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	<title>Freistudentenschaft - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T10:03:52Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Freistudentenschaft&amp;diff=433169&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Mehlauge am 13. Juli 2021 um 21:20 Uhr</title>
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		<updated>2021-07-13T21:20:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[File:Wildenschaft-Universitaet-Zuerich-1908.tif|thumb|Vorstand der Wildenschaft an der [[Universität Zürich]] (1908)]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Freistudentenschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch: Freie Studentenschaft, Finkenschaft oder Wildenschaft) bezeichneten sich die Zusammenschlüsse der nichtkorporierten [[Student]]en, die sich&amp;amp;nbsp;– nach vereinzelten früheren Ansätzen&amp;amp;nbsp;– verstärkt seit den [[1890er]] Jahren unter dem Einfluss der [[Jugendbewegung]] an den deutschen [[Hochschule]]n verbreiteten. Die freistudentische Bewegung gilt – nach der [[Urburschenschaft]] und dem [[Progress (Studentenbewegung)|Progress]] – als dritte Reformbewegung innerhalb der Studentenschaft des 19. Jahrhunderts und zugleich als Wegbereiterin der heutigen studentischen Selbstverwaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Seit den Zeiten der Urburschenschaft hatte es wiederholt Bemühungen gegeben, auch diejenigen Studenten, die keiner [[Studentenverbindung]] angehörten, zu einer allgemeinen Interessenvertretung zusammenzuschließen. Vor allem in den 1840er und 1850er Jahren entstanden im Zuge der sogenannten [[Progressbewegung]] an vielen Universitäten sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Wildenschaften&amp;#039;&amp;#039;, so z.&amp;amp;nbsp;B. [[Corps Frisia Göttingen#Ernst Seitz gründet die erste allgemeine Studentenvertretung|1859 in Göttingen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &amp;#039;&amp;#039;Wildenschaft&amp;#039;&amp;#039; (später vermehrt auch &amp;#039;&amp;#039;Finkenschaft&amp;#039;&amp;#039;) ging dabei auf Begriffe aus der traditionellen [[Burschensprache]] zurück, in der die Nichtkorporierten spöttisch als Wilde, Finken, Kamele oder [[Obskurant]]en bezeichnet wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georg Heer]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Deutschen Burschenschaft. Dritter Band: Die Zeit des Progresses von 1833 bis 1859.&amp;#039;&amp;#039; Heidelberg 1929, S. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab etwa 1900 setzte sich dann zunehmend die neutrale Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Freistudentenschaft&amp;#039;&amp;#039; durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem sich die erwähnten frühen Zusammenschlüsse als kurzlebig erwiesen, kam es seit den 1890er Jahren zu einer neuerlichen Gründungswelle, z.&amp;amp;nbsp;B. in Freiburg 1892, Leipzig 1896, Halle und Königsberg 1898, Berlin und Stuttgart 1899. Nach der Gründung des Dachverbands &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Freie Studentenschaft&amp;#039;&amp;#039; im Jahre 1900 verbreitete sich die Bewegung in kurzer Zeit an nahezu allen Hochschulen des Reiches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziale Herkunft der Freistudentenschaft ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Finken (Jüttner).jpg|mini|„Gedenkt der armen Finken“ (F.&amp;amp;nbsp;Jüttner, 1910)]]&lt;br /&gt;
Die Herkunftsfamilien der Freistudenten setzten sich zu einem hohen Anteil aus den neuen Mittelschichten zusammen, zu denen „kaufmännische Angestellte, untere Beamtenschichten, nichtakademische Lehrer und technische Berufe gerechnet werden“. Zudem stammten sie aus eher liberalen Elternhäusern. Von ihnen wurden sie&amp;amp;nbsp;– ähnlich wie die [[Wandervogel|Wandervögel]]&amp;amp;nbsp;– zur Rebellion gegen die traditionellen Formen des Studentenlebens ermutigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Ulrich Wipf: &amp;#039;&amp;#039;Studentische Politik und Kulturreform. Geschichte der Freistudenten-Bewegung 1896–1918&amp;#039;&amp;#039;, Schwalbach/Ts. 2005 S. 226&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Freistudentenschaft wurde daher oft auch als [[Klassenkampf]]-Bewegung wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Ulrich Wipf: &amp;#039;&amp;#039;Studentische Politik und Kulturreform. Geschichte der Freistudenten-Bewegung 1896–1918&amp;#039;&amp;#039;, Schwalbach/Ts. 2005 S. 31ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wegbereiter der allgemeinen Studentenvertretung ===&lt;br /&gt;
Obwohl von den etablierten Studentenverbindungen als &amp;#039;&amp;#039;Verein der Vereinslosen&amp;#039;&amp;#039; verspottet, verstanden sich die Freistudentenschaften ursprünglich nicht als neue Korporation neben anderen, sondern erstrebten – wie schon die Urburschenschaft und der Studentische Progress – stattdessen die Schaffung gesamtstudentischer Vertretungen auf der Basis allgemeiner Wahlen. Nach längeren Auseinandersetzungen mit Hochschulbehörden und Korporationen, die ihren Alleinvertretungsanspruch bedroht sahen, beschränkten sich die Freistudentenschaften schließlich auf die Interessenvertretung der Nichtkorporierten, um auf dieser Basis dann gemeinsam mit den Verbindungen die ersten [[Allgemeiner Studentenausschuss|Allgemeinen Studentenausschüsse]] bilden zu können. Die Schaffung einer studentischen Vertretung auf gesamtstaatlicher Ebene gelang aber erst nach dem Ersten Weltkrieg in Gestalt der 1919 gegründeten [[Deutsche Studentenschaft|Deutschen Studentenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Selbsthilfe und Toleranzprinzip ===&lt;br /&gt;
Da in den Freistudentenschaften – anders als in den zumeist elitären Verbindungen – nicht selten auch Studierende kleinbürgerlicher Herkunft aktiv waren, entwickelten sie bereits vor dem Ersten Weltkrieg verschiedene Formen der Selbsthilfe für bedürftige Kommilitonen (Leihbüchereien, verbilligte Einkaufsläden, Arbeitsvermittlungen, [[Mensa (Universität)|Mensen]]), die später von den verfassten [[Studentenschaft]]en bzw. den [[Studentenwerk]]en weitergeführt wurden. Außerdem trat die Freistudentenbewegung für eine zeitgemäße Reform des Studiums ([[Studium Generale]] als Ergänzung zum Fachstudium) ein und verschrieb sich der sozialen Öffnung der Hochschule etwa durch Einrichtung sogenannter &amp;#039;&amp;#039;Arbeiterbildungskurse&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allgemeinpolitischen Fragen verpflichtete sie sich anfangs zu strikter Neutralität – weil sie sich zum einen eben bereits als Vorform der zu schaffenden allgemeinen Studentenvertretung fühlte und zum andern auch die &amp;#039;&amp;#039;geistige Mobilmachung&amp;#039;&amp;#039; einiger Korporationen (v.&amp;amp;nbsp;a. [[Burschenschaft]]en und [[Verein Deutscher Studenten|VDSt]]) ablehnte: „Die Freie Studentenschaft nimmt in religiösen und parteipolitischen Angelegenheiten unter keinen Umständen Stellung“, heißt es etwa in ihren Weimarer Richtlinien aus dem Jahr [[1913]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auflösung nach 1918 ===&lt;br /&gt;
Nach dem Ersten Weltkrieg verlor die Freistudentenschaft als eigenständige Bewegung schnell an Bedeutung, zumal sie mit der flächendeckenden Errichtung verfasster [[Studentenschaft#Geschichte|Studentenschaften]] ab [[1920]] ihr Hauptziel erreicht hatte. So widmeten sich viele Freistudenten nunmehr der praktischen Sozialarbeit in den neu entstandenen Studentenwerken oder engagierten sich in den Hochschulgruppen der politischen Parteien. Der &amp;#039;&amp;#039;vaterländisch&amp;#039;&amp;#039; gesinnte Flügel der Freistudentenschaft ging dagegen zum größten Teil in völkisch-nationalistischen Gruppierungen ([[Jungdeutscher Orden]], [[Deutsche Gildenschaft]], [[Deutscher Hochschulring]]) auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bekannte Freistudenten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--bei denen eine aktive Mitwirkung in der F.St. bekannt ist--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Walter Benjamin]], [[Walter A. Berendsohn]], [[Arnold Bergstraesser]], [[Immanuel Birnbaum]], [[Rudolf Carnap]], [[Eugen Diederichs]], [[Alfred Döblin]], [[Fritz Elsas]], [[Ludwig Feuchtwanger]], [[Wilhelm Flitner]], [[Hans Freyer]], [[Adolf Grimme]], [[Romano Guardini]], [[Ernst Heilmann]], [[Karl Korsch]], [[Carl Landauer]], [[Susanne Leonhard]], [[Kurt Lewin]], [[Helmuth Plessner]], [[Gustav Radbruch]], [[Bernhard Reichenbach]], [[Hans Reichenbach (Physiker)|Hans Reichenbach]], [[Alexander Rüstow]], [[Alexander Schwab]], [[Paul Ssymank]], [[Otto Suhr]], [[Arnold Zweig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Studierendenschaft#Geschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte der Studentenverbindungen]]&lt;br /&gt;
* [[Deutsche Studentenschaft]] (1919–1945)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Felix Behrend (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der freistudentische Ideenkreis. Programmatische Erklärungen.&amp;#039;&amp;#039; München 1907.&lt;br /&gt;
* Sigrid Bias-Engels: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Wandervogel und Wissenschaft. Zur Geschichte von Jugendbewegung und Studentenschaft 1896–1920.&amp;#039;&amp;#039; Köln 1988, ISBN 3-87920-198-6.&lt;br /&gt;
* Konrad Jarausch: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Studenten 1800–1970.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt/Main 1984, ISBN 3-518-11258-9 (hier vor allem S. 94–103 als kompakter Überblick).&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Schulze (Historiker)|Friedrich Schulze]], [[Paul Ssymank]]: &amp;#039;&amp;#039;Das deutsche Studententum von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; 4. Aufl. München 1932 (Nachdruck 1991), ISBN 3-923621-90-6.&lt;br /&gt;
* Hans-Ulrich Wipf: &amp;#039;&amp;#039;Studentische Politik und Kulturreform. Geschichte der Freistudenten-Bewegung 1896–1918.&amp;#039;&amp;#039; Schwalbach/Ts. 2005, ISBN 3-89974-154-4 ({{Webarchiv | url=http://www.das-parlament.de/2005/37/DaspolitischeBuch/008.html | wayback=20070823034357 | text=Rezension von Peter Dudek in: Das Parlament 37 (2005)}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Akademisches Bildungswesen in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studentengeschichte (20. Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mehlauge</name></author>
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