<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Form_%28Recht%29</id>
	<title>Form (Recht) - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Form_%28Recht%29"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Form_(Recht)&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-01T15:32:08Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Form_(Recht)&amp;diff=108784&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Stephan Klage: /* Geschichte */ Überarbeitung des römisch-rechtlichen Teils, der keine schlüssigen Zusammenhänge aufwies</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Form_(Recht)&amp;diff=108784&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-30T10:52:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte: &lt;/span&gt; Überarbeitung des römisch-rechtlichen Teils, der keine schlüssigen Zusammenhänge aufwies&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Redundanztext&lt;br /&gt;
|3=Form (Recht)&lt;br /&gt;
|4=Formmangel&lt;br /&gt;
|2=März 2023|1=[[Benutzer:Stephan Klage|Stephan Klage]] ([[Benutzer Diskussion:Stephan Klage|Diskussion]]) 18:28, 7. Mär. 2023 (CET)}}&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Form&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist im [[Recht]] die äußere [[Gestaltung]] eines [[Rechtsgeschäft]]s oder einer [[Rechtshandlung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Die [[Privatautonomie]] ist das Recht der [[Rechtssubjekt]]e, ihre privaten [[Rechtsverhältnis]]se nach eigener [[Entscheidung]] zu gestalten. Zu ihr gehört die [[Vertragsfreiheit]] als tragendem Prinzip des [[Schuldrecht (Deutschland)|Schuldrechts]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=rfQbL8sXWxkC&amp;amp;pg=PA56&amp;amp;dq=formfreiheit&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=formfreiheit&amp;amp;f=false Helmut Heiss, &amp;#039;&amp;#039;Formmängel und ihre Sanktionen&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 42]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihr wiederum untergeordnet ist der Grundsatz der &amp;#039;&amp;#039;Formfreiheit&amp;#039;&amp;#039;, der die Abgabe von [[Willenserklärung]]en und den Abschluss von [[Rechtsgeschäft]]en ohne Einhaltung einer bestimmten Form ermöglicht. Deshalb sind auch [[Gesprochene Sprache|mündlich]], durch [[Gebärdensprache]] ([[Handschlag]], [[Kopfnicken]]) und sogar [[Schweigen (Recht)|stillschweigend]] abgeschlossene [[Vertrag|Verträge]] allgemein wirksam. Diese generelle Formfreiheit erleichtert und beschleunigt den Rechtsverkehr insbesondere bei Massengeschäften des Alltags ([[Kaufvertrag|Kauf]] im [[Supermarkt]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Gesetze gehen deshalb von diesem Grundsatz der Formfreiheit aus und überlassen es den [[Vertragspartei]]en, die Form ihres Erklärungsmittels frei zu wählen (&amp;#039;&amp;#039;formlose Geschäfte&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=cPBvXPX8EFoC&amp;amp;pg=PA367&amp;amp;dq=formfreiheit&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=formfreiheit&amp;amp;f=false Heinz Hübner, &amp;#039;&amp;#039;Allgemeiner Teil des Bürgerlichen Gesetzbuches&amp;#039;&amp;#039;, 1996, S. 367]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das wichtigste Gesetz des deutschen [[Privatrecht]]s, das [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]], erwähnt diese generelle Formfreiheit zwar nicht, sie kann jedoch mittelbar aus den wenigen formbedürftigen Regelungen entnommen werden. Das gilt auch für andere [[Rechtsnorm]]en. So ist auch das [[Verwaltungsverfahren]] gemäß {{§|10|vwvfg|juris}} [[VwVfG]] nicht an bestimmte Formen gebunden, soweit keine besonderen Rechtsvorschriften für die Form des Verfahrens bestehen; es ist einfach, zweckmäßig und zügig durchzuführen. Daraus lässt sich schließen, dass Formvorschriften weder der Einfachheit noch der Zügigkeit dienen. Formgebundenheit ist daher eine Ausnahmeregelung.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=-IYAqMWE6zEC&amp;amp;pg=PA224&amp;amp;dq=formvorschriften&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=formvorschriften&amp;amp;f=false Dieter Leipold, &amp;#039;&amp;#039;BGB I: Einführung und allgemeiner Teil&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 224]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort, wo ausnahmsweise Formvorschriften diese Formfreiheit einschränken, machen sie die [[Wirksamkeit (Recht)|Rechtswirksamkeit]] eines Rechtsgeschäfts oder einer [[Rechtshandlung]] von der Wahrung einer bestimmten Form (z.&amp;amp;nbsp;B. Schriftform, Eintragung bei Registern, Beiziehung von [[Zeuge]]n, Registrierung bei [[Gericht]]) abhängig. Sie zwingen die Parteien zur Einhaltung der Form, weil ansonsten ungünstige [[Rechtsfolge]]n drohen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Das [[Altrömisches Recht|altrömische Recht]] ging von einem strengen Formalismus aus, der sich – gespeist aus dem [[mos maiorum]] – in [[Gewohnheits- und Sakralrechtswesen im antiken Rom|überlieferten Gebräuchen]] äußerte, die stets einzuhalten waren. [[Rechtsgeschäft]]e des [[Ius civile|Zivilrechts]], wie etwa die &amp;#039;&amp;#039;[[mancipatio]]&amp;#039;&amp;#039;, unterlagen rituell zelebrierten Formelwortlauten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Herbert Hausmaninger]], [[Walter Selb]]: &amp;#039;&amp;#039;Römisches Privatrecht&amp;#039;&amp;#039;. Böhlau, Wien/Köln 1981, 9. Auflage 2001. ISBN 3-205-07171-9, S.&amp;amp;nbsp;19&amp;amp;nbsp;ff.,&amp;amp;nbsp;149.; [[Paul Jörs]], [[Wolfgang Kunkel]], [[Leopold Wenger]]: &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht&amp;#039;&amp;#039;, 4. Auflage, Springer, Berlin [u.&amp;amp;nbsp;a.], 1987, ISBN 978-3-642-61576-4. S.&amp;amp;nbsp;262.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da der Gebrauch der Schrift vor dem Einwirken hellenistischer Vorbilder auf das [[Römisches Recht|römische Recht]] noch unbekannt war, gab es lange auch das Prinzip der Schriftform nicht. Erstes schriftförmliches Zeugnis war das [[Zwölftafelgesetz]], das in der Zeit um 451/450 v. Chr. errichtet wurde, und viele der römischen [[Consuetudo|Rechtsgepflogenheiten]] zusammenfasste.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Publius Salvius Iulianus (Jurist)|Julian]], &amp;#039;&amp;#039;Digestorum libri XC&amp;#039;&amp;#039;, in &amp;#039;&amp;#039;[[Pandekten|Digesten]]&amp;#039;&amp;#039; 1,3,32pr.; vgl. dazu [[José Luis Alonso (Rechtswissenschaftler)|José Luis Alonso]], [[Ulrike Babusiaux]]: &amp;#039;&amp;#039;Papyrologische und epigraphische Quellen.&amp;#039;&amp;#039; In: Ulrike Babusiaux, [[Christian Baldus]], [[Wolfgang Ernst (Rechtswissenschaftler)|Wolfgang Ernst]], [[Franz-Stefan Meissel]], [[Johannes Platschek]], [[Thomas Rüfner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch des Römischen Privatrechts]]. Band 1 §§ 1-58&amp;#039;&amp;#039;. Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5, S.&amp;amp;nbsp;222–317, hier S.&amp;amp;nbsp;258 (Rn.&amp;amp;nbsp;74).&amp;lt;/ref&amp;gt; Während der Zeit der altzivilen [[Pontifex|Pontifikaljurisprudenz]] wurden Rechtsgeschäfte und im Streitfall die Maßnahmen zur [[Legisaktionenverfahren|Rechtsverfolgung]] zunehmend durch schriftliche (Eides-)Formeln &amp;#039;&amp;#039;(carmina)&amp;#039;&amp;#039; abgesichert. Zum Einsatz kamen schriftliche Zeugenurkunden &amp;#039;&amp;#039;(testationes)&amp;#039;&amp;#039; und Quittungen &amp;#039;&amp;#039;(chirographa)&amp;#039;&amp;#039;. In der sogenannten [[Vorklassisches Recht|vorklassischen Zeit]] wurden im Rahmen der [[Formularprozess]]e schriftliche [[Prozessformel]]n eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Franz Wieacker]]: &amp;#039;&amp;#039;Römische Rechtsgeschichte. Quellenkunde, Rechtsbildung, Jurisprudenz und Rechtsliteratur&amp;#039;&amp;#039;. I. Abschnitt: &amp;#039;&amp;#039;Einleitung, Quellenkunde, Frühzeit und Republik&amp;#039;&amp;#039;, 1988, (= &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch der Altertumswissenschaft]]&amp;#039;&amp;#039;, Abt. 10, Teil 3); S.&amp;amp;nbsp;447.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Litteralvertrag|Litteralverträge]] wurden schriftlich verfasst, [[Konsensualvertrag|Konsensualverträge]] konnten formfrei geschlossen werden. Während der [[Klassik (Jurisprudenz)|römischen Klassik]] erlangten die Juristengutachten &amp;#039;&amp;#039;([[Responsa (römische Jurisprudenz)|responsa]])&amp;#039;&amp;#039; als Schriftzeugnisse große Beachtung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Detlef Liebs]]: &amp;#039;&amp;#039;Römische Rechtsgutachten und „Responsorum libri“.&amp;#039;&amp;#039; In: Gregor Vogt-Spira (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Strukturen der Mündlichkeit in der römischen Literatur&amp;#039;&amp;#039;. Tübingen, Narr 1990, S.&amp;amp;nbsp;83–94.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Nachklassisches Recht|nachklassischen Recht]] der [[Spätantike]] entwickelte sich die Schriftform ab dem 3. Jahrhundert für Beweiszwecke bestimmter Geschäfte zum Normalfall.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. im Zusammenhang der Vulgarisierung des materiellen Rechts, [[Max Kaser]]: &amp;#039;&amp;#039;Römisches Privatrecht. Kurzlehrbücher für das juristische Studium.&amp;#039;&amp;#039; München 1960. Ab der 16. Auflage 1992 fortgeführt von [[Rolf Knütel]]. 17. Auflage ISBN 3-406-41796-5. 18. Auflage ISBN 3-406-53886-X. S.&amp;amp;nbsp;240.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] setzte sich der Formalismus fort, bis im 13. Jahrhundert in Europa die generelle Schriftlichkeit ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;consuetudo in scriptis redacta&amp;#039;&amp;#039;}}) auch formlose Verträge anerkannte. In [[Deutschland]] übernahmen dies der [[Sachsenspiegel]] (verfasst zwischen 1210 und 1220 durch [[Eike von Repgow]]) und der [[Schwabenspiegel]] (1275). Die Schriftform entwickelte sich erst mit der Entstehung des Urkundenwesens, als „Brief und Siegel“ oder die Eintragung in öffentliche Bücher verlangt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrike Köbler, &amp;#039;&amp;#039;Werden, Wandel und Wesen des deutschen Privatrechtswortschatzes&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 116&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Goldene Bulle]] aus dem Jahre 1356 erwähnte bereits die Form von [[Schriftstück]]en („von der furme des gewaltbrieffs“). Das Kurpfälzische Landesrecht von 1582 hielt „bloße Worte“ für „keine kräftige, wirkliche Verbindung“. Erst der [[Usus modernus pandectarum]] des [[Samuel Stryk]] aus 1690–1692 brachte eine Geltung aller Verträge, unabhängig von Form und Inhalt. Der [[Niederländer]] [[Hugo Grotius]] ging davon aus, dass die Rechtsverbindlichkeit einer Willenserklärung der freien autonomen Persönlichkeit des Menschen entspringe und deshalb auch ohne besondere Manifestation gültig sei.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=29eAhMFct1YC&amp;amp;pg=PA14&amp;amp;dq=R%C3%B6misches+Recht+Formalismus&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Formalismus&amp;amp;f=false  Christian Heinrich, &amp;#039;&amp;#039;Formale Freiheit und materiale Gerechtigkeit&amp;#039;&amp;#039;, 2000, S. 27]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten|Allgemeine Preußische Landrecht]] (APR) vom Juni 1794 schuf die Förmlichkeiten des römischen Rechts ab, denn Willenserklärungen konnten nunmehr formfrei abgegeben werden. Es verwendete den Begriff Schriftform noch nicht, obwohl es diese für wichtige Verträge verlangte. In den §§ 131–184 APR zählte es lediglich einzelne Ausnahmen der Formfreiheit auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Heinrich, &amp;#039;&amp;#039;Formale Freiheit und materiale Gerechtigkeit&amp;#039;&amp;#039;, 2000, S. 35&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der [[Frankreich|französische]] [[Code civil]] vom März 1804 und das [[österreich]]ische [[ABGB]] vom Juni 1811 propagierten die Inhalts- und Formfreiheit. Erst die deutsche [[Fachzeitschrift]] [[Juristische Wochenschrift]] aus dem Jahre 1888 erwähnte den Begriff: „Die Schriftform wird gewahrt, wenn die Urkunde … vom Urheber der Willenserklärung eigenhändig unterschrieben oder mittels gerichtlich oder notariell beglaubigten Handzeichens unterzeichnet ist.“&amp;lt;ref&amp;gt;Juristische Wochenschrift, Band 17, 1888, S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt; Noch die Motive zum BGB favorisierten im Jahre 1888 den Formzwang, denn dieser rufe „bei den Beteiligten eine geschäftsmäßige Stimmung hervor, weckt das juristische Bewusstsein, fordert zur besonnenen Überlegung heraus und gewährleistet die Ernstlichkeit der gefassten Entschließung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Motive, &amp;#039;&amp;#039;Amtliche Ausgabe&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, 1888, S. 179&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch das im Januar 1900 in Kraft getretene BGB entschied sich für eine generelle Formfreiheit und beließ die meisten Geschäfte des Alltags der formlosen Vertragsfreiheit. Für die meisten [[Dingliches Recht (Deutschland)|dinglichen Rechtsgeschäfte]] indes gilt der Grundsatz der Formfreiheit nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Motive, &amp;#039;&amp;#039;Amtliche Ausgabe&amp;#039;&amp;#039;, Band 3, 1888, S. 7&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweck ==&lt;br /&gt;
Aus den Motiven zum BGB ließen sich bereits die drei klassischen Formzwecke ableiten:&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jan Lieder]],[https://books.google.de/books?id=nDbE5Bhm680C&amp;amp;pg=PA326&amp;amp;dq=formfreiheit&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=formfreiheit&amp;amp;f=false  &amp;#039;&amp;#039;Die rechtsgeschäftliche Sukzession&amp;#039;&amp;#039;, 2015, S. 326].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Klarstellungsfunktion&lt;br /&gt;
: besteht aus &amp;#039;&amp;#039;Abschlussklarheit&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Inhaltsklarheit&amp;#039;&amp;#039;;&lt;br /&gt;
; Warnfunktion&lt;br /&gt;
: Schutz der Vertragsparteien vor Übereilung und&lt;br /&gt;
; Beweisfunktion&lt;br /&gt;
: [[Beweissicherung]], Prozessvermeidung, -verkürzung oder -vereinfachung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Klarstellungsfunktion&amp;#039;&amp;#039; besteht sowohl aus einer &amp;#039;&amp;#039;Abschlussklarheit&amp;#039;&amp;#039;, wonach klar ist, &amp;#039;&amp;#039;dass&amp;#039;&amp;#039; ein Vertrag geschlossen wurde, als auch aus der &amp;#039;&amp;#039;Inhaltsklarheit&amp;#039;&amp;#039;, die Klarheit darüber verschafft, &amp;#039;&amp;#039;was&amp;#039;&amp;#039; die Parteien vereinbart haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=ijtiDAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA276&amp;amp;dq=formvorschrift+verhindert&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=formvorschrift%20verhindert&amp;amp;f=false Anna Haßfurter, &amp;#039;&amp;#039;Form und Treue: Die Verhältnismäßigkeit von Formnichtigkeit und Formzweck&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S. 150]&amp;lt;/ref&amp;gt; Insbesondere bei wirtschaftlich bedeutsamen oder [[Rechtsrisiko|risikobehafteten]] [[Geschäft (Wirtschaft)|Geschäften]] sieht das Gesetz einen Formzwang vor, der die Parteien vor Übereilung schützen soll.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Hübner, &amp;#039;&amp;#039;Allgemeiner Teil des Bürgerlichen Gesetzbuches&amp;#039;&amp;#039;, 1996, S. 367&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Warnfunktion bezweckt, dem Betroffenen die Risikohaftigkeit vor Augen zu führen und die Gefahr von voreiligen Entscheidungen zu verringern. Übereilung und unüberlegte Bindung verhindern notwendige Überlegungen über die Tragweite von Verträgen. Wirtschaftlich bedeutsam und mit Risiko behaftet sind [[Grundstück]]sgeschäfte, so dass für sie besonders strenge Formvorschriften bestehen. Zudem ist mit Formvorschriften eine &amp;#039;&amp;#039;Beweisfunktion&amp;#039;&amp;#039; verbunden. Die Form soll [[Beweiskraft|beweiskräftig]] klarstellen, ob und mit welchem [[Inhalt]] das Geschäft zustande gekommen ist. Die Parteien werden durch – hinderliche – Formzwänge vor Rechtsrisiken gewarnt, folgenreiche Verträge können durch Schriftform oder stärkere Formen [[Rechtssicherheit]] oder spätere [[Beweiskraft]] erlangen. Außerdem kann vor komplizierten Rechtsgeschäften eine [[Rechtsberatung]] und Belehrung stattfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich kann durch Formvorschriften eine inhaltliche &amp;#039;&amp;#039;Überwachung&amp;#039;&amp;#039; des Rechtsgeschäfts oder dessen &amp;#039;&amp;#039;behördliche Kontrolle&amp;#039;&amp;#039; sichergestellt werden. So erfolgt eine wirksame behördliche Kontrolle von schriftlich abzufassenden [[Preisbindung]]en bei [[Zeitung]]en und [[Zeitschrift]]en ({{§|30|gwb|juris}} Abs. 2 [[Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen|GWB]]) durch das [[Bundeskartellamt]] oder durch [[Aufzeichnungspflicht]]en der [[Wertpapierdienstleistungsunternehmen]] gegenüber der [[BAFin]] ({{§|83|wphg|buzer}} Abs. 2 [[Wertpapierhandelsgesetz|WpHG]]). Der Notar sendet Kopien des Grundstückskaufvertrages an den [[Gutachterausschuss]] (für das [[Vergleichswertverfahren]]) und das [[Finanzamt]] (für die [[Grunderwerbsteuer (Deutschland)|Grunderwerbsteuer]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Man unterscheidet in Deutschland allgemein zwischen der gesetzlich vorgeschriebenen Form (&amp;#039;&amp;#039;gesetzliche Formvorschrift&amp;#039;&amp;#039;) und der durch die Parteien rechtsgeschäftlich freiwillig vereinbarten (&amp;#039;&amp;#039;gewillkürte Form&amp;#039;&amp;#039;; {{§|127|bgb|juris}} Abs. 1 BGB). Letztere können die Parteien wählen, wenn keine besondere gesetzliche Form vorgesehen ist. So werden viele bedeutsame [[Kaufvertrag (Deutschland)|Kaufverträge]] schriftlich abgefasst, obwohl das Gesetz ihre Schriftform nicht vorsieht. Ob eine bestimmte Formvorschrift einzuhalten ist, wird im Gesetz ausdrücklich erwähnt: „Zur Gültigkeit des [[Bürgschaft]]svertrags ist schriftliche Erteilung der Bürgschaftserklärung erforderlich“ ({{§|766|bgb|juris}} Satz 1 BGB). Um die neuen Formen der [[elektronische Kommunikation|elektronischen Kommunikation]] zu berücksichtigen, gibt es seit August 2001 die elektronische Form und die Textform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Formvorschriften – von der einfachsten bis zur strengsten Form – sind zu beachten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; [[Textform]] ({{§|126b|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
: Erklärungen sind in einer [[Urkunde]] oder in einer anderen zur dauerhaften Wiedergabe in [[Schriftzeichen]] geeigneten Weise abzugeben. Dazu gehören ausdruckbare [[E-Mail]]s, [[Datenträger]], [[Telefax]]e oder ein ausdruckbares Computerfax. Die Person des Erklärenden ist zu nennen, dessen Unterschrift oder deren Nachbildung ist erkennbar zu machen. Es bedarf also weder der eigenhändigen Unterschrift noch einer elektronischen Signatur.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Leipold, &amp;#039;&amp;#039;BGB I: Einführung und allgemeiner Teil&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 225 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
; [[Elektronische Form]] ({{§|126a|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
: Diese aus dem [[Internet]] stammende Form muss den [[Aussteller (Urkunde)|Aussteller]] enthalten und mit einer [[Qualifizierte elektronische Signatur|qualifizierten elektronischen Signatur]] nach dem [[Vertrauensdienstegesetz]] versehen sein. Seit April 2017 ermöglicht ein Gesetz die elektronische Form in der [[Bundesverwaltung (Deutschland)|Bundesverwaltung]] als zulässige Erklärungsform in vielen Gesetzen und Verordnungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Text und Änderungen des {{§§|Gesetzes zum Abbau verzichtbarer Anordnungen der Schriftform im Verwaltungsrecht des Bundes|buzer}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Meist kommt die elektronische Form bei [[Mailorder]]s und [[E-Commerce]] vor.&lt;br /&gt;
; [[Schriftform]] ({{§|126|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
: Bestimmte [[Schriftstück]]e, [[Vertrag|Verträge]] oder [[Urkunde]]n müssen schriftlich abgefasst sowie vom Aussteller und dessen Vertragspartner eigenhändig mit voller Namens[[unterschrift]] unterzeichnet sein. Anstelle der Unterschrift genügt auch ein notariell beglaubigtes Handzeichen. Bei einem Vertrag muss die Unterzeichnung der Parteien auf derselben Urkunde erfolgen. Die Art der Schriftform reicht von gedruckten Dokumenten bis zum vollständig eigenhändig geschriebenen [[Testament]].&lt;br /&gt;
; [[Beglaubigung]] ({{§|129|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
: bei öffentlicher Beglaubigung ist die Erklärung schriftlich abzufassen und die Unterschrift des Erklärenden von einem [[Notar]] zu beglaubigen. Die öffentlich beglaubigte Form ist insbesondere bei [[Eintragung]]en und [[Löschung (Register)|Löschungen]] zu öffentlichen Registern erforderlich. Anmeldungen zur Eintragung in das [[Handelsregister (Deutschland)|Handelsregister]] sind nach {{§|12|hgb|juris}} Abs. 1 [[Handelsgesetzbuch|HGB]] elektronisch in öffentlich beglaubigter Form einzureichen, dabei können [[Dienstsiegel]] elektronisch dargestellt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;BT-Drucksache 15/4067 vom 28. Oktober 2004, S. 35&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist eine Urschrift oder eine einfache Abschrift einzureichen oder ist für das Dokument die Schriftform bestimmt, genügt die Übermittlung einer elektronischen Aufzeichnung; ist eine öffentlich beglaubigte Abschrift oder ein notariell beurkundetes Dokument einzureichen, so ist ein mit einem einfachen elektronischen Zeugnis ({{§|39a|beurkg|juris}} BeurkG) versehenes Dokument zu übermitteln (§ 12 Abs. 2 HGB). In {{§|29|gbo|juris}} Abs. 1 [[Grundbuchordnung|GBO]] wird verlangt, dass Eintragungen ins [[Grundbuch]] nur aufgrund öffentlich beglaubigter Urkunden vorzunehmen sind (beispielsweise die [[Löschungsbewilligung]]).&lt;br /&gt;
;  [[Beurkundung]] ({{§|128|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
: die strengste Formvorschrift verlangt, dass bestimmte Rechtsgeschäfte von einem [[Notar]] in einer [[Niederschrift]] abgefasst werden müssen, von diesem den Beteiligten vorgelesen, von den Beteiligten genehmigt und in Anwesenheit des Notars eigenhändig [[Unterschrift|unterzeichnet]] werden müssen. Hierzu gehört insbesondere der [[Grundstückskaufvertrag]] nach {{§|311b|bgb|juris}} Abs. 1 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei allen Arten gilt der Grundsatz, dass eine einfache Formvorschrift durch den Willen der Beteiligten von einer strengeren ersetzt werden kann, nicht aber umgekehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besonderheiten in Deutschland ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliches Recht ===&lt;br /&gt;
Im [[Öffentliches Recht|öffentlichen Recht]] ([[Verwaltungsrecht]]) gelten besondere Formvorschriften für [[Verwaltungsakt (Deutschland)#Unterscheidung nach der Form|Verwaltungsakte]] und [[Öffentlich-rechtlicher Vertrag|öffentlich-rechtliche Verträge]]. Es bestehen auch besondere Vorschriften zur [[Heilung (Rechtshandlung)|Heilung]] eines Formmangels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verfahrensrecht ===&lt;br /&gt;
Die Einhaltung einer bestimmten gesetzlichen Form ist für viele [[Verfahrenshandlung]]en eine [[Zulässigkeit]]svoraussetzung. Das Formerfordernis bezweckt die geordnete und zügige Durchführung des Verfahrens. Die formelle Prüfung geht der inhaltlichen voraus und soll durch Zurückweisung von Verfahrenshandlungen, die nicht der Form entsprechen, zur Entlastung insbesondere der [[Gericht]]e führen. Ist die Form nicht eingehalten, wird die Verfahrenshandlung nicht dem Inhalt nach geprüft, sondern als „unzulässig“ verworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Formfehler ===&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Formfehler&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird ein Fehler bezeichnet, bei dem nur die Form, jedoch nicht der Inhalt fehlerhaft ist. Dieses kommt meistens bei [[Rechtswissenschaft|juristischen]] [[Sachverhalt]]en vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele von Formfehlern:&lt;br /&gt;
* schriftlicher Antrag statt mündlicher Antrag,&lt;br /&gt;
* öffentliche Beurkundung wird benötigt,&lt;br /&gt;
* ein Formular muss eingereicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsfolgen des Formmangels ==&lt;br /&gt;
Der [[Formmangel]] von formbedürftigen Rechtsgeschäften führt nach {{§|125|bgb|juris}} BGB zu deren [[Unwirksamkeit|Nichtigkeit]].&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Leipold, &amp;#039;&amp;#039;BGB I: Einführung und allgemeiner Teil&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 231&amp;lt;/ref&amp;gt; Hiermit zwingt das Gesetz den Rechtsverkehr zur Beachtung der Formvorschriften, weil ansonsten die Verträge oder Rechtshandlungen nicht oder nur teilweise gültig sind. Diese harte Konsequenz ist notwendig, da sonst die Formvorschriften wertlos würden.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Heiss, &amp;#039;&amp;#039;Formmängel und ihre Sanktionen&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 9&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Nichtigkeit ist absolut und von Gerichten [[von Amts wegen]] zu beachten. Dort, wo vom Gesetz Formvorschriften vorgesehen sind, muss die Nichtigkeit nicht mehr besonders erwähnt werden, denn sie ist durch § 125 BGB generell angeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Heiss, &amp;#039;&amp;#039;Formmängel und ihre Sanktionen&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 11&amp;lt;/ref&amp;gt; In einigen Fällen lässt es das Gesetz aber ausdrücklich zu, dass durch Hinzutreten weiterer Umstände (wie etwa der Vollzug eines an sich formnichtigen Vertrages) das Rechtsgeschäft dennoch wirksam bleibt. Die Fälle, in denen eine derartige [[Heilung (Rechtshandlung)|Heilung]] möglich ist, sind konkret im Gesetz beschrieben. So wird ein nicht notariell beurkundeter Grundstückskaufvertrag wirksam, wenn die [[Auflassung]] und Eintragung ins Grundbuch erfolgt sind (§ 311b Absatz 1 Satz 2 BGB). Der ohne notarielle Beurkundung geschlossene Vertrag über ein [[Schenkungsversprechen]] wird wirksam, wenn die versprochene Leistung freiwillig erbracht ist ({{§|518|bgb|juris}} Abs. 2 BGB). Nach {{§|494|bgb|juris}} Abs. 2 BGB ist ein nicht schriftlich abgeschlossener [[Verbraucherdarlehensvertrag]] gültig, wenn das Darlehen an den Verbraucher ausgezahlt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== International ==&lt;br /&gt;
In [[Österreich]] räumt § 883 [[ABGB]] allgemeine Formfreiheit ein. Das Gesetz überlässt es regelmäßig den Parteien, in welcher Form sie ein Geschäft schließen wollen. Mündlich, schriftlich aber auch mit oder ohne Zeugen können Geschäfte abgeschlossen werden. Diese Formfreiheit ist allerdings durch zahlreiche Sonderregelungen eingeschränkt. Die Formvorschriften dienen im Wesentlichen dem [[Verbraucherschutz]] und dem Schutz vor Übereilung (z.&amp;amp;nbsp;B. Schriftlichkeit für die Verpflichtungserklärung des [[Bürge]]n oder bestimmter Verbrauchergeschäfte), dem Schutz besonders hilfsbedürftiger Personen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Blindheit|Blinden]]), der Beweissicherung (z.&amp;amp;nbsp;B. bei Zustimmungserklärung bei medizinisch unterstützter Fortpflanzung, Schriftform von Testamenten, [[Patientenverfügung]]en, Mietrecht, Dokumentationspflicht durch Gericht oder Notar bei Erbverzicht oder wenigen [[Unternehmensverkauf|Unternehmensverkäufen]]) und der Offenkundigkeit (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Eheschließung]] nur vor dem Standesbeamten). Hinsichtlich der elektronischen Signatur gibt es Sonderbestimmungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Koziol/Rudolf Welser/Andreas Kletecka, &amp;#039;&amp;#039;Bürgerliches Recht - Allgemeiner Teil, Sachenrecht, Familienrecht&amp;#039;&amp;#039;, 2006, S. 204 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der [[Schweiz]] unterliegen Verträge grundsätzlich keiner Formvorschrift. Falls für einen Vertrag eine bestimmte Form erforderlich ist, wird diese ausdrücklich im Gesetz erwähnt (Art. 12 [[Obligationenrecht (Schweiz)|OR]]). Ist für ein bestimmtes Rechtsgeschäft eine schriftliche Form vorgeschrieben, so muss der Vertrag von allen Parteien handschriftlich unterschrieben werden oder mit einer „qualifizierten digitalen Signatur“ nach Schweizer Signaturgesetz ([[Elektronische Signatur#Schweiz|ZertES]]) digital signiert werden (mit Ausnahme von Rechtsgeschäften, für die eine [[Beurkundung]] erforderlich ist wie z.&amp;amp;nbsp;B. ein Grundstückkauf oder ein [[Ehevertrag]] – diese Arten von Rechtsgeschäften bedürfen zwingend der handschriftlichen Unterschrift).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In vielen Fällen haben die internationalen Formvorschriften vor allem eine [[Dokumentation]]s- und [[Kontrolle|Kontrollfunktion]] für [[Behörde]]n, um zu verhindern, dass Unternehmen oder Privatpersonen durch Rechtsgestaltung oder kriminelle Handlungen eventuell mit Hilfe von [[Offshore-Finanzplatz|Offshore-Finanzplätzen]], [[Kreditinstitut]]en ([[Schattenbanken]]) oder Politikern (auch unter Verwendung von [[Steueroase]]n oder für sie günstigeren [[Niedrigsteuerland|Niedrigsteuerländern]]) wichtige Vorschriften hinsichtlich [[Steuerpflicht]], [[Gläubigerschutz]] oder [[Verbraucherschutz]] umgehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. dazu &amp;#039;&amp;#039;Hier liegen die Offshore-Gelder auf der Welt&amp;#039;&amp;#039;, in: FAZ vom 7. April 2016, S. 19&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch international vereinbarte Formvorschriften bei bestimmten Rechtsgeschäften soll [[Geldwäsche]], [[Korruption]], [[Steuerdelikt|Steuerhinterziehung]] aber auch [[Terrorismus]] verhindert werden. Entscheidend für die Effektivität der Formvorschrift ist, dass diese nicht durch korrumpierte [[Organ (Recht)|Organe]] überprüft, vollzogen, errichtet oder verfälscht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich gilt, dass die Einhaltungsüberprüfung der Gesetze durch die Formvorschrift erleichtert wird und damit dazu die Informations-, Überwachungs- und Durchsetzungskosten des [[Gemeinwesen]]s gesenkt werden beziehungsweise die Verhandlungsmacht der Parteien verschoben wird (z.&amp;amp;nbsp;B. hin zum Verbraucher) und sich insgesamt dadurch die Wirtschaftsleistung des Gemeinwesens erhöht.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. dazu ausführlich [[Douglass North]], &amp;#039;&amp;#039;Institutionen, institutioneller Wandel und Wirtschaftsleistung&amp;#039;&amp;#039;, 1992, S. 55 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonstiges ==&lt;br /&gt;
Abzugrenzen ist die rechtliche Form vom [[Formelles Recht|formellen Recht]]. Hierunter werden einerseits im [[Verfahrensrecht]] alle zur staatlichen [[Entscheidungsfindung]] vorhandenen Rechtsnormen verstanden. Andererseits ist formelles Recht im Gegensatz zum [[materielles Recht|materiellem Recht]] der Teil des Rechts, der vorschreibt, wie materielles Recht im Einzelnen durchgesetzt werden kann (siehe [[Bewilligung (Grundbuch)|Bewilligung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„[[Pro forma]]“ ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;pro forma&amp;#039;&amp;#039;}}, „um der (äußeren) Form willen“ oder zum Schein) bedeutet, dass eine erzwungene äußere Form gewahrt werden oder dass die Einhaltung eines Formzwangs nur einen [[Rechtsschein]] erzeugen soll.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://synonyme.woxikon.de/synonyme/pro%20forma.php Synonym für pro forma – Synonyme – Bedeutung | Antonyme (Gegenteile) – Fremdwörter von pro forma]&amp;#039;&amp;#039;, synonyme.woxikon.de, abgerufen am 3. April 2011&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.duden.de/definition/pro%20forma pro forma - Duden]&amp;#039;&amp;#039;, duden.de, abgerufen am 3. April 2011&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Karl-Heinz Bernard: &amp;#039;&amp;#039;Formbedürftige Rechtsgeschäfte: Inhaltsermittlung, Umfang und Fassung der Urkundenerklärung&amp;#039;&amp;#039;, Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1979, ISBN 3-428-04513-0 (zugleich: Universität Frankfurt am Main, Dissertation 1978).&lt;br /&gt;
* Stefan Kramer: &amp;#039;&amp;#039;Formerfordernisse im Arbeitsverhältnis als Grenzen für den Einsatz elektronischer Kommunikationsmittel&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Der Betrieb]] (DB), 2006, S. 502–508&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4017889-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Allgemeiner Teil des Bürgerlichen Rechts (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Privatrecht (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vertragsgestaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Stephan Klage</name></author>
	</entry>
</feed>