<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Fluch</id>
	<title>Fluch - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Fluch"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fluch&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-30T04:09:04Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fluch&amp;diff=116965&amp;oldid=prev</id>
		<title>2A00:1E:B000:6801:30C5:5917:9AF2:2557: /* Geschichte */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fluch&amp;diff=116965&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-05-18T15:57:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den magischen Fluch. Zu anderen Bedeutungen siehe [[Der Fluch]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Akseli Gallen-Kallela - Kullervo Cursing - Google Art Project.jpg|mini|[[Akseli Gallen-Kallela]], &amp;#039;&amp;#039;[[Kullervo]]s Fluch&amp;#039;&amp;#039;, 1899]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fluch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verfluchung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Zauberspruch|Spruch]] (gelegentlich auch mit einer zugehörigen [[Gestik]] verbunden), der ursprünglich auf [[ritual]]isierte ([[Magie|magische]]&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Dorschel, &amp;#039;&amp;#039;Entwurf einer Theorie des Fluchens&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Variations&amp;#039;&amp;#039; 23 (2015), §&amp;amp;nbsp;13, S. 167–175, 170.&amp;lt;/ref&amp;gt;) Weise einer Person oder einem Ort [[Unheil]] bringen oder zur [[Sühne]] bewegen bzw. zwingen soll. [[Zorn]] oder der Wunsch zu [[strafe]]n oder sich zu [[Rache|rächen]] können ihn begründen. Wer wirksam verflucht wird, muss dabei weder anwesend sein noch von dem Fluch wissen. Sein Gegenteil ist der [[Segen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgangssprachlich finden sich zahlreiche abgesunkene Flüche, die dann mehr der [[Schimpfen|Beschimpfung]] anderer (z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;Hol dich der Teufel!&amp;#039;&amp;#039;) oder der Abfuhr eigener [[Wut]] dienen (z.&amp;amp;nbsp;B. das in Deutschland beliebte [[Fluchwort]] &amp;#039;&amp;#039;Scheiße!&amp;#039;&amp;#039; oder in neuerer Zeit das aus dem Englischen übernommene &amp;#039;&amp;#039;[[Fuck]]!&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
Im ursprünglichen Sinn war ein Fluch eine ernsthafte [[soziale Sanktion]], solange geglaubt wurde, er wirke, selbst über die Absicht des Verfluchenden hinaus. Das Substantiv {{heS|קְלָלָה|qəlālāh}} „Fluch, Verfluchung“ ist eine Ableitung von dem Verb {{heS|קִלֵּל|qillel}} (Pi‘el) „verfluchen“, eigentlich: „leicht sein lassen, u. zwar durch Entzug von [Lebens]kraft“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gesenius#Die 18. Auflage|&amp;#039;&amp;#039;Gesenius.&amp;#039;&amp;#039; 18. Aufl. 2013]], S. 1170.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Substantiv {{heS|בְּרׇכׇה|bərākhāh}} „Segen“ (abgeleitet vom Verb {{heS|ברך|barach}} „segnen“) ist sein [[Gegenbegriff]].&amp;lt;ref&amp;gt;Étienne Charpentier: &amp;#039;&amp;#039;Führer durch das alte Testament.&amp;#039;&amp;#039; Patmos, Düsseldorf 1984, ISBN 3-491-77288-5, S. 48&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Maximilian Oettinger, der den Fluch in [[Judentum|jüdischer]] und [[Christentum|christlicher]] Tradition untersuchte, gibt es fünf Elemente, die in einem Fluch zu beobachten sind:&lt;br /&gt;
* Der Zweck eines Fluchs ist die [[Strafe]]. Ausgangspunkt ist ein geschehenes Unrecht, der Fluch ist eine Reaktion des Opfers gegen den Täter.&lt;br /&gt;
* Der Fluchende glaubt sich dem Täter [[Ohnmacht (Psychologie)|ohnmächtig]] ausgeliefert. Er sieht alle Rechtsmittel ausgeschöpft, ohne dass eine angemessene Vergeltung für das Unrecht erfolgt wäre. Der Fluch ist die höchste Strafe und zugleich die letzte Waffe, nachdem alle anderen Mittel versagt haben.&lt;br /&gt;
* Die Ohnmacht erzeugt eine [[affekt]]ive Spannung, die sich im Fluch entlädt. Hier zeigt sich die Verwandtschaft des Fluches zur [[Rache]].&lt;br /&gt;
* Für einen wirksamen Fluch muss eine &amp;#039;&amp;#039;Fluchgemeinschaft&amp;#039;&amp;#039; bestehen, das heißt, der Fluchende muss überzeugt sein, dass auch sein Umfeld und insbesondere der Verfluchte an die Wirksamkeit des Fluches glaubt. Die jüdischen und christlichen Flüche waren öffentliche [[Sprechakt]]e. Sie wurden vor Zeugen ausgesprochen, verbreitet und dem Verfluchten kundgetan.&lt;br /&gt;
* Als Unterstützer und Vollstrecker des Fluches werden [[Gott]] beziehungsweise höhere Mächte angerufen.&amp;lt;ref&amp;gt;Maximilian Oettinger: &amp;#039;&amp;#039;Der Fluch. Vernichtende Rede in sakralen Gesellschaften der jüdischen und christlichen Tradition.&amp;#039;&amp;#039; Hartung Gorre Verlag Konstanz, 2007, S. 11f., ISBN 3-86628-118-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Verfluchungen spielen bereits in der [[Bibel]] eine Rolle. Der älteste überlieferte Fluch eines Menschen in der Bibel ist ein Vaterfluch, die ärgste Steigerung der Verfluchung: [[Noach]] verflucht seinen Enkel Kanaan, den Sohn [[Ham (Bibel)|Hams]]. Doch hat nach jüdischer und christlicher Lehre zuallererst Gott die Schlange und dann den Erdboden verflucht {{Bibel|Gen|3|14.17}}. Bekannt ist auch der Prophet [[Bileam]], der nach {{B|Num|22–24||LUT}} die [[Israeliten]] im Auftrag des [[Moabiter]]königs Balak verfluchen soll, doch nach göttlicher Intervention einen Segen über sie spricht. In den [[Evangelium (Literaturgattung)|Evangelien]] findet sich ein Strafwunder Jesu, die [[Verfluchung des Feigenbaums]]. Demnach ist ein Fluch eine durch Worte ausgelöste Schadensmacht; dieser hat die Verstoßung aus dem heilvollen Lebensraum zur Folge.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maria Häusl und Karl-Heinrich Ostmeyer |Titel=Segen und Fluch |Sammelwerk=Sozialgeschichtliches Wörterbuch zur Bibel |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |Seiten=515}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[antike]]n Dichtung war die Verfluchung untreuer Liebhaber ein konstitutives Element. Frühestes bekanntes Beispiel aus der [[Lateinische Literatur|lateinischen Literatur]] ist [[Catull]]s [[Epyllion]] carmen 64.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard C. Monti: &amp;#039;&amp;#039;The Dido Episode and the Aeneid. Roman Social and Political Values in the Epic&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Mnemosyne (Zeitschrift)|Mnemosyne]]&amp;#039;&amp;#039;, Supplements, Be. 66). E. J. Brill, Leiden 1981, S. 59.&amp;lt;/ref&amp;gt; Darin ruft die von [[Theseus]] auf [[Naxos]] zurückgelassene [[Ariadne]] die Rachegöttinnen, die [[Erinnyen|Eumeniden]] an: {{Zitat|quali solam Theseus me mente reliquit,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
tali mente, deae, funestet seque suosque.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit ebendem Sinn, mit dem er mich allein zurückließ,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
mit dem, Göttinnen, soll er sich und die Seinen mit Tod beflecken!&amp;lt;ref&amp;gt;Catull, carmen 64, V. 200 f.; zitiert nach [[Niklas Holzberg]] (Hrsg. u. Übers.): &amp;#039;&amp;#039;C. Valerius Catullus. Carmina&amp;#039;&amp;#039;. Gedichte. Lateinisch-deutsch Artemis &amp;amp; Winkler, Düsseldorf 2009, S. 120 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;.}}&lt;br /&gt;
In seiner [[Aeneis]] lässt [[Vergil]] die von [[Aeneas]] verlassene [[Dido (Mythologie)|Dido]] in ihrer Verfluchung über die persönliche Ebene hinausgehen: &lt;br /&gt;
{{Zitat|O Tyrii, stirpem et genus omne futurum&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
exercete odiis, cinerique haec mittite nostro&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
munera. nullus amor populis neque foedera sunto!&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Punier|Tyrier]], quält diese Brut und in Zukunft den ganzen &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stamm mit Haß und schickt meine Asche dieses als Gabe: &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Nie soll Liebe die Völker vereinen und nimmer ein Bündnis.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Götte (Hrsg. u. Übers.): &amp;#039;&amp;#039;Vergil. Aeneis. Latenisch-Deutsch&amp;#039;&amp;#039;. Heimeran, München 1980, S. 168 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Hier weitet sich die Verfluchung auf die politische Ebene und wird in der Geschichtskonstruktion Vergils zur Ursache der Feindschaft zwischen [[Römisches Reich|Rom]] und [[Karthago]] und der drei [[Punische Kriege|punischen Kriegen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Richard C. Monti: &amp;#039;&amp;#039;The Dido Episode and the Aeneid. Roman Social and Political Values in the Epic&amp;#039;&amp;#039;. E. J. Brill, Leiden 1981, S. 60 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Koran]] enthält die [[Sure 111]] eine [[Verwünschung]] gegen [[Abū Lahab]], den Onkel [[Mohammed]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Fluch in den Künsten ==&lt;br /&gt;
Im Sinne einer Sanktion kommen Flüche von Zauberwesen oder Menschen auch im [[Märchen]] vor. Sie können oft nicht aufgehoben, sondern nur gemildert werden, wie bei [[Dornröschen]]. Oft erscheinen dort Verfluchungen als [[Verwünschung]]en, vermöge derer der Verwunschene sich nachhaltig ändert (Beispiele: Verlust des Gedächtnisses oder charakterlicher Eigenschaften, unerwecklicher Schlaf, Verwandlung in ein Tier oder einen Stein, Siechtum und Tod).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Namentlich in der Mythologie (s. &amp;#039;&amp;#039;Abb.&amp;#039;&amp;#039;) und in der Belletristik wird das Motiv nicht selten verwendet. Ein klassisches Beispiel ist die [[Verwünschung]] des Nils Holgersson (der in einen kleinen Wicht verwandelt wurde, um so das Leiden der Tiere verstehen zu lernen) im Kinderbuch [[Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen]] oder die Roman-[[Trilogie]] von [[Selma Lagerlöf]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Ring des Generals]]&amp;#039;&amp;#039; (1925), &amp;#039;&amp;#039;[[Charlotte Löwensköld]]&amp;#039;&amp;#039; (1925) und &amp;#039;&amp;#039;[[Anna, das Mädchen aus Dalarne]]&amp;#039;&amp;#039; (1928), wo eine generationenüberspannende psychische Konstellation den sie Durchlebenden wie die Folge eines alten Fluches erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wyss, Stephan: Fluchen. Ohnmächtige und mächtige Rede der Ohnmacht. Fribourg 1984&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Curses|Flüche}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprache und Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Magie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>2A00:1E:B000:6801:30C5:5917:9AF2:2557</name></author>
	</entry>
</feed>