<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Finanzsystem</id>
	<title>Finanzsystem - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Finanzsystem"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Finanzsystem&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-26T06:12:42Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Finanzsystem&amp;diff=121613&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wheeke: HC: Entferne Kategorie:Wirtschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Finanzsystem&amp;diff=121613&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2023-02-02T13:15:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:HC&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:HC (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;HC&lt;/a&gt;: Entferne &lt;a href=&quot;/index.php/Kategorie:Wirtschaft&quot; title=&quot;Kategorie:Wirtschaft&quot;&gt;Kategorie:Wirtschaft&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Finanzsystem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|financial system}}) ist in der [[Wirtschaft]] ein [[System]], das die [[Zahlungsstrom|Zahlungsströme]] zwischen [[Zahlungspflichtiger|Zahlungspflichtigen]] und [[Zahlungsempfänger]]n organisiert und das sich aus [[Finanzintermediär]]en, [[Finanzmarkt|Finanzmärkten]], [[Infrastruktur]]en und [[Finanzmarktaufsicht]] zusammensetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Finanzsysteme sind Teil der [[Finanzwirtschaft]], es gibt sie auf verschiedenen Ebenen. Sie bestehen global ([[globales Finanzsystem]]), national (vor allem [[Finanzausgleich]], Finanzmärkte, [[Interbankenhandel]], [[Zahlungssystem]]e) und regional sowie aus einzelwirtschaftlicher Sicht auf der Ebene eines oder mehrerer [[Unternehmen]] ([[Cash Management]]). Finanzsysteme beinhalten die Instrumente, Institutionen, Märkte und Regeln, die das [[Marktverhalten]] bei Zahlungsströmen zwischen Käufern und [[Verkäufer]]n und zwischen [[Sparen|Sparern]] und [[Kreditgeber]]n überwachen.&amp;lt;ref&amp;gt;George G Kaufman, &amp;#039;&amp;#039;The U. S. Financial System: Money, Markets, And Institutions&amp;#039;&amp;#039;, 1992, S. 4&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hans Büschgen]] zufolge können unter einem Finanzsystem das [[Bankensystem]] und die Finanzintermediäre, der [[Bundesbank]] zufolge die Finanzmärkte und die finanzielle Infrastruktur für die [[Abwicklung (Wirtschaft)|Zahlungsverkehrs-]] und [[TARGET2-Securities|Wertpapierabwicklung]] verstanden werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=8LCBDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA39&amp;amp;dq=Finanzsystem+lexikon&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjYuMC_6abpAhWli8MKHdlDBlUQ6AEILzAB#v=onepage&amp;amp;q=Finanzsystem%20lexikon&amp;amp;f=false Kersten Höft, &amp;#039;&amp;#039;Strafrechtliche Aufarbeitung der Finanzkrise&amp;#039;&amp;#039;, 2018, S. 39 FN 26]&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum [[Finanzsektor]] wiederum gehören alle Institutionen und Systeme, die finanzielle Leistungen für eine [[Volkswirtschaft]] erbringen. Dazu zählen insbesondere Finanzmärkte und [[Finanzintermediäre]] ([[Kreditinstitut]]e, [[Versicherer|Versicherungen]] usw.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsfragen ==&lt;br /&gt;
Zum Finanzsystem gehören nach Art. 2b {{EU-Verordnung|2010|1092|titel=des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. November 2010}} (ESRB-VO) „alle [[Finanzinstitut]]e, Finanzmärkte, [[Finanzprodukt]]e und Finanzmarktinfrastrukturen“. Der Begriff Finanzsystem ist nach {{§|1|kredwg|juris}} Abs. 33 [[Kreditwesengesetz|KWG]] ein [[Rechtsbegriff]], wird aber dort nicht definiert, sondern hat den Zweck, Störungen mit schwerwiegenden negativen Auswirkungen für das Finanzsystem und die [[Realwirtschaft]] im Rahmen eines Systemrisikos zu beschreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
Finanzsysteme sorgen für den reibungslosen Austausch von [[Handelsobjekt]]en wie [[Finanzinstrument]]e, [[Finanzkontrakt]]e, [[Finanzprodukt]]e, [[Zahlungsmittel]] oder auch von [[Zahlung]]en. Aufgabe des Finanzsystems ist es, Zahlungsströme zwischen [[Marktteilnehmer]]n zu ermöglichen sowie den Austausch finanzieller Mittel zwischen Überschuss- und Defizitsubjekten zu erleichtern.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank, &amp;#039;&amp;#039;Geld und Geldpolitik&amp;#039;&amp;#039;, 2012, S. 83&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Austausch findet durch Marktteilnehmer auf den Finanzmärkten statt. Zu den Finanzmärkten gehören [[Börse]]n, [[Geldmarkt|Geld-]], [[Devisenmarkt|Devisen-]] und [[Kapitalmarkt]]. Diese Märkte unterliegen einer [[Marktordnung]], die mehr oder weniger intensiv durch staatliche [[Marktregulierung]] überwacht wird. Grundsätzlich steht dem [[Angebot (Volkswirtschaftslehre)|Angebot]] die [[Nachfrage]] gegenüber, welche durch den [[Marktpreis]] zum Ausgleich kommen. Nicht immer sind alle Handelsobjekte stets verfügbar, es kann zu unterschiedlichen [[Markttiefe]]n auf [[Teilmarkt|Teilmärkten]] kommen. Bedeutende staatliche Institutionen im Finanzsystem sind die [[Zentralbank]]en, supranationale Banken (zum Beispiel die [[Weltbank]], internationale [[Entwicklungsbank]]en mit regionalem Tätigkeitsfeld, die [[Bank für Internationalen Zahlungsausgleich]]), der [[Internationaler Währungsfonds|Internationale Währungsfonds]] und verschiedene Aufsichtsbehörden (zum Beispiel die [[Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzsysteme sind ein wesentliches Instrument zur gesellschaftlichen Organisation der [[Vermögensverteilung]], von [[Wert (Wirtschaft)|Werten]] und [[Reichtum]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christoph Deutschmann]] (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Die gesellschaftliche Macht des Geldes&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 144&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Organisation der Verteilung gesellschaftlichen Reichtums fällt geschichtlich und kulturell sowie nach der jeweiligen Gesellschaftsordnung und ihren Vorstellungen von einer [[Soziale Gerechtigkeit|„gerechten“ Verteilung]] sehr unterschiedlich aus. Größere Unterschiede existieren in der Frage der Zulässigkeit von [[Zins]]en, [[Handelsstrategie]]n, der [[Besteuerung]], der Verteilung und Bemessung nach gesellschaftlicher Zugehörigkeit und dem [[Marktzugang]] von Marktteilnehmern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;International&lt;br /&gt;
Umstritten ist die ideale Organisationsform eines Finanzsystems. Die Finanzsysteme der [[Industriestaat]]en unterscheiden sich zum Teil erheblich in ihrer Ausgestaltung. Während die [[USA]] und das [[Vereinigtes Königreich|Vereinigte Königreich]] eine größere Bedeutung des Kapitalmarktes aufweisen (&amp;#039;&amp;#039;kapitalmarktbasierte Finanzsysteme&amp;#039;&amp;#039;), ziehen [[Deutschland]] und alle übrigen [[EU-Mitgliedstaaten]] sowie [[Japan]] zu einem größeren Teil Finanzintermediäre (&amp;#039;&amp;#039;bankbasierte Finanzsysteme&amp;#039;&amp;#039;) vor.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=qQ94DwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA73&amp;amp;dq=kapitalmarkt-basierte+Finanzsysteme&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjwkNug_KjpAhURKewKHS5LBpkQ6AEIKTAA#v=onepage&amp;amp;q=kapitalmarkt-basierte%20Finanzsysteme&amp;amp;f=false Franz Flögel/Stefan Gärtner, &amp;#039;&amp;#039;Raum und Banken: Zur Funktionsweise regionaler Banken&amp;#039;&amp;#039;, 2017, S. 73]&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Vorteile von bankbasierten Systemen werden die guten Überwachungsmöglichkeiten genannt, welche aus der relativ engen Beziehung zwischen Bankkunden und ihren [[Hausbank]]en entstehen. Durch diese können [[Corporate Governance|Corporate-Governance]]-Probleme, die auf [[Asymmetrische Information|asymmetrischen Informationen]] beruhen, effektiver gelöst werden als bei vielen einzelnen [[Gläubiger]]n. Dagegen besteht in einem bankbasierten System die Gefahr des [[Machtmissbrauch]]s der Hausbanken, wenn sie nicht der Machtkontrolle unterliegen.&lt;br /&gt;
;Deutschland&lt;br /&gt;
Das deutsche Finanzsystem ist bankbasiert mit einer Vielzahl von [[Universalbank]]en und [[Spezialbank]]en, die alle [[Wirtschaftssubjekt]]e mit [[Finanzierung]]en versorgen. Zu beobachten ist eine zunehmende Kapitalmarktorientierung für [[Großunternehmen]] und auch für [[kleine und mittlere Unternehmen]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=fhQlDAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA58&amp;amp;dq=Finanzsysteme+Austausch&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjxl7Ov_6jpAhWPMewKHQ3yBTwQ6AEIQTAD#v=snippet&amp;amp;q=Finanzsystem%20%20&amp;amp;f=false Christian Baumeister, &amp;#039;&amp;#039;Unternehmensübergreifende Finanzierung in Wertschöpfungsnetzwerken&amp;#039;&amp;#039;, 2015, S. 112]&amp;lt;/ref&amp;gt; Besonderheit ist das [[Deutsches Bankwesen#Struktur|Drei-Säulen-Modell]] aus [[öffentlich-rechtliches Kreditinstitut|öffentlichen]] ([[Sparkasse]]n und [[Landesbank]]en), [[Genossenschaftsbank]]en und [[Private Bank|Privatbanken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systemrisiko ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Systemrisiko}}&lt;br /&gt;
Die Gefahr von [[Marktstörung]]en oder [[Marktversagen]] ist in Finanzsystemen latent vorhanden. Deshalb ist in Finanzsystemen eine Finanzmarktaufsicht installiert. In modernen Finanzsystemen werden Systemrisiken durch die Finanzintermediäre selbst ([[Risikomanagement]], [[Krisenmanagement]], [[Krisenprävention]]) und durch die [[Bankenaufsicht]] überwacht. So definiert beispielsweise § 1 Abs. 33 KWG das Systemrisiko als „das Risiko einer Störung im Finanzsystem, die schwerwiegende negative Auswirkungen für das Finanzsystem und die Realwirtschaft haben kann“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Art. 2c ESRB-VO definiert Systemrisiken als „Risiken einer Beeinträchtigung des Finanzsystems, die das Potenzial schwerwiegender negativer Folgen für den Binnenmarkt und die Realwirtschaft beinhalten“. Alle Arten von Finanzmittlern, -märkten und -infrastrukturen können potenziell in gewissem Maße von systemischer Bedeutung sein. Kennzeichnend für das Systemrisiko ist demnach, dass es nicht bei der Instabilität des Finanzsystems bleibt, sondern sich das Risiko auf übrige Systeme wie die Realwirtschaft ausbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktion des Finanzsystems ==&lt;br /&gt;
Die wichtigsten Funktionen des Finanzsektors sind die [[Geldfunktion]], die &amp;#039;&amp;#039;Lenkungsfunktion&amp;#039;&amp;#039; (Allokationsfunktion), d. h. die Vermittlung und Koordination des finanziellen Mittelflusses zwischen [[Kreditgeber]]n ([[Gläubiger]]) und [[Kreditnehmer]]n ([[Schuldner]]), und die &amp;#039;&amp;#039;Versicherungsfunktion&amp;#039;&amp;#039; (Diversifikationsfunktion), d. h. die Reduktion des mit der Überlassung von finanziellen Mitteln verbundenen Risikos.&amp;lt;ref&amp;gt;Horst Gischer/Bernhard Herz/Lukas Menkhoff, &amp;#039;&amp;#039;Geld, Kredit und Banken&amp;#039;&amp;#039;, 2004, S. 2 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lenkungsfunktion (Allokationsfunktion) ===&lt;br /&gt;
Das Finanzsystem koordiniert den Fluss der finanziellen Mittel von den Kreditgebern zu den Kreditnehmern. Kreditgeber sind zum Beispiel [[Privathaushalt]]e, die sich in der Vermögensaufbauphase befinden und nicht ihr gesamtes laufendes Einkommen konsumieren. Mit den Ersparnissen können später größere Anschaffungen vorgenommen oder Vorsorge für das Alter betrieben werden. Kreditnehmer sind zum Beispiel Unternehmen, die [[Investition]]en finanzieren, private Haushalte, die ein Eigenheim oder Konsumwünsche finanzieren, oder [[Gebietskörperschaft]]en, die ein [[Haushaltsdefizit]] durch [[Verschuldung]] ausgleichen müssen. Über den [[Marktpreis]] ([[Zins]]), der für die zeitweise Überlassung finanzieller Mittel zu zahlen ist, werden die Ersparnisse in diejenigen Verwendungen gelenkt, die die größte erwartete reale [[Rendite]] versprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Versicherungsfunktion (Diversifikationsfunktion) ===&lt;br /&gt;
Statt die gesamten Ersparnisse in individuelle Projekte zu investieren, können Kreditgeber ihre Ersparnisse in viele verschiedene Verwendungen investieren, so dass sie von den Ideen und der [[Produktivität]] anderer profitieren können und von negativen Entwicklungen in einzelnen Branchen oder Regionen nicht so stark getroffen werden. Von der [[Risikominderung]] profitieren wiederum sowohl Kreditgeber als auch Kreditnehmer. Kreditgeber werden in der Regel als [[Risikoaversion|risikoavers]] angenommen, d. h., sie bevorzugen bei gleicher [[Erwartungswert|erwarteter]] Rendite sichere Anlagen (mit geringerer [[Varianz (Stochastik)|Streuung]] der Ergebnisse) gegenüber unsicheren. Risikoaverse Kapitalgeber stellen ihre Ersparnisse für riskante Projekte nur dann zur Verfügung, wenn sie mit einer entsprechenden [[Risikoprämie]] für die Übernahme des Risikos belohnt werden. Lässt sich nun durch die Aufteilung der Ersparnisse in viele Verwendungen das durchschnittliche Risiko reduzieren, dann sind auch die Risikoprämien niedriger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Struktur des Finanzsystems ==&lt;br /&gt;
Ein funktionierendes Finanzsystem ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung und das [[Wirtschaftswachstum]] einer Volkswirtschaft. Es ist empirisch gut belegt, dass die Verfügbarkeit finanzieller Ressourcen für private Kreditnehmer positive Auswirkungen auf das durchschnittliche reale [[Pro-Kopf-Einkommen]] eines Landes hat. Die Verfügbarkeit finanzieller Mittel fördert die Investitionstätigkeit und den technologischen Fortschritt. Neben der bloßen Verfügbarkeit finanzieller Mittel ist allerdings auch die Effizienz des Finanzsystems von Bedeutung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Holtemoeller2008&amp;quot;&amp;gt;[[Oliver Holtemöller]]: &amp;#039;&amp;#039;Geldtheorie und Geldpolitik&amp;#039;&amp;#039;. Mohr Siebeck/Tübingen, 2008, ISBN 978-3-16-148525-1. Kapitel 4.4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontrolle und Informationszugang ==&lt;br /&gt;
Für die Kontrolle des Finanzsektors ist in Deutschland die [[Finanzmarktaufsicht|Finanzdienstleistungsaufsicht]] zuständig, konkret ist das die [[Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht|BaFin]]. Inwieweit das Recht auf Aktenzugang gewährt wird, regelt das [[Informationsfreiheitsgesetz|Informationsfreiheitsgesetz des Bundes (IFG)]] und das [[Kreditwesengesetz]] (KWG). Die Finanzsysteme der [[EU-Mitgliedstaaten]] werden durch die [[Europäische Zentralbank]] und die [[Europäische Bankenaufsichtsbehörde]] überwacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Die Stabilität von Finanzsystemen ist von erheblicher Bedeutung für die Marktteilnehmer und das gesamte Wirtschaftssystem. Stabilität ist ein Begriff der [[Allgemeines Gleichgewichtsmodell|Gleichgewichtstheorie]] und kennzeichnet dort ein System, in welchem sich, von einer beliebigen Ausgangslage ausgehend, „‚von selbst‘ ein [[Marktgleichgewicht]] einspielt“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jochen Schumann]], &amp;#039;&amp;#039;Mikroökonomische Theorie&amp;#039;&amp;#039;, 1987, S. 185&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist von der Stabilität des Finanzsystems die Rede, so wird nicht dieser Gleichgewichtsbegriff gemeint sein, sondern eher die [[Funktionsfähigkeit]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=qj2WBwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA8&amp;amp;dq=Finanzsystem+Systemrisiko&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjagpbbhqnpAhXCy6QKHZMpAE8Q6AEIZTAH#v=onepage&amp;amp;q=Finanzsystem%20Systemrisiko&amp;amp;f=false Stefan Prigge, &amp;#039;&amp;#039;Zentralbank, Aktienkurssturz und Systemkrise&amp;#039;&amp;#039;, 1997, S. 8]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Finanzsystem ist stabil und funktionsfähig, wenn die Finanzbeziehungen zwischen den Wirtschaftssubjekten störungsfrei ablaufen. Ein Finanzsystem ist dagegen instabil, wenn eine Systemkrise – wie etwa eine [[Finanzkrise]] oder [[Wirtschaftskrise]] – vorhanden ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Prigge, &amp;#039;&amp;#039;Zentralbank, Aktienkurssturz und Systemkrise&amp;#039;&amp;#039;, 1997, S. 8&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Systemkrise liegt vor, wenn eine Störung die Funktionsfähigkeit des Systems erheblich beeinträchtigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[OECD]], &amp;#039;&amp;#039;Systemic Risk&amp;#039;&amp;#039;, 1991, Tz. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Internationalisierung des Finanzhandels ==&lt;br /&gt;
Die Gesamtheit der nationalen Finanzsysteme und ihre Interaktion bezeichnet man auch als das &amp;#039;&amp;#039;globale (internationale) Finanzsystem&amp;#039;&amp;#039;. Außerdem treten hier Staaten auch als internationale Gläubiger und Schuldner auf ([[internationaler Kreditverkehr]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungefähr seit 1980 lässt sich eine zunehmende internationale Integration des Finanzhandels beobachten. Internationaler Finanzhandel findet zum Beispiel statt, wenn ein [[Privatanleger]] aus den USA deutsche [[Unternehmensanleihe]]n oder wenn eine deutsche Bank russische [[Staatsanleihe]]n kauft. Die finanzielle Integration kann anhand verschiedener Kriterien gemessen werden. Das Volumen der grenzüberschreitenden Wertpapiertransaktionen (festverzinsliche Wertpapiere und Aktien) zwischen den USA, Deutschland und Japan ist zum Beispiel von durchschnittlich 15 Prozent des jeweiligen [[Bruttoinlandsprodukt]]s in den Jahren 1975–1979 auf knapp 600 Prozent in den Jahren 1995–2000 gestiegen. Seit 1990 haben zwar auch die Kapitalströme von Industrieländern in Schwellen- und Entwicklungsländer erheblich zugenommen, aber der überwiegende Anteil der Finanztransaktionen findet nach wie vor zwischen den Industrieländern statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutlich wird die Zunahme der Bedeutung internationaler Finanztransaktionen auch am Verhältnis von weltweiten Devisen- und Exportumsätzen. 1979 hatten die weltweiten Devisenumsätze ein Volumen von 17,5 Billionen US-Dollar, während die weltweiten Exporte einen Umfang von 1,5 Billionen US-Dollar hatten. Das entsprach einem Verhältnis von 12:1. Im Jahr 1998 betrug dieses Verhältnis 69:1 (Devisen: 372 Billionen US-Dollar, Exporte: 5,4 Billionen US-Dollar). Allerdings ist auch heute der intranationale Handel auf Güter- und Finanzmärkten immer noch wesentlich bedeutender als der internationale Handel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IMF2002&amp;quot;&amp;gt;International Monetary Fund: &amp;#039;&amp;#039;World economic outlook. Trade and finance&amp;#039;&amp;#039;. Washington, September 2002, S. 110 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unternehmer mit profitablen Projekten können sich im Ausland verschulden, wenn die inländische Ersparnis nicht ausreichend groß ist, um alle profitablen Investitionsprojekte im Inland mit Kapital zu versorgen. Letzteres ist theoretisch für Schwellen- und Entwicklungsländer zu erwarten. Dort ist die Produktivität zusätzlichen Kapitals besonders hoch, weil sich die öffentliche Infrastruktur und der private reale Kapitalstock auf relativ niedrigem Niveau befinden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Robert Merton Solow]]: &amp;#039;&amp;#039;A contribution to the Theory of Economic Growth&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Quarterly Journal of Economics&amp;#039;&amp;#039;, Vol. 70, 1956, S. 65–94. Empirisch lässt sich aber auch das &amp;#039;Lucas-Paradoxon&amp;#039; beobachten, also die entgegengesetzte Richtung der Kapitalflüsse: [[Robert E. Lucas]]: &amp;#039;&amp;#039;Why doesn&amp;#039;t capital flow from rich to poor countries?&amp;#039;&amp;#039;. In: American Economic Review, Vol. 80, 1990, S. 92–96&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Akteure im globalen Finanzsystem gibt es den [[Internationaler Währungsfonds|Internationalen Währungsfonds]] (IWF) und die [[Weltbank]]. Dem IWF werden folgende Aufgaben zugeschrieben: Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der [[Währungspolitik]], Ausweitung des [[Welthandel]]s, Stabilisierung von [[Wechselkurs]]en, Kreditvergabe, Überwachung der [[Geldpolitik]] oder technische Hilfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Stephen G. Cecchetti: &amp;#039;&amp;#039;Money, banking, and financial markets&amp;#039;&amp;#039;. 2nd edition. McGraw-Hill Irwin, Boston 2008, ISBN 978-0-07-128772-2.&lt;br /&gt;
* Joseph P. Daniels and David VanHoose: &amp;#039;&amp;#039;International monetary &amp;amp; financial economics&amp;#039;&amp;#039;. 2nd edition, South-Western Thomsom Learning, Mason 2002, ISBN 0-324-06362-8.&lt;br /&gt;
* Peter Howells and Keith Bain: &amp;#039;&amp;#039;The economics of money, banking and finance. A European text&amp;#039;&amp;#039;. 4th edition, Financial Times Prentice Hall, Harlow 2008, ISBN 978-0-273-71039-4.&lt;br /&gt;
* Frederic S. Mishkin: &amp;#039;&amp;#039;The economics of money, banking, and financial markets&amp;#039;&amp;#039;. 7th edition. Pearson Addison-Wesley, Boston 2004, ISBN 0-321-20463-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4017214-4}}&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzmarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wheeke</name></author>
	</entry>
</feed>