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	<title>Francus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T05:44:13Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Francus&amp;diff=2652376&amp;oldid=prev</id>
		<title>2003:C7:8F0D:2C00:ECEF:578C:C4A0:2FA8 am 12. September 2024 um 19:43 Uhr</title>
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		<updated>2024-09-12T19:43:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Astianax.jpg|mini|Laut griechischer Mythologie wurde Hektors Sohn [[Astyanax]] beim Fall Trojas getötet. Die &amp;#039;&amp;#039;Fredegar-Chronik&amp;#039;&amp;#039; behauptete, er habe unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Francus&amp;#039;&amp;#039; überlebt.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Giovanni Battista Tiepolo 038.jpg|mini|In Aeneas’ Sohn &amp;#039;&amp;#039;[[Ascanius]]&amp;#039;&amp;#039; sah Astyanax’ Mutter Andromache das „Ebenbild“ ihres erschlagenen Sohnes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Francus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (französisch: &amp;#039;&amp;#039;Francion&amp;#039;&amp;#039;) ist der erst im Mittelalter zur [[Griechische Mythologie|antiken griechischen Überlieferung]] erfundene Sohn des trojanischen Helden [[Hektor]] und sagenhafter Stammvater der [[Franken (Volk)|Franken]] und [[Franzosen]] bzw. der [[Liste der fränkischen Herrscher|fränkischen]] und [[Liste der Staatsoberhäupter Frankreichs#Westfränkisches Reich / Königreich Frankreich|französischen Könige]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mythische und literarische Väter ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Fredegar|Liber Historiae Francorum|Jean Lemaire de Belges}}&lt;br /&gt;
In der antiken griechischen und römischen Mythologie hatten Hektor und seine Frau [[Andromache]] nur einen Sohn namens [[Astyanax]] (Beiname &amp;#039;&amp;#039;Skamandrios&amp;#039;&amp;#039;), der beim Fall Trojas getötet wurde. Das Ende des Astyanax erwähnt [[Homer]] in seiner &amp;#039;&amp;#039;[[Ilias]]&amp;#039;&amp;#039; bis zum Ende des 24. (letzten) Gesangs nicht, sein Tod wird aber in [[Euripides]]’ Tragödie &amp;#039;&amp;#039;[[Die Troerinnen]]&amp;#039;&amp;#039; beschrieben. Nach einer späteren Überlieferung wurde Astyanax von Griechen gefangen genommen, dann aber freigelassen und zum König über ein neuaufgebautes Troja gemacht. Als ein &amp;#039;&amp;#039;neues Troja&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete [[Vergil]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Aeneis]]&amp;#039;&amp;#039; hingegen die von [[Helenos (Sohn des Priamos)|Helenos]] und Hektors Witwe Andromache beherrschte Stadt [[Butrint|Buthrotum]] (in Epiros); bei [[Aeneas]]’ Besuch sieht die (über Astyanax’ Tod betrübte) Andromache in Aeneas Sohn [[Ascanius]] das „Ebenbild“ ihres verlorenen Sohnes (III, 490). Helenos und Andromache bekamen einen Sohn namens &amp;#039;&amp;#039;Kestrinos&amp;#039;&amp;#039;, der Stammvater des epirotischen Stammes der &amp;#039;&amp;#039;Kestrinoi&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals taucht &amp;#039;&amp;#039;Francus&amp;#039;&amp;#039; als Cousin oder Bruder des Aeneas in der frühmittelalterlichen Chronik des [[Fredegar]] um 660 auf. Unabhängig davon wurde Francus kurz darauf auch in der &amp;#039;&amp;#039;[[Liber Historiae Francorum]]&amp;#039;&amp;#039; im Zusammenhang mit der &amp;#039;&amp;#039;Legende von der trojanischen Abstammung der Franken&amp;#039;&amp;#039; erwähnt, die später auch in die hochmittelalterlichen &amp;#039;&amp;#039;[[Grandes Chroniques de France]]&amp;#039;&amp;#039; Eingang fand. Francus war demnach mit Aeneas’ Hilfe aus Troja entkommen und zu den [[Sugambrer|sicambrischen Franken]] an die [[Donau]] gelangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausführlich beschrieb der [[Wallonen|Wallone]] [[Jean Lemaire de Belges]] (1513) die Abenteuer des Francus in seinen &amp;#039;&amp;#039;Illustrations de Gaule et Singularité de Troie&amp;#039;&amp;#039;. Kurz darauf schilderte auch [[Johannes Trithemius]] in &amp;#039;&amp;#039;De origine gentis Francorum compendium&amp;#039;&amp;#039; (1514) die Franken als Trojaner. Lemaire zufolge hatte Hektor entweder zwei Söhne (Astyanax und Francus) oder &amp;#039;&amp;#039;Astyanax&amp;#039;&amp;#039; nannte sich später &amp;#039;&amp;#039;Francus&amp;#039;&amp;#039;, ließ sich am Rhein ([[Xanten]]) bzw. in [[Gallien]] nieder und gründete an der Seine die Stadt [[Troyes]] bzw. benannte [[Lutetia]] zum Andenken an [[Paris (Mythologie)|Paris]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== La Franciade ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Pierre de Ronsard}}&lt;br /&gt;
Vor allem Lemaire folgend, verfasste [[Pierre de Ronsard]] ein Buch über die Abenteuer des trojanischen Prinzen. Das von Ronsard seinem König [[Karl IX. (Frankreich)|Karl IX.]] gewidmete Werk sollte ebenso wie die &amp;#039;&amp;#039;Ilias&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;Aeneis&amp;#039;&amp;#039; 24 Gesänge umfassen. Wie einst Fregards Anliegen so war es auch Ronsards, mit einem der &amp;#039;&amp;#039;Ilias&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;Aenis&amp;#039;&amp;#039; ebenbürtigen Werk einen, dem Mythos von der trojanischen Abstammung der Römer bzw. Italiener ebenbürtigen Abstammungsmythos für die Franzosen zu erschaffen. Nachdem der Portugiese [[Luís de Camões]] seine &amp;#039;&amp;#039;[[Die Lusiaden|Lusiaden]]&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht hatte, gab Ronsard noch im gleichen Jahr (1572) eilig die schon fertigen ersten vier Gesänge als &amp;#039;&amp;#039;La Franciade&amp;#039;&amp;#039; heraus, doch vollendete er sein Werk nach der [[Bartholomäusnacht]] (1572) und Karls Tod (1574) nicht mehr. [[Amadis Jamyn]] fasste später den von Ronsard beabsichtigten Inhalt der restlichen 20 Gesänge kurz zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Dicé offrant un banquet à Francus, en présence de Hyante et de Climène.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Dicé&amp;#039;&amp;#039; lädt Francus an seine Tafel zu seinen Töchtern &amp;#039;&amp;#039;Hyanthe&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Clymene&amp;#039;&amp;#039; (zeitgenössische Franciade-Illustration von Toussaint Dubreuil aus dem 16. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Erster Gesang&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Die Götter beschließen, Francus zu retten und nach Gallien zu schicken. [[Mercurius|Merkur]] überbringt Francus’ Onkel und Pflegevater &amp;#039;&amp;#039;[[Helenos]]&amp;#039;&amp;#039; den göttlichen Beschluss. Der Rest des Gesangs beschreibt die Vorbereitung der Reise.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zweiter Gesang&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: [[Neptun (Mythologie)|Neptun]] und [[Juno (Mythologie)|Juno]] verschwören sich gegen den göttlichen Plan, die Flotte erleidet daraufhin Schiffbruch. Nur sechs Schiffe entkommen dem von ihnen verursachten Sturm und landen und an der [[Provence|provencialischen]] Küste. Der einheimische König &amp;#039;&amp;#039;Dicée&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Dicé&amp;#039;&amp;#039;, vermutlich ein Abkömmling der [[Dike (Mythologie)|Dike]]) gewährt den Schiffbrüchigen Schutz. Francus befreit zum Dank Dicés Königreich von einem Riesen, woraufhin ihm Dicé seine Tochter Hyanthe (Hyante, Hyacinthe) zur Frau gibt (nach anderen Darstellungen hieß der gallische König &amp;#039;&amp;#039;Remus&amp;#039;&amp;#039;, während Hyanthes Vater Dicé der König von Kreta war, wohin Francus von Troja aus geflüchtet war).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dritter Gesang&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Auch Dicés andere Tochter, Clymene (Climène), ist in Liebe und Leidenschaft für Francus entbrannt. Als er sie zurückweist, stürzt sie sich ins Meer.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vierter Gesang&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Hyanthe, eine Seherin, zeigt ihm seine Nachfolger [[Pharamond]] und [[Merowech]] als [[Merowinger]]-Könige. Schließlich wird der [[Karolinger]] [[Karl Martell]] gepriesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alternative Lesart ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Collin de Plancy &amp;#039;&amp;#039;Légendes de l&amp;#039;histoire de France&amp;#039;&amp;#039;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Franciade&amp;#039;&amp;#039; war der Höhepunkt der Francus-Legende und leitete ihren Niedergang ein. Anders als der [[Lusus]] aus Camoes’ &amp;#039;&amp;#039;Lusiaden&amp;#039;&amp;#039; bei den Portugiesen taugte Francus nicht zum Stammvater der Nation. Nicht nur, dass die &amp;#039;&amp;#039;Franciade&amp;#039;&amp;#039; unvollendet blieb, sie galt auch schon zu Lebzeiten Ronsards als eines seiner schwächsten Werke. Seit Frankreichs Niederlage in den [[Italienische Kriege|Italienischen Kriegen]] (1559) ließ das Interesse der französischen Könige an einer gleichrangigen Abstammung mit Römern und Italienern nach; die um 1560 von [[Étienne Pasquier]] postulierte Abstammung der Franzosen von den vorrömischen [[Gallier]]n wurde rasch populärer.&lt;br /&gt;
{{Quelle}}&lt;br /&gt;
Einer späteren Lesart nach waren Hektor und sein Sohn Francus keine Trojaner, sondern gallische Abkömmlinge früherer trojanischer Auswanderer. Hektor war demnach Befehlshaber eines Kontingents gallischer Hilfstruppen, die König &amp;#039;&amp;#039;Bavo&amp;#039;&amp;#039; (Bauo) von [[Gallia Belgica]] seinem von den Griechen bedrängten Cousin [[Priamos]] zur Unterstützung schickte. Nachdem Hektor im Kampf um Troja gefallen war, kehrte Francus zusammen mit trojanischen Flüchtlingen nach Gallien zurück und heiratete die Tochter des gallischen Königs &amp;#039;&amp;#039;Remus&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wolfgang von Einsiedel: &amp;#039;&amp;#039;[[Kindlers Literatur Lexikon]] im dtv.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Taschenbuchverlag, München 1974, Band 9, Seite 3655 f.&lt;br /&gt;
* [[Michael Grant]] und John Hazel: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der antiken Mythen und Gestalten.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Taschenbuchverlag, München 1987, Seiten 77 (Astyanax) und 178 (Helenos).&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Nork|Friedrich Korn]]: &amp;#039;&amp;#039;Mythologie der Volkssagen und Volksmärchen.&amp;#039;&amp;#039; Scheible, Stuttgart 1848 [https://books.google.de/books?id=DiQ7AAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA1016&amp;amp;hl=de Seite 1016 f].&lt;br /&gt;
* [[Joseph Wormstall]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Herkunft der Franken von Troja. Zur Lösung eines ethnographischen Problems.&amp;#039;&amp;#039; Russell’s, Münster 1869, [https://books.google.de/books?id=RTkxAQAAIAAJ&amp;amp;pg=PA54&amp;amp;hl=de Seite 54–56].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Lusus]] und [[Die Lusiaden]]&lt;br /&gt;
* [[Prydein|Britus]] bzw. [[Brutus von Britannien]]&lt;br /&gt;
* [[Hunor und Magor]]&lt;br /&gt;
* [[Čech]], [[Lech (Herzog)|Lech]], [[Rus (Urvater)|Rus]] und [[Choriv]]&lt;br /&gt;
* [[Antenor]]&lt;br /&gt;
* [[Joktan#Qahtan in der arabischen Überlieferung|Qahtan und Adnan]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politischer Mythos]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarische Figur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sagengestalt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nationale Personifikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mythischer Herrscher]]&lt;/div&gt;</summary>
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