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	<title>Friedelehe - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Friedelehe&amp;diff=30208&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Str1977: &quot;ist die Bezeichnung&quot; - WP ist kein Wörterbuch</title>
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		<updated>2026-03-28T11:28:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&amp;quot;ist die Bezeichnung&amp;quot; - WP ist kein Wörterbuch&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Unter einer &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Friedelehe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Friedelschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt (von [[mittelhochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;friudiea&amp;#039;&amp;#039; „Geliebte“), versteht man eine [[Ehe]]form des [[Frühmittelalter]]s, die vom deutschen Rechtshistoriker [[Herbert Meyer (Jurist)|Herbert Meyer]] in den 1920ern in die Geschichtsforschung eingeführt wurde, deren tatsächliche Existenz aber heute umstritten ist. Friedelehen sollen gekennzeichnet gewesen sein durch Freiwilligkeit beider Ehepartner, fehlende Übertragung der [[Vormundschaft]] über die Ehefrau und abwesende Beziehungen zwischen beiden Familien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Olechowski 2010-305&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestätigte Eheformen des Frühmittelalters sind die [[Muntehe]], die [[Kebsehe]] sowie die [[Brautraub|Raub- oder Entführungsehe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Friedelehe nach Meyer ==&lt;br /&gt;
Bestimmende Eigenschaften der Friedelehe sind nach Herbert Meyer:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vogt-Lüerssen Friedelehe&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Friedelehe wurde in der Regel zwischen Personen aus unterschiedlichen Ständen geschlossen, die Ehefrau kam fast immer aus einem niederen Stand.&lt;br /&gt;
* Die Ehe beruhte auf einer Willensübereinkunft zwischen Mann und Frau; beide hatten also den Wunsch zu heiraten.&lt;br /&gt;
* Eine Friedelehe kam allein durch öffentliche Heimführung der Braut und die Hochzeitsnacht zustande; zudem erhielt die Braut eine [[Morgengabe]].&lt;br /&gt;
* Im Unterschied zur Muntehe wurde dem Ehemann nicht vom Brautvater die Vormundschaft &amp;#039;&amp;#039;(munt)&amp;#039;&amp;#039; über die Frau übergeben; oft bestanden keine Beziehungen zur Brautfamilie.&lt;br /&gt;
* Die Frau hatte wie der Mann ein Recht darauf, die Scheidung zu verlangen.&lt;br /&gt;
* Die Kinder aus einer Friedelehe unterstanden nicht der Verfügungsgewalt des Vaters, sondern lediglich der Mutter.&lt;br /&gt;
* Kinder aus einer Friedelehe waren zunächst voll erbberechtigt; durch den zunehmenden Einfluss der Kirche wurde ihre Position aber immer mehr abgeschwächt.&lt;br /&gt;
* Friedelehen ermöglichten [[Polygynie]] (Vielweiberei).&lt;br /&gt;
* Muntehe und Friedelschaft konnten (besonders im [[Adel]]) nebeneinander bestehen, was später als Vielehe ([[Vielehe|Polygamie]]) angesehen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Olechowski 2010-305&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine Friedelehe konnte zu einer Muntehe umgewandelt werden, wenn der Ehemann nachträglich den [[Brautpreis|Brautschatz]] leistete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Friedelehe sei von der [[Römisch-katholische Kirche|katholischen Kirche]] im 9. Jahrhundert für illegitim erklärt worden. Trotzdem hätten sich Reste dieser Eheform bis in die Neuzeit hinein in der Form der [[Morganatische Ehe|&amp;#039;&amp;#039;morganatischen&amp;#039;&amp;#039; Ehe]] („Ehe zur linken Hand“) gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Meyers Definition ==&lt;br /&gt;
Forschungen beispielsweise von [[Else Ebel]], [[Karl Heidecker]] und [[Andrea Esmyol]] zeigten, dass es sich bei der „Friedelehe“ um ein Forschungskonstrukt handelt, das durch eine fehlerhafte Quellenauslegung seitens [[Herbert Meyer (Jurist)|Herbert Meyer]]s entstanden ist. Insbesondere Andrea Esmyol widerlegte 2002 in ihrer Doktorarbeit &amp;#039;&amp;#039;Geliebte oder Ehefrau? Konkubinen im frühen Mittelalter&amp;#039;&amp;#039; die Grundannahmen von Meyers Definition. Vor allem folgende Kritikpunkte ergeben sich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nach Überprüfung der von Meyer verwendeten altnordischen Quellen kann Else Ebel seine Folgerungen nicht bestätigen; insbesondere kritisiert sie aus dem Zusammenhang gerissene Textstellen, deren Sinn verfremdet wurde.&lt;br /&gt;
* Die von Meyer verwendeten Textbelege beziehen sich laut Esmyol alle entweder auf Muntehen oder [[Konkubinat]]e, lassen jedoch keinen Rückschluss zu auf die Existenz einer „Friedelehe“ als freierer Eheform.&lt;br /&gt;
* Die von Meyer verwendeten Quellen stammen häufig aus Zeiten, in denen sogar nach seiner eigenen Meinung die „Friedelehe“ bereits nicht mehr existiert habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass sich Meyers Theorie dennoch in der Forschung über Jahrzehnte hinweg halten konnte, liegt an ihrem speziellen Entstehungsfeld: Zum einen charakterisiert die Zeit des 19. und frühen 20. Jahrhunderts die Suche nach historischen Vorbildern der freieren Partnerwahl, zum anderen sorgte die [[Zeit des Nationalsozialismus|Zeit des nationalsozialistischen Regimes]] dafür, dass Meyers Theorie nicht weiter hinterfragt wurde – sie entsprach zu gut der nationalsozialistischen Ideologie, die ihr germanisches Erbe hervorhob.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Else Ebel: &amp;#039;&amp;#039;Der Konkubinat nach altwestnordischen Quellen. Philologische Studien zur sogenannten „Friedelehe“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Ergänzungsbände zum Reallexikon der germanischen Altertumskunde.&amp;#039;&amp;#039; Band 8, Gruyter, Berlin 1993, ISBN 3-11-013925-1.&lt;br /&gt;
* Andrea Esmyol: &amp;#039;&amp;#039;Geliebte oder Ehefrau? Konkubinen im frühen Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Köln 2002, ISBN 3-412-11901-6 ([http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2003-1-122 Besprechung] von [[Martina Hartmann]]).&lt;br /&gt;
* [[Heiner Lück]]: &amp;#039;&amp;#039;Über den Sachsenspiegel.&amp;#039;&amp;#039;  Stekovics, Dössel 2005, ISBN 978-3-89923-093-2, S. 53–56.&lt;br /&gt;
* [[Herbert Meyer (Jurist)|Herbert Meyer]]: &amp;#039;&amp;#039;Friedelehe und Mutterrecht.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Weimar 1927 (das zentrale Werk zur „Friedelehe“).&lt;br /&gt;
* [[Paul Mikat]]: &amp;#039;&amp;#039;Dotierte Ehe – rechte Ehe. Zur Entwicklung des Eheschließungsrechts in fränkischer Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Fränkischer, Opladen 1978.&lt;br /&gt;
* [[Will-Erich Peuckert]]: &amp;#039;&amp;#039;Ehe. Weiberzeit. Männerzeit. Saeterehe. Hofehe. Freie Ehe.&amp;#039;&amp;#039; Classen, Hamburg 1955, ohne ISBN.&amp;lt;ref&amp;gt;Inhaltsangabe von Will-Erich Peuckert: &amp;#039;&amp;#039;Ehe. Weiberzeit – Männerzeit…&amp;#039;&amp;#039; (1955, 431&amp;amp;nbsp;Seiten): LIEBE UND EHE: Quod est? · Zwei · Das Voneinander &amp;amp;#x202f;–&amp;amp;#x202f; WEIBERZEIT: Die mittelmeerische Welt · Die große Mutter · Gebärerin und Frau · Die Schlangengöttin · Unbegreifliche Welt · Wendezeit &amp;amp;#x202f;–&amp;amp;#x202f; MÄNNERZEIT: Viehbauern und Heroen · Mundr · Verzahnungen und Auseinandersetzungen &amp;amp;#x202f;–&amp;amp;#x202f; SAETEREHE: Huldrenliebe · Das Lager im Heu · Frau und Nebenfrau · Yngvild Wangenschön und Gudrun &amp;amp;#x202f;–&amp;amp;#x202f; DIE HOFEHE: Ich bin ein Bauer · Werbung und Trauung · Richard Hallmann · Die Probenächte · Kosmas und Damian · Die Nachtfreierei · Die Mutter &amp;amp;#x202f;–&amp;amp;#x202f; FREIE EHE: Die Friedel- oder freie Ehe · Maibuhlschaften · Die Consensehe .&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Olechowski 2010-305&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Thomas Olechowski]]: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsgeschichte. Einführung in die historischen Grundlagen des Rechts.&amp;#039;&amp;#039; 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Facultas, Wien 2010, ISBN 3-7089-0631-4, S. 305, Nr. 3205: &amp;#039;&amp;#039;B. Eherecht zwischen Staat und Kirche&amp;#039;&amp;#039; ({{Google Buch|BuchID=7ZggDwxhRO8C|Seite=305|Hervorhebung=&amp;quot;Friedelehe&amp;quot; OR &amp;quot;Friedelschaft&amp;quot; OR &amp;quot;Friedel&amp;quot;|Linktext=Seitenansicht}}).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vogt-Lüerssen Friedelehe&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |zugriff      = 2016-09-19&lt;br /&gt;
 |autor        = [[Maike Vogt-Lüerssen]]&lt;br /&gt;
 |titel        = Alltagsgeschichte des Mittelalters: Die Friedelehe&lt;br /&gt;
 |url          = http://www.kleio.org/de/geschichte/alltag/kap_V12.html&lt;br /&gt;
 |werk         = kleio.org: Alltagsgeschichte des Mittelalters&lt;br /&gt;
 |hrsg         = Eigene Webseite&lt;br /&gt;
 |datum        = 2016&lt;br /&gt;
 |archiv-url   = https://web.archive.org/web/20150322064129/http://www.kleio.org/de/geschichte/alltag/kap_V12.html&lt;br /&gt;
 |archiv-datum = 2015-03-22&lt;br /&gt;
 |offline      = ja&lt;br /&gt;
 |archiv-bot   = 2022-11-03 09:58:35 InternetArchiveBot&lt;br /&gt;
}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eheform]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Str1977</name></author>
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