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	<title>Freigericht Kaichen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T03:39:47Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Freigericht_Kaichen&amp;diff=1580523&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gustav moenus: Ergänzungen</title>
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		<updated>2021-09-14T21:31:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Ergänzungen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Steinerner-Tisch.jpg|mini|Der steinerne Tisch – Gerichtsstätte des Freigerichts in [[Kaichen (Niddatal)|Kaichen]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Naumburger Salbuch Landscheider Kaichen.jpg|mini|Landscheider mit ihrem Werkzeug bei der Grenzbereinigung, im Hintergrund die Ortschaft Kaichen – Illustration aus dem [[Salbuch des Klosters Naumburg|Naumburger Salbuch]] (um 1514)]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Freigericht Kaichen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein Territorium im [[Heiliges Römisches Reich|alten römisch-deutschen Reich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografische Lage ==&lt;br /&gt;
Das Freigericht Kaichen liegt in der [[Wetterau]] bei [[Friedberg (Hessen)|Friedberg]] im heutigen [[Hessen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Zusammensetzung&lt;br /&gt;
Als [[Feme|Freigericht]] &amp;#039;&amp;#039;(Feme)&amp;#039;&amp;#039; bildete es eine eigene [[Herrschaft (Territorium)|Herrschaft]] („Grafschaft Kaichen“). Ein [[Kopialbuch]] aus dem frühen 15. Jahrhundert, das im [[Institut für Stadtgeschichte (Frankfurt am Main)|Institut für Stadtgeschichte]] in Frankfurt aufbewahrt wird, enthält die erste zusammenhängende Aufzählung der zugehörigen Orte:&amp;lt;ref&amp;gt;Schmidt, S. 26, Anm. 85; Freigericht Kaichen Kopb. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Kaichen (Niddatal)|Kaichen]]&lt;br /&gt;
* [[Heldenbergen]]&lt;br /&gt;
* [[Büdesheim (Schöneck)|Büdesheim]]&lt;br /&gt;
* [[Rendel]]&lt;br /&gt;
* [[Klein-Karben]]&lt;br /&gt;
* [[Groß-Karben]]&lt;br /&gt;
* [[Okarben]]&lt;br /&gt;
* [[Hulshofen]] ([[Wüstung]] westlich Okarbens)&lt;br /&gt;
* [[Kloppenheim (Karben)|Kloppenheim]]&lt;br /&gt;
* [[Ilbenstadt]]&lt;br /&gt;
* [[Altenstadt (Hessen)|Altenstadt]]&lt;br /&gt;
* [[Oberau (Altenstadt)|Oberau]]&lt;br /&gt;
* [[Rommelhausen]]&lt;br /&gt;
* [[Helmanshausen]] (Wüstung bei Altenstadt)&lt;br /&gt;
* [[Rodenbach (Altenstadt)|Rodenbach]]&lt;br /&gt;
* [[Klein-Altenstadt]] (Wüstung bei Altenstadt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spätere Hinzufügung&amp;lt;ref&amp;gt;Institut für Stadtgeschichte Frankfurt, &amp;#039;&amp;#039;Freigericht Kaichen Kopb. 1.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; nennt außerdem:&lt;br /&gt;
* [[Burg Dorfelden]]&lt;br /&gt;
* [[Höchst an der Nidder]]&lt;br /&gt;
* [[Assenheim (Niddatal)|Assenheim]]&lt;br /&gt;
* [[Burg-Gräfenrode]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Burggrafschaft Friedberg.png|mini|hochkant=1.5|[[Burggrafschaft Friedberg]] mit dem Freigericht Kaichen 1789.]]&lt;br /&gt;
Dies wird aber durch die weitere Überlieferung nicht bestätigt. Assenheim stand wohl in einer näheren Beziehung zum Freigericht, ohne selbst zu diesem zu gehören. Die [[Schloss Assenheim|Burg Assenheim]] war seit der [[Münzenberger Erbschaft]] geteilt zwischen [[Hanau (Adelsgeschlecht)|Hanau]] (später [[Landgrafschaft Hessen-Kassel|Hessen-Kassel]]) und [[Falkenstein (Hessisches Adelsgeschlecht)|Falkenstein]] (später [[Isenburg (Adelsgeschlecht)|Isenburg]]/[[Cronberg (Adelsgeschlecht)|Cronberg]] und [[Grafschaft Solms-Rödelheim|Solms-Rödelheim]]). Das [[Cyriacuskloster Naumburg]] wird in einem [[Weistum]] von 1439 als zugehörig erwähnt, stand aber unter hanauischer Schutzherrschaft, was wiederholt Anlass zu Auseinandersetzungen zwischen Hanau und dem Freigericht bzw. der Burggrafschaft gab, die in der [[Naumburger Fehde]] 1564–1569 gipfelten. Das Freigericht zerfiel damit in zwei durch einen schmalen Streifen mit den Ortschaften [[Ilbenstadt]] und [[Erbstadt]] (zum [[Kloster Ilbenstadt]] bzw. zur hanauischen [[Kellerei Naumburg]]) getrennte Teile. Schwerpunkte der beiden Gebiete waren damit Karben einerseits und Altenstadt andererseits.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Schilp: &amp;#039;&amp;#039;Die Reichsburg Friedberg im Mittelalter. Untersuchungen zu ihrer Verfassung, Verwaltung und Politik.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Wetterauer Geschichtsblätter.&amp;#039;&amp;#039; 31). Bindernagel, Friedberg 1982, ISBN 3-87076-035-4, S.&amp;amp;nbsp;156f. (zugleich Dissertation Uni Marburg)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politischer Status ==&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Die Gerichtsstätte des Freigerichts befand sich im Dorf Kaichen. Dort wurde die Gerichtsbarkeit im Namen des Königs ausgeübt. Das geschah unter freiem Himmel am &amp;#039;&amp;#039;Steinernen Tisch&amp;#039;&amp;#039;, einem noch heute erhaltenen [[Kulturdenkmal]]. Das Gericht war ein [[Blutgerichtsbarkeit|Blutgericht]] und hatte damit auch die Kompetenz, sich mit Verbrechen zu befassen, auf die die [[Todesstrafe]] stand. Außerdem war es [[Berufungsgericht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeit ===&lt;br /&gt;
In der [[Frühe Neuzeit|frühen Neuzeit]] gelang es dem Freigericht nicht – im Gegensatz zu einer Reihe von Herrschaften, die es umgaben – den [[Territorialisierung]]sprozess erfolgreich zu bestehen und eine eigene [[Landeshoheit]] auszubilden. Die eigene Gerichtsbarkeit reichte in diesem neuen System nicht mehr aus, um die Eigenständigkeit gegenüber den umliegenden Mächten zu wahren. Diese strebten danach, die [[Reichsunmittelbarkeit]] aufzulösen und das Gebiet unter ihre Herrschaft zu bringen. Darunter befanden sich die [[Burggrafschaft Friedberg]], ein [[Genossenschaft|genossenschaftlich]] organisierter [[Adel]]sverband, der dem [[Wetterauisches Reichsgrafenkollegium|Wetterauischen Reichsgrafenkollegium]] nahestand, die [[Frankfurt am Main|Freie Reichsstadt Frankfurt]] und die [[Hanau (Adelsgeschlecht)|Herren und Grafen von Hanau]].&amp;lt;ref&amp;gt;Friederun Hardt-Friederichs: &amp;#039;&amp;#039;Das königliche Freigericht Kaichen in der Wetterau in seiner landes- und rechtshistorischen Bedeutung.&amp;#039;&amp;#039; Bindernagel, Friedberg 1976, S.&amp;amp;nbsp;25–38.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lehnsbesitz der Friedberger Burgmannen im Freigericht wird bereits im ersten schriftlich überlieferten Urteil aus dem Jahr 1293 deutlich. Dort treten mit zwei Ausnahmen ausschließlich [[Liste Friedberger Burgmannenfamilien|Friedberger Burgmannenfamilien]] als Zeugen auf. Möglicherweise hatten diese ihre Lehen bereits in [[Staufer|staufischer]] Zeit als Dienstgüter für die [[Burg Friedberg (Friedberg)|Reichsburg Friedberg]] aus Reichsbesitz oder dem an das Reich zurückgefallenen Besitz der [[Nürings (Adelsgeschlecht)|Grafen von Nürings]] in der Region (&amp;#039;&amp;#039;Grafschaft Malstatt&amp;#039;&amp;#039;) erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Reimer Stobbe: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte Friedbergs: Von der Gründung bis zur Reformationszeit.&amp;#039;&amp;#039; In: Michael Keller (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Friedberg in Hessen. Die Geschichte der Stadt.&amp;#039;&amp;#039; Band I: &amp;#039;&amp;#039;Von den Anfängen bis zur Reformation.&amp;#039;&amp;#039; Bindernagel, Friedberg 1997, S.&amp;amp;nbsp;196.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits 1376 hatte die Burggrafschaft selbst erste Rechte im Freigericht erworben, dessen Landeshoheit sie endgültig 1475 zugesprochen bekam. 1806 gelangte das Territorium des Freigerichts Kaichen weitestgehend an das [[Großherzogtum Hessen]] (-Darmstadt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Freigericht Kaichen galt ein besonderes [[Partikularrecht]], die [[Friedberger Polizeiordnung]]. 1679 wurde sie erneuert und gedruckt. Damit ist sie zum ersten Mal schriftlich fassbar. Sie behandelte überwiegend [[Verwaltungsrecht|Verwaltungs-]], [[Polizei- und Ordnungsrecht]]. Insofern blieb für den weiten Bereich des [[Zivilrecht]]s das [[Solmser Landrecht]] die Hauptrechtsquelle.&amp;lt;ref&amp;gt; Schmidt, S. 107, sowie beiliegende Karte. &amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Gemeines Recht|Gemeine Recht]] galt darüber hinaus, wenn all diese Regelungen für einen Sachverhalt keine Bestimmungen enthielten. Diese Rechtslage blieb auch im 19. Jahrhundert geltendes Recht, nachdem das Freigericht an das [[Großherzogtum Hessen]] übergegangen war. Erst das [[Bürgerliches Gesetzbuch|Bürgerliche Gesetzbuch]] vom 1. Januar 1900, das einheitlich im ganzen [[Deutsches Reich|Deutschen Reich]] galt, setzte dieses alte Partikularrecht außer Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Friederun Hardt-Friederichs: &amp;#039;&amp;#039;Das königliche Freigericht Kaichen in der Wetterau in seiner landes- und rechtshistorischen Bedeutung.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Wetterauer Geschichtsblätter.&amp;#039;&amp;#039; 25). Bindernagel, Friedberg 1976, ISBN 3-87076-013-3.&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Köbler]]: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; 7., vollständig überarbeitete Auflage. C.H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-54986-1.&lt;br /&gt;
* Friedrich Karl Mader: &amp;#039;&amp;#039;Sichere Nachrichten von der Kayserlichen und des heiligen Reichs-Burg Friedberg und der darzu gehörigen Grafschaft und freyen Gericht zu Kaichen, aus zuverläßigen Archival-Urkunden und beglaubten Geschicht-Büchern zusammen getragen auch hin und wieder erläutert.&amp;#039;&amp;#039; 1. Teil, Lauterbach 1766 [http://www.google.de/books?id=RnEAAAAAcAAJ (Digitalisat)]; 2. Teil, Lauterbach 1767 [http://www.google.de/books?id=WHEAAAAAcAAJ (Digitalisat)]; 3. Teil, Lauterbach 1774 [http://www.google.de/books?id=dHEAAAAAcAAJ (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* [[Arthur Benno Schmidt]]: &amp;#039;&amp;#039;Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen&amp;#039;&amp;#039;. Curt von Münchow, Giessen 1893&lt;br /&gt;
* Reimer Stobbe: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte Friedbergs: Von der Gründung bis zur Reformationszeit.&amp;#039;&amp;#039; In: Michael Keller (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Friedberg in Hessen. Die Geschichte der Stadt.&amp;#039;&amp;#039; Band I: &amp;#039;&amp;#039;Von den Anfängen bis zur Reformation.&amp;#039;&amp;#039; Bindernagel, Friedberg 1997, S.&amp;amp;nbsp;196.&lt;br /&gt;
* [[Dieter Wolf (Historiker)|Dieter Wolf]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte des Freigerichts Kaichen.&amp;#039;&amp;#039; In: Magistrat der Stadt Karben (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Karben. Geschichte und Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Karben 1973, ISBN 3-88004-000-1, S. 60–65.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kaichen}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Wetterau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Main-Kinzig-Kreis)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Wetteraukreis)|Kaichen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Territorium (Hessen)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gustav moenus</name></author>
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