<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Fluchthilfe</id>
	<title>Fluchthilfe - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Fluchthilfe"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fluchthilfe&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-31T11:13:46Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fluchthilfe&amp;diff=380666&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Derkoenig: lf nach Verschiebung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fluchthilfe&amp;diff=380666&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-02-17T19:50:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;lf nach Verschiebung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fluchthilfe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet die Hilfe zur [[Flucht]] beispielsweise aus einem [[Gefängnis]] oder aus einem Land in ein anderes Land.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formen der Fluchthilfe ==&lt;br /&gt;
Die sogenannten [[Judenretter]] im Dritten Reich betätigten sich unter anderem auch als Fluchthelfer. Mit dem [[Mauerbau]] gewann die Fluchthilfe erneut an Bedeutung; sie ermöglichte die [[Flucht aus der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR|Flucht aus der DDR]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Negativ wertend werden Fluchthelfer auch als [[Schleusungskriminalität|Schleuser]], [[Schlepperei|Schlepper]] oder [[Menschenschmuggel|Menschenschmuggler]] bezeichnet. Heute überlagern sich verschiedene Ausprägungen der Fluchthilfe: Eine klare Unterscheidung der Fluchthilfe in eine humanitäre, kommerzielle und kriminelle Ausprägung lässt sich nicht widerspruchsfrei aufrechterhalten. Welchen Anteil [[Sozial|soziale]], [[Ethik|ethische]] oder finanzielle Motive bei der Tätigkeit der Fluchthilfe spielen, lässt sich nur konkret im jeweiligen Einzelfall herausfinden.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Buchen: &amp;#039;&amp;#039;Die neuen Staatsfeinde: Wie die Helfer syrischer Kriegsflüchtlinge in Deutschland kriminalisiert werden&amp;#039;&amp;#039;. Verlag J.H.W. Dietz Nachf. Bonn, Bonn 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Veränderlich ist auch die Bewertung der Fluchthilfe durch den Gesetzgeber. So sah in der Schweiz das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG) bis 2008 vor, dass Hilfe zur illegalen Einreise nicht bestraft wird, wenn sie „aus achtenswerten Beweggründen“ geschah.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.fluechtlingshilfe.ch/fakten-statt-mythen/beitraege-2018/ist-solidaritaet-ein-delikt.html |titel=Ist Solidarität ein Delikt? |werk=Fakten statt Mythen Nr. 136, www.fluechtlingshilfe.ch |datum=2018-10-18 |abruf=2018-12-29 |archiv-datum=2018-12-30 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20181230025919/https://www.fluechtlingshilfe.ch/fakten-statt-mythen/beitraege-2018/ist-solidaritaet-ein-delikt.html |offline=ja |archiv-bot=2025-02-06 18:15:24 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Fluchthilfe ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hortus Deliciarum, Moses führt das Volk Israel durch das Rote Meer.JPG|mini|&amp;#039;&amp;#039;Mose führt das Volk Israel durch das Rote Meer&amp;#039;&amp;#039; – Darstellung aus dem &amp;#039;&amp;#039;[[Hortus Deliciarum]]&amp;#039;&amp;#039; der [[Herrad von Landsberg]] (um 1180)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altorientalische Fluchthilfe ===&lt;br /&gt;
Im [[Altes Testament|Alten Testament]] wandelte sich das Gottesbild [[Jahwe]]s vom Fluchthelfer über den Kriegsgott zum Gott der Weltherrschaft und des Weltfriedens.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georg Fohrer]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der israelitischen Religion&amp;#039;&amp;#039;, De Gruyter, 1969, S. 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der israelitische [[Auszug aus Ägypten]] unter Führung von [[Moses]], beschrieben im [[Buch Exodus]], ist eine der bekanntesten Fluchthilfeüberlieferungen. Bis in die Neuzeit inspirierte das Fluchthelfer, so nannte sich [[Harriet Tubman]] &amp;#039;&amp;#039;Moses&amp;#039;&amp;#039;, und die jüdische [[Hagana]] benannte ihr Fluchtschiff, die &amp;#039;&amp;#039;President Warfield&amp;#039;&amp;#039;, in [[Exodus (Schiff)|&amp;#039;&amp;#039;Exodus 1947&amp;#039;&amp;#039;]] (kurz &amp;#039;&amp;#039;Exodus&amp;#039;&amp;#039;) um.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Babylon|babylonische]] [[Codex Hammurapi]] (18. Jahrhundert v. Chr.) sah für die Fluchthilfe von [[Sklave]]n die Todesstrafe vor.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eckart Otto]]: &amp;#039;&amp;#039;Altorientalische und biblische Rechtsgeschichte: gesammelte Studien&amp;#039;&amp;#039;, Harrasowitz, 2008, ISBN 978-3-447-05791-2, S. 521&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Underground Railroad ===&lt;br /&gt;
[[Datei:undergroundrailroadsmall2.jpg|mini|Karte einiger Routen der Underground Railroad]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Underground Railroad}}&lt;br /&gt;
Die Underground Railroad ({{enS}} für &amp;#039;&amp;#039;Untergrundbahn&amp;#039;&amp;#039;) war ein aus Gegnern der [[Sklaverei in den Vereinigten Staaten|Sklaverei]] – auch vielen religiösen Weißen wie Baptisten, Quakern und Methodisten – bestehendes informelles Netzwerk, das Sklaven auf der Flucht aus den [[Südstaaten]] der USA nach Norden, z.&amp;amp;nbsp;B. in das sicherere Kanada, Unterstützung gewährte. Mit geheimen Routen, Schutzhäusern, Fluchthelfern und geheimer Kommunikation gelang es den [[Abolitionist]]en, zwischen 1800 und 1850 etwa 100.000 Sklaven zu befreien. Die Ursprünge gehen zurück auf einzelne Flüchtlinge, die sich zunächst selbstständig bis nach Kanada durchschlugen. Um 1830 wurde für diese Form der Fluchtlinien der Begriff Underground Railroad geläufig.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.thecanadianencyclopedia.ca/en/article/underground-railroad/ &amp;#039;&amp;#039;Underground Railroad&amp;#039;&amp;#039;] auf Historica Canadia, abgerufen am 29. März 2016&amp;lt;/ref&amp;gt; Harriet Tubman, [[Thomas Garrett]] und [[Levi Coffin]] waren treibende Kräfte in dem Netzwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fluchthilfe während der Zeit des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
==== Rettende Grenzübertritte ====&lt;br /&gt;
Vor und während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] suchten in Deutschland und in besetzten Gebieten viele Flüchtlinge, denen Tod oder Gefängnis drohte, die Dienste von Fluchthelfern.&lt;br /&gt;
Bekannt wurde der St. Galler Polizeikommandant [[Paul Grüninger]], weil er mehrere hundert, vielleicht einige tausend jüdische Flüchtlinge ins Land einreisen ließ. Er wurde abgesetzt und gerichtlich verurteilt, verlor seine Pension und fand bis ans Lebensende 1971 keine geregelte Arbeit mehr. Andere Fluchthelfer sind ins [[Konzentrationslager|KZ]] eingeliefert, zu Gefängnisstrafen verurteilt, oder nachts erschossen worden. Die in der [[Schweiz im Zweiten Weltkrieg|Schweiz]] verurteilten Fluchthelfer werden dank eines neuen Gesetzes seit 2003 rehabilitiert. [[Herbert Herden]] und weitere werden heute wegen ihrer Hilfsaktionen für Juden zu den [[Gerechter unter den Völkern|Gerechten unter den Völkern]] gerechnet. Der Film &amp;#039;&amp;#039;[[Casablanca (Film)|Casablanca]]&amp;#039;&amp;#039; handelt von Personen, die durch einen Fluchthelfer dem NS-nahen Vichy-Regime zu entgehen versuchen. Eine wichtige Rolle spielte in Frankreich auch das [[Emergency Rescue Committee]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Vereinigte Kletterabteilung|Singener Fluchtroute}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Untertauchen als inländischer Flüchtling ====&lt;br /&gt;
Fluchthelfer innerhalb des Nazi-Machtbereichs wurden häufig [[Judenretter|Judenhelfer oder Judenretter]] genannt. Ihre Tat galt dort als quasi nach den neuen Machtverhältnissen strafbare „Judenbegünstigung“. Viele jüdische Einwohner Deutschlands oder von Deutschland besetzter Länder gingen nicht zu einem Zeitpunkt in die Emigration, zu dem das von den neuen Machthabern noch gestattet wurde. Zum Teil lag das auch an den Aufnahmebedingungen der fremden Länder. Zum anderen an der Hoffnung, im Heimatland nicht am Leben bedroht zu sein. Zum Erlass von Ausreiseverboten durch die nationalsozialistische Regierung kam es 1941. Die Bürger waren im eigenen Land nicht sicher und konnten es wiederum nur illegal und unter Lebensgefahr für sich und evtl. Helfende verlassen. Daher entschieden sich eine große Zahl von jüdischen Einwohnern als so genanntes U-Boot in die Illegalität im eigenen Land abzutauchen. Sie wollten damit immerhin das Risiko des Grenzübertritts vermeiden. In aller Regel waren sie dabei auf die Unterstützung vieler Helfer, sehr oft Personen, die sie vorher nicht kennen- und einschätzen lernen konnten, angewiesen. Alle sonstigen Merkmale der Fluchthilfe, außer dem Grenzübertritt, trafen auf diese Situation zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Alija Bet 1934–1948 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Exodus (1).jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Exodus 1947&amp;#039;&amp;#039; der Hagana]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Alija Bet}}&lt;br /&gt;
Als die Briten die Einwanderung der Juden nach Palästina in den 1930er Jahren erschwerten, reagierten [[Zionismus|zionistische]] Gruppen mit der organisierten illegalen Migration. 1939 sah [[David Ben Gurion]] dies dann als einzige Option um Palästina zu erreichen und es wurde die offizielle Organisation [[Mossad le Alija Bet]] geschaffen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.yadvashem.org/odot_pdf/Microsoft%20Word%20-%205727.pdf Aliya Bet] auf Yad Vashem, abgerufen am 30. März 2016&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab 1944 bildete sich unter den traumatisierten jüdischen [[Displaced Person]]s in Osteuropa die Untergrund- und Fluchtbewegung [[Bricha]] heraus, die illegale Fluchtwege nach Palästina aufbaute. Nach dem [[Pogrom von Kielce]] am 4. Juli 1946, schwoll die Bricha zu einer Massenflucht nach Westeuropa an und begann mit dem Mossad le Alija Bet und der [[Hagana]] zusammenzuarbeiten. Viele osteuropäische Flüchtlinge kamen zunächst in vom [[UNRRA]] betreuten Lagern für displaced Person im amerikanisch besetzten Deutschland unter. Von dort versuchten sie sich mit weiteren Holocaustüberlebenden und der Unterstützung des Mossad le Alija Bet und der Finanzierung durch die [[Jewish Agency]] und des [[Joint Distribution Committee]] über Mittelmeerhäfen und den Seeweg nach Palästina durch zu schlagen. Die Irrfahrt der [[Exodus (Schiff)|Exodus 1947]] führte über internationalen Druck zu einer Änderung der britischen Einwanderungspolitik und letztendlich zur Gründung des Staates [[Israel]].&amp;lt;ref&amp;gt;Anita Shapira, Irit Keynan: [http://www.yadvashem.org/yv/en/education/educational_materials/shapira_survivors.asp &amp;#039;&amp;#039;The Survivors of the Holocaust - An Overview&amp;#039;&amp;#039;], Yad Vashem, abgerufen am 30. März 2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rattenlinien ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Rattenlinien}}&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte}}&lt;br /&gt;
Der faschistische kroatische [[Franziskaner (OFM)|Franziskaner]]-Priester [[Krunoslav Draganović]] begann 1943 zusammen mit dem österreichischen Bischof [[Alois Hudal]] Fluchtrouten für die [[Ustascha]] aufzubauen. Mit Hilfe der [[Katholische Kirche|katholischen Kirche]] konnten auf diesen Fluchtlinien zahlreiche Vertreter des Nationalsozialismus und der Ustascha vor der juristischen Verfolgung ihrer Straftaten nach [[Südamerika]] oder in die [[arabische Welt]] fliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fluchthilfe an der innerdeutschen Grenze ===&lt;br /&gt;
Bekannt wurde der Fall des Fluchthelfers [[Rudolf Müller (Fluchthelfer)|Rudolf Müller]], der den Soldaten der [[Grenztruppen der DDR]] [[Reinhold Huhn]] erschoss, und der Fluchthelfer [[Michael Gartenschläger]], der beim Versuch, eine [[Selbstschussanlage]] an der Grenze abzumontieren, von einem [[Kommando (Militär)|Spezialkommando]] erschossen wurde. [[Harry Seidel]], ein früherer DDR-Radsportmeister, wurde für seine Fluchthilfe zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Auf den Fluchthelfer [[Wolfgang Welsch (Fluchthelfer)|Wolfgang Welsch]] verübte das [[Ministerium für Staatssicherheit]] mehrere Mordanschläge, mit Hilfe einer [[Autobombe]], eines [[Scharfschütze]]n und mit Gift. In der Bundesrepublik war die &amp;#039;&amp;#039;Anzeige von Fluchthilfe bei Dienststellen der DDR&amp;#039;&amp;#039; strafbar, etwa als [[politische Verdächtigung]] oder [[Freiheitsberaubung]] in [[Täter (Strafrecht)#Mittelbarer Täter|mittelbarer Täterschaft]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://lexetius.com/1994,316 BGHSt 40, 125] (ehem. DDR-Bürger als Täter); [http://lexetius.com/1996,405 BGHSt 42, 275] (Bundesbürger als Täter).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Anfangsjahren der deutschen Teilung wurden mehrere [[Liste der Fluchttunnel in Berlin während der deutschen Teilung|Fluchttunnel in Berlin]] gegraben, darunter die [[Tunnel 29]] und [[Tunnel 57|57]] mit Ausgangspunkt in der [[Bernauer Straße]]. Die Tunnelbauer handelten oft aus ideellen Beweggründen oder um Angehörige aus der DDR zu holen. Die Fluchthelfer kamen aus allen Schichten der Gesellschaft. [[Egbert Weiß]] hat die Rolle von [[Corps]]studenten bei der Fluchthilfe der [[Wolfgang Fuchs (Fluchthelfer)|Gruppe Fuchs]] in [[West-Berlin]] aufgearbeitet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.hannovera.org/fileadmin/Oeffentlich/Fluchthilfe%20Zeitbild%20v%20%2012%2003%2004.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Mordbanditen, Agenten und Provokateure&amp;#039;&amp;#039; (M. Eggers, 2001) |wayback=20140517214130}} (PDF; 62&amp;amp;nbsp;kB).&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der fortgesetzten Weiterentwicklung der Grenzanlagen und der Überwachung in der DDR wurde auch die Fluchthilfe professioneller und kommerzialisierte sich. Dadurch brachen die früheren Fluchthilfegruppen auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (bis 1990)|Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland]] unterstützte die Fluchthilfe in den Anfangsjahren, wenn auch verdeckt. Dazu nutzte das [[Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen|Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen]] Mitglieder der Parteien. Der Verfassungsschutz warnte Fluchthelfer, wenn sie durch die Staatssicherheit der DDR entdeckt wurden, und stellte Kontakte unter den Fluchthilfegruppen her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Rechtsprechung des [[Bundesgerichtshof]]s verstieß ein entgeltlicher Fluchthelfervertrag weder gegen ein gesetzliches Verbot ({{§|134|bgb|juris}} BGB) noch gegen die guten Sitten ({{§|138|bgb|juris}} BGB).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://research.wolterskluwer-online.de/document/d411cf3b-2c16-43a5-821c-81094f319387 BGH, Urteil vom 29. September 1977 - III ZR 164/75]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://research.wolterskluwer-online.de/document/5a5273d5-5064-424a-963f-cc01f92140b9 BGH, Urteil vom 21. Februar 1989 - III ZR 185/77]&amp;lt;/ref&amp;gt; Einwände der DDR, diese Rechtsprechung verstoße „gegen Geist und Buchstaben“ des [[Transitabkommen]]s und die Verpflichtung der Bundesregierung zur Verhinderung von Missbrauch wies die Bundesregierung mit der Begründung zurück, die bundesdeutschen Gerichte seien unabhängig und der Einwirkung der Bundesregierung entzogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans H. Mahnke (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dokumente zur Berlin-Frage 1967–1986.&amp;#039;&amp;#039; München, 1987, S. 483 ff. ([https://books.google.de/books?id=Ut-dCgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA483&amp;amp;lpg=PA483&amp;amp;dq=BGH-Urteil+v.+21.2.1980&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=uZ7hlYA68H&amp;amp;sig=ACfU3U0hbsUgGP3P6f1Kc9f2LLxpYvAEcA&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwje4f6f2rfyAhU6hf0HHU3bAkAQ6AF6BAgQEAM#v=onepage&amp;amp;q=BGH-Urteil%20v.%2021.2.1980&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;google.books.&amp;#039;&amp;#039;])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fluchthelfer Heinrich Böll ===&lt;br /&gt;
Der Schriftsteller [[Heinrich Böll]] betätigte sich 1961 als Fluchthelfer, indem er mit seinem präparierten Privatauto Slavi Mandlová die Ehefrau seines Mitarbeiters [[Herbert Thomas Mandl]] aus [[Ostrava]] ([[Tschechoslowakei]]) in den Westen schmuggelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stirken&amp;quot;&amp;gt;[http://www.boerverlag.de/MANDL-B1.HTM#Boell &amp;#039;&amp;#039;Herbert Thomas Mandl&amp;#039;&amp;#039;], Bericht von Norbert Stirken in der [[Rheinische Post|Rheinischen Post]] vom 21.&amp;amp;nbsp;August 1995, Abschnitt: &amp;#039;&amp;#039;Familie Böll betätigte sich als Fluchthelfer&amp;#039;&amp;#039;; auf der Website des &amp;#039;&amp;#039;Boer Verlags&amp;#039;&amp;#039; (abgerufen am 15.&amp;amp;nbsp;Februar 2009).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christiane Grefe]]: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.zeit.de/2007/32/Boell Wo ist Böll?]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]].&amp;#039;&amp;#039; Nr. 32. 2.&amp;amp;nbsp;August 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Situation heute ==&lt;br /&gt;
Seit 1990 hat sich eine begriffliche Verschiebung von Fluchthelfern zu Schleusern oder Schleppern vollzogen. Der Begriff kann – zum Beispiel im Zusammenhang mit [[Schleusungskriminalität]] – eine abwertende Nebenbedeutung haben. Daneben wird, beispielsweise bei Helfern für in ihrem Herkunftsland Verfolgte, noch immer die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Fluchthelfer&amp;#039;&amp;#039; verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Schlepper oder auch Schleuser werden Menschen bezeichnet, die andere gegen Bezahlung und unter Umgehung gesetzlicher Einreisebeschränkungen in andere Staaten verbringen. Die Geschleppten sind häufig Personen, die ihr Herkunftsland aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen verlassen wollen. Neben Gelegenheitsschleppern gibt es auch professionell agierende Schlepper. In der medialen Berichterstattung wird die Fluchthilfe durch Schleuser oft der [[Organisierte Kriminalität|organisierten Kriminalität]] zugerechnet. Schleuser werden dabei als Banden beschrieben, die hohe Preise für ihre Dienste kassieren und ihnen ausgelieferte Menschen skrupellos in Lebensgefahr bringen. Nicht selten werden sie auch mit [[Menschenhandel]] in Verbindung gebracht. Das [[Bundesministerium der Verteidigung]] spricht von „Menschenverachtenden Praktiken zwecks Profitmaximierung“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bmvg.de/de/themen/dossiers/engagement-in-afrika/herausforderungen/menschenhandel/schlepperbanden |titel=Schlepperbanden |werk=Bundesministerium für Verteidigung |abruf=26.10.2022 |archiv-datum=2022-10-26 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20221026003334/https://www.bmvg.de/de/themen/dossiers/engagement-in-afrika/herausforderungen/menschenhandel/schlepperbanden |offline=ja |archiv-bot=2025-02-06 18:15:24 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die im Jahre 2007 publizierte Studie &amp;#039;&amp;#039;Menschenschmuggel&amp;#039;&amp;#039; wendet sich gegen „die verbreitete These, dass große, pyramidenförmig-hierarchisch strukturierte mafiöse Organisationen das Geschäft dominieren und diese nicht nur im Bereich illegaler Migration, sondern auch im Drogen- und Waffenhandel wie im Prostitutionsgeschäft tätig seien“.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias Neske: &amp;#039;&amp;#039;Menschenschmuggel. Deutschland als Transit- und Zielland irregulärer Migration&amp;#039;&amp;#039;. Lucius &amp;amp; Lucius, Stuttgart 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt; Stattdessen sei davon auszugehen, dass es sich bei der Fluchthilfe um eine Vielzahl dezentral organisierter Netzwerke der Migration handelt, die mitunter von Migrierenden selbst aufgebaut und aufrechterhalten werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Dietrich: &amp;#039;&amp;#039;Schleusertum – Fluchthilfe: Fahndungspraxis und soziale Realität&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Klaus Jünschke]], Bettina Paul (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wer bestimmt denn unser Leben? Beiträge zur Entkriminalisierung von Menschen ohne Aufenthaltsstatus.&amp;#039;&amp;#039; Karlsruhe 2005, S. 56–73.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liste bekannter Fluchthelfer ==&lt;br /&gt;
* [[Hans Fittko]] (1903–1960), deutscher Widerstandskämpfer&lt;br /&gt;
* [[Lisa Fittko]] (1909–2005), österreichische Widerstandskämpferin&lt;br /&gt;
* [[Varian Fry]] (1907–1967), US-amerikanischer Journalist und Freiheitskämpfer&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Fuchs (Fluchthelfer)|Wolfgang Fuchs]] (1939–2001)&lt;br /&gt;
* [[Reinhard Furrer]] (1940–1995), deutscher Wissenschaftsastronaut&lt;br /&gt;
* [[Girrmann-Gruppe]]&lt;br /&gt;
* [[Paul Grüninger]] (1891–1972), Schweizer Lehrer, Fußballspieler und Polizeihauptmann&lt;br /&gt;
* [[Volker G. Heinz]] (* 1943), deutscher Rechtsanwalt und ehemaliger Notar&lt;br /&gt;
* [[Hartmut Horst]] (1941–2013), deutscher Internist&lt;br /&gt;
* [[Hasso Herschel]] (* 1935)&lt;br /&gt;
* [[Hans Ulrich Lenzlinger]] (1929–1979), Schweizer Lebemann und Abenteurer&lt;br /&gt;
* [[Harry Seidel]] (1938–2020), deutscher Bahnradsportler&lt;br /&gt;
* [[Harriet Tubman]] (ca. 1820–1913)&lt;br /&gt;
* [[Burkhart Veigel]] (* 1938)&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Welsch (Fluchthelfer)|Wolfgang Welsch]] (* 1944)&lt;br /&gt;
* [[Peter und Christa Gross-Feurich|Peter Gross]] (* 1949), Mitarbeiter der schweizerischen Botschaft 1973–1975 in Ost-Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filme ==&lt;br /&gt;
* {{YouTube|x96V6SiqMlc|„Way to Freedom“, Dokumentarfilm über Dutch-Paris Fluchtnetzwerk, von Dick Verkijk, 1967}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fluchthilfe im Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Lisa Fittko]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Mein Weg über die Pyrenäen&lt;br /&gt;
   |TitelErg=Erinnerungen 1940/41&lt;br /&gt;
   |Verlag=[[Deutscher Taschenbuch Verlag|dtv]]-Taschenbuch 62189 Reihe Hanser&lt;br /&gt;
   |Ort=München&lt;br /&gt;
   |Datum=2004&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-423-62189-2}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Varian Fry]]&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Wolfgang D. Elfe, Jan Hans&lt;br /&gt;
   |Titel=Auslieferung auf Verlangen&lt;br /&gt;
   |TitelErg=Die Rettung deutscher Emigranten in Marseille 1940/41&lt;br /&gt;
   |Verlag=Fischer-Taschenbuch 18376 Die Zeit des Nationalsozialismus&lt;br /&gt;
   |Ort=Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
   |Datum=2009&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-596-18376-0&lt;br /&gt;
   |Kommentar=1995 als Fischer-Taschenbuch 11893, ISBN 3-596-11893-X&lt;br /&gt;
   |Originaltitel=Surrender on Demand&lt;br /&gt;
   |Übersetzer=Jan Hans, Anja Lazarowicz}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Stefan Keller (Historiker)|Stefan Keller]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Grüningers Fall&lt;br /&gt;
   |TitelErg=Geschichten von Flucht und Hilfe&lt;br /&gt;
   |Verlag=Ein Buch der WochenZeitung WoZ im Rotpunktverlag&lt;br /&gt;
   |Ort=Zürich&lt;br /&gt;
   |Datum=1993&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-85869-157-7}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Hrsg=[[Wolfram Wette]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Stille Helden&lt;br /&gt;
   |TitelErg=Judenretter während des Zweiten Weltkriegs&lt;br /&gt;
   |Verlag=Herder&lt;br /&gt;
   |Ort=Freiburg in Breisgau&lt;br /&gt;
   |Datum=2005&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-451-05461-7}}&lt;br /&gt;
* [[Hans-Dieter Arntz]], &amp;#039;&amp;#039;Judenverfolgung und Fluchthilfe im deutsch-belgischen Grenzgebiet&amp;#039;&amp;#039;, Euskirchen 1990, ISBN 3-9800787-6-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fluchthilfe an der innerdeutschen Grenze&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Marion Detjen]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Ein Loch in der Mauer&lt;br /&gt;
   |TitelErg=Die Geschichte der Fluchthilfe im geteilten Deutschland 1961–1989&lt;br /&gt;
   |Verlag=Siedler&lt;br /&gt;
   |Ort=München&lt;br /&gt;
   |Datum=2005&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-88680-834-2&lt;br /&gt;
   |Seiten=155–158&lt;br /&gt;
   |Kommentar=Zugleich [[Dissertation]] an der [[Freie Universität Berlin|Freien Universität Berlin]] 2005}}&lt;br /&gt;
* [[Uwe Johnson]]: &amp;#039;&amp;#039;Ich wollte keine Frage ausgelassen haben.&amp;#039;&amp;#039; Gespräche mit Fluchthelfern. Suhrkamp Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-518-42151-2.&lt;br /&gt;
* [[Burkhart Veigel]]: &amp;#039;&amp;#039;Wege durch die Mauer – Fluchthilfe und Stasi zwischen Ost und West&amp;#039;&amp;#039;. 4. Auflage. Ch. Links, Berlin 2016, ISBN 978-3-96289-073-5&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Welsch (Fluchthelfer)|Wolfgang Welsch]]: &amp;#039;&amp;#039;Ich war Staatsfeind Nr. 1 – Als Fluchthelfer auf der Todesliste der Stasi&amp;#039;&amp;#039;. 13. Auflage. Piper, München 2020, ISBN 978-3-492-26167-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fluchthilfe für Sklaven&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Michael Burgan, Philip Schwarz: &amp;#039;&amp;#039;The Underground Railroad&amp;#039;&amp;#039;, Infobase Publishing, 2006, ISBN 978-1-4381-0654-0&lt;br /&gt;
* Mary Ellen Snodgrass: &amp;#039;&amp;#039;The Underground Railroad: An Encyclopedia of People, Places, and Operations&amp;#039;&amp;#039;, Routledge, 2015, ISBN 978-1-317-45415-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.parlament.ch/d/kommissionen/ko-kommissionen/ko-weitere-kommissionen/ko-rehab/seiten/index.aspx Schweizer Rehabilitierungskommission] für zur Zeit des Nationalsozialismus verurteilte Fluchthelfer von Verfolgten.&lt;br /&gt;
* [https://www.jugendopposition.de/themen/145455/fluchthilfe Umfangreicher Artikel mit Bildmaterial zum Thema Fluchthilfe an der innerdeutschen Grenze] auf jugendopposition.de&lt;br /&gt;
* [http://www.risiko-freiheit.de/ Risiko Freiheit], Online-Ausstellung der Stiftung Berliner Mauer zum Thema Fluchthilfe (1961–1989)&lt;br /&gt;
* Burkhart Veigel: [http://www.fluchthilfe.de/ &amp;#039;&amp;#039;Fluchthilfe durch die Berliner Mauer 1961 bis 1972.&amp;#039;&amp;#039;] fluchthilfe.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4194613-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fluchthilfe| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Derkoenig</name></author>
	</entry>
</feed>