<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Freileitungs-Monitoring</id>
	<title>Freileitungs-Monitoring - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Freileitungs-Monitoring"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Freileitungs-Monitoring&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-03T16:43:08Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Freileitungs-Monitoring&amp;diff=2535086&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;TaxonBot: Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Freileitungs-Monitoring&amp;diff=2535086&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-16T18:21:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Freileitungs-Monitoring&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Abkürzung &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;FLM&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;), auch &amp;#039;&amp;#039;Freileitungs-Temperatur-Monitoring&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;witterungsabhängiger Freileitungsbetrieb&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ist ein [[Regelungstechnik|Regelungsverfahren]] in [[Stromnetz]]en, mit dem die Übertragungskapazität von [[Freileitung]]en besser ausgenutzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition und Nutzen ==&lt;br /&gt;
Die Übertragungskapazität von Freileitungen wird durch die maximale [[Betriebstemperatur]] des [[Leiterseil]]s begrenzt. Haupteinflussfaktoren für diese Betriebstemperatur sind der Stromfluss im Leiter und die klimatischen Umgebungsbedingungen. Bei einer ohne FLM betriebenen Freileitung wird der Stromfluss anhand eines [[Konservative Annahme|konservativ festgelegten]] Normklimas begrenzt. Statt der Annahme eines Normklimas wird beim Freileitungs-Monitoring die Betriebstemperatur entweder direkt gemessen, oder die [[Kühlung|Kühlwirkung]] des Wetters wird entlang der Trasse anhand realer Klimadaten modelliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freileitungs-Monitoring wird besonders auf bestehenden Trassen des [[Höchstspannung]]snetzes eingesetzt und kann deren nutzbare Übertragungskapazität um bis zu 50 % der [[Nennleistung]] erhöhen. Wegen des Ausbaus der [[Erneuerbare Energie|Erneuerbaren Energien]] besonders mit [[Windkraftanlage]]n ist es erforderlich, die Kapazität der Übertragungsnetze vor allem in der Nord-Süd-Flussrichtung zu erhöhen. Freileitungs-Monitoring ist neben der Verwendung von Hochtemperatur-Leiterseilen das Hauptmittel dazu. Es kann unter Umständen helfen, den Neubau von Trassen zu vermeiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Die Übertragungskapazität von Freileitungen, bezogen auf den [[Elektrische Leitung|Leiterquerschnitt]] auch Strombelastbarkeit genannt, ist der maximale Stromfluss, der unter Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen dauerhaft erreicht werden kann. Bei gegebenem Material und Leitungsdurchmesser des Leiterseils wird die Übertragungskapazität durch die Leiterseiltemperatur begrenzt. Eine Betriebstemperatur größer als 80&amp;amp;nbsp;°C muss dabei nach [[EN 50182]] vermieden werden, da darüber der Seildurchhang infolge von [[Wärmeausdehnung]] zu groß wird, und dadurch ein Kontakt der Leitung mit Boden oder Vegetation bzw. [[Funkenstrecke|Überschlag]] droht. Auch kann das Seilmaterial durch stark erhöhte Temperaturen seine [[Hitzebeständigkeit|Festigkeit]] verlieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heuck-Dettmann-Schulz&amp;quot;&amp;gt;Klaus Heuck, Klaus-Dieter Dettmann, Detlef Schulz: &amp;#039;&amp;#039;Elektrische Energieversorgung: Erzeugung, Übertragung und Verteilung elektrischer Energie für Studium und Praxis&amp;#039;&amp;#039;, 8. Auflage. Vieweg + Teubner, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-8348-0736-6, S. 356–357.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem [[Wärme]]eintrag durch den [[Elektrischer Widerstand|Widerstand]], den der elektrische Strom im Leiterseil erfährt, ist die Kühlung (seltener auch Erwärmung) durch die Umgebung der andere wesentliche Faktor für die Leiterseiltemperatur. Die dafür wesentlichen Faktoren sind Umgebungstemperatur, Windgeschwindigkeit, Sonneneinstrahlung und Niederschlag. Die Luftfeuchte spielt während der warmen Jahreszeiten keine wesentliche Rolle. Eine Eisschicht auf den Leitungen, wie sie in kalten Jahreszeiten auftreten kann, hat einen wesentlichen Einfluss auf den Wärmehaushalt des Leiterseils. Der Winter ist jedoch im Sinne der maximalen Leiterseiltemperatur kein auslegungsrelevanter Betriebszustand.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralf Puffer: {{Webarchiv|url=http://www.forum-netzintegration.de/uploads/media/DUH_Puffer_WS1_06052010.pdf |wayback=20160416000256 |text=&amp;#039;&amp;#039;Netzoptimierung durch witterungsabhängigen Freileitungsbetrieb und Hochtemperaturleiter&amp;#039;&amp;#039;. |archiv-bot=2025-02-14 18:59:42 InternetArchiveBot }} (PDF; 1,9&amp;amp;nbsp;MB) Vortrag vom 6. Mai 2010 am Institut für Hochspannungstechnik der [[RWTH Aachen]], S. 5–6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Europäische Norm|Europäischen Norm]] EN 50182 („Leiter für Freileitungen – Leiter aus konzentrisch verseilten runden Drähten“) wird die Dauerstrombelastbarkeit festgelegt, die unter der Worst-Case-Annahme eines heißen Sommertages ohne Wolken und praktischer Windstille zur Einhaltung der maximal zulässigen Leiterseiltemperatur führt. Dadurch werden die Mindestabstände des Leiters zum Boden oder anderen Objekten eingehalten. Diese Umgebungsbedingungen sind in der Norm auf 35&amp;amp;nbsp;°C Außentemperatur, volle [[Globalstrahlung]] mit 900&amp;amp;nbsp;W/m² und 0,6&amp;amp;nbsp;m/s [[Windgeschwindigkeit|Windanströmung]] rechtwinklig zum Leiter gemäß [[EN 50341]] („Freileitungen über AC 45&amp;amp;nbsp;kV“) festgelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.beuth.de/de/norm/din-en-50182/44710562 DIN EN 50182:2001-12]: &amp;#039;&amp;#039;Leiter für Freileitungen – Leiter aus konzentrisch verseilten runden Drähten; Deutsche Fassung EN 50182:2001&amp;#039;&amp;#039;. Beuth, Berlin 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt; Solche klimatischen Bedingungen kommen in Mittel- und Nordeuropa nur selten vor. Dadurch werden dort Freileitungen meist mit erheblicher Übertragungsreserve betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfahren ==&lt;br /&gt;
Beim Freileitungs-Monitoring verzichtet man auf die statischen Worst-Case-Annahmen gemäß EN 50182 und überwacht stattdessen Klimadaten entlang der Trasse und gegebenenfalls die Betriebstemperatur der Leiterseile. Bei günstigen Witterungsbedingungen, beispielsweise [[Starkwind]] oder niedriger Außentemperatur, können die Leiter stärker belastet werden, als es unter klimatischen Normbedingungen der Fall wäre. Das Problem überlasteter Übertragungsnetze tritt in Mitteleuropa besonders seit Beginn des starken Ausbaus der [[Erneuerbare Energie|Erneuerbaren Energien]] bei [[Windenergie]]spitzen auf. Die besonders leistungsfähigen [[Windkraftanlage]]n befinden sich in Überschussgebieten mit starkem Wind und wenigen Verbrauchern. Gerade zu Zeiten von hohem Übertragungsbedarf durch starke Windenergieeinspeisung herrscht naturgemäß auch viel kühlender Wind. So kann durch FLM die Strombelastbarkeit von Freileitungen in Küstennähe um bis zu 50 % erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Freileitungs-Monitoring wird direkt oder indirekt die Leiterseiltemperatur gemessen. Die Messung geschieht punktweise mit [[Sensor]]en oder integrativ über die Gesamtlänge eines überwachten Abschnitts. Die Messsignale werden von den Aufnehmern zum [[Leitstand]] übertragen. Im Leitstand werden die Messsignale verarbeitet. Dazu dient eine spezielle Software, die neben den Messsignalen auch den Zustand des Systems selbst (z.&amp;amp;nbsp;B. Batteriereichweite) überwacht. Aus den Anzeigen dieser Software ist ersichtlich, mit wie viel Prozent Auslastung eine Leitung gefahren wird. Da thermodynamische Systeme eine Trägheit besitzen, kommt dazu bei manchen Systemen eine Prognosefunktion, die sich aus Wettervorhersagen und dem Stromfahrplan speist. Mit dieser Information kann im Leitstand die Übertragungslast gesteuert werden. Bei neugebauten Übertragungsleitungen kann FLM von vornherein in den Leitstand und dessen Software integriert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Messverfahren ===&lt;br /&gt;
Es existieren verschiedene Verfahren zur Ermittlung der Leiterseiltemperatur&amp;lt;!-- conductor temperature --&amp;gt; und des Seildurchhangs&amp;lt;!-- line sag --&amp;gt;. Diese unterscheiden sich nach:&lt;br /&gt;
* Messgröße: Temperaturmessung vs. Messung einer anderen physikalischen Größe, aus der die Temperatur abgeleitet werden kann.&lt;br /&gt;
* Abstand zum Messobjekt: direkte Temperaturmessung mit Kontakt zum Leiterseil vs. Abstandsmessung&lt;br /&gt;
* Messverfahren: Welches physikalische Messverfahren wird eingesetzt?&lt;br /&gt;
* Bezugslänge: Messung an einem Messpunkt vs. Messung über einen Abspannabschnitt oder die ganze Leitung hinweg&lt;br /&gt;
* Messauflösung: integrativ über die Bezugslänge vs. aufgelöst an diskreten Punkten&lt;br /&gt;
Es existieren folgende Messverfahren:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Teminova&amp;quot;&amp;gt;Renata Teminova et al.: &amp;#039;&amp;#039;{{Google Buch|BuchID=2pSS5lzBaD4C|Seite=353|Linktext=Einsatz von passiven funkabfragbaren Oberflächenwellen-Sensoren zur Temperaturüberwachung von Leiterseilen|KeinText=Ja}}&amp;#039;&amp;#039;. In: Josef Kindersberger (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Diagnostik elektrischer Betriebsmittel&amp;#039;&amp;#039;. VDE-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-8007-2817-6, S. 353–358.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable sortable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Verfahren !! Messgröße !! Abstand zum Messobjekt !! Messverfahren !! Bezugslänge !! Messauflösung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Seilzugmessung durch Kraftmessdosen || Zugkraft im Leiterseil || Direkt, die Kraftmessdosen werden mit Gabellaschen an das Seil angeschlossen || [[Piezoelektrischer Sensor|Piezoelektrisch]] || Je ein Seilfeld zwischen zwei Pylonen || Integrierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Temperaturmessung durch [[Thermoelement]]e || Temperatur im Leiterseil || Direkt, die Thermoelemente sind im oder am Seil || [[Thermoelektrizität]] || Punktmessung je Sensor || Nah-Temperaturfeld um Sensor ([[Zentimeter|cm]]-Bereich), praktisch wird die Auflösung durch die angebrachte Anzahl der Sensoren bestimmt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Temperaturmessung mit [[Faseroptische Temperaturmessung|DTS]] || Temperatur im Leiterseil || Direkt, die Glasfasern sind in den Kern des Leiterseils eingewoben || [[Raman-Streuung|Raman-Effekt]], [[Faser-Bragg-Gitter]], [[Brillouin-Streuung]] || Über mehrere Kilometer hinweg || Auf ca. einen Meter genau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Temperaturmessung durch funkabfragbare [[Oberflächenwelle]]n-Sensoren || Oberflächentemperatur des Leiterseils || Direkt, die Sensoren befinden sich am Leiterseil und werden fernabgefragt || [[Akustische Oberflächenwelle#Sensoren|AOW-Sensoren]] || Punktmessung je Sensor || Es können mehrere Sensoren mit einer Antenne abgefragt werden, ansonsten Punktauflösung per Sensor&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Temperaturmessung mit [[Wärmebildkamera|Thermovisionskameras]] || Oberflächentemperatur des Leiterseils || Indirekt, die Kameras befinden sich am Boden oder am Mast || [[Thermografie]] || Vom [[Bildwinkel]] des [[Objektiv (Optik)|Objektivs]] der Thermovisionskamera erfasster Seilabschnitt || Durch die geringe Auflösung des Wärmebildsensors mindestens einige Meter&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Temperaturbestimmung durch thermostatisches Seilmodell || Strom und [[Verlustleistung]] || Indirekt, aus der gemessenen Verlustleistung ergibt sich die Temperatur || || ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Durchhangberechnung aus Stromhöhe und Wetterdaten von verteilten Messstationen || Strom und Wetterdaten (siehe nächste Zeile) || Indirekt, aus dem gemessenen Strom und Wetterdaten ergibt sich die Temperatur || || ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Messung von Wetterdaten an der Trasse || Umgebungstemperatur, effektive Windstärke, [[Wärmestrahlung]] || Indirekt, die Wetterdaten fließen in ein Modell ein. Die Wetterstationen haben einen Abstand zum Leiterseil, sind zur Erfassung des [[Mikroklima]]s zumindest auf Höhe des Seils angebracht. || Gängige sensorgestützte Messverfahren für Temperatur. Windgeschwindigkeit muss senkrecht zum Seil gemessen werden. Messung der Wärmestrahlung kann mit solargestützter Energieversorgung kombiniert werden. || Es wird ein um die Wetterstation konstantes Mikroklima angenommen. Beschränkung auf kritische Trassenabschnitte ist möglich. Dort ist eine Wetterstation pro zwei Seilfelder üblich. || Ein bis zwei Kilometer, je nach Verteilung der Wetterstationen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bodenabstandsmessung durch Laser- oder Ultraschallverfahren || indirekt, Abstand Leiterseil zu Boden || indirekt, Abstand Messpunkt zu Sensor bis zu einem Kilometer || trigonometrisches Verfahren, Messung mit Handgeräten oder [[Airborne Laserscanning]] || Maximaler Durchhang in einem Seilfeld, bzw. Abstand zu kritischen Bäumen o.&amp;amp;nbsp;ä. || kritischer Abstand per Seilfeld, keine kontinuierliche Messung.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| Durchhang- und Windmessung durch Seilvibrationsverfahren ||Effektive Windstärke, Strom || Direkt, die Sensoren befinden sich am Leiterseil und werden fernabgefragt || Beschleunigungssensoren und Rogowski-coil || Messung an kritischen  Trassenabschnitten über mehrere Kilometer zwischen den Sensoren || ±20 cm Durchhanggenauigkeit. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Manche dieser Verfahren werden auch kombiniert. Das Seilzugverfahren (z.&amp;amp;nbsp;B. CAT-1) und die Verwendung von Wetterstationen in Kombination mit der Verlustleistungsmessung sind die beiden gängigsten Verfahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Teminova&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übertragung der Signale ===&lt;br /&gt;
Das Messsignal muss störungsfrei und zuverlässig vom Sensor zum Leitstand übertragen werden. Dazu sind am Mast Signalkabel üblich, von dort zum Leitstand wird meist [[GPRS]] verwendet. Am Leitstand werden die Signale in [[Supervisory Control and Data Acquisition|SCADA]]-Formate umgewandelt. Die Sensoren und Kommunikationselemente brauchen eine Energieversorgung, die möglichst autark sein soll. Üblich ist die [[Pufferbatterie|batteriegepufferte]] [[Photovoltaik|Solarversorgung]], alternativ kann auch die Energie [[Induktive Übertragung|induktiv]] vom Leiterseil bezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umsetzung ==&lt;br /&gt;
Versuche zum Freileitungs-Monitoring begannen in den [[Vereinigte Staaten|USA]] in den 1960ern. Der erste praktische Einsatz erfolgte dort 1991 bei &amp;#039;&amp;#039;Virginia Power&amp;#039;&amp;#039;. Beim System CAT-1 wird die Seiltemperatur nicht direkt gemessen, sondern der Seildurchhang wird mit [[Kraftaufnehmer|Kraftmesszellen]] ermittelt. Durch die Zerlegung der gemessenen [[Zugkraft|Seilzugkraft]] in eine horizontale und vertikale Komponente wird der Winkel und damit der Durchhang des Seils bestimmt. Zusätzlich zur Seilkraftmessung wird die lokale Temperatur an den Aufnahmegeräten erfasst. Das System muss häufig kalibriert werden, bei Windspitzen wird das Ergebnis verfälscht. Auch können lokale Temperaturspitzen, die zu Materialermüdung führen können, nicht erfasst werden. CAT-1 wird mit Stand 2011 weltweit 400 Mal von etwa 100 [[Übertragungsnetzbetreiber]]n eingesetzt, 16 auch in Europa.&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Küffner: [https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/stromnetz-neue-leitungen-braucht-das-land-11368386.html &amp;#039;&amp;#039;Neue Leitungen braucht das Land&amp;#039;&amp;#039;.] In: FAZ vom 23. September 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1995 publizierte Edmund Handschin, Professor für Energiesysteme an der [[TU Dortmund]], die Belastbarkeit von Leiterseilen in Abhängigkeit von Windgeschwindigkeit und Lufttemperatur. Bei einer Windgeschwindigkeit von 10&amp;amp;nbsp;m/s, also 36&amp;amp;nbsp;km/h und damit [[Windgeschwindigkeit|mäßigem Wind]], verdoppelt sich die zulässige Dauerstrombelastung gegenüber den Werten in der Norm EN 50182.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jarass&amp;quot;&amp;gt;Lorenz Jarass, Gustav M. Obermair, Wilfried Voigt: &amp;#039;&amp;#039;Windenergie: zuverlässige Integration in die Energieversorgung&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage. Springer, Berlin 2009, ISBN 978-3-540-85252-0, S. 68–72. ({{Google Buch|BuchID=KxiN1qxAQv8C|Seite=68|Linktext=Unterkapitel „Freileitungsmonitoring“|KeinText=Ja}})&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beginnend 2003 führte [[Alpiq Holding|Alpiq]] (damals [[Atel Holding|Atel]]) zusammen mit [[Swissgrid]] einen sechs Jahre andauernden FLM-Feldversuch an der [[Lukmanierleitung]] durch. Ziel war der Vergleich verschiedener FLM-Methoden. Die etwa 100&amp;amp;nbsp;km lange Lukmanierleitung führt durch drei verschiedene Klimazonen, in denen sich je eine Messstation befand. Die Station [[Erstfeld]] liegt im [[Gemäßigte Zone|gemäßigten]] Klima, die Station [[Tujetsch|Rueras]] im [[Gebirgsklima#Gemäßigte Zone|alpinen]] und die Station [[Cugnasco]] im [[Mittelmeerklima|mediterranen]] Klima. Dabei wurden Systeme der Art &amp;#039;&amp;#039;PowerDonut&amp;#039;&amp;#039; (lokale Durchfluss- und Temperaturmessung), CAT-1 und Line Thermal Monitoring (LTM) eingesetzt. Beim letztgenannten Verfahren wird aus genauen Messungen des Wirkleistungsverlusts zwischen zwei Stationen der Leitungswirkwiderstand ermittelt. Daraus lässt sich der globale Durchschnitt der Leiterseiltemperatur berechnen. Wichtige Erkenntnisse des Versuchs waren die hohe Abhängigkeit der Kühlwirkung des Windes von der Anströmrichtung. Bei hohen Windstärken erwies sich das System CAT-1 als nicht zuverlässig, da die Seilkraftmessung nicht zwischen der durch Seillängung veränderlichen Horizontalkomponente der Kraft und der zusätzlich aufgebrachten Windlast unterscheiden kann. Das System LTM erwies sich bei hohem Stromfluss und präziser Kalibrierung als brauchbar für die Messung der globalen Seilleitertemperatur-Tendenz, besonderer Vorteil ist das Auskommen ohne zusätzliche Hardware-Installationen.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Sattinger et al.: [http://www.electrosuisse.ch/display.cfm/id/145661/disp_type/display/filename/1005Sattinger.pdf &amp;#039;&amp;#039;Leiterseiltemperaturmessung am Lukmanier&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF) {{Toter Link|date=2018-04 |archivebot=2018-04-10 21:22:54 InternetArchiveBot |url=http://www.electrosuisse.ch/display.cfm/id/145661/disp_type/display/filename/1005Sattinger.pdf }} In: &amp;#039;&amp;#039;Electrosuisse Bulletin SEV/VSE&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 5/2010, S. 45–49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 2006 führte [[E.ON|E.ON Netz]] in Schleswig-Holstein auf der 110-kV-Leitung [[Niebüll]]–[[Flensburg]] einen FLM-Feldversuch durch.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.tennettso.de/site/de/news/2006/Neues-Konzept-zur-Winstromintegration-E.ON-Netz-stellt-Freileitungs-Monitoring-vor.html Neues Konzept zur Windstromintegration: E.ON Netz stellt Freileitungs-Monitoring vor]. Pressemitteilung der E.ON Netz vom 18. September 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch konnte die Übertragungskapazität dieser Freileitung abhängig vom Wetter zeitweise um bis zu 50 % gesteigert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://apps.eon.com/documents/ene_flyer-freil-monito_0907_ger.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Freileitungs-Monitoring&amp;#039;&amp;#039;. |wayback=20150617193418}} (PDF; 306&amp;amp;nbsp;kB) E.ON Netz GmbH,  Broschüre von 09/07.&amp;lt;/ref&amp;gt; Darauf folgten weitere Feldversuche in Norddeutschland mit 110-, 220- und 380-kV-Leitungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heuck-Dettmann-Schulz&amp;quot; /&amp;gt; Die Klimadaten wurden entlang der Trasse erhoben oder von meteorologischen Dienstanbietern bezogen. Darauf wurde mittels eines Modells in Echtzeit die aus Widerstands-Wärmeeintrag und klimatischer Kühlung resultierende Leitertemperatur errechnet. Diese Daten wurden der Netzleitstelle zur Verfügung gestellt, wo die Übertragung entsprechend erhöht werden kann. Mit Stand 2011 hatte TenneT unter Einsatz von 55 Mio. Euro Investitionen mehr als 900&amp;amp;nbsp;km Höchstspannungsleitungen und 20 Umspannwerke von Hamburg bis Gießen auf wettergeführtes FLM umgerüstet.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.tennettso.de/site/binaries/content/assets/press/information/de/100552_ten_husum_freileitung_du.pdf Freileitungsmonitoring – Optimale Kapazitätsauslastung von Freileitungen] (PDF; 666&amp;amp;nbsp;kB) bei TenneT TSO (Abgerufen am 31. Januar 2012.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dem von TenneT gewählten wettergeführten Verfahren mussten im Modell gewisse Sicherheitsannahmen getroffen werden. Durch direkte Messung der Leitertemperatur könnte die Übertragungskapazität noch weiter erhöht werden. Dazu kann die [[faseroptische Temperaturmessung]] (DTS) eingesetzt werden, die in den USA für FLM in Einsatz ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jarass&amp;quot; /&amp;gt; Wenn die faseroptische Temperaturmessung mit der Messung der [[Verformung]] („strain“) kombiniert wird, wird das Verfahren DTSS („Distributed Temperature and Strain Sensing“) genannt. Der zur Messung entlang der Strecke benötigte [[Lichtwellenleiter]] wird in das Leiterseil eingebettet. 2005 wurde bei einem Pilotversuch mittels unimodalem DTS/DTSS auf einer Freileitungsstrecke von 16,7&amp;amp;nbsp;km Länge Messungen durchgeführt, wobei mit DTS nach 15 Minuten eine Temperaturauflösung von 0,7&amp;amp;nbsp;°C erreicht wurde, die sich nach zwei Stunden auf 0,3&amp;amp;nbsp;°C verringerte. Messergebnisse lagen dabei in einem 1&amp;amp;nbsp;m-Raster mit einer räumlichen Auflösung von zwei Metern vor. Mit DTSS wurde gleichzeitig die Dehnung des Leiterseils gemessen, wobei eine Messgenauigkeit von 20&amp;amp;nbsp;µm/m mit einer räumlichen Auflösung von 1,5&amp;amp;nbsp;m erreicht wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Toter Link |datum=2018-04 |url=http://www.sensornet.co.uk/news/case-studies/overhead-powerline--strain-temperature-monitoring/240-1.html |text=Case Studies: Overhead Powerline - Strain &amp;amp; Temperature Monitoring |archivebot=2018-04-10 21:22:54 InternetArchiveBot}}. Auf Sensornet, Hertfordshire, UK. (Abgerufen am 31. Januar 2012.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von der halbstaatlichen [[Deutsche Energie-Agentur|DENA]] 2010 veröffentlichte &amp;#039;&amp;#039;Netzstudie II&amp;#039;&amp;#039; geht in ihrer Netzprognose vom Einsatz zweier technischer Möglichkeiten zur Erhöhung der Strombelastbarkeit von Freileitungen aus: Freileitungsmonitoring (FLM) und Hochtemperaturseile (TAL).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.dena.de/presse-medien/studien/netzstudie-ii.html |wayback=20130315110228 |text=dena-Netzstudie II – Integration erneuerbarer Energien in die deutsche Stromversorgung im Zeitraum 2015-2020 mit Ausblick auf 2025}}. DENA, November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings steigt die Übertragungskapazität durch FLM im Starkwindszenario nur im Norden um 50 %; aufgrund abnehmender Wetterkorrelation, schwächerer Winde und des abschirmenden Effekts von Vegetation werden in der Mitte Deutschlands 30 % und im Süden nur 15 % erwartet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jarass&amp;quot; /&amp;gt; Die Schlussfolgerungen von DENA und den vier großen [[Übertragungsnetzbetreiber]]n aus der &amp;#039;&amp;#039;Netzstudie&amp;amp;nbsp;II&amp;#039;&amp;#039; wurden kritisiert, weil sie die Optimierungspotenziale in bestehenden Leitungen auf FLM mit Wetterführung und TAL-Hochtemperaturseile beschränkt. Mit direkter Leitertemperatur-Messung und ACCC- oder ACCR-Hochtemperaturseilen ließe sich mehr erreichen, und der Bedarf für teure und in der Bevölkerung umstrittene Neubautrassen würde entsprechend sinken.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg-Rainer Zimmermann: [http://www.neueenergie.net/fileadmin/ne/ne_inhalte/dokumente/NE_01_11_S.29_Titelgeschichte.pdf &amp;#039;&amp;#039;Flaschenhals Netz&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF) {{Toter Link|date=2018-04 |archivebot=2018-04-10 21:22:54 InternetArchiveBot |url=http://www.neueenergie.net/fileadmin/ne/ne_inhalte/dokumente/NE_01_11_S.29_Titelgeschichte.pdf }} In: &amp;#039;&amp;#039;neue energie&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 01/2011, S. 29–39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim [[Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik|VDE]] entwickelt die Projektgruppe &amp;#039;&amp;#039;Witterungsabhängiger Freileitungsbetrieb&amp;#039;&amp;#039; des [[Forum Netztechnik/Netzbetrieb|Forums Netztechnik/Netzbetrieb]] (FNN) eine VDE-Anwendungsregel, die 2011 als &amp;#039;&amp;#039;VDE-AR-N 4210-5 Witterungsabhängiger Freileitungsbetrieb&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.dke.de/de/std/Pubs/Publikationen/Seiten/VDE-AR-N4210-5.aspx |text=VDE-AR-N 4210-5 Witterungsabhängiger Freileitungsbetrieb |wayback=20160304103204}} (Anwendungsregel des VDE)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Soheila Karimi et al.&lt;br /&gt;
   |Titel=Dynamic thermal rating of transmission lines: A review&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=[[Renewable and Sustainable Energy Reviews]]&lt;br /&gt;
   |Band=91&lt;br /&gt;
   |Nummer=&lt;br /&gt;
   |Datum=2018&lt;br /&gt;
   |Seiten=600-612&lt;br /&gt;
   |DOI=10.1016/j.rser.2018.04.001}}&lt;br /&gt;
* Gerhard Biedenbach: [http://www.nexans.de/Germany/2009/ew_Monitoring_CAT1.pdf &amp;#039;&amp;#039;Monitoring macht den Betrieb von Freileitungen sicherer&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF; 3,6&amp;amp;nbsp;MB) In: &amp;#039;&amp;#039;ew&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 108 (2009), Nr. 14–15, S. 74–83, {{ISSN|1619-5795}}.&lt;br /&gt;
* Frank Reinicke: [http://www.sw-fr.com/FLT_2003_referat_2003_05_23.pdf &amp;#039;&amp;#039;Leiterseil-Temperaturbestimmung zur verbesserten Durchhangsermittlung&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF; 107&amp;amp;nbsp;kB) Referat auf der Leitungsbautagung, Königswinter 2003. (Vom selben Autor: [http://www.sw-fr.com/FLT_1999_referat_1999_05_11.pdf &amp;#039;&amp;#039;Temperaturbestimmung von Leiterseilen&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF; 163&amp;amp;nbsp;kB) Leitungsbautagung, Stuttgart 1999)&lt;br /&gt;
* Walter Sattinger et al.: [https://www.electrosuisse.ch/uploads/media/article_145661.pdf &amp;#039;&amp;#039;Leiterseiltemperaturmessung am Lukmanier: Grundlagen für ein schweizweites Monitoring&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF) In: &amp;#039;&amp;#039;[[Electrosuisse]] Bulletin SEV/VSE&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 5/2010, S. 45–49, {{ISSN|1420-7028}}.&lt;br /&gt;
* Renata Teminova: &amp;#039;&amp;#039;Einsatz von passiven funkabfragbaren Oberflächenwellensensoren in der elektrischen Energietechnik&amp;#039;&amp;#039;. Darmstadt 2007, {{URN|nbn:de:tuda-tuprints-9013}}. (Dissertation am Institut für Hochspannungstechnik der [[Technische Universität Darmstadt|TU Darmstadt]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.nexans.us/eservice/US-en_US/navigatepub_0_-17373_1673_40_4932/CAT_1_Transmission_Line_Monitoring_System.html CAT-1 Transmission Line Monitoring System] – Informationen zur ersten praktischen FLM-Anwendung&lt;br /&gt;
* [http://www.lios-tech.com/Applications/Electric+Power+Sector/ Fallstudien und Anwendung] von [[Faseroptische Temperaturmessung|DTS]] für das Freileitungs-Monitoring beim Sensorhersteller &amp;#039;&amp;#039;LIOS&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freileitungstechnik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Elektrische Energietechnik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;TaxonBot</name></author>
	</entry>
</feed>