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	<title>Fossiles Wasser - Versionsgeschichte</title>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fossiles_Wasser&amp;diff=428780&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Leyo: Komma vor DOI</title>
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		<updated>2025-04-01T08:15:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Komma vor DOI&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fossiles Wasser&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist [[Wasser]] in tiefen Gesteinskörpern, das seit der [[Urgeschichte|Prähistorie]]&amp;amp;nbsp;– teils auch deutlich länger&amp;amp;nbsp;– keinen Kontakt mehr mit der [[Erdatmosphäre]] oder [[Oberflächengewässer]]n hatte. Für ein genaues Mindestalter gibt es keine einheitliche Festlegung, nicht selten wird ein früh[[holozän]]es Alter, das heißt 10.000 bis 12.000 Jahre, als Richtwert genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;jasechko et al. 2017&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Moran_et_al_2015&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;bierkens_&amp;amp;_wada_2019&amp;quot; /&amp;gt; (vgl. →&amp;amp;nbsp;[[Fossil]]). Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;fossiles Wasser&amp;#039;&amp;#039; wird vorwiegend für entsprechend alte meteorische (paläometeorische) Wässer, das heißt vor mindestens mehreren Jahrtausenden versickerte [[Niederschlag]]swässer, verwendet. Die [[Grundwasserleiter]] dieser auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;tiefe Grundwässer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (engl. auch &amp;#039;&amp;#039;old groundwater&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;paleowater&amp;#039;&amp;#039;) genannten Wässer liegen im Bereich von mindestens einigen hundert Metern unterhalb des Niveaus der Oberflächengewässer oder sind anderweitig mehr oder weniger vollständig vom Zufluss von der und Abfluss zur [[Erdoberfläche]] isoliert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;thurner_1967&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;hölting_1996&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kohfahl_et_al_2011&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;spektrum LexGeowiss&amp;quot; /&amp;gt; Aber auch tief versenkte, synsedimentäre (das heißt aus der Zeit der [[Sedimentation]] des sie enthaltenden Gesteinskörpers stammende) Porenwässer urzeitlicher Oberflächengewässer, sogenannte &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;konnate Wässer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, werden als &amp;#039;&amp;#039;fossiles Wasser&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kohfahl_et_al_2011&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;spektrum LexGeowiss&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;karrenberg_1981&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Alter fossiler Wässer kann [[Radiometrische Datierung|radiometrisch]] oder mithilfe anderer [[Isotopenuntersuchung]]en relativ präzise bestimmt werden,&amp;lt;ref name=&amp;quot;suckow_et_al_2013&amp;quot; /&amp;gt; und die Menge oder die reine Präsenz bestimmter im Wasser gelöster Stoffe lässt Rückschlüsse auf seine Herkunft (meteorisch vs. konnat) sowie auf die regionalen oder globalen Umweltbedingungen zum Zeitpunkt seiner letztmaligen Teilnahme am [[Wasserkreislauf]] oder zum Zeitpunkt seiner [[Infiltration (Hydrogeologie)|Infiltration]] in den Grundwasserleiter zu.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glynn_&amp;amp;_plummer_2005&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;abouelmagd_et_al_2014&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fossiles Wasser gilt als „besonders rein“, das heißt, es ist nahezu frei von [[anthropogen]]en Verunreinigungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jasechko et al. 2017&amp;quot; /&amp;gt; Andererseits sind viele fossile Wässer, auch solche, die aus meteorischem Wasser hervorgegangen sind, aufgrund ihrer hohen Verweildauer im Untergrund stark mit [[Salze|Mineralien]] angereichert und nur bedingt als Trinkwasser oder für die Bewässerung nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kohfahl_et_al_2011&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Examples of groundwater systems Bierkens &amp;amp; Wada (2019) Environ Res Lett 14 063002 Fig 1.svg|mini|hochkant=1.5|Beispiele für verschiedene Grundwassersysteme ({{Farbindex|E9DFA3|[[Vadose Zone|ungesättigte (vadose) Zone]] und [[Bodenwasser]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;zone}}; {{Farbindex|DFEDFB|[[Phreatische Zone|gesättigte (phreatische) Zone]]}}; {{Farbindex|6C5334|[[Grundwassernichtleiter]]}}). Beispiel (a) zeigt einen [[Ungespanntes Grundwasser|ungespannten (phreatischen)]], hydraulisch nicht von der oberfläche isolierten Grundwasserleiter in einer Region mit [[humides Klima|humidem Klima]]. Beispiel (b) ist ein ähnliches Grundwassersystem, jedoch in einer Region mit [[Semiarides Klima|semi-aridem]] bis [[Arides Klima|aridem Klima]]. Beispiel (c) zeigt einen [[Gespanntes Grundwasser|gespannten]], hydraulisch weitgehend von der Oberfläche isolierten Grundwasserleiter. Überwiegend oder ausschließlich fossiles Wasser kommt in den Grundwasserleitern in Beispiel (b) bzw. in den relativ quellnahen Bereichen von Beispiel (c) vor, sofern für (c) angenommen wird, dass die räumliche Distanz zwischen Grundwasserneubildungsgebiet und Quellaustritt oder Entnahmestelle und mithin die zeitliche Distanz zwischen der Infiltration des Grundwassers in den Aquifer und seinem Wiederaustritt an der Quelle oder seiner Entnahme über den künstlich angelegten Brunnen ausreichend groß (viele 100 km bzw. etliche 1000 Jahre) sind.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Eine exakte Abgrenzung zwischen meteorischem und fossilem bzw. tiefem Grundwasser „ist vielfach nicht möglich“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hölting_1996&amp;quot; /&amp;gt; Im Bereich des [[Norddeutsches Tiefland|Norddeutschen Tieflandes]] werden Grundwässer mit hohem Salzgehalt, die in einer Tiefe von mindestens 250 bis 300 Metern unterhalb des Niveaus der Oberflächengewässer vorkommen, als fossiles bzw. tiefes Grundwasser betrachtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hölting_1996&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kohfahl_et_al_2011&amp;quot; /&amp;gt; Nach einer Auswertung der Daten von Wasserproben aus weltweit knapp 6500 Grundwasserentnahmestellen in den obersten 1000 Metern der [[Erdkruste]] enthalten Grundwasserleiter in mindestens 250 Metern Tiefe im Mittel ([[Median]]) mehr als 50 % Wasser, das sich dort spätestens seit der [[Pleistozän]]-[[Holozän]]-Wende vor 12.000 Jahren befindet. In Grundwasserleitern in mindestens 400 Metern Tiefe sind es im Mittel sogar mehr als 75 %.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jasechko_et_al_2017_suppl&amp;quot; /&amp;gt; Auf dieser Grundlage wird konservativ geschätzt, dass ein bedeutender Anteil (42 bis 85 %) der Grundwasservorkommen in den obersten 1000 Metern der Erdkruste fossiles Wasser ist. Zu den Grundwasserleitern, in denen fossiles Wasser einen Anteil von  mehr als 50 % hat, gehören auch solche, aus denen [[Süßwasser]] für die [[industrielle Landwirtschaft]] gewonnen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jasechko et al. 2017&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiele ===&lt;br /&gt;
Als Paradebeispiele für Vorkommen fossilen Wassers gelten tiefe [[Aquifere]] in [[Arides Klima|ariden]] Gebieten, speziell in der [[Sahara]] und auf der [[Arabische Halbinsel|Arabischen Halbinsel]] und insbesondere der [[Nubischer-Sandstein-Aquifer]] in der östlichen Sahara. Diese Aquifere sind oft weniger aus geologischen (d.&amp;amp;nbsp;h. hydraulisch) als vielmehr aus klimatischen Gründen vom Wasserkreislauf isoliert, da die Niederschlagsmengen in diesen Regionen so gering sind, dass [[Grundwasserneubildung]] gar nicht oder nur in sehr geringem Umfang erfolgt und somit nahezu sämtliches Wasser in diesen Aquiferen aus den niederschlagsreicheren Zeiten vor dem Anbruch des Holozäns stammt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bierkens_&amp;amp;_wada_2019&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;abouelmagd_et_al_2014&amp;quot; /&amp;gt; So sind beim Wasser des Nubischer-Sandstein-Aquifers anhand seines Gehaltes an den „kosmogenen“ radioaktiven Isotopen [[Chlor#Isotope|Chlor-36]] (in Form von [[Chlorid]]-Ionen) und [[Krypton#Isotope|Krypton-81]] Höchstalter von 1&amp;amp;nbsp;Million Jahren und mehr ermittelt worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sturchio_et_al_2004&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sherif_et_al_2019&amp;quot; /&amp;gt; Die tiefen Grundwässer im semiariden bis ariden Norden Chinas hingegen sind allesamt nicht älter als ca. 45.000 Jahre,&amp;lt;ref name=&amp;quot;curell_et_al_2012&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;!-- ältestes absolutes Alter in der Quelle angegeben mit 35 ka; die im Zus. mit dem Minquin-Becken als Minimalwert angegebenen 0.6 pmc („percent modern carbon“) entsprechen einem Altersbereich zwischen 40.000 und 45.000 Jahren, vgl. Zerfallskurve auf https://va.water.usgs.gov/va123/3age-D.html, die sich mit der Angabe in Edmunds et al. (2006) deckt, dass ca. 20 pmc der Pleistozän-Holozän-Wende entsprechen, sowie die Quelle zu den nachfolgenden Altersangaben für das West Canning Basin.--&amp;gt; und zumindest der tiefe Aquifer im nördlichen Teil der [[Nordchinesische Ebene|Nordchinesischen Ebene]] ist an den Rändern der Ebene nur teilweise hydraulisch von der Oberfläche isoliert und erhält dort Sickerwasser aus den [[Alluvialer Fächer|Alluvialfächern]] der großen aus dem [[Taihangshan|Taihang-Gebirge]] austretenden Flüsse.&amp;lt;ref name=&amp;quot;foster_et_al_2003&amp;quot; /&amp;gt; Ähnliche Höchstalter wie für Nordchina sind mittels der [[Radiokarbonmethode]] für nicht allzu tiefe (82–152&amp;amp;nbsp;m unter [[Geländeoberkante|GOK]]) Grundwässer im West Canning Basin im Norden von [[Western Australia]] ermittelt worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;meredith_2009&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenngleich das tiefere Grundwasser im [[Kalahari-Becken]] aufgrund „seiner sedimentologischen und tektonischen Position und der vorherrschend geringen [[Hydraulischer Gradient|hydraulischen Gradienten]]“ als „semi-fossil“ bezeichnet wird, sind dort zumindest nördlich des [[Okavangodelta]]s im sogenannten Lower Kalahari Aquifer (LKA; Tiefenbereich der Entnahmestellen 130–250&amp;amp;nbsp;m), mittels der Chlor-36-Methode überwiegend Grundwasseralter von deutlich über 100.000 Jahren festgestellt worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bäumle_et_al_2019&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bislang älteste bekannte Grundwasser entstammt relativ ergiebigen „Kluftwassertaschen“, die auf der 2900-m-[[Sohle (Bergbau)|Sohle]] der [[Kidd Creek Mine]] in der Superior-Provinz des [[Kanadischer Schild|Kanadischen Schildes]] angebohrt wurden. Entsprechende Proben wurden anhand ihres Gehaltes an radiogenen (d.&amp;amp;nbsp;h. dem [[Radioaktivität|Zerfall]] von [[Uran]] und [[Thorium]] entstammenden) [[Edelgase|Edelgas]][[isotop]]en auf ein mittleres Alter von 1,7 Milliarden Jahren ([[Paläoproterozoikum]]) datiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;warr_et_al_2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nutzung als Ressource und Probleme durch Übernutzung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Irrigation in the Heart of the Sahara.jpg|mini|Intensiver Ackerbau mitten in der Wüste, ermöglicht durch [[Pivot-Beregnungssystem|Pivot-Bewässerung]] mit fossilem Grundwasser aus dem Nubischer-Sandstein-Aquifer (Ägypten, unweit der sudanesischen Grenze). Das Satellitenbild zeigt den Zustand von 2001, die Anbaufläche hat sich seither deutlich vergrößert.]]&lt;br /&gt;
In Regionen mit geringen Niederschlagsmengen und kaum vorhandenen Oberflächengewässern dient, sofern sein Gehalt an gelösten Stoffen ausreichend niedrig ist, nicht selten fossiles Wasser als Hauptquelle für die [[Trinkwasserversorgung]] der Bevölkerung und/oder für die Bewässerung von Feldern. Problematisch hierbei ist die [[rezent]] nur geringumfängliche [[Grundwasserneubildung]] in diesen Regionen, die dazu führt, dass die mit moderner Technik über [[Tiefbohrung]]en geförderten Grundwasservorräte unter dem Druck einer wachsenden Bevölkerung mit entsprechend wachsendem Wasser- und Nahrungsmittelbedarf zusehends erschöpfen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;curell_et_al_2012&amp;quot; /&amp;gt; So ergaben [[Computermodell|Modellierungen]] unter den realistischsten klimatischen und [[Sozioökonomie|sozioökonomischen]] Parametern, dass auf der Arabischen Halbinsel sämtliche nutzbaren Grundwasservorräte binnen 60 bis 90 Jahren und in Nordafrika binnen 200 bis 350 Jahren vollständig erschöpft sein könnten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mazzoni_et_al_2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Nordchina senkten sich bis zum Jahr 2012 die Grundwasserpegel an den Entnahmestellen in den tiefen, fossiles Wasser führenden Aquiferen mit einer Rate von bis zu 4&amp;amp;nbsp;m/Jahr ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;curell_et_al_2012&amp;quot; /&amp;gt; In der dicht besiedelten Nordchinesischen Ebene führte exzessive Grundwasserentnahme aus dem tiefen Aquifer in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts lokal zu erheblichen [[Landsenkung]]en (durch Abnahme des Porendruckes und resultierender Kompaktion des Aquifergesteins) und zur Versalzung des Grundwassers (u.&amp;amp;nbsp;a. durch Einsickern überlagernder [[Brackwasser|brackischer]] Grundwässer).&amp;lt;ref name=&amp;quot;foster_et_al_2003&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natürliche (geogene) und potenzielle anthropogene Kontamination ==&lt;br /&gt;
Abgesehen von einer generell zu hohen Lösungsfracht kann die Nutzung von fossilem Grundwasser durch [[geogen]]e [[Radioaktivität|radioaktive]] Belastung eingeschränkt sein. So weist Grundwasser aus dem [[Kambrium|kambro]]-[[Ordovizium|ordovizischen]] Disi-Sandstein-Aquifer im Süden [[Jordanien]]s, das ansonsten Trinkwasserqualität hat, eine bis zu 20-fach&amp;lt;!-- „2000 %“ --&amp;gt; höhere [[Radium]]-226- und Radium-228-Aktivität auf als nach internationalen Trinkwasserstandards als unbedenklich eingestuft wird. Um es dennoch als Trinkwasser in dem Wüstenland nutzen zu können, müsste es mit relativ hohem technischen Aufwand aufbereitet werden. Das Radium entstammt dem Zerfall von [[Uran]] und [[Thorium]] in den [[Schwermineral]]en des Aquifer-[[Sandstein]]s. Dass es trotz eines eher mobilisationsungünstigen chemischen Milieus (relativ hoher [[pH-Wert]], hohe Sauerstoffsättigung) in vergleichsweise hohem Maße im Wasser vorhanden ist, wird damit erklärt, dass der Aquifer-Sandstein einen sehr geringen Gehalt an [[Tonmineral]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;partikeln hat, an deren Oberfläche das Radium wieder [[Adsorption|adsorbiert]] werden könnte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vengosh_et_al_2009&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der weit verbreiteten Ansicht, dass Aquifere mit fossilem Wasser im Wesentlichen von [[anthropogen]]er Verschmutzung abgeschirmt seien, konnten in Wässern, deren Anteil zu mehr als 50 % fossil ist, weltweit bei rund der Hälfte der entsprechend untersuchten Entnahmestellen erhöhte Werte von [[Tritium]] nachgewiesen werden. Der natürliche Tritium-Anteil in der Erdatmosphäre ist ausgesprochen niedrig. Seit den ersten [[Kernwaffentest|Tests]] bestimmter [[Kernwaffe|Atomwaffen]] in den 1950er-Jahren ist der Anteil jedoch künstlich erhöht, und damit auch der Tritium-Anteil in meteorischen Wässern. Ein erhöhter Tritium-Anteil in tiefen Grundwässern, deren Neubildung eigentlich weit vor den 1950er Jahren erfolgt sein sollte, wäre demnach ein Hinweis darauf, dass diese nicht vollständig vom Wasserkreislauf abgeschnitten sind. Somit könnten an der Oberfläche freigesetzte anthropogene Schadstoffe binnen mehrerer Jahrzehnte in diese Aquifere vordringen. Jedoch ist die Häufigkeit von erhöhtem Tritium in Grundwasser, das zu höchstens 50 % fossil ist, genauso hoch wie die in Grundwasser, das zu mehr als 50 % fossil ist. Deshalb erscheint es wahrscheinlicher, dass viele der beprobten Entnahmestellen von Wasser das zu mehr als 50 % fossil ist, nicht ausschließlich Wasser aus den tiefen, tatsächlich weitgehend vom Wasserkreislauf isolierten Aquiferen fördern, sondern dass sie auch flachere Aquifere „anzapfen“, und dass innerhalb der Entnahmestellen eine Vermischung von unterschiedlich alten Grundwässern aus verschieden tiefen Aquiferen erfolgt ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jasechko et al. 2017&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;abouelmagd_et_al_2014&amp;quot;&amp;gt;Abdou Abouelmagd, Mohamed Sultan, Neil C. Sturchio, Farouk Soliman, Mohamed Rashed, Mohamed Ahmed, Alan E. Kehew, Adam Milewski, Kyle Chouinard: &amp;#039;&amp;#039;Paleoclimate record in the Nubian Sandstone Aquifer, Sinai Peninsula, Egypt.&amp;#039;&amp;#039; Quaternary Research. Bd.&amp;amp;nbsp;81, Nr.&amp;amp;nbsp;1, 2014, S.&amp;amp;nbsp;158–167, [[doi:10.1016/j.yqres.2013.10.017]] (alternativer Volltextzugriff: {{Webarchiv|url=http://wrrs.uga.edu/wp-content/uploads/2015/05/Abouelmagd-et-al_2014.pdf |wayback=20201025024905 |text=University of Georgia |archiv-bot=2025-02-09 03:04:31 InternetArchiveBot }} 1,5&amp;amp;nbsp;MB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;bierkens_&amp;amp;_wada_2019&amp;quot;&amp;gt;Marc F. P. Bierkens, Yoshihide Wada: &amp;#039;&amp;#039;Non-renewable groundwater use and groundwater depletion: a review.&amp;#039;&amp;#039; Environmental Research Letters. Bd.&amp;amp;nbsp;14, Nr.&amp;amp;nbsp;6, 2019, Art.-Nr.&amp;amp;nbsp;063002, [[doi:10.1088/1748-9326/ab1a5f]] (Open Access).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;bäumle_et_al_2019&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Roland Bäumle, Thomas Himmelsbach, Ursula Noell: &amp;#039;&amp;#039;Hydrogeology and geochemistry of a tectonically controlled, deep-seated and semi-fossil aquifer in the Zambezi Region (Namibia).&amp;#039;&amp;#039; Hydrogeology Journal. Bd.&amp;amp;nbsp;27, Nr.&amp;amp;nbsp;3, 2019, S.&amp;amp;nbsp;885–914, [[doi:10.1007/s10040-018-1896-x]] (alternativer Volltextzugriff: [https://www.researchgate.net/publication/329401161 ResearchGate]).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;curell_et_al_2012&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Matthew J. Currell, Dongmei Han, Zongyu Chen, Ian Cartwright: &amp;#039;&amp;#039;Sustainability of groundwater usage in northern China: dependence on palaeowaters and effects on water quality, quantity and ecosystem health.&amp;#039;&amp;#039; Hydrological Processes. Bd.&amp;amp;nbsp;26, Nr.&amp;amp;nbsp;26, 2012, S.&amp;amp;nbsp;4050–4066, [[doi:10.1002/hyp.9208]] (alternativer Volltextzugriff: [http://sourcedb.igsnrr.cas.cn/zw/lw/201204/P020120418612232100894.pdf Chinesische Akademie der Wissenschaften] 450&amp;amp;nbsp;kB), S.&amp;amp;nbsp;4052&amp;amp;nbsp;ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;foster_et_al_2003&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stephen Foster, Hector Garduno, Richard Evans, Doug Olson, Yuan Tian, Weizhen Zhang, Zaisheng Han: &amp;#039;&amp;#039;Quaternary Aquifer of the North China Plain – assessing and achieving groundwater resource sustainability.&amp;#039;&amp;#039; Hydrogeology Journal. Bd.&amp;amp;nbsp;12, Nr.&amp;amp;nbsp;1, 2003, S.&amp;amp;nbsp;81–93, [[doi:10.1007/s10040-003-0300-6]] (alternativer Volltextzugriff: [http://faculty.washington.edu/stevehar/Foster%20NC%20aquifer.pdf University of Washington] 1,5&amp;amp;nbsp;MB), S.&amp;amp;nbsp;87&amp;amp;nbsp;f.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;glynn_&amp;amp;_plummer_2005&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Pierre D. Glynn, L. Niel Plummer: &amp;#039;&amp;#039;Geochemistry and the understanding of ground-water systems.&amp;#039;&amp;#039; Hydrogeology Journal. Bd.&amp;amp;nbsp;13, Nr.&amp;amp;nbsp;1, 2005, S.&amp;amp;nbsp;263–287, [[doi:10.1007/s10040-004-0429-y]] (alternativer Volltextzugriff: [https://www.researchgate.net/publication/225400581 ResearchGate]).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;hölting_1996&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bernward Hölting. &amp;#039;&amp;#039;Hydrogeologie. Einführung in die Allgemeine und Angewandte Hydrogeologie.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Enke, Stuttgart 1996, ISBN 3-8274-1246-3, S.&amp;amp;nbsp;18.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;jasechko et al. 2017&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Scott Jasechko, Debra Perrone, Kevin M. Befus, M. Bayani Cardenas, Grant Ferguson, Tom Gleeson, Elco Luijendijk, Jeffrey J. McDonnell, Richard G. Taylor, Yoshihide Wada, James W. Kirchner: &amp;#039;&amp;#039;Global aquifers dominated by fossil groundwaters but wells vulnerable to modern contamination.&amp;#039;&amp;#039; Nature Geoscience. Bd.&amp;amp;nbsp;10, 2017, S.&amp;amp;nbsp;425–429, [[doi:10.1038/ngeo2943]] (alternativer Volltextzugriff: [https://water.usask.ca/hillslope/documents/pdfs/2017/17-4.pdf GIWS] 600&amp;amp;nbsp;kB); siehe dazu auch Lucian Haas: {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Neuer Schmutz in altem Wasser - Fossiles Grundwasser enthält Verunreinigungen&amp;#039;&amp;#039;|url=http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2017/04/25/neuer_schmutz_in_altem_wasser_fossiles_grundwasser_dlf_20170425_1645_9dc235f2.mp3 |wayback=20170427192259}}. Aufzeichnung eines Beitrages in der Sendung &amp;#039;&amp;#039;Forschung aktuell&amp;#039;&amp;#039; inkl. einem Interview mit Scott Jasechko, Deutschlandfunk, 25. April 2017.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;jasechko_et_al_2017_suppl&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Scott Jasechko, Debra Perrone, Kevin M. Befus, M. Bayani Cardenas, Grant Ferguson, Tom Gleeson, Elco Luijendijk, Jeffrey J. McDonnell, Richard G. Taylor, Yoshihide Wada, James W. Kirchner: &amp;#039;&amp;#039;Global aquifers dominated by fossil groundwaters but wells vulnerable to modern contamination.&amp;#039;&amp;#039; Nature Geoscience. Bd.&amp;amp;nbsp;10, 2017, [https://static-content.springer.com/esm/art%3A10.1038%2Fngeo2943/MediaObjects/41561_2017_BFngeo2943_MOESM4_ESM.pdf Supplementary Information&amp;amp;nbsp;1], Fig.&amp;amp;nbsp;S3.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;karrenberg_1981&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Herbert Karrenberg: &amp;#039;&amp;#039;Hydrogeologie der nichtverkarstungsfähigen Festgesteine.&amp;#039;&amp;#039; Springer, 1981, ISBN 978-3-7091-7038-0, S.&amp;amp;nbsp;63.&lt;br /&gt;
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Oliver Warr, Barbara Sherwood Lollar, Jonathan Fellowes, Chelsea N. Sutcliffe, Jill M. McDermott, Greg Holland, Jennifer C. Mabry, Christopher J. Ballentine: &amp;#039;&amp;#039;Tracing ancient hydrogeological fracture network age and compartmentalisation using noble gases.&amp;#039;&amp;#039; Geochimica et Cosmochimica Acta. Bd.&amp;amp;nbsp;222, 2018, S.&amp;amp;nbsp;340–362, [[doi:10.1016/j.gca.2017.10.022]] (alternativer Volltextzugriff: [https://www.es.utoronto.ca/wp-content/uploads/2018/11/Warr-Sherwood-Lollar-et-al-2018-Geochimica-et-Cosmochimica-Acta.pdf Earth Sciences, University of Toronto]).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4155097-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wasser (Hydrologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wassergewinnung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hydrogeologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Leyo</name></author>
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