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	<title>Fotomanipulation - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T18:57:29Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fotomanipulation&amp;diff=255731&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2026-01-03T05:50:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Angela-merkel-ebw-01.jpg|mini|Original]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Angela-merkel-ebw-01-retuschiert.jpg|mini|Personen im Hintergrund entfernt sowie sanfte Retusche im Gesicht]]&lt;br /&gt;
Unter einer &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fotomanipulation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; versteht man die Veränderung oder [[Manipulation]] einer [[Fotografie]] unter Zuhilfenahme technischer Mittel, um einen fremden Sachverhalt vorzutäuschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Manipulation kann vor, während oder nach der Aufnahme erfolgen.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Vor&amp;#039;&amp;#039; der Aufnahme wird es [[inszenierte Fotografie]] genannt.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Während&amp;#039;&amp;#039; der Aufnahme ist es die [[Belichtungskorrektur|Korrektur der Belichtung]]. Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz der [[Mehrfachbelichtung]].&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Nach&amp;#039;&amp;#039; der Aufnahme geänderte Aufnahmen werden unter dem Begriff [[Bildbearbeitung]] zusammengefasst. Ältere Begrifflichkeiten verwendeten die Namen einzelner Techniken, wie Retusche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Fotomanipulation ist schon seit je eng mit der der Fotografie selbst verbunden. Bereits im 19. Jahrhundert, als es technisch möglich wurde, Bilder [[Chemie|chemisch]] zu fixieren, versuchten Fotografen, Fotos durch technische oder kompositorische Tricks zu verändern. Ihr Ziel war es, ein Bild einer Wirklichkeit zu erzeugen, die es so nicht gegeben hat. Dabei wurde zu verschiedenen Mitteln gegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Franzose [[Hippolyte Bayard]] (1801–1887) gilt als einer der frühesten Fotografen und entwickelte seinen „Fotoapparat“ sogar vor [[Louis Daguerre]]. Erste fotografische Versuche startete er bereits im Februar 1839. Das Verfahren, das Bayard im Verlauf dieser Experimente im März 1839 erfand, nannte sich „[[Direktpositiv-Verfahren]]“. Er hatte somit eine Methode entwickelt, um die Bilder direkt als Positiv auf Papier zu bringen. Von einem Freund Daguerres, [[François Arago]], wurde er jedoch überredet, mit der Veröffentlichung seiner Arbeit ein Jahr zu warten – so veröffentlichte Daguerre seine Erfindung zuerst, weshalb Bayard nicht als Erfinder der Fotografie gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin nahm Bayard ein Selbstporträt auf, das ihn selbst als Ertrunkenen darstellt, ein Protest gegen diese Ungerechtigkeit. Es symbolisiert, dass er über seine Erfindung schweigen musste. Er wird deshalb als Erfinder der modernen Technik des Kombinationsdruckes genannt, da er bereits verschiedene Negative verwendete, die er zu einem Bild kombinierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politischer Missbrauch ===&lt;br /&gt;
Machthaber nutzen gerne die Tatsache, dass der durchschnittliche Betrachter dazu neigt, die Glaubwürdigkeit von Fotos zu überschätzen. Der Gebrauch von Fotomanipulationen für politische Zwecke ist besonders leicht, wenn die Medien der Kontrolle von Personen unterstehen. Solcher Missbrauch fand und findet in allen Gesellschaften statt, in denen Individualinteressen gegen die Gemeinschaft eingesetzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Josef Stalin|Stalin]] ließ den ungarischen Revolutionär [[Tibor Szamuely]] aus einem Bild herausretuschieren, auf dem er hinter Lenin stand. Er sollte nicht mehr mit der [[Oktoberrevolution|bolschewistischen Revolution]] in Zusammenhang gebracht werden. Berühmte Opfer der [[Zensur in der Sowjetunion|sowjetischen Zensur]] waren [[Leo Trotzki|Trotzki]] und [[Lew Borissowitsch Kamenew|Kamenew]], die in späteren Zeiten als Regime-Gegner galten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heise.de/foto/artikel/Wenn-Pixel-luegen-Bildoptimierung-oder-Faelschung-226920.html?view=zoom%3Bzoom=1 www.heise.de; Andrea Trinkwalder: Wenn Pixel lügen: Bildoptimierung oder Fälschung?, 2. September 2008] zeigt eines der oft in Schulbüchern wiedergegebene Beispiel: Lenin mit Kamenew und Trotzki auf dem Swerdlow-Platz in Moskau, später wurden Kamenew und Trotzki herausretuschiert.&amp;lt;/ref&amp;gt; Siehe dazu ausführlich: [[Grigori Petrowitsch Goldstein]]&lt;br /&gt;
* [[Mao Zedong|Maos]] Ehefrau wurde nach dessen Tod von diversen Fotos entfernt. Das folgende Regime wollte verhindern, dass der Kult um Mao mit der politischen Vereinigung seiner Frau in Verbindung gebracht wurde.&lt;br /&gt;
* [[Adolf Hitler|Hitler]] ließ [[Joseph Goebbels|Goebbels]] aus einigen Bildern retuschieren, in denen beide mit [[Leni Riefenstahl]] zu sehen waren.&lt;br /&gt;
* Die politische Retusche spielte in der [[Tschechoslowakei]] eine Rolle, wo oft ästhetische Mängel der Grund für Veränderungen waren. So wurden Personen oder Gebäude entfernt, neu platziert oder kleine [[Schönheitsfehler]] ausgebessert. Fälschungen wurden von eigens engagierten Spezialisten, oft inhaftierten Banknotenfälschern, angefertigt.&lt;br /&gt;
* [[Propaganda]] war ein weiterer Grund warum Fotos manipuliert wurden. Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] sollten veränderte Bilder die Situation dramatisieren und die Bevölkerung in Kriegsstimmung versetzen.&lt;br /&gt;
* Anlässlich politischer Kampagnen wurden Retuschen erstellt, die dem Kontrahenten Schaden zufügten. Durch manipulierte Fotos wurden „Skandale“ erzeugt.&lt;br /&gt;
* Bereits zur Zeit des [[Sezessionskrieg|Amerikanischen Bürgerkriegs]] veränderten Fotografen Aufnahmen zu propagandistischen Zwecken oder um die Dramatik zu erhöhen. Solche Fotos wurden als eine Art „[[Souvenir]]“ an den Meistzahlenden verkauft.&lt;br /&gt;
* Das [[Petersburger Blutsonntag#Das gestellte Foto von 1925|Foto vom Petersburger Blutsonntag]] (1925) war gestellt.&lt;br /&gt;
* Die bekannte Aufnahme &amp;#039;&amp;#039;[[Auf dem Berliner Reichstag, 2. Mai 1945]]&amp;#039;&amp;#039; vom Hissen der sowjetischen [[Siegesflagge]] auf dem deutschen Reichstag zum Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] ist nachgestellt. Sie entstand erst zwei Tage nach dem tatsächlichen Hissen durch [[Michail Petrowitsch Minin]] am Abend des 30. April 1945. Das am 2. Mai vom Frontberichterstatter [[Jewgeni Ananjewitsch Chaldei|Jewgeni Chaldei]] aufgenommene Foto wurde darüber hinaus mehrfach retuschiert. Ein Soldat trug auf dem Originalbild mehrere, vermutlich gestohlene Armbanduhren, von denen eine herausretuschiert wurde. Später wurden einige Rauchwolken dunkler und bedrohlicher gestaltet. Auch wurde eine dramatisch im Wind bauschende Fahne ins Bild montiert.&lt;br /&gt;
* Der langjährige italienische Ministerpräsident [[Silvio Berlusconi#Interessenkonflikte|Silvio Berlusconi]] nutzte seine Medienmacht als Besitzer des Berlusconi-TV zur Manipulation von Bildern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.psdisasters.com/2010/02/silvio-berlusconi-twins.html |text=Mailand, 18. April 2008, Piazza del Duomo, per Photoshop duplizierte Anhänger Berlusconis auf: photoshopdisasters.blogspot.com |wayback=20150924082727}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2011 manipulierte die [[Chassidismus|chassidische]] [[Ultraorthodoxes Judentum|(ultraorthodoxe)]] Zeitung „Der Tzitung“ in ihrem Bericht über [[Osama bin Laden]]s Tötung das offizielle Foto des Weißen Hauses: In dem Aufmacherfoto sind die amerikanische Außenministerin [[Hillary Clinton]] und eine zweite Frau wegretuschiert – wegen religiös begründeter [[Sittlichkeit]]svorstellungen, die zeitunglesenden Männern den Anblick von Frauen verbieten.&amp;lt;ref&amp;gt;zeit.de / [[Jörg Lau]]: [https://blog.zeit.de/joerglau/2011/05/09/its-a-mans-world-ultraorthodoxe-zeitung-last-hilary-clinton-aus-foto-verschwinden_4883 &amp;#039;&amp;#039;It’s a man’s world: Ultraorthodoxe Zeitung läßt Hilary&amp;lt;!-- sic! --&amp;gt; Clinton aus Foto verschwinden&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 veröffentlichte die abgesetzte katalanische Regionalregierung auf ihrer Website ein Foto der „Mitglieder der legitimen Regierung“, auf dem der frühere Minister [[Santi Vila i Vicente]] wegretuschiert worden war, allerdings war dabei vergessen worden, sein (noch sichtbares) linkes Bein zu entfernen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[El País]] (Madrid): [https://elpais.com/ccaa/2017/11/19/catalunya/1511049128_667364.html &amp;#039;&amp;#039;El Govern destituido borra a Santi Vila en su nueva web&amp;#039;&amp;#039;]. 19. November 2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Methoden der Manipulation ==&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren stiegen die Möglichkeiten beträchtlich, um Fotos zu verändern. Die Entwicklung in der [[Bildverarbeitung|Elektronischen Bildverarbeitung]] ermöglichte eine leichtere Bildmanipulation. Die Sofwarehilfsmittel erlauben es meist Veränderungen für das ungeschulte [[Auge]] kaum erkennbar auszuführen. Vor dem [[Computer#Geschichte|Computerzeitalter]] waren Fotografen für solche Vorhaben auf ihre handwerklichen Fähigkeiten zur Retusche angewiesen. Deren Methoden sind jedoch als Vorläufer der neuen Techniken erkennbar. Die Fotomanipulation wurde ein beherrschender Bestandteil der [[Massenmedien]]. Neben [[#Politischer Missbrauch|politischen Gründen]] ist die [[Beautyretusche]] allgegenwärtig. Es gibt (fast) kein veröffentlichtes [[Porträt]] ohne Manipulation der gewünschten Schlüsselreize.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ältere Methoden ===&lt;br /&gt;
Manipulationstechniken sind deutlich älter als hundert Jahre. Mittels feiner Pinsel und spezieller Farbe wurden wichtige Bilddetails sowohl auf Fotos, als auch den Originalen (Negative, Glasplatten) nachgezeichnet. In den meisten Fällen diente diese Arbeit der Verbesserung des [[Schärfe (Fotografie)#Schärfeeindruck|Schärfeeindrucks]]. Diese Methode war so erfolgreich, dass sie bis Ende des 20. Jahrhunderts von den meisten Profifotografen für derartige Zwecke benutzt wurde. Eine beliebte Methode, die ohne großen technischen Aufwand auskam, war das Nachstellen von Szenen (Inszenierte Fotografie), das vor allem dann zum Einsatz kam, wenn der Fotograf zum Zeitpunkt des Geschehens nicht anwesend war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Möglichkeit, die noch in ähnlicher Form angewendet wird, war die [[Fotomontage]], bei der ein Bild aus mehreren Negativen zusammengesetzt wurde oder durch [[Mehrfachbelichtung]]en erzeugt wurde. Eine Mischung aus diesen beiden Methoden war die Komposografie. Durch das Entfernen oder Hinzufügen von Details und falsche Texterklärungen kann zwar nicht das Foto selbst, aber der Zusammenhang, in dem das Bild steht, verfälscht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Komposografien ====&lt;br /&gt;
Die Komposografie ist eine retuschierte Bild[[collage]]. Der Amerikaner Harry Grogin gilt als ihr Erfinder, da der Ausdruck erstmals in seiner Zeitschrift „The Graphic“ erwähnt wurde.&lt;br /&gt;
Beim Prozess um das Ehepaar Rhinelander (1925) konnten die Fotografen keine brauchbaren Fotos machen, deshalb verwendete Artdirector Grogin Fotos der im Gerichtssaal anwesenden Personen und stellte die Szene mit Schauspielern nach. Auf deren Körper kopierte er die Köpfe der Dargestellten. Er verwendete insgesamt 20 verschiedene Fotos für ein Bild, das in „The Graphic“ erschien. Die Fälschung war mit dem Hinweis, dass das Bild im Studio entstanden sei, als solche gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Komposografie existierte bereits länger, schon 1857 fertigte der Fotograf [[Oscar Gustave Rejlander]] Bilder mit dokumentarischer Qualität an, die er aus 30 separaten Negativen zu einem Bild zusammengefügt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuere Methoden ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die moderne digitale [[Bildbearbeitung]] bietet unzählige, leicht zu realisierende Manipulationsmöglichkeiten. Grenzen der Manipulationen sind praktisch nur noch durch die Fantasie gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entwickelte sich das Bedürfnis einem Foto wieder Beweiskraft zu geben. Versuche, dies auf technischem Wege zu realisieren, sind das [[Digital Negative|digitale Negativ]], [[Digitales Wasserzeichen|digitale Wasserzeichen]] oder [[digitale Bildforensik]]. Jedoch erlauben schon einfache Bildgestaltungsmittel, wie beispielsweise die Wahl des Aufnahmestandorts, einige Manipulationsmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;250&amp;quot; heights=&amp;quot;200&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Kamen Park Inn 95 IMGP3778 wp.jpg|Ein Hotel mitten in einem Gewerbegebiet (Aufnahme mit [[Teleobjektiv]] aus weiter Entfernung).&amp;lt;br /&amp;gt;Bereits bei diesem Bildausschnitt sind viele Details der Umgebung nicht mehr zu sehen: Baumärkte, Möbelhaus, Hochspannungsleitungen, Trubel und viel Verkehr.&lt;br /&gt;
 Kamen Park Inn 24 IMGP3760 wp.jpg|Mit einem näher am Gebäude gelegenen Aufnahmestandpunkt und geringerer [[Brennweite]] ist die Gewerbeumgebung ausgeblendet&amp;lt;br /&amp;gt;... und schon macht das Bild einen [[Stille|ruhigeren]] Eindruck.&lt;br /&gt;
 Kamen Park Inn 15 IMGP3752 wp.jpg|Von einem noch näher gelegenen Standort und mit [[Weitwinkelobjektiv]] fotografiert, sieht die Szene fast aus wie in einem Park.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Subjektive Bildinterpretation ==&lt;br /&gt;
Neben objektiv quantifizierbaren Fotomanipulationen setzt die Individualität der Wahrnehmung eines Fotos bereits bei der Interpretation dessen an. Die Wahrnehmung desselben Bildes durch zwei Personen kann demnach zu gravierend unterschiedlichen Ergebnissen führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Jan-Philipp Stein]], Sana Sehic, Markus Appel |Hrsg=Markus Appel |Titel=Machtvolle Bilder und Bildmanipulationen |Sammelwerk=Die Psychologie des Postfaktischen: Über Fake News, „Lügenpresse“, Clickbait &amp;amp; Co. |Verlag=Springer |Ort=Berlin, Heidelberg |Datum=2020 |ISBN=978-3-662-58695-2 |Seiten=177–187 |DOI=10.1007/978-3-662-58695-2_16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Grund hierfür sind diverse biopsychologische Vorgänge. Beispielsweise durchlaufen die von der Netzhaut zum primären visuellen Cortex geleiteten Informationen von dort zwei unterschiedliche Verarbeitungswege: Über den partietalen Verarbeitungspfad werden insbesondere Bewegungen wahrgenommen, während der temporale Verarbeitungspfad der Objekt-, Farb- und Mustererkennung dient.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl R. Gegenfurtner, Sebastian Walter, Doris I. Braun |Hrsg=H. D. Huber, B. Lockermann, M. Scheibel |Titel=Visuelle Informationsverarbeitung im Gehirn |Sammelwerk=Bild/Medien/Wissen. Visuelle Kompetenz im Medienzeitalter |Verlag=Kopaed |Ort=München |Datum= |Seiten=69–88}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Anhand dieser neuronalen Zerlegung von Bildinformationen in Einzelteile sowie die Fähigkeit des Gehirns, Wahrgenommenes mit bereits gemachten Erfahrungen zu assoziieren und dadurch verändert zu verarbeiten, kann die Subjektivität der Bildinterpretation bereits gut illustriert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=P. Weber, M. Pache, H. J. Kaiser, J. Lütschg |Titel=Entwicklung und Entwicklungsstörungen der zentral-visuellen Wahrnehmung |Sammelwerk=Monatsschrift Kinderheilkunde |Band=150 |Nummer=1 |Datum=2002-01-01 |ISSN=0026-9298 |Seiten=62–69 |DOI=10.1007/s112-002-8182-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Fotomanipulation im weiteren Sinn erfolgt also nicht nur bei der Produktion des Bildschaffenden, sondern auch bei der Wahrnehmung und Interpretation des Bildrezipienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glaubwürdigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Arbeit des Fotojournalisten beruht von jeher auf dem Vertrauen der Leser und somit auf dem Maß an Glaubwürdigkeit, das seinen Bildern innewohnt. In den Anfängen der Fotografie war man sogar der Ansicht, dass die Kamera nicht lügen könne und deshalb alles, was sie zeigt, der Wahrheit entspricht. Dieses Vertrauen in die realitätsgetreue Wiedergabe der Umwelt wurde aber im Laufe der Jahre auf eine harte Probe gestellt, denn die Manipulationsfälle häuften sich. Dennoch genießt die Fotografie noch einen gewissen Beweischarakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist das Wort „[[Manipulation]]“ ursprünglich nicht unbedingt negativ behaftet. Paul Martin Lester definiert den Begriff in einem seiner Artikel zuerst mit {{&amp;quot; |Text=to operate, use, or handle something |Sprache=en}}. Erst die dritte und vierte Bedeutung {{&amp;quot; |Text=to control or influence somebody or something in an ingenious or devious way |Sprache=en}} und {{&amp;quot; |Text=to change or present something in a way that is false, but personally advantageous |Sprache=en}} enthält den schlechten Beigeschmack, den wir mit diesem Wort verbinden. Sie bezieht sich auf die betrügerische Absicht, die hinter der bloßen Veränderung steht, und erst in dieser Erklärung definiert sich ethisch unkorrektes Handeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In die Kategorie der erlaubten Veränderungen fallen die so genannten Bildillustrationen, wie sie etwa auf den [[Titelseite]]n von Magazinen zu finden sind. Sie müssen als Fälschungen erkennbar oder als solche gekennzeichnet sein und dürfen keinen Anspruch darauf erheben, Originalfotos zu sein. Andere legale Praktiken sind beispielsweise zoomen, die Änderung des Winkels, die Verwendung anderer Linsen, sowie diverse Dunkelkammertechniken, wie Adjustieren von Kontrast und Graustufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Definitiv nicht legal sind dagegen Fotomontagen oder anders veränderte Bilder, die als Originale ausgegeben werden. Sie werden als „visuelle Lügen“ bezeichnet und verstoßen somit gegen die Sorgfalts- und Wahrheitspflicht der Presse und werden nicht von der Pressefreiheit gedeckt. Eine explizite gesetzliche Regelung, die Fotomanipulationen verbieten würde, existiert jedoch nicht. Es ist fraglich, ob eine abstrakte gesetzliche Regelung auf diesem Gebiet überhaupt möglich ist, denn für die Entscheidung, ob eine legitime Bildbearbeitung bereits eine illegitime (und damit unter Umständen illegale) Fotomanipulation darstellt, muss stets der Einzelfall im entsprechenden Kontext betrachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine übliche Form der Kennzeichnung von Manipulationen ist das Symbol „[M]“ in der Quellenangabe.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.freelens.com/magazin-archiv/achtung-manipulation/ Maria Jansen: Achtung, &amp;lt;nowiki&amp;gt;[M]anipulation!&amp;lt;/nowiki&amp;gt; (Freelens Magazin #12, 2. Ouartal 2000)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Dino A. Brugioni: &amp;#039;&amp;#039;Photo Fakery. The history and techniques of photographic deception and manipulation.&amp;#039;&amp;#039; Brassey’s, Dulles VA 1999, ISBN 1-57488-166-3.&lt;br /&gt;
* Oliver Deussen: &amp;#039;&amp;#039;Bildmanipulation. Wie Computer unsere Wirklichkeit verzerren&amp;#039;&amp;#039; Spektrum Akademischer-Verlag, Berlin u. a. 2007, ISBN 978-3-8274-1900-2.&lt;br /&gt;
* Rainer Fabian: &amp;#039;&amp;#039;Die Fotografie als Dokument und Fälschung.&amp;#039;&amp;#039; Desch, München 1976, {{Falsche ISBN|3-420-04712-3}}.&lt;br /&gt;
* [[Walter Hömberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Auch Bilder können lügen. Zur Geschichte der Bildmanipulation&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Sage und Schreibe.&amp;#039;&amp;#039; Heft 7, 1995, {{ISSN|1431-8350}}, S. 10–11.&lt;br /&gt;
* Walter Hömberg: &amp;#039;&amp;#039;Nachrichten-Dichter. Journalismus zwischen Fakten und Fälschung.&amp;#039;&amp;#039; In: Ute Nawratil, Philomen Schönhagen, Heinz Starkulla jr. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Medien und Mittler sozialer Kommunikation. Beiträge zu Theorie, Geschichte und Kritik von Journalismus und Publizistik. Festschrift für [[Hans Wagner (Kommunikationswissenschaftler)|Hans Wagner]].&amp;#039;&amp;#039; Leipziger Universitäts-Verlag, Leipzig 2002, ISBN 3-936522-06-5, S. 289–306.&lt;br /&gt;
* Alain Jaubert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Fotos, die lügen. Politik mit gefälschten Bildern.&amp;#039;&amp;#039; Athenäum, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-610-08523-1.&lt;br /&gt;
* [[David King (Fotohistoriker)|David King]]: &amp;#039;&amp;#039;Stalins Retuschen. Foto- und Kunstmanipulationen in der Sowjetunion.&amp;#039;&amp;#039; Hamburger Edition, Hamburg 1997, ISBN 3-930908-33-6.&lt;br /&gt;
* Paul Lester: &amp;#039;&amp;#039;Photojournalism. An Ethical Approach.&amp;#039;&amp;#039; Erlbaum, Hillsdale NJ 1991, ISBN 0-8058-0671-7.&lt;br /&gt;
* [[Martha Rosler]]: &amp;#039;&amp;#039;Bildsimulationen, Computermanipulationen: einige Überlegungen.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wolfgang Kemp]]: &amp;#039;&amp;#039;Theorie der Fotografie.&amp;#039;&amp;#039; Band 4: [[Hubertus von Amelunxen]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;1980–1995.&amp;#039;&amp;#039; Schirmer/Mosel, München 2000, ISBN 3-88814-729-8, S. 129–170.&lt;br /&gt;
* Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bilder, die lügen.&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;X für U.&amp;#039;&amp;#039; Begleitbuch zur Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. 3. Auflage. Bouvier, Bonn 2003, ISBN 3-416-02902-X.&lt;br /&gt;
* Rudolf Strietholt: &amp;#039;&amp;#039;Fälschungen, Fotomontagen, Zwischenzeiten.&amp;#039;&amp;#039; In: Emil Dovifat (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Publizistik.&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Praktische Publizistik.&amp;#039;&amp;#039; 1. Teil. de Gruyter, Berlin 1969, S. 106–155.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiversity|Kurs:GIMP|Fotomanipulation mit GIMP}}&lt;br /&gt;
* Florian Rötzer: [https://www.heise.de/tp/features/Das-manipulierte-Bild-auf-der-Titelseite-3429097.html &amp;#039;&amp;#039;Das manipulierte Bild auf der Titelseite&amp;#039;&amp;#039;]. 3. April 2003&lt;br /&gt;
* [http://www.rhetorik.ch/Bildmanipulation/Bildmanipulation.html Ausführliche Seite über Bildmanipulationen (rhetorik.ch)]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20201127164724/http://pth.izitru.com/ Fotomanipulationen von 1860 bis heute]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Computergrafik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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