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	<title>Finanzierungsregeln - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T20:03:24Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Finanzierungsregeln&amp;diff=283862&amp;oldid=prev</id>
		<title>2003:D4:C72B:8D00:1554:BDF9:B43C:C93A: /* Goldene Finanzregel */</title>
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		<updated>2025-01-06T10:59:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Goldene Finanzregel&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Finanzierungsregeln&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Finanzregeln&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) sind von der [[Betriebswirtschaftslehre]] aufgestellte, normierte [[Regel (Richtlinie)|Regeln]], welche sich mit der [[Finanzierung]] (Ausstattung mit [[Kapital]]) von [[Unternehmen]] befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Es handelt sich um Mindestanforderungen an die aus einer [[Bilanz]] ersichtliche [[Kapitalstruktur]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Horst-Tilo Beyer]] (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Finanzlexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1972, S. 128&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Hinblick auf eine optimale Kapitalstruktur, was eine [[Kosten]] minimierende und damit auch [[Unternehmenswert]] maximierende Auslegung der Finanzierung bedeutet, haben sich einige Finanzierungsregeln ausgeprägt. Diese zielen nicht nur auf einen optimalen [[Verschuldungsgrad]], sondern auch auf die Erhaltung der [[Zahlungsfähigkeit]], also eine optimale [[Liquidität]]. Bei der Bewertung der Liquidität wird vom Grundsatz der [[Fristenkongruenz]] ausgegangen. Die meisten der unten genannten Regeln erweisen sich in der Praxis oft als unerreichbar, da sie je nach Branche kaum bis gar nicht umzusetzen sind. Außerdem vermindern sie häufig die [[Rentabilität]] zu Gunsten der Liquidität, ermöglichen aber auch, je besser die Regeln erfüllt sind, längere wirtschaftliche [[Unternehmenskrise]]n zu überwinden. Aus dieser Perspektive ist eine Anpassung der starren Regeln auf jedes einzelne Unternehmen ([[Betriebsgröße]]) oder zumindest auf einen [[Wirtschaftszweig]] nötig, um den Praxisbezug herzustellen. Eine besondere Rolle spielt der [[Leverage-Effekt]], das heißt die Hebelwirkung des Fremdkapitals auf die [[Eigenkapitalrentabilität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abhängig von der [[Bilanzposition]] der in den Bilanzen verwendeten Einflussgrößen werden die Finanzierungsregeln in &amp;#039;&amp;#039;horizontale&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;vertikale&amp;#039;&amp;#039; unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vertikale Finanzierungsregeln ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Statischer Verschuldungsgrad ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigenkapital sollte nach dieser Regel mindestens so hoch sein wie das Fremdkapital (Eins-zu-Eins-Regel).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\frac{\text{Fremdkapital}}{\text{Eigenkapital}} \le 1 &amp;lt;/math&amp;gt; (erstrebenswert)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;1 &amp;lt; \frac{\text{Fremdkapital}}{\text{Eigenkapital}} \le 2 &amp;lt;/math&amp;gt; (gesund)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;2 &amp;lt; \frac{\text{Fremdkapital}}{\text{Eigenkapital}} \le 3 &amp;lt;/math&amp;gt; (noch zulässig)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Ursprung hat diese Regel in der Vermeidung von Überschuldungen. In der Praxis ist in Deutschland diese Regel fast bedeutungslos, da deutsche Unternehmen einen durchschnittlichen Eigenkapitalanteil von weniger als 20 Prozent haben, während amerikanische Unternehmen eine wesentlich höhere durchschnittliche [[Eigenkapitalquote]] haben (in etwa 50 %). Ebenfalls unberücksichtigt bleiben Unterschiede in der [[Kapitalintensität]] verschiedener Branchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dynamischer Verschuldungsgrad ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\frac{\text{Fremdkapital} - \text{Geldwerte}}{\text{Cashflow}} \  &amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der dynamische Verschuldungsgrad ist eine Maßzahl für die Schuldentilgung aus eigener Kraft. Er ist ein theoretischer Wert und setzt gleichbleibende Größen innerhalb der Unternehmung voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Horizontale Finanzierungsregeln ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genau wie die vertikalen Finanzierungsregeln stehen auch die nachfolgenden horizontalen in der Kritik. Liquiditätsaussagen sind kaum möglich, da Abflüsse, wie zum Beispiel Zinsen, nicht erfasst werden. Auch droht bei unzureichender Fristenkongruenz keineswegs die sofortige [[Insolvenz]], da lediglich eine Ersatzfinanzierung gesichert werden muss.&lt;br /&gt;
Die Fristigkeit des Kapitals soll der Umschlagsdauer des damit finanzierten Vermögens entsprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Goldene Bankregel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie gilt hauptsächlich für den Bankenbereich: Rückzahlungsdatum/Verfügungsdauer des Kapitals sollte sich mit dem Rückflusszeitpunkt decken (Fristenkongruenz):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\frac{\text{kurzfristiges Verm}\mathrm{\ddot ogen}}{\text{kurzfristiges Fremdkapital}} \ge 1&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\frac{\text{EK + langfristiges Fremdkapital}}{\text{langfristiges Verm}\mathrm{\ddot ogen}} \ge 1&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die goldene Bankregel besagt, dass die Höhe und Fälligkeit der von einem [[Kreditinstitut]] gewährten [[Kredit]]e den dem Kreditinstitut zur Verfügung gestellten [[Sichteinlage|Sicht-]], [[Termingeld|Termin-]] und [[Spareinlage]]n entsprechen müssen. Dies bedeutet, dass kurzfristige Einlagen nur kurzfristig ausgeliehen werden dürfen, während langfristige Einlagen kurz-, mittel- und langfristig ausgeliehen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Realität wird die Goldene Bankregel von den Kreditinstituten im Normalfall nicht eingehalten. Es wird stattdessen nur für eine ausreichende Zahlungsbereitschaft Vorsorge getroffen. Tatsächlich erzielen Banken heute sogar Erträge, indem sie bewusst gegen die goldene Bankregel verstoßen. Sie betreiben dann [[Fristentransformation]], indem sie einen Teil der niedrigverzinslichen, kurzfristigen Einlagen langfristig und damit zu höheren Zinsen ausleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ist die Goldene Bankregel in der [[Volkswirtschaftslehre]] umstritten, da sie nicht die Gesamtheit der Zahlungen eines Kreditinstituts berücksichtigt. Liquidität sei nur dann gegeben, wenn in einem Zeitraum die Summe der vom Kreditinstitut nicht beeinflussbaren Auszahlungen die Summe der entsprechenden Einzahlungen nicht überschreitet. In der [[Liquiditätsverordnung]] sind die Anforderungen an eine solche Betrachtungsweise zusammengefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Goldene Bilanzregel ===&lt;br /&gt;
Die goldene Bilanzregel (Deckungsgrad III) verlangt in ihrer strengen Form, dass das Anlagevermögen mit Eigenkapital gedeckt sein müsse und dass für das Umlaufvermögen Fremdkapital eingesetzt werden darf.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Lück (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Betriebswirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, 1983, S. 614&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie lautet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\frac{\text{Eigenkapital}}{\text{Anlagevermögen}} \ge 1&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die silberne Finanzierungsregel (Deckungsgrad II) fordert eine Fristenübereinstimmung zwischen Kapital (Passiva) und Vermögen (Aktiva). Geltend für die übrigen Branchen: Finanzierung von Anlagevermögen (AV) durch Eigenkapital (EK) im engeren Sinne oder durch EK und langfristiges Fremdkapital im weiteren Sinne:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\frac{\text{Eigenkapital} + \text{langfristiges Fremdkapital}}{\text{Anlagevermögen}} \ge 1&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einhaltung dieser Regeln garantiert deshalb aber noch nicht die Unternehmensliquidität, denn Kapitalbindungsfristen und Kapitalüberlassungsfristen sind bei der Stichtagsbezogenheit einer Bilanz ([[Bilanzstichtag]]) schwer definierbar. Sind diese Regeln eingehalten, besteht zumindest eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, dass finanzielles Gleichgewicht auch für die Zukunft gegeben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Goldene Finanzregel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die goldene Finanzregel (Deckungsgrad III) besagt, dass langfristig gebundenes [[Vermögen (Wirtschaft)|Vermögen]] (Grundstücke, Anlagen, Lizenzen) durch langfristiges [[Kapital]] (Eigenkapital, Darlehen) gedeckt werden soll, da ansonsten ein Liquiditätsengpass droht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Maximalbelastungstheorie ===&lt;br /&gt;
Die von Wolfgang Stützel 1959 speziell für [[Kreditinstitut]]e entwickelte [[Maximalbelastungstheorie]] verlangt, dass im Falle eines [[Bank Run]] die [[Eigenmittel (Kreditinstitut)|Eigenmittel]] einer Bank ausreichen müssen, um die aus dem Notverkauf von [[Aktiva]] entstehenden Verluste aufzufangen. Der Notverkauf ganzer [[Kreditportfolio|Kreditportfolien]] wird notwendig, um mit den Verkaufserlösen die Auszahlungsansprüche der [[Passiva]] ([[Gläubiger]] der [[Bankguthaben]]) befriedigen zu können. Sie kann analog auch auf [[Unternehmenskrise]]n bei [[Nichtbank]]en angewandt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Heribert Bodenhoff: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Finanzierungs- und Investitionsrechnung.&amp;#039;&amp;#039; Vahlen 2002.&lt;br /&gt;
* Uni Hagen: [https://www.fernuni-hagen.de/bwlbuf/uploads/41520/klausuren/bub_kl41520_ss2010_loesungen_01.pdf#14 &amp;#039;&amp;#039;Lösungshinweise zur Klausur Banken und Börsen&amp;#039;&amp;#039; (2010)] (PDF; 125&amp;amp;nbsp;kB), S. 12–15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4247918-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzierung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;/div&gt;</summary>
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