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	<title>Francesco Molin - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T15:28:16Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Francesco_Molin&amp;diff=655568&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bisam: Typografie</title>
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		<updated>2025-09-29T06:20:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Francesco Molin by Justus de Corte 02.jpg|mini|Büste des Dogen von Justus de Corte (1627–1679), um 1655]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Palazzo Molin di Campo San Maurizio Stemma.jpg|mini|Palazzo Molin (Venedig): Wappen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Francesco Molin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Francesco da Molin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[21. April]] [[1575]] in [[Venedig]]; † [[27. Februar]] [[1655]] ebenda), war, folgt man der staatlich gesteuerten Geschichtsschreibung der [[Republik Venedig]], von seiner Wahl am 20. Januar 1646 bis zu seinem Tod ihr 99. [[Doge von Venedig|Doge]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Molin, dessen Aufstieg im Alter von etwa 30 Jahren in der venezianischen Marine begann, war zwar tiefreligiös, stellte sich aber dennoch gegen die päpstliche und [[Habsburgermonarchie|habsburgische]] Politik, sowie gegen die Einflussnahme der [[Jesuiten]]. Sowohl als Flottenführer in der [[Adriatisches Meer|Adria]] als auch in seinem führenden Amt auf [[Kreta]], das er von 1627 bis 1633 bekleidete, bekämpfte er die Korruption ebenso wie die Einflussnahme der [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen]] wie der [[Römisch-katholische Kirche|katholischen]] Kirche. 1645, als der Krieg mit den [[Osmanisches Reich|Osmanen]] um Kreta begann, der sich bis 1669 hinzog, war er der oberste Flottenführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Francesco Molin, der stark unter der [[Gicht]] litt, regierte von seiner Wahl Anfang 1646 bis zu seinem Tod. Während seiner Regierung wurde der Status eines [[Adel|Nobile]] mit dem Zugang zum Großen Rat und dem Recht der Dogenwahl käuflich. Dies war eine Folge der gewaltigen Kosten, die der [[Krieg um Kreta]] (1646–1669) gegen die Osmanen verursachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
Francesco Molin war der Sohn des Marino Molin und seiner Frau Paola di Francesco [[Barbarigo]]. Allerdings starb sein Vater schon früh. Der Zuordnung zum Familienzweig &amp;#039;&amp;#039;dal Molin rosso&amp;#039;&amp;#039;, die [[Gino Benzoni]] ohne Beleg angab, wurde von Elena Bassi widersprochen. Sie ordnet den Dogen dem &amp;#039;&amp;#039;ramo&amp;#039;&amp;#039; (Zweig) der Familie Molin zu, der als &amp;#039;&amp;#039;Molin d&amp;#039;oro&amp;#039;&amp;#039; bekannt ist. Dieser saß in der Gemeinde [[San Trovaso]].&amp;lt;ref&amp;gt;Elena Bassi: &amp;#039;&amp;#039;Tre palazzi veneziani della Regione Veneto: Balbi, Flangini-Morosini, Molin&amp;#039;&amp;#039;, Regione Veneto, Venedig 1982, S. 230.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Familie angeblich schon vor 887 in Venedig lebte, 905 die Kirche S. Agnese und 1138 das Kloster von San Daniele gegründet haben soll, stellte sie nur einen einzigen Dogen. Ursprünglich [[Tribun (Venedig)|Tribunen]], hatte die Familie 1297 Sitze im Großen Rat. 1516 wurde ein Luigi (Alvise) Molin zum Prokurator von San Marco gewählt. Nach der Familie sind Calle und Corte bei [[San Fantin]] benannt, ein Hof und eine Gasse.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Giuseppe Tassini]]: &amp;#039;&amp;#039;Curiosità Veneziane ovvero Origini delle denominazioni stradali di Venezia&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2, Gio. Cecchini, Venedig 1863, S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Zusammen mit seinem älteren Bruder Domenico erhielt Francesco durch den Orden der [[Somasker]] eine Grundbildung. Die beiden Brüder, die durch eine bescheidene Villa im [[Friaul]] und eine Rente in Höhe von 1200 [[Dukat (Münze)|Dukaten]] materiell gut abgesichert waren, entschieden sich für den [[Zölibat]]. Francesco Molin heiratete dementsprechend nie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ämterlaufbahn ===&lt;br /&gt;
==== Schiffs- und Flottenführer ====&lt;br /&gt;
Molin wurde Schiffsführer im [[Arsenal (Venedig)|Arsenal]] und er war im Notfall dafür vorgesehen, wie sein Name in einer Liste vom 20. April 1606 erweist, als einer von 30 Männern die [[Lagune von Venedig]] als Schiffskommandant zu verteidigen. Zu dieser Zeit fürchtete man, als die Spannungen mit dem [[Kirchenstaat]] sich immer weiter steigerten, einen Flottenangriff der spanischen Habsburger, die hinter dem Papst standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Italia - di Matteo Greuter... - btv1b525056959 (03 of 24).jpg|mini|Karte der oberen Adria im Maßstab 1:540.000, Mattheus Greuter (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Italia di Matteo Greuter&amp;#039;&amp;#039;, S. Mozo, Venedig 1657 ([[Bibliothèque nationale de France]])]]&lt;br /&gt;
Gegen die [[Uskoken]] in der oberen [[Adriatisches Meer|Adria]], die Venedig als Piraten betrachtete, diente er tatsächlich als Schiffsführer, und zwar von März bis Oktober 1608. Die österreichischen Habsburger setzten die Uskoken im Kampf gegen Venedigs Handelsmonopol in der [[Adriatisches Meer|Adria]] ein. Von März 1609 bis Ende 1612 war er ständig in der oberen Adria im Dienst. Dabei sank sein Schiff nahe [[Zadar|Zara]], was ihn beinahe das Leben gekostet hätte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach musste er nach Venedig zurückkehren, um am 6. Mai 1609 auf einer neuen [[Galeere]] nach [[Istrien]] zu fahren. Von [[Poreč|Parenzo]] ging es nach Zara, dann nach [[Split|Spalato]] und [[Korfu]], schließlich von [[Cres|Cherso]] nach [[Chioggia]] und von [[Hvar|Lesina]] nach [[Goro]]. Dabei bekämpfte er Eindringlinge in die Adria, ebenso wie Piraten, dann transportierte er Gelder und Schiffszwieback (&amp;#039;&amp;#039;biscotto&amp;#039;&amp;#039;) für die Flotte, er hatte Einzelfahrer und Schiffskonvois zu schützen. Im August 1611 lag eine [[Galeone]] des Herzogs Karl von Nevers vor [[Dubrovnik|Ragusa]], die die Aufgabe hatte, den Kampf gegen die Osmanen anzuheizen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Besuch beim Bischof von [[Ancona]] versuchte dieser ihn auf die päpstliche Seite zu ziehen, doch zog sich Molin auf den Standpunkt zurück, er sei nicht Theologe oder Jurist, sondern Soldat und Seemann. Allerdings wehrte er sich dagegen, dass die Jugend Venedigs bei den [[Jesuiten]] lernen sollte, denn diese könnte am besten von den Venezianern selbst ausgebildet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weiterer Aufstieg, Terraferma, Adria (ab 1613) ====&lt;br /&gt;
Molins Aufstieg in den inneren Kreis setzte sich fort. So war er zwischen Mai und Dezember 1613 &amp;#039;&amp;#039;Provveditore straordinario&amp;#039;&amp;#039; im lombardischen [[Orzinuovi]]. Am 2. Dezember 1615 war er einer der 41 Elektoren bei der Wahl des neuen Dogen [[Giovanni Bembo]]. Weiterhin wurde er auf der [[Terraferma]] eingesetzt, dem venezianischen Gebiet Oberitaliens. So wurde er am 2. Februar 1616 zum &amp;#039;&amp;#039;Provveditore sopra il lago di Garda&amp;#039;&amp;#039; gewählt, auf einen Posten, den er bis zum 11. Juli 1616 ausfüllte. Vergleichsweise ruhige Monate verbrachte er dabei in [[Peschiera del Garda|Peschiera]] am [[Gardasee]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu begann im Oktober 1616 eine extrem fordernde Phase, denn bis zum April 1618 war er &amp;#039;&amp;#039;Commissario in Golfo e Corfù&amp;#039;&amp;#039;, um zugleich ab dem 24. Juli 1617 &amp;#039;&amp;#039;Commissario in armata&amp;#039;&amp;#039; zu sein. Gemeinsam mit Giacomo Lazzari bekämpfte er Betrug, Untreue, Raffgier und gravierende weitere Verbrechen innerhalb der Flotte und des Heeres sowie der Verwaltung.&lt;br /&gt;
[[Datei:Monumento a lorenzo e sebastiano venier, 1667 ca. 02.jpg|mini|Grabmal des Lorenzo Venier in [[San Giorgio Maggiore]] mit Inschrift von 1667]]&lt;br /&gt;
Dabei machte er sich Anfang 1618 den &amp;#039;&amp;#039;Capitano generale da Mar&amp;#039;&amp;#039; Lorenzo Venier zum Feind, der versuchte, seinen eigennützigen Umgang mit Geldmitteln und Abrechnungen, von denen auch seine Familie profitierte, mit allen Mitteln zu decken. Molin wurde auf seinem Schiff, obwohl schwer erkrankt, vor [[Korčula|Curzola]] festgehalten. Auch Lazzari wurde bedroht. Erst am 24. August 1618 durfte Molin nach [[Umag]]o gehen; er wurde durch Bernardo Venier, einen Verwandten seines Feindes, ersetzt. Im [[Dogenpalast]] ging man über die Anschuldigungen Molins hinweg, bestrafte ihn aber auch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seiner gesellschaftlichen Stellung tat all dies keinen Abbruch. Im Januar 1620 erscheint er unter den neun Patriziern, die zu Prokuratoren des Dominikanerklosters [[San Zanipolo]] erhoben wurden. Am 7. Dezember 1622 wurde er &amp;#039;&amp;#039;Provveditore generale in Dalmazia e Albania&amp;#039;&amp;#039;, wo ihn ab April des nächsten Jahres weitere Aufgaben trugen. Mit dem Erzbischof von Spalato, Sforza Ponzoni, geriet er in Konflikt über ein Dekret über die Nonnen. In den Augen Molins widersprach dies dem öffentlichen Willen, den Gesetzen der Vorgänger und der alten consuetudo, dem geschützten Herkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 2. Juni 1625 befreite ihn der Senat von der‚Last‘ des &amp;#039;&amp;#039;generalato&amp;#039;&amp;#039; in [[Dalmatien]]. An seiner Stelle wurde wiederum Bernardo Venier eingesetzt. Ab dem 14. Juni ergingen die Instruktionen an ihn als „provveditor generale“. Am 23. Juli erhielt er den Auftrag, Getreide nach Venedig zu bringen. Wohl in Piran als Hauptstützpunkt erhielt er Überwachungsaufgaben in der Adria.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kreta (1627–1633) ====&lt;br /&gt;
[[Datei:MapaCreta.jpg|mini|Karte von Kreta mit einer Darstellung der Hauptstadt Candia, des heutigen [[Iraklio]], vor 1680]]&lt;br /&gt;
Erst danach erhielt er das deutlich angesehenere Amt eines &amp;#039;&amp;#039;Provveditore generale e inquisitore&amp;#039;&amp;#039; für Kreta. Es wurde ihm zwar bereits im Mai 1627 zugewiesen, doch führten ihn Senatsanweisungen zunächst nach [[Korfu]], [[Kefalonia|Cefalonia]] und S. Mauro. Begleitet wurde er von dem Sekretär Giovanbattista Ballarino. Dieser verfasste über tausend Briefe an den Senat und mehr als 2300 mit der Unterschrift Molins gingen an lokale Autoritäten der Insel. Außerdem hielt Molin einen umfangreichen Bericht, eine &amp;#039;&amp;#039;relazione&amp;#039;&amp;#039;, nachdem er zurückgekehrt war. Molin blieb bis Dezember 1631, wobei er Getreide auch aus türkischen Gebieten einführte, dann kümmerte er sich um die vier Galeeren der Insel, die Salinen von Suda und Spinalonga, die Versorgung der Handelshäuser und Speicher, die Abrechnungen der Schiffe und Galeeren, aber auch das Unwesen der christlichen Piraten. Darüber hinaus befasste er sich mit der Inspektion der Festungsstädte, der Festung Gramvousa und des Kastells von [[Kissamos|Gravousa]]. Auch konfiszierte er griechische, antikatholische Werke, gedruckt in Konstantinopel, ebenso wie er gegen die Jesuiten oder den „vicario et visitatore apostolico“ vorging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Höchste Ämter: Prokurator (1634), oberster Flottenführer (1645); Tod Domenicos (1635) ====&lt;br /&gt;
Kaum nach Venedig zurückgekehrt, wurde er am 11. Januar 1634, als Nachfolger des verstorbenen Simone Contarini, Prokurator von San Marco &amp;#039;&amp;#039;de supra&amp;#039;&amp;#039; und am 28. Januar an [[Santa Maria della Salute|S. Maria della Salute]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1635 starb sein geliebter Bruder Domenico, der ihn bereits in seinem Testament vom 28. Juli 1630 als Alleinerben eingesetzt hatte. Am 4. Mai wurde er zum [[Provveditori sopra i Monasteri|Provveditore sopra i monasteri]] gewählt, wobei mit den ‚Klöstern‘ nur die Nonnenklöster gemeint waren. Am 7. Juni 1636 wählte man ihn zum &amp;#039;&amp;#039;Inquisitore sopra il campadego&amp;#039;&amp;#039;, am 1. April 1640 und am 1. April 1643 zum &amp;#039;&amp;#039;Cassiere della procuratia di S. Marco de supra&amp;#039;&amp;#039;. Das Amt zur Beaufsichtigung der Nonnenklöster erhielt er nochmals mit der Wahl vom 31. Juli 1644.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1645 wurde er zum &amp;#039;&amp;#039;Provveditore generale da Mar&amp;#039;&amp;#039; erhoben, ausdrücklich mit der obersten Autorität des &amp;#039;&amp;#039;Capitano generale&amp;#039;&amp;#039;. Als er im April aufbrach begleitete ihn nicht Ballarino, denn dieser durfte als Sekretär des Rates der Zehn Venedig nicht verlassen, sondern Francesco Pauluzzi. Zunächst fuhr die Flotte nach Lesina und Zara, dann Richtung Korfu, wo sie am 28. Mai ankam. Von dort brach Molin am 14. Juni auf, doch traf ihn Mitte Juli eine schwere [[Gicht|Gichtattacke]]. Er sah Korfu als besonders gefährdet an, während ihn Hilferufe aus Candia und Canea erreichten. Am 29. August erhielt Molin das Recht nach Venedig zurückzukehren, wo er am 21. September seinen Bericht erstattete. Sein Amt ging an Girolamo Morosini.&amp;lt;ref&amp;gt;Luigi Boschetto: &amp;#039;&amp;#039;Come fu aperta la guerra di Candia&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Ateneo Veneto]] XXXV (1912), S. 28, 34 f., 109 f., 133–135, 137, 139 f., 150.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dogenamt ===&lt;br /&gt;
Als am 3. Januar 1646 der Doge [[Francesco Erizzo]] starb, folgte ihm nach 23 Wahlgängen Molin im Amt. Allerdings quälte ihn die Gicht inzwischen so sehr, dass er zahlreichen der öffentlichen Verpflichtungen seines Amtes nicht nachkommen konnte.&lt;br /&gt;
[[Datei:Francesco Molin.jpg|mini|Francesco Molin, Kupferstich von Peter Fehr (1681–1740), 11,2 × 16,7 cm, Privatbesitz]]&lt;br /&gt;
Unter Molin wurde der Krieg mit dem [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]] fortgeführt, bei dem es neben der Vorherrschaft über das östliche Mittelmeer vor allem um den Besitz von [[Kreta]] ging. Zwar versuchte Venedigs Diplomatie immer wieder zu einem Abkommen mit dem [[Sultan]] zu kommen, da sich aber beide Parteien in der Kretafrage unnachgiebig zeigten, waren all diese Versuche erfolglos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ständigen Rüstungen und Kämpfe zu Land und zur See hatten die Kassen der Republik erschöpft. Das Mittel, aus der jüdischen Gemeinde im [[Ghetto (Venedig)|Ghetto]] mehr Geld zu pressen, versagte, da die jüdischen ebenso wie die venezianischen Händler schwere Verluste zu tragen hatten, weil sich die vertrauten Handelswege nachteilig verändert hatten, die Wege äußerst unsicher waren: Einerseits beherrschten die Türken das Schwarze Meer und weite Bereiche der Levante, andererseits wurde der Mittelmeerhandel zunehmend durch englische Kauffahrer über den Hafen [[Livorno]] abgewickelt. &lt;br /&gt;
[[Datei:Joseph Heintz dJ Sala Maggior Consiglio Venezia.jpg|mini|Joseph Heintz der Jüngere (1600–1678): Saal des Großen Rates während einer Abstimmung der rund 1500 Patrizier, um 1648/1650, Öl auf Leinwand, 120 × 150 cm, Privatbesitz]]&lt;br /&gt;
Eine einträgliche Geldquelle entdeckte man im Verkauf von Adelstiteln. War schon vorher bei der Vergabe des Prokuratorenamtes Geld geflossen – bis zu 20.000 [[Dukat (Münze)|Dukaten]] – so betrug der Preis für den Eintritt in den Großen Rat 100.000 Dukaten. Der Widerstand gegen eine käufliche Mitgliedschaft war bei den vielen verarmten Adligen, denen durch die Mitgliedschaft im Großen Rat noch ein wenig Einfluss und Prestige verblieben war, entsprechend heftig. Man kam ihnen pro forma entgegen und versprach, eine Zusage vom Einzelfall abhängig zu machen. Molin, der Senat und der Große Rat gestatteten [[Jules Mazarin|Kardinal Mazarin]] einhellig die Zulassung zum Adel; Venedig, das isoliert war, hoffte auf die Hilfe Frankreichs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Molin, durchaus fromm, ließ einen Altar zu Ehren des [[Antonius von Padua|hl. Antonius]] in der [[Santa Maria della Salute|Basilika della Salute]] errichten, die zu dieser Zeit noch im Bau war (29. Februar 1652). Er ersuchte die [[Basilika des Heiligen Antonius (Padua)|Basilika von Padua]] um entsprechende Reliquien, deren Ankunft am 13. Juni mit einer großen Prozession begangen wurde. Doch der schwer kranke Doge konnte an den Feierlichkeiten nicht teilnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Francesco Molin starb am 27. Februar 1655. Er hinterließ sein Vermögen seinen Neffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grabmal ==&lt;br /&gt;
Der Doge wurde neben seinem älteren Bruder Domenico im Augustinerkonvent von [[Santo Stefano (Venedig)|Santo Stefano]] beigesetzt. Dort hatte die Familie im 15. Jahrhundert einen hölzernen Altar zu Ehren des hl. Hieronymus gestiftet (der sich nicht mehr dort befindet, da er Anfang des 18. Jahrhunderts einem Marmoraltar zu Ehren der hl. Monika weichen musste), dort befand sich bereits eine &amp;#039;&amp;#039;urna pensile&amp;#039;&amp;#039; mit den Überresten eines Vorfahren, nämlich von Paolo Molin di San Basilio (14. Jahrhundert).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gino Benzoni]]: &amp;#039;&amp;#039;Molin, Francesco&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Dizionario Biografico degli Italiani]], 75 (2011), S. 354; F. Apollonio: &amp;#039;&amp;#039;La chiesa e il convento di S. Stefano in Venezia&amp;#039;&amp;#039;, Stabilimento grafico G. Fabbris, Venedig 1911, S. 12 f., 98.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Antonio Vivarini Hieronymus-Altar KHM 1.jpg|mini|Der Hieronymus-Altar der Familie Molin, heute im [[Kunsthistorisches Museum Wien|Kunsthistorischen Museum Wien]]]]&lt;br /&gt;
Der besagte hölzerne Altar trug ein [[Polyptychon]] des hl. Hieronymus, das [[Antonio Vivarini]] und [[Giovanni d’Alemagna]] 1441 geschaffen hatten. Dieses Werk gelangte in die Sammlung des Conte [[Tommaso degli Obizzi al Cataio]], um schließlich in das [[Kunsthistorisches Museum Wien|Kunsthistorische Museum Wien]] aufgenommen zu werden, wo es sich unter der Inventarnummer 6816 bis heute befindet.&amp;lt;ref&amp;gt;Sylvia Ferino-Pagden, Wolfgang Prohaska, Karl Schütz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Gemäldegalerie des Kunsthistorisches Museum in Wien. Verzeichnis der Gemälde&amp;#039;&amp;#039;, C. Brandstätter, 1. Aufl., Wien 1991, S. 133.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Gino Benzoni]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.treccani.it/enciclopedia/francesco-molin_(Dizionario-Biografico) Molin, Francesco]&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Dizionario Biografico degli Italiani]] 75 (2011) 350–354.&lt;br /&gt;
* Guglielmo Berchet: &amp;#039;&amp;#039;Un ambasciatore della Cina a Venezia nel 1652&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Archivio Veneto]] XXIX (1885) 369–380 (Empfang eines chinesischen Gesandten am 16. Dezember 1652 in der &amp;#039;&amp;#039;Sala del Collegio&amp;#039;&amp;#039; im [[Dogenpalast]]; der Gesandte reiste weiter nach Rom, das er im Dezember 1655 verließ, um nach China zurückzukehren. Allerdings war sein Kaiser, Angehöriger der [[Ming-Dynastie]], bereits 1644 gestürzt worden.).&lt;br /&gt;
* [[Riccardo Calimani]]: &amp;#039;&amp;#039;Storia del ghetto di Venezia&amp;#039;&amp;#039;, Mondadori, Mailand 1995. ISBN 88-04-39575-3.&lt;br /&gt;
* [[Andrea Da Mosto]]: &amp;#039;&amp;#039;I dogi di Venezia con particolare riguardo alle loro tombe&amp;#039;&amp;#039;, Ferdinando Ongania, Venedig [1939], S. 239–241 ([http://asa.archiviostudiadriatici.it/islandora/object/libria:114575/datastream/PDF/content/libria_114575.pdf Digitalisat], PDF); neu aufgelegt unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;I Dogi di Venezia&amp;#039;&amp;#039;, Florenz 1983, zuletzt 2003.&lt;br /&gt;
* Luigi Boschetto: &amp;#039;&amp;#039;Come fu aperta la guerra di Candia&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Ateneo Veneto]] XXXV (1912), S. 28, 34 f., 109 f., 133–135, 137, 139 f., 150.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Folgenleiste|VORGÄNGER=[[Francesco Erizzo]]|NACHFOLGER=[[Carlo Contarini]]|AMT=[[Doge von Venedig]]|ZEIT=[[1646]]–[[1655]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1013363531|VIAF=173169919}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Molin, Francesco}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Doge (Venedig)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrscher (17. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Dreißigjährigen Krieg (Venedig)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marineoffizier (Venedig)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1575]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1655]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Molin, Francesco&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Doge von Venedig (1646–1655)&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=21. April 1575&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Venedig]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=27. Februar 1655&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Venedig]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bisam</name></author>
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