<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Franz_Stangl</id>
	<title>Franz Stangl - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Franz_Stangl"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Franz_Stangl&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-04T16:21:59Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Franz_Stangl&amp;diff=88230&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Catullus26 am 27. März 2026 um 19:10 Uhr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Franz_Stangl&amp;diff=88230&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-03-27T19:10:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Franz Stangl Treblinka.jpg|mini|hochkant|Franz Stangl]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Franz Paul Stangl&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[26. März]] [[1908]] in [[Altmünster]] im [[Salzkammergut]]; † [[28. Juni]] [[1971]] in [[Düsseldorf]]) war ein österreichischer Polizeibeamter und Verwaltungsleiter in den Tötungsanstalten der [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] Mordaktion [[Aktion T4|T4]] [[Tötungsanstalt Hartheim|Schloss Hartheim]] und [[Tötungsanstalt Bernburg|Bernburg]] sowie [[KZ-Kommandant|Lagerkommandant]] der [[Vernichtungslager Sobibor]] und [[Vernichtungslager Treblinka|Treblinka]]. Er wurde 1970 wegen gemeinschaftlichen Mordes an mindestens 400.000 jüdischen Menschen zu lebenslanger Haft verurteilt, verstarb aber bereits kurze Zeit später in der Haftanstalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kindheit und Ausbildung ==&lt;br /&gt;
Franz Stangls Vater war [[Nachtwächter]] und ehemaliger [[kaiserlich und königlich|k.u.k.]]-[[Dragoner]], der auch zu Hause den gewohnten Kasernenhofton nicht ablegte und ihn spüren ließ, dass er ein nicht gewünschtes Kind sei. Die militärisch geprägten Erziehungsmethoden ließen ihn den Vater als furchteinflößende Autoritätsperson erleben, der jedoch bereits 1916 an Unterernährung starb.&amp;lt;ref&amp;gt;Tom Segev: &amp;#039;&amp;#039;Die Soldaten des Bösen. Zur Geschichte der KZ-Kommandanten.&amp;#039;&amp;#039; rororo, Reinbek 1992, S. 248.&amp;lt;/ref&amp;gt; Stangl hatte eine zehn Jahre ältere Schwester. 1917 heiratete seine Mutter einen Witwer, der zwei Kinder mit in die Ehe brachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stangl ging mit 15 Jahren von der Schule ab und begann eine Lehre in einer Weberei, die er im Alter von 18 Jahren erfolgreich abschloss und der jüngste Webermeister in Österreich wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Polizeidienst ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1931 wechselte Stangl aus gesundheitlichen Gründen den Beruf und bewarb sich bei der Polizei. Seine Ausbildung absolvierte er in der Polizeikaserne von [[Linz]]. Nach einem Jahr Ausbildung wurde er bei der Verkehrspolizei eingesetzt, später in der Verbrechensbekämpfung. Die Ausbildung beendete er im Jahre 1933.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1931 lernte er seine Frau Theresa geborene Eidenböck (* 1907) kennen, die er im Oktober 1935 heiratete. Am 7. Juli 1936 wurde die erste Tochter Brigitte, am 17. Februar 1937 die zweite Tochter Renate und 1944 die dritte Tochter Isolde geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er ein Waffenversteck der in Österreich [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Österreichs – Hitlerbewegung|illegalen NSDAP]] auffand, wurde er zur Kriminalpolizei befördert. Nach dem gescheiterten [[Februaraufstand]] 1934 der Sozialdemokraten in Wien erhielt Stangl eine silberne Verdienstmedaille. Im Juli 1935 wechselte er als Kriminalbeamter zur staatspolizeilichen Abteilung des Bundespolizeikommissariats [[Wels (Stadt)|Wels]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Medizin im Dritten Reich. Karrieren vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-10-039310-4, S. 215.&amp;lt;/ref&amp;gt; und wurde im Herbst 1935 zur politischen Abteilung der dortigen Kriminalpolizei versetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Abteilung wurde am 13. März 1938, als der „[[Anschluss Österreichs]]“ an das Deutsche Reich proklamiert wurde, der [[Gestapo|Geheimen Staatspolizei]] Linz eingegliedert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee-S216&amp;quot;&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Medizin im Dritten Reich. Karrieren vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; 2001, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Stangl trat der [[Schutzstaffel|SS]] im März 1938 bei (SS-Nummer 296.569), am 27. Mai 1938 beantragte er die Aufnahme in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 6.370.447).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]] R 9361-IX KARTEI/42420340.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei der SS-Standarte Linz wurde er SS-Oberscharführer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee-S216&amp;quot; /&amp;gt; Im Januar 1939 wurde die politische Abteilung durch die [[Gestapo]] übernommen und nach [[Linz]] verlegt. Stangl wurde zum Kriminaloberassistenten ernannt und vorübergehend im [[Eichmannreferat]] („Judenreferat“ der Gestapo) beschäftigt. Als solcher verhaftete er Juden im [[Reichsgau Sudetenland|Sudetengau]]. Der Aufforderung seiner Vorgesetzten, aus der [[Katholische Kirche in Österreich|katholischen Kirche]] auszutreten, entsprach Stangl noch im gleichen Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stangl, der 1934 noch offiziell gegen die Nationalsozialisten vorgegangen war, erhielt den für altgediente NSDAP-Kämpfern vorgesehenen [[Julleuchter]] und durfte auf der Uniform den [[Ehrenwinkel der Alten Kämpfer]] tragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee-S216&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei der „Aktion T4“ ==&lt;br /&gt;
1940 erfolgte seine Beförderung sowie eine Versetzung zur „[[Zentraldienststelle T4|Gemeinnützigen Gesellschaft für Anstaltspflege]]“ in der [[Tiergartenstraße]] 4. Instruktionen hierfür erhielt Stangl von einem Kriminalrat Werner bei der Reichskriminalpolizei in Berlin, Werderscher Markt 5. Danach hatte er sich in Berlin bei Oberdienstleiter [[Viktor Brack]], dem Leiter des Hauptamtes II der [[Kanzlei des Führers]], zu melden. Daraufhin erhielt er einen Dienstposten als Verwaltungs- und Büroleiter der [[Tötungsanstalt Hartheim]] im Rang eines [[Leutnant]]s der uniformierten Polizei. In der Tötungsanstalt Hartheim, wo geistig und körperlich Behinderte im Rahmen der [[NS-Krankenmorde]] vergast wurden, unterschrieb Stangl unter dem Tarnnamen „Staudt“. [[Franz Reichleitner]], ein Polizeikamerad Stangls von der Linzer Kriminalpolizei, der ihn an die Vergasungsanstalt Hartheim vermittelt hat, war sein Stellvertreter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Vergasungsarzt [[Georg Renno]] an Sonntagen im Innenhof von [[Schloss Hartheim]] Flötenkonzerte hielt, spielte Stangl [[Zither]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Medizin im Dritten Reich. Karrieren vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, S. 217–218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1941 wurde er zur [[Tötungsanstalt Bernburg]] versetzt. Diese war unter ärztlicher Leitung [[Irmfried Eberl]]s an der „[[Aktion 14f13]]“ beteiligt. Im Februar 1942 kehrte Stangl nach Hartheim zurück, um sich erneut bei T4 in Berlin zu melden. Dort erhielt er den Befehl, sich beim Beauftragten für die „Aktion Reinhardt“, [[Odilo Globocnik]], im polnischen [[Lublin]] zu melden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei der „Aktion Reinhardt“ ==&lt;br /&gt;
Als Beteiligter der „[[Aktion Reinhardt]]“ erhielt Lagerkommandant Stangl im März 1942 von Globocnik den Auftrag zur Errichtung und Vollendung des [[Vernichtungslager Sobibor|Vernichtungslagers Sobibor]]. Bis zu Stangls Versetzung ins [[Vernichtungslager Treblinka]] wurden in Sobibor etwa 100.000 Juden getötet. Stangls Nachfolger in Sobibor war Franz Reichleitner, der ihn bereits in Hartheim vertreten hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stangl löste im September 1942 in Treblinka den ebenfalls österreichischen Kommandanten [[Irmfried Eberl]] ab, da dieser von den eintreffenden großen Judentransporten „überfordert“ war. Das KZ Treblinka war zu diesem Zeitpunkt das größte NS-[[Vernichtungslager]] in Polen. Stangl erwies sich im Gegensatz zu seinem dortigen Vorgänger als perfekter Organisator des [[Massenmord]]es. Ein wichtiger Mitarbeiter von Stangl war [[Kurt Franz (SS-Mitglied)|Kurt Franz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Funktion Stangls in Treblinka ist im Urteil des [[Landgericht Düsseldorf|Landgerichts Düsseldorf]] vom 22. Dezember 1970 einsehbar.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www1.jur.uva.nl/junsv/excerpts/746005.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;Justiz- und NS-Verbrechen – Lfd. Nr. 746 (Ausschnitt)&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20110915123355}}. In: &amp;#039;&amp;#039;jur.uva.nl,&amp;#039;&amp;#039; abgerufen am 22. April 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Operationszone Adriatisches Küstenland ==&lt;br /&gt;
Am 2. August 1943 kam es zum [[Aufstand von Treblinka|Aufstand im Vernichtungslager Treblinka]]. Am 21. August 1943 wurde die Vernichtungsanstalt geschlossen. Bald darauf wurde Stangl, 1943 zum SS-Hauptsturmführer befördert, und der Großteil des Personals der „[[Aktion Reinhardt]]“ in den adriatischen Küstenraum ([[Operationszone Adriatisches Küstenland]]) zur „[[Weisung Nr. 46|Bandenbekämpfung“]] und [[Deportation#Deportationen während des Nationalsozialismus|Deportation]] der oberitalienischen Juden versetzt. Unter Christian Wirth, dem Inspektor des „[[Sonderabteilung Einsatz R]]“, leitete er die „Einheit R III“ in [[Udine]], und war bei der Deportation der Juden aus [[Venedig]] tätig.&amp;lt;ref&amp;gt;Simon Levis Sullam: &amp;#039;&amp;#039;I carnefici italiani. Storia del genocidio degli ebrei, 1943–1945.&amp;#039;&amp;#039; Feltrinelli, Milan 2015, ISBN 978-88-07-11133-4, S. 75 (italienisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem Tode Wirths im Mai 1944 leitete er die „Einheit R II“ in [[Rijeka|Fiume]]. Außerdem war er im Zuge des „Einsatzes Pöll“ als Versorgungsoffizier an einem Bauprojekt der SS in der [[Po-Ebene]] mit hunderttausenden italienischen Zwangsarbeitern beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt;Chris Webb, Carmelo Lisciotto H.E.A.R.T: [http://www.holocaustresearchproject.org/ar/stangl.html &amp;#039;&amp;#039;Franz Paul Stangl.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Holocaust Research Project.&amp;#039;&amp;#039; Holocaust Education &amp;amp; Archive Research Team, 2007, abgerufen am 25. Januar 2020 (englisch; Biografie).&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Zuge des nahenden [[Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht|Kriegsendes]] zogen sich Ende April 1945 die Einheiten des „Einsatz R“ aus Norditalien nach Deutschland zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefangenschaft und Flucht nach Syrien ==&lt;br /&gt;
Nach dem Kriegsende 1945 wurde Stangl vom US-Militär in [[Attersee am Attersee|Attersee]] verhaftet und als SS-Mitglied im [[Camp Marcus W. Orr|Lager Glasenbach]] interniert, wobei zu diesem Zeitpunkt von seiner Rolle in den Vernichtungsstätten noch nichts bekannt war. Er wurde auch zeitweilig vom amerikanischen Militärnachrichtendienst [[Counter Intelligence Corps|CIC]] in einem Gefangenenlager in [[Bad Ischl]] verhört, man erlangte jedoch nur Kenntnis von seiner Tätigkeit bei der Partisanenbekämpfung in Italien. Nach zweieinhalbjähriger Internierung wurde Stangl 1947 an die österreichische Justiz übergeben, wo er in Linz aufgrund seiner Beteiligung an der „[[Aktion T4]]“ in Untersuchungshaft kam und am 21. Juli erstmals vernommen wurde. Bei dieser Vernehmung verschwieg er seine Tätigkeit in Treblinka. Es wurde Anklage gegen ihn erhoben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee-S220&amp;quot;&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Medizin im Dritten Reich. Karrieren vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; 2001, S. 220.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1948 begann in Linz der sogenannte Hartheim-Prozess. Als Stangl von seiner Frau erfuhr, dass ein ehemaliger Fahrer des Hartheim-Personals zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden war, floh er am 30. Mai 1948 auf Drängen seiner Frau mit [[Gustav Wagner (SS-Mitglied)|Gustav Wagner]] aus dem mehr oder weniger offenen Untersuchungsgefängnis, von dem aus Stangl auch bei Außenarbeiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee-S220&amp;quot; /&amp;gt; eingesetzt war. Wagner war bereits seit seiner Zeit in Hartheim und in Sobibor ein enger Mitarbeiter und persönlicher Freund Stangls gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=40615790 |Autor= |Titel=Der Dämon von Sobibor |Jahr=1978 |Nr=23 |Datum=1978-06-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei seiner Flucht nutzte er eine der [[Rattenlinien]] über Graz, Meran und Florenz nach Rom zu Fuß. Der österreichische Bischof [[Alois Hudal]] besorgte ihm einen &amp;lt;!--gefälschten?--&amp;gt;Pass des [[Internationales Rotes Kreuz|Roten Kreuzes]] und ein &amp;lt;!-- gefälschtes?--&amp;gt;Visum. Stangl gelang es, nach Syrien zu entkommen. Das Verfahren der österreichischen Strafverfolgung wurde wegen unbekannten Aufenthaltes eingestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Medizin im Dritten Reich. Karrieren vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; 2001, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Damaskus]] fand er Beschäftigung, zunächst als Weber in einer von Hudal vermittelten Firma, ab Dezember 1949 als Maschinentechniker bei der &amp;#039;&amp;#039;Imperial Knitting Company&amp;#039;&amp;#039;. Im Mai 1949 ließ er seine Familie nachkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Emigration nach Brasilien ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1951 emigrierten die Stangls nach [[São Paulo]] in [[Brasilien]], wo er in der Textilfirma &amp;#039;&amp;#039;Sutema&amp;#039;&amp;#039; zunächst wiederum als Weber und später als Ingenieur arbeitete. Bereits zwei Monate nach ihrer Ankunft in Brasilien bauten sich die Stangls ein kleines Haus in [[São Bernardo do Campo]]. Seine Frau fand Arbeit in der Buchhaltung bei [[Mercedes-Benz Group|Mercedes-Benz]]. Ein Arbeitskollege konnte ihrem Mann im Oktober 1959 eine Stelle bei [[Volkswagen do Brasil]] vermitteln. 1965 bezogen die Stangls ein neues, größeres Haus im Stadtteil [[Brooklin (São Paulo)|Brooklin]] von São Paulo und lebten dort, angemeldet beim österreichischen Konsulat, unter ihrem richtigen Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festnahme und Verurteilung ==&lt;br /&gt;
Obwohl man wusste, dass er für den Tod von nahezu einer Million Menschen mitverantwortlich war, erschien Stangls Name erst 1961  auf der Fahndungsliste der österreichischen Kriminalpolizei. Auf Betreiben von [[Simon Wiesenthal]] verhafteten die brasilianischen Behörden Stangl am 28. Februar 1967. Am 23. Juni 1967 erfolgte die [[Auslieferung (Recht)|Auslieferung]] an die Bundesrepublik Deutschland. Der Prozess gegen ihn begann am 13. Mai 1970. Das [[Landgericht Düsseldorf]] verurteilte ihn am 22. Dezember 1970 in einem der [[Treblinka-Prozesse]] wegen gemeinschaftlichen Mordes an mindestens 400.000 Menschen zu lebenslanger Haft.&amp;lt;ref&amp;gt;Landgericht Düsseldorf: &amp;#039;&amp;#039;Urteil vom 22. Dezember 1970 Az.: 8 Ks 1/69.&amp;#039;&amp;#039; Auszug aus dem Urteil; siehe [[#Weblinks|Weblinks]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stangl legte gegen das Urteil Revision ein, starb jedoch, bevor es zu einer Revisionsverhandlung kam, am 28. Juni 1971 in der Haftanstalt an Herzversagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutungen ==&lt;br /&gt;
Franz Stangl wurde von manchen als beispielhaft für einen autoritätsgläubigen und in jeder Situation gehorsamen Polizeibeamten angesehen: Er habe aufgrund seiner Entwicklung in einem autoritären Elternhaus und einer Erziehung und Ausbildung zu absolutem Gehorsam schließlich die schrecklichsten Befehle ausgeführt. Sein Gewissen beruhigte er möglicherweise mit der ihm an der Polizeischule beigebrachten Verbrechensdefinition:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=In der Polizeischule hatten sie uns beigebracht – ich erinnere mich genau, es war Rittmeister Leiner, der das immer sagte –, daß ein Verbrechen vier Grundvoraussetzungen erfüllen muß: die Veranlassung, den Gegenstand, die Tathandlung und den freien Willen. Wenn eines von diesen vier Prinzipien fehlte, dann handelte es sich nicht um eine strafbare Handlung. Sehen Sie, wenn die Veranlassung die Nazi-Regierung war, der Gegenstand die Juden und die Tathandlung die Vernichtungen, dann konnte ich mir sagen, dass für mich persönlich das vierte Element, der freie Wille, fehlte.&lt;br /&gt;
 |Autor=Franz Stangl&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat Stangls, in: Gitta Sereny: &amp;#039;&amp;#039;Am Abgrund: Gespräche mit dem Henker. Franz Stangl und die Morde von Treblinka.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Gabriele Amann: &amp;#039;&amp;#039;„Der ‚feine Herr‘ von Treblinka“. Werdegang und Prozess des Lagerkommandanten Franz P. Stangl.&amp;#039;&amp;#039; Diplomarbeit zur Mag.a phil., [[Universität Wien]], 2017, [[doi:10.25365/thesis.50210]] (mit Link zum PDF; 1,3&amp;amp;nbsp;MB).&lt;br /&gt;
* Florian Gregor: &amp;#039;&amp;#039;Franz Stangl (1908–1971): Leben – Biografische Erzählung – Rezeption: Annäherungen an einen NS-Täter&amp;#039;&amp;#039;. Metropol-Verlag, Berlin 2025 (Studien zu Holocaust und Gewaltgeschichte; 9), ISBN 978-3-86331-806-2.&lt;br /&gt;
* [[Israel Gutman]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie des Holocaust – Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden.&amp;#039;&amp;#039; 3 Bände. Piper, München/Zürich 1998, ISBN 3-492-22700-7.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]], [[Willi Dreßen]], Volker Rieß (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„Schöne Zeiten“. Judenmord aus der Sicht der Täter und Gaffer.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-10-039304-X.&lt;br /&gt;
* Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Medizin im Dritten Reich. Karrieren vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-10-039310-4, S. 215–217 und 227 ({{Google Buch |BuchID=XujaAAAAMAAJ}}).&lt;br /&gt;
* [[Heiner Lichtenstein]]: &amp;#039;&amp;#039;Franz Paul Stangel. Kommandant eines Vernichtungslagers.&amp;#039;&amp;#039; In: Heiner Lichtenstein: &amp;#039;&amp;#039;Im Namen des Volkes? Eine persönliche Bilanz der NS-Prozesse.&amp;#039;&amp;#039; Mit einem Vorwort von [[Robert M. W. Kempner]]. Bund-Verlag, Köln 1984, ISBN 3-7663-0442-9, S. 196–210.&lt;br /&gt;
* [[Tom Segev]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Soldaten des Bösen. Zur Geschichte der KZ-Kommandanten&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[rororo]]-Sachbuch.&amp;#039;&amp;#039; 8826). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1992, ISBN 3-499-18826-0.&lt;br /&gt;
* [[Gitta Sereny]]: &amp;#039;&amp;#039;Into that Darkness. An Examination of Conscience.&amp;#039;&amp;#039; Pan Books, London 1974, ISBN 0-330-25016-7.&lt;br /&gt;
** deutsche Fassung: &amp;#039;&amp;#039;Am Abgrund: Gespräche mit dem Henker. Franz Stangl und die Morde von Treblinka.&amp;#039;&amp;#039; Piper, München 1995, ISBN 3-492-11867-4.&lt;br /&gt;
* [[Gerald Steinacher]]: &amp;#039;&amp;#039;Nazis auf der Flucht. Wie Kriegsverbrecher über Italien nach Übersee entkamen 1946–1955.&amp;#039;&amp;#039; Studien-Verlag, Innsbruck/Wien/Bozen 2008, ISBN 3-7065-4026-6.&lt;br /&gt;
* Anders Otte Stensager: &amp;#039;&amp;#039;Franz Stangl – Der Lagerkommandant von Sobibór und Treblinka. Eine Biografie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Historische Texte des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim.&amp;#039;&amp;#039; Band 7). Studien Verlag, Wien 2025, ISBN 978-3-7065-6378-9.&lt;br /&gt;
* {{NDB|25|54||Stangl, Franz|Dieter Pohl|118752693}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118752693}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www1.jur.uva.nl/junsv/Excerpts/746001.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;Aus dem Urteil gegen den Lagerkommandant von Treblinka, Franz Stangl.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20111201042349}} In: &amp;#039;&amp;#039;jur.uva.nl&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [http://simon-wiesenthal-archiv.at/historie/dokumentationszentrum/beispiele-wichtiger-faelle/ &amp;#039;&amp;#039;Beispiele wichtiger Fälle. Franz Stangl.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;simon-wiesenthal-archiv.at.&amp;#039;&amp;#039; Simon Wiesenthal Archiv. Dokumentationszentrum des Bundes Jüdischer Verfolgter des Naziregimes, Wien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118752693|LCCN=n82073950|NDL=01030168|VIAF=27866909}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Stangl, Franz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lagerkommandant (Aktion Reinhardt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Polizist im Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Polizist (Oberösterreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriminalpolizist (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Aktion T4)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im Vernichtungslager Sobibor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im Vernichtungslager Treblinka]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Sonderabteilung Einsatz R)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Nationalsozialismus (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rattenlinien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verurteilte Person (NS-Kriegsverbrechen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Altmünster)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreicher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1908]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1971]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Stangl, Franz&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Stangl, Franz Paul&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichischer Nationalsozialist, Kommandant der Vernichtungslager Sobibor und Treblinka&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=26. März 1908&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Altmünster]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=28. Juni 1971&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Düsseldorf]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Catullus26</name></author>
	</entry>
</feed>