Kempner/index.html Alphabetisch aufgelistete Gedichte von Friederike Kempner]&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Sabine Meincke, [[Georg Herbstritt]] |url=http://ourworld.compuserve.com/homepages/andreas_s/kempvorw.htm |titel=Friederike Kempner: „Poesie ist Leben…“ Leben –  Werk – Wirkung |hrsg=Hrsg. vom Freundeskreis Friederike Kempner / Friederike-Kempner-Gesellschaft |kommentar=veröffentlicht auf der Website von Andreas Schädlich |archiv-url=https://web.archive.org/web/20050409115433/http://ourworld.compuserve.com/homepages/andreas_s/kempvorw.htm |archiv-datum=2005-04-09 |abruf=2023-05-15 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Thomas Pester |url=http://www.thomas-pester.com/kempner/biographie/bio001.html |titel=Friederike Kempner: Biographie |werk=thomas-pester.com |archiv-url=https://web.archive.org/web/20070928080743/http://www.thomas-pester.com/kempner/biographie/bio001.html |archiv-datum=2007-09-28 |abruf=2023-05-15 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Thomas Morawetz |url=https://media.neuland.br.de/file/1985363/c/website/friederike-kempner-schlesische-meisterin-der-unfreiwilligen-komik.mp3 |titel=Friederike Kempner – Schlesische Meisterin der unfreiwilligen Komik |werk=[[Bayern 2|Bayern-2]]-Sendung „radioWissen“ |datum=2016 |format=mp3-Audio; 20&amp;amp;nbsp;MB; 22:01&amp;amp;nbsp;Minuten |abruf=2023-05-15 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=116127473|LCCN=no92001969|VIAF=47505768}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kempner, Friederike}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Geboren 1828]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1904]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kempner, Friederike&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsche Dichterin&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=25. Juni 1828&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Opatów (Łęka Opatowska)|Opatow]], [[Provinz Posen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=23. Februar 1904&lt;br /&gt;
|STERBEORT=Gut Friederikenhof bei [[Reichthal]], Schlesien&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Pfeilchen-im-Moose</name></author>
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