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	<title>Frettchen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Frettchen&amp;diff=23389&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Valeee04: Die letzte Textänderung von ~2025-43950-02 wurde verworfen und die Version 262598136 von Strombomboli wiederhergestellt. Grund: Bitte WP:Belege beachten</title>
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		<updated>2026-01-15T10:25:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die letzte Textänderung von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2025-43950-02&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2025-43950-02&quot;&gt;~2025-43950-02&lt;/a&gt; wurde verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Permanenter_Link/262598136&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/262598136&quot;&gt;262598136&lt;/a&gt; von Strombomboli wiederhergestellt. Grund: Bitte &lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:Belege&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:Belege (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;WP:Belege&lt;/a&gt; beachten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|befasst sich mit dem Tier. Zum Militärfahrzeug von VW siehe [[VW Touareg I#Experimentalfahrzeug Geschützte Führungs- und Funktionsfahrzeuge VW Frettchen|Touareg Military]].}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Frettchen&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Mustela putorius furo&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Unterart&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = ([[Carl von Linné|Linnaeus]], 1758)&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Europäischer Iltis&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Mustela putorius&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Art&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Iltisse&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Putorius&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Untergattung&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Mustela&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Marder&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Mustelidae&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Marderverwandte&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Musteloidea&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Überfamilie&lt;br /&gt;
| Bild             = Iltisfrettchen.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Frettchen (Fähe mit [[Europäischer Iltis|Iltis]]-Farbschlag)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Frettchen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Mustela putorius furo&amp;#039;&amp;#039;), auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Frett&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von frz. &amp;#039;&amp;#039;furet&amp;#039;&amp;#039;, spätlat. &amp;#039;&amp;#039;furetus&amp;#039;&amp;#039;, zu lat. &amp;#039;&amp;#039;fur&amp;#039;&amp;#039; = „Dieb“)&amp;lt;ref&amp;gt;Wahrig, Dt. Wörterbuch, 9. Auflage 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist die [[Domestizierung|domestizierte]] Form der [[Mustela]]-[[Gattung (Biologie)|Untergattung]] &amp;#039;&amp;#039;Putorius&amp;#039;&amp;#039; ([[Iltisse]]). Es stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit vom [[Europäischer Iltis|Europäischen Iltis]] (&amp;#039;&amp;#039;Mustela putorius&amp;#039;&amp;#039;) ab. Weitere Vermutungen geben dem [[Steppeniltis]] eine Rolle bei der Entwicklung des Frettchens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
Das männliche Tier (Rüde) hat eine Körperlänge zwischen 48 und 80&amp;amp;nbsp;cm, wobei 13 bis 19&amp;amp;nbsp;cm auf den Schwanz entfallen. Beim weiblichen Tier (Fähe) beträgt die Körperlänge zwischen 42 und 60&amp;amp;nbsp;cm; hier entfallen etwa 11 bis 14&amp;amp;nbsp;cm auf den Schwanz. Das weibliche Tier bleibt damit deutlich kleiner als das männliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rüden erreichen ein Gewicht von 800 bis weit über 2000&amp;amp;nbsp;g. Fähen werden ca. 600 bis 1000&amp;amp;nbsp;g schwer. Der Unterschied zwischen dem Sommer- und Wintergewicht kann ein Drittel ihres Gesamtgewichts betragen, wobei sich die Gewichtsunterschiede mit zunehmendem Alter verringern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie besitzen ein Raubtiergebiss, mit 34 scharfen Zähnen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://alpenfrettchen.de/UeBER-FRETTCHEN/ |titel=Tierheim für Frettchen, ÜBER FRETTCHEN |sprache=de |abruf=2025-11-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fellgrundfarbe der Tiere ist überwiegend weißlich-gelb.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lex53&amp;quot; /&amp;gt; Die unterschiedlichen Farbschattierungen der einzelnen Tiere sind [[Zucht]]formen, auch diejenigen, die der Farbgebung der Wildform, der Iltis-Farbe entsprechen; außerdem gibt es eine [[Albinismus|Albinoform]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Brockhaus in zehn Bänden&amp;#039;&amp;#039;. Band&amp;amp;nbsp;3, Seite&amp;amp;nbsp;1917. F.&amp;amp;nbsp;A. Brockhaus, Leipzig 2005. ISBN 3-7653-2453-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben den Standardfarben wie Iltis, Siam und Albino, gibt es Sonderfarben wie Black-Self, Black Solid, Chocolate, DEW und Zeichnungen wie Panda, Dachs/Badger und Harlekin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebenserwartung und Krankheiten ==&lt;br /&gt;
Frettchen werden etwa sechs bis acht Jahre alt,&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Fehr, Anja Ewringmann, Martina Warschau: &amp;#039;&amp;#039;Frettchen: Heimtier und Patient&amp;#039;&amp;#039;, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2014, S. 46.&amp;lt;/ref&amp;gt; in seltenen Fällen auch älter. Als hauptsächliche Todesursache treten Tumoren auf, zum Beispiel in der [[Nebenniere]], als [[Insulinom]] oder an weiteren Organen. Auch Herzerkrankungen treten häufig auf. Der Grund wird zum einen in der unkontrollierten Zucht gesucht, in der außergewöhnliche Farben und Felllängen oft wichtiger sind als die Gesundheit der Tiere, zum anderen scheinen veränderte Lebensumstände (Innenhaltung, Fütterung, Kastration) ihren Teil dazu beizutragen. So lassen Studien in den USA vermuten, dass Nebennieren-Tumoren verstärkt bei Tieren aus Innenhaltung auftreten, die einen unregelmäßigen und demnach unnatürlichen Lichtzyklus erleben. Nach zu früher [[Kastration]] (unter 10 Monaten) kann bei Frettchen eine [[Nebennierenerkrankung der Frettchen|Nebennierenerkrankung]] auftreten, welche jedoch mit einem Hormonchip, dem sogenannten Suprelorin-Chip behandelt werden kann. Durch diese Behandlung haben die meisten Frettchen noch eine ganz normale Lebenserwartung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ernährung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Frettchen beim Jagen.JPG|mini|Zwei Frettchen auf der Jagd]]&lt;br /&gt;
Frettchen sind reine [[Fleischfresser]], die durch die anatomischen Besonderheiten ihres Magen-Darm-Trakts eine Sonderstellung innerhalb der Ordnung der [[Raubtiere]] einnehmen. Frettchen fehlt der [[Blinddarm]], in dem zellulosehaltige Nahrung verdaut werden könnte, und sie verfügen nur über einen sehr kurzen [[Dickdarm]]. Die Dickdarmlänge des Frettchens beträgt nur ca. 5&amp;amp;nbsp;Prozent der Gesamtlänge des Magen-Darm-Trakts, während dieser Anteil zum Beispiel bei [[Haushund|Hund]] und [[Hauskatze|Katze]] etwa 20&amp;amp;nbsp;Prozent beträgt. Beim Frettchen durchläuft die aufgenommene Nahrung den kompletten [[Verdauungstrakt]] in drei bis vier Stunden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Frettchen frisst Maus.jpg|mini|Frettchen frisst tote Futtermaus]]&lt;br /&gt;
Bedingt durch diese kurzen Verdauungszeiten bleibt dem Organismus nicht viel Zeit, die aus dem Futter aufgespalteten [[Nährstoff]]e aufzunehmen. Frettchen benötigen daher eine Ernährung, die zu 100&amp;amp;nbsp;Prozent aus tierischem [[Protein]] besteht. Die artgerechte Fütterung besteht somit aus ganzen, adulten, toten Futtertieren wie Mäuse, Ratten, Hamster etc., es kann jedoch auch eine ausgewogene Fütterung nach [[Barf|BARF]] (Biologisch-Artgerechte-Rohfütterung) erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Leckerlis eignen sich getrocknete Fleischstreifen, rohe Eier und tote Futtertiere wie Küken, Babymäuse etc., da diese noch kein ausgereiftes Knochenskelett besitzen und somit keine vollwertige Nahrung darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitunter gibt es mittlerweile auch Nassfutter auf dem Markt, welches zu 100 Prozent aus Fleisch besteht. Jedoch führt eine reine Nassfutter-Fütterung über kurz oder lang zu gesundheitlichen Problemen wie Zahnstein. Trockenfutter enthält immer einen kleinen Anteil an pflanzlichen Inhaltsstoffen, dies kann dazu führen, dass die Bauchspeicheldrüse zu einem Tumor, dem sogenannten Insulinom entartet. Auch wird dadurch meist der Harn zu basisch, was zu Harnsteinen oder Harngrieß führen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://alpenfrettchen.de/UeBER-FRETTCHEN/ERNAeHRUNGFUTTERUMSTELLUNG/ |titel=Tierheim für Frettchen, ERNÄHRUNG/FUTTERUMSTELLUNG |sprache=de |abruf=2025-11-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die mögliche Ansteckung mit der für Frettchen tödlichen [[Pseudowut|Aujeszkyschen Krankheit]] zu vermeiden, sollte kein rohes Schweinefleisch gefüttert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Schon die [[Antikes Griechenland|Griechen]] kannten das Frettchen,&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu [[Christian Hünemörder (Historiker)|Christian Hünemörder]]: &amp;#039;&amp;#039;Frettchen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Neue Pauly]].&amp;#039;&amp;#039; Band 4, Metzler, Stuttgart 1998, Sp. 668–669; Christian Hünemörder: &amp;#039;&amp;#039;Iltis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Der Neue Pauly.&amp;#039;&amp;#039; Band 5, Metzler, Stuttgart 1998, Sp. 944.&amp;lt;/ref&amp;gt; ohne dass sie selbst diese Tiere hielten. [[Aristophanes]] erwähnte die Frettchen (ἰκτῖδας ἐνύδρως) in den [[Die Acharner|&amp;#039;&amp;#039;Acharnern&amp;#039;&amp;#039;]].&amp;lt;ref&amp;gt;Acharnes 845. Die Komödie erhielt 425 v.&amp;amp;nbsp;Chr. bei den Lenäen den ersten Preis.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der jüngeren Hälfte des 4. vorchristlichen Jahrhunderts fand das Frettchen (die &amp;#039;&amp;#039;ἰκτίς&amp;#039;&amp;#039;) bei [[Aristoteles]] Erwähnung als Helfer bei der [[Frettchenjagd]].&amp;lt;ref&amp;gt;Pape griech-dt Handwörterbuch nennt als Belegstellen bei Aristoteles H.A. 9,6 und Nic. Th. 196 (nicht geprüft).&amp;lt;/ref&amp;gt; Aristoteles beschrieb die Vorliebe dieser Tiere für [[Honig]] und [[Vögel]]. Im 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. finden sich weitere griechische Belege in den [[Kompilation (Literatur)|Kompilationen]] von [[Johannes Stobaios]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten nachchristlichen Jahrhundert latinisiert [[Plinius der Ältere]] den griechischen Namen zu &amp;#039;&amp;#039;ictis&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Plinius der Ältere, &amp;#039;&amp;#039;[[Naturalis historia]]&amp;#039;&amp;#039; 29,60.&amp;lt;/ref&amp;gt; und überliefert unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;viverra&amp;#039;&amp;#039; (nat. 8,218) die Bekämpfung einer [[Kaninchen]]plage durch die [[Römisches Reich|Römer]] mit Hilfe der Frettchen. Neben &amp;#039;&amp;#039;ictis&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;viverra&amp;#039;&amp;#039; findet sich die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;furo&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;fūro, furōnis, m., der Iltis, das Frettchen, ital. furetto, Beleg: Isid orig. 12, 2, 39.&amp;lt;/ref&amp;gt; die allerdings auch für Iltis und Marder verwendet wird, so in der Enzyklopädie &amp;#039;&amp;#039;etymologiae&amp;#039;&amp;#039; des [[Isidor von Sevilla]]. Dieser Wortstamm wird für die wissenschaftliche Nomenklatur verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Women hunting rabbits with a ferret.jpg|miniatur|hochkant=1|Frauen bei der Kaninchenjagd mit Frettchen, Psalter, 1316–1321]]&lt;br /&gt;
Eine genaue naturkundliche Beschreibung bietet erst [[Thomas von Cantimpré]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christian Hünemörder (Historiker)|Christian Hünemörder]]: &amp;#039;&amp;#039;Thomas von Cantimpré.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Lexikon des Mittelalters]]. Von demselben genauere Angaben auch im Neuen Pauly.&amp;lt;/ref&amp;gt; im 13. Jahrhundert. In einer Miniatur des [[Queen Mary Psalter]]s (frühes 14. Jahrhundert) ist eine Frettchenjagd mit Jägerinnen dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mithilfe dieser geschichtlichen Anhaltspunkte werden die Anfänge der [[Domestizierung]] des Fretts im Mittelmeerraum aus spanischen oder [[Ägypten|ägyptischen]] Iltis-[[Population (Biologie)|Populationen]] vor 2500 Jahren&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fox&amp;quot;&amp;gt;Fox, J. G., R. C. Pearson, J. A. Bell: &amp;#039;&amp;#039;Taxonomy, history and use of ferrets.&amp;#039;&amp;#039; In Biology and diseases of the ferret. 2. Ausgabe, Fox J. G. Editor, William &amp;amp; Wilkins, Baltimore, 1996, S. 3–170.&amp;lt;/ref&amp;gt; vermutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Lexikon aus dem 19. Jahrhundert gibt an, dass „das Frett nur im nördlichen Afrika wild angetroffen wird“. Von dort habe es sich über Spanien und Italien in ganz Europa verbreitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lex53&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Allgemeine deutsche Real-Encyclopedie für die gebildeten Stände. Conversations-Lexikon in fünfzehn Bänden&amp;#039;&amp;#039;. F. A. Brockhaus, Leipzig 1853. Hier: Band&amp;amp;nbsp;6, Seite&amp;amp;nbsp;357.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Haltung ==&lt;br /&gt;
Durch intensiven Kontakt mit Menschen können Frettchen sehr [[Zähmung|zahm]] werden. Heutzutage werden sie vorwiegend als Heimtiere gehalten. Sie benötigen viel Platz, Zeit und eine ausgewogene Ernährung. Frettchen schlafen ca. 16 bis 20 Stunden täglich, je nach Alter und gesundheitlichem Zustand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schlafenszeit verteilt sich auf mehrere Phasen, 4 bis 5 Stunden Schlaf und 1 bis 2 Stunden Wachzeit im Wechsel, auch nachts, deshalb ist ein Käfig keine geeignete Haltung für die Tiere.&lt;br /&gt;
[[Datei:Frettchen Zimmer.jpg|mini|Zimmer für Frettchen]]&lt;br /&gt;
In Deutschland gibt es daher ein Gutachten des [[Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz|TVT (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz)]], welcher eine Mindestfläche von 6 m² pro Paar (je weiteres Tier 1 m² mehr) empfiehlt, sowie täglichen mehrstündigen Auslauf außerhalb dieses Bereiches.&lt;br /&gt;
[[Datei:Frettchen Gehege.jpg|mini|Außengehege mit 16 m² für Frettchen]]&lt;br /&gt;
In der Schweiz ist die Haltung von Frettchen im [[Tierschutzgesetz (Schweiz)|Tierschutzgesetz]] streng geregelt, dort benötigt man eine Haltebewilligung und einen Sachkundenachweis. Bei einer Außenhaltung ist eine Mindestfläche von 15 m² pro Paar gesetzlich vorgeschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2008/416/de |titel=Fedlex |abruf=2025-11-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieses hohen Platzbedarfs halten die meisten Halter ihre Frettchen in eigenen Zimmern, frei in der Wohnung oder großzügigen Außengehegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden sie nicht zur Zucht eingesetzt, werden Frettchen üblicherweise [[Kastration|kastriert]]. Andernfalls können [[Fähe]]n in die [[Dauerranz]]&amp;lt;ref&amp;gt;Eine gute Erklärung findet sich bei den [https://frettchenmaus.de.tl/Dauerranz.htm niederösterreichischen Frettchenfreunden].&amp;lt;/ref&amp;gt; kommen, wodurch der Hormonhaushalt dauerhaft gestört wird. Dies kann zum frühzeitigen Tod führen, ausgelöst durch: Knochenmarksdepression, Haar- und Gewichtsverlust, blassen Schleimhäuten, Blutungen im zentralen Nervensystem, innere Blutungen, eitrige Gebärmutterentzündungen. Rüden hingegen werden zum Teil sehr aggressiv und markieren ihr Revier. Außerdem haben unkastrierte Frettchen, vergleichbar mit anderen unkastrierten Tieren, einen starken Eigengeruch, weshalb eine Wohnungshaltung nur bei kastrierten Frettchen zu empfehlen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Alternative zur chirurgischen Kastration ist bei Rüden in der [[Europäische Union|EU]] seit 2007 die Behandlung mit [[Deslorelin]] (&amp;#039;&amp;#039;Suprelorin&amp;#039;&amp;#039;), einem [[Gonadoliberin]]-[[Agonist (Pharmakologie)|Agonisten]] (Gonadotropin-Releasing-Hormon-Agonist, GnRH1-Agonist), zugelassen („chemische Kastration“). Das [[Implantat]] mit 9,4 mg Deslorelin entfaltet nach 5 bis 14 Wochen seine Wirkung, die ca. 16 Monate anhält.&amp;lt;ref&amp;gt;European Medicines Agency: {{Webarchiv |url=http://www.waldfrettchen.de/files/Suprelorin-WC500068830.pdf |text=Suprelorin – Deslorelin |wayback=20160523114459 |archiv-bot=}} EMA/310418/2007.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frettchen gehören zu den Haustieren, für die beim Grenzübertritt innerhalb der EU ein [[EU-Heimtierausweis]] mitgeführt werden muss und die zur Identifizierung einen Chip implantiert haben müssen, sowie eine gültige Tollwutimpfung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nutzung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Jagd frettchen in hand von jaeger.jpg|miniatur|Zur Jagd abgerichtetes Frettchen in der Hand des Jägers]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur [[Jagd]], ihrer ursprünglichen Verwendung als Heimtier, werden Frettchen heute eher selten eingesetzt, und dann oft in Verbindung mit der [[Falknerei]]. Diese Form der Jagd heißt [[Frettchenjagd]] oder &amp;#039;&amp;#039;Frettieren&amp;#039;&amp;#039;. Dabei dringen gezielt gesetzte Frettchen etwa in [[Kaninchen]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;baue ein und treiben die Kaninchen ins Freie, wo die Jagdvögel sie greifen können. Die Frettchenjagd ist wie jede andere Form der Jagd in Deutschland nach dem [[Bundesjagdgesetz]] nur mit [[Jagdschein]] erlaubt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Wolfgang Müller/Frank Herrmann/Dieter Herrmann: &amp;#039;&amp;#039;Praxis der Kommunalverwaltung&amp;#039;&amp;#039;, D 7 Th, &amp;#039;&amp;#039;Weitere sachliche Verbote in Ergänzung zum BJagdG&amp;#039;&amp;#039;, Kommunal- und Schul-Verlag, Wiesbaden 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frettchen werden in der medizinischen Forschung für [[Tierversuch]]e eingesetzt, etwa bei Labor[[experiment]]en zu dem gefährlichen [[Influenza-A-Virus H5N1]] und einer neuen [[Liste von Subtypen des Influenza-A-Virus#A/H7N7|Influenza-A-Virus H7N7]]-Variante,&amp;lt;ref&amp;gt;Tommy Tsan-Yuk Lam: &amp;#039;&amp;#039;The genesis and source of the H7N9 influenza viruses causing human infections in China.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Nature.&amp;#039;&amp;#039; Online-Vorabveröffentlichung vom 21. August 2013, [[doi:10.1038/nature12515]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2013-08/H7N7-H7N9-neue-Vogelgrippe &amp;#039;&amp;#039;H7N7-Viren: Die neue Vogelgrippe hat einen potenziell gefährlichen Verwandten.&amp;#039;&amp;#039;] In: zeit.de vom 21. August 2013, abgerufen am 27. August 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; da sie bezüglich [[Influenza]] als [[Modellorganismus]] für den Menschen gelten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.n-tv.de/wissen/Institut-prueft-Ansteckungsgefahr-von-Tieren-article21643864.html Frettchen als Virus-Modelltiere? – Institut prüft Ansteckungsgefahr von Tieren], auf n-tv.de/wissen vom 20.&amp;amp;nbsp;März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Martina Rathke: [https://www.n-tv.de/wissen/Institut-beginnt-Kampf-gegen-toedliche-Erreger-article11167271.html Institut beginnt Kampf gegen tödliche Erreger], auf n-tv.de/wissen vom 14.&amp;amp;nbsp;August 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freilebende Tiere ==&lt;br /&gt;
In manchen Gegenden, in denen es genügend kleine Beutetiere und keine wilden Iltisse gibt, sind Frettchen entlaufen und zu Wildtieren geworden, beispielsweise auf [[Sardinien]], [[Sizilien]] oder auch [[Neuseeland]]. Die ausgewilderten Tiere haben in Neuseeland einen derartigen Schaden in der dort ansässigen Fauna angerichtet, dass heutzutage die Zucht, der Verkauf und die Haltung von mehr als drei Frettchen an einem Ort genehmigungspflichtig sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Garvey PM, Byrom AE (2021) Mustela furo. In The Handbook of New Zealand Mammals. 3rd edn. (Eds CM King and DM Forsyth) Family Mustelidae, pp. 285–341. CSIRO Publishing, Melbourne.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist allerdings nicht erwiesen, dass es sich bei den dortigen Tieren wirklich um Frettchen und nicht um wieder eingekreuzte Hybriden handelt, da gleichzeitig mit den Frettchen auch europäische Iltisse in Neuseeland freigelassen wurden. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass Frettchen keine eigenen Wildbestände aufbauen, sondern sich höchstens mit örtlich ansässigen Iltissen vermengen.&amp;lt;ref&amp;gt;Harry V. Thompson und Carolyn M. King (Herausgeber): &amp;#039;&amp;#039;The European Rabbit: The History and Biology of a Successful Colonizer.&amp;#039;&amp;#039; 1994.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ist auch ein wichtiges Argument gegen das teilweise erlassene Verbot von Frettchen in einigen Staaten der USA wie Kalifornien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland haben ausgesetzte Frettchen kaum Überlebenschancen. Aufgrund ihres kurzen [[Darm]]s müssen sie alle zwei bis drei Stunden Beute in Form einer [[Mäuse|Maus]] oder ähnlich großer Beutetiere machen. Der noch vorhandene Jagdinstinkt reicht meistens nicht zum Überleben aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Gisela Henke: &amp;#039;&amp;#039;Das Frettchen als Haustier in der Kleintiersprechstunde&amp;#039;&amp;#039;. Graphische Werkstätten, Zittau 2006, ISBN 3-929744-16-3.&lt;br /&gt;
* Kim Schilling: &amp;#039;&amp;#039;Frettchen für Dummies&amp;#039;&amp;#039;. mitp, Bonn 2004, ISBN 3-527-70156-7.&lt;br /&gt;
* Martin Ullrich: &amp;#039;&amp;#039;Quirlige Frettchen&amp;#039;&amp;#039;. Kosmos, Stuttgart 2004, ISBN 978-3-440-09068-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Mustela putorius|Iltisse}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4130675-2}}&lt;br /&gt;
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