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	<title>Francesco Loredan - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-11-19T17:46:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Portrait of Francesco Loredan by Jacopo Guarana.jpg|mini|[[Jacopo Guarana]]: Ausschnitt eines Porträts des Dogen Francesco Loredan, Öl auf Leinwand, 1762, [[Dogenpalast]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Francesco Loredan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[9. Februar]] [[1685]] in [[Venedig]]; † [[19. Mai]] [[1762]] ebenda) war der fünftletzte [[Doge von Venedig]]. Er amtierte von seiner Wahl am 18. März 1752 bis zu seinem Tod zehn Jahre später.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedingt durch seine Herkunft aus einer der einflussreichsten und vermögendsten Familien Venedigs, saß Loredan früh in einer Vielzahl von Magistraturen, war aber sehr wählerisch und lehnte auch einige Male die Wahlen auf Posten außerhalb Venedigs ab. Nur als führender Magistrat in [[Palmanova]], im Grenzgebiet zu Österreich, fungierte er längere Zeit und setzte sich für die Armen der kleinen Stadt ein, versuchte ihre wirtschaftliche Grundlage zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch verhielt er sich gegenüber den Forderungen der [[Papst|Päpste]] entgegenkommend, so dass ihn die Konservativen schließlich zum Dogen wählten, um einen Verbündeten im Kampf gegen die Reformer zu stärken. Bereits ab 1755 wurde dieser Doge zunehmend krank und zog sich aus den politischen Geschäften immer mehr zurück. Für die wirtschaftlichen Geschäfte, die sich im Testament von 1758 gut ablesen lassen, brachte er aber immer noch großes Interesse auf, zumal sein Haus unter enormem Schuldendruck stand – trotz hoher Einnahmen aus Immobilien und Landgütern außerhalb Venedigs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
Die [[Loredan (Adelsgeschlecht)|Loredan]] waren eine weitverzweigte Familie, die mit [[Pietro Loredan|Pietro]] und [[Leonardo Loredan|Leonardo]] bereits zwei Dogen gestellt hatte. Zum Zeitpunkt von Francesco Loredans Wahl war der Reichtum der Familie in Venedig legendär. Sie besaß mehrere Paläste, wie den [[Palazzo Loredan a Santo Stefano|Palazzo a San Stefano]], den [[Palazzo Loredan Cini]] am [[Canal Grande]], die &amp;#039;&amp;#039;Case&amp;#039;&amp;#039; [[Ca’ Loredan (San Marco)|Loredan]] und [[Ca’ Farsetti|Farsetti]] und den [[Palazzo Loredan dell’Ambasciatore]]. Letzteren hatte Francesco Loredan dem österreichischen Botschafter gegen Vorkasse der Gesamtmiete für 29 Jahre und die Verpflichtung zu Restauration und Unterhalt des Palastes vermietet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kurt Heller (Jurist)|Kurt Heller]]: &amp;#039;&amp;#039;Venedig: Recht, Kultur und Leben in der Republik&amp;#039;&amp;#039;, Böhlau, Köln 1999, S. 809.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Francesco Loredan (1656 - 1715), Venetian diplomat.jpg|mini|[[Francesco Loredan (Diplomat)|Francesco Loredan]] (1656–1715), war einer der Prokuratoren von San Marco und der älteste Bruder väterlicherseits. Er spielte als Unterhändler beim [[Friede von Karlowitz|Frieden von Karlowitz]] 1699 eine wesentliche Rolle.]]&lt;br /&gt;
Während Francesco Loredan ein Leben lang unverheiratet blieb und keine Kinder hatte, war er selbst in einer kinderreichen Familie aufgewachsen. Er war nämlich der älteste von acht Brüdern, außerdem hatte er zwei Schwestern. Von seinen neun Geschwistern hatte allerdings nur sein Bruder Girolamo Kinder.&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Brüder waren ein anderer Francesco, dann zweie, die Antonio hießen, zwei Leonardo, dann zwei Girolamo und ein Giovanni († 1767). Hinzu kamen zwei Schwestern, nämlich Contarina und Alba, Nonne im Kloster S. Lorenzo. Nur sein Bruder Girolamo hatte Kinder, nämlich den sehr früh verstorbenen Andrea und Caterina.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Eltern waren [[Andrea Loredan]] (1664–1704) und Caterina [[Grimani (Familie)|Grimani]] – genauer Andrea di Leonardo del ramo di [[San Vidal|S. Vidal]] – er entstammte diesem Familienzweig &amp;#039;&amp;#039;(ramo)&amp;#039;&amp;#039; – und Caterina di Antonio dei Grimani dei Servi. Francesco Loredan war zugleich der Enkel von Leonardo Loredan&amp;lt;!--nicht mit dem Dogen zu verwechseln--&amp;gt; aus dem Zweig von [[Santo Stefano (Venedig)|Santo Stefano]], wobei sein Vater Andrea der jüngste von dessen drei Söhnen war. Kaum war Francesco Loredan erwachsen, starb sein Vater im Jahr 1704; sein Onkel, der älteste Bruder seines Vaters, war ein bedeutender Diplomat und auf Lebenszeit Prokurator von San Marco.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Ämterlaufbahn ===&lt;br /&gt;
==== &amp;#039;&amp;#039;Savio del consiglio&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;agli Ordini&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;di Terraferma&amp;#039;&amp;#039; (bis 1735) ====&lt;br /&gt;
Francesco Loredan trat die übliche Ämterlaufbahn zwar früh an und er war lange &amp;#039;&amp;#039;Savio del consiglio&amp;#039;&amp;#039;, Berater des Dogen und seiner Gremien. Doch für einen Angehörigen einer Familie wie die Loredan war die Ämterlaufbahn, die er einschlug, nicht ungewöhnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie begann, wie es seit langem üblich war, mit der Stellung eines &amp;#039;&amp;#039;Savio agli Ordini&amp;#039;&amp;#039; (1711–1714). Auch die allerdings ungewöhnliche lange Tätigkeit als &amp;#039;&amp;#039;Savio di Terraferma&amp;#039;&amp;#039;, als Zuständiger für die [[Terraferma]], den venezianischen Teil [[Oberitalien]]s, galt als eine Art Standard, um die inneren und äußeren Aufgaben im Staat kennenzulernen. In diesem Amt fungierte er von 1721 bis 1735.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ämter hauptsächlich im Finanzbereich (1735–1751) ====&lt;br /&gt;
Von März 1735 bis 1751 erscheint er immer wieder, mit Unterbrechungen, als &amp;#039;&amp;#039;Savio del Consiglio&amp;#039;&amp;#039;, saß also im einflussreichsten Gremium Venedigs. In den obligatorischen Zwischenzeiten fungierte er als &amp;#039;&amp;#039;Provveditore&amp;#039;&amp;#039; und zwar &amp;#039;&amp;#039;sopra Camere&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;sopra Dazi&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;in Zecca&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;alle Pompe&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;sopra Feudi&amp;#039;&amp;#039;. Auch war er &amp;#039;&amp;#039;Cassier del Collegio&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Savio alla Mercanzia&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Procuratore agli Ori e Monete&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Deputato alla Provvisione del denaro&amp;#039;&amp;#039;. Er hatte also beratende Aufgaben, beaufsichtigte aber auch die mittleren Organe der Verwaltung, die Zölle und die Münzprägestätte, die [[Zecca (Venedig)|Zecca]], dann war er für den allzu verschwenderischen Aufwand seiner Standesgenossen zuständig, für den Landbesitz, ebenso wie für den Waren- und Münzverkehr. Er oblag seinen Amtsverpflichtungen akkurat, aber ohne weitreichenden Ehrgeiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An auswärtigen Ämtern, also im [[Venezianische Kolonien|Kolonialreich]] oder im venezianischen Teil Italiens, hatte er kein Interesse. Zwischen 1716 und 1723 wurde er zwar zum [[Podestà]] und &amp;#039;&amp;#039;Capitano&amp;#039;&amp;#039; von [[Rovigo]] gewählt, dann zum &amp;#039;&amp;#039;Capitano&amp;#039;&amp;#039; von [[Verona]], schließlich wieder zum &amp;#039;&amp;#039;Podestà&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Capitano&amp;#039;&amp;#039; von [[Crema (Lombardei)|Crema]], doch weigerte er sich, die Wahlen anzunehmen, oder er erreichte einen Dispens. Noch 1748 lehnte er das Amt eines &amp;#039;&amp;#039;Commissario&amp;#039;&amp;#039; für den Grenzbereich zwischen [[Friaul]] und [[Istrien]] ab. Ihn interessierten eher zeremonielle Aufgaben auf dem allerhöchsten Niveau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &amp;#039;&amp;#039;Provveditore generale&amp;#039;&amp;#039; in Palmanova (1747–1749) ====&lt;br /&gt;
Die Aufgabe eines &amp;#039;&amp;#039;Provveditore generale&amp;#039;&amp;#039; in [[Palmanova]] übernahm er nur deshalb, weil dort sein Bruder Leonardo während seiner Amtszeit (Anfang 1747 bis 1749) verstorben war. Dies war bereits das höchste Amt, bevor er zum Dogen gewählt wurde. Immerhin erweisen seine Depeschen und sein Abschlussbericht &amp;#039;&amp;#039;(relazione)&amp;#039;&amp;#039; ein gewisses Interesse. Als er dort ankam, herrschte Hungersnot, und er unterstützte die etwa 2000 Bewohner, die zum großen Teil „miserabili“ waren, aus eigenen Mitteln. Loredan machte Vorschläge zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, wie die Förderung der [[Seide]]nzucht, die Ausfuhr des Getreides auch außerhalb des venezianischen Gebiets, wie er überhaupt den freien Handel mit dem Grundnahrungsmittel bevorzugte, allen voran mit Weizen. Auch beobachtete er die Initiativen Österreichs, das seinen einzigen Mittelmeerhafen [[Triest]] zunehmend förderte, was zu Lasten Venedigs geschah. Zudem berichtete er von guten Kontakten zum Repräsentanten in [[Gorizia|Görz]] und zum &amp;#039;&amp;#039;Capitano&amp;#039;&amp;#039; von [[Gradisca d’Isonzo|Gradisca]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wahl zum Dogen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Francesco Loredan, Doge of Venice.jpg|mini|Porträt des Dogen „FRANCESCO LOREDANO“ in Amtstracht im Dogenpalast]]&lt;br /&gt;
Nach Venedig zurückgekehrt übernahm er wieder Ämter mittlerer Reichweite, wie das eines &amp;#039;&amp;#039;Savio del Consiglio&amp;#039;&amp;#039; (Juli 1750). Er machte sich zum Sprachrohr des Papstes, von [[Benedikt XIV. (Papst)|Benedikt XIV.]], der einen [[apostolischer Vikar|apostolischen Vikar]] ins [[Patriarchat von Aquileia|Patriarchat Aquileia]] entsenden wollte. Damit lag er auf der Linie des Konservativen und romfreundlichen [[Marco Foscarini]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Jahre später brachte ihm dessen Unterstützung die Mehrheit bei der Wahl zum Dogen ein. Dabei gelang es ihm am 18. März 1752 seinen Konkurrenten um das Amt, Giovanni Emo († 1760),&amp;lt;ref&amp;gt;Renata Targhetta: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.treccani.it/enciclopedia/giovanni-emo_(Dizionario-Biografico)/ Emo, Giovanni]&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Dizionario Biografico degli Italiani]], Bd. 42, 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt; im ersten Wahlgang zu besiegen, nur elf Tage nach dem Tod seines Vorgängers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Krönung erfolgte am 6. April, nachdem die Feierlichkeiten bereits am Vorabend begonnen hatten. Als am 17. April 1752 seine Nichte Caterina, Tochter seines Bruders Girolamo, Giovanni Alvise aus der Familie der Mocenigo di S. Samuele heiratete, stärkte dies seine Position ungemein. Die Zeit des [[Interregnum]]s nutzten die Venezianer für ihre spöttischen [[Pasquill|Pasquinaten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dogenamt ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Antonio Diziani - The Sala del Maggior Consiglio, Doge&amp;#039;s Palace - WGA06352.jpg|mini|Der Saal des Großen Rates, Öl auf Leinwand, 155 × 187 cm, [[Antonio Diziani]] (1737–1797) zwischen 1758 und 1763, [[Gemäldegalerie Berlin]]]]&lt;br /&gt;
Nach der Wahl lebte Francesco Loredan zusammen mit seinem Bruder und seiner Schwägerin im [[Dogenpalast]], den er – gemäß seinem Nachlass-Inventar – verschwenderisch ausstattete. Er selbst führte ein Leben mit einer Vielzahl persönlicher Bediensteter, war jedoch auch großzügig im Verteilen von Spenden an das Volk und Stiftungen an die Kirche sowie bei der Vergabe goldener und silberner [[Osella (Münze)|Oselle]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vermögen als Mittel und Voraussetzung der Herrschaftsausübung ====&lt;br /&gt;
Das Loredan-Vermögen war ein zentrales Mittel seiner Herrschaftsausübung, und auch deren Voraussetzung. 1741 gab er Einnahmen in Höhe von fast 11.000 Dukaten an; allein im Jahr 1758 gab er fast 43.000 Dukaten für sein Amt aus. Bei seinem Tod betrug sein Einkommen immer noch über 118.000 Dukaten – allerdings war es mit enormen Schulden verbunden. Dabei verfügte die Familie über gewaltigen Grundbesitz. Die Kosten der Wahlfeierlichkeiten wurden von Zeitgenossen oft unzutreffend eingeschätzt – ein Eintrag in den Akten von 1772 spricht von 90.000 Dukaten, während [[Samuele Romanin]] sie auf etwa 21.700 geschätzt hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Samuele Romanin]]: &amp;#039;&amp;#039;Storia documentata di Venezia&amp;#039;&amp;#039;, Bd. VIII, Venedig 1859, S. 96–142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die erhaltene Liste der einzelnen Posten ergibt am Ende 38.600 Dukaten. Davon entfielen allein 2.310 auf das Orchester, 5.800 wurden für das Volk gespendet und 2.140 für die &amp;#039;&amp;#039;Arsenalotti&amp;#039;&amp;#039;, die Arbeiter im [[Arsenal (Venedig)|Arsenal]]. Die [[Zecca (Venedig)|Zecca]] gab hingegen Münzen im üblichen Umfang aus. Hingegen waren die Ausgaben für die Feierlichkeiten überaus hoch. Allein im ersten Amtsjahr gab Loredan mehr als 117.000 Dukaten aus. Dabei war die Zahlungsmoral eher schlecht: Noch 1781 waren die 6.250 Dukaten für Pelze laut der Beschwerden der [[Kürschner]] noch immer nicht vollständig bezahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungewöhnlich ist, dass die Quellen Einblick in die Finanzierung Loredans erlauben. Im September 1751 nahm er gemeinsam mit seinem Bruder Giovanni ein Pfandrecht an Grundstücken bei [[Rovigo]] und [[Badia Polesine]] auf, um 30.000 Dukaten von Chiara dei Pisani &amp;#039;&amp;#039;di Ca’ Moretta&amp;#039;&amp;#039; zu erhalten. Im Januar 1755 erhielt er 18.000 Dukaten von Elisabetta Corner Foscarini von den Corner &amp;#039;&amp;#039;della Ca’ Granda&amp;#039;&amp;#039;. Im Juni desselben Jahres standen er und sein Bruder im Mittelpunkt eines komplexen Immobilienverkaufs zwischen den Familien Rezzonico und Bon im Wert von fast 59.000 Dukaten, mit dem der [[Ca’ Rezzonico|Palazzo di San Barnaba]] in den Besitz der Familie Rezzonico übergehen sollte. Die Loredan nutzten die Transaktion, um einige ihrer Schulden zu begleichen, wobei Giovanni anscheinend noch höhere Schulden als Francesco aufwies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Innenpolitik ====&lt;br /&gt;
Innenpolitisch war sein Dogat durch harte Auseinandersetzungen zwischen Konservativen und einer Gegenfraktion gekennzeichnet, die sich um innere Reformen bemühte. Wie meistens in Venedig setzten sich die Konservativen durch, die Anführer der Reformpartei kamen ins Gefängnis oder gingen ins Exil. Loredan selbst hielt sich aus den Auseinandersetzungen heraus und schlug sich schließlich auf die Seite der siegreichen Partei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Außenpolitik ====&lt;br /&gt;
In der Außenpolitik kam es zu Streitigkeiten mit der [[Republik Ragusa]] sowie einer Fortsetzung der heftigen Spannungen zwischen Venedig und dem [[Heiliger Stuhl|Heiligen Stuhl]], diesmal um die Abgaben der zahlreichen Venezianer bei Appellen an Rom, die erst 1758 mit der Wahl eines Venezianers aus dem Hause Rezzonico als Papst [[Clemens XIII.]] endeten. Clemens ehrte den Dogen und Landsmann 1759 mit der Verleihung der [[Goldene Rose|Goldenen Rose]].&lt;br /&gt;
[[Datei:Canaletto - Bucentaur&amp;#039;s return to the pier by the Palazzo Ducale - Google Art Project.jpg|mini|200 px|Canaletto, &amp;#039;&amp;#039;Der [[Bucintoro]] vor dem Dogenpalast&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Wirtschaftlich erlebte die Republik eine kurze Blüte, da die Venezianer wegen ihrer Neutralität im [[Siebenjähriger Krieg|Siebenjährigen Krieg]] fast konkurrenzlos in Europa Handel treiben und sogar für eine Weile ihre Spitzenposition im lukrativen Handel mit [[Pfeffer]] zurückerobern konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturell erlebte Venedig eine Blütezeit mit Festen und mehrmonatigem [[Karneval in Venedig|Karneval]]. [[Giacomo Casanova]] wurde 1755 wegen angeblicher Umtriebe 15 Monate in die [[Bleikammern]] gesperrt, aus denen ihm seine in ganz Europa Aufsehen erregende Flucht gelang. Auf Französisch beschrieb er drei Jahrzehnte später die &amp;#039;&amp;#039;[[Geschichte meiner Flucht|Histoire de ma fuite]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Giacomo Casanova |Jacques Casanova de Seingalt]]: &amp;#039;&amp;#039;Histoire de ma fuite des prisons de la République de Venise qu’on appelle les Plombs. Ecrite a Dux en Boheme l’année 1787&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig 1788.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Atmosphäre dieser Zeit wird auch in den Bildern von [[Pietro Longhi]] (darin wurde der Doge zwei Mal als „padre dei poveri“, als ‚Vater der Armen‘ bezeichnet), [[Francesco Guardi]], [[Giovanni Battista Tiepolo]] und [[Rosalba Carriera]] wiedergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erkrankung (ab 1755) ====&lt;br /&gt;
Dabei war die Gesundheit des Dogen spätestens ab 1755 angeschlagen, wie sich aus Gerüchten und dem drastischen Rückgang seiner Ausgaben erschließen lässt. Selbst 1761 und 1762, als [[Angelo Querini]] und seine Unterstützer die Autorität des [[Rat der Zehn|Rates der Zehn]] und der Staatsinquisitoren angriffen, konnte er in diesem Streit keine Rolle übernehmen, weil er zu krank war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So blieb sein Einfluss letztlich gering. Selbst Natale Dalle Laste (1707–92) spricht in seiner &amp;#039;&amp;#039;Laudatio in funere serenissimi principis Francisci Lauredani habita coram Venetis patribus a Natali Lastesio in aede SS. Joannes et Pauli VI Cal. Jun. An. MDCCLXII&amp;#039;&amp;#039; ausschließlich von seinen ruhmreichen Vorfahren, ohne auf sein Leben einzugehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Natale Dalle Laste: &amp;#039;&amp;#039;Laudatio in funere serenissimi principis Francisci Lauredani habita coram Venetis patribus a Natali Lastesio in aede SS. Joannes et Pauli VI Cal. Jun. An. MDCCLXII.&amp;#039;&amp;#039; Pitteri, Venedig 1762.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erhalt des Familienvermögens ====&lt;br /&gt;
Loredans Hauptaugenmerk galt ohnehin dem Familienvermögen, etwa dem Palast der Familie, dann aber auch zwei Gebäuden in der Gemeinde [[Santo Stefano (Venedig)|S. Stefano]] und einer Wohnung in [[San Basso|S. Basso]]. Hinzu kamen mindestens 76 Häuser und Werkstätten in Venedig und auf [[Mazzorbo]], vor allem aber in [[San Polo]], [[Cannaregio]] und [[Castello]]. Umfangreicher Landbesitz ballte sich darüber hinaus auf dem Festland, etwa in [[Marghera]] und [[Meolo]], dann im [[Polesine]] und im Gebiet Paduas, dann von Treviso, Vicenza und Verona sowie im Friaul ([[Barbana (Italien)|Barbana]]) und auch auf Istrien ([[Rovinj|Rovigno]]). Besonders wichtig waren die Villen und Ländereien in [[Stra]], [[Canda (Venetien)|Canda]] und [[Noventa Vicentina]]. Diese Besitztümer, die bis 1755 im Miteigentum von Leonardos Onkel Giovanni waren, gingen wohl überwiegend auf die Ehe der [[Francesca Barbarigo]] mit Francesco Loredan, dem Urgroßvater des Dogen, im Jahr 1627 zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch andere Wirtschaftstätigkeiten kamen hinzu. In einem Anhang zu seinem Testament vom April 1758 schrieb Loredan, er habe 9.000 Dukaten in das [[Olivenöl|Ölgeschäft]] investiert, das 1763 verstaatlicht wurde. Vor allem investierte er aber 22.500 Dukaten in einen Teil der Buchdruckerei &amp;#039;&amp;#039;all’Insegna della Fortuna Trionfante a S. Salvador&amp;#039;&amp;#039;, eine der bedeutendsten Venedigs, die von Francesco Pitteri geführt wurde. In einer Aufstellung der Einkünfte der Familie von 1759 bis 1762 wird die Druckerei mit einigen hundert Dukaten pro Jahr veranschlagt. Als Loredan starb, musste Giovanni 1763 den letzten Anteil an der Druckerei für 10.000 Dukaten an Pagan verkaufen, doch hatte dieser 20.000 Dukaten Schulden bei den Loredan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in vielen Familien des venezianischen Adels, so stellte der ungeheure Aufwand, der für [[Mitgift]]en der Töchter getrieben wurde, ein existentielles Problem dar. Dabei waren die 46.000 Dukaten von Caterina di Nicolò Corner, die 1726 Girolamo geheiratet hatte, und die laut Ehevertrag ihrem Ehemann, ihren Brüdern einschließlich Francesco Loredan, und ihrem Onkel Giovanni zustanden, das größte Problem. Girolamo starb zwar bereits 1749, doch die Mitgift wurde nicht in vollem Umfang zurückgegeben, wie es üblich war. Corner lebte zudem weiterhin bei den Loredan. Im Mai 1752, nach dem Umzug in den Dogenpalast, wurde ihr – ebenso wie Anna Maria Vendramin Loredan, Giovannis Ehefrau – eine lebenslange Rente mit einem Teil der Mitgift und einer täglichen Beköstigung am Familientisch zugesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1762, nach dem Tod des Dogen Loredan, waren noch immer 40.000 Dukaten zu zahlen, von denen der Doge allein die Hälfte schuldete, während Corners Rente 2.000 Dukaten betrug – bis 1778 wurden nur 15.000 zurückgegeben. Auch andere Zahlungen wurden von der Familie geleistet. Im März 1760 verpfändete der Doge das Familiensilber, um 6.000 Dukaten für die Mitgift von Caterina Loredan Mocenigo zu zahlen, und 1762 waren es 2.000 für Anna Vendramin. Auch Kredite an Familienmitglieder, die nur zäh zurückgezahlt wurden, belasteten das Familienvermögen. Mit dem Tod Giovannis starb die männliche Linie der Loredan 1767 aus. Es folgten jahrzehntelange Streitigkeiten um das Restvermögen. Allein das Begräbnis Francesco Loredans kostete 18.700 Dukaten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grab, bildliche Darstellungen ==&lt;br /&gt;
Der Doge starb am 19. Mai 1762 und wurde vorerst in aller Stille bestattet. Sein Tod wurde den Venezianern verheimlicht, um die Feierlichkeit am Fest [[Christi Himmelfahrt]] nicht zu stören. Die Bestattung im Familiengrab in [[San Zanipolo]] und die offiziellen Begräbnisfeierlichkeiten fanden erst am 25. Mai statt.&lt;br /&gt;
[[Datei:Doge Francesco Loredan.jpg|mini|Porträt des Dogen von [[Fortunato Pasquetti]] (* um 1700; † 8. April 1773&amp;lt;ref&amp;gt;Rodolfo Pallucchini: &amp;#039;&amp;#039;Die venezianische Malerei des 18. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, Bruckmann, 1960 , S. 215.&amp;lt;/ref&amp;gt;), Öl auf Leinwand, 82 × 66 cm]]&lt;br /&gt;
Der Doge ließ sich zu Lebzeiton von [[Bartolomeo Nazari]] und [[Fortunato Pasquetti]] porträtieren, auch ließ er von Giuseppe Angeli Teile des [[Piano nobile]] des Familienpalasts bei Santo Stefano mit Fresken ausmalen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Matteo Casini: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.treccani.it/enciclopedia/francesco-loredan_(Dizionario-Biografico) Loredan, Francesco]&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Dizionario Biografico degli Italiani]] 65 (2005) 751–754.&lt;br /&gt;
* [[Andrea Da Mosto]]: &amp;#039;&amp;#039;I dogi di Venezia con particolare riguardo alle loro tombe&amp;#039;&amp;#039;, Ferdinando Ongania, Venedig [1939], S. 298–301 ([http://asa.archiviostudiadriatici.it/islandora/object/libria:114575/datastream/PDF/content/libria_114575.pdf Digitalisat], PDF); nachgedruckt unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;I Dogi di Venezia&amp;#039;&amp;#039;, Florenz 1983, zuletzt 2003.&lt;br /&gt;
* [[Giuseppe Gullino]]: &amp;#039;&amp;#039;I Loredan di S. Stefano: cenni storici&amp;#039;&amp;#039;, in: Elena Bassi, Rodolfo Pallucchini (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Palazzo Loredan e l’Istituto veneto di scienze, lettere ed arti&amp;#039;&amp;#039;, Venedig 1985, S. 11–33.&lt;br /&gt;
* Ettore Merkel: &amp;#039;&amp;#039;Il mecenatismo artistico dei Loredan e il loro palazzo a S. Stefano&amp;#039;&amp;#039;, in: Elena Bassi, Rodolfo Pallucchini (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Palazzo Loredan e l’Istituto veneto di scienze, lettere ed arti&amp;#039;&amp;#039;, Venedig 1985, S. 54–69.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Francesco Loredan}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste|VORGÄNGER=[[Pietro Grimani]]|AMT=[[Doge von Venedig]]|ZEIT=1752–1762|NACHFOLGER=[[Marco Foscarini]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=143519816|VIAF=168736711}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Loredan, Francesco}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Doge (Venedig)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Loredan (Adelsgeschlecht)|Francesco]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrscher (18. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger der Goldenen Rose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1685]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1762]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Loredan, Francesco&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Doge von Venedig (1752 bis 1762)&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=9. Februar 1685&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Venedig]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=19. Mai 1762&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Venedig]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
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