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	<title>Franz Seitelberger - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Lubitsch2 am 11. Oktober 2025 um 23:05 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{österreichbezogen}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Seitelberger 1975.jpg|mini|Franz Seitelberger (1975)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Franz Seitelberger&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[4. Dezember]] [[1916]] in [[Wien]]; † [[2. November]] [[2007]] ebenda) war ein [[Österreich|österreichischer]] [[Neurologe]]. Er war Rektor der [[Universität Wien]] von 1975 bis 1977.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Franz Seitelberger, geboren in [[Margareten|Wien-Margareten]], besuchte in Wien die Volksschule und das Gymnasium. Nach seiner [[Matura]] 1935 studierte er [[Medizin]] an der [[Medizinische Universität Wien|Wiener Universität]]. Zum 1. Mai 1938 trat er der [[Schutzstaffel|SS]], dem ‚Sturm 1/89‘, bei.&amp;lt;ref&amp;gt;https://geschichte.univie.ac.at/de/personen/franz-seitelberger-o-univ-prof-dr-med&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 12. April 1940 beantragte er die Aufnahme in die [[NSDAP]] und wurde zum 1. Juli desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 8.121.499).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/22680638&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Lawrence A. Zeidman: Brain Science Under the Swastika - Ethical Violations, Resistance, and Victimization of Neuroscientists in Nazi Europe. Oxford 2020. S. 305&amp;lt;/ref&amp;gt; 1940 wurde er dort zum &amp;#039;&amp;#039;Dr. med. univ.&amp;#039;&amp;#039; [[Promotion (Doktor)|promoviert]]. Im Zweiten Weltkrieg wurde er als Bataillonsarzt an der Ostfront eingesetzt und erlitt schwere Verwundungen. 1945 wurde er in Bad Ischl an der Neurologischen Abteilung des dortigen Krankenhauses tätig und 1946 begann er in der Neurologischen Klinik am Rosenhügel in Wien zu arbeiten. 1950 wurde er als Facharzt für Neurologie und [[Psychiatrie]] zugelassen. Für weitere Studien hielt er sich 1952/1953 am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Gießen auf. Nach seiner [[Habilitation]] für [[Neurologie]], [[Neuroanatomie]] und [[Neuropathologie]] im Jahre 1954 wurde er 1958 als außerordentlicher Universitätsprofessor an die Universität Wien [[Berufung (Amt)|berufen]] sowie ab 1959 zum Direktor des Neurologischen Instituts der Universität Wien („Obersteiner-Institut“, heute Klinisches Institut für Neurologie der Medizinischen Universität Wien) bestellt. Seitelberger war 1960 [[Gastprofessor]] und von 1984 bis 1986 „Fogarty Scholar“ an den [[National Institutes of Health]] (NIH) in [[Bethesda (Maryland)|Bethesda]], [[Maryland]], USA. Zum ordentlichen Professor wurde er 1964 ernannt. Von 1970 bis 1990 war er Direktor des Instituts für Hirnforschung der [[Österreichische Akademie der Wissenschaften|Österreichischen Akademie der Wissenschaften]]. 1987 wurde er [[Emeritierung|emeritiert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war 1974 bis 1975 [[Dekan (Hochschule)|Dekan]] der Medizinischen Fakultät, von 1975 bis 1977 [[Rektor]] und von 1977 bis 1978 Prorektor der Universität Wien. Während seiner Zeit als Rektor der Universität Wien wurde Seitelberger von Studentenvertretern kritisiert. Der [[Verband Sozialistischer StudentInnen Österreichs|Verband Sozialistischer Studenten Österreichs (VSStÖ)]] und der [[Kommunistischer Studentenverband|Kommunistische Studentenverbandes (KSV)]] warfen ihm seine Mitgliedschaft bei der [[Schutzstaffel|SS]] vor und forderten seinen Rücktritt. Seitelberger rechtfertigte sich, dass er lediglich bei einer SS-Sportgemeinschaft gewesen sei, in der er sich „nur sportlich betätigt“ habe. Laut Aussagen der damaligen Wissenschaftsministerin [[Hertha Firnberg]] vom 3. März 1976 sei er, Seitelberger, nach Durchsicht von Dokumenten als „minderbelastet“ eingestuft worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.derstandard.at/story/3099693/ex-rektor-der-uni-wien-gestorben „Ex-Rektor der Uni Wien gestorben“], [[Der Standard]], 5. November 2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;[[Der Spiegel]]&amp;#039;&amp;#039; berichtete in seiner Ausgabe 44/2003 vom 27. Oktober 2003 in dem Beitrag „Zeitgeschichte: Tiefstehende Idioten“ über die Beisetzung von Gehirnteilen von drei Euthanasie-Opfern in Brandenburg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Spiegel 44/2003&amp;quot;&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=28990692 |Autor=Jürgen Dahlkamp |Titel=Zeitgeschichte: Tiefstehende Idioten |Nr=44 |Jahr=2003 |Datum=2003-10-27 |Seiten=62–64}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die drei Brüder („Knaben K.“), alle mit einer seltenen Erbkrankheit, „verstarben“ zwischen 1942 und 1944 in der &amp;#039;&amp;#039;[[Landesanstalt Görden]]&amp;#039;&amp;#039; in [[Brandenburg an der Havel]]. [[Julius Hallervorden]], Mediziner des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Hirnforschung in Berlin-Buch, ließ 1944 seine umfangreiche Hirnsammlung nach [[Dillenburg]] schaffen; er war nach dem Krieg weiter im dortigen [[Max-Planck-Institut für Hirnforschung]] tätig. Bis auf die drei Gehirne der „Knaben K.“ wurden Hallervordens Hirnschnitte 1990 alle in München beigesetzt. Von 1952 bis 1954 habilitierte sich Franz Seitelberger bei Julius Hallervorden über die drei Hirne der „Knaben K.“. Er diagnostizierte eine Sonderform der „[[Pelizaeus-Merzbacher-Krankheit]]“, die später in Fachkreisen „[[Infantile Neuroaxonale Dystrophie|Seitelberger-Krankheit]]“ genannt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Spiegel 44/2003&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.eforum-zeitgeschichte.at/frameseta3.htm |wayback=20050104082222 |text=„Forschen ohne Skrupel“ |archiv-bot=2018-12-05 20:09:48 InternetArchiveBot }}, eForum zeitGeschichte 1/2001&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Seitelberger verstarb nach langer schwerer Krankheit und wurde am [[Hietzinger Friedhof]] bestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirken ==&lt;br /&gt;
Mit der Erforschung von Abbauprozessen im Gehirn, etwa durch Alterungsprozesse oder Alkohol sowie [[Neurodegenerative Erkrankung|neurodegenerativen]] Prozessen, wurde er als Wissenschaftler bekannt. Seine Arbeiten zu neurologischen Krankheitsbildern wie der [[Infantile Neuroaxonale Dystrophie|Infantilen neuroaxonalen Dystrophie]], der konnatalen [[Pelizaeus-Merzbacher-Krankheit]] und der [[Gerstmann-Sträussler-Scheinker-Krankheit]] (GSS), einer Variante der [[Creutzfeldt-Jakob-Krankheit]] waren international anerkannt. Er hat zirka 400 wissenschaftliche Publikationen zu Themen der Stoffwechselkrankheiten des Nervensystems, Gehirnaltern und Alterskrankheiten des Gehirns, Entzündungskrankheiten des Nervensystems und Multiple Sklerose, Gehirnevolution und der medizinischen Anthropologie veröffentlicht. Seitelberger war 1961 Gründungsherausgeber der wissenschaftlichen Fachzeitschrift [[Acta Neuropathologica]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seitelberger war ab 1964 korrespondierendes, ab 1970 ordentliches Mitglied der [[Österreichische Akademie der Wissenschaften|Österreichischen Akademie der Wissenschaften]], er war seit 1966 „Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied“ des [[Max-Planck-Institut für Psychiatrie|Max-Planck-Instituts für Psychiatrie]] in [[München]]. Weiterhin war er Mitglied der [[Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina|Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina]] in [[Halle (Saale)]] sowie Mitglied der [[International Brain Research Organisation]] (IBRO). Von 1974 bis 1978 war er Präsident der [[International Society of Neuropathology]] (ISN). 1982 war er Präsident des 9. Internationalen Kongresses für Neuropathologie in Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen und Ehrungen ==&lt;br /&gt;
Seitelberger erhielt zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, wie die [[Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien]] in Gold. Für sein Engagement für japanische Postdocs und Gastforscher erhielt er 1989 die hohe japanische Auszeichnung „[[Orden des Heiligen Schatzes]] mit Stern, goldenen und silbernen Strahlen“ (2. Klasse).&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Marie Thiébaud: [https://www.editions-harmattan.fr/index.asp?navig=catalogue&amp;amp;obj=article&amp;amp;no=8245 &amp;#039;&amp;#039;L’ordre du Trésor Sacré (Japon). 88 autres titulaires&amp;#039;&amp;#039;]. Éditions L’Harmattan, 2007, abgerufen am 12. September 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1987 wurde er mit dem [[Erwin Schrödinger-Preis]] der Österreichischen Akademie der Wissenschaften geehrt. Er war zudem Ehrenmitglied der [[Ungarische Akademie der Wissenschaften|Ungarischen Akademie der Wissenschaften]] in [[Budapest]] und der Mexikanischen Medizinischen Akademie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* mit [[Hans Hoff (Mediziner)|Hans Hoff]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Hirngefäße, ihre Physiologie und Pathologie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche medizinische Wochenschrift.&amp;#039;&amp;#039; 1952, 2, S. 33 ff.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zur Neuropathologie des Alkoholismus.&amp;#039;&amp;#039; 1962.&lt;br /&gt;
* mit Kurt Jellinger: &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der morphologischen Entwicklung des Zentralnervensystems.&amp;#039;&amp;#039; 1967.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zur Immunopathogenese der Hirngewebsläsionen bei Multipler Sklerose.&amp;#039;&amp;#039; 1969.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lebensstadien des Gehirns.&amp;#039;&amp;#039; 1978.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Umwelt und Gehirn.&amp;#039;&amp;#039; 1980.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wie geschieht Bewußtsein?&amp;#039;&amp;#039; 1987.&lt;br /&gt;
* mit [[Erhard Oeser]]: &amp;#039;&amp;#039;Gehirn, Bewußtsein, Erkenntnis.&amp;#039;&amp;#039; 1995.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Andreas Mettenleiter]]: &amp;#039;&amp;#039;Selbstzeugnisse, Erinnerungen, Tagebücher und Briefe deutschsprachiger Ärzte. Nachträge und Ergänzungen III (I–Z).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Würzburger medizinhistorische Mitteilungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 22, 2003, S. 269–305, hier: S. 292.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|134273125}}&lt;br /&gt;
* {{Austriaforum|AEIOU/Seitelberger,_Franz}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oeaw.ac.at/oeaw_servlet/PersonenDetailsGeneric?id=10912 Eintrag auf der Seite der Österreichischen Akademie der Wissenschaften]&lt;br /&gt;
* [http://www.meduniwien.ac.at/index.php?id=200&amp;amp;content_id=show_news_details.php&amp;amp;news_id=596 „Universität Wien und Medizinische Universität Wien trauern um ehemaligen Rektor Seitelberger“]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Präsidenten der Österreichischen Universitätenkonferenz}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=134273125|LCCN=n50005902|NDL=00474820|VIAF=3687478}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Seitelberger, Franz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neurologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychiater]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Wien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rektor (Universität Wien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erwin-Schrödinger-Preisträger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Ordens des Heiligen Schatzes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreicher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1916]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2007]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Seitelberger, Franz&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Seitelberger, Franz Josef Karl&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichischer Neurologe, Rektor der Universität Wien (1975–1977)&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=4. Dezember 1916&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Wien]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=2. November 2007&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Wien]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Lubitsch2</name></author>
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