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	<title>Formalismusstreit - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Formalismusstreit&amp;diff=202507&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bartleby08: /* Gegenstand */</title>
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		<updated>2025-09-30T07:26:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Gegenstand&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Formalismusstreit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird eine Phase der Kulturdebatte Anfang der 1950er Jahre in der [[Deutsche Demokratische Republik|Deutschen Demokratischen Republik]] bezeichnet, die, staatlich initiiert, eine klare Abgrenzung der [[Kultur in der DDR|DDR-Kunst]] vom „westlich-[[Dekadenz|dekadenten]] Kunstbetrieb“ zum Ziel hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegenstand ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-R74926, Alexander Dymschitz.jpg|mini|hochkant|[[Alexander Lwowitsch Dymschitz|Alexander Dymschitz]], 1948]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inhaltlich zielte die Kampagne auf eine Abkehr von der [[Kunstfreiheit|Freiheit der Kunst]], wie sie noch auf der ersten Zentralen Kulturtagung der [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands|SED]] vom 7. Mai 1948 gefordert worden war. Als offizieller Auftakt zur Formalismusdebatte gilt inzwischen der Artikel des sowjetischen Kulturoffiziers [[Alexander Lwowitsch Dymschitz|Alexander Dymschitz]] vom 19. und 24. November 1949 in der &amp;#039;&amp;#039;[[Tägliche Rundschau (1945–1955)|Täglichen Rundschau]]&amp;#039;&amp;#039;. In diesem Artikel warf er [[Pablo Picasso]], [[Marc Chagall]], [[Karl Schmidt-Rottluff]] und [[Karl Hofer]] „Mummenschanz“ und „Wirklichkeitsfälschung“ vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerda Wendermann: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen den Blöcken. Heinz Trökes und die Formalismusdebatte in Weimar 1947 bis 1948.&amp;#039;&amp;#039; In: Irmtraud von Andrian-Werburg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Heinz Trökes. Werke und Dokumente.&amp;#039;&amp;#039; Ausstellungskatalog Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Nürnberg 2003, S.&amp;amp;nbsp;31–43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Hintergrund des beginnenden [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] gab ein unter dem [[Pseudonym]] &amp;#039;&amp;#039;N. Orlow&amp;#039;&amp;#039; in der &amp;#039;&amp;#039;Täglichen Rundschau&amp;#039;&amp;#039; vom 21. Januar 1951 veröffentlichter Zeitungsartikel, der unter anderen [[Wladimir Semjonowitsch Semjonow]] zugeschrieben wird, den Anstoß: &amp;#039;&amp;#039;Wege und Irrwege der modernen Kunst&amp;#039;&amp;#039;. Darin sprach er sich gegen „die antidemokratische Richtung der Modernisten, Formalisten, Subjektivisten und so weiter“ aus, wobei er [[Charles Crodel]] (abgebildet das Ölbild „Märchenerzähler“)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Städtische Galerie im Lenbachhaus]], München.&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Horst Strempel]] und [[Arno Mohr]] nannte: „Die realistische Entwicklung wird gestört durch den Einfluß formalistischer Maler, die in der bildenden Kunst der DDR führende Stellungen einnehmen. Dazu gehören Karl Crodel, Dozent an der Kunsthochschule Halle, Horst Strempel, Arno Mohr. [[Herbert Behrens-Hangeler|H. B. Hangeler]], Dozenten an der in der DDR führenden Kunstschule in Weißensee, und andere. Wir veröffentlichen fotografische Wiedergaben von einigen Bildern dieser Maler. Jeder normale Mensch wird derartige Werke ohne Schwanken als gesellschaftsfeindlich und antiästhetisch bezeichnen. Objektiv sind sie auf die Zerstörung der Malerei in der DDR, auf ihre Liquidierung gerichtet.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Crodel behauptet ganz offen, die Kunst dürfe keine gesellschaftlichen Ideen ausdrücken, sie gebe ohne Ziel und Sinn das Spiel der Phantasie des Künstlers wieder. In den Werken Crodels wimmelt es von wesenloser Phantastik. Mit der Realität rechnet er überhaupt nicht.“&amp;lt;ref&amp;gt;Elimar Schubbe (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dokumente zur Kunst-, Literatur- und Kulturpolitik der SED.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1972, S. 162.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Arno Mohr, der künstlerische Begabung besitzt, malt auf Grund seiner formalistischen Neigungen abstoßende Bilder. Er ist der falschen Ansicht, die Aufgabe des Malers bestehe in der subjektiven ‚Umarbeitung‘ der ihn umgebenden Wirklichkeit. Er leugnet die Notwendigkeit der aktiven Teilnahme des Künstlers am gesellschaftlichen Leben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach: &amp;#039;&amp;#039;Am Wendepunkt der bildenden Kunst – Zur Ausstellung „[[Künstler schaffen für den Frieden]]“ in Berlin.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Neues Deutschland]].&amp;#039;&amp;#039; 1. Januar 1952, S. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem war in der UdSSR auf einer Tagung des Zentralkomitees im Januar 1948 eine Formalismusdebatte über sowjetische Musik vorausgegangen. Der Kulturpolitiker [[Andrei Alexandrowitsch Schdanow|Andrei Schdanow]] formulierte dabei, was unter Formalismus in der Musik zu verstehen sei, nämlich die Abwendung von der Volkstümlichkeit und vom Dienst am Volke sowie die Hinwendung zu „den rein individualistischen Empfindungen einer kleinen Gruppe auserwählter Ästheten“.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Knopf (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Brecht Handbuch&amp;#039;&amp;#039;. J.B.Metzler, Stuttgart 2001, Bd. 1 S. 406 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage der Änderung war dann der Beschluss „Kampf gegen Formalismus in Literatur und Kunst für eine fortschrittliche deutsche Kultur“ des 5. Plenums des Zentralkomitees (ZK) der SED vom 17. März 1951 gegen die Freiheit der Kunst. Als Zielrichtung des Beschlusses nannte [[Otto Grotewohl]]:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Literatur und bildende Künste sind der Politik untergeordnet, aber es ist klar, dass sie einen starken Einfluss auf die Politik ausüben. Die Idee der Kunst muss der Marschrichtung des politischen Kampfes folgen.|Quelle={{Der Spiegel|Titel=Unser rotes Blut siedet|ID=29194980|Jahr=1951|Nr=43|Seiten=30–32|Kommentar=nur auszugsweise zitiert}}}}&lt;br /&gt;
Dafür sprach sich auch [[Walter Ulbricht]] in seiner Rede vor der Volkskammer der DDR am 31. Oktober aus:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Wir wollen in unseren Kunstschulen keine abstrakten Bilder mehr sehen. Wir brauchen weder die Bilder von Mondlandschaften noch von faulen Fischen. Die Grau-in-Grau-Malerei, die ein Ausdruck des kapitalistischen Niedergangs ist, steht im schroffsten Widerspruch zum heutigen Leben in der DDR.|Quelle={{Internetquelle|url=https://www.abendblatt.de/kultur-live/article108465066/Die-DDR-zahlte-nach-Quadratzentimetern.html|titel=Die DDR zahlte nach Quadratzentimetern|hrsg=[[Hamburger Abendblatt]]|autor=Barbara Möller|datum=28. Juli 2003|abruf=2011-02-23}}}}&lt;br /&gt;
Protestaktionen gegen die Unterdrückung fanden zum Beispiel in [[Halle (Saale)|Halle]] an der [[Burg Giebichenstein]], dem heutigen Sitz der [[Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle]], statt. Die Folge der politischen Beschlüsse war eine Abwanderung der Künstler und Studenten&amp;lt;!-- wer und wann?--&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wladimir Semjonowitsch Semjonow|Semjonow]] wurde 1953 erster &amp;#039;&amp;#039;Hoher Kommissar der UdSSR in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;. Im Januar 1954 wurde das [[Ministerium für Kultur (DDR)|Ministerium für Kultur]] der DDR gegründet, [[Johannes R. Becher]] wurde zum Minister berufen. Die alten Verwaltungsstrukturen wurden aufgelöst. Die &amp;#039;&amp;#039;Formalismuskonzeption&amp;#039;&amp;#039; wurde in den Leitlinien und Debatten verdrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Mittenzwei: &amp;#039;&amp;#039;Das Leben des Bertolt Brecht oder der Umgang mit den Welträtseln&amp;#039;&amp;#039;. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1989 S. 561f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie verschwand allerdings keineswegs gänzlich aus der Lehrmeinung der SED; noch 1968 definierte Meyers Jugendlexikon den „Formalismus“ wie folgt:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Im Gegensatz zur schöpferischen Methode des Realismus steht die Methode des &amp;#039;&amp;#039;Formalismus&amp;#039;&amp;#039; mit all ihren Richtungen der &amp;#039;&amp;#039;abstrakten Kunst&amp;#039;&amp;#039;. Diese Methode ist in der Kunst die Widerspiegelung des Verfalls der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Ideologie in der imperialistischen Phase des Kapitalismus. Die Formalisten verzichten auf ein &amp;#039;&amp;#039;wahrheitsgetreues, gegenständliches Abbild der Wirklichkeit&amp;#039;&amp;#039; und zerstören unter dem Vorwand der künstlerischen Freiheit willkürlich die Zusammenhänge und tatsächlichen Erscheinungsformen der Wirklichkeit, vor allem das humanistische Menschenbild.| Meyers Jugendlexikon, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1968, S. 669.}}&lt;br /&gt;
Selbst 1978 liest sich das in Meyers Handlexikon noch so:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Spätbürgerl[iche] subjektivist[ische] Kunstauffassung u[nd] Verfallserscheinung in Literatur u[nd] Kunst, die den Inhalt des Kunstwerks als kunstfremd od[er] überflüssig erklärt; führt zur Zerstörung der Kunst.| Meyers Handlexikon, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1978, Bd. 1, S. 367.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Expressionismusdebatte]]&lt;br /&gt;
* [[Kulturrevolution]]&lt;br /&gt;
* [[Johann Faustus (Eisler)]]&lt;br /&gt;
* [[Hanns Eisler#Faustus-Debatte und Formalismusbeschluss der SED|Die Faustus-Debatte und der Formalismusbeschluss der SED]]&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Knispel]] – die „Knispel-Affäre“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Elimar Schubbe (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Dokumente zur Kunst, Literatur und Kulturpolitik der SED.&amp;#039;&amp;#039; Seewald Verlag, Stuttgart 1972.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Verfemte Formalisten.&amp;#039;&amp;#039; Kunst aus Halle (Saale) von 1945 bis 1963, Hrsg. Dorit Litt, Kunstverein Talstr., Halle 1998, ISBN 3-932962-03-6.&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Hütt]]:&amp;#039;&amp;#039; Gefördert. Überwacht. Reformdruck bildender Künstler der DDR. Das Beispiel Halle.&amp;#039;&amp;#039; Stekovics; 1. Auflage. 2004, ISBN 3-89923-073-6.&lt;br /&gt;
* Gerda Wendermann: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen den Blöcken. [[Heinz Trökes]] und die Formalismusdebatte in Weimar 1947 bis 1948.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Irmtraud von Andrian-Werburg]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Heinz Trökes. Werke und Dokumente.&amp;#039;&amp;#039; Ausstellungskatalog Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Nürnberg 2003, ISBN 3-926982-94-2.&lt;br /&gt;
* [[Matthias Leupold]]: &amp;#039;&amp;#039;Fahnenappell – Szenische Fotografien zur III. Deutschen Kunstausstellung in Dresden 1953.&amp;#039;&amp;#039; Visuelle Kritik zur Formalismusdebatte, Text: Werner Kleinerüschkamp, Jonas-Verlag, Marburg 1992; Katalogbuch zur Ausstellung im Bauhaus Dessau ISBN 3-89445-128-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturelle Kontroverse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Kontroverse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stalinismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturpolitik (DDR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstgeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bartleby08</name></author>
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