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	<title>Francesco Borromini - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;+&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Borromini.jpg|mini|Francesco Borromini, anonymes Porträt]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Francesco Borromini&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (eigentlich &amp;#039;&amp;#039;Francesco Castelli;&amp;#039;&amp;#039; * [[25. September]] [[1599]] in [[Bissone]], [[Schweiz]]; † [[2. August]] [[1667]] in [[Rom]]) war ein in [[Italien]] tätiger [[Architekt]] und [[Steinmetz]], der aus dem nachmaligen Schweizer [[Kanton Tessin]] stammte. Auch seine Eltern, Domenico und Anastasia (geborene Garua) waren als Steinmetze in der Schweiz und in etlichen Ländern außerhalb tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Borromini war einer der bedeutendsten Architekten und Bildhauer des [[Barock|barocken]] Rom. In der Kunstgeschichte gilt er neben [[Pietro da Cortona]] und [[Carlo Maderno]] als einer der Erfinder des &amp;#039;&amp;#039;extravaganten Barock&amp;#039;&amp;#039; im 17. Jahrhundert. Gegner warfen ihm gelegentlich Missbrauch und regelwidrige Verwendung [[Ornament|ornamentaler Elemente]] vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Giovanni Battista Passeri |Titel=Vie du Chevalier Francesco Borromini Architecte |Verlag=L´Èchoppe |Ort=Paris |Datum=2005 |Seiten=7f}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:San Carlo alle Quattro Fontane - Front.jpg|mini|Die vor- und rückschwingende Fassade der Kirche [[San Carlo alle Quattro Fontane]] in [[Rom]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:San Carlo alle Quattro Fontane (Rome) - Dome HDR.jpg|mini|Blick in die Kuppel der Kirche San Carlo alle Quattro Fontane mit perspektivischen Stuckornamenten, die sie höher erscheinen lässt, als sie ist.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Francesco Borromini.jpg|mini|links|Francesco Borromini (Kupferstich um 1639) mit dem [[Christusorden (Heiliger Stuhl)|Christusorden des Heiligen Stuhls]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Borromini wurde als Francesco Castelli geboren und benannte sich später in Borromini um, möglicherweise aus Verehrung für den Heiligen [[Karl Borromäus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Alter von 16 Jahren verließ er sein Elternhaus und ging nach [[Mailand]], wo er mit Eifer das Handwerk des Marmor[[bildhauer]]s erlernte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Giovanni Battista Passeri |Titel=Vie du Chevalier Francesco Borromini Architecte |Verlag=L´Échoppe |Ort=Paris |Datum=2005 |Seiten=19f}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Mailand wird er auch die perspektivischen Konstruktionen [[Donato Bramante]]s kennengelernt haben,&amp;lt;ref name=&amp;quot;nextroom&amp;quot;&amp;gt;Joseph Connors: &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; vom 25. September 1999: [https://www.nextroom.at/article.php?id=4851 Ein Genie der Baukunst], auf nextroom.at&amp;lt;/ref&amp;gt; die seinen späteren Stil prägten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als junger Mann brach er nach Rom auf und studierte die dortigen Bauten der [[Antike]] und die Werke [[Michelangelo]]s. Ein weiterer Grund für die Reise war die Aussicht auf eine Zusammenarbeit mit seinem weitläufigen Verwandten [[Carlo Maderno]], der Architekt und Leiter der [[Bauhütte]] am [[Petersdom]] war. Ein Onkel mütterlicherseits,  Leone Garuo, nahm ihn anfangs in seiner Wohnung in Vicolo dell’Agnello auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Paolo Portoghesi |Titel=Francesco Borromini |Verlag=Electa Editrice |Ort=Mailand |Datum=1984 |Seiten=31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bald erhielt Borromini eine Stelle am Petersdom und wollte sich zum Baumeister ausbilden lassen. Maderno schätzte seine Fertigkeit als Bildhauer und zeichnerische Begabung und machte ihn zu seinem Assistenten. Als Maderno starb, erhielt [[Gian Lorenzo Bernini]] den vakanten Posten des obersten Baumeisters, da „er den ersten Platz im Herzen und in der Wertschätzung Papst [[Urban VIII.|Urbans VIII.]]einnahm – er war der von ihm am meisten geschätzte Künstler, den er auch persönlich sehr liebte“. Bernini erkannte ebenfalls die Begabung Borrominis, sowohl als Bildhauer wie als Architekt, und überantwortete ihm den Entwurf vieler Bauten während des Pontifikats Papst Urbans VIII.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Giovanni Battista Passeri |Titel=Vie du Chevalier Francesco Borromini |Verlag=L´Èchoppe |Ort=Paris |Datum=2005 |Seiten=20ff}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gian Lorenzo Bernini]] und Francesco Borromini arbeiteten gemeinsam an der Errichtung des Bronze-Baldachins des [[Petersdom]]s&amp;lt;!-- (unter der Nummer 3.6.2. zu finden)  &amp;lt;&amp;lt;  ?? --&amp;gt;. Wie [[Paolo Portoghesi]] in seiner Borromini-Biographie anhand erhaltener Zeichnungen nachweist, könnte der Entwurf allein von Borromini stammen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Paolo Portoghesi |Titel=Francesco Borromini |Verlag=Electa Editrice |Ort=Mailand |Datum=1984 |Seiten=33}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später waren Borromini, Bernini und Maderno am Bau des [[Palazzo Barberini]] beteiligt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nextroom&amp;quot; /&amp;gt; Eigenständig entwarf und baute Borromini dort kleine, quadratische Fenster im Obergeschoss mit sanft geschwungener Einfassung und größere Fenster mit perspektivischem Effekten an den Rahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Marco Bussagli |Titel=Rom. Kunst &amp;amp; Architektur |Verlag=Könemann |Ort=Köln |Datum=1999 |Seiten=508}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Madernos übernahm Bernini 1629 die Bauleitung und das Amt des Architekten von Sankt Peter. Er bat Borromini ihm zu assistieren. Einige Borromini versprochene Aufträge vergab er allerdings an andere Künstler.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Giovanni Battista Passeri |Titel=Vie du Chevalier Francesco Borromini Architecte |Verlag=L´Échoppe |Ort=Paris |Datum=2005 |Seiten=23ff}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Über finanzielle Angelegenheiten kam es zum Zerwürfnis&amp;lt;ref name=&amp;quot;nextroom&amp;quot; /&amp;gt; und schließlich zur Feindschaft zwischen beiden. Bernini ging an Fürstenhöfen aus- und ein, verteilte gedruckte Porträts von sich selber und ließ zu Lebzeiten eine Biographie von sich schreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Herbert Karner, Sebastian Schütze, [[Werner Telesko]] |Titel=Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-1723) |Verlag=Hirmer |Ort=München |Datum=2022 |Seiten=25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Borromini hingegen mied gesellschaftliche Ereignisse und unterwarf sich nicht der herrschenden Mode. Er trug stets die schwarze spanische Tracht, was ihn auch von seinen Künstlerkollegen unterschied. Er galt als gutaussehend und nobel.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Giovanni Battista Passeri |Titel=Vie du Chevalier Francesco Borromini Architecte |Verlag=L´Échoppe |Ort=Paris |Datum=2005 |Seiten=9}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Papst [[Innozenz X.]] (1644–1655) war ein großer Unterstützer Borrominis, wodurch Bernini in den folgenden Jahren als führender römischer Architekt verdrängt wurde. Die von Bernini verantworteten Glockentürme in St Peter wiesen starke Baumängel auf und wurden abgerissen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nextroom&amp;quot; /&amp;gt; Bernini hatte im Unterschied zu Borromini auch keine Ausbildung als Baumeister oder Architekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem nachfolgenden Papst [[Alexander VII.]] (1655–1667) verlor Borromini seine hohe Stellung und die große Anzahl von Aufträgen. Bernini war mit dem Papst befreundet und vermittelte ihm, dass Borrominis Stil „gotisch und deswegen merkwürdig sei“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=nextroom-architektur im netz |url=https://www.nextroom.at/article.php?id=4851 |titel=Ein Genie der Baukunst |abruf=2024-10-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1650er-Jahren befreundete sich Borromini mit dem Universalgelehrten [[Fioravante Martinelli]], der sein Werk und die „vivezza dell’ingegno“ (den „lebendigen Einfallsreichtum“) begeistert verteidigte. Sankt Peter wurde jedoch in Berninis [[Klassizistischer Barock|klassizistisch-barockem Stil]] weitergebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Borromini widmete sich dem Ausbau und der Vollendung bereits begonnener Gebäude in Rom, der Innenräume der Kirchen [[Sant’Ivo alla Sapienza]], [[Sant’Andrea delle Fratte]] und [[San Giovanni in Laterano]]. Auch vollendete er das Untergeschoss der Fassade seines Erstlingswerks, der kleinen Kirche San Carlo alle Quattro Fontane auf dem [[Quirinal]].&lt;br /&gt;
[[Datei:It-roma-s ivo sapienza-150810-pp-2137.jpg|mini|Sant’Ivo alla Sapienza, eines der bedeutendsten Werke Borrominis in Rom]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Borromini litt an [[Depression]]en. Am 2. August 1667 nahm er sich das Leben.&amp;lt;ref&amp;gt;Maja Beckers: &amp;#039;&amp;#039;Wenn die Steine klagen.&amp;#039;&amp;#039; Die Zeit, Nr.&amp;amp;nbsp;19 vom 6. Mai 2021, Feuilleton, Seite 58. Rezension von: Charlotte Van den Broeck: &amp;#039;&amp;#039;Wagnisse. 13 tragische Bauwerke und ihre Schöpfer.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Flämischen von Christiane Burckhardt, Rowohlt, Hamburg 2021, 352 Seiten. ISBN 978-3-498-00215-2. Zu einer ausführlichen Erörterung von Borrominis Selbsttötung siehe Andreas Beyer: Künstler, Leib und Eigensinn, Berlin 2022, S.&amp;amp;nbsp;217–227.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er wurde im Grab von [[Carlo Maderno]] in der Kirche [[San Giovanni dei Fiorentini]] beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Forced perspective gallery by Francesco Borromini.jpg|mini|Ein perspektivischer Trick lässt die Galerie im Hof des Palazzo Spada viel länger erscheinen, als sie in Wirklichkeit ist. ]]&lt;br /&gt;
Während Berninis Formensprache dem klassischen [[Kanon (Kunst)|Kanon]] folgt und weitgehend auf das Vorbild [[Michelangelo]]s zurückgeführt werden kann, bemühte sich Borromini um neue Ausdrucksformen. In der Einführung zum &amp;#039;&amp;#039;Opus Architectonicum&amp;#039;&amp;#039; schrieb er: „Ich hätte niemals diesen Beruf ergriffen, wenn mein Ziel nur das Kopieren gewesen wäre.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Paolo Portoghesi |Titel=Francesco Borromini |Verlag=Electa Editrice |Ort=Mailand |Datum=1984 |Seiten=9}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste eigenständige Werk, mit dem Borromini Bekanntheit erlangte, war der Bau der Kirche und des Klosters von [[San Carlo alle Quattro Fontane]]. Auf kleinem Grundriss errichtete er eine komfortable Residenz und eine feingliedrige elegante Kirche&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Giovanni Battista Passeri |Titel=Vie du Chevalier Francesco Borromini Architecte |Verlag=L´Échoppe |Ort=Paris |Datum=2005 |Seiten=25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Idee der stark strukturierten Fassade mit Säulen, Vor- und Rücksprüngen und horizontaler Betonung wandte Borromini auch bei den Fassaden des [[Oratorium des hl. Philipp Neri]]s und des [[Palazzo di Propaganda Fide]] an. Er akzentuierte sie durch stark durchlaufende, vor- und rückschwingende Gesimse, während die meiste Architektur Roms im Unterschied dazu vertikal betont ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Carlo Cresti, [[Claudio Rendina]] |Titel=Die römischen Villen &amp;amp; Paläste |Verlag=Könemann |Ort=Köln |Datum=1998 |Seiten=20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Innenräume seiner Bauwerke sind meist plastisch durchformt und in Weiß gehalten. Seine eigenwilligen Erfindungen, die sich von denen seiner Zeitgenossen wesentlich unterschieden, trugen ihm den Ruf ein, extravagant zu bauen. Ein Beispiel dafür bietet die perspektivische Kolonnade im Innenhof des [[Palazzo Spada]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Caroline Vincenti, Roberto Schezen |Titel=Römische Paläste |Verlag=Weltbild Verlag |Ort=Augsburg |Datum=1997 |Seiten=88}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in Rom, die er im Auftrag [[Bernardino Spada]]s errichtete. Es handelt sich dabei um eine Galerie, die überdimensionierte Maße optisch vortäuscht. Borromini griff hier und auch bei anderen Bauwerken auf die mathematischen Kenntnisse von Pater Giovanni Bitonto zurück und erfand die &amp;#039;&amp;#039;architektonische&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Scheinperspektive&amp;#039;&amp;#039;, die das Wissen der malerischen auf die Baukunst überträgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderes Mitglied der Familie Spada, Virgilio, wurde Borrominis größter Protektor. Er hatte ihm den Bauauftrag für das Oratorio dei Filippini (oder Oratorio di [[Philipp Neri|San Filippo Neri]]) verschafft. Als er zum Verwalter der architektonischen Projekte zweier Päpste (Innozenz X. und Alexander VII.) ernannt wurde, setzte er sich noch stärker für die Förderung Borrominis ein. Er verfasste auch eine der ersten Architekturmonographien über das Oratorio und die Casa dei Filippini und erläuterte darin die markantesten Punkte der Entwürfe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Francesco Borromini |Titel=Opus Architectonicum: erzählte und dargestellte Architektur ; die Casa dei Filippini in Rom im Stichwerk von Sebastiano Giannini (1725) mit dem Text von Virgilio Spada (1647) |Verlag=Niggli |Ort=Sulgen, Zürich |Datum=1999 |ISBN=3-7212-0376-3 |Online=https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/CSDNU6O35ECEWRM43E2FULKSCDMALU55 |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst 1725, also beinahe 60 Jahre nach Borrominis Tod, erschien das von ihm erzählte Werk unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Opus Architectonicum,&amp;#039;&amp;#039; mit Stichen von Sebastiano Giannini, in einer Prachtausgabe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nextroom&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch Papst Innozenz X. selbst war ein Gönner Borrominis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nextroom&amp;quot; /&amp;gt; Zudem hatte Bernini, der damalige Leiter des Baues von St Peter Bernini, architektonische Mängel verursacht, weswegen sich der Papst von ihm distanzierte. Der wichtigste Auftrag, den Borromini während dieses Pontifikates erhielt, war der Umbau der ältesten Papstkirche Roms, [[Lateranbasilika|San Giovanni in Laterano]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Marco Bussagli |Titel=Rom. Kunst &amp;amp; Architektur |Verlag=Könemann |Ort=Köln |Datum=1999 |Seiten=512}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das war ein großer Triumph für Borromini, der damit erstmals dem allgegenwärtigen Bernini vorgezogen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Paolo Portoghesi |Titel=Francesco Borromini |Verlag=Electa Editrice |Ort=Mailand |Datum=1984 |Seiten=164ff}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem gestaltete Borromini ein Gebäude an der [[Piazza Navona]] um, das Papst Innozenz X. früher bewohnte. Es wurde zu einem [[Palazzo Pamphilj|Palast]] mit Galerie umgebaut, an den man eine Familienkirche und ein Kollegium anschloss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nextroom&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Spätbarock diente Borrominis dynamischer und plastischer Stil, der durch Stichwerke in ganz Europa bekannt war, vielen Architekten als Inspiration, etwa für die 1735 von [[Giuseppe Sardi (Architekt, 1680)|Giuseppe Sardi]] erbaute Kirche [[Santa Maria Maddalena (Rom)|Santa Maria Maddalena]] in Rom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Borromini war ein überaus begabter Zeichner, dessen Entwürfe sich von denen seiner Kollegen durch die Präzision&amp;lt;ref&amp;gt;Paolo Portoghesi, arte-Sendung vom 5. Mai 2021, Borromini. Genie des römischen Barock.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterscheiden. Ein Großteil seiner Zeichnungen befindet sich in [[Wien]] in der Graphischen Sammlung [[Albertina (Wien)|Albertina]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Trivia ==&lt;br /&gt;
Anlässlich der Feierlichkeiten zum 400. Geburtstag Borrominis im Jahr 1999 wurde unter Leitung des Architekten [[Mario Botta]] ein 33 m hohes Modell der Kirche San Carlo alle Quattro Fontane aus Holz gefertigt und in [[Lugano]] aufgestellt. Es zeigte den Schnitt durch das Bauwerk im Originalmaßstab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Gabriele Neri |url=https://www.espazium.ch/it/attualita/tra-modello-e-realta |titel=Tra modello e realtà Mario Botta e il San Carlino di Lugano {{!}} Espazium |sprache=it |abruf=2025-01-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2003 wurde das Modell mit der Erlaubnis öffentlicher Behörden zerstört.&amp;lt;ref&amp;gt;Auskunft Municipio di Lugano, 14. November 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als in der heutigen Schweiz geborener Künstler war Borromini in den 1970er-Jahren auf der 100-[[Schweizer Franken]]-[[Banknote]] abgebildet. Zudem wurde ein in der Schweiz verkehrender Intercity Neigezug des Typs RABDe 500 ICN der Schweizerischen Bundesbahnen SBB auf seinen Namen getauft.&amp;lt;!-- Es handelt sich dabei um den Triebzug mit der Nummer 028. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauwerke ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Francesco Borromini&amp;#039;s Tomb.jpg|mini|Grab Borrominis in San Giovanni dei Fiorentini]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Borromini-100Fr.JPG|mini|Borromini auf der Schweizer 100-[[CHF|Franken]]-Note von 1976]]&lt;br /&gt;
* [[Petersdom#Baldachin-Ziborium|Baldachin-Ziborium im Petersdom]] (1624–1633, gemeinsam mit Bernini)&lt;br /&gt;
* [[Palazzo Giustiniani]] (erste Hälfte 17. Jahrhundert, Mitarbeit an Umbauten)&lt;br /&gt;
* [[Villa Falconieri]] (ab 1628 Restaurierungsarbeiten)&lt;br /&gt;
* [[Palazzo Barberini]] (frühe 1630er-Jahre)&lt;br /&gt;
* [[Oratorium der Philippiner]] neben der [[Santa Maria in Vallicella|Chiesa Nuova]] (ab 1637)&lt;br /&gt;
* [[Santa Lucia in Selci]] (1637-1638, Hochaltar&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Paolo Portoghesi |Titel=Francesco Borromini |Verlag=Electa Editrice |Ort=Mailand |Datum=1984 |Seiten=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, Cappella Landi)&lt;br /&gt;
* [[Santi Apostoli (Neapel)|Santi Apostoli, Neapel]] (1638–1642, Filomarino-Altar)&lt;br /&gt;
* [[San Carlo alle Quattro Fontane]] (1638–1667)&lt;br /&gt;
* [[Sant’Ivo alla Sapienza]] [https://www.artesvelata.it/chiesa-santivo-sapienza/ (1642–1660)]&lt;br /&gt;
* [[Santa Maria dei Sette dolori]] (ab 1642/43)&lt;br /&gt;
* [[Palazzo Carpegna]] (1643–1650)&lt;br /&gt;
* [[Palazzo Falconieri]] (1645–1646, Restaurierung und Ergänzungen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Titel=Il Palazzo di Giuliano Ceci, precursore di Palazzo Falconieri|Online=https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/8517/1/Frommel_Il_Palazzo_di_Giuliano_Ceci_precursore_di_Palazzo_Falconieri_2009.pdf|Abruf=2026-02-01|Autor=Christoph Luitpold Frommel|Datum=1995|Sammelwerk=Il Palazzo Falconieri e il palazzo barocco a Roma|DOI=10.11588/artdok.00008517|URN=nbn:de:bsz:16-artdok-85178|Sprache=it}}&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
* [[Palazzo Pamphilj]] (ab ca. Mitte 1640er-Jahre)&lt;br /&gt;
* [[Lateran#Die Basilika|Basilica di San Giovanni in Laterano]] (1646–1650)&lt;br /&gt;
* [[Palazzo Spada]] (1652–1653)&lt;br /&gt;
* [[Sant’Andrea delle Fratte]] (1653 bis 1656, Querhaus mit Kuppel und Glockenturm)&lt;br /&gt;
* [[Sant’Agnese in Agone]] (ab 1653)&lt;br /&gt;
* [[Palazzo di Propaganda Fide]] (1654–1664)&lt;br /&gt;
* [[San Giovanni in Oleo]] (1658, Restaurierung und Ergänzungen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Joanna Beilman, [[Markus Breitschmid]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;San Carlo alle Quattro Fontane – Francesco Borromini.&amp;#039;&amp;#039; Architecture History Case Studies Series, Band 1, Corporis Publisher for Architecture, Art, and Photography, 2009, ISBN 978-0-9802274-6-8 (englisch).&lt;br /&gt;
* Andreas Beyer: &amp;#039;&amp;#039;Künstler, Leib und Eigensinn. Die vergessene Signatur des Lebens in der Kunst.&amp;#039;&amp;#039; Wagenbach, Berlin 2022, ISBN 978-3-8031-3719-7.&lt;br /&gt;
* [[Piero Bianconi]]: &amp;#039;&amp;#039;Francesco Borromini. Vita, Opere, Fortuna.&amp;#039;&amp;#039;  Dipartimento della pubblica educazione del Cantone Ticino, Bellinzona 1967.&lt;br /&gt;
* [[Anthony Blunt]]: &amp;#039;&amp;#039;Borromini.&amp;#039;&amp;#039; Belknap Press of Harvard University Press, Cambridge MA 1979, ISBN 0-674-07926-4.&lt;br /&gt;
* Richard Bösel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Borromini, Architekt im barocken Rom.&amp;#039;&amp;#039; Electa, Mailand 2000, ISBN 88-435-7383-7 (Ausstellungskatalog).&lt;br /&gt;
* Joseph Connors, &amp;#039;&amp;#039;Francesco Borromini. La vita (1599–1667).&amp;#039;&amp;#039; In: Richard Bösel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Borromini e l’universo barocco&amp;#039;&amp;#039;, Ausst.-Kat. Rom Palazzo delle Esposizioni 1999-2000, Mailand 1999, Band I, S.&amp;amp;nbsp;7–21.&lt;br /&gt;
* {{HLS|9083|Francesco Borromini|Autor=Laura Damiani Cabrini|Datum=2017-09-20}}&lt;br /&gt;
* Susanne Kunz-Saponaro: &amp;#039;&amp;#039;Rom und seine Künstler.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-534-17678-6, S.&amp;amp;nbsp;135 ff.&lt;br /&gt;
* [[Gian Alfonso Oldelli]]: &amp;#039;&amp;#039;Francesco Borromini.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Dizionario storico-ragionato degli uomini illustri del Canton Ticino.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. S.&amp;amp;nbsp;42, 43, (PDF [https://books.google.ch/books?id=OF4_AAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA3&amp;amp;hl=it&amp;amp;source=gbs_toc_r&amp;amp;cad=4#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Digitalisat]), Francesco Veladini, Lugano 1807.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Opera del cavalier Francesco Boromino, cavata dai suoi originali cioè la chiesa, e fabrica della Sapienza di Roma con le vedute in prospettiva e con lo studio delle proporzioni geometriche, piante, alzate, profili, e spaccati.&amp;#039;&amp;#039; Giannini, Rom 1720 ([http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-41822 Digitalisierte Ausgabe] der [[Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf]]).&lt;br /&gt;
* [[Paolo Portoghesi]], &amp;#039;&amp;#039;Roma barocca. Storia di una civiltà architettonica&amp;#039;&amp;#039;. Rom 1966.&lt;br /&gt;
* Paolo Portoghesi, &amp;#039;&amp;#039;Borromini. Architettura come linguaggio&amp;#039;&amp;#039;. Mailand 1967.&lt;br /&gt;
* Paolo Portoghesi: &amp;#039;&amp;#039;Francesco Borromini.&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;L’opera completa.&amp;#039;&amp;#039; Mailand 1977, 1994.&lt;br /&gt;
* Paolo Portoghesi: &amp;#039;&amp;#039;Francesco Borromini. Baumeister des römischen Barock.&amp;#039;&amp;#039; Mailand/Stuttgart/Zürich 1977.&lt;br /&gt;
* Martin Raspe: &amp;#039;&amp;#039;The final problem: Borromini’s failed publication project and his suicide.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Annali di architettura.&amp;#039;&amp;#039; XIII, Venedig 2001, S.&amp;amp;nbsp;121–136.&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Ursula Stevens |url=https://artistiticinesi-ineuropa.ch/deu/borromini-f-deu.html |titel=Francesco Borromini|werk=tessinerkuenstler-ineuropa.ch |datum=2016 |zugriff=2024-10-07}}&lt;br /&gt;
* [[Celestino Trezzini]]: &amp;#039;&amp;#039;Francesco Borromini.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz]], Band 2, Biondetti–Brupbacher&amp;#039;&amp;#039;, Attinger, Neuenburg 1921, S.&amp;amp;nbsp;316 (abgerufen am 30. Juni 2017).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Francesco Borromini|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{Helveticat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118513745}}&lt;br /&gt;
* {{archINFORM|arch|1293}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.columbia.edu/~jc65/main.html | text=Veröffentlichungen des Borromini-Forschers Joseph Connors| wayback=20051202221511}} (via [[Internet Archive]])&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://colosseum.biblhertz.it/werkstatt/Raspe/Borromini0.htm | wayback=20070620004210 | text=Martin Raspe: Borrominis letztes Projekt – Der Kunsthistoriker Martin Raspe über Borrominis Tod; zahlreiche Zeichnungen}}&lt;br /&gt;
* {{SIKART|4023369|Francesco Borromini|Autor=}}&lt;br /&gt;
* [https://www4.ti.ch/can/oltreconfiniti/dalle-origini-al-1900/vite-di-emigranti-e-discendenti/?tx_tichcanoltreconfiniti_canoltreconfinitipersonaggi%5Buid%5D=602&amp;amp;tx_tichcanoltreconfiniti_canoltreconfinitipersonaggi%5Baction%5D=show&amp;amp;tx_tichcanoltreconfiniti_canoltreconfinitipersonaggi%5Bcontroller%5D=Personaggi&amp;amp;cHash=59caff5dc5d39cdf11f0601b0eeafdc3 Francesco Borromini (mit Bild)] auf ti.ch/can/oltreconfiniti&lt;br /&gt;
* [https://sammlungenonline.albertina.at/#/query/f98ee68c-f00d-40ca-b37b-d6548cc8f128 &amp;#039;&amp;#039;Werke von Francesco Borromini&amp;#039;&amp;#039;] in der [[Albertina (Wien)]]&lt;br /&gt;
* Axel Christoph Gampp: [https://blog.nationalmuseum.ch/2022/10/schweizer-baumeister-und-die-barockisierung-europas/ &amp;#039;&amp;#039;Schweizer Baumeister und die Barockisierung Europas&amp;#039;&amp;#039;] Im Blog des [[Schweizerisches Nationalmuseum|Schweizerischen Nationalmuseums]] vom 11. Oktober 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Persönlichkeiten auf Schweizer Banknoten}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118513745|LCCN=n/80/25891|NDL=00620405|VIAF=7474084}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Borromini, Francesco}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Francesco Borromini| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Architekt des Barock]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Architekt (Rom)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steinmetz (Italien)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Person als Namensgeber für einen Asteroiden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Bissone)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische Person (Italien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1599]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1667]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Borromini, Francesco&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Castelli, Francesco (wirklicher Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=italienischer Architekt&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=25. September 1599&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Bissone]], [[Schweiz]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=2. August 1667&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Rom]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Scip.</name></author>
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