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	<title>Freidenker - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Wuerzele: /* Unterdrückung und Widerstand zwischen 1933 und 1945 */ layout- Quelle ?</title>
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		<updated>2025-10-02T02:21:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Unterdrückung und Widerstand zwischen 1933 und 1945: &lt;/span&gt; layout- Quelle ?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Freidenker&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist historisch eine allgemeine Bezeichnung für Personen, die den Anspruch erheben, dass sich ihr Denken nur durch die [[Empirische Evidenz|Evidenz]] der Sache und nicht durch eine [[Autorität]] bestimmen lässt. In diesem Sinn wurde der Begriff verwendet, als er ab dem ausgehenden 17. Jahrhundert von englischen [[Aufklärung|Aufklärern]] eingeführt wurde und sich im 18. Jahrhundert auch in Frankreich einbürgerte. Da die Forderung, Behauptungen ohne kritische Prüfung für absolut wahr zu halten, damals nur für religiöse Lehren erhoben wurde, machten die Freidenker ihren Anspruch in erster Linie bei der Zurückweisung solcher Lehren geltend. Damit war zunächst nicht zwangsläufig eine Absage an jede Form von Religion verbunden, doch wurden die Freidenker von ihren Gegnern als [[Atheismus|Atheisten]] bekämpft. Daraus ergab sich ab dem 18. Jahrhundert die noch heute geläufige Gleichsetzung von Freidenkertum und Atheismus. Im 19. Jahrhundert wurde &amp;#039;&amp;#039;Freidenker&amp;#039;&amp;#039; zur Selbstbezeichnung derjenigen, die ihr Denken radikal von religiösen Vorstellungen befreien wollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute bezeichnet man als Freidenker im weiteren Sinn Personen, die für eine politisch und sozial selbstverantwortliche Lebensgestaltung eintreten, nicht an eine höhere Macht glauben und religiöse Dogmen ablehnen. Sie verstehen sich als Atheisten, [[Agnostizismus|Agnostiker]] bzw. [[Skeptizismus|Skeptiker]] und treten für einen säkularen [[Humanismus]] ein. Im engeren Sinne bezeichnet der Begriff Anhänger der Freidenkerbewegung, insbesondere Mitglieder von Freidenkerverbänden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
=== England und Frankreich ===&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Freidenker&amp;#039;&amp;#039; hat seinen Ursprung in der englischen und französischen Aufklärung. Das Wort ist erstmals in einem Brief des englischen Philosophen und Naturwissenschaftlers [[William Molyneux]] vom 6. April 1697 an [[John Locke]], einen namhaften [[Vordenker der Aufklärung]], bezeugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Hoffmeister (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der philosophischen Begriffe.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Meiner, Hamburg 1955, S. 236.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort bezeichnete Molyneux den Adressaten als &amp;#039;&amp;#039;candid freethinker&amp;#039;&amp;#039;. [[John Toland (Philosoph)|John Toland]] übernahm in seinen Schriften diesen Begriff zunächst für sich und die befreundeten [[Deismus|Deisten]]. Bereits im 16. Jahrhundert bezeichnete man als Deisten die Philosophen, die im Gegensatz zu den [[Theist]]en zwar eine göttliche Weltschöpfung annahmen, aber nicht an einen persönlichen Schöpfergott im christlichen Sinn glaubten. Toland brachte vorübergehend (1711) die Wochenschrift &amp;#039;&amp;#039;The Free-Thinker&amp;#039;&amp;#039; heraus und bemühte sich um eine Unterscheidung von Religion und [[Aberglauben]]. Lockes Schüler [[Anthony Collins (Philosoph)|Anthony Collins]] brachte 1713 durch seine anonyme Veröffentlichung &amp;#039;&amp;#039;Discourse of Free-Thinking&amp;#039;&amp;#039; den Begriff in Umlauf. Eine französische Übersetzung dieser Schrift erschien 1713/14. Die Diskussion darüber rief zunächst in den gehobenen Bürgerschichten und im Adel Englands, nach der Übersetzung auch in Frankreich starke Empörung hervor, erreichte jedoch noch nicht das Volk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
Die deutsche Übertragung von &amp;#039;&amp;#039;Freethinker&amp;#039;&amp;#039; zu &amp;#039;&amp;#039;Freidenker&amp;#039;&amp;#039; erfolgte 1715 durch [[Gottfried Wilhelm Leibniz]] und verband sich im Laufe des 18. Jahrhunderts mit dem schon bekannten Begriff &amp;#039;&amp;#039;[[Freigeist]]&amp;#039;&amp;#039;. [[Gotthold Ephraim Lessing]] schrieb 1749 das Lustspiel &amp;#039;&amp;#039;Der Freigeist&amp;#039;&amp;#039;, das er 1755 veröffentlichte. Die Begrifflichkeit blieb jedoch relativ diffus. In dem von Johann Anton Trinius 1759 herausgegebenen &amp;#039;&amp;#039;Freydenker-Lexicon&amp;#039;&amp;#039; steht Freigeist für „Atheisten, Naturalisten, Deisten, grobe Indifferentisten, Sceptiker und dergleichen Leute“.&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Mehlhausen: &amp;#039;&amp;#039;Freidenker.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Theologische Realenzyklopädie.&amp;#039;&amp;#039; Band 11, Berlin/New York 1983, S. 490.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierher gehört auch Gottfried Ephraim Lessings [[Fragmentenstreit]] mit [[Hermann Samuel Reimarus]].&amp;lt;ref&amp;gt;Reiner Wild: &amp;#039;&amp;#039;Freidenker in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Historische Forschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 6, 1979, S. 279&amp;amp;nbsp;ff.; Gottfried Hornig: &amp;#039;&amp;#039;Neologie und Aufklärungstheologie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Dogmen- und Theologiegeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. v. Carl Andresen. Band 3, Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1989, S. 125–142.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollzog sich unter dem Einfluss des [[Weltanschauung|naturwissenschaftlichen Weltbildes]], der [[Religionskritik]] und des [[Dialektischer Materialismus|dialektischen Materialismus]] eine deutliche Akzentverlagerung von der religionsphilosophischen zur religionspolitischen Freidenkerbewegung. Der Streit der Freidenker mit der Kirche betraf in den Einzelfragen die radikale Forderung der [[Trennung von Kirche und Staat]], darunter auch im Zusammenhang mit der Forderung der [[Feuerbestattung]] die Kontroverse um die [[Unsterblichkeit]] der Seele oder [[Auferstehung]] des Leibes.&lt;br /&gt;
=== Schweiz ===&lt;br /&gt;
In der Schweiz wurde ab 1908 die [[Freidenker-Vereinigung der Schweiz]] aktiv. Sie gibt seit 1915 eine deutschsprachige Zeitschrift heraus, seit 2010 unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;frei denken&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtliche Entwicklung in Mitteleuropa ==&lt;br /&gt;
=== Verbände, Spaltung und Vereinigung ===&lt;br /&gt;
Bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Deutschland freidenkerische Bewegungen wie beispielsweise die [[Lichtfreunde]], die als &amp;#039;&amp;#039;Verein der Protestantischen Freunde&amp;#039;&amp;#039; am 29. Juni 1841 gegründet wurden, und die Los-von-Rom-Bewegung der [[Deutschkatholizismus|Deutschkatholiken]] von 1844. Beide schlossen sich am 1. Juni 1859 in Gotha zum [[Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands|Bund freireligiöser Gemeinden]] zusammen. Sie vertraten die freie Selbstbestimmung in allen religiösen Angelegenheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 29./31. August 1880 konstituierte sich auf Betreiben belgischer und französischer Freidenker zunächst das [[Naturphilosophie|naturphilosophische]] Freidenkertum in dem bürgerlichen Internationalen Freidenkerbund (IFB) in Brüssel. Von [[Ludwig Büchner]], einem Bruder des Schriftstellers [[Georg Büchner]], wurde im Zusammenwirken mit [[August Specht]] am 10. April 1881 in Frankfurt am Main der [[Deutscher Freidenkerbund|Deutsche Freidenkerbund]] (DFB) gegründet. Auch [[Wilhelm Liebknecht]], ein zu der Zeit führender Vertreter der deutschen [[Sozialdemokratie]], soll die Gründung unterstützt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Angesichts der Materiallage (Kleinschriften, die nicht durchgängig und zentral gesammelt sind.) ist bisher noch keine lückenlose Organisationsgeschichte der deutschen Freidenkerverbände geschrieben worden.&lt;br /&gt;
Bisherige Literatur: [[Horst Groschopp]]: Dissidenten. Freidenkerei und Kultur in Deutschland. Dietz, Berlin 1997; ISBN 3-320-01936-8; 2. verb. Aufl. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg 2011, ISBN 978-3-8288-2771-4, [[Jochen-Christoph Kaiser]]: Arbeiterbewegung und organisierte Religionskritik. Proletarische Freidenkerverbände in Kaiserreich und Weimarer Republik, Stuttgart 1981 (= Diss. phil. Münster 1979), [[Hartmann Wunderer]]: Arbeitervereine und Arbeiterparteien. Kultur- und Massenorganisationen in der Arbeiterbewegung (1890–1933). Frankfurt am Main u. a. 1980; Freidenkertum und Arbeiterbewegung. Ein Überblick, in: IWK 16 (1980) S. 33–57. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Deutscher Monistenbund|Deutsche Monistenbund]], der sich 1906 unter dem Vorsitz von [[Ernst Haeckel]] und [[Wilhelm Ostwald]] gründete und Intellektuelle für eine wissenschaftliche Weltanschauung sammelte, erreichte 1930 mehr als 10.000 Mitglieder. Im Jahre 1933 wurde er verboten, 1947 entstand er wieder, in der DDR war er verboten, 1956 ging er in die &amp;#039;&amp;#039;Freigeistige Aktion – Monistenbund&amp;#039;&amp;#039; 1957 mit der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Die Freigeistige Aktion&amp;#039;&amp;#039; auf. Im Jahre 1905 formierte sich das [[Marxismus|marxistische]] Freidenkertum in dem &amp;#039;&amp;#039;Verein für Feuerbestattung.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Freidenkerbund entwickelten bestimmte Arbeitsgruppen 1908 den &amp;#039;&amp;#039;Zentral-Verband der Proletarischen Freidenker Deutschlands&amp;#039;&amp;#039; mit der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Der Atheist&amp;#039;&amp;#039;. Im Jahre 1905 gründete sich in Berlin der &amp;#039;&amp;#039;Verein der Freidenker für Feuerbestattung (VFF)&amp;#039;&amp;#039;, nach einem Zusammenschluss mit anderen Verbänden 1927 als „Verband für Freidenkertum und Feuerbestattung (VfFF)“, der sich 1930 in &amp;#039;&amp;#039;[[Deutscher Freidenker-Verband]]&amp;#039;&amp;#039; (DFV) umbenannte. Dieser mitgliederstarke Verband kam bis 1932 immerhin auf 660.000 Mitglieder.&lt;br /&gt;
Politische Differenzen zwischen SPD- und KPD-Mitgliedern führten zu einer Abspaltung der KPD-Anhänger und Gründung  der &amp;#039;&amp;#039;Zentralstelle proletarischer Freidenker (ZpG)&amp;#039;&amp;#039;, die aber bedeutungslos blieb. 1933 verbot das Naziregime den DFV und enteignete dessen Vermögen.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Müller-Schwefe: &amp;#039;&amp;#039;Organisation und Methode der Gottlosenbewegung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitwende.&amp;#039;&amp;#039; 1932, Band 2, S. 169–180.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daneben gab es den &amp;#039;&amp;#039;Bund Sozialistischer Freidenker&amp;#039;&amp;#039; mit 20.000 Mitgliedern. Internationale Vereinigungen bildeten sich 1925 als &amp;#039;&amp;#039;Internationale proletarischer Freidenker (IpF)&amp;#039;&amp;#039; in Wien, 1931 als &amp;#039;&amp;#039;Internationale Freidenkerunion (IFU)&amp;#039;&amp;#039; in Berlin, 1936 als Vereinigung von IpF und IFU zur &amp;#039;&amp;#039;Weltunion der Freidenker (WUF)&amp;#039;&amp;#039; in Prag.&lt;br /&gt;
Nach 1945 wurde dem Deutschen Freidenker-Verband die Wiedergründung in den Besatzungszonen untersagt. Erst nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 gründete sich der DFV dort als [[Deutscher Freidenker-Verband]] DFV (Sitz Dortmund), in West-Berlin als DFV (Sitz Berlin), der heutige [[Humanistischer Verband Deutschlands|Humanistische Verband Deutschlands]]. Im Gebiet der DDR blieb der DFV verboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende des 19. Jahrhunderts entstand in den [[Königreich Böhmen|böhmischen Ländern]] bzw. dann nach 1918 in der [[Tschechoslowakei (1918-1938)|Tschechoslowakei]] eine der Mitglieder stärksten Freidenkerbewegungen Europas. 1904 wurde unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Volná myšlenka&amp;#039;&amp;#039; (Freier Gedanke) eine tschechische Sektion des IFB gegründet. Ihr Vorsitzender war 1909 der Dichter [[Josef Svatopluk Machar]] und von 1910 bis 1925 [[Theodor Bartošek]], der auch die internationalen Freidenker-Kongresse in Prag 1907 und 1920 organisierte und leitete. Zwischen 1924 und 1926 spaltete sich der kommunistische Flügel unter Bartošek ab. Die Vereinigung war 1915–1918 und 1939–1945 in der Tschechoslowakei verboten. 1945 wurde der &amp;#039;&amp;#039;Svaz občanů bez vyznání&amp;#039;&amp;#039; (Verband der bekenntnisfreien Bürger) gegründet, der 1952 wiederum verboten wurde. Im Januar 1990 konstituierte sich die Bewegung erneut unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Volná myšlenka&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomáš Bubík, David Václavík: &amp;#039;&amp;#039;Freethinkers and atheists in the Czech Lands in the 20th Century&amp;#039;&amp;#039;. In: Tomás Bubík, Atko Remmel, David Václavík (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Freethought and atheism in Central and Eastern Europe: the development of secularity and non-religion&amp;#039;&amp;#039;. Routledge, New York 2020, ISBN 978-0-367-22631-2, S. 58–83.&amp;lt;/ref&amp;gt;     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unterdrückung und Widerstand zwischen 1933 und 1945 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Deutsches Reichsgesetzblatt 32T1 026 0185.jpg|mini|Verordnung des Reichspräsidenten über die Auflösung der kommunistischen Gottlosenorganisationen vom 3. Mai 1932]]&lt;br /&gt;
Bereits am 28. März 1931 schränkte die „Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen“ die Wirkungsmöglichkeiten des kommunistischen Freidenkertums in Deutschland stark ein. Eine weitere Verordnung vom 3. Mai 1932 verbot die kommunistischen Verbände mit dem Vorwurf der „Gottlosenpropaganda“; sie betraf ca. 150.000 Mitglieder.&amp;lt;ref&amp;gt;Horst Strüning: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der deutschen sozialistischen Freidenkerbewegung – Eine Skizze.&amp;#039;&amp;#039; In: Joachim Kahl, Erich Wernig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Freidenker. Geschichte und Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Pahl-Rugenstein, Köln 1981, S. 58–61.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der [[Zeit des Nationalsozialismus|Diktatur des Nationalsozialismus]] wurden die bürgerlichen deutschen Freidenkerverbände, die 1932 etwa 540.000 Mitglieder zählten, durch gewaltsame [[Sturmabteilung|SA]]-Aktionen aufgelöst, die Vermögenswerte der Feuerbestattungs-Kassen in die &amp;#039;&amp;#039;Neue Deutsche Bestattungskasse&amp;#039;&amp;#039; überführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner wurde im März 1936 durch den [[Volksgerichtshof]] der &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Freidenkerbund&amp;#039;&amp;#039; (DFV) zu einer hochverräterischen Organisation erklärt und verboten. Zahlreiche einfache Mitglieder des Freidenkerverbandes und Personen aus der Organisationsführung leisteten im „Dritten Reich“ [[Widerstand gegen den Nationalsozialismus|Widerstand]]. In der Folge wurde beispielsweise der Vorsitzende [[Max Sievers]] am 17. Januar 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet. [[Ernst Fraenkel (Politikwissenschaftler)|Ernst Fraenkel]], [[Else Megelin|Else]] und [[Kurt Megelin]], [[Otto Ostrowski]] (der von 1950 bis 1953 Vorsitzender des Westberliner Freidenkerverbandes war) und andere engagierten sich von der Machtübergabe an bis teilweise 1944 in der linkssozialistischen Widerstandsgruppe [[Roter Stoßtrupp]].&amp;lt;ref&amp;gt;Dennis Egginger-Gonzalez: Der Rote Stoßtrupp. Eine frühe linkssozialistische Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus. Lukas Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3867322744&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://zerstoerte-vielfalt-humanismus.de/index.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neubeginn in Deutschland nach 1945 ===&lt;br /&gt;
Am 21. März 1951 entstand in der BRD der [[Deutscher Freidenker-Verband|Deutsche Freidenker-Verband]] (DFV) in Braunschweig.&amp;lt;ref&amp;gt;Horst Strüning: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der deutschen sozialistischen Freidenkerbewegung – Eine Skizze.&amp;#039;&amp;#039; In: Joachim Kahl, Erich Wernig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Freidenker. Geschichte und Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Pahl-Rugenstein, Köln 1981, S. 63.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er zählte 1955 in seinen fünf Landesverbänden 5500 Mitglieder und gibt seitdem die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Der Freidenker&amp;#039;&amp;#039; heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der DDR blieben Freidenker-Vereinigungen bis 1989 mit der Begründung verboten, dass die SED selbst die Funktion des ehemaligen proletarischen Freidenkertums übernommen habe und über genügend atheistische Organisationen verfüge. Am 7. Juni 1989 wurde von 400 Delegierten (zumeist Hochschullehrern) in Berlin-Ost am Sitz der [[Akademie der Künste (Berlin)|Akademie der Künste]] der „Verband der Freidenker“ gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.confessio.de/artikel/156 |titel=Der verlängerte Arm einer herrschenden Partei: Vor 15 Jahren (1989) wurden die DDR-Freidenker ins Leben gerufen |autor=Andreas Fincke |werk=www.confessio.de |datum=2004 |zugriff=2022-04-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst|REMID]] hatte der DFV im Jahr 2010 noch etwa 3000 Mitglieder.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst|REMID]]: [http://www.remid.de/statistik#verschiedene &amp;#039;&amp;#039;Religionen &amp;amp; Weltanschauungsgemeinschaften in Deutschland: Mitgliederzahlen&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der im DFV und dem kurzlebigen Freidenker-Verband der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] organisierten Mitglieder schloss sich nach 1990 dem [[Humanistischer Verband Deutschlands|Humanistischen Verband Deutschlands]] (HVD) an. In Berlin ging der HVD-Landesverband aus dem dortigen Freidenker-Verband hervor und hat sich seitdem zum bundesweit größten Träger kultureller, pädagogischer und sozialer Angebote auf Grundlage einer humanistischen Weltanschauung entwickelt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://hvd-bb.de/ HVD Berlin-Brandenburg]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Praxis ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Feuerhalle Simmering - Urnenhain (Abteilung MR) - Kremser-Krebs.jpg|mini|[[Feuerhalle Simmering]] – Urnengrab mit stilisiertem Stiefmütterchen als Symbol der österreichischen Freidenkerbewegung]]&amp;lt;!-- Stiefmütterchen oben auf der Grabplatte; nicht gemeint sind die Chrysanthemen vor dem Grab --&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Freidenker schufen ähnlich wie die [[freireligiöse Bewegung]] in ihren festlichen Lebensformen nicht völlig Neues, allerdings Alternativen. Analog zu den kirchlichen Ritualen und Zeremonien schufen die Freidenkervereinigungen nicht-kirchliche Gestaltungsformen, die der sogenannte &amp;#039;&amp;#039;freie Redner&amp;#039;&amp;#039; vollzog. So entstanden zeitgemäße weltliche Feierrituale, die von kirchlicher Seite auch als Nachahmung, als quasireligiöses Ritual&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Tillich hat dieses eigentümliche Erscheinungsbild der säkularen und politischen Bewegungen seiner Zeit als quasireligiös definiert; so in: &amp;#039;&amp;#039;Die Frage nach dem Unbedingten.&amp;#039;&amp;#039; Evangelisches Verlagswerk, Stuttgart 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; angesehen wurden, zur [[Geburt]], beispielsweise die Namensfeier, Namensgebung; statt der Konfirmation bzw. Kommunion zur [[Adoleszenz]], beispielsweise die Jugendfeier bzw. [[Jugendweihe]];&amp;lt;ref&amp;gt;Horst Strüning: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der deutschen sozialistischen Freidenkerbewegung – Eine Skizze.&amp;#039;&amp;#039; In: Joachim Kahl, Erich Wernig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Freidenker. Geschichte und Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Pahl-Rugenstein, Köln 1981, S. 44&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; statt der kirchlichen [[Trauung]] eine weltliche Heirat oder gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaftsfeiern; statt der kirchlichen Beerdigung eine weltliche Trauerfeier.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Dirschauer: &amp;#039;&amp;#039;Die sozialistische Bestattung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mit Worten begraben: Traueransprachen entwerfen und gestalten.&amp;#039;&amp;#039; Donat Verlag, Bremen 2012, S.&amp;amp;nbsp;33&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der heutige [[Trauerredner]] steht mit seiner [[Trauerrede]] in dieser Tradition der Totenrede des freien Redners.&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Dulk: &amp;#039;&amp;#039;Nieder mit den Atheisten! Ausgewählte religionskritische Schriften aus der frühen Freidenkerbewegung.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. Heiner Jestrabek, IBDK Verlag, Aschaffenburg/Berlin 1995.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Übersichtsdarstellungen in Handbüchern&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Günter Gawlick]]: &amp;#039;&amp;#039;Freidenker.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historisches Wörterbuch der Philosophie]].&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Schwabe, Basel 1972, Sp. 1062&amp;amp;nbsp;f.&lt;br /&gt;
* [[Jochen-Christoph Kaiser]]: &amp;#039;&amp;#039;Freidenker.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Religion in Geschichte und Gegenwart]].&amp;#039;&amp;#039; 4., neu bearbeitete Auflage, Band 3, Mohr Siebeck, Tübingen 2000, Sp. 296–299.&lt;br /&gt;
* [[Paul Oskar Kristeller]]: &amp;#039;&amp;#039;The Myth of Renaissance Atheism and the French Tradition of Free Thought.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the History of Philosophy.&amp;#039;&amp;#039; Band 6, 1968, S. 233–243.&lt;br /&gt;
* [[Joachim Mehlhausen]]: &amp;#039;&amp;#039;Freidenker.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Theologische Realenzyklopädie]].&amp;#039;&amp;#039; Band 11. De Gruyter, Berlin/New York 1983, S. 489–493.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Mittelstraß]]: &amp;#039;&amp;#039;Freidenker.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie.&amp;#039;&amp;#039; 2., neubearbeitete Auflage, Band 2, Metzler, Stuttgart/Weimar 2005, ISBN 3-476-02101-7, S. 558&amp;amp;nbsp;f.&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Ueberweg]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Philosophie der Neuzeit bis zum Ende des XVIII. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1958, S. 376–382.&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einführungen und Untersuchungen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Walter Lindemann]], [[Anna Lindemann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die proletarische Freidenker-Bewegung. Geschichte, Theorie und Praxis&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Reihe Arbeiterkultur&amp;#039;&amp;#039;. Band 2). Leipzig-Lindenau 1926, Nachdruck mit Nachwort von [[Henning Eichberg]], Atalas, Münster 1980&lt;br /&gt;
* Joachim Kahl, Erich Wernig: &amp;#039;&amp;#039;Freidenker: Geschichte und Gegenwart&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kleine Bibliothek.&amp;#039;&amp;#039; Band 214). Pahl-Rugenstein, Köln 1981.&lt;br /&gt;
* Jochen-Christoph Kaiser: &amp;#039;&amp;#039;Arbeiterbewegung und organisierte Religionskritik: Proletarische Freidenkerverbände in Kaiserreich und Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; Klett-Cotta, Stuttgart 1981.&lt;br /&gt;
* Albert Dulk: &amp;#039;&amp;#039;Nieder mit den Atheisten! Ausgewählte religionskritische Schriften aus der frühen Freidenkerbewegung.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Heiner Jestrabek, IBDK Verlag, Aschaffenburg/Berlin 1995.&lt;br /&gt;
* [[Horst Groschopp]]: &amp;#039;&amp;#039;Dissidenten. Freidenkerei und Kultur in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; 2., verbesserte Auflage. Marburg 2011, ISBN 978-3-8288-2771-4&lt;br /&gt;
* [[Manfred Isemeyer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Humanismus ist die Zukunft: Festschrift Hundert Jahre Humanistischer Verband Berlin.&amp;#039;&amp;#039; HVD, Berlin 2006.&lt;br /&gt;
* [[Heiner Jestrabek]]: &amp;#039;&amp;#039;FreidenkerInnen. Lehren aus der Geschichte. Porträts und Aufsätze.&amp;#039;&amp;#039; Freiheitsbaum edition Spinoza, Reutlingen 2012, {{Falsche ISBN|978-3-922589-52-1}}.&lt;br /&gt;
* Stefan Schröder: &amp;#039;&amp;#039;Freigeistige Organisationen in Deutschland. Weltanschauliche Entwicklungen und strategische Spannungen nach der humanistischen Wende.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 2017, ISBN 978-3-11-061148-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Freethought|Freidenker|audio=1|video=1}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.freidenker.org/ Homepage] des [[Deutscher Freidenker-Verband|Deutschen Freidenker-Verbandes]]&lt;br /&gt;
* [https://www.freidenker.at/ Homepage] des [[Freidenkerbund Österreichs|Freidenkerbundes Österreich]]&lt;br /&gt;
* [http://www.frei-denken.ch/ Homepage] der [[Freidenker-Vereinigung der Schweiz]]&lt;br /&gt;
* [http://www.hvd-bundesverband.de/ Homepage] des [[Humanistischer Verband Deutschlands|Humanistischen Verbandes Deutschlands]]&lt;br /&gt;
* [https://www.libres-penseurs.net/ Homepage] der Weltunion der Freidenker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freireligiöse, freigeistige und Freidenkerbewegung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Säkularer Humanismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wuerzele</name></author>
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