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	<title>Formgeschichte - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Formgeschichte&amp;diff=33356&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie.</title>
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		<updated>2025-06-30T10:31:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Formgeschichte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Methode innerhalb der [[Historisch-kritische Methode (Theologie)|historisch-kritischen Methode]] der [[Biblische Exegese|biblischen Exegese]], die sich mit der Analyse und Klassifizierung von [[Gattung (Literatur)|Textgattungen]] sowie deren [[Sitz im Leben]] befasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff stammt aus der von [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethes]] Blick auf die [[Morphologie (Biologie)|Morphologie]] („Gestaltenlehre ist Verwandlungslehre“) beeinflussten Naturwissenschaft: Der Botaniker [[Franz Joseph Schelver]] hat ihn geprägt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu [[Reinhard Breymayer]]: Vladimir Jakovlevič Propp (1895–1970) – Leben, Wirken und Bedeutsamkeit. In: &amp;#039;&amp;#039;Linguistica Biblica&amp;#039;&amp;#039; 15/16 (1972), S. 36–77 (S. 67–77 Bibliographie); hier S. 64.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Formgeschichte untersucht den biblischen Text nach dem Theologen [[Karl Ludwig Schmidt]] im Hinblick auf die dort enthaltenen [[Gattung (Literatur)|Textgattungen]]. Statt Formgeschichte sind auch, mit leichten Bedeutungsnuancen, die Begriffe &amp;#039;&amp;#039;Formkritik&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Gattungskritik&amp;#039;&amp;#039; gebräuchlich.&amp;lt;ref&amp;gt;Étienne Charpentier: &amp;#039;&amp;#039;Führer durch das alte Testament.&amp;#039;&amp;#039; Patmos, Düsseldorf 1984, ISBN 3-491-77288-5, S. 31–32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ergibt sich beispielsweise für den ersten Schöpfungsbericht in {{B|1. Mose|1,1–2,4a}} eine grundsätzlich andere Betrachtungsweise und ein anderes Verständnis, wenn dieser Text als zum Teil polemische Abgrenzung von den [[Mesopotamien|mesopotamisch]]-[[Vorderasien|vorderasiatischen]] Nachbarstaaten [[Israel]]s gesehen wird und nicht als naturwissenschaftlicher Faktenbericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Formkritik unterscheidet also zwischen hymnenartigen Texten wie dem [[Buch der Psalmen|Psalter]], die stärkeren Akzent auf Glaubens- denn auf Geschichtsaussagen legen, und Büchern mit größerer historischer Aussagekraft wie den Büchern der Könige oder der Chronik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Blick auf die [[Evangelium (Literaturgattung)|Evangelienüberlieferung]] des [[Neues Testament|Neuen Testaments]] schreibt der Theologe [[Martin Dibelius]]: „Auf dem Boden der Volksüberlieferung, wo viele Namenlose sich durch Weitergabe des Überlieferten, durch Veränderung oder Vermehrung schaffend betätigen, und wo der einzelne Autor keine literarischen Ziele hat, bedeutet die persönliche Eigenart des Dichters oder Erzählers wenig; weit wichtiger ist die Form, wie sie durch praktische Bedürfnisse geschaffen oder durch Brauch und Herkommen überliefert wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Dibelius: Formgeschichte, 6. Aufl., S. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gattungen im Alten Testament (Tanach) ==&lt;br /&gt;
=== Poetische Formen ===&lt;br /&gt;
Die poetischen Formen des [[Altes Testament|Alten Testaments]] umfassen verschiedene Liedgattungen, die sich sowohl nach ihrer Funktion als auch nach ihrem sozialen Kontext unterscheiden lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder machen den Hauptteil des [[Buch der Psalmen|Psalters]] aus. Als Grundunterscheidungen sind zu nennen:&lt;br /&gt;
* [[Klagelied]]er vs. [[Danklied]]er&lt;br /&gt;
* Lieder des &amp;#039;&amp;#039;Einzelnen&amp;#039;&amp;#039; vs. Lieder des &amp;#039;&amp;#039;Volkes&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Klagelieder&amp;#039;&amp;#039; bilden den Grundstock und Hauptanteil des Psalters. Sie folgen meist einer charakteristischen Grundstruktur mit folgenden Elementen:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Anrufung&amp;#039;&amp;#039; Gottes (häufig mit Gottesepitheta)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Klage&amp;#039;&amp;#039; über die konkrete Notsituation (Schilderung der Bedrohung, Frage nach Gottes Hilfe)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Vertrauensbekenntnis&amp;#039;&amp;#039; (Erinnerung an frühere Heilserfahrungen)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Bitte&amp;#039;&amp;#039; um göttliche Intervention&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Begründung&amp;#039;&amp;#039; für Gottes Eingreifen (beispielsweise eigene Unschuld, Gottes Bundestreue)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gelübde&amp;#039;&amp;#039; und Dank (häufig verbunden mit Erhörungsgewissheit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den &amp;#039;&amp;#039;Klageliedern des Einzelnen&amp;#039;&amp;#039; (zum Beispiel Psalm [[Psalm 3|3]], [[Psalm 5|5]], [[Psalm 6|6]], [[Psalm 7|7]], [[Psalm 13|13]], [[Psalm 17|17]], [[Psalm 22|22]], [[Psalm 25|25]]) kann man als Untergruppen unterscheiden: &amp;#039;&amp;#039;Gebete von unschuldig Angeklagten&amp;#039;&amp;#039; (Ps [[Psalm 4|4]], 7, [[Psalm 11|11]] u.&amp;amp;nbsp;a.&amp;amp;nbsp;m.); &amp;#039;&amp;#039;Bußpsalmen&amp;#039;&amp;#039; (Ps 6, [[Psalm 32|32]], [[Psalm 38|38]], [[Psalm 51|51]], [[Psalm 102|102]], [[Psalm 130|130]], [[Psalm 143|143]]), die in der christlichen Liturgie eine spezielle Rolle spielen; &amp;#039;&amp;#039;Vertrauenslieder des Einzelnen&amp;#039;&amp;#039; (Ps, [[Psalm 16|16]], [[Psalm 23|23]], [[Psalm 62|62]], [[Psalm 131|131]] u.&amp;amp;nbsp;a.&amp;amp;nbsp;m.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Klagelieder des Volkes&amp;#039;&amp;#039; wurden bei öffentlichen Klagefeiern gesungen, wie sie in Joel 1–2 beschrieben werden. Krieg, Seuche, Missernte, Hungersnot sind Gründe, die zu solchen kollektiven Klageliedern führen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Liedformen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Leichenlied]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hedwig Jahnow]]: &amp;#039;&amp;#039;Das hebräische Leichenlied im Rahmen der Völkerdichtung.&amp;#039;&amp;#039; Gießen 1923.&amp;lt;/ref&amp;gt; (hebräisch &amp;#039;&amp;#039;qina&amp;#039;&amp;#039;), zu finden beispielsweise in {{B|Jer|22|18}}; {{B|2 Sam|1|19–27}}; {{B|2 Sam|3|33ff}}; {{B|Am|5|2}} sowie in den [[Klagelieder Jeremias|Klageliedern Jeremias]]. Es sind auch spöttische Leichenlieder bezeugt ({{B|Jes|14|4–21}}; {{B|Jer|9|9–21}}; {{B|Ez|32|2–16}}).&lt;br /&gt;
* [[Siegeslied]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Lied am Schilfmeer]]&amp;#039;&amp;#039; {{B|Ex|15|1-21}}; Lied der Frauen über Davids Philistersieg {{B|1 Sam|18|6f}}; Teile aus {{B|Ri|5|}} und {{B|Ri|16|23}}.&lt;br /&gt;
* [[Liebeslyrik|Liebeslied]]: {{B|Jes|5|1–7}} (&amp;#039;&amp;#039;[[Weinberglied]]&amp;#039;&amp;#039;) und natürlich viele Passagen des [[Hoheslied|Hoheliedes]], beispielsweise {{B|Hld|8|6–7}}.&lt;br /&gt;
* [[Epithalamium|Hochzeitslied]]: nicht ganz das gleiche wie das Liebeslied, aber auch im Hohelied zu finden, zum Beispiel {{B|Hld|3|6–11}}. Zur Hochzeit des Königs: {{B|Ps|45|}}.&lt;br /&gt;
* Nur vereinzelt kommen vor: [[Trinklied]] {{B|Jes|22|13}}, [[Lied der befleckten Empfängnis]] {{B|Jer|34|14f}}, [[Spottlied]] {{B|Jes|23|16}}; {{B|Jer|22|14f}}, [[Wächterlied]] {{B|Jes|21|11}}, [[Arbeitslied]] {{B|Num|21|17f}}, [[Kinderlied]] {{B|Jes|9|6}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaische Formen ===&lt;br /&gt;
==== Nicht-erzählende Prosa ====&lt;br /&gt;
* [[Lehrrede]]n und [[Predigt]]en: [[Jeremia]]s Tempelrede {{B|Jer|7|1–15}}, Ezechiels Rede an die Ältesten Israels {{B|Ez|20|}}, viele Passagen des [[Deuteronomium]]s.&lt;br /&gt;
* [[Abschiedsrede]]n: Josua {{B|Jos|23|}}, Samuel {{B|1 Sam|12|}}, David {{B|1 Kön|2|1–9}} halten Abschiedsreden.&lt;br /&gt;
* [[Vertrag|Verträge]]: Im Alten Testament wird über Verträge berichtet, manchmal ist der Vertragstext oder Bruchstücke davon im Bibeltext erhalten geblieben. So etwa bei Jeremias Ackerkauf in Anatot {{B|Jer|32|}}, der Vertrag zwischen dem Halbnomaden Isaak und dem Kulturlandbesitzer Abimelech {{B|Gen|26|26–33}} oder der so genannte Königsvertrag zwischen David und den Nordstämmen {{B|2 Sam|5|1–3}}.&lt;br /&gt;
* [[Kasuistisches Recht]]: &amp;quot;Wenn-dann&amp;quot;-Formulierungen (beispielsweise im [[Bundesbuch]] {{B|Ex|21-23}})&lt;br /&gt;
* [[Apodiktisches Recht]]: Absolute Gebote/Verbote (beispielsweise im [[Dekalog]] {{B|Ex|20}})&lt;br /&gt;
* [[Brief]]e: Im Alten Testament (teilweise) erhalten sind ein Brief Jehus an die Obersten von Samaria {{B|2 Kön|10|1ff}}, Jeremias Brief an die Exilierten {{B|Jer|29|}} und die diplomatische Korrespondenz mit dem persischen Großkönig {{B|Esr|4|}}.&lt;br /&gt;
* [[Ritual]]e: Die [[Opfer (Religion)|Opferrituale]] in {{B|Lev|1–7|}} zählen ebenfalls zur nicht-erzählenden Prosa.&lt;br /&gt;
* [[Gebet]]e: Die meisten Gebete im Alten Testament zählen zu den poetischen Formen. Prosa-Gebete werden von Einzelnen außerhalb des Tempels gesprochen, zum Beispiel Simson in {{B|Ri|16|28}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erzählende Prosa ====&lt;br /&gt;
Die meisten größeren Einheiten des Alten Testaments sind [[erzählende Prosa]], in die dann einzelne Passagen nicht-erzählender Prosa oder poetische Passagen eingegliedert sind. Es finden sich aber auch kleinere Erzähleinheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Mythos|Mythen]]: Sie sind nur in Bruchstücken und Resten im Alten Testament vorhanden. Bekanntestes Beispiel ist die Urgeschichte Gen 1–11, man findet aber auch das [[Drachenkampf]]motiv {{B|Jes|51|9}} und den Sturz Luzifers {{B|Jes|14|12–15}}.&lt;br /&gt;
* [[Märchen]]: Auch Märchen sind im Alten Testament nur in Bruchstücken, enthalten, etwa in der Erzählung von Bileams Eselin {{B|Num|22|22–35}} und in den Elia- und Elischa-Erzählungen {{B|1 Kön|17|}} und {{B|2 Kön|2–6|}}.&lt;br /&gt;
* [[Fabel]]n: Es sind zwei Fabeln vollständig erhalten, nämlich [[Jotamfabel|Jothams Fabel]] vom König der Bäume, eine Spottfabel auf die Monarchie (Ri 9,8–15) sowie eine Kurzfabel in {{B|2 Kön|14|9}}.&lt;br /&gt;
* [[Sage]]n: Sie bilden eine Vorstufe der Geschichtsschreibung. Mündlich überlieferte Erinnerungen werden, angereichert mit späterer geschichtlicher (auch zeitgeschichtlicher) Erfahrung, wiedergegeben, wobei die Hauptgestalten als Menschentypen, nicht als Individuen gezeichnet sind. Sagencharakter hat die meiste Überlieferung aus der vorstaatlichen Zeit Israels (Gen 12–50, Ex, Num, Jos, Ri, 1 Sam). Ätiologische Sagen erklären die Namen von Orten oder Landmarken.&lt;br /&gt;
* [[Legende]]n: Sagen und Legenden gehen ineinander über. Das Spezifikum von Legenden ist, dass sie sich mit heiligen Dingen, heiligen Orten und Personen beschäftigen. Viele Legenden sind, wie auch manche Sagen, [[Ätiologie (Erzählung)|ätiologisch]] zu verstehen, das heißt zur Begründung eines Heiligtums oder einer Kultpraxis. Beispiele im Alten Testament sind Jakobs Traum in Bethel (Gen 28,10ff.), Moses Berufung (Ex 3), Samuels Jugend am Heiligtum in Silo (1 Sam 1–3), die Erzählungen der Bundeslade (1 Sam 4–6 und 2 Sam 6) sowie Teile der Elia- und Elischa-Erzählungen (1 Kön 17 bis 2 Kön 8).&lt;br /&gt;
* [[Heldensage]]n: Während Sagen generell im Alten Testament einen breiten Platz einnehmen, sind Heldensagen vergleichsweise selten. Insbesondere wird die Väterzeit nicht im Typos der Heldensage erzählt. Heldensagen finden sich aber in der Richter- und frühen Königszeit: Ri 9, Ri 13–16, 1 Sam 11, 1 Sam 13f.&lt;br /&gt;
* [[Annalen]]: Diese Grundform der Geschichtsschreibung (am Königshof oder im Tempel) ist im Alten Testament zwar erwähnt, aber nicht erhalten. So erwähnt zum Beispiel 1 Kön 11,41 eine „Chronik Salomos“. In 1 Kön 14 sind ein „Buch der Geschichte der Könige Israels“ und ein „Buch der Geschichte der Könige Judas“ erwähnt. Wahrscheinlich haben Teile dieser Annalen als Vorlage für biblische Geschichtsschreibung gedient.&lt;br /&gt;
* [[Liste]]n: Während die [[Annalen|Annalistik]] nach Jahren ordnet, verwendet die amtliche Geschichtsschreibung auch die Ordnung nach Sachgruppen in Listen. Zu nennen sind etwa Richterlisten {{B|Ri|10|1–5}}; {{B|Ri|12|7–12}}, Orts- und Gaulisten {{B|Jos|15–19|}}, Beutelisten {{B|Num|31|32ff}}, Beamtenlisten {{B|2 Sam|8|16}}; {{B|1 Kön|4|7–18}}.&lt;br /&gt;
* [[Geschichtsschreibung]]: Sie ist nicht mehr nur bloße Aneinanderreihung und Aufzählung, sondern bringt auch Bedingungen, Umstände, Gründe, Motivationen und Folgen der Ereignisse zur Darstellung. Eigentliche Geschichtsschreibung beginnt im Alten Testament mit der Gestalt König Davids, etwa in der Geschichte seines Aufstiegs (1 Sam 16,14 bis 2 Sam 5,25) und der Geschichte seiner Thronnachfolge (2 Sam 6 bis 1 Kön 2). Die großen Geschichtswerke des Alten Testaments, das [[Deuteronomistisches Geschichtswerk|Deuteronomistische Geschichtswerk]] und das [[Chronistisches Geshichtswerk|Chronistische Geschichtswerk]], stehen jeweils unter einer theologischen Leitidee und dienen oft als Rahmen für verschiedene andere Gattungen. Beispielsweise werden Gesetze oder poetische Texte in ein Geschichtswerk eingebettet und dabei theologisch interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwischen Poesie und Prosa: Der „Spruch“ ===&lt;br /&gt;
==== Botenspruch, Prophetenspruch ====&lt;br /&gt;
* [[Weltlicher Botenspruch]]: Dieser ist im ganzen Alten Orient gebräuchlich und findet sich im Alten Testament etwa in {{B|Gen|32|4–6}}; {{B|1 Kön|21|17–19}}; {{B|Jer|2|1}}. Im Beispiel Gen 32,4–6 lassen sich schön die einzelnen Elemente des Botenspruchs sehen: Sendung (mit Adressat, Ort, Botenauftrag); Botenformel („So hat gesprochen …“); Botenspruch.&lt;br /&gt;
* [[Prophetischer Botenspruch|Prophetische Botensprüche]] (ältere Bezeichnung: Orakel) sind dem weltlichen Botenspruch nachempfunden. Vor die Sendung tritt oft die Wortereignisformel („Und es erging das Wort JHWHs an mich“). Der eigentliche Prophetenspruch wird auch hier durch eine &amp;#039;&amp;#039;Botenspruchformel&amp;#039;&amp;#039; „ko amar JHWH“ (= „so spricht JHWH“) eingeleitet und/oder durch die Zwischen- oder Schlussformel „neum JHWH“ (= „Ausspruch JHWHs“) gekennzeichnet. Man unterscheidet folgende prophetischen Redeformen:&lt;br /&gt;
** [[Gerichtsankündigung]]: Der Prophet kündigt das Gericht JHWHs über Israel und seinen König an. Es gibt auch Gerichtsankündigungen, die sich an die Nachbarvölker richten. Die Gerichtsankündigung kann auch ausdrücklich mit dem Fehlverhalten des Volkes begründet werden. Statt Gerichtsankündigung spricht man auch von einem &amp;#039;&amp;#039;Drohwort&amp;#039;&amp;#039;. Beispiele: {{B|Am|7|11}} (ohne Begründung); {{B|Am|3|1–2}} (mit Begründung).&lt;br /&gt;
** [[Anklage]], auch &amp;#039;&amp;#039;Scheltwort&amp;#039;&amp;#039; genannt: Der Prophet nennt das Fehlverhalten des Volkes bzw. des Königs, oft als Begründung für eine nachfolgende Gerichtsankündigung. Beispiele: {{B|Hos|4|1ff}}; {{B|Jes|5|21}}.&lt;br /&gt;
** [[Mahnspruch]]: Der Prophet ermahnt das Volk, den rechten Weg (wieder) einzuschlagen. Beispiel: {{B|Am|5|14}}.&lt;br /&gt;
** [[Verheissungswort]]/[[Heilsorakel]]: Gott kündigt Heilung und Rettung an. Beispiele: {{B|Hos|14|4}}; {{B|Jes|9|1–6}} (später jüdisch und christlich auf die Geburt des [[Messias]] gedeutet); viele Stücke in [[Deuterojesaja|Deutero-]] und [[Tritojesaja]] (Jes 39–66).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Literarkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Sitz im Leben]]&lt;br /&gt;
* [[Textkritik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Karl Ludwig Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;Der Rahmen der Geschichte Jesu. Literarkritische Untersuchungen zur ältesten Jesusüberlieferung.&amp;#039;&amp;#039; Trowitzsch &amp;amp; Sohn, Berlin 1919 (unveränderter reprographischer Nachdruck: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1969).&lt;br /&gt;
* [[Martin Dibelius]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Formgeschichte des Evangeliums.&amp;#039;&amp;#039; 6. Auflage, 3. photomechanischer Nachdruck der dritten Auflage mit einem erweiterten Nachtrag von Gerhard Iber, herausgegeben von [[Günther Bornkamm]], [[Mohr Siebeck Verlag|J. C. B. Mohr (Paul Siebeck)]] Tübingen 1971 (erstmals erschienen 1919), ISBN 3-16-132422-6.&lt;br /&gt;
* Gerhard Lohfink: &amp;#039;&amp;#039;Jetzt verstehe ich die Bibel. Ein Sachbuch zur Formkritik.&amp;#039;&amp;#039; 13. Auflage, Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 1986, ISBN 3-460-30632-7.&lt;br /&gt;
* [[Klaus Koch (Theologe)|Klaus Koch]]: &amp;#039;&amp;#039;Was ist Formgeschichte? Methoden der Bibelexegese&amp;#039;&amp;#039;. 5. Auflage, Neukirchen-Vluyn 1989 (erstmals erschienen 1964).&lt;br /&gt;
* Hans Conzelmann, Andreas Lindemann: &amp;#039;&amp;#039;Arbeitsbuch zum Neuen Testament&amp;#039;&amp;#039;. 12. Auflage, Tübingen 1998, ISBN 3-8252-0052-3, S. 82–114 und 131–148 (Klassiker, erstmals erschienen 1975).&lt;br /&gt;
* Thomas Söding: &amp;#039;&amp;#039;Wege der Schriftauslegung. Methodenbuch zum Neuen Testament&amp;#039;&amp;#039;. Unter Mitarbeit von Christian Münch. Herder, Freiburg/Basel/Wien 1998, ISBN 3-451-26545-1, S. 128–173.&lt;br /&gt;
* Odil Hannes Steck: &amp;#039;&amp;#039;Exegese des Alten Testaments. Leitfaden der Methodik. Ein Arbeitsbuch für Proseminare, Seminare und Vorlesungen&amp;#039;&amp;#039;. 14., durchgesehene und erweiterte Auflage, Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1999, ISBN 3-7887-1586-3, S. 98–125 (Standardwerk).&lt;br /&gt;
* Martin Meiser, Uwe Kühneweg u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Proseminar II. Neues Testament – Kirchengeschichte. Ein Arbeitsbuch&amp;#039;&amp;#039;. Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln 2000, ISBN 3-17-015531-8, S. 84–101.&lt;br /&gt;
* [[Helmut Utzschneider]], Stefan Ark Nitsche: &amp;#039;&amp;#039;Arbeitsbuch literaturwissenschaftliche Bibelauslegung. Eine Methodenlehre zur Exegese des Alten Testaments&amp;#039;&amp;#039;. Kaiser/Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2001, ISBN 3-579-00409-3, S. 113–149.&lt;br /&gt;
* Manfred Dreytza, [[Walter Hilbrands]], [[Hartmut Schmid]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Studium des Alten Testaments. Eine Einführung in die Methoden der Exegese&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bibelwissenschaftliche Monographien.&amp;#039;&amp;#039; Band 10). 2., überarbeitete Auflage, R. Brockhaus, Wuppertal 2007, ISBN 3-417-29471-1, S. 79–99.&lt;br /&gt;
* Uwe Becker: &amp;#039;&amp;#039;Exegese des Alten Testaments. Ein Methoden- und Arbeitsbuch&amp;#039;&amp;#039;. Mohr Siebeck, Tübingen 2005, ISBN 3-8252-2664-6, S. 97–115 (knappe Übersicht; weiterführende Literaturangaben).&lt;br /&gt;
* [[Martin Ebner (Theologe)|Martin Ebner]], Bernhard Heininger: &amp;#039;&amp;#039;Exegese des Neuen Testaments. Ein Arbeitsbuch für Lehre und Praxis.&amp;#039;&amp;#039; 3. aktualisierte Auflage, Schöningh, Paderborn 2015, ISBN 3-8252-4268-4, S. 183–208.&lt;br /&gt;
* [[Udo Schnelle]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die neutestamentliche Exegese&amp;#039;&amp;#039;. 6. neubearbeitete Auflage, Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2005, ISBN 3-525-03230-7, S. 100–129 (knappe Übersicht; wird im evangelischen Theologiestudium häufig verwendet).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{WiBiLex |Referenz=15657 |Autoren=Jutta Krispenz |Titel=Botensendung / Botenformel / Botenspruch |Datum=2006 |Abruf=2020-11-22 |Abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{WiBiLex |Referenz=31384 |Autoren=Jutta Krispenz |Titel=Prophetische Redeformen |Datum=2006 |Abruf=2020-11-22 |Abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biblische Exegese]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literaturgattung|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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