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	<title>Friedenserziehung - Versionsgeschichte</title>
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		<updated>2025-10-11T08:19:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Redundanztext&lt;br /&gt;
|3=Friedensfähigkeit&lt;br /&gt;
|4=Friedenserziehung&lt;br /&gt;
|12=f|2=Februar 2018|1=[[Benutzer:PM3|PM3]] 21:55, 21. Feb. 2018 (CET)}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Peace Education at Hiroshima Peace Memorial Park in 2015.jpg|mini|Friedenserziehung im [[Friedenspark Hiroshima]] (2015)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Friedenserziehung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Friedenspädagogik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Günther Gugel: &amp;#039;&amp;#039;Was ist Friedenserziehung?&amp;#039;&amp;#039; In: Grasse, Gruber, Gugel, &amp;#039;&amp;#039;Friedenspädagogik. Grundlagen, Praxisansätze, Perspektiven.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt-Verlag, 2008: S. 62, Fußnote 1 (&amp;quot;Die Begriffe Friedenspädagogik, Friedenserziehung und Friedensarbeit werden oft synonym gebraucht. [...]&amp;quot;)&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Friedensbildung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ist eine bewusste [[Erziehung]] zum [[Frieden]]. Sie leitet dazu an, alle [[Gewalt]] fördernden Muster und Strukturen frühzeitig wahrzunehmen und in konfliktlösendes Verhalten umzuwandeln. Ziel ist die Überwindung des [[Krieg]]es, ausgehend von der Erkenntnis, dass alle Kriege in den „Köpfen der Menschen“ entstehen ([[UNESCO]], &amp;#039;&amp;#039;The Nature of Conflict&amp;#039;&amp;#039;, 1958).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://portal.unesco.org/en/ev.php-URL_ID=15244&amp;amp;URL_DO=DO_TOPIC&amp;amp;URL_SECTION=201.html &amp;#039;&amp;#039;The Nature of Conflict&amp;#039;&amp;#039;] UNESCO 1958.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Friedenspädagogik ==&lt;br /&gt;
=== Aufgabenstellung ===&lt;br /&gt;
Bei der Friedenserziehung geht es vor allem um drei Fragenkomplexe, die sich stets neu als Herausforderung stellen. Diese sind als grober Überblick über die typischen Themen der Friedenspädagogik zu sehen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Der Friedensbegriff: Was sind die Ursachen für Unfrieden und Gewalt? Welche Rolle spielt die menschliche Aggression, welche spielen die sozialen und politischen Verhältnisse? Wie wird Frieden definiert: Abwesenheit von Krieg? Soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte? Wodurch ist Frieden erreichbar: Durch [[Bewusstseinsveränderung]]? Durch politische Umwälzungen? Durch Arbeit an den kollektiven [[Tiefenkultur]]en?&lt;br /&gt;
# Die Aufgaben der Friedenserziehung im Rahmen von Friedensstrategien: Wie ist das Verhältnis der Friedenspädagogik gegenüber der Friedensforschung bzw. gegenüber den [[Erziehungswissenschaften]]? Was sind die Möglichkeiten und Grenzen [[Schule|schulischer]] Friedenserziehung? Genereller gefasst: Wieweit kann [[Bildung]] als Friedensstrategie verstanden werden?&lt;br /&gt;
# Die Inhalte und Methoden der Friedenspädagogik: Wie können die großen politischen Fragen mit der [[Lebenswelt]] der Adressaten vermittelt werden? Was trägt Friedenserziehung zur [[Emanzipation]] der Lernenden bei? Wie sieht die Balance zwischen einem sachzentrierten und einem schülerzentrierten Zugang aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte ===&lt;br /&gt;
Der Grundgedanke der Friedenserziehung, Menschen durch bewusste Bildung zum Erkennen und Umwandeln von Gewalt anzuleiten, ist eine uralte [[Idee]], die sich in praktisch allen Kulturen der Welt findet. In ihrer modernen Form geht Friedenserziehung auf die europäische [[Philosophie der Neuzeit]] im [[Zeitalter der Aufklärung]] zurück. Sie wurde seit etwa 1830 als eine der wichtigsten Aufgaben der internationalen [[Friedensbewegung]] erkannt und definiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Pionier dieser Idee war der [[Schweiz]]er [[Jean-Jacques de Sellon]] (1782–1839). Er wuchs auf in der Tradition des Genfer [[Calvinismus]] und war als adeliger [[Philanthropie|Philanthrop]] Anhänger der [[Demokratie]]-Idee von [[Jean-Jacques Rousseau]] und der [[Rechtsstaat]]s-Idee [[Cesare Beccaria]]s. Wie dieser ging er vom [[Menschenrecht]] auf [[körperliche Unversehrtheit]] aus und lehnte darum die [[Todesstrafe]] ab.&lt;br /&gt;
Er übertrug diese Ablehnung auch auf zwischenstaatliche Konflikte und schlug deshalb 1828 erstmals die Abschaffung aller stehenden [[Heer]]e und ihre Ersetzung durch [[Miliz (Volksheer)|Milizen]] vor. 1830 forderte er dies und ein internationales Schiedsgericht in einem offenen Brief. Im selben Jahr gründete er dazu die &amp;#039;&amp;#039;Societè de la Paix&amp;#039;&amp;#039;, deren Statut festlegte: Die Abschaffung des Krieges könne nur auf dem „Willen der Völker“ beruhen und sei darum nur durch stetige „Aufklärungsarbeit und bewusste Erziehung zum Frieden“ zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Bundesrepublik Deutschland|Bundesrepublik]] und in [[Österreich]] wurde Friedenspädagogik trotz der Erfahrung der Weltkriege und des [[NS-Regime]]s nur zögerlich als Ansatz verfolgt. Zuerst griff sie explizit Ende der 1950er Jahre die [[Studiengesellschaft für Friedensforschung]] [[München]] als Aufruf zur [[Völkerverständigung]] auf. [[Vorurteil]]e und individuelle [[Aggression]] galten als Ursachen für Krieg und Gewalt. Einflussreich war [[Adorno]]s Plädoyer für eine &amp;#039;&amp;#039;Erziehung zur Mündigkeit&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Theodor W. Adorno: &amp;#039;&amp;#039;Erziehung zur Mündigkeit. Vorträge und Gespräche mit [[Hellmut Becker]] 1959–1969.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von [[Gerd Kadelbach]]. Suhrkamp, Frankfurt 1970.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Hartmut von Hentig]] hielt 1967 auf dem [[Evangelischer Kirchentag|Evangelischen Kirchentag]] in Hannover eine bis heute nachwirkende Rede zum Thema Friedenserziehung.&amp;lt;ref&amp;gt;Hartmut von Hentig: &amp;#039;&amp;#039;Erziehung zum Frieden&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Frieden. Vorlesungen auf dem 13. Deutschen Evangelischen Kirchentag Hannover 1967&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben von Friedebert Lorenz, Kreuz-Verlag, Hannover 1967.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1970er-Jahren kam die [[sozialwissenschaft]]liche Wende auch in der Friedenspädagogik zur Geltung. Die Ursachen für Gewalt wurden in gesellschaftlichen Strukturen gesehen, z.&amp;amp;nbsp;B. von [[Johan Galtung]] ([[Strukturelle Gewalt]]) und in Deutschland von [[Dieter Senghaas]] ([[Organisierte Friedlosigkeit]] und [[Zivilisatorisches Hexagon]]). Eine &amp;#039;&amp;#039;kritische Friedenserziehung&amp;#039;&amp;#039; entstand, z.&amp;amp;nbsp;B. bei dem Pädagogen [[Christoph Wulf]].&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Wulf: &amp;#039;&amp;#039;Friedenserziehung in der Diskussion&amp;#039;&amp;#039;, München 1973; ders.: &amp;#039;&amp;#039;Kritische Friedenserziehung&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt/M. 1973.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen Höhepunkt erreichte sie in der [[Friedensbewegung]] in [[Ostdeutschland|Ost-]] und Westdeutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 1990 verlagerte sich das Interesse vom [[Ost-West-Konflikt]] auf [[Rechtsextremismus|rechtsextreme Gewalt]], die [[Globalisierung]], die &amp;#039;&amp;#039;Bildung zur [[Nachhaltigkeit]]&amp;#039;&amp;#039; und die praktische Erziehung zur gewaltlosen [[Konfliktlösung]], z.&amp;amp;nbsp;B. durch [[Mediation]]. Besonders die Probleme einer Befriedung von eroberten Territorien wie [[Irak]] und [[Afghanistan]] legten die Frage nach den Voraussetzungen einer gesellschaftlichen [[Friedenskultur]] nahe. Dem entspricht ein weiterer Ansatz, der sich seit den 1990er-Jahren entwickelt hat und der ebenso wenig als Ablöse oder [[Gegensatz]] zu den bisher genannten Richtungen, sondern als Erschließung einer anderen Dimension verstanden werden sollte: die kulturwissenschaftliche Orientierung der Friedenspädagogik, „Erziehung für eine Kultur des Friedens“.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Wintersteiner: &amp;#039;&amp;#039;Von der „internationalen Verständigung“ zur „Erziehung für eine Kultur des Friedens“.&amp;#039;&amp;#039; In: P. Schlotter, S. Wisotzki (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Friedens- und Konfliktforschung.&amp;#039;&amp;#039; Nomos Verlagsgesellschaft mbH &amp;amp; Co. KG, Baden-Baden 2011, S. 345–380.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Zur kulturologischen Friedenspädagogik siehe auch: Werner Wintersteiner: &amp;#039;&amp;#039;Pädagogik des Anderen&amp;#039;&amp;#039;, 1999.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== International ===&lt;br /&gt;
Friedenspädagogik ist heute einerseits als erzieherische Praxis (Friedenserziehung), andererseits als theoretische Arbeit und [[Reflexion (Philosophie)|Reflexion]] dieser Praxis (Friedenspädagogik im engeren Sinn) in der ganzen Welt verbreitet. Seit den 1970er-Jahren besteht eine Peace Education Commission (PEC) innerhalb der Berufsvereinigung der Friedensforscher, der International Peace Research Association (IPRA).&amp;lt;ref&amp;gt;Robin J. Burns/Robert Aspeslagh (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Three Decades of Peace Education Around the World. An Anthology.&amp;#039;&amp;#039; Garland, New York/London 1996.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 2004 gibt die PEC ein peer-reviewtes internationales Fachjournal heraus, The &amp;#039;&amp;#039;Journal of Peace Education&amp;#039;&amp;#039;. Erwähnenswert ist auch das &amp;#039;&amp;#039;International Institute on Peace Education&amp;#039;&amp;#039; (IIPE), das seinen Jahreskongress jeweils in einem anderen Gastland abhält.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Wintersteiner: &amp;#039;&amp;#039;Educational Sciences and Peace Education: Mainstreaming Peace Education into (Western) Academia?&amp;#039;&amp;#039; In: Gavriel Salomon, Ed Cairns (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbook on Peace Education.&amp;#039;&amp;#039; Psychology Press, New York 2010, S. 45–59.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele ===&lt;br /&gt;
Als Ziele von Friedenspädagogik bzw. -erziehung nennt die Literatur unter anderem:&amp;lt;ref&amp;gt;Günther Gugel: &amp;#039;&amp;#039;Was ist Friedenserziehung?&amp;#039;&amp;#039;, In: Grasse, Gruber, Gugel: &amp;#039;&amp;#039;Friedenspädagogik. Grundlagen, Praxisansätze, Perspektiven.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt-Verlag, 2008: S. 65 (&amp;#039;&amp;#039;Der Kern von Friedenserziehung&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Friedens&amp;#039;&amp;#039;kompetenz&amp;#039;&amp;#039;: Diese meint in etwa, Kenntnisse über Konflikt- und Kriegszusammenhänge anzueignen – also das theoretische Fundament als Basis für das eigene Verständnis.&lt;br /&gt;
* [[Friedensfähigkeit]]: Damit ist die Fähigkeit gemeint, in der Realität und im Alltag Konflikte friedlich lösen oder entschärfen zu können. Dazu zählen beispielsweise Konfliktfähigkeit, Teamfähigkeit als auch Courage.&lt;br /&gt;
* Friedens&amp;#039;&amp;#039;handeln&amp;#039;&amp;#039;: Damit ist kurz gesagt die Fähigkeit gemeint, auf politische Vorgänge so einwirken zu können, dass diese zum friedensdienlichen Handeln gebracht werden können. Dies erstreckt sich von der kommunalen bis hinauf auf internationale Ebenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin wird eine &amp;#039;&amp;#039;Kultur des Friedens&amp;#039;&amp;#039; als Ziel der Friedenspädagogik angegeben; insbesondere von den Vereinten Nationen und der UNESCO.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit e.&amp;amp;nbsp;V. 2017: &amp;#039;&amp;#039;Kultur des Friedens&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Weitere Angaben&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reformpädagoge Hartmut von Hentig erwähnte in seiner Rede 1967, dass Friedenserziehung neben einigen anderen Punkten „in erster Linie Erziehung zur Politik“&amp;lt;ref&amp;gt;Hentig, 1967: S. 38 (II (b), Punkt 8)&amp;lt;/ref&amp;gt; sei. Eine Erziehung zum Frieden diene auch dazu, mit Konflikten leben und konstruktiv umgehen zu können:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Wenn wir der Jugend beibringen, Konflikte seien ungesund, undemokratisch, unfriedlich, verkehren wir die Logik. Wem Konflikte schlimm sind, dem macht es auch nichts aus, sie gewaltsam zu lösen. [...]|aus: Hartmut von Hentig, &amp;#039;&amp;#039;Erziehung zum Frieden&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Hentig, 1967, S. 36 (II (a), Punkt 6)&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arbeitsfelder ===&lt;br /&gt;
Heute wird Friedenserziehung als ein Komplex verschiedener Arbeitsfelder verstanden, die [[Antimilitarismus]], Kultur des Friedens, [[Menschenrechtsbildung]], [[Interkulturelles Lernen]], Antirassismus, [[globales Lernen]] ebenso umfasst wie Erziehung zur [[Nachhaltigkeit]], [[Gendergerechtigkeit]] und [[Umwelterziehung]]. Ein ganz entscheidendes Feld ist der gewaltfreie Umgang mit Konflikten, wofür sich der Begriff [[Konflikttransformation]] eingebürgert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konflikttransformation:&lt;br /&gt;
Durch die Förderung der [[Kommunikationskompetenz]], das Vertrauen in die eigenen Emotionen und durch das Erlernen von konkreten Lösungsansätzen wird ermöglicht, Konflikte gezielt anzugehen, konstruktiv zu bearbeiten und ihr Potenzial zu nutzen. Das Werk von [[Marshall B. Rosenberg]] mit seinem Konzept der [[Gewaltfreie Kommunikation|gewaltfreien Kommunikation]] ist in dieser Hinsicht bedeutend geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz bieten verschiedene Organisationen Ausbildungen in [[Konfliktmanagement]] an. Dies geht von Peacemaker-Projekten des [[NCBI Schweiz|NCBI]], wo in Schulklassen Friedensstifter gewählt und geschult werden, zu Ausbildungen wie [[Go for Peace]] für Jugendgruppenleiter, Lehrkräfte und Sozialarbeiter bis zu Nachdiplomkursen. Christliche Vereine haben schon eine lange Tradition im [[Friedensdienst]], ebenso wie der Internationale Versöhnungsbund [[Internationaler Versöhnungsbund|IFOR]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritische Rezeption ==&lt;br /&gt;
Trotz der unbestritten allgemein positiven Sinnauslegung der Begriffe [[Frieden]] und Friedenskultur löste die sogenannte „Friedens-&amp;#039;&amp;#039;Erziehung&amp;#039;&amp;#039;“ – vor allem während der 1970er-Jahre auf dem Höhepunkt der [[Pazifismus]]debatte und der aus den [[USA]] überkommenen [[New Games|New-Games-Bewegung]] – heftige Kontroversen und hitzige Diskussionen über deren Sinngebung und Vermittlungsmöglichkeiten aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Wulf: &amp;#039;&amp;#039;Friedenserziehung in der Diskussion&amp;#039;&amp;#039;, München 1973 und ders.: &amp;#039;&amp;#039;Kritische Friedenserziehung&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt/M. 1973.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die teils politisch/ideologisch, teils pädagogisch/didaktisch motivierten unterschiedlichen Vorstellungen wurden über harte Auseinandersetzungen in Publikationen und [[Talkshow]]s ausgetragen, wobei in der politischen Diskussion das angemessene Verhalten in Bedrohungslagen und im didaktischen [[Diskurs]] die Frage der Instrumentalisierung des Spiels im Vordergrund standen. Die als methodisches Instrumentarium gedachten sogenannten [[New Games|Neuen Spiele]]&amp;lt;ref&amp;gt;A. Fluegelman: &amp;#039;&amp;#039;Die neuen Spiele&amp;#039;&amp;#039; Band 2, 12. Auflage, Mülheim/Ruhr 1996.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden teils begeistert aufgenommen, teils strikt abgelehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pädagoge [[Andreas Flitner]] fasste in einem Zeitschriftenartikel von 1986 die wesentlichen Positionen der Kontrahenten in dem Meinungsstreit zusammen,&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Flitner: &amp;#039;&amp;#039;Friedenserziehung im Streit der Meinungen&amp;#039;&amp;#039;. In: Zeitschrift für Pädagogik 1986, S. 763 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; und die Spielwissenschaftler [[Siegbert Warwitz]] und [[Anita Rudolf]] griffen das Thema im Zusammenhang mit der [[Spieldidaktik|didaktischen Umsetzung]] über das Spiel, mit der Problematik des [[Lerntransfer]] und der Akzeptanz im Rahmen der [[Spielkultur]] auf und ließen dazu Befürworter wie Kritiker der sogenannten [[Friedensspiele]] mit ihren [[Argument]]en zu Wort kommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert  A. Warwitz, Anita Rudolf: &amp;#039;&amp;#039;Friedensspiele&amp;#039;&amp;#039;. In: Dies.: &amp;#039;&amp;#039;Vom Sinn des Spielens. Reflexionen und Spielideen&amp;#039;&amp;#039;. 5. aktualisierte Auflage, Schneider, Baltmannsweiler 2021. S. 145–151.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Friedenserhaltung]]&lt;br /&gt;
* [[Friedensforschung]]&lt;br /&gt;
* [[Konfliktforschung]]&lt;br /&gt;
* [[Menschenrechtsbildung]]&lt;br /&gt;
* [[Mediation]]&lt;br /&gt;
* [[Zivile Konfliktbearbeitung]]&lt;br /&gt;
* [[Ziviler Friedensdienst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit e.&amp;amp;nbsp;V. (Herausgeber): &amp;#039;&amp;#039;Kultur des Friedens. Ein Beitrag zum Bildungsauftrag der UNESCO: Building Peace in the Minds of Men and Women.&amp;#039;&amp;#039; Berlin, 2017. [https://www.unesco-berlin.de/kultur-des-friedens Online-Version] (Abgerufen am 21. Februar 2019).&lt;br /&gt;
* [[Siegbert A. Warwitz]], Anita Rudolf:  &amp;#039;&amp;#039;Friedensspiele&amp;#039;&amp;#039;. In: Dies.:  &amp;#039;&amp;#039;Vom Sinn des Spielens. Reflexionen und Spielideen.&amp;#039;&amp;#039; 5., aktualisierte Auflage, Schneider, Baltmannsweiler 2021, ISBN 978-3-8340-1664-5, S. 145–151.&lt;br /&gt;
* Dominique Miething: Bildung für Demokratie und Frieden – gegen Gewalt, Militär und Krieg. In: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Demokratiebildung und Fachdidaktik. Bd. 1: Grundlagen und Querschnittsaufgaben&amp;#039;&amp;#039;, herausgegeben von [[Sabine Achour]], Matthias Sieberkrob, Detlef Pech, Johanna Zelck, Philip Eberhard, 256–270. Frankfurt am Main: Wochenschau, 2025. [https://elibrary.utb.de/doi/epdf/10.46499/9783756616756 ePDF]&lt;br /&gt;
* Uli Jäger: &amp;#039;&amp;#039;Friedenspädagogik und Konflikttransformation.&amp;#039;&amp;#039; [http://image.berghof-foundation.org/fileadmin/redaktion/Publications/Handbook/Articles/jaeger_handbook_d.pdf Online-Version] (Abgerufen am 21. Februar 2019. Schwerpunkt: internationale Friedenspädagogik)&lt;br /&gt;
* Gavriel Salomon, Ed Cairns (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbook on Peace Education.&amp;#039;&amp;#039; Psychology Press, New York 2010.&lt;br /&gt;
* Elisabeth Gusdek Petersen: &amp;#039;&amp;#039;Grosny – Zürich und zurück. Porträts von fünf Jugendlichen aus Tschetschenien.&amp;#039;&amp;#039; Orell Füssli Verlag AG, Zürich 2009, ISBN 978-3-280-06105-3.&lt;br /&gt;
* Konrad Tempel: &amp;#039;&amp;#039;Anstiftung zur Gewaltfreiheit. Über Wege einer achtsamen Praxis und Spiritualität.&amp;#039;&amp;#039; Aphorisma, Berlin 2008, ISBN 978-3-86575-005-1.&lt;br /&gt;
* Renate Grasse, Bettina Gruber, Günther Gugel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Friedenspädagogik. Grundlagen, Praxisansätze, Perspektiven.&amp;#039;&amp;#039; rororo, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-55698-2.&lt;br /&gt;
* Michael Kubsda: Friedenspädagogik/Friedenserziehung, In: Armin Bernhard u.&amp;amp;nbsp;a.: Handbuch Kritische Pädagogik: Eine Einführung in die Erziehungs- und Bildungswissenschaft, Beltz, Juventa, Basel–Weinheim 2018, S. 628–640. ISBN 978-3-7799-3132-4&lt;br /&gt;
* [[Karl Ernst Nipkow]]: &amp;#039;&amp;#039;Der schwere Weg zum Frieden. Geschichte und Theorie der Friedenspädagogik von Erasmus bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Gütersloh 2007.&lt;br /&gt;
* [[Werner Wintersteiner]]: &amp;#039;&amp;#039;Pädagogik des Anderen. Bausteine für eine Friedenspädagogik in der Postmoderne.&amp;#039;&amp;#039; agenda, Münster 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ältere Literatur:&lt;br /&gt;
* [[UNESCO]]: &amp;#039;&amp;#039;Integrierter Rahmenplan zur Erziehung für Frieden, Menschenrechte und Demokratie&amp;#039;&amp;#039; 1995. Bonn 1997.&lt;br /&gt;
* Karl Brose: &amp;#039;&amp;#039;Friedensphilosophie und Friedenserziehung. Von Kant bis Adorno.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Die Blaue Eule, Essen 1996.&lt;br /&gt;
* [[Franz Pöggeler]]: &amp;#039;&amp;#039;Erziehung für die eine Welt – Plädoyer für eine pragmatische Friedenspädagogik.&amp;#039;&amp;#039; Lang, Frankfurt am Main/Bern/New York/Paris 1990, ISBN 3-631-41941-4.&lt;br /&gt;
* [[Andreas Flitner]]: &amp;#039;&amp;#039;Friedenserziehung im Streit der Meinungen&amp;#039;&amp;#039;. In: Zeitschrift für Pädagogik 1986, S. 763 ff&lt;br /&gt;
* [[Hermann Röhrs]]: &amp;#039;&amp;#039;Frieden – eine pädagogische Aufgabe. Idee und Realität der Friedenspädagogik&amp;#039;&amp;#039;, Braunschweig 1983.&lt;br /&gt;
* Christoph Wulf: &amp;#039;&amp;#039;Friedenserziehung in der Diskussion&amp;#039;&amp;#039;, München 1973 und ders.: &amp;#039;&amp;#039;Kritische Friedenserziehung&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt/M. 1973.&lt;br /&gt;
* [[Hartmut von Hentig]]: &amp;#039;&amp;#039;Erziehung zum Frieden&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Frieden. Vorlesungen auf dem 13. Deutschen Evangelischen Kirchentag Hannover 1967&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben von Friedebert Lorenz, Kreuz-Verlag, Hannover 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.friedensbildung-schule.de/ friedensbildung-schule.de] (Portal für Unterrichtsmaterial)&lt;br /&gt;
* [http://portal.unesco.org/en/ev.php-URL_ID=15244&amp;amp;URL_DO=DO_TOPIC&amp;amp;URL_SECTION=201.html Verfassung der UNESCO]&lt;br /&gt;
* [https://romerohaus.ch Go for Peace] (ehemals SÖF)&lt;br /&gt;
* [https://www.ncbi.ch/ NCBI Schweiz (National Coalition Building Institute)]&lt;br /&gt;
* [http://www.ASEPaix.ch/ Association Suisse des l’Educateurs a la Paix]&lt;br /&gt;
* [http://www.friedenserziehung.ch/ Forum für Friedenserziehung IFOR-CH]&lt;br /&gt;
* [http://www.friedenspaedagogik.de/ Berghof Foundation / Friedenspädagogik Tübingen] bzw. [http://www.berghof-foundation.org/de/programme/friedenspaedagogik-globales-lernen/ Berghof Foundation / Programm Globales Lernen und Friedenspädagogik]&lt;br /&gt;
* [http://www.en-paz.de/ EN-PAZ – Die Jugendplattform der Stiftung Friedensbildung] (Lernplattform)&lt;br /&gt;
* [https://www.peaceculture.net/ Der seltsame Krieg – Geschichten für eine Kultur des Friedens in 22 Sprachen] von [[Martin Auer]]&lt;br /&gt;
* [https://www.tc.columbia.edu/epe/ &amp;#039;&amp;#039;Encyclopedia of Peace Education&amp;#039;&amp;#039;] (Teachers’ College, Columbia University)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frieden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfliktlösung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pädagogische Methode/Lehre]]&lt;/div&gt;</summary>
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