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	<title>Finanzinnovation - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Finanzinnovation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; gilt im [[Finanzwesen]] eine [[Innovation]], die neue oder modifizierte bestehende [[Finanzdienstleistung]]en, [[Finanzierungsinstrument]]e, [[Finanzinstrument]]e oder [[Finanzprodukt]]e sowie die Veränderung bestehender [[Verfahrenstechnik]]en oder die Einführung neuer Verfahrenstechniken hervorbringt. Das Pendant bei [[Produkt (Wirtschaft)|Produkten]] ist die [[Produktinnovation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Die Finanzinnovation ist eine Innovation, also eine (Er-)Neuerung ({{laS|innovatio}}). Die Innovation muss mithin kein völlig neues Finanzprodukt hervorbringen, sondern kann in der Modifizierung eines vorhandenen bestehen. Deshalb unterschied [[Joseph Schumpeter]] 1964 in seiner [[Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung]] zwischen „Inventionen“ (technische [[Erfindung]]en eines völlig neuen Produkts), „Innovationen“ (Umsetzung einer Erfindung durch einen „dynamischen Unternehmer“) und Imitationen ([[Nachahmerprodukt|Nachahmung]] einer Innovation durch die Konkurrenz).&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Schumpeter, &amp;#039;&amp;#039;Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung&amp;#039;&amp;#039;, 1964, S. 100 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innovationen sind allgemein neue [[Produkt (Wirtschaft)|Produkte]], neue [[Verfahrenstechnik|Verfahren]] und neue Konzepte oder Modifikationen an bestehenden Produkten, Verfahren und Konzepten. Zu den Finanzinnovationen gehören alle [[Geldmarkt]]-, [[Kapitalmarkt]]-, [[Finanzinstrument (Deutschland)|Finanz-]], [[Finanzierung]]s- und [[Zahlungsverkehr]]sinstrumente sowie geänderte [[Prozess]]e, die potenziell die Strukturen des monetären Sektors von [[Volkswirtschaft]]en in relevanter Weise verändern können.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Blank |Titel=Finanzinnovationen und Geldpolitik |Verlag=Duncker &amp;amp; Humblot |Ort=Berlin |Datum=1991 |Seiten=15–16 |Online={{Google Buch |BuchID=-cgHFw9_D60C |Seite=15 |Hervorhebung=Finanzinnovation}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die meisten Finanzinnovationen betreffen das [[Bankwesen]], dessen Bankprodukte und dessen Verfahrenstechniken. Nicht nur die Markteinführung ganz neuer Bankprodukte stellt eine Finanzinnovation dar, sondern auch die geringfügige Veränderung bestehender Produkte ist als Finanzinnovation einzustufen. Eine Finanzinnovation ist erst vollendet, wenn ihre [[Markteinführung]] erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Finanzinnovationen gab es bereits im [[Mittelalter]], als immer neue Methoden der [[Finanzierung]] wie der [[Wechsel (Wertpapier)|Wechsel]] entstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=psfSBgAAQBAJ&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=Finanzinnovationen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjRt9m2w7fkAhUKEpoKHThJDB0Q6AEIKDAA#v=onepage&amp;amp;q=Finanzinnovationen&amp;amp;f=false Christoph Graf von Bernstorff, &amp;#039;&amp;#039;Finanzinnovationen: Anwendungsmöglichkeiten, Strategien, Beispiele&amp;#039;&amp;#039;, 1996, S. 5]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der aus dem „instrumentum ex causa cambii“ („causa cambii“ ist die Wechselklausel) in Italien im 12. Jahrhundert hervorgegangene Wechsel machte durch seine Verwendung als [[Zahlungsmittel]] das [[Bargeld]] überflüssig, als Kreditmittel ermöglichte er den [[Warenkredit]]. Die [[Geldwechsler]] ({{laS|cambiatori}}) fungierten als [[Makler]] zwischen den Kaufleuten ({{laS|mercatori}}) und den [[Zahlungsempfänger]]n ({{laS|remittendi}}), die „von Ort zu Ort“ ({{laS|de loco in locum}}) auf [[Messe (Wirtschaft)|Messen]] zogen, wobei schriftliche [[Anweisung (Recht)|Anweisungen]] ({{laS|cambium}}; „Tausch“) ausgestellt wurden, aufgrund derer die Geldsumme am Messestandort an eine urkundlich bestimmte Person wieder ausgezahlt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=jUo7AAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA24&amp;amp;dq=r%C3%B6misches+recht+wechselbrief&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwipl6750fDYAhUJiCwKHaj9D-8Q6AEIOjAE#v=onepage&amp;amp;q=r%C3%B6misches%20recht%20wechselbrief&amp;amp;f=false Wilhelm Hartmann, &amp;#039;&amp;#039;Das deutsche Wechselrecht&amp;#039;&amp;#039;, 1869, S. 30]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Nachweise für den [[Lombardkredit]] finden sich bereits um das Jahr 1400, als Kaufleute Kredite an Feudalherren und Adelige gegen [[Verpfändung|Pfandüberlassung]] vergaben. Bereits im Jahre 1677 gab es in London 38 registrierte „Blackwell Hall“-Factors,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;The History of Factoring&amp;#039;&amp;#039;. The Bureau of National Affairs, 2011, S. 10&amp;lt;/ref&amp;gt; die das [[Factoring]] betrieben. Als 1771 der schwedische Ökonom John Hartman Eberhardt den Begriff [[Delkredere]] definierte,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;The History of Factoring&amp;#039;&amp;#039;. The Bureau of National Affairs, 2011, S. 3&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde das Factoring-Verfahren seit langem praktiziert. In den USA begann die Textilindustrie 1890 mit ersten organisierten Factoring-Transaktionen. Eine frühe Form des [[Reisescheck]]s waren die 1874 ausgegebenen &amp;#039;&amp;#039;Circular Notes&amp;#039;&amp;#039; des Reiseunternehmers [[Thomas Cook]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Die Entfesselung des Geldes |Sammelwerk=[[Der Spiegel|Spiegel Geschichte]] |Nummer=4 |Datum=2009 |Seiten=71 |Online=https://www.spiegel.de/spiegel/spiegelgeschichte/d-66214347.html}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Leasing]] entstand mit Inkrafttreten des &amp;#039;&amp;#039;Mineral Leasing Act&amp;#039;&amp;#039; im Februar 1920, als der Staat öffentliche Grundstücke zur Kohleausbeutung verpachtete.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=dVhY1C6bUGQC&amp;amp;pg=PA49&amp;amp;dq=Leasing+1950&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=-8UvVYSWDMjBOZ7lgAg&amp;amp;ved=0CDAQ6AEwAQ#v=onepage&amp;amp;q=Leasing%201950&amp;amp;f=false United States Office of Technology Assessment, 1989, S. 48]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten heutigen Finanzinnovationen stammen aus den USA. Hier bildete sich das im Februar 1932 durch den [[Glass-Steagall Act]] gesetzlich kodifizierte [[Trennbankensystem]] ([[Spezialbank]]en&amp;amp;shy;system) heraus, das eine Segmentierung des Bankenmarktes in „[[Universalbank|Commercial banking]]“, „[[Investment Banking]]“ und den Sektor der Einlageninstitute zur Folge hatte. Der ab 1950 verstärkt aufgekommene [[Rembourskredit]] dient als grenzüberschreitende Finanzierung von Warengeschäften und bezieht beim Wechselrembours die alte italienische Erfindung ein. Die [[Forfaitierung]] geht auf einen [[Devisen]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;mangel der [[Sowjetunion]] zurück. Während des Besuchs von [[Richard Nixon]] in Moskau im Mai 1972 wurden amerikanische Weizenlieferungen für die Sowjetunion vereinbart. In der Folge kaufte die Sowjetunion auch in Europa Weizen wegen einer langandauernden Trockenperiode auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=42787526 |Titel=Korn für Moskau |Jahr=1972 |Nr=44 |Seiten=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Wegen des Devisenmangels zahlte Russland nicht sofort, sondern durch mittelfristige Wechsel der staatlichen sowjetischen Außenhandelsbank unter [[Wechselbürgschaft]] des sowjetischen Staates nach [[Diskontgeschäft|Diskontierung]] bei westeuropäischen Banken. In der Diskontierung des Wechsels lag der Forderungsankauf, die Wechselbürgschaft führte zu einer unechten Forfaitierung. [[Commercial Paper]]s (CPs) entwickelten sich rasant ab etwa 1956,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Blank |Titel=Finanzinnovationen und Geldpolitik |Verlag=Duncker &amp;amp; Humblot |Ort=Berlin |Datum=1991 |Seiten=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Certificate of Deposit|Certificates of Deposit]] (CDs) gelangten erstmals 1961 in nennenswertem Umfang auf den Markt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Blank |Titel=Finanzinnovationen und Geldpolitik |Verlag=Duncker &amp;amp; Humblot |Ort=Berlin |Datum=1991 |Seiten=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Hoechst]] brachte die ersten CDs in Europa im Mai 1970 heraus. Seit 1974 gibt es ein [[Rating (Finanzwesen)|Rating]] für [[Strukturierte Finanzierungen]], seit November 1978 gibt es den &amp;#039;&amp;#039;Automatic Transfer Service&amp;#039;&amp;#039; (ATS), der dem US-Bankkunden den automatischen Übertrag vom [[Sparkonto]] zum [[Girokonto]] und umgekehrt ermöglicht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Blank |Titel=Finanzinnovationen und Geldpolitik |Verlag=Duncker &amp;amp; Humblot |Ort=Berlin |Datum=1991 |Seiten=25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzinnovationen auf [[Wertpapier]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;basis verbreiterten die Produktpalette für [[Finanzprodukt|Geldanlagen]] institutioneller und privater [[Anleger (Finanzmarkt)|Anleger]] erheblich. [[Wandelanleihe|Convertible bonds]] entstanden zur Zeit des Eisenbahnbaus in den USA. Von den 567 zwischen 1930 und 1940 begebenen Industrieanleihen waren 26 % Wandelanleihen.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Bohn: &amp;#039;&amp;#039;Bewertung von Wandelanleihen&amp;#039;&amp;#039;, 2013, [https://books.google.de/books?id=gw_0BQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA108&amp;amp;dq=wandelanleihe+usa&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=z80vVdKFCoetaeingNgN&amp;amp;ved=0CCYQ6AEwAQ#v=onepage&amp;amp;q=wandelanleihe%20usa&amp;amp;f=false S. 109]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Nullkuponanleihe]]n kamen in den USA erstmals im April 1981 auf den Markt; die den Nullkuponanleihen ähnelnden Stripped bonds&amp;lt;ref&amp;gt;Investmentbanken kaufen umlaufende Staatsanleihen auf, trennen („strippen“) die Zinskupons vom Wertpapier-Mantel, [[Verbriefung|verbriefen]] beide separat und verkaufen beide als [[Abzinsung|abgezinste]] Wertpapiere: [https://books.google.de/books?id=chDMBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA278&amp;amp;dq=Stripped+bonds&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=nOAvVaWZEYH0PNWsgOgD&amp;amp;ved=0CEsQ6AEwBQ#v=onepage&amp;amp;q=Stripped%20bonds&amp;amp;f=false Erhard Glogowski,Manfred Münch, &amp;#039;&amp;#039;Neue Finanzdienstleistungen&amp;#039;&amp;#039;, 2013, S. 208]&amp;lt;/ref&amp;gt; tauchten in den USA ab September 1982 auf. [[Forward Rate Agreement]]s (FRAs) wurden erstmals 1975 am [[Chicago Board of Trade]] gehandelt. Europäische Erfindungen waren die 1964 in Großbritannien aufgekommenen [[Doppelwährungsanleihe]]n, die [[Floating Rate Notes]] (FRNs) wurden erstmals 1969 [[Emission (Wirtschaft)|emittiert]] oder die seit 1986 bestehenden Euronote facilities.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der höchste Innovationsgrad besteht an den [[Derivat (Wirtschaft)|Derivate-]] und [[Terminmarkt|Terminmärkten]], die seit 1972 eine rasante Entwicklung erlebt haben. Das &amp;#039;&amp;#039;financial engineering&amp;#039;&amp;#039; suchte dabei nach innovativen Lösungen unter Verwendung bereits bekannter, traditioneller Produktelemente. Die ersten bekannten [[Cross Currency Swap]]s wurden 1981 zwischen [[IBM]] und der [[Weltbank]] geschlossen, [[Zinsswap]]s gab es erstmals 1982. Die logische Fortentwicklung beider Swaps war der &amp;#039;&amp;#039;Integrierte Swap&amp;#039;&amp;#039;, einer Kombination von Währungs- und Zinsswap.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Blank |Titel=Finanzinnovationen und Geldpolitik |Verlag=Duncker &amp;amp; Humblot |Ort=Berlin |Datum=1991 |Seiten=64}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Finanzinnovationen auf den Terminmärkten waren die &amp;#039;&amp;#039;Financial Futures&amp;#039;&amp;#039;, unter denen man verschiedene Gruppen von Terminkontrakten zusammenfasst: &amp;#039;&amp;#039;Currency Futures&amp;#039;&amp;#039; wurden erstmals im Mai 1972 an der [[Chicago Mercantile Exchange]] gehandelt, wo 1975 auch die &amp;#039;&amp;#039;Interest Rate Futures&amp;#039;&amp;#039; angeboten wurden. Die &amp;#039;&amp;#039;Stock Index Futures&amp;#039;&amp;#039; wurden 1982 erstmals an der Kansas City Commodity Exchange eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Prozessinnovationen brachten Fortschritte und Komfort für Bankkunden. Seit 1957 wurde in Deutschland zunehmend die [[Barzahlung]] mit der [[Lohntüte]] durch das [[Girokonto]] verdrängt, das die unbare Lohn- und Gehaltszahlung ermöglichte. Das [[Postscheckamt]] Hamburg führte 1961 den [[Dauerauftrag]] ein. [[Geldautomat]]en kamen im Mai 1968 auf den Markt, der kartengarantierte [[Eurocheque]] wurde im Mai 1969 eingeführt. [[Debitkarte]]n und [[Kreditkarte]]n wären ohne die Infrastrukturinnovationen von Geldautomat, [[POS-Terminal|Point-of-Sale]] (1972) und den [[Durchzugleser]] nicht erfolgreich geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=ULwhBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA22&amp;amp;dq=POS-Terminal+erstmals&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=Ij8yVfSCMOTnywPw4YCABA&amp;amp;ved=0CFMQ6AEwBQ#v=onepage&amp;amp;q=Terminal%20%20%20&amp;amp;f=false Thomas Lammer (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Handbuch E-Money, E-Payment &amp;amp; M-Payment&amp;#039;&amp;#039;, 2006, S. 26]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Mellon National Bank bot 1969 das erste [[Cash Management|Cash-Management]]-System an, auf dem deutschen Markt folgte die [[Commerzbank]] 1983 mit COBRA. [[Electronic Banking]] wurde durch die [[Kreissparkasse Köln]] 1987 zunächst für mittelständische Unternehmen eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff der Finanzinnovation ({{enS|financial innovation}}) tauchte ersichtlich erstmals in der US-amerikanischen [[Fachliteratur]] im Jahre 1975 auf.&amp;lt;ref&amp;gt;William L. Silber, &amp;#039;&amp;#039;Toward a Theory of Financial Innovation&amp;#039;&amp;#039;, in: William L. Silber (Hrsg.), Financial Innovation, 1975, S. 73–85&amp;lt;/ref&amp;gt; Für den Autor Silber engagierten sich Finanzinstitute im Rahmen interner ([[Arbeitsanweisung]]en), regulatorischer ([[Marktregulierung]]) und marktmäßiger ([[Marktschranke]]n) Einschränkungen bei Finanzinnovationen, um [[Gewinnmaximierung]] zu betreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;William L. Silber, &amp;#039;&amp;#039;Toward a Theory of Financial Innovation&amp;#039;&amp;#039;, in: William L. Silber (Hrsg.), Financial Innovation, 1975, S. 73&amp;lt;/ref&amp;gt; Die deutsche [[Bankbetriebslehre]] befasste sich ersichtlich erstmals 1985 mit Finanzinnovationen.&amp;lt;ref&amp;gt;Clemens Burkart, &amp;#039;&amp;#039;Finanzinnovationen an den Euromärkten&amp;#039;&amp;#039;, in: Mitteilungen aus dem Institut für das Spar-, Giro- und Kreditwesen an der Universität Bonn/Nr. 17, 1985, S. 1 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es folgten 1986 [[Hans-Jacob Krümmel]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Jacob Krümmel, &amp;#039;&amp;#039;Finanzinnovationen und Wandel der Beschäftigungsstruktur im Kreditgewerbe von 1948 bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;, in: Mitteilungen aus dem Institut für das Spar-, Giro- und Kreditwesen an der Universität Bonn/Nr. 19, 1986, S. 4&amp;lt;/ref&amp;gt; und Hans E. Zahn.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans E. Zahn, &amp;#039;&amp;#039;Finanzinnovationen: Glossarium der neuen Hedging- und Finanzierungsinstrumente&amp;#039;&amp;#039;, 1986, S. 2 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; In kurzen Zeitabständen erschienen weitere Beiträge.&amp;lt;ref&amp;gt;Max Bigler, &amp;#039;&amp;#039;Finanzinnovationen und Geldpolitik&amp;#039;&amp;#039;, in: Kredit und Kapital, 1988, S. 221–242&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Demuth, &amp;#039;&amp;#039;Fremdkapitalbeschaffung durch Finanzinnovation&amp;#039;&amp;#039;, 1988&amp;lt;/ref&amp;gt; Hans-Jacob Krümmel definierte die Finanzinnovation 1986 als ein Finanzprodukt, was bestimmte Eigenschaften von Finanzinstrumenten so trennt und wieder neu bündelt, dass dadurch eine bisher nicht praktizierte Kombination von Leistungsmerkmalen der finanziellen Intermediation entsteht.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Jacob Krümmel, &amp;#039;&amp;#039;Finanzinnovationen und Wandel der Beschäftigungsstruktur im Kreditgewerbe von 1948 bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;, in: Mitteilungen aus dem Institut für das Spar-, Giro- und Kreditwesen an der Universität Bonn/Nr. 19, 1986, S. 4&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Hans Büschgen]] verschaffte 1988 einen systematischen Überblick über die seither auf den Markt gekommenen Finanzinnovationen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Büschgen, &amp;#039;&amp;#039;Finanzinnovationen – Ein Überblick&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Armin Gutowski]] (Hrsg.), Neue Instrumente an den Finanzmärkten, 1988, S. 9–42&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das weltweite Zahlungsverkehrssystem [[SWIFT]] wurde inzwischen erstmals im Mai 1977 zur Übertragung von Zahlungsdaten eingesetzt. Der Anteil der jungen Produkte, die erst in den letzten 5 Jahren entwickelt wurden, stieg im Produktspektrum der [[Großbank]]en zwischen 1970 und 1980 von 5 % auf 25 %. Aus dem im Januar 1999 lediglich innerhalb des [[Bankensystem]]s installierten [[Echtzeit-Bruttoabwicklungssystem]] ([[TARGET (Bankwesen)|TARGET]], [[TARGET2]]) zur Verbuchung in [[Echtzeit]] entstand im November 2017 die [[Echtzeitüberweisung]] für Bankkunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1996 tauchte [[elektronisches Geld]] auf, eine [[Querschnittstechnologie]], die Bankbetriebslehre und [[Bankenaufsicht]] vor große Herausforderungen stellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Man unterscheidet Total- oder Partialinnovationen. Von &amp;#039;&amp;#039;Totalinnovation&amp;#039;&amp;#039; wird gesprochen, wenn ein [[Neuheit|neues]] Finanzprodukt entsteht oder alle Leistungselemente oder [[Bestandteil]]e eines bestehenden Finanzprodukts neu sind oder verändert werden. Eine &amp;#039;&amp;#039;Partialinnovation&amp;#039;&amp;#039; liegt entsprechend vor, wenn mindestens eins oder wenige Elemente eines bestehenden Produktes verändert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Blank |Titel=Finanzinnovationen und Geldpolitik |Verlag=Duncker &amp;amp; Humblot |Ort=Berlin |Datum=1991 |Seiten=25 |Fundstelle=Fußnote 1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ferner wird zwischen Produkt- und Verfahrens- (Prozess-) Innovationen unterschieden. &amp;#039;&amp;#039;Produktinnovationen&amp;#039;&amp;#039; betreffen die Finanzprodukte selbst, &amp;#039;&amp;#039;Prozessinnovationen&amp;#039;&amp;#039; sind übergeordnete Techniken, die sich mit der Abwicklung oder Überwachung des Bankgeschäfts befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bankrecht ==&lt;br /&gt;
Die [[Finanzmarkt|Finanzmärkte]] gehören weltweit zu den Märkten, die am stärksten den staatlichen Regulierungsbemühungen ausgesetzt sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter Bofinger]], &amp;#039;&amp;#039;Geldpolitische Regulierungen und Finanzinnovationen&amp;#039;&amp;#039;, in: Außenwirtschaft, 1987, S. 252&amp;lt;/ref&amp;gt; Im europäischen Bankenaufsichtsrecht soll ein „[[Neuer Produktprozess]] (NPP)“ dafür sorgen, dass durch Finanzinnovationen keine Finanzprodukte mit [[Produktrisiko|Produktrisiken]] auf den Markt kommen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine Total- oder Partialinnovation handelt. Bei Finanzinnovationen liegt ein Produktrisiko vor, wenn das Bankprodukt für die Bank, den relevanten Finanzmarkt oder den Bankkunden unerwartete [[Finanzrisiko|Finanzrisiken]] beinhaltet, die nicht aus [[Marktrisiko|Marktrisiken]] resultieren. Erst wenn dieser Prozess und eine begrenzte Testphase positiv abgeschlossen sind und die [[Bankenaufsicht]] keine Bedenken äußert, sind die Bankprodukte [[Marktreife|marktreif]]. Entscheidet eine Bank über den Vertrieb neuer Produkte, so kann es bei Finanzinnovationen sinnvoll sein, auf die Markteinführung zu verzichten, wenn aufgrund der Hebelwirkung oder der Unüberschaubarkeit der Marktrisiken ein Risikopotenzial entsteht, das existenzbedrohend ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Artopoeus, &amp;#039;&amp;#039;Innovative Handelsgeschäfte und Bankenaufsicht&amp;#039;&amp;#039;, in: Sparkasse 4/96, S. 150&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Standardisierung]] der Vielzahl der Produkte im [[OTC-Handel]] erfolgt über die [[International Swaps and Derivatives Association]] (ISDA), die einheitliche Normen für die einzelnen Produkte festlegt. Nach [[MaRisk (BA)]] AT 8.1 vom Oktober 2017&amp;lt;ref&amp;gt;BaFin vom 27. Oktober 2017, Rundschreiben 09/2017 (BA) - &amp;#039;&amp;#039;Mindestanforderungen an das Risikomanagement – MaRisk&amp;#039;&amp;#039;, Geschäftszeichen BA 54-FR 2210-2017/0002&amp;lt;/ref&amp;gt; ist für die „Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten (einschließlich neuer Vertriebswege) vorab ein Konzept auszuarbeiten. Grundlage des Konzeptes muss das Ergebnis der Analyse des Risikogehalts dieser neuen Geschäftsaktivitäten sowie deren Auswirkungen auf das Gesamtrisikoprofil sein.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Rundschreiben/rs_1210_marisk_ba.html?nn=2818068#doc3492188bodyText26 BaFin vom 14. Dezember 2012, Rundschreiben 10/2012 (BA) - &amp;#039;&amp;#039;Mindestanforderungen an das Risikomanagement – MaRisk&amp;#039;&amp;#039;, Geschäftszeichen BA 54-FR 2210-2012/0002]&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Handelsgeschäften ist vor dem [[Elektronisches Handelssystem#Laufender Handel|laufenden Handel]] in neuen Produkten oder auf neuen Märkten grundsätzlich eine Testphase durchzuführen. Nach AT 8.2 haben die Institute vor wesentlichen Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie in den IT-Systemen die Auswirkungen der geplanten Veränderungen auf die Kontrollverfahren und die Kontrollintensität zu analysieren. Damit erfassen die MaRisk im Bankwesen sowohl Finanzinnovationen, deren relevante Märkte als auch Prozessinnovationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzinnovationen können als immaterielle Dienstleistung [[Patentrecht (Deutschland)|patentrechtlich]] nicht geschützt werden (nach {{§|1|patg|juris}} Abs. 1 [[Patentgesetz (Deutschland)|PatentG]] ist nur eine industriell-gewerbliche Anwendbarkeit schutzfähig) und dürfen deshalb von Konkurrenten ohne [[Rechtsfolge]]n nachgemacht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Jacob Krümmel, &amp;#039;&amp;#039;Allfinanz: Strukturwandel an den Märkten für Finanzdienstleistung&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Kredit und Kapital&amp;#039;&amp;#039;, Heft 11, 1991, S. 35&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese fehlende Schwelle erleichtert die schnelle Verbreitung von Finanzinnovationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Diskussionen um die volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Bedeutung der Finanzinnovationen zeigen, dass noch viele ungelöste Probleme bestehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=cJTwBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA10&amp;amp;dq=Finanzinnovation&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwj9ibyP4rbkAhWh16YKHf7NBoQQ6AEIPDAD#v=onepage&amp;amp;q=Finanzinnovation&amp;amp;f=false Jürgen Cramer, &amp;#039;&amp;#039;Financial Engineering durch Finanzinnovationen&amp;#039;&amp;#039;, 1993, S. 11]&amp;lt;/ref&amp;gt; Volkswirtschaftlich können sie die Geldpolitik,&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Bofinger, &amp;#039;&amp;#039;Geldpolitik im Zeichen der sogenannten Finanzinnovationen&amp;#039;&amp;#039;, in: Die Sparkasse, 1986, S. 139 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; den [[Internationaler Kreditverkehr|internationalen Kreditverkehr]] oder die [[Verschuldungskrise]] etwa durch [[Debt Equity Swap]]s oder [[Credit Default Swap]]s beeinflussen. Im Bankwesen könnte es durch exzessiven Einsatz innovativer Produkte zu [[Marktstörung]]en kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird davon ausgegangen, dass Finanzinnovationen vorgenommen werden, um auferlegte exogene finanzielle Beschränkungen auf Finanzmärkten zu beseitigen oder zu verringern.&amp;lt;ref&amp;gt;William L. Silber, &amp;#039;&amp;#039;Toward a Theory of Financial Innovation&amp;#039;&amp;#039;, in: William L. Silber (Hrsg.), Financial Innovation, 1975, S. 64 und 66&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die Annahme, dass Finanzinnovationen das Ergebnis von [[Angebot (Volkswirtschaftslehre)|Angebot]] und [[Nachfrage]] auf den Finanzmärkten darstelle, ist in der Fachliteratur vertreten.&amp;lt;ref&amp;gt;Gabriel Hawawini, &amp;#039;&amp;#039;Financial Innovation and recent Developments in the French Capital Markets&amp;#039;&amp;#039;, in: European Institute of Business Administration No. 85/25, 1985, S. 17 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den USA dienen Finanzinnovationen auch dazu, die Vorschriften des &amp;#039;&amp;#039;Glass-Steagull Acts&amp;#039;&amp;#039; zu überwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Streit, &amp;#039;&amp;#039;Die Relevanz monetärer Innovationen in den USA für die Geldpolitik&amp;#039;&amp;#039;, in: Kredit und Kapital, 1984, S. 559 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Erhöhung der [[Wettbewerbsintensität]] beeinflusst positiv das Angebot an Finanzinnovationen. Dies erhöht die [[Opportunitätskosten]] der nicht innovatorisch tätigen Banken, deren [[Marge]]n und [[Marktanteil]]e unter Druck geraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer Finanzinnovationen zuerst einführt, kann kurzfristig [[Technologieführer]], [[Kostenführer]] oder [[Preisführerschaft|Preisführer]] sein und hierdurch [[Pioniergewinn]]e erzielen. Da jedoch Finanzinnovationen nicht patentiert werden können, wird es schnell technologie-folgende Nachahmer geben, so dass die Gewinnmargen derartiger Finanzinnovationen insgesamt wieder sinken.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Armin Schwolgin]], &amp;#039;&amp;#039;Finanzielle Innovationen und Mindestreservepolitik&amp;#039;&amp;#039;, 1986, S. 62&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommt es zu [[Marktregulierung]]en durch die Bankenaufsicht (Einschränkungen oder sogar Verboten von Bankgeschäften nach {{§|3|kredwg|juris}} [[Kreditwesengesetz|KWG]]), können die [[Geschäftsbank]]en bei steigenden Regulierungskosten mit Ausweichreaktionen durch modifizierte Finanzinnovationen oder sinkende [[Transaktionskosten]] durch [[technischer Fortschritt|technischen Fortschritt]] reagieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Bofinger, &amp;#039;&amp;#039;Geldpolitische Regulierungen und Finanzinnovationen&amp;#039;&amp;#039;, in: Außenwirtschaft, 1987, S. 254&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung und Kritik ==&lt;br /&gt;
Einige Innovationen haben [[Wirtschaftskrise]]n ausgelöst oder verstärkt oder den Kunden eher Nachteile gebracht. Insbesondere die [[Collateralized Bond Obligation]] und verwandte Innovationen wie die [[Collateralized Debt Obligation]] werden wegen ihrer mangelnden Transparenz und dem Versagen der [[Ratingagentur]]en für die [[Finanzkrise ab 2007]] verantwortlich gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Werner Sinn]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Kasino-Kapitalismus&amp;#039;&amp;#039;. Econ-Verlag, 2009, S. 308&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Beratungsfehler]] trugen ab 2007 mit dazu bei, dass die Swapvariante des [[Spread Ladder Swap]] zu großen Verlusten bei deutschen [[Gemeinde (Deutschland)|Kommunen]] führte. Anders als der reine Zinsswap&amp;lt;ref&amp;gt;der das [[Zinsänderungsrisiko]] von Grundgeschäften vermindern oder ausschalten kann&amp;lt;/ref&amp;gt; ist seine deutlich komplexere Spread Ladder Swap-Unterart auf eine ausreichende Differenz zwischen langfristigen und kurzfristigen Swapsätzen ausgerichtet und deshalb rein [[Spekulation (Wirtschaft)|spekulativer]] Art, was den Kommunen verboten ist. Das [[Cross-Border-Leasing]] ist für deutsche Kommunen seit Oktober 2008, [[Fremdwährungskredit]]e sind seit 2011 zum Problem geworden, weil die Aufwertung des [[Schweizer Franken]] zu Kursverlusten bei Kommunen führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Finanzverwaltung ==&lt;br /&gt;
Die deutsche [[Finanzverwaltung (Deutschland)|Finanzverwaltung]] versteht unter Finanzinnovation seit dem Rundschreiben des Bundesfinanzministeriums vom Januar 1994&amp;lt;ref&amp;gt;BMF-Rundschreiben vom 20. Januar 1994, Az.: IV B 4 –S 1980- 5/94, FR 1994, 206&amp;lt;/ref&amp;gt; zielgerichtet gestaltete Geldanlagen, die darauf abzielen, steuerpflichtige Einnahmen in steuerfreie Kursgewinne umzuwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein (börsengehandeltes) Wertpapier gilt dann als Finanzinnovation, wenn mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:&lt;br /&gt;
* Es hat einen variablen Zinssatz (ratierlicher Zinssatz) – Beispiele sind [[Floater]], [[Zinscap und Zinsfloor|Caps und Floors]], [[Collar (Finanzwesen)|Collared]] Bonds und [[Inflationsindexierte Anleihe]]n.&lt;br /&gt;
* Der Abschlag ([[Disagio]]) bei Erstausgabe überschreitet die [[Disagiostaffel|gesetzlich festgelegte Bandbreite]].&lt;br /&gt;
Auch [[Garantiezertifikat]]e gelten als Finanzinnovation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Deutschland]] wirkte sich der Besitz dieser Bankprodukte steuerrechtlich seit 2005 so aus, dass alle laufenden Erträge der [[Einkommensteuer (Deutschland)|Einkommensteuer]] unterlagen und die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs bei Verkauf voll einkommensteuerpflichtig war. Rechtsgrundlage war §&amp;amp;nbsp;20 Abs.&amp;amp;nbsp;2 Satz&amp;amp;nbsp;1 Nr. 4 a) bis d) EStG in der Fassung bis 31. Dezember 2008. Ebenso wird nach einem [[Depotübertrag]] bei Verkauf nach der Pauschalbemessungsmethode 30 % des gesamten Verkaufserlöses einbehalten ({{§|43a|estg|juris}} [[Einkommensteuergesetz (Deutschland)|EStG]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 1. Januar 2009 unterliegen die Finanzinnovationen der [[Abgeltungsteuer (Deutschland)|Abgeltungsteuer]]. [[Kapitalertrag|Kapitalerträge]] aus Finanzinnovationen werden seitdem mit 25 % [[Abgeltungssteuer]] (zuzüglich [[Solidaritätszuschlag]] und gegebenenfalls [[Kirchensteuer (Deutschland)|Kirchensteuer]]) versteuert. Für die Berechnung wird der tatsächliche Gewinn, die so genannte Marktrendite, zugrunde gelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4124975-6}}&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertpapier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steuer- und Abgabenrecht (Deutschland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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